725.31
Reglement über die Hundehaltung
vom 11.03.2008 (Fassung in Kraft getreten am 01.01.2017)
Der Staatsrat des Kantons Freiburg
gestützt auf das Gesetz vom 2. November 2006 über die Hundehaltung (HHG);
gestützt auf das Tierschutzgesetz des Bundes vom 9. März 1978 (TSchG) und seine Vollzugsverordnung vom 27. Mai 1981 (TSchV);
gestützt auf das Tierseuchengesetz des Bundes vom 1. Juli 1966 (TSG) und seine Vollzugsverordnung vom 27. Juni 1995 (TSV);
auf Antrag der Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft,
beschliesst:
1 Zweck
Art. 1
Dieses Reglement soll den Vollzug der Gesetzgebung im Bereich der Hundehaltung gewährleisten.
2 Hundekontrolle
2.1 Kennzeichnung und Registrierung (Art. 16 ff. HHG)
Art. 2 …
Art. 3 …
Art. 4 Registrierung – Datenbank
Die Hunde werden in der Datenbank AMICUS eingetragen.
Art. 5 Registrierung – Inhalt der Datenbank
Zusätzlich zu den von der Bundesgesetzgebung vorgeschriebenen Daten enthält die Datenbank folgende Angaben:
den Namen und das Geburtsdatum der bisherigen Halterinnen oder Halter des Hundes;
Angaben darüber, ob der Hund auf der Liste gefährlicher Hunde steht und ob eine Massnahme nach Artikel 27 und 28 HHG ergriffen worden ist;
Angaben darüber, ob die Halterin oder der Halter über eine Hundehaltungsbewilligung für eine der Rassen oder einen der Rassetypen nach Artikel 8 verfügt;
Angaben darüber, ob der Hund zu einer der Kategorien gehört, die im Sinne von Artikel 55 von der Hundesteuer befreit sind.
Art. 6 Registrierung – Aktualisierung der Daten
Die ordentliche Halterin oder der ordentliche Halter des Hundes ist verpflichtet, der Datenbank jegliche Adressänderungen sowie den Tod des Tiers innerhalb von 2 Wochen zu melden.
Wer erstmalig einen Hund erwirbt, muss dies der Gemeinde melden und ihr die seine Person betreffenden Daten übermitteln. Die zuständigen Gemeindebehörden erfassen die Daten.
Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen / Kantonstierärztin oder Kantonstierarzt (das Amt) nimmt die notwendigen Mutationen vor.
Die Behörden und die Gemeinden, die die Datenbank für die Erhebung der Hundesteuer benutzen, müssen die darin enthaltenen Angaben kontrollieren und Ungenauigkeiten dem Veterinäramt melden.
Art. 7 Registrierung – Zugang zu und Verwendung der Daten
Zugang zur Datenbank haben:
die Finanzverwaltung;
die Oberämter;
das Amt;
die Kantonspolizei;
die Gemeinden;
die kantonale Auffangstelle sowie die vom Staat mit der Aufnahme von streunenden oder gefundenen Hunden beauftragten Institutionen.
Die Finanzverwaltung darf die Daten nur für die Erhebung der Hundesteuer benutzen. Die Gemeinden und die übrigen Behörden dürfen die Daten nur für die Massnahmen in ihrem Zuständigkeitsbereich benutzen. Die mit der Aufnahme von streunenden oder gefundenen Hunden beauftragten Institutionen dürfen die Daten nur zur Feststellung der Identität der Halterin oder des Halters des Tiers benutzen.
2.2 Haltungsbewilligung (Art. 19 ff. HHG)
Art. 8 Bewilligungspflichtige Rassen und Rassetypen (Art. 19 Abs. 1 HHG)
Wer Hunde der folgenden Rassen und Rassetypen halten will, braucht eine Bewilligung:
American Staffordshire Terrier;
Boerbull (Boerboel);
Bullterrier, mit Ausnahme des Miniature Bullterrier;
Cane Corso Italiano;
Dobermann;
Dogo Argentino (Argentinische Dogge);
Dogo Canario (Kanarische Dogge);
Fila Brasileiro;
Mastiff;
Mastin Español (Spanischer Mastiff);
Mastino Napoletano;
Rottweiler;
Staffordshire Bullterrier;
Tosa.
