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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2009-03-03

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2009-03-03

Wortprotokoll

Auch die grüne Fraktion bedankt sich für den Bericht und wird ihn mit einigen Bemerkungen genehmigen. Wir bedanken uns vor allem auch für die Leistungen der Mitarbeitenden an der ETH und den Forschungsanstalten, denn der Spitzenplatz, den die ETH gemäss Ratings hat, ist das Resultat der Arbeit aller Mitarbeitenden der ETH.

Natürlich ist für uns das positive Ergebnis, die Beurteilung weltweit, sehr schön, und dies sowohl bezüglich Forschung wie auch bezüglich der ETH als Bildungsstätte, die uns sehr wichtig ist. Es freut uns, dass auch der ETH-Rat es so sieht, dass beide Pfeiler, nämlich die Forschung und die Ausbildung, aufrechterhalten und gefördert und da auch Spitzenleistungen erbracht werden sollen.

Nicht ganz einig sind wir bezüglich des Grades der Zielerreichung bei einigen Punkten, beispielsweise bei der zukunftsfähigen Forschung, die wir lieber als "erneuerbare Forschung" formuliert haben wollten, denn nicht jede zukunftsfähige Forschung - wir haben das vorher im Zusammenhang mit der Kernenergie gehört - ist die Forschung, die wir bevorzugen. Wir würden uns also freuen, wenn die ETH den Spitzenplatz in diesem Bereich, den wir einmal hatten und der uns unter anderem von privaten Instituten abgenommen wurde, wieder erreicht; die ETH soll da also wieder Spitze werden.

Zum Wissenstransfer: Es freut uns, dass die ETH da zulegen will und auch den Handlungsbedarf sieht. Bei den Bildungseinrichtungen möchten wir sie aber auch bitten, dass sie da die Durchlässigkeit zu den Fachhochschulen sowohl bezüglich der Forschung wie auch bezüglich der Studierenden vorantreibt. Beim Wissenstransfer zur Gesellschaft sieht glücklicherweise auch die ETH, dass da doch noch einiges Potenzial drinliegt. Die ETH wurde zwar etwas bürgernaher, und die Bevölkerung hat ihr das an den gutbesuchten Tagen der offenen Tür auch gedankt, aber da wäre tatsächlich noch vieles zu verbessern, nicht zuletzt auch für die Kinder und Jugendlichen. Das naturwissenschaftliche Verständnis und der Nutzen der Naturwissenschaften muss in der Bevölkerung verankert sein, nicht zuletzt wegen des Wiedererstarkens des kreationistischen Denkens.

Bei den attraktiven Arbeitsbedingungen und der Chancengleichheit haben wir weniger Freude. Die Arbeitsbedingungen seien zwar gut, heisst es; das freut uns, aber anscheinend doch zu wenig gut, als dass genügend Frauen rekrutiert werden können. Der Frauenanteil bei den Studierenden liegt zurzeit bei etwa 28 Prozent. Im Jahr 2000 betrug er 23 Prozent, in der Phase von 2004 bis 2007 ist nichts passiert - ein schlechtes Ergebnis.

Eine Bemerkung zu den Studierenden: Im Gesamtdurchschnitt beträgt der Frauenanteil an den universitären Hochschulen in der Schweiz knapp 48 Prozent. Der Frauenanteil gesamthaft beträgt ja bekanntlich über 50 Prozent, also müsste das Ziel eigentlich klar sein, nämlich mindestens diese gut 47 Prozent, die der Durchschnitt sonst ist, zu erreichen. Der Bericht sagt selbst, dass die Werbung, die gemacht wurde, Erfolg gezeigt hat. Man muss den Mädchen die ETH und ihre Studiengänge eben schmackhaft machen. Anscheinend ist in der letzten Periode zu wenig intensiv daran gearbeitet worden, sonst hätte der Prozentsatz eigentlich erhöht werden müssen. Studien zeigen klar, dass für junge Frauen nach wie vor die Frage im Zentrum steht, was mit der Familie vereinbar ist. Die ETH und die späteren Arbeitsplätze sind das eben eher nicht. Daran muss eindeutig gearbeitet werden.

Der Anteil Professorinnen an der ETH ist geradezu miserabel, es sind nur gerade 10 Prozent. Da braucht es mehr Teilzeitmodelle, sogenannte Teilzeitprofessorinnen, da braucht es mehr Betreuungsplätze. Das wurde zwar erkannt und soll auch gefördert werden, das Ziel liegt aber bei gerade mal 25 Prozent. Das reicht nicht. Es ist eigentlich eher eine Frechheit, das als Zukunftsziel festzuhalten.

Wir bitten Sie, dieses Ziel zu überdenken, und genehmigen den Bericht in diesem Sinn.