631.21
Verordnung über die Umsetzung der Steuerreform
vom 10.12.2019 (Fassung in Kraft getreten am 01.01.2020)
Der Staatsrat des Kantons Freiburg
gestützt auf das Gesetz vom 13. Dezember 2018 über die Umsetzung der Steuerreform, namentlich auf Artikel 11;
gestützt auf das Dekret vom 13. Dezember 2018 über die finanziellen Übergangsbeiträge des Staates für die Gemeinden sowie die Pfarreien und Kirchgemeinden, namentlich auf Artikel 4 Abs. 3;
gestützt auf Artikel 201 Abs. 5 des Gesetzes vom 6. Juni 2000 über die direkten Kantonssteuern (DStG);
auf Antrag der Finanzdirektion,
beschliesst:
Art. 1 Gegenstand
In dieser Verordnung wird die Umsetzung der Steuerreformgesetzgebung geregelt, namentlich:
die Ausführungsbestimmungen für die Übergangsbeiträge zugunsten der Gemeinden sowie der Pfarreien und Kirchgemeinden und
die Ausführungsbestimmungen für den Bezug und die Zuteilung der Sozialabgabe.
Art. 2 Verteilschlüssel für den Basisbeitrag für die Gemeinden
Der Basisbeitrag wird unter den Gemeinden nach folgenden Schlüsseln aufgeteilt:
Für die Jahre 2020, 2021 und 2022 richtet sich der Verteilschlüssel nach den geschätzten Steuerausfällen infolge der Gewinnsteuersatzsenkung und der Abschaffung der Steuerstatus pro Gemeinde insgesamt, wobei die Schätzungen auf der jeweils jüngsten amtlichen Steuerstatistik beruhen, das heisst auf den Statistiken der Jahre 2017, 2018 und 2019.
Für die Jahre 2023, 2024, 2025 und 2026 richtet sich der Verteilschlüssel nach den Einnahmenschwankungen bei der Gewinn- und Kapitalsteuer pro Gemeinde, wie sie sich aus dem Vergleich der amtlichen statistischen Daten vor und nach Inkrafttreten der Steuerreform, das heisst der Daten 2019 und 2020 ergeben.
Haben in einer Gemeinde ein oder mehrere Unternehmen ab 1. Januar 2017 freiwillig auf ihren besonderen Steuerstatus verzichtet, so werden die für die Berechnung der Verteilschlüssel dieser Gemeinden massgebenden Zahlen so angepasst, dass sie den Zahlen bei Wegfall des Steuerstatus per 1. Januar 2020 entsprechen. Diesen Anpassungen zugrundegelegt werden das Präzipuum und die Aufteilung zwischen inländischer und ausländischer Tätigkeit gemäss Steuererklärung für die letzte Steuerperiode, während der das oder die Unternehmen vom besonderen Steuerstatus profitiert hat oder haben.
Kommt es in den Jahren, in denen der Übergangsbeitrag ausgezahlt wird, zu Gemeindezusammenschlüssen, so werden für die Bestimmung der Verteilschlüssel und des Übergangsbeitrags für die neue Gemeinde die nach Absatz 1 geschätzten Steuerausfälle der einzelnen am Zusammenschluss beteiligten Gemeinden zusammengezählt.
Art. 3 Verteilschlüssel für den Basisbeitrag für die Pfarreien und Kirchgemeinden
Der Basisbeitrag wird unter den Pfarreien und Kirchgemeinden nach den Verteilschlüsseln gemäss Artikel 2 nach Gemeindegebieten aufgeteilt.
Der Anteil des Beitrags nach Absatz 1, welcher der katholischen und der reformierten Kirche zugeteilt wird, richtet sich nach den Ergebnissen der Volkszählung von 2000.
Art. 4 Degressive Auszahlung des Basisbeitrags
Der Basisbeitrag wird degressiv ausgezahlt, und zwar:
a) Für die Gemeinden:
1. 10 Millionen Franken in den Jahren 2020, 2021 und 2022;
2. 8 Millionen Franken in den Jahren 2023 und 2024;
3. 6,75 Millionen Franken in den Jahren 2025 und 2026.
b) Für die Pfarreien und Kirchgemeinden:
1. 1,3 Millionen Franken in den Jahren 2020, 2021 und 2022;
2. 1 Million Franken in den Jahren 2023 und 2024;
3. 0,9 Millionen Franken in den Jahren 2025 und 2026.