Art. 9 Bewilligungsgesuch (Art. 19 Abs. 3 HHG)
Wer eine Haltungsbewilligung im Sinne von Artikel 19 Abs. 1 und 2 HHG erhalten möchte, stellt mit dem offiziellen Formular beim Amt ein entsprechendes Gesuch.
Das offizielle Gesuchsformular muss datiert und unterzeichnet dem Amt zugestellt werden. Je nach Gegenstand des Bewilligungsgesuchs müssen die folgenden Dokumente beigelegt werden:
ein von einer Tierärztin oder einem Tierarzt ausgestelltes Zeugnis über den Gesundheitszustand des Hundes;
ein weniger als 6 Monate alter Auszug aus dem Strafregister;
eine Kopie der Identitätskarte der Halterin oder des Halters;
…
Das Amt kann zudem die Stellungnahme der Wohnsitzgemeinde der Gesuchstellerin oder des Gesuchstellers anfordern.
Das Amt behandelt das Bewilligungsgesuch erst, wenn es alle Beilagen erhalten hat.
Art. 10 Bedingungen für die Ausstellung der Bewilligung – Bewilligungspflichtige Rassen und Rassetypen (Art. 19 Abs. 4 HHG)
Über die erforderlichen Kenntnisse für die Haltung und den Umgang mit Hunden verfügt die Person, deren Fähigkeit zur Führung ihres Hundes positiv beurteilt wurde. Diese Beurteilung erfolgt gemäss den Weisungen des Amtes.
Über einen einwandfreien Leumund verfügt, wer einen Auszug aus dem Strafregister vorweisen kann, der für die letzten 10 Jahre vor Einreichen des Gesuchs keinen Hinweis auf eine Missachtung der schweizerischen Rechtsordnung oder auf einen Verstoss gegen die körperliche Unversehrtheit anderer Personen enthält.
Art. 11 …
Art. 12 Bedingungen für die Ausstellung der Bewilligung – Haltung mehrerer Hunde (Art. 19 Abs. 2 HHG)
Um sicherzustellen, dass die Halterin oder der Halter über die erforderlichen Kenntnisse für die Haltung mehrerer Hunde und den Umgang mit ihnen verfügt, fordert das Amt sie oder ihn auf, einen detaillierten Fragebogen auszufüllen. Das Amt kann sich auch zur Gesuchstellerin oder zum Gesuchsteller nach Hause begeben.
Das Amt kann zudem die Stellungnahme der Wohnsitzgemeinde der Gesuchstellerin oder des Gesuchstellers anfordern.
Art. 13 Auflagen und Anforderungen (Art. 19 Abs. 5 HHG)
Das Amt kann die Bewilligung mit Auflagen und Anforderungen verbinden. Es kann namentlich vorschreiben, dass:
ihm jeder Wurf der bewilligten Hunde gemeldet wird;
die Hunde über eine Mindestfläche verfügen;
der Hund täglich spazieren geführt wird.
Werden die Auflagen und Anforderungen nicht erfüllt, so kann dies den Entzug der Bewilligung zur Folge haben. Die Massnahmen nach Artikel 27 HHG bleiben vorbehalten.
Das Amt stellt die Bewilligung ausserdem erst aus, wenn ihm die Gebühr nach Artikel 16 bezahlt wurde.
Art. 14 Gültigkeit der Bewilligung – Nicht an Auflagen oder Anforderungen geknüpfte Bewilligung nach Artikel 19 Abs. 1 HHG
Wer über eine Bewilligung verfügt, die nicht an Auflagen oder Anforderungen geknüpft ist, muss sie spätestens 2 Jahre, nachdem sie ausgestellt wurde, und dann alle 2 Jahre nach der letzten Bestätigung bestätigen lassen. Zu diesem Zweck muss die betreffende Person ein Zeugnis vorweisen, das von einer anerkannten Hundeausbilderin oder einem anerkannten Hundeausbilder mit einer entsprechenden Bewilligung ausgestellt wurde.
Aufgrund des Zeugnisses kann das Amt:
die Bewilligung bestätigen;
verlangen, dass sich die Person erneut einer Beurteilung ihrer Führungsfähigkeit unterzieht;
die Bestätigung der Bewilligung an Auflagen und Anforderungen knüpfen;
die Bewilligung widerrufen; es hört vorgängig die Person an.
