99.435
Revision der Gesetzesbestimmungen über die parlamentarische Immunität
Verfahrensbeitrag
Antrag der Kommission
Festhalten
(= Nichteintreten)
Proposition de la commission
Maintenir
(= Ne pas entrer en matière)
Seiler Hanspeter · P-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass wir diese Diskussion in der Wintersession 1999 schon sehr ausführlich geführt haben. Die Kommission will an unserem Beschluss nichts ändern. Ich bitte Sie daher, nur neue Aspekte, neue Erkenntnisse einzubringen.
Stamm Luzi · Nationalrat · Aargau · Freisinnig-demokratische Fraktion
Die Kommission beantragt Ihnen, festzuhalten und nicht auf die Initiative einzutreten. Der Ständerat hat dieses Geschäft nach den Äusserungen unseres ehemaligen Kollegen Rudolf Keller im Zusammenhang mit dem Streit über die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg in Angriff genommen.
Das brachte einen Teil des Parlamentes dazu, zu sagen, die momentanen Bestimmungen betreffend die parlamentarische Immunität seien zu grosszügig bemessen. Zur Diskussion stand im Ständerat auch, die so genannte relative Immunität völlig zu streichen. Sie wissen: So weit ist es nicht gekommen, vielmehr obsiegte eine Variante, die verlangte, die relative Immunität sei grundsätzlich beizubehalten, aber einschränkend auszugestalten.
Ich entnehme dem Bericht der damaligen ständerätlichen Kommission, man wolle folgende beiden Fälle berücksichtigen: einerseits die Fälle strafbarer Handlungen gegen die Amtspflicht, Artikel 312ff. StGB, wenn National- oder Ständeräte im Rahmen ihrer parlamentarischen Arbeit Kenntnis erhalten haben von Vorgängen, die sie dann unerlaubterweise nach aussen tragen; anderseits diejenigen Fällen, in welchen Parlamentsmitglieder "in Vorträgen, einem Schrifterzeugnis und an öffentlichen Diskussionen" strafbare Handlungen begehen, die in engem Zusammenhang mit der amtlichen Tätigkeit stehen.
Unsere Kommission beantragt Ihnen, wie gesagt, auf die Vorlage nicht einzutreten, auf eine Neuregelung zu verzichten, und zwar hauptsächlich aus folgendem Grund: Auch eine neue Formulierung, wie sie der Ständerat vorschlägt, führt dazu, dass wir im Einzelfall eine Güterabwägung vorzunehmen haben. Gemäss der heutigen Regelung muss vorfrageweise untersucht werden, ob ein Zusammenhang zwischen der geltend gemachten strafbaren Handlung und der amtlichen Tätigkeit oder Stellung des Parlamentariers gegeben sei. Die Frage, ob ein Delikt etwas mit der Stellung als Parlamentarier zu tun hat, würde künftig einfach durch die Frage ersetzt, ob der Zusammenhang unmittelbar sei; am Problem ändert sich nichts.
Schlussbemerkung: Wenn das Parlament das Gefühl hat, die heutige Praxis sei zu "grosszügig", so kann dies jederzeit durch eine Verschärfung der Praxis geändert werden. Eine Gesetzesänderung ist deshalb nicht notwendig. Bemerkenswert ist, dass die Kommission für Rechtsfragen an ihrer Sitzung vom 26. Oktober 1999 ohne eine einzige Gegenstimme für Nichteintreten votierte. Wenn schon die Kommission Ihnen dies ohne eine einzige Gegenstimme beantragt, so schliesse ich mich selbstverständlich an und bitte Sie festzuhalten.
de Dardel Jean-Nils · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Cet objet est une retombée de l'affaire concernant l'immunité parlementaire de M. Rudolf Keller, qui avait fait un appel public à un boycott économique à l'encontre des entreprises américaines et juives américaines.
Je rappelle que le Conseil national avait été favorable à la levée de l'immunité alors que le Conseil des Etats avait été défavorable, et que le Conseil des Etats, pour se donner au fond un peu bonne conscience, avait fait la proposition de modification des disposions légales sur l'immunité relative. L'idée du Conseil des Etats est de définir l'immunité relative de manière un peu plus restreinte, et prétendument il invoque, à l'article 14 de la loi sur la responsabilité, le fait que les infractions reprochées au parlementaire doivent être directement liées à son activité officielle. C'est surtout le mot "directement" qui est introduit par le Conseil des Etats comme modification de la loi.
De l'avis de la Commission des affaires juridiques du Conseil national, cette modification est tout à fait inopportune. D'abord, la modification n'apporte pas un instrument utile pour apprécier ce qu'il en est de la mainlevée ou de la non-mainlevée de l'immunité relative d'un parlementaire. Les problèmes d'interprétation sont en tout cas aussi difficiles qu'avec le texte actuel, et probablement plus difficiles encore. Deuxièmement, comme l'a dit tout à l'heure M. Stamm, tout est en fait un problème de pratique. Le Conseil national et le Conseil des Etats doivent avoir le courage, le cas échéant, dans des affaires graves, de lever l'immunité relative. Jusqu'à maintenant, ça n'a pas été le cas, étant donné que pratiquement dans tous les cas, l'immunité n'a pas été levée. Il s'agit peut-être effectivement de modifier un peu la pratique quand les cas sont graves.
Nous réitérons donc notre demande de ne pas entrer en matière.
Seiler Hanspeter · P-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Angenommen - Adopté