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Geissbühler Andrea Martina · Nationalrat · 2009-03-16

Geissbühler Andrea Martina · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2009-03-16

Wortprotokoll

Es gibt nichts zu beschönigen: Jeder Tod, der etwas mit einer Dienstwaffe zu tun hat, ist einer zu viel. Es ist aber wenig sinnvoll, aufgrund von traurigen und tragischen Einzelfällen eine generelle Aufbewahrung von Armeewaffen im Zeughaus zu fordern. Eine solche Massnahme würde schlicht nichts bringen. Das Problem ist nämlich nicht die Waffe, sondern der Mensch.

Die ganz grosse Mehrheit der Armeeangehörigen und die 250 000 Schützen, die ihre Waffen zu Hause haben, sind verantwortungsbewusste und mündige Bürger. Sie brauchen keine Bevormundung durch den Staat. Die vorgebrachten Forderungen sind daher unverhältnismässig. Weitere Aspekte sind zu berücksichtigen:

1. Es geschehen sehr wenige Morde oder Selbstmorde mit Dienst- oder Armeewaffen. Die wenigen Fälle, die, ich wiederhole es nochmals, traurig und tragisch sind, werden von den Medien aber immer gross aufgebauscht. Ich hatte in den Jahren im Polizeidienst noch kein einziges Mal einen Fall eines Selbstmordes oder Mordes mit einer Armeewaffe.

2. Polizei, Schützen und Jäger haben auch Waffen zu Hause. Wollen Sie diesen Personen die Waffe auch wegnehmen?

3. Die Realität ist doch diese: Viele Selbstmorde und Morde geschehen mit illegalen Waffen. An Waffen kommt man immer heran. Zum Beispiel sind Messer in jedem Haushalt vorhanden. Einen kompletten Schutz gibt es nie.

4. Selbstmörder und Mörder sind meist psychisch kranke Menschen, die auch ohne Armeewaffe zum Ziel kommen. Sie verhindern somit nicht, dass es weniger Tote gibt, sondern die Art der Tötung wird vielleicht bei vier bis sechs Personen pro Jahr eine andere sein. Sie springen dann halt vielleicht von einer Brücke oder vor den Zug oder nehmen Tabletten oder nehmen ein Messer als Tatwaffe. Denn, wie schon gesagt, das Problem ist nicht primär die Schusswaffe, sondern der Mensch und die Gesellschaft.

Deshalb stelle ich fest, dass es bei den Vorstössen nicht primär um die Verhinderung von Gewalttaten, sondern um einen Angriff auf das Militär, die Schützen und auch den Waffenbesitz im Allgemeinen geht.

Aus all den erwähnten Gründen und weil der logistische und administrative Aufwand zur Erfüllung der Forderungen der Vorstösse enorm gross wäre, empfehle ich Ihnen die Ablehnung der Vorstösse.