Angemessene Restwassermengen: Wie können sie bestimmt werden?Wegleitung. Beilage: Grundlagen zur Bestimmung der Abflussmenge Q347, Karte 1:500'000. 2000
Vollzug Umwelt
WEGLEITUNG
Angemessene Restwassermengen -- Wie können sie bestimmt werden?
Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL)
Vollzug Umwelt
WEGLEITUNG
Angemessene Restwassermengen -- Wie können sie bestimmt werden?
Herausgegeben vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL)
Autoren R. Estoppey, BUWAL, Bern Dr. B. Kiefer, Kiefer & Partners AG, Zürich M. Kummer, BUWAL, Bern S. Lagger, BUWAL, Bern H. Aschwanden, LHG, Bern (Kap. 7)
Bezugsquelle Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft Dokumentation
3003 Bern
Fax + 41 (0)31 324 02 16 E-Mail: docu@buwal.admin.ch Internet: http://www.admin.ch/buwal/publikat/d/ Bestellnummer VU-2701-D © BUWAL 2000
4 Buchstabe a GSchG. Dennoch handelt es sich um eine vom Menschen geschaffene Wasserentnahme und soll deshalb, dort wo dies möglich und zweckmässig
ist, als solche betrachtet werden. In gewissen Fällen würde aber die Betrachtung als Wasserentnahme und die entsprechende Einhaltung der Restwasservorschriften des GSchG im Hauptgewässer die Erhaltung des ökologisch wertvollen künstlichen Nebengewässers verunmöglichen (z.B. bei kleinen Fliessgewässern auf Grund kleiner Niederwasserabflussmengen). Weiter ist es bei stark verbautem Hauptgewässer u.U. aus ökologischer Sicht nicht sinnvoll, die Restwassermengen nach GSchG in diesem einzuhalten, weil dadurch dem ökologisch wertvolleren Nebengewässer Wasser entzogen würde. In solchen Fällen ist es mit Blick auf die erwähnten parlamentarischen Beratungen angezeigt, das
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künstliche Nebengewässer und das Hauptgewässer zusammen als das korrigierte Gewässer zu betrachten und als Gewässerteilung zu bezeichnen.
Wasserentnahme Wo das künstliche Nebengewässer als Wasserentnahme zu betrachten ist, müssen die Restwasservorschriften des GSchG im Hauptgewässer eingehalten werden. Der ökologische Wert des künstlichen Nebengewässers kann in der Interessenabwägung nach Artikel 33 GSchG als Interesse gegen die Erhöhung der Mindestrestwassermenge berücksichtigt werden.
Gewässerteilung Bei der Gewässerteilung bilden das Hauptgewässer und das künstliche Nebengewässer in dem betreffenden Abschnitt das korrigierte Gewässer (Õ Abb. 2.2). Bei baulichen Änderungen muss nach Artikel 37 Absatz 1 Buchstabe c GSchG der bestehende Zustand im Sinn des GSchG verbessert werden. Das Gewässer muss naturnah gestaltet werden und einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt als Lebensraum dienen können (Art. 37 Abs. 2 GSchG). Der Abfluss in mindestens einem der zwei Arme muss genügend sein, damit die erforderliche Wassertiefe für die freie Fischwanderung gewährleistet ist. Die sinnvolle Teilung der Wasserführung bei Niedrigwasser hängt von der jeweiligen Situation ab. Wenn die zwei Arme einen sehr unterschiedlichen ökologischen Wert aufweisen, soll die Wasserführung in der Regel so geteilt werden, dass eine optimale Wasserführung im ökologisch wertvolleren Arm vorhanden ist. Eine Bevorzugung des künstlichen Nebengewässers bei Mittelwasser zu Gunsten der Wasserkraftnutzung ist zulässig, soweit die Anforderungen von Artikel 37 GSchG erfüllt sind. Der Bau von Fischaufstiegshilfen richtet sich nach Artikel 9 BGF. Falls nur eine rechtliche Änderung vorgesehen ist (z.B. Konzessionserneuerung ohne bauliche Änderungen) gelten die vorangehenden Überlegungen analog.
künstliches Nebengewässer
Fischpass
Zentrale
Hauptgewässer
Abbildung 2.2 Gewässerteilung
Aufhebung bestehen- Wenn das Wasserkraftwerk am künstlichen Nebengewässer durch ein Laufder Gewässerteilung kraftwerk ohne Wasserentnahme am Hauptgewässer ersetzt werden soll, so kann das bestehende Nebengewässer nur aufgehoben werden, wenn dadurch eine Verbesserung des Gewässersystems erreicht werden kann (Art. 37 Abs. 1 Bst. c
18 2 Die Wasserentnahmebewilligung
GSchG; Õ Abb. 2.3). Einerseits trägt die Rückführung des gesamten Abflusses in das Hauptgewässer zur Verbesserung seines Zustandes bei. Andererseits kann dagegen das Wegfallen des Nebengewässers die Reduzierung von Lebensräumen bedeuten. Die Vor- und Nachteile müssen sorgfältig abgewogen werden, bevor die Aufhebung des Nebengewässers als Verbesserung des Gewässersystems als Ganzes betrachtet und somit als gesetzeskonform bezeichnet werden kann.
Aufhebung des künstlichen Nebengewässers
neue Zentrale
Hauptgewässer Fischpass
Abbildung 2.3 Aufhebung einer bestehenden Gewässerteilung
Konzessionserneuerung, Änderung einer bestehenden Wasserkraftanlage Konzessions- Eine Konzessionserneuerung ist dann notwendig, wenn die Dauer einer Konzeserneuerung sion endet und der bisherige oder ein neuer Konzessionär die Wasserkraft weiterhin nutzen will. Da auf die Erteilung einer neuen Konzession nach dem WRG kein Rechtsanspruch besteht, ist der Entscheid über eine Konzessionserneuerung gleichbedeutend einem Entscheid über eine neue Anlage. Das zum Zeitpunkt der Konzessionserneuerung geltende Umweltrecht muss zur Anwendung kommen (Õ BGE 119 Ib Curciusa-Spina). Somit besteht für alle bestehenden, bewilligungspflichtigen Wasserentnahmen im Rahmen der Konzessionserneuerung eine Bewilligungspflicht nach Artikel 29 GSchG, so wie sie als neue Wasserentnahmen bewilligungspflichtig wären. Eine namhafte Verlängerung der Konzessionsdauer vor Ablauf der Konzession kommt einer Konzessionserneuerung gleich.
Änderung einer Aus Restwassersicht stellt sich die Frage, ob die Änderung der Wasserkraftan- Wasserkraftanlage mit wesentlicher Änderung lage wesentliche Auswirkungen auf das Abflussregime haben wird. Dies ist einer bestehenden Konzession insbesondere der Fall, wenn die Änderung der Anlage folgende Punkte betrifft:
neue Wasserfassungen
Standortänderung von bestehenden Wasserfassungen
Erhöhung der Fassungskapazität bei bestehenden Wasserfassungen
wesentliche Änderung des Betriebsregimes des Kraftwerks. Die Aufzählung ist nicht abschliessend. Diese Frage muss im Einzelfall abgeklärt werden. Wenn die Änderung der Wasserkraftanlage wesentliche Auswir-
2 Die Wasserentnahmebewilligung 19
kungen auf das Abflussregime hat, muss in der Regel der obligatorische Inhalt der Konzession angepasst werden (z.B. nutzbare Wassermenge, Art der Nutzung; Õ Art. 54 WRG). Eine so wesentliche Änderung des vereinbarten Konzessionsinhalts ist vergleichbar mit einer (privatrechtlichen) Vertragsänderung, die als Vertragsaufhebung mit gleichzeitiger Vereinbarung eines neuen Vertrags gilt. Dies kommt einer Konzessionserneuerung gleich. Bei einer Änderung einer Wasserkraftanlage, welche wesentliche Auswirkungen auf das Abflussregime hat, unterliegen somit alle Wasserentnahmen der Bewilligungspflicht nach Artikel 29 GSchG.
Änderung einer Was- Wenn durch die Änderung einer Wasserkraftanlage die an sich noch gültige serkraftanlage ohne wesentliche Änderung Konzession nicht wesentlich geändert wird muss sie auch nicht erneuert werden. einer bestehenden Konzession Dies ist z.B. der Fall, wenn einzelne Anlageteile (z.B. Turbine, Generator, Druckstollen bzw. -leitung, Zentrale etc.) erneuert werden. In solchen Fällen unterliegen die bestehenden Wasserentnahmen nicht einer neuen Bewilligungspflicht nach Artikel 29 GSchG und die Einhaltung der Restwasserbestimmungen des GSchG müssen nicht überprüft werden. Allerdings besteht die Sanierungspflicht nach Artikel 80 ff. GSchG.
neue Wasserentnah- Neue Wasserentnahmen sind auch dann nach Artikel 29 GSchG bewilligungsmen im Rahmen einer gültigen Konzession pflichtig, wenn bereits wohlerworbene Rechte für diese Wasserentnahmen bestehen. Dies ist z.B. der Fall, wenn für die zu realisierende Wasserentnahme die Konzession bereits vor Inkraftsetzung des GSchG erteilt wurde, oder wenn die Ausbauwassermenge im Rahmen des konzedierten Umfangs erhöht wird, oder wenn von bestehenden ehehaften Rechten während längerer Zeit kein Gebrauch gemacht wurde. In diesen Fällen ist es allerdings möglich, dass die wohlerworbenen Rechte der vollständigen Durchsetzung der Restwasserbestimmungen des GSchG entgegenstehen. Bei Konzessionen, die zwischen dem 1. Juni 1987 und dem 1. November 1992 erteilt wurden, dürfen allerdings für Massnahmen nach Artikel 31 GSchG keine wohlerworbenen Rechte geltend gemacht werden (Art. 83 Abs. 1 GSchG).
2.2 VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE ERTEILUNG DER BEWILLIGUNG
Die Voraussetzungen, die für die Bewilligung einer Wasserentnahme erfüllt sein müssen, sind je nach Gewässer und Art der Entnahme verschieden (Art. 30 GSchG; Õ Abb. 2.4). Weiter können die Kantone die Nutzung öffentlicher Gewässer von zusätzlichen Auflagen und Bedingungen abhängig machen oder ganz auf die Erteilung eines Nutzungsrechts verzichten.
20 2 Die Wasserentnahmebewilligung
Artikel 30 GSchG: Voraussetzungen für die Bewilligung
Seen oder Fliessgewässer Grundwasservorkommen
geringfügige grössere grössere Spezialfall Entnahmen Entnahmen Entnahmen Trinkwasserversorgung Artikel 30 Artikel 30 Artikel 30 Artikel 30 Buchstabe b Buchstabe a Buchstabe a Buchstabe c und Artikel 34 Zusammen mit Anforderungen Anforderungen Entnahme aus anderen nach nach einer Quelle Entnahmen Artikel 31–35 Artikel 31–35 max. 80 l/s oder max. 20 % Q347 erfüllt? sinngemäss aus dem und pro erfüllt? Grundwasser Entnahme max. 100 l/s?
notwendige Restwasser- Restwasser- notwendige Unterlagen bericht gemäss bericht gemäss Unterlagen für die Artikel 33 Artikel 33 für die Bewilligung Absatz 4 Absatz 4 Bewilligung
Bewilligung nach Artikel 29 GSchG
Abbildung 2.4 Artikel 30 GSchG: Voraussetzungen für die Bewilligung
Entnahmen aus Fliessgewässern geringfügige Entnahmen aus Gewässern mit ständiger Wasserführung, deren Auswirkungen Entnahmen (Art. 30 Bst. b) sich noch im Rahmen der durchschnittlichen natürlichen Abflussschwankungen der Wasserführung halten, werden vom Gesetzgeber als geringfügig erachtet. Für solche Entnahmen wird nicht eine einzuhaltende Restwassermenge vorgeschrieben, sondern die mögliche Entnahmemenge wird begrenzt: zusammen mit anderen Entnahmen maximal 20 % von Q347 und pro Entnahme maximal 1000 l/s
2 Die Wasserentnahmebewilligung 21
(Auch aus kleinen Gewässern mit einem Abfluss Q347 von weniger als 50 l/s kann nach GSchG zusammen mit anderen Entnahmen bis zu 20 % von Q347 entnommen werden). Artikel 30 Buchstabe b GSchG enthält dementsprechend für solche Entnahmen lediglich die Verpflichtung, eine Bewilligung nach Artikel 29 einzuholen. Diese Bewilligungspflicht soll gewährleisten, dass der Nachweis, dass es sich tatsächlich um geringfügige Entnahmen handelt, erbracht ist (Õ Abb. 2.5 und Kap. 3).
grössere Entnahmen Entnahmen aus Gewässern mit ständiger Wasserführung, die nicht zur oben (Art. 30 Bst. a) angeführten Kategorie gehören, müssen die Bedingungen gemäss Artikel 31-35 GSchG einhalten (Õ Abb. 2.5 und Kap. 4).
Geringfügige Entnahme Grössere Entnahme (Art. 30 Bst. b GSchG) (Art. 30 Bst. a GSchG)
Abfluss Abfluss zusammen mit anderen Entnahmen und pro Entnahme höchstens 1000 l/s Dauerkurve der Abflüsse
Dauerkurve der Abflüsse Dotier- Q347 wassermenge 347 365 Tage 347 365 Tage
Wassermenge, die entnommen werden kann
Wenn die zufliessende Wassermenge zeitweise geringer ist als die festgelegte Dotierwassermenge, muss während dieser Zeit nur so viel Dotierwasser abgegeben werden, wie Wasser zufliesst (Art. 36 Abs. 2 GSchG).
Abbildung 2.5 Artikel 30 GSchG: Abgrenzung zwischen geringfügigen und grösseren Entnahmen
Entnahmen aus Seen und Grundwasservorkommen grössere Entnahmen Wasserentnahmen aus Seen oder Grundwasservorkommen müssen die Bedin- (Art. 30 Bst. a und Art. 34) gungen gemäss Artikel 31-35 GSchG sinngemäss erfüllen, wenn die Entnahmen die Wasserführung eines Fliessgewässers mit ständiger Wasserführung wesentlich beeinflussen (Õ Artikel 29 Buchstabe b GSchG, Artikel 34 GSchG und Kap. 6).
22 2 Die Wasserentnahmebewilligung
Spezialfall Trinkwasserversorgung Wenn für die Trinkwasserversorgung (Õ Glossar: Trinkwasser) im Jahresmittel (Art. 30 Bst. c) einer Quelle höchstens 80 l/s oder dem Grundwasser höchstens 100 l/s entnommen werden, kann die Entnahme gemäss Artikel 30 Buchstabe c GSchG bewilligt werden (Õ Kap. 5).
geringfügige Entnahmen aus Seen oder Grundwasservorkommen werden vom Gesetzgeber als Entnahmen (Art. 29 Bst. b) geringfügig erachtet, wenn die Entnahmen die Wasserführung eines Fliessgewässers mit ständiger Wasserführung nicht wesentlich beeinflussen. Solche Entnahmen sind nach Artikel 29 GSchG nicht bewilligungspflichtig (Õ Artikel 29 Buchstabe b GSchG).
3 Geringfügige Entnahmen aus Fliessgewässern 23
3 GERINGFÜGIGE ENTNAHMEN AUS FLIESSGEWÄSSERN
Wer über den Gemeingebrauch (Õ Glossar) hinaus aus Fliessgewässern mit ständiger Wasserführung (Õ Glossar) Wasser entnimmt, braucht dafür eine Bewilligung nach Artikel 29 Buchstabe a GSchG. Geringfügige Entnahmen, bei denen zusammen mit andern Entnahmen einem Fliessgewässer höchstens 20% der Abflussmenge Q347 und pro Entnahme nicht mehr als 1000 l/s entnommen werden, können bewilligt werden (Art. 30 Bst. b GSchG), ohne dass für die Sicherung angemessener Restwassermengen im betroffenen Fliessgewässer noch andere Bestimmungen zu beachten sind. Was den Schutz anderer Aspekte des Umweltschutzes betrifft, sind u.U. weitere Gesetzesbestimmungen zu beachten (z.B. NHG und BGF). Die zuständige Behörde bestimmt, welche Unterlagen notwendig sind. In der Regel sind mindestens folgende Unterlagen für die Beurteilung notwendig:
einen Projektbeschrieb mit der vorgesehenen Entnahmemenge und der Art der Wasserfassung,
eine nachvollziehbare Berechnung oder Ermittlung der Abflussmenge Q347,
gegebenenfalls Angaben zu anderen bestehenden oder geplanten Entnahmen am betreffenden Fliessgewässer, und
die Beschreibung der vorgesehenen Massnahmen, mit denen sichergestellt werden kann, dass die vorgesehene Entnahme zusammen mit anderen Entnahmen effektiv nicht mehr als 20% des Abflusses Q347 überschreitet. Dies ist besonders wichtig, wenn mehrere Entnahmen nach Artikel 30 Buchstabe b am gleichen Gewässer bewilligt werden sollen; zum Beispiel bei Bewässerungsprojekten, bei denen das Risiko besteht, dass alle Wasserfassungen zur gleichen Zeit in Betrieb sind (Õ Restwassermengen in Fliessgewässern, Wasserentnahmen, die insbesondere der Bewässerung dienen, BUWAL 1997b). Die Begrenzung der Entnahme auf 20% des Abflusses Q347 stellt nicht einen mittleren täglichen oder saisonalen Wert dar, sondern sie muss jederzeit eingehalten werden.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.1 Aufgaben von Gesuchsteller und Behörde 25
4 GRÖSSERE ENTNAHMEN AUS FLIESSGEWÄSSERN
Wer über den Gemeingebrauch (Õ Glossar) hinaus aus Fliessgewässern mit ständiger Wasserführung (Õ Glossar) Wasser entnimmt, braucht dafür eine Bewilligung nach Artikel 29 Buchstabe a GSchG. Für grössere Entnahmen enthalten die Artikel 31-35 GSchG eine abschliessende Regelung für die Sicherung angemessener Restwassermengen (Art. 30 Bst. a GSchG). Im vorliegenden Kapitel wird diese Regelung anhand von Bespielen erläutert, und es wird auf Fragen eingegangen, mit denen sich Gesuchsteller und Behörden konfrontiert sehen.
4.1 AUFGABEN VON GESUCHSTELLER UND BEHÖRDE
Überblick über die Aufgaben von Gesuchsteller und Behörde In Abbildung 4.1 wird ein Überblick über die Aufgaben des Gesuchstellers und der Behörden gegeben, wie sie sich aus den Gesetzesartikeln ergeben. In der linken und der rechten Spalte sind die Aufgaben des Gesuchstellers, in der mittleren Spalte diejenigen der Behörden dargestellt.
Aufgaben des Gesuchstellers Aufgaben der Behörden Aufgaben des Gesuchstellers
Artikel 33 Artikel 35 Artikel 35 Artikel 31 Erhöhung der Absatz 3 Absatz 3 Mindestrestwassermenge Anhörung Anhörung Mindestrestwassermenge interessierter des Bundes Fachstellen Artikel 33 Artikel 33 Artikel 33 Absatz 4 Absatz 2 Absatz 3 Dokumentation der Ergebnisse Interessen Interessen zuständige Behörde im Restwasserbericht für die gegen die Wasser- Wasserentnahme entnahme Artikel 33 Absatz 1 und Artikel 35 Absatz 2 Artikel 32 Ausnahmen Artikel 33 Absatz 4 Interessenabwägung Dokumentation der Ergebnisse im Restwasserbericht Artikel 33 Absatz 4 Artikel 35 Absatz 1 und 2 Dokumentation der Ergebnisse Entscheid der Behörde im Restwasserbericht
Abbildung 4.1 Überblick über die Aufgaben von Gesuchsteller und Behörden gemäss Artikel 31 bis 35 GSchG Informationsfluss zur zuständigen Behörde
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
26 4.1 Aufgaben von Gesuchsteller und Behörde
Die wichtigste Aufgabe des Gesuchstellers ist die Erstellung des Restwasserberichts, in welchem das Projekt und die Ergebnisse der Abklärungen dokumentiert werden. Dies sind:
Beschreibung des Projektes,
wirtschaftliche und umweltwissenschaftliche Grundlagen,
die Interessen für und gegen die Wasserentnahmen,
die Mindestrestwassermengen,
und allfällige Ausnahmen.
