Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet.

S 2005 / 158

Rubrum

Prämienverbilligung im Jahr 2007 zu Recht lediglich die beiden Beschwerdeführer — nicht aber A — berücksichtigt. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist daher abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts vom 29. November 2007 S 2007/92

Art. 1a Abs. 2 lit. b KVG — Keine subsidiäre Leistungspflicht der Krankenversicherung, wenn ein Versicherter im Zeitpunkt des Unfalls obligatorisch bei der Unfallversicherung versichert war. Die im Heim anfallenden Pflegekosten, auch wenn sie nach BESA abgerechnet werden, sind somit nicht von der Krankenversicherung zu übernehmen.

Aus den Erwägungen

5.4

Die Heilbehandlung kann sowohl in einer Heilanstalt als auch zu Hause durchgeführt werden (vgl. Art. 15 und 18 UVV). Die Hauspflege i. S. von Art. 18 UVV umfasst die Heilbehandlung und die medizinische Pflege, jedoch nicht die nichtmedizinische Pflege wie etwa die Hilfeleistungen an den Betroffenen bei den alltäglichen Lebensverrichtungen, z. B. die Führung des Haushalts. Unter Heilbehandlung und medizinischer Pflege zu Hause versteht das Unfallversicherungsrecht nicht bloss die während einer beschränkten Zeit dauernde Heilbehandlung, welche die Genesung des Versicherten zum Ziel hat. Die Unfallversicherung hat auch dann, wenn eine dauernde Pflege nötig und eine Heilung im Sinne einer vollen Rehabilitation nicht zu erwarten ist, die bei einer Hauspflege anfallenden Kosten zu übernehmen (vgl. Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, UVG, 3. Aufl., Art. 10 UVG, S. 94). Nicht ausdrücklich geregelt ist, ob die Unfallversicherung auch die ausser Hause, d. h. bei einem Pflegeheimaufenthalt, anfallenden Kosten für eine dauernde notwendige medizinische Pflege zu übernehmen hat. Ob dies der Fall ist, kann vorerst dahin gestellt bleiben. Zu prüfen gilt es vorab grundsätzlich, ob die im Heim Kastanienbaum erbrachten Leistungen überhaupt eine Heilbehandlung bzw. medizinische Pflege im Sinne von Art. 18 UVV darstellen oder nicht.

5.6

Aus diesen Ausführungen geht hervor, dass der Beschwerdeführer in den Kategorien Körperpflege (Aufforderung dazu und Kontrolle), zeitliche Orientierung (sinnvolle Tagesstruktur) und Gesundheits- und Behandlungspflege (Kontrolle der Einnahme der antiepileptischen Medikation) Leistungen beansprucht. Diese Leistungen können nicht als medizinische im Sinne von Art. 18 UVV gesehen werden, denn es handelt sich um die in diesem Artikel umschriebenen Hilfeleistungen an den Betroffenen bei alltäglichen Lebensverrichtungen, somit um nichtmedizinische Pflege. Die vom Beschwerdeführer beanspruchten Hilfeleistungen werden im Grunde bereits von der Hilflosenentschädigung gedeckt [Hilfe Dritter in verschiedenen Lebensverrichtungen, vgl. dazu Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH), Rz. 8010, 8014-8024; Art. 26 UVG i. V. mit Art. 42 IVG und Art. 37 IVV.] Die SUVA hat demnach von Gesetzes wegen für diese Pflegeleistungen nicht gesondert aufzukommen. Ob die Krankenversicherung hingegen dafür aufzukommen hat, was im Folgenden zu prüfen sein wird, ist für die SUVA irrelevant.

6.1

Da es sich — wie oben ausgeführt — bei den vorliegenden Pflegeleistungen nicht um eine Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 UVG handelt, sind die Ausführungen der Parteien zu den Artikeln 64 Abs. 1 ATSG und 67 Abs. 2 ATSG irrelevant, geht es dort «lediglich» um Heilbehandlung in Heilanstalten, d.h. Spitälern, und nicht — wie vorliegend — um Pflege in einem Pflegeheim. Eine Berufung auf Art. 67 ATSG ist nur möglich, wenn ein Aufenthalt in einer Heilanstalt vorliegt. Insofern ist auch nicht näher auf den von den Parteien zitierten Entscheid des EVG (BGE 125 V 297) einzugehen (vgl. dazu Kieser, Kommentar zum ASTG, Art. 67 Rz. 7, 8 und 20).

6.2

Das Bundesgesetz über die Krankenversicherung vom 18. März 1994 (KVG) regelt die soziale Krankenversicherung. Sie umfasst die obligatorische Krankenpflegeversicherung und eine freiwillige Taggeldversicherung (Art. 1a Abs. 1 KVG). Die soziale Krankenversicherung gewährt Leistungen bei Krankheit (lit. a), bei Unfall, soweit dafür keine Unfallversicherung aufkommt (lit. b), und bei Mutterschaft

6.2.2

Auf die Frage, ob die Beschwerdegegnerin grundsätzlich Leistungen bei einem Unfall gewährt, ist im Folgenden näher einzugehen bzw. ist Art. 1a Abs. 2 lit. b KVG (aArt. 1 Abs. 2 lit. b KVG) genauer zu betrachten. Der Botschaft über die Revision der Krankenversicherung vom 6. November 1991 ist auf S. 48 zu entnehmen, dass die soziale Krankenversicherung nicht nur die Krankheit, sondern auch den Unfall und die Mutterschaft abdecke. Unfälle seien jedoch nur gedeckt, soweit sie nicht von einer obligatorischen oder privaten Unfallversicherung übernommen würden. In diesem Bereich sei die soziale Krankenversicherung subsidiär, das heisst sie könne zur Deckung von Kosten gezwungen sein, die nicht von einer Unfallversicherung getragen würden. Dieser subsidiären Unfallversicherung komme eine besondere Bedeutung zu für Kinder, für Hausfrauen, für Betagte und für Personen «zwischen zwei Anstellungen», die sehr häufig nicht gegen Unfall versichert seien (vgl. S. 29 Botschaft, a. a. O.).