Art. 15 Gültigkeit der Bewilligung – An Auflagen oder Anforderungen geknüpfte Bewilligung nach Artikel 19 Abs. 1 HHG
Wer eine Bewilligung mit Auflagen oder Anforderungen hat, muss spätestens nach einem Jahr ihre Erneuerung beantragen.
Das Amt führt eine Untersuchung durch. Gestützt darauf kann es:
eine Bewilligung ohne Auflagen und Anforderungen ausstellen;
verlangen, dass sich die Person erneut einer Beurteilung ihrer Führungsfähigkeit unterzieht;
die an Auflagen oder Anforderungen geknüpfte Bewilligung bestätigen;
die Bewilligung widerrufen; es hört vorgängig die Person an.
Art. 15a Gültigkeit der Bewilligung – Bewilligung nach Artikel 19 Abs. 2 HHG
Wer eine Haltungsbewilligung nach Artikel 19 Abs. 2 HHG hat, muss beim Amt:
spätestens zehn Jahre nach ihrer Ausstellung um ihre Erneuerung ersuchen;
jede Änderung des Bestands melden;
jede Änderung der Haltungsbedingungen melden.
Allfällige Auflagen oder Anforderungen bei der Ausstellung der Bewilligung bleiben vorbehalten.
Das Amt kann stichprobenweise Kontrollen durchführen.
Art. 16 Gebühren
Es werden die folgenden Gebühren erhoben:
Haltungsbewilligung für Rassen oder Rassetypen nach Artikel 8 (Art. 19 Abs. 1 HHG): Fr. 300 bis 500
Haltungsbewilligung für mehrere Hunde unabhängig von ihrer Rasse (Art. 19 Abs. 2 HHG): Fr. 80 bis 250
2.3 Meldung und Schutzmassnahmen
Art. 17 Gefundene und streunende Hunde (Art. 21–23 HHG)
Die vom Staat mit der Aufnahme von gefundenen oder streunenden Hunden beauftragten Institutionen versuchen die Halterin oder den Halter des Tiers zu ermitteln und bringen es ihm oder ihr.
Wird ein gefundener oder ein streunender Hund der Kantonspolizei gemeldet, so versucht sie seine Halterin oder seinen Halter zu finden.
Art. 18 Gefährliche Hunde – Zuständigkeit für vorbeugende Massnahmen (Art. 24 HHG)
Für das Ergreifen der in Artikel 24 HHG vorgesehenen vorbeugenden Massnahmen ist der Gemeinderat zuständig.
Art. 19 Gefährliche Hunde – Definition eines gefährlichen Hundes (Art. 24 und 25 HHG)
Ein Hund gilt als gefährlich, wenn er in einer gegebenen Situation die körperliche Unversehrtheit einer Person verletzt hat oder wenn aufgrund des Gutachtens eines Sachverständigen zu befürchten ist, dass er die körperliche Unversehrtheit einer Person verletzt.
Als Hunde mit Anzeichen eines überdurchschnittlichen Aggressionsverhaltens nach Artikel 25 Abs. 1 Bst. c HHG gelten Hunde, deren Verhalten offensichtlich auf ein vernünftigerweise nicht tolerierbares Bissverletzungsrisiko für Menschen in Alltagssituationen oder in ihrem gewohnten Umfeld hinweist.
Aggressivität wird als Handlung definiert, deren offensichtliches Ziel die Verletzung der körperlichen oder geistigen Unversehrtheit oder der Freiheit einer Person ist.
Art. 20 Gefährliche Hunde – Gutachten über die Hunde der Kantonspolizei (Art. 26 HHG)
Die Kantonspolizei erstellt über die von ihr eingesetzten Hunde ein Gutachten, wenn Vorkommnisse im Rahmen der polizeilichen Tätigkeit ein Gutachten erfordern.
Art. 21 Einsichtnahme in die Liste gefährlicher Hunde (Art. 28 HHG)
Die Liste der gefährlichen Hunde darf eingesehen werden von:
dem Amt;
den Oberämtern;
der Kantonspolizei;
den Gemeinden.
Die Daten auf der Liste dürfen nur für Zwecke der öffentlichen Sicherheit verwendet werden.