Der Gesuchsteller reicht den Restwasserbericht bei der zuständigen Behörde ein.
Nach der Einreichung des Berichts holt die zuständige Behörde bei den interessierten Fachstellen deren Stellungnahmen ein und hört in gewissen Fällen den Bund an. Auf Grund dieser Informationen fällt die Behörde nach einer sorgfältigen Abwägung der Interessen für und wider die Wasserentnahme einen Entscheid.
Aufgaben des Gesuchstellers gemäss Artikel 33 Artikel 33 GSchG verlangt vom Gesuchsteller, dass dieser im Restwasserbericht GSchG die Interessen für und gegen die Wasserentnahme dokumentiert. Die dazu erforderlichen Untersuchungen können anhand verschiedener Restwasserszenarien erfolgen. Die Restwasserszenarien sollen auf Grund ökologischer und wirtschaftlicher Kriterien festgelegt werden. Die Untersuchungsergebnisse ergeben eine differenzierte und nachvollziehbare Grundlage, auf der die zuständige Behörde ihren Entscheid aufbauen und sachlich begründen kann. Abbildung 4.2 enthält ein Ablaufschema des vom Gesetz vorgeschrieben Vorgehens:
Darlegung der Interessen für die Wasserentnahme Die verschiedenen Interessen für die Wasserentnahme werden dargelegt und begründet. Darauf aufbauend können die wirtschaftlichen Auswirkungen verschiedener Nutzwassermengen hergeleitet werden. Sinnvollerweise bezeichnet der Gesuchsteller in den Szenarien auch diejenige Nutzwassermenge, bei der nach seiner Einschätzung die Grenze der Wirtschaftlichkeit liegt.
Darlegung der Interessen gegen die Wasserentnahme Die verschiedenen Interessen gegen die Wasserentnahme werden dargelegt und begründet. Darauf aufbauend werden die ökologischen Auswirkungen unterschiedlicher Restwassermengen dargelegt.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.1 Aufgaben von Gesuchsteller und Behörde 27
Aufgaben des Gesuchstellers
Artikel 33: Erhöhung der Mindestrestwassermenge
Artikel 33 Absatz 2 Artikel 33 Absatz 3
Interessen für die Interessen gegen die Wasserentnahme Wasserentnahme
a. öffentliche Interessen a. Bedeutung des b. wirtsch. Interessen des Gewässers als Wasserherkunftsgebiets Landschaftselement c. wirtsch. Interessen b. Bedeutung des desjenigen, der Wasser Gewässers als entnehmen will Lebensraum d. die Energieversorgung, c. Wasserqualität wenn ihr die Wasser- d. Grundwasserhaushalt entnahme dienen soll e. landwirtschaftliche Bewässerung
Wirtschaftliche Auswirkungen Ökologische Auswirkungen verschiedener verschiedener Nutzwassermengen Restwassermengen
Artikel 33 Absatz 4 Dokumentation der Ergebnisse im Restwasserbericht
Abbildung 4.2 Aufgaben des Gesuchstellers gemäss Artikel 33 GSchG
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
28 4.1 Aufgaben von Gesuchsteller und Behörde
Aufgaben des Gesuchstellers (Fortsetzung) gemäss Artikel 31 Der Gesuchsteller ermittelt die Mindestrestwassermengen nach Artikel 31 GSchG GSchG. Die Mindestrestwassermengen werden gemäss dem Ablaufschema in Abbildung 4.3 hergeleitet. Ausgehend von Q347 wird die Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG (QMin Abs 1) berechnet. Anschliessend wird geprüft, ob die Anforderungen nach Artikel 31 Absatz 2 GSchG erfüllt sind. Ist dies nicht der Fall, so kann entweder QMin Abs 1 entsprechend erhöht, oder es können geeignete andere Massnahmen ergriffen werden. Die Anforderungen nach Artikel 31 Absatz 2 bilden einen integralen Bestandteil der Bestimmung der Mindestrestwassermenge und sollen in jedem Fall (ausser bei allfälligen Ausnahmen nach Artikel 32 GSchG) auf der gesamten Restwasserstrecke erfüllt sein. Die Ergebnisse werden im Restwasserbericht dokumentiert (Õ Botschaft zur Revision des GSchG, Schweiz. Bundesrat 1987, S. 69).
gemäss Artikel 32 Der Gesuchsteller kann in denjenigen Ausnahmefällen, die in Artikel 32 GSchG GSchG dargelegt sind, bei den Behörden beantragen, die Mindestrestwassermengen gemäss Artikel 31 GSchG tiefer anzusetzen. In der Abbildung 4.3 ist ein Ablaufschema enthalten, das zeigt, wie geprüft werden kann, ob ein konkreter Fall die Bedingungen für eine Ausnahme erfüllt. Die Ergebnisse werden wiederum im Restwasserbericht dokumentiert.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.1 Aufgaben von Gesuchsteller und Behörde 29
Aufgaben des Gesuchstellers
Artikel 31 Mindestrestwassermenge Q Min Q 347 nach Artikel 4 Q Min Abs 1 gemäss Buchstabe h oder nach Artikel 31 Absatz 1 Artikel 59 ermitteln berechnen Q Min Abs 1 erhöhen, damit sie den Anforderun- Anforderungen von gen entspricht, oder Artikel 31 Absatz 2 andere Massnahmen erfüllt? nein ergreifen ja
Q Min Abs 1 Q Min Abs 1
Artikel 33 Absatz 4 Dokumentation der Ergebnisse im Restwasserbericht
Artikel 32: Ausnahmen Q 347 nach Artikel 4 Artikel 32 Buchstabe a Reduktion von Q Min auf Strecke Buchstabe h oder nach H > 1700 m ü.M. und 1000 m unterhalb Wasserentnahme Artikel 59 ermitteln möglich nein
Artikel 32 Buchstabe b Reduktion von Q Min auf Nichtfischgewässer? ja 35 % * Q 347 möglich
nein
Artikel 32 Buchstabe c Reduktion von Q Min möglich, falls Ausgleich Schutz- und ja und Unterschutzstellung erfolgt Nutzungsplanung? nein
Artikel 32 Buchstabe d Reduktion von Q Min für Notsituationen? ja befristete Entnahme möglich
Artikel 33 Absatz 4 Dokumentation der Ergebnisse im Restwasserbericht
Abbildung 4.3 Aufgaben des Gesuchstellers gemäss Artikel 31 und 32 GSchG
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
30 4.1 Aufgaben von Gesuchsteller und Behörde
Aufgaben der Behörden Interessenabwägung Abbildung 4.4 enthält eine Zusammenstellung der Aufgaben der Behörden. und Entscheid Die zuständige Behörde zieht insbesondere für die Abwägung der Interessen gemäss Artikel 33 Absatz 1 GSchG neben dem Restwasserbericht des Gesuchstellers die Stellungnahmen interessierter Fachstellen (Art. 35 Abs. 3 GSchG) bei. Zudem hört sie bei kantonaler Zuständigkeit für die Bewilligung und bei Wasserkraftanlagen, die eine grössere Bruttoleistung als 300 kW aufweisen, das BUWAL als zuständige Fachstelle des Bundes an (Art. 35 Abs. 3 GSchG). Die Behörde sorgt dafür, dass das BUWAL über die Stellungnahme der kantonalen Fachstellen zum Restwasserbericht oder über einen bereinigten Entwurf dieser Stellungnahme verfügt, bevor es gegenüber der kantonalen Bewilligungsbehörde Stellung nimmt (für UVP-pflichtige Vorhaben Õ Art. 13a Abs. 1 UVPV; für andere Õ Art. 35 Abs. 2 GSchV). In ihrem Entscheid (Art. 35 Abs. 1 GSchG) legt die Behörde die Dotierwassermenge und andere Massnahmen fest, die zum Schutz der Gewässer unterhalb der Entnahmestelle notwendig sind. Die Behörde kann gemäss Artikel 35 Absatz 2 GSchG die Dotierwassermenge zeitlich unterschiedlich festlegen. Die Restwassermenge nach Artikel 31 und 32 GSchG darf nicht unterschritten werden (Art. 35 Abs. 2 GSchG).
definitive Festlegung Bei der Erteilung von Nutzungsrechten, die wohlerworbene Rechte begründen der Dotierwassermenge (Konzessionen zur Wasserkraftnutzung), ist eine vorläufige Festlegung der Dotierwassermenge mit dem Vorbehalt einer eventuell späteren Erhöhung auf Grund einer nachträglichen Überprüfung der Auswirkungen der Wasserentnahme in der Regel nicht möglich. Eine vorgängige sorgfältige Abklärung der Auswirkungen der Wasserentnahme ist notwendig, damit die Behörde die Dotierwassermenge und die anderen Massnahmen im Entscheid definitiv festlegen kann (Õ BGE 117 Ib Ijentalerbach bzgl. Art. 24 und 25 des alten Bundesgesetzes über die Fischerei). Auf Grund der Beständigkeit wohlerworbener Rechte wäre allenfalls lediglich eine ganz leichte nachträgliche Erhöhung der Dotierwassermenge möglich. Eine weitere Erhöhung, würde sich eine solche aus Gründen eines überwiegenden öffentlichen Interesses ergeben, müsste gegen Entschädigung (siehe auch Art. 80 GSchG) erfolgen.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.1 Aufgaben von Gesuchsteller und Behörde 31
Aufgaben der Behörden
Artikel 35 Absatz 3 Artikel 35 Absatz 3 Anhörung Bei kantonaler Zuständigkeit für interessierter die Bewilligung und Bruttoleistung: Anhörung des Bundes
zuständige Behörde
Artikel 33 Absatz 1 und Artikel 35 Absatz 2 Restwasserbericht Interessenabwägung unter Berücksichtigung von QMin gemäss Artikel 31 und gegebenenfalls Ausnahmen gemäss Artikel 32
Artikel 35 Absatz 1 und 2 Entscheid der Behörde
Festlegung der Dotierwassermenge (kann zeitlich unterschiedlich festgelegt werden) und anderer Massnahmen, die zum Schutz der Gewässer unterhalb der Entnahmestelle notwendig sind
Abbildung 4.4 Aufgaben der Behörden
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
32 4.1 Aufgaben von Gesuchsteller und Behörde
Aufgaben der Behörden (Fortsetzung) Kontrolle der Dotier- Die Behörde kontrolliert die Einhaltung der Dotierwassermenge. Der Betreiber wassermenge muss durch Messungen nachweisen, dass er die Dotierwassermenge einhält. Ist der Aufwand nicht zumutbar, so kann er den Nachweis durch Berechnung der Wasserbilanz erbringen (Art. 36 Abs. 1 GSchG). Weist der Betreiber nach, dass die zufliessende Wassermenge zeitweise geringer ist als die festgelegte Dotierwassermenge, so muss er während dieser Zeit nur so viel Dotierwasser abgeben, wie Wasser zufliesst (Art. 36 Abs. 2 GSchG). Diese Situation kann sich vor allem bei kleineren Fliessgewässern in Zeiten mit Niedrigwasser ergeben. Sie kann auch auftreten, wenn eine oberhalb der betreffenden Wasserentnahmestelle bestehende Anlage die Wasserführung des Fliessgewässers beeinflusst (Õ Abb. 4.5). In diesem Fall kann die zufliessende Wassermenge über längere Zeit geringer sein als die festgelegte Dotierwassermenge, zumindest bis zur Erneuerung der Konzession für die oberhalb bestehende Anlage. Es wäre allerdings wünschenswert, dass bei der Konzessionierung der unteren Anlage eine Vereinbarung angestrebt wird, die es erlaubt, beispielsweise einen Teil eines allfälligen Speichervolumens zur möglichst ganzjährigen Sicherung einer genügenden Restwassermenge zu verwenden.
Bestehende Anlage zu konzessionierende Anlage Zentrale Zentrale Entnahme Rückgabe Rückgabe Entnahme
Abbildung 4.5 Bestehendes Kraftwerk oberhalb einer zu konzessionierenden Anlage
4.2 ABGRENZUNG ZU ANDEREN UMWELTVORSCHRIFTEN
Grundsatz In den Artikeln 31-35 GSchG werden alle Aspekte des Umweltschutzes geregelt, welche für die Bestimmung der Restwassermenge bei einer Wasserentnahme relevant sind. Diese Bestimmungen bilden ein abschliessendes Regelwerk für die Sicherung angemessener Restwassermengen bei Wasserentnahmen aus Fliessgewässern mit ständiger Wasserführung. Sofern in anderen Bestimmungen des Umweltrechts des Bundes weitere restwasserrelevante Anforderungen vor-
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.2 Abgrenzung zu anderen Umweltvorschriften 33
kommen, sind sie ergänzend im Rahmen der Auslegung der Artikel 31–35 GSchG heranzuziehen. Dies gilt insbesondere für die übrigen Bestimmungen des GSchG, für das BGF und das NHG. Weitere gesetzliche Umweltanforderungen, die nicht die Festsetzung der Restwassermenge betreffen, sind zusätzlich zu berücksichtigen.
Beispiel eines Kraftwerks ohne Stauraum Abbildung 4.6 zeigt eine Wasserentnahme bei einem Laufkraftwerk (Õ Glossar) ohne Stauraum als Beispiel für die Abgrenzung der Restwasservorschriften zu den anderen Umweltvorschriften.
Zentrale Wasserentnahme
Fischpass Wasserrückgabe
Abbildung 4.6 Artikel 30 GSchG: Abgrenzung zu anderen Umweltvorschriften – Beispiel eines Kraftwerks ohne Stauraum
Bestimmung der Die Restwassermenge muss einzig auf Grund der Anforderungen von Artikel 31- Restwassermenge 35 GSchG festgelegt werden. Aus fischereilicher Sicht beispielsweise bedeutet dies unter anderem, dass auf der gesamten Restwasserstrecke eine genügende Wassertiefe für die freie Fischwanderung gewährleistet sein muss (Art. 31 Abs. 2 Bst. d GSchG). Was den Schutz der Grundwasservorkommen betrifft, müssen lediglich die Artikel 31 (Abs. 2 Bst. b) und 33 (Abs. 3 Bst. d) GSchG berücksichtigt werden. Andere Anforderungen des GSchG, wie zum Beispiel umfassende Erhaltung von Grundwasservorkommen (Art. 43), müssen bei der Restwasserbestimmung nicht zwangsläufig berücksichtigt werden. Die bei der Festlegung der Restwassermenge zu berücksichtigenden Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes sind in den Artikeln 31 (Abs. 2 Bst. c) und 33 (Abs. 3 Bst. a und b) GSchG geregelt.
andere Aspekte des Die fischereilichen Aspekte, welche die Festlegung der Restwassermengen nicht Umweltschutzes tangieren, wie zum Beispiel der Bau eines Fischpasses bei der Wasserfassung oder technische Eingriffe in den Wasserlauf zum Bau der Wasserfassung, werden durch das BGF geregelt.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
34 4.2 Abgrenzung zu anderen Umweltvorschriften
Was den Schutz von Grundwasservorkommen betrifft, so werden Aspekte, die die Festlegung der Restwassermengen nicht betreffen, wie bauliche Eingriffe in Grundwasserschutzbereiche, -zonen und -areale oder Absenkungen des Grundwasserspiegels während des Baus, durch einschlägige Vorschriften des GSchG geregelt (Art. 19-21, 43). Aspekte des Natur und Landschaftsschutzes, die die Festlegung der Restwassermengen nicht betreffen, wie z.B. die Beseitigung von Ufervegetation bei baulichen Eingriffen, sind im NHG geregelt (insb. Art. 21, 22).
Beispiel eines Kraftwerks in einem BLN-Gebiet Abbildung 4.7 zeigt eine Wasserentnahme mit der Restwasserstrecke teilweise in einem BLN-Gebiet. Die Erstellung eines Kraftwerks in einem BLN-Gebiet ist insofern ein Spezialfall, als sie nach Artikel 6 NHG nur zulässig ist, wenn Interessen von nationaler Bedeutung am Bau die Interessen an der ungeschmälerten Erhaltung überwiegen. Diese Interessenabwägung kann nur vorgenommen werden, wenn von einer bestimmten Restwassermenge ausgegangen wird. Diese Restwassermenge muss dem Schutzziel des Inventars und den Artikeln 31-35 GSchG Rechnung tragen. Für die Durchführung der Interessenabwägung sind verschiedene Restwasservarianten darzustellen.
Entnahme
Rückgabe
BLN -Gebiet
Abbildung 4.7 Artikel 30 GSchG: Abgrenzung zu anderen Umweltvorschriften – Beispiel eines Kraftwerks in einem BLN-Gebiet
4.3 RESTWASSERSTRECKE UND MASSGEBENDER ZUSTAND
Restwasserstrecke Grundsatz und Die Anforderungen der Artikel 31-35 GSchG müssen auf der gesamten Rest- Definition wasserstrecke unterhalb einer oder mehrerer Wasserentnahmen beachtet werden. Die Restwasserstrecke ist diejenige Strecke, welche durch eine Wasserentnahme wesentlich beeinflusst wird.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.3 Restwasserstrecke und massgebender Zustand 35
Ein erster Schritt, um angemessene Restwassermengen festzulegen, besteht darin, die Restwasserstrecke zu bezeichnen. Die drei nachfolgenden Beispiele zeigen, wie vorgegangen werden kann.
Beispiel 1: Laufkraftwerk mit Im Falle eines Laufkraftwerks (Õ Glossar) mit Wasserentnahme im Sinne von Wasserentnahme (Abb. 4.8) Artikel 29 GSchG ist die Restwasserstrecke klar begrenzt (Õ Botschaft zur Revision des GSchG, Schweiz. Bundesrat 1987, S. 48) durch die Strecke zwischen der Wasserfassung und der Rückgabe. An jedem Punkt der Strecke ist die Restwassermenge kleiner als der natürliche Abfluss, da das abgeleitete Wasser fehlt. Unterhalb der Rückgabestelle entspricht der Abfluss dagegen wieder dem natürlichen Abfluss.
Beispiel 2: Speicherkraftwerk Im Falle eines Speicherkraftwerks (Õ Glossar) ist die Situation auf der Strecke (Abb. 4.8) zwischen Stauwerk und Rückgabe gleich wie bei der Restwasserstrecke in Beispiel 1. Unterhalb der Rückgabe ist die Situation verschieden: Mit Speicherkraftwerken will man die Energieproduktion dem Energiebedarf anpassen. Der Energiebedarf variiert im Zeitverlauf stark; die Produktion und mit ihr der Turbinenabfluss sind deshalb ebenfalls variabel. Auch unterhalb der Rückgabestelle gibt es zeitweise eine Restwassersituation. Das Beispiel 2 in Abbildung 4.8 zeigt einen Tagesspeicher sowie die Abflüsse an einer Stelle unterhalb der Rückgabestelle. Die Restwasserstrecke ist nach oben durch das Stauwerk begrenzt und erstreckt sich unterhalb soweit bis das Fliessgewässer, dank Zuflüssen, durch die Wasserentnahme nicht mehr wesentlich beeinflusst ist.
