Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet.

S 2007 / 92

Rubrum

§ 4 Abs. 3 des Gesetzes betreffend individuelle Prämienverbilligung in der Krankenpflegeversicherung (PvKG, auch IPVG genannt) — Für den Anspruch auf Prämienverbilligung sind die persönlichen und familiären Verhältnisse am 1. Januar des Anspruchjahres massgebend.

Sachverhalt

Am 25. Januar 2007 wurde A geboren. B reichte für sich, seine Ehegattin C und seinen Sohn A das Formular «Individuelle Prämienverbilligung in der Krankenpflegeversicherung 2007» fristgerecht bei der Einwohnerkontrolle Zug ein. Mit Verfügung vom 29. Mai 2007 gewährte die Ausgleichskasse Zug B und C für das Jahr 2007 je eine Prämienverbilligung von CHF 528.—. A wurde nicht berücksichtigt.

Aus den Erwägungen

4.

Nach § 4 Abs. 3 PvKG sind die persönlichen und familiären Verhältnisse am 1. Januar des Anspruchjahres massgebend. Aus Gründen der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung muss für die Beurteilung der Anspruchsberechtigung im Regelfall auf einen konkret bestimmten Zeitpunkt abgestellt werden können. Wie des Weiteren aus dem Marginale zu § 4 PvKG «Anspruchsberechtigte Personen» hervorgeht, beschlägt diese Bestimmung allein den Kreis der anspruchsberechtigten Personen (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 29. Januar 1998, S 1997 3, Erw. 2a). Es ist somit massgebend, aus wie vielen obligatorisch krankenpflegeversicherten und prämienpflichtigen (und somit exklusive ungeborene Kinder) Personen eine gemeinsam besteuerte Familie am erwähnten Stichtag besteht.

Aus den Akten ergibt sich, dass A am 25. Januar 2007 geboren worden ist. Am für den Prämienverbilligungsanspruch entscheidenden 1. Januar 2007 waren demnach lediglich die beiden in der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 29. Mai 2007 berücksichtigten Beschwerdeführer obligatorisch krankenpflegeversichert und prämienpflichtig. Die Prämienzahlungspflicht von A wurde erst rückwirkend auf den 1. Januar 2007 festgelegt (vgl. Versicherungspolice vom 30. Januar 2007). Dass die Beschwerdeführer unter diesen Umständen für den Januar 2007 bzw. für das ganze Jahr 2007 die vollen Prämien für A zahlen müssen, ist nach dem Gesagten irrelevant. In Beachtung des unmissverständlich formulierten § 4 Abs. 3 PvKG hat die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des Anspruches auf eine

Prämienverbilligung im Jahr 2007 zu Recht lediglich die beiden Beschwerdeführer — nicht aber A — berücksichtigt. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist daher abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts vom 29. November 2007 S 2007/92

Art. 1a Abs. 2 lit. b KVG — Keine subsidiäre Leistungspflicht der Krankenversicherung, wenn ein Versicherter im Zeitpunkt des Unfalls obligatorisch bei der Unfallversicherung versichert war. Die im Heim anfallenden Pflegekosten, auch wenn sie nach BESA abgerechnet werden, sind somit nicht von der Krankenversicherung zu übernehmen.

Aus den Erwägungen:

5.4

Die Heilbehandlung kann sowohl in einer Heilanstalt als auch zu Hause durchgeführt werden (vgl. Art. 15 und 18 UVV). Die Hauspflege i. S. von Art. 18 UVV umfasst die Heilbehandlung und die medizinische Pflege, jedoch nicht die nichtmedizinische Pflege wie etwa die Hilfeleistungen an den Betroffenen bei den alltäglichen Lebensverrichtungen, z. B. die Führung des Haushalts. Unter Heilbehandlung und medizinischer Pflege zu Hause versteht das Unfallversicherungsrecht nicht bloss die während einer beschränkten Zeit dauernde Heilbehandlung, welche die Genesung des Versicherten zum Ziel hat. Die Unfallversicherung hat auch dann, wenn eine dauernde Pflege nötig und eine Heilung im Sinne einer vollen Rehabilitation nicht zu erwarten ist, die bei einer Hauspflege anfallenden Kosten zu übernehmen (vgl. Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, UVG, 3. Aufl., Art. 10 UVG, S. 94). Nicht ausdrücklich geregelt ist, ob die Unfallversicherung auch die ausser Hause, d. h. bei einem Pflegeheimaufenthalt, anfallenden Kosten für eine dauernde notwendige medizinische Pflege zu übernehmen hat. Ob dies der Fall ist, kann vorerst dahin gestellt bleiben. Zu prüfen gilt es vorab grundsätzlich, ob die im Heim Kastanienbaum erbrachten Leistungen überhaupt eine Heilbehandlung bzw. medizinische Pflege im Sinne von Art. 18 UVV darstellen oder nicht.

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Bundesgesetz über die Krankenversicherung, Art. 1a — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2007; der Erlass wurde am 1. Dezember 2007, 1. Januar 2008, 14. Juni 2008, 1. August 2008, 1. Januar 2009, 1. Juni 2009, 1. Januar 2010, 1. Januar 2011, 1. Januar 2012, 16. Juli 2012, 1. Januar 2013, 1. Juli 2013, 1. März 2014, 1. Januar 2015, 1. Januar 2016, 1. Juli 2016, 1. Januar 2017, 15. April 2017, 1. September 2017, 15. November 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Juli 2019, 1. Januar 2020, 1. Januar 2021, 1. April 2021, 1. Juli 2021, 1. Oktober 2021, 1. Januar 2022, 1. Januar 2023, 18. März 2023, 1. September 2023, 1. Januar 2024, 1. März 2024, 1. Juli 2024, 1. Oktober 2024, 1. Januar 2025, 1. Juli 2025, 1. Januar 2026 und 1. Juli 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Art. 10 — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2007; der Erlass wurde am 1. Dezember 2007, 1. Januar 2008, 1. Juni 2009, 1. Januar 2012, 16. Juli 2012, 1. Januar 2013, 1. Januar 2017, 1. September 2017, 1. Januar 2020, 1. Januar 2021, 1. Juli 2021, 1. Januar 2022, 1. Januar 2023, 1. September 2023, 1. Januar 2024 und 1. Januar 2026 erneut konsolidiert.
  • Verordnung über die Unfallversicherung, Art. 15 und Art. 18 — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2007; der Erlass wurde am 1. Januar 2008, 1. Januar 2012, 1. Januar 2013, 1. Januar 2014, 1. Januar 2016, 1. Januar 2017, 24. Januar 2017, 1. April 2018, 1. Januar 2022, 1. Januar 2023, 1. September 2023, 1. Januar 2024, 1. Juli 2024, 1. Juni 2025 und 1. Januar 2026 erneut konsolidiert.