Art. 5 Ergänzungsbeitrag
Der Staatsrat entscheidet im Herbst 2022 aufgrund der amtlichen Steuerstatistik 2020, ob ein Ergänzungsbeitrag gewährt werden muss. Gegebenenfalls kann der entsprechende Beitrag in die Voranschläge 2023 der Gemeinden sowie der Pfarreien und Kirchgemeinden eingestellt werden. Die Berechnung wird während sieben Jahren, das heisst bis 2028, jährlich aktualisiert.
Der Ergänzungsbeitrag berechnet sich aus der Differenz zwischen dem jährlichen Basisbeitrag von 9,6 Millionen Franken und dem Drittel der Mehreinnahmen des Staates aus der direkten Bundessteuer. Die Obergrenze liegt bei 5,4 Millionen Franken pro Jahr.
Der allfällige Ergänzungsbeitrag wird so aufgeteilt, dass 88,5 % an die Gemeinden und 11,5 % an die Pfarreien und Kirchgemeinden gehen.
Die jeweiligen Anteile des Ergänzungsbeitrags werden nach den Verteilschlüsseln nach Artikel 2 und 3 unter den Gemeinden sowie unter den Pfarreien und Kirchgemeinden aufgeteilt.
Art. 6 Härtefallbeitrag
Die Gemeinden, die einen Härtefallbeitrag gemäss Artikel 5 des Dekrets erhalten, und die entsprechenden Beträge werden in Anhang 1 aufgeführt.
Art. 7 Zahlungsmodalitäten
Die Beträge zugunsten der Gemeinden (Basisbeitrag, allfälliger Ergänzungsbeitrag und allfälliger Härtefallbeitrag) werden ihnen auf ihrem Kontokorrent bei der Finanzverwaltung gutgeschrieben und jeweils am 30. Juni jeden Jahres verbucht.
Die Beträge zugunsten der Pfarreien und Kirchgemeinden werden am 30. Juni jeden Jahres auf das bei der Kantonalen Steuerverwaltung (KSTV) angegebene Bank- oder Postkonto der einzelnen Pfarreien und Kirchgemeinden überwiesen. Umfasst eine Gemeinde mehrere Pfarreien bzw. Kirchgemeinden oder erstreckt sich eine Pfarrei oder Kirchgemeinde über mehrere Gemeinden, wird der Betrag dem Sitz der Pfarrei oder der Kirchgemeinde überwiesen.
Art. 8 Berichterstattungspflicht
Die KSTV erstellt und liefert ab 2022 jedes Jahr im vierten Quartal eine statistische Tabelle nach Gemeinden.
Die Tabelle enthält einen Vergleich der Steuereinnahmen von den juristischen Personen vor und nach Inkrafttreten der Steuerreform, aufgrund folgender Zahlen:
Vergleich Stand Steuerjahr 2019 und Steuerjahr 2020 für die 2022 gelieferte Tabelle;
Vergleich Stand Steuerjahr 2019 und Steuerjahr 2021 für die 2023 gelieferte Tabelle;
Vergleich Stand Steuerjahr 2019 und Steuerjahr 2022 für die 2024 gelieferte Tabelle;
Vergleich Stand Steuerjahr 2019 und Steuerjahr 2023 für die 2025 gelieferte Tabelle;
Vergleich Stand Steuerjahr 2019 und Steuerjahr 2024 für die 2026 gelieferte Tabelle.
Die KSTV unterbreitet die Tabellen dem Freiburger Gemeindeverband und bespricht sie mit ihm, bevor sie sie den Gemeinden zustellt.
Art. 9 Sozialabgabe: Untergrenzen
Artikel 4 Abs. 4 des Beschlusses vom 13. Februar 2001 über die Fälligkeit und den Bezug der Steuerforderungen gilt sinngemäss für die Fakturierung der Akontozahlung.
Die Ausführungsbestimmungen über den Bezug der direkten Kantonssteuern gelten für den Bezug der Sozialabgabe punkto
Verzugs- und Vergütungszins;
betragsmässige Begrenzung für die Verbuchung von Zinsen;
betragsmässige Begrenzung für den Bezug oder die Rückerstattung des Saldos zugunsten des Staates oder der steuerpflichtigen Person.
