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Gutzwiller Felix · Ständerat · 2008-12-15

Gutzwiller Felix · Ständerat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2008-12-15

Wortprotokoll

Ich beantrage Ihnen, dem Beschluss des Nationalrates zuzustimmen, der diese Position um 5 Millionen Franken erhöht hat.

Ich weiss nicht, wer von Ihnen gestern Abend die Zeit hatte, den neuen Schweizer Film "Heldin der Lüfte" mit Melanie Winiger zu sehen. Es mag Sie interessieren, dass dieser Film aus diesem Topf mit 295 000 Franken unterstützt wurde. Aus meiner bescheidenen Sicht ist dies ein sehr nettes Beispiel heimischen Filmschaffens, mit schönen Landschaften, mit nationalen Symbolen wie der Rega und mit guten, lokalen Schauspielern. Das soll nur als Einleitung dienen.

Ich möchte Sie kurz daran erinnern, dass es kein europäisches Land gibt, das eine eigene, lokale Filmproduktion ohne eine entsprechende Unterstützung hätte. In der Schweiz ist es aufgrund des kleinen Einzugsgebiets auch für sehr erfolgreiche Filme nicht einfach, die Kosten einzuspielen. Ich erinnere an so erfolgreiche Filme wie "Vitus", einen Film, den Sie sicher kennen. "Mais im Bundeshuus" wäre wohl kaum zustande gekommen, obwohl - das ist zu betonen - die Filmförderung im Schnitt nur ungefähr 30 Prozent der Filmkosten bezahlt. Es ist also nicht so, dass der Staat Filme produziert, sondern er schafft einen klaren Anreiz, dass diese Filme gemacht werden können. Er löst damit sehr viele zusätzliche Investitionen aus - auch das ist ein Grund, bei den 28 Millionen Franken des Nationalrates zu bleiben -; im Durchschnitt müssen 70 Prozent der Produktionskosten anderswo beschafft werden. Der Anteil der Kreativwirtschaft im Lande nimmt zu; sie wird auch für die Zukunft sehr wichtig sein - eine Kreativwirtschaft, deren Anteil am Bruttoinlandprodukt in einer kürzlich vorgenommenen Analyse auf die Höhe von mehreren Milliarden Franken quantifiziert wurde. Auch davon ist der Film ein Teil, und er verdient eine Förderung.

Schliesslich wissen wir, dass für 2009 schon sehr viele Projekte in der Pipeline sind, dass das Geld also auch wirklich benötigt wird. Soviel ich weiss, hat man in der Kommission [PAGE 980] darauf hingewiesen, dass die Anlaufsphase 2007/08 etwas schwierig war, dass das Geld ursprünglich nicht ausgeschöpft wurde. Das ist aber Ende 2008 nicht mehr so. Für 2009 sind wie gesagt sehr viele Projekte in der Pipeline, die diese Erhöhung rechtfertigen.

Die Schweizer Filmszene arbeitet recht effizient. Wir produzieren im Schnitt mit 2,6 Millionen Franken einen Film - im Vergleich dazu sind in den meisten europäischen Ländern die Filme zwei- bis dreimal teurer. Ich darf darauf hinweisen, dass wir auch gemessen an den Festivals, etwa in Solothurn, in Fribourg, in Nyon, in Zürich und natürlich in Locarno, der Mutter aller Filmfestivals, über eine lebendige Filmszene verfügen. Das zeigt, dass es sinnvoll ist, in diesen Bereich zu investieren. Das hat sehr viele Folgen in der freien Wirtschaft; zudem trägt die Kreativwirtschaft auch zum Volkseinkommen bei.

Ich muss Ihnen das konjunkturelle Umfeld in den nächsten Jahren nicht schildern. Ich muss Ihnen auch nicht schildern, dass es im Bereich des Sponsorings etwa für die Filmfestivals sicher schwieriger wird.

Aus dieser Optik bitte ich Sie, dem Beschluss des Nationalrates zuzustimmen.