13.030

Ausländergesetz. Änderung. Integration

Germann Hannes · P-M · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates

(= Rückweisung der Vorlage an den Bundesrat)

Proposition de la commission

Adhérer à la décision du Conseil national

(= Renvoyer le projet au Conseil fédéral)

Cramer Robert · Mit-M · Ständerat · Genf · Grüne Fraktion

Le 11 décembre 2013, à la suite d'un long débat, le Conseil des Etats, après avoir discuté diverses propositions, a adopté, par 24 voix contre 7 et 4 abstentions, une révision de la loi fédérale sur les étrangers. Cette révision précise notamment les mesures applicables en matière d'intégration. Lors de sa session de printemps, le 12 mars 2014, le Conseil national a pris les décisions suivantes: d'une part, il est entré en matière sur cette révision; d'autre part, il a décidé de renvoyer le projet au Conseil fédéral. Cette décision a été prise à une majorité très claire de 124 voix contre 50 et 1 abstention.

La raison principale de ce renvoi est le résultat de la votation du 9 février 2014 sur l'initiative populaire "contre l'immigration de masse", qui a créé une situation nouvelle en ce sens que l'initiative prévoit un retour au système des quotas. Et prévoir un retour au système des quotas signifie une remise en question de l'accord sur la libre circulation des personnes entre la Suisse et les pays respectivement de l'Union européenne et de l'Espace économique européen. Or le texte de loi que le Conseil des Etats a adopté le 11 décembre 2013 tient compte de l'accord sur la libre circulation des personnes et pose donc des exigences différentes en matière d'intégration en faveur des ressortissants de ces pays. Par exemple, la prolongation de leur autorisation de séjour ne peut pas être soumise, selon la loi que nous avons adoptée, à la conclusion d'une convention d'intégration puisqu'une prolongation est automatique en raison de l'Accord sur la libre circulation des personnes.

A cette raison principale justifiant le renvoi s'ajoute aux yeux de certains membres du Conseil national une seconde raison: il s'agit de tenir compte de cinq initiatives parlementaires énumérées dans la décision du Conseil national de renvoyer le projet au Conseil fédéral.

La commission, lors de ses travaux, a eu l'occasion de prendre connaissance des arguments du Conseil fédéral, qui nous a indiqué qu'il était en faveur du renvoi du projet de loi. Le Conseil fédéral considère en effet que la mise en oeuvre de l'initiative "contre l'immigration de masse" implique des modifications de la loi sur les étrangers qui porteraient également sur les dispositions applicables en matière d'intégration. Les dispositions qui visent à mettre en oeuvre l'initiative sur l'immigration devant être rapidement adoptées par le Conseil fédéral, le renvoi du projet de loi s'impose de façon à éviter des contradictions dans la législation.

Après une discussion assez fournie, la commission vous propose de suivre le Conseil national et de renvoyer au Conseil fédéral le projet de modification de la loi sur les étrangers. Je dois cependant insister sur le fait que pour la commission, cette décision de renvoi ne préjuge en rien du contenu des modifications qui nous seront proposées par le Conseil fédéral. En particulier, nous n'entendons pas donner un mandat formel au Conseil fédéral pour intégrer dans son texte le contenu des initiatives parlementaires. Il appartiendra donc au Conseil fédéral de faire les propositions qu'il juge adéquates, et ces propositions, bien sûr, seront ensuite soumises à l'Assemblée fédérale.

C'est en sens que la commission, par 6 voix contre 1 et 3 abstentions, vous propose de renvoyer le projet de modification de la loi sur les étrangers au Conseil fédéral.

Sommaruga Simonetta · VPBR-F · Bundesrat · Bern

Ihr Rat hat diese Vorlage in der letzten Wintersession bereits beraten. Sie sind damals in den allermeisten Punkten dem Gesetzentwurf des Bundesrates gefolgt. Jetzt wird Ihnen diese Vorlage erneut unterbreitet. Das ist eine etwas spezielle Situation. Der Kommissionssprecher hat es erwähnt: Aufgrund des Abstimmungsergebnisses vom 9. Februar hat der Nationalrat am 12. März beschlossen, die Vorlage an den Bundesrat zurückzuweisen. Er hat ihn beauftragt, die Vorlage im Lichte der neuen Verfassungsbestimmung, Artikel 121a der Bundesverfassung, zu überarbeiten und zusätzlich fünf parlamentarische Initiativen aufzunehmen, denen die Staatspolitischen Kommissionen beider Räte bereits Folge gegeben hatten.