Art. 10 Übergangsbestimmungen
Die Zahlung an die Gemeinden nach Artikel 7 Abs. 1 wird erstmals 2020 geleistet.
Die Zahlung an die Pfarreien und Kirchgemeinden nach Artikel 2 Abs. 2 wird bis zur Validierung der einschlägigen Dekretsbestimmungen sistiert. Die den Pfarreien und Kirchgemeinden geschuldeten Beträge werden gegebenenfalls direkt nach der Validierung überwiesen.
A1 ANHANG 1 – Härtefallbeiträge, nach Gemeinden, für die Jahre 2020 und 2021 – Überweisung am 30.06.2020 und 30.06.2021 (Art. 6)
Art. A1-1 SAANEBEZIRK
Der Ausgleich für die Gemeinden des Saanebezirks beträgt:
Nr. | Gemeinde | Härtefallbeitrag (in Franken) |
|---|---|---|
2171 | Arconciel | 20'000 |
2173 | Autigny | – |
2174 | Avry | 40'000 |
2175 | Belfaux | 50'000 |
2234 | La Brillaz | – |
2177 | Chénens | – |
2183 | Corminbœuf | 40'000 |
2185 | Corserey | – |
2186 | Cottens | – |
2189 | Ependes | – |
2194 | Ferpicloz | – |
2196 | Fribourg/Freiburg | – |
2236 | Gibloux | 450'000 |
2197 | Givisiez | 200'000 |
2198 | Granges-Paccot | – |
2200 | Grolley | – |
2233 | Hauterive | 40'000 |
2206 | Marly | – |
2208 | Matran | – |
2220 | Le Mouret | – |
2211 | Neyruz | 10'000 |
2213 | Noréaz | – |
2216 | Pierrafortscha | – |
2217 | Ponthaux | – |
2221 | Prez-vers-Noréaz | 80'000 |
2225 | Senèdes | – |
2235 | La Sonnaz | 70'000 |
2226 | Treyvaux | – |
2228 | Villars-sur-Glâne | – |
2230 | Villarsel-sur-Marly | – |
TOTAL | 1'000'000 |
Art. A1-2 SENSEBEZIRK
Der Ausgleich für die Gemeinden des Sensebezirks beträgt:
Nr. | Gemeinde | Härtefallbeitrag (in Franken) |
|---|---|---|
2291 | Alterswil | 50'000 |
2295 | Bösingen | 170'000 |
2292 | Brünisried | – |
2293 | Düdingen | 640'000 |
2294 | Giffers | 200'000 |
2296 | Heitenried | – |
2299 | Plaffeien | 60'000 |
2300 | Plasselb | – |
2301 | Rechthalten | – |
2302 | St. Antoni | 20'000 |
2303 | St. Silvester | – |
2304 | St. Ursen | 20'000 |
2305 | Schmitten | – |
2306 | Tafers | 40'000 |
2307 | Tentlingen | 30'000 |
2308 | Ueberstorf | – |
2309 | Wünnewil-Flamatt | 410'000 |
TOTAL | 1'640'000 |
Art. A1-3 GREYERZBEZIRK
Der Ausgleich für die Gemeinden des Greyerzbezirks beträgt:
Nr. | Gemeinde | Härtefallbeitrag (in Franken) |
|---|---|---|
2162 | Bas-Intyamon | – |
2123 | Botterens | – |
2124 | Broc | 140'000 |
2125 | Bulle | 2'060'000 |
2128 | Châtel-sur-Montsalvens | – |
2129 | Corbières | – |
2130 | Crésuz | – |
2131 | Echarlens | – |
2134 | Grandvillard | – |
2135 | Gruyères | 70'000 |
2137 | Hauteville | – |
2121 | Haut-Intyamon | – |
2138 | Jaun | – |
2140 | Marsens | – |
2143 | Morlon | – |
2145 | Le Pâquier | – |
2122 | Pont-en-Ogoz | – |
2147 | Pont-la-Ville | – |
2148 | Riaz | – |
2149 | La Roche | – |
2152 | Sâles | – |
2153 | Sorens | 340'000 |
2163 | Val-de-Charmey | – |