2.4 Vorbeugende Massnahmen
Art. 22 Sensibilisierungskurse in den Schulen (Art. 29 Abs. 1 HHG)
Die Sensibilisierungskurse in den Schulen werden grundsätzlich vom Amt organisiert. Die Kurse dürfen nur mit der Bewilligung des Amts erteilt werden.
Das Amt wählt die in den Kursen eingesetzten Hunde aus oder lässt sie auswählen (Einsatztest) und entscheidet allenfalls darüber, sie zurückzuziehen.
Es kann jedes Jahr überprüfen, ob diese Hunde nach wie vor für diese Kurse geeignet sind.
Art. 23 …
2.5 …
Art. 24 …
Art. 25 …
Art. 26 …
2.6 Anerkennung und Kontrolle von Hundeausbilderinnen und -ausbildern (Art. 34 HHG)
Art. 27 Gesuch um Zulassung
Wer als Hundeausbilderin oder -ausbilder anerkannt werden möchte (die Ausbilderin oder der Ausbilder), richtet mit dem offiziellen Formular ein Gesuch um Zulassung an das Amt.
Das offizielle Formular muss datiert und unterzeichnet sein, und es müssen ihm die folgenden Dokumente beigelegt werden:
eine Kopie der Identitätskarte;
ein kurzer Bericht, aus dem die kynologische Erfahrung der Ausbilderin oder des Ausbilders hervorgeht; allfällige Ausbildungsbestätigungen sind beizulegen;
…
Das Amt behandelt das Gesuch erst, wenn es alle Dokumente erhalten hat.
Art. 28 Zulassungsbedingungen
Um zugelassen zu werden, muss die Ausbilderin oder der Ausbilder:
am Tag, an dem sie oder er das Gesuch einreicht, mindestens 18 Jahre alt sein;
über einen einwandfreien Leumund verfügen;
…
über mindestens drei Jahre Erfahrung im Umgang mit Hunden verfügen;
die vom Amt erteilte Weiterbildung absolviert haben.
Art. 29 Befreiung von der Zulassung
Von der Zulassung befreit werden Ausbilderinnen oder Ausbilder von Hunden für die Kantonspolizei sowie für Sicherheitsbeamtinnen und -beamten im Sinne des Konkordats vom 18. Oktober 1996 über die Sicherheitsunternehmen. Diese Befreiung gilt nur für die in diesem Zusammenhang stehenden Tätigkeiten.
Von der Zulassung ebenfalls befreit sind Personen, die als Ausbilderinnen oder Ausbilder im Sinne von Artikel 11 HHG gelten.
Die von der Zulassung befreiten Ausbilderinnen oder Ausbilder richten sich nach den Weisungen des Amts über die Schutzdienstausbildung im Sportbereich.
Art. 30 Provisorische Zulassung
Geht aus den Unterlagen zum Gesuch hervor, dass die Ausbilderin oder der Ausbilder über die erforderlichen Kenntnisse zu verfügen scheint, so kann das Amt ihr oder ihm eine provisorische Zulassung ausstellen.
Es kann diese Zulassung an folgende Bedingungen knüpfen:
Kurse absolvieren;
unter der Verantwortung einer zugelassenen Ausbilderin oder eines zugelassenen Ausbilders tätig sein.
Die provisorische Zulassung ermächtigt die Ausbilderin oder den Ausbilder dazu, während zwei Jahren als zugelassene Ausbilderin oder zugelassener Ausbilder tätig zu sein. Das Amt kann die provisorische Zulassung um höchstens drei Jahre verlängern.
Art. 31-41 ...
Art. 42 Zulassung – Weiterbildung
Das Amt organisiert und erteilt Weiterbildungen zu mindestens zwei Hauptthemen, nämlich:
die Kenntnis der kantonalen Gesetzesbestimmungen;
die Kenntnis der Pflichten und der Verantwortung der Hundeausbilderinnen und -ausbilder.
Wenn nötig kann das Amt von den Ausbilderinnen und Ausbildern verlangen, fachspezifische Zusatzausbildungen zu absolvieren.
Art. 43 Zulassung – Erteilung, Entzug oder Sistierung der Zulassung
Die Zulassung wird für eine Dauer von fünf Jahren erteilt.