In vielen Fällen variiert die nach den Artikeln 31-33 GSchG ermittelte Restwassermenge wenig entlang der Restwasserstrecke. Die Dotierwassermenge, die notwendig ist, um die Anforderungen nach den Artikeln 31-33 GSchG zwischen Entnahme und Rückgabe einzuhalten, reicht aus, um die gesetzlichen Anforderungen auch unterhalb der Rückgabe zu erfüllen. In anderen Fällen ist zur Erfüllung der Anforderungen von Artikel 31 Absatz 2 und Artikel 33 GSchG für eine unterliegende Restwasserstrecke eine höhere Dotierwassermenge notwendig als für die oberliegende. Im Beispiel 2 ist die Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG für die oberliegende Strecke (Schluchtstrecke) genügend, um auch die Anforderungen nach Absatz 2 zu erfüllen. Dagegen bedingt auf der unterliegenden Strecke (Flachstrecke) die freie Fischwanderung eine höhere Restwassermenge (Art. 31 Abs. 2 Bst. d GSchG). Für diese Problemstellung sind verschiedene Lösungen möglich:
Erhöhung der Dotierwassermenge an der Fassung;
Einbau einer Dotierturbine in die Kraftwerkszentrale. Damit kann kontinuierlich soviel Wasser turbiniert werden, wie notwendig ist, um die Anforderungen nach den Artikeln 31-33 auch unterhalb der Rückgabe zu erfüllen;
Bau eines Ausgleichsbeckens (Õ Glossar) oder eines Ausgleichskanals
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
36 4.3 Restwasserstrecke und massgebender Zustand
zwischen der Zentrale und der Rückgabestelle. Diese Lösung ist oft sowohl aus der Sicht des Umweltschutzes (Ausgleich der tageszeitlichen Abflussvariation) als auch aus energiewirtschaftlicher Sicht (keine Verminderung der Energieproduktion) die interessanteste Lösung. Der Bau eines Ausgleichsbeckens kann im günstigsten Fall zur Folge haben, dass die Restwasserstrecke auf den Abschnitt zwischen Entnahme und Rückgabe begrenzt werden kann.
Beispiel 3: Im Falle der Entnahme ohne Rückgabe, wird das entnommene Wasser nicht Entnahme ohne Rückgabe mehr oder nur diffus in das Fliessgewässer zurückgegeben (Trinkwasser, Bewäs- (Abb. 4.8) serung etc.). Die Restwasserstrecke ist in diesem Fall auf diejenige Strecke begrenzt, auf der das Fliessgewässer durch die Entnahme wesentlich beeinflusst wird. Eine Entnahme mit Rückgabe in ein anderes Gewässereinzugsgebiet ist analog zu behandeln.
Massgebender Zustand für die Festlegung der Restwassermengen Allgemeines Für die Festlegung der Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG ist allein die Abflussmenge Q347 massgebend. Bei der Bestimmung der Abflussmenge Q347 ist gemäss Artikel 4 GSchG von Abflüssen auszugehen, die durch Wasserentnahmen, Stauungen oder Zuleitung von Wasser nicht wesentlich beeinflusst sind. Für die Festlegung der Restwassermengen (Art. 31 Abs. 2, Art. 33 GSchG) können, für die zu untersuchenden Aspekte, folgende Zustände massgebend sein:
naturnaher Zustand nicht oder nur schwach anthropogen beeinflusster Zustand;
Ausgangs-Zustand Zustand zum Zeitpunkt der Bewilligung für eine Wasserentnahme;
zukünftiger Zustand Zustand, wie er sich nach der Bewilligung der Wasserentnahme langfristig einstellen wird.
Der Ausgangs-Zustand (Zeitpunkt der Bewilligung) entspricht in der Regel dem Ist-Zustand (Zeitpunkt der Untersuchungen). Ergeben sich zwischen dem Ist- und dem Ausgangs-Zustand Änderungen, sind diese ebenfalls zu berücksichtigen. Bei der Ermittlung des zukünftigen Zustands sind die Mittel der Raumplanung (kantonale oder regionale Konzepte, Richtplanung, Nutzungsplanung sowie allenfalls vorhandene andere planerische Grundlagen) einzubeziehen. Anhand der nachfolgenden Beispiele wird veranschaulicht, wie für die verschiedenen Aspekte der massgebende Zustand bestimmt wird.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.3 Restwasserstrecke und massgebender Zustand 37
Beispiel 1: Laufkraftwerk mit Wasserentnahme
Restwasserstrecke Entnahme
Rückgabe
Beispiel 2: Speicherkraftwerk
Restwasserstrecke Schluchtstrecke Flachstrecke mit Mäandern
A x Fliessgewässer nicht wesentlich beeinflusst
Abflussganglinie am Punkt A
Abfluss
QRest QNat
Stunden 0 6 12 18 24 QNat : natürlicher Abfluss QRest: Restwassermenge
Beispiel 3: Wasserentnahme ohne Rückgabe Restwasserstrecke Fliessgewässer nicht Fliessgewässer wesentlich wesentlich beeinflusst beeinflusst
Entnahme
Abbildung 4.8 Restwasserstrecke
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
38 4.3 Restwasserstrecke und massgebender Zustand
Aspekt Betreffend die Wasserqualität ist der Ausgangs-Zustand massgebend, um die Wasserqualität Mindestrestwassermenge und die anderen Massnahmen gemäss Artikel 31 GSchG (Abs. 2 Bst. a) festzulegen. Sind zwischen dem Ist- und dem Ausgangs- Zustand Änderungen zu erwarten, z.B. weil der Ausbau einer Kläranlage geplant ist, sind diese zu berücksichtigen. Für die Erhöhung der Mindestrestwassermengen nach Artikel 33 GSchG (Abs. 3 Bst. c) ist der zukünftige Zustand des Gewässers zu berücksichtigen (z.B. Erhöhung der Abwassermengen als Folge von Bevölkerungszunahme, Industrialisierung, Tourismus).
Aspekt Betreffend die Trinkwasserversorgung ist der Ausgangs-Zustand massgebend, Trinkwasserversorgung um die Mindestrestwassermenge und die anderen Massnahmen gemäss Artikel 31 GSchG (Abs. 2 Bst. b) festzulegen. Für die Erhöhung der Mindestrestwassermengen nach Artikel 33 GSchG (Abs. 3 Bst. d) ist der zukünftigen Entwicklung der Trinkwasserversorgung (zukünftiger Zustand) Rechnung zu tragen.
fischereiliche Aspekte Aus fischereilicher Sicht ist der naturnahe Zustand, der Ausgangs-Zustand und der zukünftige Zustand zu berücksichtigen. Als Beispiel sei ein Fliessgewässer angenommen, in dem im naturnahen Zustand seltene Lebensgemeinschaften vorkamen (Õ Art. 31 Abs. 2 Bst. c GSchG). Heute sind diese im zur Diskussion stehenden Gewässerabschnitt wegen unmittelbar vorausgegangener Ereignisse wie extreme Trockenheit oder Hochwasser nicht mehr anzutreffen. In Zukunft wird es aber möglich sein, dass sich wieder eine Population bildet. Der potentielle Lebensraum muss deshalb eine genügend grosse Restwassermenge und die anderen Massnahmen nach Artikel 31 GSchG aufweisen, um das Leben der seltenen Lebensgemeinschaften zu ermöglichen. Wenn bereits im naturnahen Zustand die freie Fischwanderung unmöglich war, kommt Artikel 31 Absatz 2 Buchstabe d GSchG an diesen Stellen nicht zur Anwendung. Die Beseitigung eines Hindernisses könnte eventuell im Rahmen der Interessenabwägung nach Artikel 33 GSchG beantragt werden.
Aspekt Beim Naturschutz, zum Beispiel beim Schutz von Auen von nationaler Bedeu- Naturschutz tung (Art. 31 Abs. 2 Bst. c GSchG), ist auf die gleiche Art und Weise vorzugehen wie bei den fischereilichen Aspekten. Falls die Aue im Ausgangs-Zustand belastet ist, weil sie durch Dämme vom Fliessgewässer getrennt wurde, ist darauf zu achten, dass die Mindestrestwassermenge und die anderen Massnahmen nach Artikel 31 GSchG zu keiner Verschlechterung des Ausgangszustands führen und geplanten Revitalisierungsmassnahmen Rechnung tragen.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.3 Restwasserstrecke und massgebender Zustand 39
Konzessionserneue- Konzessionserneuerungen und wesentliche Änderungen bestehender Konzessiorung und wesentliche Änderung einer bes- nen kommen rechtlich der Errichtung einer neuen Anlage gleich. Deshalb muss tehenden Konzession theoretisch von einem Zustand des Gewässers ausgegangen werden, wie er vorliegen würde, wenn noch nie eine Konzession erteilt worden wäre und demzufolge kein Kraftwerk bestehen würde. Mit Bezug auf die Abflussmengen kann dies in einer üblichen Toleranz bestimmt werden. Schwieriger wird dies bezüglich anderer Aspekte wie z.B. Wiederherstellungs- und Ersatzmassnahmen nach NHG. Für die Festlegung der Restwassermengen (Art. 31 Abs. 2 und Art. 33 GSchG) ist also das heutige Fliessgewässer aber ohne Wasserentnahmen als Ausgangs- Zustand zu betrachten. Die Ermittlung des Zustands ohne Wasserentnahmen ist im Bereich Hydrologie und in einem gewissen Rahmen im Bereich Hydrogeologie möglich (Wasserführung, Grundwasserstand etc.). Ebenso kann beurteilt werden, ob in einem Fliessgewässer, in dem im Ist-Zustand keine Fische leben können, da unterhalb einer bestehenden Fassung zu wenig Wasser fliesst, ohne die Wasserentnahme Fische darin leben könnten. Dabei können Vergleiche mit nicht oder weniger beeinträchtigten Gebieten, die ähnliche Charakteristiken aufweisen, nützliche Hinweise liefern. Solche Vergleiche können auch in anderen restwasserrelevanten Bereichen (z.B. Auen) nützliche Hinweise zur Ermittlung des Zustands ohne die Wasserentnahme liefern (Õ Wasserentnahmen. Vorgehen bei der Sanierung nach Art. 80 Abs. 2 GSchG, BUWAL in Bearbeitung).
4.4 DIE MINDESTRESTWASSERMENGE
Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG Allgemeines Die Mindestrestwassermengen nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG (QMin Abs 1) sind im Wesentlichen aus der empirischen Formel von Matthey abgeleitet worden. QMin Abs 1 wird auf Grund der hydrologischen Kenngrösse Q347 festgelegt. Dabei bezieht sich die Abflussmenge Q347 immer auf einen bestimmten Punkt im Fliessgewässer. Für diesen Punkt muss die entsprechende QMin Abs 1 festgelegt werden. Grundsätzlich müssen die Anforderungen von Artikel 31 Absatz 1 GSchG auf der gesamten Restwasserstrecke erfüllt werden. Õ Schlussbericht der Arbeitsgruppe Restwasser (Arbeitsgruppe Restwasser 1982), S. 31-81 Õ Botschaft zur Revision des GSchG (Schweiz. Bundesrat 1987), Abbildung 5, S. 71 Õ Artikel 4 Buchstabe h GSchG (Abflussmenge Q347) Õ Artikel 59 GSchG (Ermittlung der Abflussmenge Q347) Õ Kapitel 7 Die Abflussmenge Q347
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
40 4.4 Die Mindestrestwassermenge
Normalfall In der Praxis wird es wohl in den meisten Fällen genügen, die Abflussmenge Q347 am Ort der Fassung zu messen, die entsprechende Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG zu ermitteln und die erforderliche Dotierwassermenge festzulegen. In der Regel werden damit die Anforderungen von Artikel
31 Absatz 1 GSchG auf der gesamten Restwasserstrecke eingehalten, weil das
gefasste Fliessgewässer fassungsabwärts durch Zuflüsse gespiesen und somit das Restwasserproblem auf natürliche Weise entschärft wird (Õ Abb. 4.9). Dies gilt lediglich für die Einhaltung der Anforderungen nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG. Für die Einhaltung der Anforderungen nach Artikel 31 Absatz 2 und Artikel 33 GSchG können auch im "Normalfall" andere Stellen in der Restwasserstrecke massgebend sein.
Situation Entnahme Rückgabe
Längenprofil
Abfluss
QNat Rückgabe Entnahme
QRest
QDot QMin Abs 1 Distanz
QNat natürlicher Abfluss QMin Abs 1 Mindestrestwassermenge gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG QDot Dotierwassermenge, die den Vorschriften von Art. 31 Abs. 1 GSchG entspricht QRest Restwassermenge, die sich aus QDot ergibt massgebender Punkt zur Kontrolle der Einhaltung der Anforderungen von Art. 31 Abs. 1 GSchG
Abbildung 4.9 Mindestrestwassermenge gemäss Artikel 31 Absatz 1 GSchG: Normalfall
Vorgehen bei Ver- Genauer zu untersuchen ist hingegen die Fragestellung bei einem Fliessgewässickerungsstrecken ser, bei dem die Abflussmenge unterhalb der Wasserentnahme teilweise oder ganz versickert. In einem solchen Fall kommen die Restwasserbestimmungen des GSchG nur auf denjenigen Fliessgewässerabschnitten innerhalb der Rest-
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.4 Die Mindestrestwassermenge 41
wasserstrecke zur Anwendung, welche eine ständige Wasserführung aufweisen. Õ Artikel 33 Absatz 1 GSchV Õ Artikel 4 Buchstabe i GSchG Õ Kapitel 4.9 Spezialfall Versickerungen
Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 Absatz 2 GSchG Anforderungen Die Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG (QMin Abs 1) reicht häufig noch nicht aus, um den minimalen Schutz der wichtigsten Funktionen eines Gewässers zu gewährleisten. Deshalb muss QMin Abs 1 zwingend erhöht werden, wenn die Anforderungen nach Artikel 31 Absatz 2 nicht erfüllt sind und nicht durch andere Massnahmen erfüllt werden können. Diese Anforderungen bilden einen integralen Bestandteil der Bestimmung der Mindestrestwassermenge und müssen (ausser bei allfälligen Ausnahmen nach Artikel 32 GSchG) auf der gesamten Restwasserstrecke erfüllt sein. Die Erfüllung dieser Anforderungen ist nicht Gegenstand einer Interessenabwägung, wie dies bei den Anforderungen nach Artikel 33 GSchG der Fall ist. Ob die Mindestrestwassermenge ganzjährig oder nur zeitweise erhöht werden muss, ergibt sich aus den Anforderungen im Einzelfall. Für die Festlegung der Restwassermenge und weiterer nötiger Massnahmen zur Erfüllung der in Artikel 31 Absatz 2 GSchG gestellten Anforderungen müssen vor allem möglichst genaue hydrologische, hydraulische sowie hydrogeologische Daten betreffend die massgebenden Stellen der Restwasserstrecke verfügbar sein (natürliche und beeinflusste Abflussmengen wie z.B. Abflussganglinien; Wassertiefe, benetzte Breite sowie Abflussgeschwindigkeiten für verschiedene Abflussmengen etc.). Je komplexer das hydrografische System ist, desto umfassender müssen die Informationen sein.
Wasserqualität von Wasserentnahmen dürfen nicht dazu führen, dass die Anforderungen an die Oberflächengewässern (Bst. a) Wasserqualität der GSchV (Anh. 2) im Unterlauf des Gewässers nicht mehr eingehalten werden. Diese Anforderungen müssen ganzjährig eingehalten sein. Bei den nummerischen Anforderungen an Fliessgewässer (Anh. 2 Ziff. 12 Abs. 5 GSchV) sind ungünstige natürliche Verhältnisse (extreme Wetterbedingungen wie Hochwasser oder unüblich lange Niederwasserperioden) vorbehalten. Beachte den Unterschied zu Artikel 33 Absatz 3 Buchstabe c. Õ Schlussbericht der Arbeitsgruppe Restwasser (Arbeitsgruppe Restwasser 1982), S. 193-206 Õ Botschaft zur Revision des GSchG (Schweiz. Bundesrat 1987), S. 73
Speisung von Grund- Grundwasservorkommen müssen weiterhin so gespiesen werden, dass die davon wasservorkommen (Bst. b) abhängige Trinkwassergewinnung im erforderlichen Ausmass möglich ist und der Wasserhaushalt landwirtschaftlich genutzter Böden nicht wesentlich beein-
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
42 4.4 Die Mindestrestwassermenge
trächtigt wird. Beachte den Unterschied zu Artikel 33 Absatz 3 Buchstabe d. Õ Schlussbericht der Arbeitsgruppe Restwasser (Arbeitsgruppe Restwasser 1982), S. 221-239
Seltene Lebensräume Seltene Lebensräume und -gemeinschaften, die direkt oder indirekt von der Art und -gemeinschaften (Bst. c) und Grösse des Gewässers abhängen, sind zu erhalten. Beim Vorliegen zwingender Gründe (unverhältnismässig hohe Dotierwassermengen) kann hiervon abgewichen werden. In diesem Fall muss nach Möglichkeit für einen gleichwertigen Ersatz gesorgt werden. Beachte den Unterschied zu Artikel 33 Absatz 3 Buchstabe b. Buchstabe c zielt insbesondere auf die Erhaltung inventarisierter Schutzgebiete ab, nicht inventarisierte seltene Lebensräume und -gemeinschaften sind aber nicht ausgeschlossen (Õ Botschaft zur Revision des GSchG, Schweiz. Bundesrat 1987, S. 73). Denkbar sind zum Beispiel gefährdete Fischarten (Õ Art. 5 Abs. 1 und Anhang 1 VBGF), deren Erhaltung nicht bereits durch Artikel 31 Absatz 2 Buchstaben d (freie Fischwanderung) und e (Fliessgewässer die als Laichstätte oder als Aufzuchtgebiete von Fischen dienen) gewährleistet ist. Folgende inventarisierte Schutzgebiete sind in erster Linie betroffen:
Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung (Õ Auenverordnung);
Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung (Õ Flachmoorverordnung);
Lebensräume und -gemeinschaften, die in kantonalen Inventaren aufgeführt sind oder kantonalen Schutzbeschlüssen unterstellt sind;
Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN; Õ VBLN), soweit sich im betroffenen Schutzgebiet Lebensräume und -gemeinschaften befinden, die direkt oder indirekt von der Art und Grösse des Gewässers abhängen;
Bundesinventar der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung (Õ Moorlandschaftsverordnung), soweit sich im betroffenen Schutzgebiet Lebensräume und -gemeinschaften befinden, die direkt oder indirekt von der Art und Grösse des Gewässers abhängen.
Weil QMin Abs 1 in der Regel nicht ausreicht, um seltene Lebensräume und -gemeinschaften entlang der Restwasserstrecke zu erhalten, müssen in diesen Fällen die ökologischen Ansprüche der betroffenen Lebensräume und –gemeinschaften in Bezug auf die Restwassermengen detailliert abgeklärt werden. Õ Artikel 6, 18, 21, 22 NHG; Artikel 16 WaG; Artikel 4, 5, 8 Auenverordnung
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.4 Die Mindestrestwassermenge 43
Schlussbericht der Arbeitsgruppe Restwasser (Arbeitsgruppe Restwasser 1982), S. 85-184 Wasserentnahme aus Fliessgewässern – Auswirkungen verminderter Abflussmengen auf die Pflanzenwelt (BUWAL 1987) Kartierung der Auengebiete von nationaler Bedeutung (BUWAL 1993a) Vollzugshilfen zur Auenverordnung (BUWAL 1995) Massnahmen im Sinne von Artikel 18 NHG (BUWAL 1994c)
Seltene Lebensräume und -gemeinschaften Als Beispiel werden nachfolgend die variablen Mindestrestwasserabflüsse nach (Bst. c): Beispiel Auenwald Artikel 31 Absatz 2 bei einem Auenwald angeführt ( Abb. 4.10). Grundsätzlich gilt bezüglich Restwasser das Folgende:
Ganzes Jahr: Restwasserabfluss höher als QMin Abs 1, um ein Austrocknen der Auen zu verhindern;
Vegetationsperiode: Der saisonale Abfluss muss der natürlichen Abflusskurve auf einem tieferen Niveau entsprechen; Hochwasser müssen gewährleistet sein, Grundwasser muss genügend gespiesen werden.