Ich sage Ihnen ganz kurz den Inhalt dieser fünf parlamentarischen Initiativen, die alle verschiedene Änderungen im Ausländergesetz verlangen. Eine der parlamentarischen Initiativen verlangt, dass niedergelassenen Ausländerinnen und Ausländern, die integrationsunwillig sind, die Niederlassungsbewilligung entzogen wird und durch eine Aufenthaltsbewilligung ersetzt werden kann. Eine zweite Initiative will, dass für Personen mit Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen die gleichen Voraussetzungen für den Familiennachzug gelten. Eine dritte Initiative fordert, dass der Familiennachzug nicht möglich ist, wenn jemand Ergänzungsleistungen bezieht. Eine vierte Initiative verlangt, dass Niederlassungsbewilligungen bei dauerhafter und erheblicher Sozialhilfeabhängigkeit auch dann widerrufen werden können, wenn die betroffene Person schon länger als fünfzehn Jahre in der Schweiz ist. Eine fünfte Initiative schliesslich verlangt, dass die Integration gesetzlich konkretisiert wird.

Vielleicht zuerst noch einmal zur Vorlage: Die Vorlage basiert auf der Personenfreizügigkeit mit der EU und dem geltenden Freizügigkeitsabkommen. Dieses System wurde, das ist bekannt, mit dem Abstimmungsentscheid vom 9. Februar 2014 infrage gestellt. Deshalb sind hier Anpassungen erforderlich. Damit stellen sich natürlich auch grundsätzliche Fragen mit Blick auf die Bestimmungen über die Integration im vorliegenden Gesetzentwurf. Deshalb ist auch der Bundesrat der Ansicht, dass eine Rückweisung dieser Vorlage sinnvoll ist; diese Fragen sollen im Rahmen der anstehenden Umsetzungsarbeiten zur neuen Verfassungsbestimmung sorgfältig geklärt werden können. Es gäbe sonst das Risiko, dass wir heute Entscheide fällen, die mit der zukünftigen Migrationspolitik unseres Landes nicht übereinstimmen.

Ich möchte aber Folgendes betonen: Der Bundesrat will, auch in Übereinstimmung mit Ihrer Kommission, am übergeordneten Ziel dieser Vorlage festhalten. Daran ändert sich überhaupt nichts. Deshalb war Ihre grosse und wertvolle Arbeit, die Sie für diese Vorlage geleistet haben, nicht vergebens. Das Thema bleibt erhalten, auch das Ziel bleibt, wie gesagt, erhalten. Die Integration von Ausländerinnen und Ausländern muss aktiver gefördert und eingefordert werden. Dazu braucht es klare Regeln für alle Beteiligten. Die Kantone haben ja mit den Vierjahres-Integrationsprogrammen, die seit diesem Jahr laufen, auch eine wichtige Arbeit geleistet. Auch diese Arbeit geht weiter. Auch das Engagement des Bundes, das im Bereich der Integration und im finanziellen Bereich verstärkt worden ist, geht weiter.

Mit der Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative ist ja der Begriff der "Integration" der Zugewanderten erstmals in der Bundesverfassung verankert worden. Er hat sicher nicht an Bedeutung verloren, sondern im Gegenteil an Bedeutung gewonnen. In der Verfassung steht jetzt: "Massgebende Kriterien für die Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen sind insbesondere das Gesuch eines Arbeitgebers, die Integrationsfähigkeit und eine ausreichende, eigenständige Existenzgrundlage." Die Gesetzesvorlage wird sich auch nach dieser Grundlage ausrichten müssen.

Die Mehrheit Ihrer Kommission hat sich, wie der Kommissionssprecher gesagt hat, dem Rückweisungsbeschluss angeschlossen, aber nicht ohne Vorbehalte. Es wurde kritisiert, dass die erwähnten parlamentarischen Initiativen gemäss Nationalrat tel quel in den Gesetzentwurf aufgenommen werden sollten. Dazu möchte ich Ihnen Folgendes sagen: Der Bundesrat wird die Bedenken Ihrer Kommission ernst nehmen. Im Rahmen der anstehenden Umsetzung der neuen Verfassungsbestimmung werden wir sorgfältig prüfen, in welcher Form die Anliegen der erwähnten parlamentarischen Initiativen einfliessen können. Wir sind der Meinung, dass dieses Vorgehen sinnvoll ist, denn sonst würden die Kommissionen die Arbeiten an den parlamentarischen Initiativen unter Umständen parallel aufnehmen. Ich denke, es macht keinen Sinn, im Parlament und im Bundesrat parallel an dieser Frage zu arbeiten. Deshalb hat sich der Bundesrat mit dem Beschluss einverstanden erklärt. Er ist sich bewusst: Es geht für ihn um eine sorgfältige Prüfung dieser parlamentarischen Initiativen, aber er hat sich nicht verpflichtet, sie einfach tel quel ins Gesetz aufzunehmen.

In diesem Sinn bitte ich Sie, dem Nationalrat und Ihrer Kommission zu folgen.

Germann Hannes · P-M · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Angenommen - Adopté

Präsident (Germann Hannes, Präsident): Damit geht die Vorlage zurück an den Bundesrat.