Kiener Nellen Margret · Nationalrat · 2008-12-16
Kiener Nellen Margret · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2008-12-16
Wortprotokoll
Ich bitte Sie im Namen der Minderheit, am klaren Entscheid des Nationalrates vom 4. Dezember 2008 festzuhalten. Mit 107 zu 65 Stimmen haben wir ein klares Signal für eine glaubwürdige, zukunftsgerichtete Dopingbekämpfung in der Schweiz abgegeben. Der Ständerat hat den entsprechenden Antrag gestern ganz knapp, mit 20 zu 16 Stimmen, abgelehnt. Es geht hier also um ein Festhalten.
Die sportpolitische Frage ist die, ob die Schweiz weitaus am wenigsten von allen Ländern bezahlen will und ob eine Reduktion des finanziellen Engagements des Bundes von früher fast 80 Prozent auf rund 40 Prozent angemessen ist. Die Sportförderung ist ein Verfassungsauftrag, und auch im Bundesgesetz über die Förderung von Turnen und Sport sind insbesondere seit 2002 explizite Vorgaben zum gesetzlichen Auftrag des Bundes gemacht worden. Ich erinnere Sie an die Dopingprävention. Der Bund hat die Aufgabe, die Dopingprävention durch Ausbildung, Information, Beratung, Dokumentation und Forschung zu fördern.
Qui dit recherche dit que notre laboratoire hautement spécialisé qui effectue les contrôles antidopage, à Epalinges, mérite d'être soutenu davantage. C'est précisément ce que vise la minorité que je défends, et c'est aussi la possibilité qui résulte de la décision de notre conseil, prise à une large majorité, d'augmenter pour 2009 le budget consacré à la lutte antidopage.
Gegen das Argument, die Sportverbände sollten mehr leisten, gibt es zwei Einwände, zunächst einmal den der Unabhängigkeit. In allen anderen Ländern hat die öffentliche Hand die klare Kontrolle und Mehrheit. Eine solche Unabhängigkeit soll der Bund auch in der Schweiz gewährleisten. Man lässt auch nicht einen Bernhardinerhund die eigenen Würste bewachen. Das ist ein etwas grober Vergleich; ich gebe es zu. Unseren nationalen Sportverbänden fehlen zudem die Mittel, um wiederkehrend noch mehr beizutragen. Ich habe Verständnis für das Argument, dass internationale, kapitalkräftige Verbände mehr beitragen könnten. Aber das erreichen wir nicht aus der Schweiz heraus, aus unserer internationalen Position heraus - jedenfalls nicht rasch. Die privaten Mittel sind fast verdreifacht worden, von 0,7 auf 1,9 Millionen Franken. Die Bundesgelder dagegen - heute 1,7 Millionen - sind seit 2005 eingefroren. Herr Bundesrat Merz, die früher beim Baspo anfallenden Infrastruktur- und Betriebskosten für den damaligen Dopingbekämpfer, heute Direktor bei der Stiftung Antidoping Schweiz, Herrn Matthias Kamber, wurden durch den Bund nicht ausgeglichen und fallen heute bei der Stiftung Antidoping Schweiz an.
Wir tragen in der Politik Verantwortung, gegenüber der Jugend, gegenüber den Eltern, für eine einwandfreie, dopingfreie Perspektive. Wir tragen die Verantwortung für ein einwandfreies, dopingfreies Image des Schweizer Sports. Die Zeiten, in denen meine Generation Ovomaltine trank, um eine gute sportliche Leistung zu erbringen, sind vorbei. Leistungssteigernde Mittel, Dopingpräparate in grosser Palette sind Bestandteile des globalen Markts, werden global produziert. Wenn es uns mit guter Forschung gelingt, nur einen halben Schritt hinter den Dopingsündern her zu sein, können wir ihnen ein Bein stellen, sonst nicht.
Ich bitte Sie daher, zugunsten einer glaubwürdigen, vorbildlichen und zukunftsgerichteten Dopingbekämpfung in der Schweiz unserem Minderheitsantrag zuzustimmen und am klaren Entscheid vom 4. Dezember 2008 festzuhalten.