Auengebiet Gérine im Kanton Freiburg (Foto J. Cl. Bersier, Freiburg)
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
44 4.4 Die Mindestrestwassermenge
Situation
Entnahme Rückgabe Auenwald
x x A B
Längenprofil: mittlerer Abfluss Abfluss
QNat
Rückgabe QRest 1
QMin Entnahme
QMin Abs 1 Distanz QDot 1 A B Dank der grossen Zuflüsse des Zwischeneinzugsgebietes werden die Anforderungen nach Art. 31 Abs. 2 GSchG mit QDot 1 eingehalten.
Längenprofil: Niedrigabfluss Abfluss
QNat QRest 1 QRest 2 QMin
QDot 2 QMin Abs 1 Distanz QDot 1 A B Wegen der geringen Zuflüsse des Zwischeneinzugsgebietes ist eine Dotation QDot 2 erforderlich, um die Anforderungen nach Art. 31 Abs. 2 GSchG einzuhalten.
Hochwasser Abflussganglinie am Punkt B Abfluss mittlerer Abfluss Niedrigabfluss QNat QNat QRest 2 QRest 2 Überlauf
QMin Monat
Januar Juli
Abbildung 4.10
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.4 Die Mindestrestwassermenge 45
Dotierwassermenge nutzbarer Abfluss
Zufluss des Zwischen- Überlauf der Wasserfassung einzugsgebiets
QNat natürlicher Abfluss QMin Abs 1 Mindestrestwassermenge gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG QMin Mindestrestwassermenge gemäss Art. 31 GSchG (Abs. 1 und 2) QDot 1 Dotierwassermenge lediglich gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG —› falsch QDot 2 Dotierwassermenge gemäss Art. 31 GSchG Abs. 1 und Abs. 2 —› richtig QRest 1 Restwassermenge, die sich aus QDot 1 ergibt QRes 2 Restwassermenge, die sich aus QDot 2 ergibt Massgebender Punkt zur Kontrolle der Einhaltung der Anforderungen von Art. 31 Abs. 2 GSchG
Abbildung 4.10 (Fortsetzung) Beispiel für die Anwendung von Artikel 31 Absatz 2 Buchstabe c GSchG bei einem Auenwald entlang der Restwasserstrecke
Abgeleitet aus diesen Grundbedingungen ergibt sich die nachfolgende Dotierung ( Glossar) bei der Wasserfassung:
In Zeiten mit mittlerem Abfluss: Die Dotierung, die lediglich auf Grund von Artikel 31 Absatz 1 GSchG ermittelt wird ( Abb. 4.10, Längenprofil: mittlerer Abfluss, QDot 1) genügt dank grosser unterliegender Zuflüsse (unter anderem der Seitenbach, Punkt A), um im Streckenabschnitt mit seltenen Lebensgemeinschaften die Bedingungen gemäss Artikel 31 Absatz 2 GSchG zu erfüllen (bei Punkt B: QRest 1 > QMin).
In Zeiten mit Niedrigwasserabfluss: Die Zuflüsse des Zwischeneinzugsgebiets sind klein (siehe Längenprofil: Niedrigwasserabfluss, Punkt A). Die Dotation QDot 1 reicht nicht, damit auf Streckenabschnitten mit seltenen Lebensgemeinschaften die Anforderungen gemäss Artikel 31 Absatz 2 Buchstabe c GSchG erfüllt sind (bei Punkt B: QRest 1 < QMin). Eine höhere Dotierung ist notwendig (siehe QDot 2 und QRest 2). Diese ist je nach Grösse der Zuflüsse des Zwischeneinzugsgebiets anzupassen; das heisst, die Dotierung QDot 2 muss variabel sein (siehe Abflussganglinie am Punkt B, im Januar, QDot 2 > QDot 1). Zur Überprüfung einer ausreichenden Wasserführung in der betroffenen Restwasserstrecke könnte man beispielsweise einen Kontrollpegel einbauen.
In Hochwassersituationen: Die Fassung ist so zu steuern, dass die ökologisch notwendigen Hochwasser beim seltenen Lebensraum garantiert sind (siehe Abfluss bei Punkt B im Juli, Überlauf oder Schliessen der Fassung).
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
46 4.4 Die Mindestrestwassermenge
Freie Fischwanderung Die freie Fischwanderung muss für alle Fischarten gewährleistet werden, damit (Bst. d) deren Überleben langfristig gesichert ist. Aus diesem Grund wird für die Fischwanderung in der Restwasserstrecke eine genügende Wassertiefe verlangt. In der Regel sollte ganzjährig eine mindestens 20 cm tiefe Rinne offengehalten werden. Massgeblich sind die ökologischen Erfordernisse der in der Restwasserstrecke lebenden Fischpopulationen. Bei Niedrigwasser kann es vorkommen, dass diese Anforderung auch in unbeeinflussten Fliessgewässern nicht immer erfüllt ist; doch können die Fische die Hindernisse beim nächsten kleinen Regenereignis überwinden, was bei beeinflussten Gewässern mit konstant dotierter Wassermenge über eine lange Zeit nicht möglich wäre. Beachte den Unterschied zu Artikel 33 Absatz 3 Buchstabe b. Die Anforderung kann durch entsprechende Dotierwassermengen, aber auch durch geeignet ausgeführte bauliche Massnahmen an den kritischen Stellen erfüllt werden. Es ist zu beachten, dass die erforderliche Wassertiefe nur auf einer für die Fischwanderung nötigen Breite vorhanden sein muss. Im Übrigen besteht keine Verpflichtung, natürliche Hindernisse, die bereits vor der Wasserentnahme bestanden, zu beseitigen. Die Beseitigung eines Hindernisses könnte eventuell im Rahmen der Interessenabwägung nach Artikel 33 GSchG beantragt werden. Die freie Fischwanderung bei den Fassungsbauwerken ist nach BGF zu gewährleisten. Õ Artikel 9 BGF
Õ Schlussbericht der Arbeitsgruppe Restwasser (Arbeitsgruppe Restwasser 1982), S. 31-80 Õ Botschaft zur Revision des GSchG (Schweiz. Bundesrat 1987), S. 73-74
Laichstätten und In kleinen Fischgewässern ist es oft so, dass jede Änderung des Wasserregimes Aufzuchtgebiete von Fischen (Bst. e) die Existenz der Lebewesen (z.B. Jungfische) gefährdet, weshalb die kleinen Fliessgewässer mit einem Q347 bis 40 l/s, die unterhalb 800 m ü.M. liegen, besonders geschützt werden müssen. Die Anforderungen nach Buchstabe e müssen auf der Restwasserstrecke unterhalb 800 m ü.M. erfüllt sein, auch wenn die Wasserfassung höher liegt. Õ Artikel 7-9 BGF
Õ Schlussbericht der Arbeitsgruppe Restwasser (Arbeitsgruppe Restwasser 1982), S. 31-80 Õ Botschaft zur Revision des GSchG (Schweiz. Bundesrat 1987), S. 74
Massnahmen Der minimale Schutz nach Artikel 31 Absatz 2 GSchG kann nun aber häufig sowohl durch eine Erhöhung von QMin Abs 1 – allenfalls kombiniert mit einer jahreszeitlichen Abstufung – als auch durch andere Massnahmen erreicht wer-
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.4 Die Mindestrestwassermenge 47
den. Diese Massnahmen können sein:
bauliche Massnahmen,
betriebliche Massnahmen,
weitere Massnahmen.
Bei der Bestimmung dieser Massnahmen sind bestehende planerische Grundlagen zu berücksichtigen
Bauliche Massnahmen Es ist eine Vielzahl baulicher Massnahmen denkbar, um die Anforderungen von Artikel 31 Absatz 2 GSchG zu erfüllen, wie zum Beispiel:
Begrenzung der Fassungskapazität zur Erhöhung der Häufigkeit des Fassungsüberlaufs;
Bau eines Ausgleichsbeckens (Õ Kapitel 4.3, Beispiel 2);
Naturnahe Gestaltung von Fliessgewässern zur Erhaltung seltener und Schaffung neuer, dynamischer Lebensräume und -gemeinschaften;
Bau von Niedrigwasserrinnen zur Gewährleistung der für die freie Fischwanderung erforderlichen Wassertiefe;
Gestaltung der Einmündung der Nebengewässer damit die Aufstiegsmöglichkeiten der Fische in die Seitengewässer gewahrt bleiben;
Bepflanzung der Ufer mit standortgerechten Sträuchern und Bäumen damit die Wassertemperatur im Sommer nicht zu hoch ansteigt;
Bauliche Massnahmen am Gewässerbett zur Förderung der Grundwasseranreicherung.
Bei den baulichen Massnahmen muss der natürliche Verlauf des Gewässers möglichst beibehalten oder wiederhergestellt werden (Õ Art. 37 Abs. 2 GSchG).
Betriebliche Betriebliche Massnahmen zur Erfüllung der Anforderungen von Absatz 2 betref- Massnahmen fen insbesondere den Betrieb der Wasserfassung:
Periodische Spülungen,
Periodisches Schliessen der Fassung und Weitergabe des natürlichen Abflusses in die Restwasserstrecke (periodisch erhöhte Abflüsse).
Weitere Massnahmen Weitere Massnahmen sind beispielsweise:
Ausbau von Kläranlagen zur Verbesserung der Qualität des geklärten Wassers, um die vorgeschriebene Wasserqualität der Oberflächengewässer einzuhalten;
Künstliche Anreicherung des Grundwassers, um die davon abhängige Trinkwasserversorgung im erforderlichen Ausmass zu ermöglichen und um
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
48 4.4 Die Mindestrestwassermenge
eine Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes landwirtschaftlich genutzter Böden zu vermeiden; • Künstliche Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen, um eine Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes landwirtschaftlich genutzter Böden zu vermeiden.
Kombination von Es ist oft zweckmässig verschiedene Massnahmen zu kombinieren: z.B. kann Massnahmen durch eine Kombination von Massnahmen (Begrenzung der Fassungskapazität, periodische Spülungen oder periodisches Schliessen der Fassung) mit der jahreszeitlichen Abstufung der Dotierwassermenge die natürliche Abflussdynamik in der Restwasserstrecke auf einem tieferen Niveau nachgebildet werden. Damit können bei geeigneter Planung beispielsweise die übermässige Ablagerung feiner Partikel und die unerwünschte Kolmatierung der Gewässersohle vermieden sowie die Wasserqualität in der Restwasserstrecke und Lebensräume und -gemeinschaften im Bachbett erhalten werden.
Õ Wasserentnahme aus Fliessgewässern – Auswirkungen verminderter Abflussmengen auf die Pflanzenwelt (BUWAL 1987) Õ Wasserentnahme aus Fliessgewässern: Gewässerökologische Anforderungen an die Restwasserführung, (BUWAL 1989) Õ Schlussbericht der Arbeitsgruppe Restwasser (Arbeitsgruppe Restwasser 1982), S. 239 (bzgl. Grundwasser) Õ Massnahmen im Sinne von Artikel 18 NHG (BUWAL 1994c)
4.5 AUSNAHMEN VON DER MINDESTRESTWASSERMENGE
Grundsatz Die Kantone dürfen gestützt auf Artikel 32 GSchG in gewissen Fällen die Mindestrestwassermenge tiefer ansetzen als dies Artikel 31 vorschreibt. Unterhalb der Strecken, für die eine Ausnahme gewährt wird, müssen die Restwassermengen wieder den Abflussmengen gemäss Artikel 31 und 33 GSchG entsprechen.
Wasserentnahmen aus kleinen, hochgelegenen Gewässern (Artikel 32 Buchstabe a GSchG) Nach Artikel 32 Buchstabe a GSchG kann auf einer Strecke von 1000 m unterhalb einer Wasserentnahme aus einem Gewässer, das höher als 1700 m ü. M. liegt und dessen Abflussmenge Q347 kleiner als 50 l/s ist, eine Ausnahme beansprucht werden. Diese Ausnahme kommt den wirtschaftlichen Interessen der Alpenkantone
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.5 Ausnahmen von der Mindestrestwassermenge 49
entgegen. Sie dürfte in der Regel bei Nichtfischgewässern (Õ Glossar) im Gebirge angewendet werden, bei denen die erforderliche Restwasserführung im beeinflussten Gewässer infolge vieler seitlicher Zuflüsse unterhalb der Wasserentnahme nach einer gewissen Distanz wieder gewährleistet ist. Abbildung 4.11 zeigt ein Beispiel für die Anwendung von Artikel 32 Buchstabe a GSchG.
Einzugsgebiet A Einzugsgebiet B
A B
Sammelstollen
Fliessgewässerstrecke zwischen dem Punkt B1, resp. B2 sowie B3 und dem Punkt B kürzer als 1000 m
Abfluss Q347 am Punkt B1 resp. B2 sowie B3 kleiner als 50 l/s
ab dem Punkt B müssen die Restwassermengen wieder den Abflussmengen gemäss Art. 31 und 33 GSchG entsprechen
Einzugsgebiets- 5.0 1.0 2.0 1.0 5.0 Einzugsgebiet zwischen B1, resp. B2 sowie B3 und dem Punkt Natürliche Abflussmengen Mittlerer Abfluss [l/s] 200 40 80 40 200 Mittlerer Abfluss aus dem Zwischeneinzugsgebiet: 40 [l/s] Q347 [l/s] 50 10 20 10 50 Niedrigwasserabfluss aus dem Zwischeneinzugsgebiet: 10 [l/s] Mindestrestwassermenge ohne Ausnahme gemäss Art. 32 Bst. a Restwassermenge [l/s] 50 160 Niedrigwasserabfluss aus dem Zwischeneinzugsgebiet: 10 [l/s] Mindestrestwassermenge mit Ausnahme gemäss Art. 32 Bst. a Restwassermenge [l/s] 50 Niedrigwasserabfluss aus dem Zwischeneinzugsgebiet: 10 [l/s]
Abbildung 4.11 Artikel 32 Buchstabe a GSchG: Beispiel für Gewässer, die höher als 1700 m ü. M. liegen
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
50 4.5 Ausnahmen von der Mindestrestwassermenge
Nach Artikel 32 Buchstabe a GSchG darf die Restwassermenge auf einer Strecke von 1000 m unter Umständen Null sein. Falls es sich bei einem solch hochgelegenen Gewässer jedoch ausnahmsweise um ein Fischgewässer handelt, kann eine Erhöhung der Mindestrestwassermenge auf Grund von Artikel 33 GSchG (Abs. 3 Bst. b) geboten sein. In den Fällen, in denen ein Teil der Strecke von 1000 m unterhalb von 1700 m ü. M. zu liegen kommt, sollte dann keine Ausnahme bewilligt werden, wenn dadurch die Funktion eines Fischgewässers nicht mehr gewährleistet wäre (Õ Kapitel Schutz- und Nutzungsplanung).
Wasserentnahmen aus Nichtfischgewässern (Artikel 32 Buchstabe b GSchG) Artikel 32 Buchstabe b gewährt Ausnahmen für Nichtfischgewässer (Õ Glossar). Solche Gewässer sind jedoch oft wichtige Elemente der Landschaft oder des Wasserhaushalts. Deshalb soll die Mindestmenge nach Buchstabe b gewährleisten, dass auch Nichtfischgewässer ganzjährig wenigstens den Charakter eines Gewässers aufweisen. Betroffen von dieser Regelung sind häufig Oberläufe oder Seitengerinne von Fischgewässern. Bei solchen Nichtfischgewässern genügt, vornehmlich in Berggebieten, manchmal die reduzierte Restwassermenge, um die wichtige Funktion als Nahrungsquelle für die stromabwärts lebende Fauna sicherzustellen. Im Talgebiet kann eine reduzierte Restwassermenge jedoch eine starke Beeinträchtigung der Produktivität und der Artenvielfalt zur Folge haben (ungünstige Wassertemperaturen, Zufluss von Abwässern, geringe Strömungsgeschwindigkeit etc.). In diesen Fällen sollte von der Gewährung einer Ausnahme im Rahmen der Interessenabwägung (Art. 33 Abs. 3 Bst. b) unter Umständen abgesehen werden.
Schutz- und Nutzungsplanung (Artikel 32 Buchstabe c GSchG) Allgemeines Das Instrument der Schutz- und Nutzungsplanung (SNP) wird vom Gesetzgeber vorgesehen, weil Fälle denkbar sind, in denen durch kleine Abweichungen von den Mindestrestwassermengen bedeutende Mengen zusätzlicher Energie wirtschaftlich günstig gewonnen werden können. Die Kantone können in solchen Fällen zweckmässige Lösungen treffen. Artikel 32 Buchstabe c GSchG darf allerdings nicht dazu führen, dass Fischgewässer im Rahmen eines Ausgleichs gänzlich (so weit dass die Funktion als Fischgewässer vollständig ausfällt) trockengelegt werden. Õ Botschaft zur Revision des GSchG (Schweiz. Bundesrat 1987), S. 75-76
Õ BGE 112 Ib Val Müstair
Damit eine SNP genehmigt werden kann, müssen insbesondere folgende Bedingungen erfüllt sein: • die betroffenen Fliessgewässer müssen sich in einem begrenzten, topogra-
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.5 Ausnahmen von der Mindestrestwassermenge 51
phisch zusammenhängenden Gebiet befinden (SNP-Perimeter);
die Verminderung der Abflussmengen muss im gleichen Gebiet kompensiert werden, z.B. durch Verzicht auf andere Wasserentnahmen (Ausgleich);
die vorgesehenen Ausgleichsmassnahmen müssen anhand einer geeigneten Planung (Unterschutzstellung) für die Dauer der Konzession und für jedermann verbindlich festgelegt werden;
die Resultate der Abklärungen müssen im Restwasserbericht dokumentiert sein;
die SNP bedarf der Genehmigung des Bundesrates.
Die erwähnten Bedingungen werden nachfolgend näher erläutert.
SNP-Perimeter Der Ausgleich darf nicht zwischen zwei weit auseinanderliegenden Gebieten erfolgen (beispielsweise zwischen dem Haslital und den Lütschinentälern im Berner Oberland oder zwischen dem Baltschiedertal und dem Turtmanntal im Wallis). Die geschützten und mehrgenutzten Fliessgewässer müssen sich vielmehr im gleichen Einzugsgebiet befinden und eine Einheit bilden, und zwar nicht nur in topografischer, sondern auch in hydrologischer Hinsicht (beispielsweise ein Ausgleich zwischen dem Rombach und seinen Zuflüssen im Münstertal GR oder zwischen der rechten und der linken Talflanke des Bedrettotals im Tessin; Õ Abb. 4.12). Das Gebiet in dem sich diese Fliessgewässer befinden bildet den SNP-Perimeter.
Mehrschutz der linken Talflanke, z.B. durch vollständigen Verzicht auf Wasserentnahmen in diesen Gewässern
Mehrnutzung der rechten Talflanke
Abbildung 4.12 Artikel 32 Buchstabe c GSchG: Beispiel für Schutz- und Nutzungsplanung – Verzicht auf die Nutzung von Gewässern (Val Bedretto)
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
52 4.5 Ausnahmen von der Mindestrestwassermenge
Sieht der Ausgleich eine Unterschutzstellung von Lebensräumen, die von diesen Fliessgewässern abhängig sind vor, so muss der SNP-Perimeter diese Biotope umfassen. Lebensräume müssen als Ganzes unter Schutz gestellt werden, selbst wenn nur in einem Teil eines Objektes konkrete Massnahmen vorgesehen sind oder wenn gewisse Teile einen unterschiedlichen Schutzstatus erhalten (beispielsweise Lebensräume von regionaler Bedeutung).