2155 | Vaulruz | – |
2160 | Vuadens | – |
TOTAL | 2'610'000 |
Art. A1-4 SEEBEZIRK
Der Ausgleich für die Gemeinden des Seebezirks beträgt:
Nr. | Gemeinde | Härtefallbeitrag (in Franken) |
|---|---|---|
2250 | Courgevaux | 170'000 |
2254 | Courtepin | 50'000 |
2257 | Cressier | 170'000 |
2258 | Fräschels | – |
2259 | Galmiz | – |
2260 | Gempenach | – |
2261 | Greng | – |
2262 | Gurmels | – |
2265 | Kerzers | 220'000 |
2266 | Kleinbösingen | – |
2271 | Meyriez | – |
2272 | Misery-Courtion | – |
2284 | Mont-Vully | – |
2274 | Muntelier | – |
2275 | Murten/Morat | – |
2276 | Ried bei Kerzers | – |
2278 | Ulmiz | – |
TOTAL | 610'000 |
Art. A1-5 GLANEBEZIRK
Der Ausgleich für die Gemeinden des Glanebezirks beträgt:
Nr. | Gemeinde | Härtefallbeitrag (in Franken) |
|---|---|---|
2061 | Auboranges | – |
2063 | Billens-Hennens | – |
2066 | Chapelle | – |
2067 | Le Châtelard | – |
2068 | Châtonnaye | 10'000 |
2072 | Ecublens | – |
2116 | La Folliaz | – |
2079 | Grangettes | – |
2086 | Massonnens | – |
2087 | Mézières | – |
2089 | Montet | – |
2096 | Romont | 620'000 |
2097 | Rue | – |
2099 | Siviriez | – |
2115 | Torny | – |
2102 | Ursy | 70'000 |
2111 | Villaz-Saint-Pierre | 90'000 |
2114 | Villorsonnens | – |
2113 | Vuisternens-devant-Romont | 60'000 |
TOTAL | 850'000 |
Art. A1-6 BROYEBEZIRK
Der Ausgleich für die Gemeinden des Broyebezirks beträgt:
Nr. | Gemeinde | Härtefallbeitrag (in Franken) |
|---|---|---|
2053 | Belmont-Broye | – |
2008 | Châtillon | – |
2009 | Cheiry | – |
2055 | Cheyres-Châbles | – |
2011 | Cugy | 10'000 |
2051 | Delley-Portalban | – |
2054 | Estavayer | 790'000 |
2016 | Fétigny | 30'000 |
2022 | Gletterens | – |
2025 | Lully | – |
2027 | Ménières | 10'000 |
2029 | Montagny | 40'000 |
2050 | Les Montets | 20'000 |
2035 | Nuvilly | – |
2038 | Prévondavaux | – |
2041 | Saint-Aubin | 70'000 |
2043 | Sévaz | 40'000 |
2044 | Surpierre | – |
2045 | Vallon | – |
TOTAL | 1'010'000 |
Art. A1-7 VIVISBACHBEZIRK
Der Ausgleich für die Gemeinden des Vivisbachbezirks beträgt:
Nr. | Gemeinde | Härtefallbeitrag (in Franken) |
|---|---|---|
2321 | Attalens | 10'000 |
2323 | Bossonnens | 10'000 |
2325 | Châtel-Saint-Denis | – |
2337 | Le Flon | – |
2328 | Granges | 10'000 |
2333 | Remaufens | – |
2335 | Saint-Martin | – |
2336 | Semsales | – |
2338 | La Verrerie | 110'000 |
TOTAL | 140'000 |
Art. A1-8 ZUSAMMENFASSUNG
Der Härtefallbeitrag für alle Gemeinden des Kantons für die Jahre 2020 und 2021 beträgt:
Bezirke | Härtefallbeitrag (in Franken) |
|---|---|
Saanebezirk | 1'000'000 |
Sensebezirk | 1'640'000 |
Greyerzbezirk | 2'610'000 |
Seebezirk | 610'000 |
Glanebezirk | 850'000 |
Broyebezirk | 1'010'000 |
Vivisbachbezirk | 140'000 |
TOTAL | 7'860'000 |
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