Im Falle eines schwerwiegenden Verstosses der zugelassenen Person kann sie entzogen oder sistiert werden.
Die Kantonstierärztin oder der Kantonstierarzt entscheidet über die Erteilung, den Entzug oder die Sistierung der Zulassung.
Art. 44 Zulassung – Kontrollen
Das Amt kann die Qualität der von den zugelassenen Personen oder Personen, die als Ausbilderinnen oder Ausbilder im Sinne von Artikel 11 HHG gelten, erteilten Ausbildung und das Absolvieren von Fortbildungen jederzeit überprüfen; es kann Sachverständige beiziehen.
Das Amt kann im Übrigen die Qualität der von nicht zugelassenen Personen sowie von Personen, die nicht als Ausbilderinnen oder Ausbilder im Sinne von Artikel 11 HHG gelten, erteilten Ausbildung überprüfen, insbesondere bei Trainings oder öffentlichen Veranstaltungen gemäss Artikel 39 des eidgenössischen Tierschutzgesetzes vom 16. Dezember 2005.
Für seine Beurteilungen wendet es die kantonalen Standards in diesem Bereich an.
Art. 45 Gebühren
Das Amt erhebt eine Gebühr von 200 bis höchstens 500 Franken für jeden Entscheid in Zusammenhang mit der Erteilung, dem Entzug oder der Sistierung der Zulassung.
Für die Entscheide in Zusammenhang mit der provisorischen Zulassung beträgt die erhobene Gebühr 100 bis höchstens 300 Franken.
2.7 Verbot bestimmter Praktiken (Art. 36 HHG)
Art. 46
Das Amt regelt die Schutzdienstausbildung im Sportbereich in einer Weisung.
2.8 Weitere Pflichten von Halterinnen und Haltern
Art. 47 Verschmutzung (Art. 37 HHG)
Die Person, die für einen Hund die Verantwortung trägt, sorgt dafür, dass dieser den öffentlichen Bereich und den privaten Bereich anderer nicht verschmutzt.
Gegebenenfalls ergreift sie alle zweckmässigen Massnahmen, um den Ort zu säubern.
Die Gemeinden sorgen dafür, dass die Verschmutzungen in geeigneten Anlagen entsorgt werden können.
Art. 48 Schaden an Tieren, Wild und Wildpflanzen (Art. 38 Abs. 1 und 2 HHG)
Wer durch Hunde einen Schaden an Tieren erleidet, meldet dies dem Amt.
Das Amt für Wald, Wild und Fischerei und die Kantonspolizei melden dem Amt die von Hunden an Wild und Wildpflanzen verursachten Schäden.
Art. 49 Eingeschränkter Zutritt (Art. 38 Abs. 1 und 2 HHG)
Vom 1. April bis am 15. Juli müssen Hunde im Wald an der Leine geführt werden.
Die Vorschriften für Naturschutzgebiete bleiben vorbehalten.
3 Haftpflichtversicherung (Art. 39 ff. HHG)
Art. 50 Versicherungsdeckung (Art. 39 HHG)
Die ordentliche Halterin oder der ordentliche Halter des Hundes muss eine Haftpflichtversicherung haben, die eine Mindestdeckung von 1 Million Franken pro Ereignis für Personen- und Sachschäden vorsieht.
Art. 51 Streunende oder nicht versicherte Hunde (Art. 42 HHG)
Der Staat schliesst eine Kollektivhaftpflichtversicherung ab, die subsidiär haftend durch streunende oder nicht versicherte Hunde verursachte Personen- und Sachschäden abdeckt. Der Versicherungsschutz liegt bei 1 Million Franken pro Fall mit einer Franchise von 500 Franken zu Lasten der geschädigten Person.
Die Versicherungsprämie wird auf alle im Kanton steuerpflichtigen Hundehalterinnen und -halter verteilt.
3a Sanktionen (Art. 44 ff. HHG)
Art. 51a Ordnungsbussen (Art. 44a HHG)
Widerhandlungen gegen die Artikel 20 Abs. 2, 35 Abs. 2, 36 Abs. 1 und 38 Abs. 1 und 2 des Gesetzes vom 2. November 2006 über die Hundehaltung sowie gegen Artikel 49 Abs. 1 dieses Reglements werden mit einer Ordnungsbusse im Sinne von Artikel 44a HHG bestraft.