Ausgleich: Die Verminderung der Abflussmenge, das heisst die Mehrnutzung der Fliessge- Grundsätze wässer, muss ausgeglichen werden durch einen Mehrschutz. Es muss nachgewiesen werden, dass die vorgesehenen Massnahmen einen genügenden Ausgleich darstellen (Õ Art. 34 Abs. 2 Bst. b GSchV). Der Ausgleich muss in qualitativer Hinsicht genügen: es sollen die negativen Auswirkungen auf die Fliessgewässer auf Grund der Mehrnutzung durch die positiven Auswirkungen auf Grund des Mehrschutzes kompensiert, und nicht jährliche Wassermengen miteinander verglichen werden. Demzufolge kann beispielsweise die Mehrnutzung eines Fischgewässers kaum durch einen Mehrschutz eines Nichtfischgewässers ausgeglichen werden. Hingegen ist es möglich, dass eine erhebliche Mehrnutzung eines ökologisch weniger wertvollen Fliessgewässers durch einen bescheidenen Mehrschutz eines ökologisch wertvollen Fliessgewässers ausgeglichen wird.
Ausgleich: Massnahmen, die nach den Vorschriften des Bundes über den Schutz der Um- Massnahmen, die nicht oder nur beschränkt als Ausgleich gelten welt ohnehin erforderlich sind, werden nicht berücksichtigt (Õ Art. 34 Abs. 3 GSchV). Vier Beispiele:
Eine Erhöhung der Mindestrestwassermenge gemäss Artikel 31 Absatz 1 GSchG zur Erfüllung der in Artikel 31 Absatz 2 GSchG festgelegten Anforderungen, zum Beispiel die Erhaltung seltener Lebensräume und -gemeinschaften, die direkt von der Art und Grösse des Gewässers abhängen, oder die Gewährleistung der freien Fischwanderung in den Restwasserstrecken, gelten nicht als Ausgleich, da diese Anforderungen ohnehin erfüllt werden müssen;
Eine Erhöhung der Mindestrestwassermenge (Art. 31 Abs. 1 und Abs. 2 GSchG) auf Grund einer Abwägung der Interessen gemäss Artikel 33 GSchG gilt nicht als Ausgleichsmassnahme, weil diese Interessenabwägung ohnehin vom GSchG gefordert wird (Õ vgl. auch Ausgleich: Interessenabwägung, unten);
Massnahmen gemäss Artikel 18 Absatz 1ter, Artikel 18a und Artikel 18b NHG sowie Artikel 9f BGF gelten nicht als Ausgleich, da diese Anforderungen ohnehin erfüllt werden müssen;
Der Verzicht auf die Nutzung eines in einem Inventar von nationaler, regionaler oder lokaler Bedeutung aufgeführten Fliessgewässers (z.B. Was-
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.5 Ausnahmen von der Mindestrestwassermenge 53
serfall) kann nicht als Ausgleichsmassnahme berücksichtigt werden, wenn das durch dieses Inventar anvisierte Schutzziel bereits jegliche Nutzung untersagt.
Andere Massnahmen, die als Ausgleich nicht geeignet sind:
Massnahmen, die im Rahmen eines früheren Projektes hätten getroffen werden müssen, vom damals Verpflichteten aber (noch) nicht ausgeführt wurden;
Massnahmen, die – unabhängig von der SNP – durchgeführt werden oder bereits durchgeführt wurden;
Massnahmen, die in einem Verzicht auf ohnehin nicht zulässige Umweltbelastungen bestehen (z.B. Verzicht auf unzulässige Verbauungen, Eindolungen oder Wasserentnahmen).
Der Verzicht auf die Nutzung eines Fliessgewässers mit geringer Nutzungswahrscheinlichkeit z.B. auf Grund hoher Gestehungskosten kann zwar in einer SNP berücksichtigt werden; er gilt aber nur sehr beschränkt als Ausgleichsmassnahme.
Ausgleich: In erster Linie soll ein Ausgleich durch Verzicht auf Wassernutzung angestrebt mögliche Massnahmen werden. Dies ist insbesondere möglich durch:
Verzicht auf andere Wasserentnahmen (Wortlaut des Art. 32 Buchstabe c GSchG). Es wäre beispielsweise möglich, auf die Nutzung eines Teils oder aller Zuflüsse auf einer Talflanke zu verzichten im Ausgleich zu einer Mehrnutzung der Fliessgewässer am anderen Hang (z.B. ein Ausgleich zwischen der rechten, stärker genutzten und der linken, nicht berührten Talseite des Bedrettotals TI; Õ Abb. 4.12). Dabei sollen möglichst ganze Gewässer und nicht nur isolierte Gewässerabschnitte unter Schutz gestellt werden (Vernetzung von Gewässern);
Erhöhung der Restwassermengen in anderen genutzten Fliessgewässern. Denkbar wäre, dass in den Seitentälern weniger und im Hauptgewässer mehr Restwasser belassen wird (z.B. ein Ausgleich zwischen den seitlichen Zuflüssen des Rombachs im Münstertal GR und dem Rombach selbst), oder umgekehrt;
Erhöhung der Restwassermengen im gleichen Fliessgewässer, auf einer anderen Strecke. Hier sei als Beispiel die erste vom Bundesrat genehmigte SNP erwähnt, die SNP Chauffat-Rondchâtel sur la Suze, BE, mit einer Mehrnutzung des flussaufwärts gelegenen, steilen und ökologisch gesehen wenig interessanten Abschnitts des Fliessgewässers, die ausgeglichen wurde durch einen Mehrschutz des flussabwärts gelegenen, weniger steilen, dafür aber ökologisch wertvolleren Streckenabschnitts. Die vorgeschlagene
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
54 4.5 Ausnahmen von der Mindestrestwassermenge
Lösung zeigt eine positive Bilanz, sowohl aus energetischer Sicht (stärkeres Gefälle im oberen Streckenabschnitt) wie vom ökologischen Standpunkt her (Vergrösserung des für Wassertiere verfügbaren Lebensraums).
Im Weiteren können auch Massnahmen berücksichtigt werden, welche dem Schutz jener Lebensräume dienen, die von den Gewässern abhängen (Õ Art. 34 Abs. 3 GSchV). Denkbar sind z.B.: die Revitalisierung von verbauten Fliessgewässerstrecken, die Aufwertung von Lebensräumen wie Auengebiete, Quellfluren etc., die von den betroffenen Gewässern abhängen, die Vernetzung von Gewässern zur Vergrösserung von Lebensräumen. Angestrebt werden soll eine grossräumige Unterschutzstellung von Gewässern und ihrer Umgebung. Es ist jedoch zu bemerken, dass diese Biotopschutz-Massnahmen im Allgemeinen nur einen begrenzten Ausgleich ermöglichen und dass sie nur bei Vorhandensein von genügenden Abflussmengen wirksam sind. Demzufolge müssen diese Massnahmen in der Regel mit den obenerwähnten kombiniert werden.
Ausgleich: Die vorgesehenen Massnahmen müssen aus juristischer, technischer und wirt- Durchführbarkeit der Massnahmen schaftlicher Sicht durchführbar sein. So kann die Aufwertung eines Lebensraumes, welcher von einem Fliessgewässer abhängig ist, nicht berücksichtigt werden, wenn die entsprechenden Grundstücksflächen nicht verfügbar sind oder wenn die aktuelle Nutzung dieses Raumes mit dem beabsichtigten Schutzziel in Konflikt steht und auf diese Nutzung nicht verzichtet werden kann.
Ausgleich: Auch bei diesem Ausnahmetatbestand ist die zuständige Behörde zu einer Inter- Interessenabwägung essenabwägung nach Artikel 33 GSchG verpflichtet. Aus rein systematischer Sicht erfolgt die Abwägung der Interessen nach der Prüfung der Ausnahme nach Artikel 32 Buchstabe c GSchG (SNP). Aus praktischer Sicht ist es jedoch oft sinnvoller, die Lösung mit SNP mit der Lösung ohne SNP zu vergleichen (Õ Abb. 4.13), was im Endeffekt zum gleichen Resultat führt: Der Gesuchsteller schlägt eine Restwassermenge gemäss Artikel 32 Buchstabe c GSchG (mit SNP) vor, die geringer ist als die Mindestrestwassermenge, und die nach seiner Auffassung angemessen ist. Der Unterschied zwischen dieser Abflussmenge und der Abflussmenge, die gemäss Artikel 31 und 33 GSchG (ohne SNP) erforderlich wäre, stellt die Mehrnutzung dar. Diese muss durch Mehrschutzmassnahmen ausgeglichen werden.
Unterschutzstellung Damit eine Schutz- und Nutzungsplanung genehmigt werden kann, muss gesichert sein, dass die Schutzbestimmungen in Zukunft Bestand haben und für jedermann verbindlich sind (Õ Art. 34 Abs. 2 Bst. c GSchV). Andernfalls wäre der vom GSchG bezweckte Schutz der Gewässer nicht mehr gewährleistet. Bei der Sicherung der Schutzmassnahmen haben die Kantone einen erheblichen Spielraum. Folgende Möglichkeiten fallen in Betracht:
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.5 Ausnahmen von der Mindestrestwassermenge 55
Schutzzone nach Artikel 17 Absatz 1 RPG
Schutzverfügung (Art. 17 Abs. 2 RPG)
kantonaler Nutzungsplan, sofern im kantonalen Recht dafür eine gesetzliche Grundlage besteht
andere Massnahmen, bei denen im Einzelfall überprüft werden muss, ob damit ein genügender Schutz gewährleistet werden kann.
Die Unterschutzstellung muss beim Einreichen des Gesuches um Genehmigung einer SNP noch nicht rechtskräftig sein. Die Art und Weise, wie dies geschehen wird, muss aber entschieden sein.
Entnahme 1: Mehrnutzung Entnahme 2: Mehrschutz
Restwasser- Restwassermenge menge
Qohne SNP
Qohne SNP Qmit SNP
Qmit SNP QMin QMin
Monat Monat
J F M A M J J A S O N D J F M A M J J A S O N D
QMin Mindestrestwassermenge gemäss Art. 31 GSchG Qohne SNP Restwassermenge gemäss Art. 31-33 GSchG ohne SNP Qmit SNP Restwassermenge gemäss Art. 31-33 GSchG mit SNP Mehrnutzung (verminderte Restwassermenge im Rahmen der SNP) Mehrschutz (erhöhte Restwassermenge im Rahmen der SNP)
Abbildung 4.13 Artikel 32 Buchstabe c GSchG: Beispiel für Schutz- und Nutzungsplanung – Festlegung der Restwassermengen
Dokumentation im Der Ausgleich sollte insgesamt zu einer ausgeglichenen ökologischen Bilanz Restwasserbericht führen. Diese ökologische Bilanz ist vom Gesuchsteller unter Zuhilfenahme geeigneter Indikatoren und Kriterien nachzuweisen (z. B. Wassermenge, Fläche der Einzugsgebiete, Länge und ökologisches Gewicht der betroffenen Gewässerstrecken, Wahrscheinlichkeit der zukünftigen Nutzung der zu schützenden
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
56 4.5 Ausnahmen von der Mindestrestwassermenge
Gewässer, falls sie nicht unter Schutz gestellt würden), so dass die Bewilligungsbehörde die Argumente nachvollziehen und die Angemessenheit der Massnahmen beurteilen kann. Die Dokumentation muss die nachfolgenden Aspekte beschreiben, soweit diese beim betreffenden Gewässer tangiert werden:
Bedeutung des Gewässers als Landschaftselement;
Bedeutung des Gewässers als Lebensraum für die davon abhängige Tier- und Pflanzenwelt;
Bedeutung der Wasserführung für die Erfüllung der Anforderungen an die Wasserqualität;
Bedeutung des Gewässers für den Grundwasserhaushalt und die Trinkwassergewinnung;
Sicherstellung der landwirtschaftlichen Bewässerung.
Zusätzlich muss der Gesuchsteller den Nachweis erbringen, dass die vorgeschlagenen Ausgleichsmassnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden können.
Genehmigung der SNP Ist eine kantonale Behörde für die Erteilung der Wasserentnahmebewilligung durch den Bundesrat zuständig, so muss diese dafür sorgen, dass das Genehmigungsverfahren betreffend SNP mit dem Bewilligungsverfahren koordiniert wird. Dabei hört sie neben den kantonalen Fachstellen auch das BUWAL als Instruktionsbehörde für die Genehmigung der SNP an, bevor sie eine SNP beschliesst. Für diese Anhörung muss der Restwasserbericht vorliegen. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Stellungnahme des BUWAL nur für dieses, nicht aber für den Bundesrat verbindlich ist. Die kantonale Behörde reicht anschliessend beim BUWAL ein Gesuch der SNP ein, zwecks Genehmigung durch den Bundesrat (Art. 34 Abs. 1 GSchV). Dieses Gesuch umfasst die von der kantonalen Behörde beschlossene SNP (Art. 34 Abs. 2 Bst. a GSchV) einschliesslich:
einen Kurzbericht, der nachweist, dass der Bundesgesetzgebung entsprochen wurde; dieser Bericht basiert hauptsächlich auf dem Restwasserbericht, der vorgängig dem BUWAL unterbreitet wurde (siehe oben);
einen Plan, der den SNP-Perimeter festlegt und einen Überblick verschafft über die wichtigsten Faktoren (hydrologische Angaben, Mehrnutzung, Mehrschutz etc.);
einen definitiven, aber noch nicht zwingend rechtskräftigen Entwurf bezüglich des Rechtsaktes zur Gewährleistung des Schutzes (Schutzverfügung, Schutzreglement etc.).
Da die Genehmigung der SNP durch den Bundesrat eine Voraussetzung für die Erteilung der Bewilligung ist, muss ein entsprechendes Genehmigungsgesuch rechtzeitig beim Bund eingereicht werden.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.5 Ausnahmen von der Mindestrestwassermenge 57
Notsituationen (Artikel 32 Buchstabe d GSchG) Bei extremer Trockenheit, wenn die zufliessende Wassermenge unter die festgelegte Dotierwassermenge sinkt, darf bei bestehenden Wasserentnahmen nicht mehr Wasser entnommen werden. Dieser Zustand tritt bei kleinen Gewässern wesentlich häufiger ein, als bei grossen. Landwirtschaftliche Bewässerungen sind jedoch gerade in diesen Trockenzeiten nötig und müssen zudem oft aus kleinen Gewässern erfolgen können. Zu diesem Zweck sowie für andere Notsituationen (Õ Glossar) z.B. für Trinkwasserversorgung und für Löschzwecke soll die Behörde befristete Ausnahme für bestehende oder neue Wasserentnahmen bewilligen können.
4.6 DIE INTERESSENABWÄGUNG
Interessenabwägung (Artikel 33 Absatz 1 GSchG) Fälschlicherweise wird häufig davon ausgegangen, dass mit der Festlegung der Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 GSchG die Anforderungen der Restwasservorschriften des GSchG erfüllt seien. Die Einhaltung der Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 GSchG bedeutet in der Regel jedoch nicht die Sicherung angemessener Restwassermengen. Sie kann den ökologischen Unterschieden einzelner Fliessgewässer nicht umfassend Rechnung tragen und genügt somit der verfassungsrechtlichen Anforderung (Sicherung angemessener Restwassermengen) nicht. Gemäss Artikel 33 Absatz 1 GSchG ist die Behörde deswegen verpflichtet, die Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 GSchG in dem Ausmass zu erhöhen, als es sich auf Grund einer Abwägung der Interessen für und gegen die vorgesehene Wasserentnahme ergibt. Auch wenn Ausnahmen nach Artikel 32 GSchG möglich sind, ist die Behörde verpflichtet, diese Interessenabwägung durchzuführen. Das Ausmass der zusätzlich im Gewässer zu belassenden Wassermenge ergibt sich auf Grund von Artikel 33 GSchG aus der Beurteilung des Einzelfalls. Ziel dieser Beurteilung ist, Restwassermengen oder andere Massnahmen (Õ betreffend andere Massnahmen vgl. auch die Ausführungen zu Artikel 31 Absatz 2 GSchG in Kap. 4.4, S. 47-48) festzulegen, die den verschiedenen Schutzinteressen soweit als möglich Rechnung tragen. Erst dadurch wird der nötige Schutz in genügender Weise gewährleistet. Bei Projekten mit mehreren Wasserentnahmen ist bei der Interessenabwägung sowohl den Interessen der einzelnen Wasserentnahmen als auch denjenigen des gesamten Projekts Rechnung zu tragen. Abbildung 4.14 zeigt ein Beispiel, wie eine Erhöhung der Restwassermenge nach Artikel 33 GSchG ökologisch und ökonomisch sinnvoll auf verschiedene Gewässer verteilt werden kann. Õ Artikel 76 Absatz 3 Bundesverfassung
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
58 4.6 Die Interessenabwägung
Õ Artikel 31 GSchG (Mindestrestwassermenge) Õ Botschaft zur Revision des GSchG (Schweiz. Bundesrat 1987), S. 29, 76-78
Interessen für die Wasserentnahme (Artikel 33 Absatz 2 GSchG) In Artikel 33 Absatz 2 GSchG werden die Interessen für die Wasserentnahme aufgezählt. Diese Liste ist nicht abschliessend; es können im Einzelfall weitere Interessen in die Abwägung einfliessen. Die in Artikel 33 Absatz 2 GSchG genannten Interessen müssen in jedem Fall geprüft werden. Die zu beurteilenden Interessen für die Wasserentnahme sollen Aspekte betreffen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der geplanten Wasserentnahme stehen.
Öffentliche Interessen Öffentliche Interessen, denen die Wasserentnahme dienen soll, sind z.B. die (Bst. a) Trinkwasserversorgung und die Wasserentnahme zu Löschzwecken.
Wirtschaftliche Interes- Der Gesetzgeber berücksichtigt mit Buchstabe b die wirtschaftlichen Interessen sen des Wasserherkunftsgebiets der Wasserherkunftsgebiete, insbesondere diejenigen der Berggemeinden. Kon- (Bst. b) kret geht es um Einnahmen aus dem Wasserzins, um Steuerzahlungen, Arbeitsplätze aber auch um indirekte Leistungen, wie z.B. Gratis- oder Vorzugsenergie und die Mitfinanzierung oder der Unterhalt von Infrastrukturanlagen (Strassen etc.).
Wirtschaftliche Interes- In Buchstabe c werden die wirtschaftlichen Interessen desjenigen, der Wasser sen desjenigen, der Wasser entnehmen will entnehmen will – also die Interessen des Gesuchstellers –, genannt. (Bst. c) Die wirtschaftlichen Interessen desjenigen, der Wasser entnehmen will, lassen sich bei Wasserkraftanlagen über die unmittelbaren Auswirkungen einer Erhöhung der Mindestrestwassermenge auf die Energiegestehungskosten und den Betrieb dokumentieren. Um die Rentabilität einer Wasserkraftanlage bei verschiedenen Restwassermengen zu bestimmen, können die Gestehungskosten mit den Verkaufspreisen ab Kraftwerk verglichen werden. Bei langfristig erteilten Konzessionen muss die Langzeitentwicklung dieser Gestehungskosten und Verkaufspreise beachtet werden. Angaben zu den Verkaufspreisen enthält unter anderem die Publikation Auswirkungen der Strommarktliberalisierung (BFE 1998). Bei landwirtschaftlichen Bewässerungsvorhaben, kann z.B. der Ernteausfall bei einer Verminderung der Bewässerung beziffert werden. Um diese Zahlen beurteilen zu können, sind jedoch zusätzliche Angaben betreffend den Auswirkungen auf das Betriebsergebnis wichtig.