6.2.3

Der schwere Motorradunfall, den der Beschwerdeführer am 18. Januar 1991 erlitten hat, ist von der obligatorischen Unfallversicherung, der SUVA, gedeckt. Die SUVA kam für sämtliche Heilbehandlungen auf und richtet dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 27. Oktober 1994 eine Integritätsentschädigung, eine Invalidenrente und eine Hilflosenentschädigung aus. Eine subsidiäre Leistungspflicht der Krankenversicherung greift somit im vorliegenden Fall nicht, da der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls obligatorisch bei der SUVA versichert war und sein Unfall, d. h. die daraus entstandenen Kosten, gedeckt sind.

6.3

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die im Heim Kastanienbaum anfallenden Pflegeleistungskosten, auch wenn diese nach BESA abgerechnet werden, von der Beschwerdegegnerin nicht zu übernehmen sind. Der Beschwerdeführer hat für diese Kosten selbst aufzukommen bzw. diese mit der von der Unfallversicherung ausgerichteten Hilflosenentschädigung zu begleichen. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und muss abgewiesen werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts vom 28. Juni 2007 S 2005/158

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Bundesgesetz über die Krankenversicherung, Art. 1a — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2007; der Erlass wurde am 1. Dezember 2007, 1. Januar 2008, 14. Juni 2008, 1. August 2008, 1. Januar 2009, 1. Juni 2009, 1. Januar 2010, 1. Januar 2011, 1. Januar 2012, 16. Juli 2012, 1. Januar 2013, 1. Juli 2013, 1. März 2014, 1. Januar 2015, 1. Januar 2016, 1. Juli 2016, 1. Januar 2017, 15. April 2017, 1. September 2017, 15. November 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Juli 2019, 1. Januar 2020, 1. Januar 2021, 1. April 2021, 1. Juli 2021, 1. Oktober 2021, 1. Januar 2022, 1. Januar 2023, 18. März 2023, 1. September 2023, 1. Januar 2024, 1. März 2024, 1. Juli 2024, 1. Oktober 2024, 1. Januar 2025, 1. Juli 2025, 1. Januar 2026 und 1. Juli 2026 erneut konsolidiert.
  • Verordnung über die Invalidenversicherung, Art. 37 — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2007; der Erlass wurde am 1. Januar 2008, 1. August 2008, 1. Januar 2009, 1. Januar 2011, 1. April 2011, 1. Juli 2011, 1. Januar 2012, 1. März 2012, 1. Juni 2012, 1. Januar 2013, 1. Januar 2015, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2020, 1. Januar 2021, 1. Januar 2022, 1. Januar 2023, 7. Februar 2023, 1. September 2023, 1. Oktober 2023, 1. Januar 2024, 1. Januar 2025 und 1. Juni 2025 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, Art. 42 — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2007; der Erlass wurde am 1. Januar 2008, 1. August 2008, 1. Januar 2009, 1. Juni 2009, 1. Januar 2011, 1. Januar 2012, 16. Juli 2012, 1. Januar 2013, 1. Januar 2014, 1. Januar 2017, 1. September 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2020, 1. Januar 2021, 1. Juli 2021, 1. Januar 2022, 1. Januar 2023, 1. Januar 2024, 1. Januar 2025 und 1. Januar 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Art. 10 und Art. 26 — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2007; der Erlass wurde am 1. Dezember 2007, 1. Januar 2008, 1. Juni 2009, 1. Januar 2012, 16. Juli 2012, 1. Januar 2013, 1. Januar 2017, 1. September 2017, 1. Januar 2020, 1. Januar 2021, 1. Juli 2021, 1. Januar 2022, 1. Januar 2023, 1. September 2023, 1. Januar 2024 und 1. Januar 2026 erneut konsolidiert.
  • Verordnung über die Unfallversicherung, Art. 15 und Art. 18 — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2007; der Erlass wurde am 1. Januar 2008, 1. Januar 2012, 1. Januar 2013, 1. Januar 2014, 1. Januar 2016, 1. Januar 2017, 24. Januar 2017, 1. April 2018, 1. Januar 2022, 1. Januar 2023, 1. September 2023, 1. Januar 2024, 1. Juli 2024, 1. Juni 2025 und 1. Januar 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, Art. 67 — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2007; der Erlass wurde am 1. Januar 2008, 1. August 2008, 1. Januar 2011, 1. Januar 2012, 1. Oktober 2019, 1. Januar 2021, 18. Juni 2021, 10. November 2021, 1. Januar 2022 und 1. Januar 2024 erneut konsolidiert.