Art. 51b Pauschalbetrag der Ordnungsbussen
Es gelten die folgenden Pauschalbeträge für Ordnungsbussen:
Nr. | Widerhandlungen | Pauschalbetrag |
|---|---|---|
FR 101 | Verbringen von verbotenen, gesetzeswidrig gehaltenen Hunden (ohne Leine und/oder Maulkorb) in das Kantonsgebiet für einen längeren als den gesetzlich erlaubten Zeitraum (Art. 19 Abs. 1 / Art. 20 Abs. 2 HHG) | Fr. 300 |
FR 102 | Verbringen von verbotenen, gesetzeswidrig gehaltenen Hunden (ohne Leine und/oder Maulkorb) in das Kantonsgebiet bis zum Ablauf des gesetzlich erlaubten Zeitraums (Art. 19 Abs. 1 / Art. 20 Abs. 2 HHG) | Fr. 250 |
FR 103 | Verbringen von verbotenen, gesetzeskonform gehaltenen Hunden (mit Leine und/oder Maulkorb) in das Kantonsgebiet für einen längeren als den gesetzlich erlaubten Zeitraum (Art. 19 Abs. 1 / Art. 20 Abs. 2 HHG) | Fr. 200 |
FR 104 | Nicht unter der Kontrolle seiner Halterin oder seines Halters stehender Hund (Art. 35 Abs. 2 HHG) | Fr. 100 |
FR 105 | Anwendung verbotener Praktiken (Art. 36 Abs. 1 HHG) | Fr. 250 |
FR 106 | Hund, der landwirtschaftlichen Betrieben, der Natur oder anderen Tieren Schaden zufügt (Art. 38 Abs. 1 HHG) | Fr. 150 |
FR 107 | Verstoss gegen die Vorschriften über den eingeschränkten Zutritt (Art. 38 Abs. 2 HHG / Art. 49 Abs. 1 HHR) | Fr. 150 |
4 Gebühren (Art. 45 ff HHG)
4.1 Kantonale Hundesteuer
Art. 52 Betrag der Steuer (Art. 45 Abs. 1 HHG)
Die auf dem Gebiet des Kantons Freiburg wohnhaften ordentlichen Hundehalterinnen und -halter müssen pro Hund und Jahr eine Steuer von 100 Franken entrichten. Der Betrag muss innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung bezahlt werden.
…
Art. 53 Steuernachweis (Art. 48 HHG)
Gleichzeitig mit der Rechnung wird den Hundehalterinnen und -haltern ein Steuernachweis zugestellt.
Der Steuernachweis wird erst rechtswirksam, wenn die Steuerrechnung vollumfänglich bezahlt ist.
Art. 54 Gebühr (Art. 45 Abs. 2 HHG)
Für jeden ausgestellten Steuernachweis wird eine Verwaltungsgebühr von 5 Franken erhoben. Dazu kommt eine Gebühr, mit der die Versicherungsprämie nach Artikel 51 abgedeckt wird.
Art. 55 Steuerbefreiung (Art. 47 HHG) – Fälle der Steuerbefreiung
Als Hilfshunde gelten Blindenhunde und Behindertenhunde, die in einem als gemeinnützig anerkannten Zentrum ausgebildet wurden und die zum Ziel die soziale und professionelle Integration der Hundehalterin oder des Hundehalters haben.
Ebenfalls von der Steuer befreit sind Hunde, die zur aktiven Rettung eingesetzt werden, wie Trümmersuchhunde, Lawinenhunde und Flächensuchhunde, sowie Hunde, die im Rahmen des Projekts zur Vorbeugung von Bissverletzungen eingesetzt werden.
Art. 56 Steuerbefreiung (Art. 47 HHG) – Bedingungen, Geltungsbereich und Nachweis der Steuerbefreiung
Die Steuerbefreiung der Hunde erfolgt gegen die Vorweisung einer Bescheinigung. Diese wird von folgenden Stellen ausgestellt:
für Hilfshunde und Hunde, die im Rahmen des Projekts zur Vorbeugung von Bissverletzungen (Prevent a bite) eingesetzt werden: vom Amt;
für Hunde, die zur aktiven Rettung eingesetzt werden: von einer Institution, die vom Amt als gemeinnützig anerkannt wird;
für Polizeihunde: von der Kantonspolizei;
für Hunde von Wildhütern-Fischereiaufsehern, für Hunde für die Nachsuche von verletzten oder toten Tieren und für Herdenschutzhunde: vom Amt für Wald, Wild und Fischerei.