Energieversorgung Mit den Interessen für die Wasserentnahme zur Energieversorgung sind öffent- (Bst. d) liche Interessen an einer Erhöhung der Energieproduktion aus Wasserkraft gemeint. Ein Beispiel hierfür ist das Ziel, im Rahmen von Energie 2000+ die Energieproduktion aus Wasserkraft, allenfalls zusammen mit einer Energieabgabe, auf dem heutigen Stand zu halten oder zu erhöhen. Falls kantonale Energieplanungen vorhanden sind, sind diese ebenfalls zu berücksichtigen.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.6 Die Interessenabwägung 59
Situation C Sammelstollen
Laichplätze
B
Schluchtstrecke
A
Restwassermengen
Angemessene Lösung Nicht angemessene Lösung konstante und für alle Gewässer einheitliche Erhöhung
Entnahme A Abfluss Abfluss Seitengewässer in einer Schlucht, geringer ökologischer Wert: keine Erhöhung
QArt 33 Monat Monat
Abfluss Abfluss Entnahme B Hauptgewässer: keine konstante Erhöhung, aber zeitweise erhöhter QArt 33 Abfluss (Schliessen der QArt 33 Wasserfassung) QMin QMin
Monat Monat
Entnahme C Abfluss Abfluss Seitengewässer mit Laichplätzen, hoher ökologischer Wert: im Jahresverlauf variable Dotierung
QArt 33 QArt 33 QMin QMin Monat Monat
Abbildung 4.14 Beispiel für eine Erhöhung der Mindestrestwassermenge nach Artikel 33 GSchG bei einem Projekt mit mehreren Wasserentnahmen
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
60 4.6 Die Interessenabwägung
Interessen gegen die Wasserentnahme (Artikel 33 Absatz 3 GSchG) In Artikel 33 Absatz 3 GSchG werden die Interessen gegen die Wasserentnahme aufgezählt. Diese Liste ist nicht abschliessend; es können im Einzelfall weitere Interessen in die Abwägung einfliessen. Die in Artikel 33 Absatz 3 GSchG genannten Interessen müssen in jedem Fall geprüft werden. Im folgenden werden die Interessen gegen die Wasserentnahme erläutert. Zudem wird auf weitere Vorschriften und Literatur verwiesen, die helfen sollen, die einzelnen Schutzinteressen zu interpretieren.
Bedeutung des Ge- Der Gesetzgeber unterstreicht mit Buchstabe a die Bedeutung der Gewässer als wässers als Landschaftselement Landschaftselemente. Buchstabe a ist bewusst offen formuliert; auch Gewässer (Bst. a) ausserhalb von Schutzzonen sollen genügend Restwasser aufweisen, damit sie ihrer Funktion als Landschaftselemente gerecht werden. Fliessgewässer gestalten und prägen die Landschaft massgebend. Sie sind für das Landschaftserleben des Menschen wichtig. Nach Morphologie und Strömungsverhältnisse in Gebirgsbächen (Schälchli 1991) sind bei der Charakterisierung von Fliessgewässern besonders die folgenden Punkte zu berücksichtigen:
morphologische Vielfalt;
übergeordnete und lokale Strömungs- und Fliessverhältnisse;
visuelle und akustische Eigenschaften.
Õ Artikel 3-6 und 23a-23d NHG, VBLN, Moorlandschaftsverordnung
Õ Artikel 17 RPG
Õ Artikel 22 WRG
Õ Schlussbericht der Arbeitsgruppe Restwasser (Arbeitsgruppe Restwasser 1982), S. 85-184, 345-354 Õ Morphologie und Strömungsverhältnisse in Gebirgsbächen (Schälchli 1991)
Bedeutung des In Buchstabe b ist die Bedeutung der Gewässer als Lebensraum für die davon Gewässers als Lebensraum abhängige Tier- und Pflanzenwelt, samt deren Artenreichtum, namentlich auch (Bst. b) für die Fischfauna, deren Ertragsreichtum und natürliche Fortpflanzung, angeführt. Im Gegensatz zu Artikel 31 Absatz 2 bezweckt das Gesetz hier nicht nur die Erhaltung aller vorhandenen Fischpopulationen, die in der Regel auf Grund der freien Fischwanderung gewährleistet ist (Õ Art. 31 Abs. 2 Bst. d), sowie den Schutz der seltenen Lebensräume und -gemeinschaften (Õ Art. 31 Abs. 2 Bst. c). Vielmehr sollen zusätzlich der Fischertrag des Gewässers und die natürliche Fortpflanzung der Fische sowie alle Lebensräume und die davon abhängige Tier- und Pflanzenwelt samt deren Artenreichtum geschützt werden.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.6 Die Interessenabwägung 61
Õ Tabelle 1 Õ Artikel 18-22 NHG Õ Artikel 14 und 20, Anhänge 2 und 3 NHV Õ Artikel 5, 7 und 9 BGF Õ Artikel 1, 4 und 7 JSG Õ Artikel 23 WRG Õ Schlussbericht der Arbeitsgruppe Restwasser (Arbeitsgruppe Restwasser 1982), S. 31-80, 85-184 Õ Wasserentnahme aus Fliessgewässern – Auswirkungen verminderter Abflussmengen auf die Pflanzenwelt (BUWAL 1987) Õ Wasserentnahme aus Fliessgewässern: Gewässerökologische Anforderungen an die Restwasserführung (BUWAL 1989)
langfristige Erhaltung Bei Wasserentnahmen soll die Wasserführung ausreichen, um die Anfordeder Wasserqualität der Gewässer rungen der GSchV an die Wasserqualität (Anh. 2) langfristig zu erfüllen. Diese (Bst. c) Vorschrift geht weiter als Artikel 31 Absatz 2 Buchstabe a; nicht nur heute muss eine ausreichende Wasserqualität gewährleistet sein, sondern diese soll auch langfristig erhalten bleiben. Õ Tabelle 1 Õ Anhang 2 GSchV
Õ Schlussbericht der Arbeitsgruppe Restwasser (Arbeitsgruppe Restwasser 1982), S. 193-206
Erhaltung eines Buchstabe d nennt als Interesse gegen die Wasserentnahme die Erhaltung eines ausgeglichenen Grundwasserhaushalts ausgeglichenen Grundwasserhaushalts, der die künftige Trinkwassergewinnung, (Bst. d) die ortsübliche Bodennutzung und eine standortgerechte Vegetation gewährleistet. Diese Vorschrift geht weiter als in Artikel 31 Absatz 2 Buchstabe b; nicht nur die bestehende Trinkwasserversorgung muss möglich sein, sondern die künftige Trinkwassergewinnung soll gewährleistet bleiben. Durch die Erhaltung eines ausgeglichenen Grundwasserhaushalts soll nicht nur die landwirtschaftliche Bodennutzung gewährleistet werden, sondern es sollen sämtliche weiteren ortsüblichen Bodennutzungen sowie eine standortgerechte Vegetation sichergestellt werden. Diese Vorschrift ist nicht nur für den unmittelbaren Uferbereich des Gewässers von Bedeutung. Õ Tabelle 1 Õ Artikel 19-21 und 43 GSchG Õ Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe a, Artikel 3 Absatz 2, Artikel 16 RPG Õ Schlussbericht der Arbeitsgruppe Restwasser (Arbeitsgruppe Restwasser 1982), S. 221-240
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
62 4.6 Die Interessenabwägung
Sicherstellung der Die Restwassermengen sollen derart bemessen werden, dass eine Wasserentlandwirtschaftlichen Bewässerung nahme zur landwirtschaftlichen Bewässerung innerhalb der Restwasserstrecke (Bst. e) weiterhin gewährleistet ist. Õ Schlussbericht der Arbeitsgruppe Restwasser (Arbeitsgruppe Restwasser 1982), S. 261-264
Artikel 31 Absatz 2 Artikel 33 Die nach Absatz 1 berechnete Restwasser- Absatz 1: Die Behörde erhöht die Mindestrestmenge muss erhöht werden, wenn folgende wassermenge in dem Ausmass, als es sich auf Anforderungen nicht erfüllt sind und nicht durch Grund einer Abwägung der Interessen für und andere Massnahmen erfüllt werden können: gegen die vorgesehene Wasserentnahme ergibt. Absatz 3: Interessen gegen die Wasserentnahme sind namentlich: Wasserqualität Die vorgeschriebene Wasserqualität die Erhaltung einer Wasserführung, die Bst. a der Oberflächengewässer muss trotz Bst. c ausreicht, um die Anforderungen an der Wasserentnahme und bestehen- die Wasserqualität der Gewässer langder Abwassereinleitungen eingehalten fristig zu erfüllen; werden. Grundwasser Grundwasservorkommen müssen wei- die Erhaltung eines ausgeglichenen Bst. b terhin so gespiesen werden, dass die Bst. d Grundwasserhaushalts, der die künfdavon abhängige Trinkwassergewin- tige Trinkwassergewinnung, die ortsnung im erforderlichen Ausmass mög- übliche Bodennutzung und eine lich ist und der Wasserhaushalt land- standortgerechte Vegetation gewährwirtschaftlich genutzter Böden nicht leistet; wesentlich beeinträchtigt wird.
Lebensräume und Lebensgemeinschaften inkl. Fischfauna Seltene Lebensräume und -gemein- Bst. c schaften, die direkt oder indirekt von der Art und Grösse des Gewässers die Bedeutung der Gewässer als Bst. b abhängen, müssen erhalten oder, Lebensraum für die davon abhängige wenn nicht zwingende Gründe entge- Tier- und Pflanzenwelt, samt deren genstehen, nach Möglichkeit durch Artenreichtum, namentlich auch für die gleichwertige ersetzt werden. Fischfauna, deren Ertragsreichtum und
Bst. d Die für die freie Fischwanderung erfor- natürliche Fortpflanzung; derliche Wassertiefe muss gewährleistet sein.
Tabelle 1 Vergleich Artikel 33 Absatz 3 mit Artikel 31 Absatz 2
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.7 Beispiel für die Anwendung von Artikel 31 bis 33 GSchG
4.7 BEISPIEL FÜR DIE ANWENDUNG VON ARTIKEL 31 BIS 33 GSCHG
Abbildung 4.15 fasst die Anwendung der Artikel 31-33 GSchG anhand eines Beispiels zusammen.
Restwassermenge
QArt 33 Abs 2 Grenze der Wirtschaftlichkeit QArt 33 Abs 3 Interessenabwägung
QMin QMin Abs 1 QArt 32
Umwelt- Art. 31 Abs. 2 Bst. a Bst. b Bst. c Bst. d Bst. e bereiche GSchG Wasserqualität Grundwasser- seltene Fisch- Laich- “kurzfristig” vorkommen Lebensräume wanderung stätten “kurzfristig” und -gemeinschaften
Art. 33 Abs. 3 Bst. c Bst. d Bst. b Bst. a Bst. e GSchG Wasserqualität Grundwasser- alle Landschaft landwirt- “langfristig” vorkommen Lebensräume schaftliche “langfristig” und -gemein- Bewässeschaften rung
QMin Abs 1 Mindestrestwassermenge gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG QMin Mindestrestwassermenge gemäss Artikel 31 GSchG (Abs. 1 und 2) bauliche Massnahmen gemäss Art. 31 Abs. 2 GSchG QArt 32 Ausnahmen gemäss Art. 32 GSchG QArt 33 Abs 2 Interessen für die Wasserentnahme gemäss Art. 33 Abs. 2 GSchG (im Beispiel oben sind lediglich die wirtschaftlichen Interessen angeführt) QArt 33 Abs 3 Interessen gegen die Wasserentnahmen gemäss Art. 33 Abs. 3 GSchG
Abbildung 4.15 Beispiel für die Anwendung von Artikel 31-33 GSchG
Auf der Abszisse sind alle Umweltbereiche eingetragen, die bei der Festlegung von angemessenen Restwassermengen (Art. 31 Abs. 2 und Art. 33 Abs. 3 GSchG) in Betracht gezogen werden müssen. Auf der Ordinate sind die verschiedenen zu berücksichtigenden Restwassermengen aufgetragen (Mindestrestwassermenge nach Art. 31 GSchG, Ausnahmen nach Art. 32 GSchG etc.). Die Restwassermenge ist so hoch festzulegen, als es sich auf Grund einer Abwägung der Interessen ergibt (Art. 33 Abs. 1 GSchG). Hierbei müssen die nachfolgenden Aspekte berücksichtigt werden:
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
64 4.7 Beispiel für die Anwendung von Artikel 31 bis 33 GSchG
• Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG (QMin Abs 1);
Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 GSchG (QMin), wobei die Anforderungen nach Artikel 31 Absatz 2 GSchG zu berücksichtigen sind;
Ausnahmen gemäss Artikel 32 GSchG (QArt 32);
Interessen für die Wasserentnahme nach Artikel 33 Absatz 2 GSchG (QArt 33 Abs 2; in der Abbildung als Grenze der Wirtschaftlichkeit bezeichnet). Die Restwassermenge, die der Grenze der Wirtschaftlichkeit eines Projekts entspricht, kann nicht als exakte Zahl angegeben werden, sondern nur als Bereich von einer gewissen Breite. So wird man den Unsicherheiten der verschiedenen den Berechnungen zugrunde liegenden Annahmen gerecht (z.B. bei einem Wasserkraftwerk die Entwicklung der Stromverkaufspreise ab Kraftwerk).
Interessen gegen die Wasserentnahme nach Artikel 33 Absatz 3 GSchG (QArt 33 Abs 3). Für jeden Umweltbereich wird eine aus dieser Sicht erwünschte Restwassermenge festgelegt. Auch hier handelt es sich nicht um exakte Zahlen.
Die für die Interessenabwägung zuständige Behörde verfügt bei ihrem Entscheid über einen erheblichen Ermessensspielraum. Sie darf aber erst entscheiden wenn die notwendigen Abklärungen durchgeführt wurden und muss alle Interessen berücksichtigen; der Spielraum besteht lediglich in der Gewichtung der Interessen nach Artikel 33 GSchG. Die dabei angestellten Überlegungen müssen gerechtfertigt und nachvollziehbar sein, sodass sie im Falle eines Beschwerdeverfahrens vor Gericht Bestand haben. Nach Durchführung der Interessenabwägung ergibt sich die angemessene Restwassermenge, welche der Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 GSchG (QMin), der Restwassermenge, die sich aus dem anspruchsvollsten Umweltbereich nach Artikel 33 Absatz 3 GSchG ergibt (im Beispiel der Landschaftsschutz), oder einem Wert dazwischen entspricht. Falls Ausnahmen möglich sind, erweitert sich dieser Bereich nach unten bis QArt 32. Zum Beispiel von Abbildung 4.15 muss noch folgendes angemerkt werden:
Eine Restwassermenge oberhalb der Grenze der Wirtschaftlichkeit würde wahrscheinlich einen Verzicht auf das Projekt nach sich ziehen. In einem solchen Fall müssten die in der Interessenabwägung stärker gewichteten Interessen des Umweltschutzes besonders klar und detailliert gerechtfertigt werden.
Eine Restwassermenge unterhalb der Grenze der Wirtschaftlichkeit wäre im vorliegenden Fall nur möglich, wenn es andere, nicht auf der Abbildung angeführte Interessen für die Wasserentnahme gäbe, die solch einen Entscheid rechtfertigen würden (z.B. öffentliche Interessen).
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.8 Der Restwasserbericht 65
4.8 DER RESTWASSERBERICHT
Ein Restwasserbericht ist nur für grössere Entnahmen, welche die Anforderungen von Artikel 31 bis 35 GSchG erfüllen müssen, erforderlich. Zur Erstellung des Restwasserberichts ist derjenige verpflichtet, der Wasser entnehmen will (Art. 33 Abs. 4 GSchG).
Die Behörde benötigt für die Bewilligung einer Wasserentnahme nach Artikel 29 einen Restwasserbericht mit Informationen, welche ihr erlauben, zu beurteilen, ob das Projekt des Gesuchstellers die Vorschriften des Gesetzes einhält.
Artikel 33 Absatz 4 Der Restwasserbericht muss gemäss Artikel 33 Absatz 4 GSchG Angaben ent- GSchG halten über:
Auswirkungen unterschiedlich grosser Wasserentnahmen auf die Interessen an der Wasserentnahme, insbesondere auf die Herstellung von elektrischer Energie und deren Kosten (Art. 33 Abs. 4 Bst. a sowie Art. 33 Abs. 2 GSchG);
voraussichtliche Beeinträchtigungen der Interessen gegen eine Wasserentnahme und über mögliche Massnahmen zu deren Verhinderung (Art. 33 Abs. 4 Bst. b sowie Art. 33 Abs. 3 GSchG).
Artikel 31 und 32 Gemäss Artikel 35 Absatz 2 GSchG darf die in der Bewilligung festgelegte GSchG Dotierwassermenge die Restwassermenge nach Artikel 31 und 32 GSchG nie unterschreiten. Deshalb muss im Restwasserbericht zusätzlich zu den vorher genannten Angaben dokumentiert werden, welche Anforderungen aus Artikel 31 und 32 bei der geplanten Wasserentnahme eine Rolle spielen und wie diese eingehalten werden.
Restwasserszenarien Gemäss Artikel 33 Absatz 4 Buchstabe a GSchG müssen die Auswirkungen und Massnahmen unterschiedlich grosser Wasserentnahmen untersucht werden. Deshalb sollen im Bericht die nachfolgenden Restwasserszenarien den Überlegungen zur Interessenabwägung zugrundegelegt und in ihren Auswirkungen (insbesondere wirtschaftliche und ökologische) beurteilt werden:
Restwasser gemäss Artikel 31 GSchG (Abs. 1 und 2)
Restwasser gemäss Artikel 32 GSchG
weitere Restwasserszenarien unter Berücksichtigung der im Einzelfall vorliegenden Interessen gegen bzw. für die Wasserentnahme
Vorschlag des Gesuchstellers für aus seiner Sicht sinnvolle Dotierwassermengen.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
66 4.8 Der Restwasserbericht
Bei der Festlegung der Szenarien ist auch mitzuberücksichtigen, dass die Dotierwassermengen zeitlich unterschiedlich festgelegt werden können. Im Restwasserbericht sollen auch die Massnahmen beschrieben werden, die zum Schutz der Gewässer unterhalb der Entnahmestelle notwendig sind.
Detaillierungsgrad des Der Detaillierungsgrad des Restwasserberichts ist vom Ausmass der Auswir- Restwasserberichts kungen einer Wasserentnahme auf das Gewässer abhängig; je gewichtiger die zu erwartenden Auswirkungen sind, desto detaillierter sollten diese dokumentiert werden.
des Restwasserberichts und welche Informationen im Bericht enthalten sein sollen. Die Kantone können, falls notwendig, zusätzliche Informationen verlangen.
Restwasserbericht und Umweltverträglichkeitsbericht Die Pflicht, einen Restwasserbericht zu erstellen, ergibt sich aus Artikel 33 Absatz 4 GSchG unabhängig davon, ob ein Projekt der Umweltverträglichkeitsprüfung nach Artikel 9 USG unterliegt. In Fällen, in denen eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden muss, ist der Restwasserbericht Bestandteil des Umweltverträglichkeitsberichts nach Artikel 9 Absatz 2 USG (Õ Art. 35 Abs. 1 GSchV). In Fällen, in denen kein Umweltverträglichkeitsbericht erstellt werden muss, empfiehlt es sich aus arbeitsökonomischen Gründen die Abklärungen, die auf Grund anderer Bundesgesetze (z.B. BGF, NHG) und anderer Bestimmungen des GSchG erforderlich sind, in den Restwasserbericht zu integrieren (Õ Kapitel 6 in Tabelle 2).
Zusammenarbeit mit den Behörden Bevor ein Gesuchsteller mit der Erstellung des Restwasserberichts beginnt, sollte er Kontakt mit den Behörden aufnehmen. Dies erlaubt es, zu einem frühen Projektierungszeitpunkt, Missverständnisse zwischen Gesuchsteller und Bewilligungsbehörde zu vermeiden. Hierfür kann das Erstellen eines Pflichtenhefts für den Restwasserbericht hilfreich sein.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.8 Der Restwasserbericht 67
1 EINLEITUNG
2 BESCHREIBUNG DES PROJEKTS
2.1 Konzessionsverhältnisse
2.2 Technische Beschreibung der Anlage
2.3 Beschreibung der vom Gesuchsteller vorgeschlagenen Restwassermengen
3 WIRTSCHAFTLICHE GRUNDLAGEN
4 UMWELTWISSENSCHAFTLICHE GRUNDLAGEN
4.1 Hydrologische, hydraulische und hydrogeologische Grundlagen
Abflussmengen Q347;
natürliche und beeinflusste Abflussmengen wie z.B. Abflussganglinien an den massgebenden Stellen;
Wassertiefe, benetzte Breite und Abflussgeschwindigkeiten für verschiedene Querschnitte und Abflussmengen;
etc.
4.2 Bedeutung der Gewässer als Landschaftselement
4.3 Bedeutung der Gewässer als Lebensraum
4.4 Wasserqualität
4.5 Grundwasserhaushalt
4.6 Landwirtschaftliche Bewässerung
5 EINHALTUNG DER RESTWASSERBESTIMMUNGEN
5.1 Mindestrestwassermengen (Art. 31 GSchG)
5.2 Ausnahmen (Art. 32 GSchG)
5.3 Dokumentation für die Interessenabwägung (Art. 33 GSchG)
5.4 Zusammenfassung und Gesamtschau
6 EINHALTUNG WEITERER BESTIMMUNGEN
Tabelle 2 Übersicht über Inhalt und Gliederung des Restwasserberichts
1 Berichtsteile, welche anderswo in den Gesuchsunterlagen enthalten sind, brauchen im Restwasserbericht
nur zusammenfassend aufgeführt werden, bzw. es genügt darauf zu verweisen.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
68 4.9 Spezialfall Versickerungen
4.9 SPEZIALFALL VERSICKERUNGEN
In der Praxis können sich ganz verschiedenartige Situationen ergeben, wo in einem Fliessgewässer die Abflussmenge unterhalb der Wasserentnahme teilweise oder ganz versickert. Es ist unmöglich, sie alle in der vorliegenden Publikation abzuhandeln. Die Anforderungen nach den Artikeln 31-35 GSchG müssen nur in den Abschnitten mit ständiger Wasserführung erfüllt sein (Art. 33 GSchV). Bei der Ermittlung der Mindestrestwassermenge und der Festlegung einer gesetzeskonformen Dotierwassermenge gibt es zwei mögliche Vorgehensweisen: Die Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG (QMin Abs 1) wird in Funktion der Abflussmenge Q347 entlang der Versickerungsstrecke bestimmt. Anschliessend wird geprüft, ob aufgrund der Anforderungen nach Artikel 31 Absatz 2 GSchG in den Abschnitten mit ständiger Wasserführung die Mindestrestwassermenge (QMin Abs 1) erhöht werden muss; Festlegung der entsprechenden Dotierwassermenge. Die zwei Beispiele in den Abbildungen 4.16 und 4.17 zeigen, wie im Falle von wesentlichen Versickerungen entlang der Restwasserstrecke gemäss den Anforderungen nach Artikel 31-33 GSchG vorzugehen ist. Eine zweite Vorgehensmöglichkeit besteht darin, in einem ersten Schritt QMin Abs 1 auf Grund der Abflussmenge Q347 lediglich bei der Wasserentnahme zu ermitteln. In einem zweiten Schritt wird QMin Abs 1 auf Grund der Anforderungen nach Artikel 31 Absatz 2 GSchG in den Abschnitten mit ständiger Wasserführung soweit notwendig erhöht, oder es werden andere Massnahmen getroffen. Die notwendige Dotierwassermenge bei der Entnahme ist dann so festzulegen, dass die erwähnten Anforderungen nach Artikel 31 Absatz 2 GSchG in den Abschnitten mit ständiger Wasserführung eingehalten sind (die Prüfung der Einhaltung der Anforderungen nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG entlang der Versickerungsstrecke erübrigt sich in der Regel). Zur Vereinfachung wird in den nachfolgenden Beispielen die Versickerung konstant gehalten. In Wirklichkeit hängt die Versickerung unter anderem ab:
vom effektiven Abfluss im Gewässer,
vom Grundwasserspiegel,
und vom Sättigungsgrad des Untergrundes zwischen dem Gewässerbett und dem Grundwasser.
In der Praxis muss man jeden einzelnen Fall mit wesentlichen Versickerungen untersuchen und im Restwasserbericht dokumentieren. Dabei sind in der Regel detaillierte Untersuchungen notwendig (wenn möglich mit Dotierversuchen).
Beispiel mit teilweiser Abbildung 4.16 zeigt das Beispiel eines Gewässers, das auf einem gewissen Versickerung Streckenabschnitt unterhalb der Wasserentnahme teilweise versickert. Auf die-
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.9 Spezialfall Versickerungen 69
sem Gewässerabschnitt vermindert sich die Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG (QMin Abs 1), da sich der Abfluss Q347 auf Grund der Versickerung verringert. Wenn die Dotierwassermenge allein auf Grund der Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG am Ort der Entnahme bestimmt würde, wie dies im Normalfall (Ö Abb. 4.9, S. 40) gemacht wird, würden die Anforderungen des Gesetzes auf einem Teil der Restwasserstrecke nicht eingehalten (QDot 1 und QRest 1). Deswegen ist es in diesem Fall notwendig, für die Festlegung einer gesetzeskonformen Dotierwassermenge (QDot 2 und QRest 2) die gesamte Restwasserstrecke und speziell die Versickerungsstrecke zu berücksichtigen. Im Einzelfall ist dann zu prüfen, ob die Dotierwassermenge (QDot 1) erhöht werden muss. Danach werden die Anforderungen nach Artikel 31 Absatz 2, Artikel 32 und Artikel 33 GSchG berücksichtigt.
Situation
Entnahme Rückgabe Versickerung
Längenprofil Abfluss
QNat Rückgabe Entnahme
QDot 2 QRest 2 QDot 1 QMin Abs 1 QRest 1 Distanz
QNat natürlicher Abfluss QMin Abs 1 Mindestrestwassermenge gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG QDot 1 Dotierwassermenge bestimmt gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG am Ort der Wasserentnahme —› falsch QDot 2 Dotierwassermenge bestimmt gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG auf der gesamten Restwasserstrecke —› richtig QRest 1 Restwassermenge, die sich aus QDot 1 ergibt QRest 2 Restwassermenge, die sich aus QDot 2 ergibt massgebender Punkt zur Kontrolle der Einhaltung der Anforderungen von Art. 31 Abs. 1 GSchG
Abbildung 4.16 Mindestrestwassermenge gemäss Artikel 31 Absatz 1 GSchG: teilweise Versickerung
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
70 4.9 Spezialfall Versickerungen
Beispiel mit vollstän- Abbildung 4.17 zeigt das Beispiel eines Seitenzuflusses, der auf dem Streckendiger Versickerung abschnitt oberhalb der Einmündung in das Hauptgewässer vollständig versickert. Im natürlichen Zustand erreicht das oberirdisch abfliessende Wasser in Zeiten mit Niedrigwasser das Hauptgewässer nicht (siehe Längenprofil, Q347). In der restlichen Zeit des Jahres, wenn der natürliche Abfluss die Versickerung übertrifft, ist ein durchgehender oberirdischer Abfluss gewährleistet (siehe Längenprofil, QNat). Der Abfluss Q347 verringert sich auf der Versickerungsstrecke, auf zuerst 60 l/s (Punkt A) und anschliessend auf 10 l/s (Punkt B) . Auf dem Streckenabschnitt zwischen Punkt A und Punkt B (ständige Wasserführung) beträgt QMin Abs 1 50 l/s. Unterhalb der Stelle, an der Q347 10 l/s ist, ist die Wasserführung nicht ständig und die Anforderungen nach Artikel 31 GSchG müssen nicht mehr berücksichtigt werden. Eine Dotierwassermenge, die auf Grund von Artikel 31 Absatz 1 GSchG allein an der Stelle der Wasserentnahme festgelegt wird, ist nicht ausreichend (siehe Längenprofil, QDot 1 und QRest 1). Vielmehr muss die Dotierwassermenge unter Berücksichtigung der Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 Absatz 1 entlang der gesamten Restwasserstrecke mit ständiger Wasserführung festgelegt werden (siehe Längenprofil, QDot 2 und QRest 2). Der natürliche Abfluss ist immer zeitlich variabel. Diese Dynamik ist aus ökologischer Sicht sehr wichtig. Der natürliche Abfluss, der im Längenprofil abgebildet ist, entspricht einer momentanen Situation. Die Abbildungen Abflussganglinien an den Punkten B und C zeigen dagegen die Veränderung des Abflusses im Jahresverlauf.
Am Punkt B, an dem der Abschnitt mit ständiger Wasserführung endet, bedarf die Restwassermenge QRest 2 folgender Erläuterungen:
Während eines grossen Teils des Jahres beträgt der Restwasserabfluss QRest 2 50 l/s. Die Anforderungen von Artikel 31 Absatz 1 GSchG sind erfüllt.
Wenn die zufliessende Wassermenge zeitweise geringer ist als die festgelegte Dotierwassermenge QDot 2, muss man während dieser Zeit nur soviel Wasser abgeben, wie Wasser zufliesst (Art. 36 Abs. 2 GSchG); die Restwassermenge ist dann gleich dem natürlichen Abfluss (QRest 2 = QNat).
• Wenn der zufliessende Abfluss an der Wasserfassung die Fassungskapazität übersteigt, ergibt dies Fassungsüberläufe in die Restwasserstrecke.
2 Unter 10 l/s ist in der Regel in Versickerungsstrecken die Messgenauigkeit derart schlecht, dass aus
Gründen der Praktikabilität von einer Abflussmenge Q347 gleich Null ausgegangen werden kann.
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
4.9 Spezialfall Versickerungen 71
Situation
Entnahme Versickerung x x x C A B Rückgabe
Längenprofil Abschnitt mit stän- Abschnitt ohne stän- Abfluss l/s diger Wasserführung dige Wasserführung
QNat Entnahme
QDot 2 QRest 2
QDot 1 60 QMin Abs 1 QRest 1 Distanz x x x A B C Abflussganglinie am Punkt B Abflussganglinie am Punkt C QNat QNat
QRest 2 QRest 2
50 Monat Monat
Jan Feb Juli Aug Jan Feb Juli Aug
QNat natürlicher Abfluss QMin Abs 1 Mindestrestwassermenge gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG QDot 1 Dotierwassermenge bestimmt gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG am Ort der Wasserentnahme —› falsch QDot 2 Dotierwassermenge bestimmt gemäss Art. 31 Abs. 1 GSchG auf der gesamten Restwasserstrecke —› richtig QRest 1 Restwassermenge, die sich aus QDot 1 ergibt QRest 2 Restwassermenge, die sich aus QDot 2 ergibt massgebender Punkt zur Kontrolle der Einhaltung der Anforderungen von Art. 31 Abs. 1 GSchG
Abbildung 4.17 Mindestrestwassermenge gemäss Artikel 31 Absatz 1 GSchG: vollständige Versickerung
4 Grössere Entnahmen aus Fliessgewässern
72 4.9 Spezialfall Versickerungen
Am Punkt C, welcher im Abschnitt ohne ständige Wasserführung liegt, ist der natürliche Abfluss in Zeiten mit Niedrigwasser gleich Null; die restliche Zeit des Jahres jedoch grösser als Null. Die Restwassermenge QRest 2 (alleinige Anforderungen nach Art. 31 Abs. 1 GSchG) ist dagegen, ausgenommen von ein paar Tagen mit Hochwasser, gleich Null.
Aus der Abflussganglinie am Punkt B geht hervor, dass mit der Wasserentnahme der Abschnitt ohne ständige Wasserführung nicht länger wird, weil immer wenn der natürliche Abfluss grösser als null ist, auch Restwasser vorhanden ist. Die Abflussganglinie am Punkt C zeigt, dass die Dauer während welcher der Abschnitt ohne ständige Wasserführung ausgetrocknet ist, verlängert wird. Danach werden die Anforderungen nach Artikel 31 Absatz 2, Artikel 32 und Artikel 33 GSchG berücksichtigt.
Im vorliegenden Beispiel sollte man den Interessen gegen die Wasserentnahme nach Artikel 33 Absatz 3 GSchG besondere Beachtung schenken und z.B. eine variable Dotierwassermenge festlegen, die periodisch erhöhte Abflüsse (höher als QDot 2) umfasst, um auch nach der Projektrealisierung zeitweise ein ökologisches Kontinuum zwischen den beiden Gewässerabschnitten mit ständiger Wasserführung zu gewährleisten (Õ Wasserentnahme aus Fliessgewässern; Gewässerökologische Anforderungen an die Restwasserführung, BUWAL 1989).
5 Entnahmen aus Quellen und Grundwasser für die Trinkwasserversorgung 73
5 ENTNAHMEN AUS QUELLEN UND GRUNDWASSER FÜR DIE TRINKWASSERVERSORGUNG
Wer über den Gemeingebrauch (Õ Glossar) hinaus aus Grundwasservorkommen (inkl. Quellen) Wasser entnimmt und dadurch die Wasserführung eines Fliessgewässers mit ständiger Wasserführung wesentlich beeinflusst (Õ Glossar), braucht dafür eine Bewilligung nach Artikel 29 Buchstabe b GSchG. Entnahmen für die Trinkwasserversorgung, welche die Bedingungen von Artikel 30 Buchstabe c GSchG erfüllen, können bewilligt werden, ohne dass für die Sicherung angemessener Restwassermengen im betroffenen Fliessgewässer noch andere Bestimmungen zu beachten sind. Was den Schutz anderer Aspekte des Umweltschutzes betrifft, sind u.U. weitere Gesetzesbestimmungen zu beachten (z.B. Art. 43 GSchG). Die zuständige Behörde bestimmt, welche Unterlagen notwendig sind. In der Regel sind mindestens folgende Unterlagen für die Beurteilung notwendig:
einen Projektbeschrieb mit der vorgesehenen Entnahmemenge und der Art der Wasserfassung,
gegebenenfalls Angaben zu anderen bestehenden oder geplanten Entnahmen am betreffenden Grundwasservorkommen,
gegebenenfalls Angaben über eine andere Nutzung des gefassten Wassers welche mit der Trinkwassernutzung kombiniert ist (z.B. Nutzung für die Energieproduktion). In diesem Fall muss der Bedarf für die Trinkwasserversorgung ausgewiesen und gezeigt werden, dass nicht mehr Wasser gefasst wird, als für die Trinkwasserversorgung notwendig ist.
6 Grössere Entnahmen aus Seen und Grundwasservorkommen 75
6 GRÖSSERE ENTNAHMEN AUS SEEN UND GRUNDWASSERVORKOMMEN
Wer über den Gemeingebrauch (Õ Glossar) hinaus aus Seen oder Grundwasservorkommen (inkl. Quelle) Wasser entnimmt und dadurch die Wasserführung eines Fliessgewässers mit ständiger Wasserführung wesentlich beeinflusst (Õ Glossar), braucht dafür eine Bewilligung nach Artikel 29 Buchstabe b GSchG.
Für die Beantwortung der Frage, ob eine wesentliche Beeinflussung vorliegt, bestimmt die zuständige Behörde welche Abklärungen zu treffen sind. In der Regel sind folgende Abklärungen vorzunehmen:
Schätzung der Abflussregime (z.B. Dauerkurven; Õ Glossar) ohne bzw. mit der geplanten Wasserentnahme
gegebenenfalls Angaben zu anderen bestehenden oder geplanten Entnahmen am betreffenden See oder Grundwasservorkommen.
Falls eine wesentliche Beeinflussung vorliegt, ist das Fliessgewässer sinngemäss nach den Artikeln 31-33 GSchG zu schützen (Art. 34 GSchG, Õ Kapitel 4). Da bei Wasserentnahmen aus Seen oder Grundwasservorkommen die Auswirkungen auf das Fliessgewässer in der Regel nicht so präzis ermittelt werden können, ist bei der Anwendung der Artikel 31-33 eine gewisse Flexibilität angebracht.
Ein Restwasserbericht nach Artikel 33 Absatz 4 GSchG muss in jedem Fall erstellt werden, damit die Behörde die Einhaltung der Vorschriften beurteilen kann (Õ Kapitel 4.8)
7 Die Abflussmenge Q347 77
7 DIE ABFLUSSMENGE Q347
7.1 EINLEITUNG
Die Abflussmenge Q347 dient der Festlegung der Mindestrestwassermenge nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG (QMin Abs 1). Dabei ist zu beachten, dass die Festlegung von QMin Abs 1 nur ein erster Schritt ist, zur Bestimmung angemessener Restwassermengen, welche zusätzlich die Anforderungen von Artikel 31 Absatz 2 und Artikel 33 GSchG erfüllen müssen (Õ Kapitel 4.4 und 4.6).
Der Artikel 4 GSchG definiert die Abflussmenge Q347: Darunter ist diejenige Abflussmenge zu verstehen, die, gemittelt über 10 Jahre, durchschnittlich während 347 Tagen des Jahres erreicht oder überschritten wird und die durch Stauung, Entnahme oder Zuleitung von Wasser nicht wesentlich beeinflusst ist. Diese Definition impliziert, dass die Abflussmenge Q347 aus Messungen hergeleitet wird. Trotz dichten Messnetzen des Bundes, der Kantone sowie Dritter zeigt die tägliche Praxis immer wieder, dass an Stellen, an denen die Restwassermenge festzulegen ist, öfters die Abflussverhältnisse nicht exakt bekannt sind. Das GSchG trägt diesem Umstand mit Artikel 59 Rechnung: Liegen für ein Gewässer unzureichende Messergebnisse vor, so wird die Abflussmenge Q347 mit anderen Methoden wie hydrologische Beobachtungen und Modellrechnungen ermittelt. Nach Artikel 57 Absatz 5 GSchG sind die Bundesstellen ermächtigt, fachtechnische Weisungen zu erlassen.
7.2 CHARAKTERISTIK DER ABFLUSSMENGE Q347
Hydrologische Grundlagen Abflussregime Abflussprozesse werden von klimatischen und physiographischen Kenngrössen gesteuert. Entsprechend der räumlichen Vielfalt des Landes muss das Abflussgeschehen regional differenziert betrachtet werden. So unterscheiden sich Ausmass und Dauer von Niedrigwasserabflüssen im Alpenraum grundsätzlich von denen des Mittellandes und des Jura sowie der tiefer gelegenen Gebiete der Alpensüdseite und folgen damit der Abflussregimetypisierung, welche für den Mittelwasserbereich Gültigkeit hat (Õ Abflussregimes als Grundlage zur Abschätzung von Mittelwerten des Abflusses, Weingartner et al. 1992).
Niedrigwasserprozesse Das Niedrigwasser-Abflussverhalten der angesprochenen Regionen beruht auf unterschiedlichen Abflussprozessen: Im Alpenraum wird der Niederschlag im Winter in Form von Eis und Schnee an der Oberfläche gespeichert. Während dieser Zeit treten die kleinsten Abflüsse auf. Die Strahlung und die Lufttemperatur als klimatische Faktoren, die Hangneigung, Exposition und Höhenlage als
78 7 Die Abflussmenge Q347
physiographische Gebietskenngrössen steuern das Ausmass und die Dauer der Niedrigwasserperiode. Untergrundspeicherung kennzeichnet die Niedrigwasserabflussprozesse im Mittelland und Jura. Die Speicher werden je nach Wasserangebot (Niederschlag oder Schneeschmelze) vorwiegend im Winter und Frühling gefüllt. Die Niedrigwasserabflüsse treten beim Leerlaufen der Speicher auf. Unterbrochen werden sie durch Niederschlagsereignisse. Die Unterschiede zwischen Mittelland und Jura dürften in der Komplexität der hydrogeologischen Verhältnisse zu suchen sein.