Die Steuerbefreiung betrifft die nach den Artikeln 52 und 54 geschuldete Steuer und Gebühr.
4.2 Hundesteuer der Gemeinden
Art. 57 …
Art. 58 Befreiung
Die Fälle der Steuerbefreiung gemäss Artikel 55 gelten auch für die Gemeindehundesteuer.
4.3 Besteuerung der Händlerinnen und Händler mit Patent
Art. 59 …
4.4 Erhebung und Hinterziehung
Art. 60 Im Verlauf des Jahres geborene oder erworbene Hunde
Für die Haltung von Hunden, die im Verlaufe des Jahres geboren oder erworben wurden, wird die ganze Jahressteuer erhoben.
Die Steuer wird innert einer Frist von sechs Monaten nach der Geburt oder dem Erwerb des Hundes in Rechnung gestellt.
Art. 61 Bezugsbehörde
Die Besteuerung der Hunde untersteht der Finanzverwaltung. Für die Ausführung gewisser Aufgaben wird sie von den Oberämtern unterstützt.
Der kantonale Finanzdienst kann mit der Erhebung der Gemeindesteuer für die Hunde beauftragt werden. Die Inkassoprovision beträgt 5%.
Art. 62 Hinterziehung der Hundesteuer (Art. 49 HHG)
Jede Hinterziehung der Hundesteuer wird von der Kantons- oder Gemeindebehörde dem Oberamt angezeigt, das über den begangenen Verstoss entscheidet.
Die ausgesprochene Busse fällt dem Staat zu. Sie beträgt mindestens 140 Franken und darf den Höchstbetrag von 400 Franken nicht überschreiten.
5 Kosten und Rechtsmittel
Art. 62a Kosten
Der Tarif der Kosten des Amts wird in einer besonderen Verordnung geregelt.
Art. 63 …
6 Schutz der für die Bearbeitung von Bewilligungs- oder Anerkennungsgesuchen gesammelten Personendaten
Art. 64 Verwendung und Zugriffsrecht
Die vom Amt in Anwendung der Artikel 9, 12, 27 und 28 Abs. 2 gesammelten Personendaten dürfen nur für die Bearbeitung von Bewilligungs- oder Anerkennungsgesuchen verwendet werden.
Nur das Personal des Amts hat Zugriff auf diese Personendaten. Die Verfahren der Zivil-, Straf- und Verwaltungsrechtspflege bleiben vorbehalten.
Art. 65 Sicherheit
Die mit der Bearbeitung der Personendaten betrauten Personen sind für die Sicherheit dieser Daten verantwortlich. Sie ergreifen alle zweckmässigen Massnahmen.
Art. 66 Aufbewahrung und Vernichtung
Die Personendaten werden während zehn Jahren ab der Ausstellung oder Nicht-Ausstellung der Bewilligung oder der Anerkennung aufbewahrt. Danach werden sie vernichtet.
7 Schlussbestimmungen
Art. 67 Übergangsbestimmung
Für das Jahr 2008 können Gesuche um Hundehandelspatente gemäss Artikel 24 des vorliegenden Reglements bis am 30. Juni 2008 an das Amt gerichtet werden.
Für verspätete Gesuche gilt sinngemäss Artikel 26.
Art. 68 Änderung bisherigen Rechts
Das Reglement vom 20. Juni 2000 über die Jagd sowie den Schutz wild lebender Säugetiere und Vögel und ihrer Lebensräume (JaR) (SGF 922.11) wird wie folgt geändert: ...
Art. 69 Aufhebung bisherigen Rechts
Aufgehoben werden:
der Beschluss vom 21. Dezember 1982 betreffend die Hundesteuer (SGF 635.5.11);
die Verordnung vom 26. Juni 2007 über die Hundehaltung (HHV) (SGF 725.31).
Art. 70 Inkrafttreten
Dieses Reglement wird rückwirkend auf den 1. Januar 2008 in Kraft gesetzt.
2008_030