:HLVVH /WVFKLQH =ZHLOWVFKLQHQ (a-glacio-nival) 7|VV 1HIWHQEDFK (pluvial inférieur) % %
40 40
30 30
20 20
10 10
0 0 J M M J S N J M M J S N
Häufigkeit der Tage mit Abflussmengen ≤ Q347
Abbildung 7.1 Monatliche Häufigkeit der Tage mit Abflussmengen Q347 (Periode 1935-1996). Beispiel (Weisse Lütschine): 30 % aller Tage mit einer Abflussmenge Q347 der Periode 1935-1996 traten im Januar auf
Die Abbildung 7.1 zeigt die Monatliche Häufigkeit der Tage mit Abflussmengen Q347 zweier Messstationen. Im Beispiel Weisse Lütschine (alpines Einzugsgebiet) ist der Niedrigwasserabfluss ausschliesslich auf die Monate Dezember bis März beschränkt. Im Beispiel Töss (Einzugsgebiet im Mittelland) sind die minimalen Abflussmengen wohl auf den Sommer und Herbst konzentriert, können daneben aber fast in jedem beliebigen Monat auftreten.
Variabilität der Abflussmenge Q347 räumlich Untersucht man die Niedrigwasserabflüsse innerhalb einer Region im Detail (Õ Die Niedrigwasserabflussmenge Q347 – Bestimmung und Abschätzung in alpinen schweizerischen Einzugsgebieten, Aschwanden 1992a), stellt man fest, dass zwar die allgemeinen Trends und Schwankungen übereinstimmend auftreten, sich die Einzugsgebiete aber dennoch unterscheiden. Niedrigwasserabflüsse besitzen eine starke Variabilität auf kleinstem Raum. Eine regionale Übereinstimmung kann nur im Langzeitverhalten festgestellt werden. Als Konsequenz ergibt sich daraus, dass z.B. Messresultate im Allgemeinen nicht von einem Gebiet auf ein anderes übertragbar sind.
7 Die Abflussmenge Q347 79
zeitlich Bedingt durch Trocken- und Nassperioden bzw. Kälteperioden ist die Abflussmenge Q347 natürlichen Schwankungen unterworfen (Õ Abb. 7.2). Die Schwankungen zeigen sich sowohl bei den jährlichen Q347 als auch bei den Dekadenmittelwerten. Die periodisch auftretenden Nass- und Trockenzeiten sind besonders ausgeprägt in den als Verlaufskurve dargestellten gleitenden Mittelwerten zu erkennen. Im Alpenraum erreicht das Verhältnis zwischen maximalem und minimalem jährlichem Q347 über eine längere Beobachtungsperiode hinweg maximal den Wert 4. Die Dekadenmittelwerte schwanken im Bereich 1.3-1.5. Die Mittelwertbildung übt eine stark dämpfende Wirkung aus. Die entsprechenden Werte für das Mittelland sind signifikant höher: für Einzeljahre erreichen sie den Wert 10, für Dekadenmittel den Wert 2.5.
Lütschine-Gsteig 4.0
3.5
3.0
2.5
2.0
1.5
1.0
0.5
0.0 1925 1930 1935 1940 1945 1950 1955 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995
Jahr
Abbildung 7.2 Natürliche Schwankungen der Niedrigwasserabflüsse: jährliche Abflussmengen Q347 mit gleitendem Mittelwert sowie Dekadenmittelwerte
Die Schwankungsbreite der Abflussmengen Q347 ist nicht an einen bestimmten Regimetyp gebunden. Sie ist auch nur bedingt durch Gebietscharakteristika erklärbar. Ausgeprägt ist nur die Höhenabhängigkeit, d.h. je höher ein Einzugsgebiet liegt, desto geringer sind die Schwankungen der Dekadenmittelwerte. Eine Beziehung zur Vergletscherung oder zur Einzugsgebietsfläche konnte nicht nachgewiesen werden. Interessant ist die Abhängigkeit von der Mittelwasserführung: Je grösser die mittlere jährliche Abflussmenge, desto kleiner die Schwankungen; aber die Umkehrung dieser Aussage gilt nicht. Es existieren auch Einzugsgebiete mit kleinem jährlichem Abfluss und kleinen Schwankungen im Niedrigwasserbereich.
80 7 Die Abflussmenge Q347
Anthropogene Beeinflussung Typisierung Gemäss Artikel 4 des GSchG geht die Bestimmung der Abflussmenge Q347 von Abflüssen aus, die nicht wesentlich beeinflusst sind. Allerdings sind heute zahlreiche Oberflächengewässer durch wasserwirtschaftliche und bauliche Eingriffe beeinflusst. Die Wasserkraftnutzung, die Trink- und Brauchwassernutzung sowie die Seeregulierung zählen mengenmässig zu den bedeutendsten Eingriffen in den Wasserhaushalt. Eine eigentliche systematische Typologie der Eingriffe und ihrer hydrologischen Relevanz existiert allerdings bis heute nicht. Wo sich die Eingriffe in Anlagen und Bauten niederschlagen, wird die Beeinflussung offenkundig und ist generell gut dokumentiert. Die Statistik des Bundesamtes für Wasserwirtschaft (BWW 1973, 1990), umgesetzt in der Tafel Beeinflussung der Fliessgewässer durch Kraftwerke und Seeregulierungen im Hydrologischen Atlas der Schweiz (Margot et al. 1992), der Wasserversorgungsatlas der Schweiz sowie die Karte Abwasserreinigung in der Schweiz (BUWAL 1994a) sind gute Beispiele dafür. Bedeutend schwieriger wird die Beurteilung dort, wo sich die Beeinflussung nicht offenkundig manifestiert. Dazu gehören beispielsweise Entnahmen zu Bewässerungszwecken, Grundwasser-Pumpstationen oder Drainagen und Entwässerungen. Häufig resultiert daraus jedoch nicht eine wesentliche Beeinflussung.
wesentliche Von Bedeutung wird der Begriff wesentliche Beeinflussung dann, wenn es Beeinflussung darum geht, auf Grund von Messungen die Abflussmenge Q347 festzulegen. Es muss in diesem Falle beurteilt werden, ob die Kriterien einer nicht wesentlich beeinflussten Wasserführung erfüllt sind (Õ Glossar: wesentliche Beeinflussung).
7.3 BESTIMMUNG DER ABFLUSSMENGE Q347
Überblick Allgemeines Die LHG hat in ihren Empfehlungen veröffentlicht, wie in alpinen Einzugsgebieten die Abflussmenge Q347 bestimmt oder abgeschätzt werden kann (Õ Die Niedrigwasserabflussmenge Q347 – Bestimmung und Abschätzung in alpinen schweizerischen Einzugsgebieten, Aschwanden 1992a). Auf Grund der seit 1992 durchgeführten Studien (Õ Die Abflussmenge Q347 – eine Standortbestimmung, Aschwanden et al. 1999), eigener Erfahrungen sowie Lösungsansätzen der Kantone (Õ Nouvelles der Landeshydrologie und -geologie, LHG 1993) werden die damaligen Empfehlungen durch weitere Publikationen ergänzt. So ist heute eine ganze Palette von Verfahren bekannt, die je nach Situation zum Einsatz gelangen. Die Abbildung 7.3 zeigt einen Überblick über die Vorgehensweise.
7 Die Abflussmenge Q347 81
Ja Nein $EIOXVVPHVVXQJHQYRUKDQGHQ"
Nicht wesentlich Nein beeinflusste Abflussverhältnisse ? Grobabschätzung Q347 aufgrund der Karte *UXQGODJHQ]XU%HVWLP PXQJGHU$EIOXVVPHQJH4 Rekonstruktion der nicht Ja Nein wesentlich beeinflussten Ja Abflussverhältnisse möglich ? Verfeinerung der Grobabschätzung mit Hilfe verschiedener Verfahren > 10 Jahre Nein 4 - 9 Jahre Nein Beobachtungs- Beobachtungsdauer ? dauer ?
Schätzwert für Q 347
Auswertung von Dauerlinien
Überprüfung mit Kurzzeitmessung von mindestens 3 Jahren
Abflussmenge Q347
Abflussmenge Q347
Hierarchie der Verfahren
Abbildung 7.3 Überblick über die Vorgehensweise zur Ermittlung einer der Situation angepassten Methode zur Bestimmung der Abflussmenge Q347
Vorgehensweise Die im Anhang integrierte Karte bildet zusammen mit einer Hilfstabelle eine Grundlage für den Einstieg zur Ermittlung der nicht wesentlich beeinflussten Abflussmenge Q347. Die Details zur Karte sind in Kapitel 7.4 beschrieben. Dank ihrer Konzeption erlaubt sie eine Grobabschätzung für viele interessierende Gerinnequerschnitte. Die Integration aller für diese Fragestellung verfügbaren eidgenössischen, kantonalen und privaten Messstellen, deren Dichte und Anordnung bildet die Grundlage für den Entscheid, mit welchem der unten beschriebenen Verfahren eine Verfeinerung der Grobabschätzung durchgeführt werden kann. Als weitere Grundlagen seien die Hydrologischen Jahrbücher der LHG und der Kantone, die Tafeln Hydrometrische Netze und Beeinflussungen der Fliessge-
82 7 Die Abflussmenge Q347
wässer im Hydrologischen Atlas der Schweiz, die Statistik der Wasserkraftanlagen (BWW 1973, 1990), sowie die kantonalen Inventare der bestehenden Wasserentnahmen erwähnt.
Hierarchie der Trotz grossen Fortschritten in der Abflussmodellierung und dem Vorhandensein Verfahren besserer Datengrundlagen bleibt die Modellierung hydrologischer Extremwerte problematisch. Die Modelle und Abschätzverfahren erreichen im Falle von Niedrigwasser nicht annähernd die Genauigkeit von exakt ausgeführten Messungen. Aus diesem Grunde sind Verfahren, welche direkt auf Messwerten beruhen, höher einzustufen als Verfahren, welche gemessene Werte von Unterlieger- oder Nachbarstationen übertragen, oder als Abschätzungen auf Grund von klimatischen und physiographischen Gebietscharakeristika. Insgesamt ergibt sich folgende Hierarchie:
1 Auswertung von Messreihen genügend langer Dauer (≥ 10 Jahre)
2 Auswertung von Messreihen kürzerer Dauer (4-9 Jahre) und Einordnung in
einen längeren Zeitabschnitt
3 Durchführung von Abschätzungen:
a) Nutzung der Messwerte von Unterliegerstationen b) Durchführung von Messkampagnen c) Bildung von regionalen Mittelwerten q347 d) Statistische Verfahren: Abschätzung auf Grund von klimatischen und physiographischen Gebietskenngrössen Entsprechen die unter Ziffer 1 und 2 erwähnten Messreihen nicht den nicht wesentlich beeinflussten Abflussverhältnissen, müssen diese allenfalls rekonstruiert werden. Die unter Ziffer 3. aufgeführten Verfahren entsprechen in der Regel nicht den Anforderungen gemäss Art 59 GSchG: Sie liefern eine Verfeinerung des Grobschätzwertes der Karte, welcher im Extremfall immer noch mehr als 100% vom korrekten Wert abweichen kann. Der so ermittelte Schätzwert dient für ein Vorprojekt. Die notwendige Genauigkeit der Abflussmenge Q347 für die Erteilung der Bewilligung nach Artikel 29 GSchG kann geringer sein, wenn die Mindestrestwassermenge (Art. 31 Abs. 1) auf Grund weiterer Anforderungen (Art. 31 Abs. 2) oder auf Grund der Interessenabwägung (Art. 33) erhöht wird. Wenn die Mindestrestwassermenge (Art. 31 Abs. 1) nicht oder nur wenig erhöht wird, ist der Schätzwert für die definitive Festlegung der Abflussmenge Q347 noch mit einer Kurzzeitmessung von mindestens drei Jahren zu überprüfen. In begründeten Fällen (z.B. Messungen im winterlichen Hochgebirge, situationsbedingte Nichtdurchführbarkeit der Messungen infolge anthropogener Beeinflussung) kann davon abgesehen werden.
weitere Verfahren Die Aufzählung möglicher Verfahren zur Abschätzung der Abflussmenge Q347 ist nicht abschliessend. Mit dem Ausbau der Messnetze wird die Datenbasis breiter.
7 Die Abflussmenge Q347 83
Gleichzeitig treibt die LHG eine eigentliche Niedrigwasserstatistik voran, damit die Abflussprozesse besser verstanden werden können. So entsteht langfristig eine Grundlage, die es später erlaubt, zuverlässigere Abflussmodelle für die Abschätzung der Niedrigwasserverhältnisse zu entwickeln. Die Stellung von neuen oder der LHG im jetzigen Zeitpunkt nicht bekannten Abschätzverfahren innerhalb der Hierarchie der Verfahren muss von Fall zu Fall beurteilt werden.
Auswertung von Messreihen genügend langer Dauer Die Abbildung 7.4 zeigt einen Überblick über die Vorgehensweise zur Bestimmung der Abflussmenge Q347 beim Vorliegen von Abflussmessungen.
$EIOXVVPHVVXQJHQYRUKDQGHQ
Nicht wesentlich Rekonstruktion Rekonstruktion Nein Nein Nein beeinflusste aufgrund aufgrund von Abflussver- bestehender Zusatzhältnisse ? Daten ? messungen ? Ja Ja Ja
> 10 Jahre 4 - 9 Jahre Durchführung Abschätzung Nein Beobachtungs- Beobachtungs- von der dauer ? dauer ? Messungen Beeinflussung
Ja Ja
Auswertung von Dauerlinien Auswertung
Beurteilung der Bewertung Messperiode
Rekonstruktion der QLFKWZHVHQWOLFK EHHLQIOXVVWHQ (Art. 4 GSchG) Abflussverhältnisse
, ,, ,,, ;
,,,, Stellenwert des Verfahrens (I = hoch; III = tief) ; Stellenwert nicht bestimmbar, bzw. Beurteilung fallweise
Abbildung 7.4 Vorgehensweise zur Bestimmung der Abflussmenge Q347 beim Vorliegen von Abflussmessungen und Bewertung der Aussagegenauigkeit der einzelnen Verfahren
84 7 Die Abflussmenge Q347
Dauerlinie Liegt beim interessierenden Gewässerquerschnitt eine längere Zeitreihe des nicht wesentlich beeinflussten Abflusses vor (Beobachtungsdauer 10 oder mehr Jahre), so wird diese zur Bestimmung der Abflussmenge Q347 herangezogen. Definitionsgemäss muss dieser Wert einer abszissengemittelten Dauerkurve, auch Dauerlinie oder Summenhäufigkeitsverteilung genannt, entnommen werden. Die Abflussmenge Q347 entspricht der Wassermenge, die in 95 % Prozent aller Fälle überschritten oder dementsprechend in nur 5 % der Fälle unterschritten wird. Sie gehört zu den statistischen Masszahlen, die standardmässig erhoben und in den hydrologischen Jahrbüchern des Bundes und der Kantone veröffentlicht werden. Die Dauerkurve ist die Darstellung statistisch gleichwertiger Beobachtungen in der Reihenfolge ihrer Grösse. Sie ist eine übliche Darstellung in der Hydrologie und in der Wasserwirtschaft und wird in allen Lehrbüchern beschrieben. Die Mittelung der jährlichen Q347 (ordinatengemittelte Dauerkurve) führt nicht zu korrekten Resultaten (Õ Botschaft zur Revision des GSchG, Schweiz. Bundesrat 1987, S. 46; Die Niedrigwasserabflussmenge Q347, Aschwan-
Sense-Thörishaus 1986-1995
90 Anzahl Tage i mit Qi≤ Q347
80 45 70 35 Tage
60 25
50 15 40 5 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995
30 Jahr
0 250 500 750 1000 1250 1500 1750 2000 2250 2500 2750 3000 3250 3500 Überschreitungsdauer [Tage]
Abbildung 7.5 Abszissengemittelte Dauerkurve der Station Sense-Thörishaus (1986-95) und Anzahl Tage pro Kalenderjahr, an denen der Dekadenmittelwert Q347( 2.33 m /s) unterschritten wird
Die Art der Bestimmung der Abflussmenge Q347 mit Hilfe der abszissengemittelten Dauerkurve bringt es mit sich, dass nicht alle Jahre im gleichen Mass zum Dekadenmittelwert Q347 beitragen. Insbesondere tritt der Fall ein, dass nasse Jahre überhaupt keine Werte beisteuern, extrem trockene bzw. im Alpenraum sehr kalte Jahre hingegen sehr viele. Die Abbildung 7.5 verdeutlicht diesen
7 Die Abflussmenge Q347 85
Sachverhalt. Sie zeigt die Dauerlinie der Station Sense-Thörishaus der letzten 10 Jahre sowie die Anzahl Tage, an denen die mittlere Wasserführung den Dekadenmittelwert unterschreitet oder gerade erreicht. Die Jahre 1988 und 1993-94 treten nicht in Erscheinung, wohingegen die Jahre 1991 und 1992 beinahe die Hälfte aller Werte ausmachen. Die ungleiche Gewichtung trockener und nasser Jahre wird insbesondere im Zusammenhang mit der Bestimmung der Abflussmenge Q347 mittels Kurzzeitmessungen wichtig (siehe unten).
Beobachtungsperiode Der Artikel 4 des GSchG geht bei der Bestimmung der Abflussmenge Q347 von einer Beobachtungsdauer von 10 Jahren aus. Die Botschaft des Bundesrates (Schweiz. Bundesrat 1987) hält ergänzend fest (S. 95), dass die Daten aus einer neuen und aktuellen Messperiode stammen sollten. Damit können die Einflüsse von langfristigen Veränderungen des Klimas und anderer Faktoren berücksichtigt werden. Aus statistischer Sicht ist dazu anzumerken, dass die Schätzung eines Mittelwertes um so zuverlässiger wird, je länger die Beobachtungsdauer ist. Aus diesem Grund und angesichts der starken zeitlichen Variabilität der Niedrigwasser empfiehlt die LHG folgendes Vorgehen: Ergibt sich aus den jährlichen Abflussmengen Q347 kein statistisch signifikanter Trend, so wird die gesamte Betriebsperiode für die Bildung der Dauerlinie verwendet. Bei trendbehafteten Messreihen beschränkt sich die Bestimmung der Abflussmenge Q347 auf die aktuellsten 10 Messjahre.
alte Messreihen Zusätzliche Messungen (Kontrollmessungen) werden dann notwendig, falls die Messungen mit anderen als den heute üblichen Methoden durchgeführt wurden. Dies gilt vor allem für Messreihen zu Beginn des Jahrhunderts, wo die winterlichen Niedrigwasser oftmals mit einer Pegelablesung pro Woche bestimmt wurden. Als heutige Standards gelten die kontinuierliche Aufzeichnung der Pegelhöhe, sowie die Bestimmung des Abflusses mittels hydrometrischem Flügel, Staurohr, Messüberfällen oder der Verdünnungsmethode. Es muss versucht werden, die Messwerte bezüglich ihrer zeitlichen Repräsentativität mit Hilfe von langfristigen Klima- oder Abflussaufzeichnungen zu beurteilen. Was die Genauigkeit der Messungen an sich betrifft, ist die LHG in der Lage, die notwendigen Auskünfte zu erteilen.
Auswertung von Messreihen kürzerer Dauer Ist die Dauer der zur Verfügung stehenden Abflussmessreihe kürzer als 10 Jahre (4-9 Jahre), so kann der Wert Q347 dieser Messperiode als bestmögliche Annäherung an den Dekadenwert Q347 betrachtet werden.
zeitliche Reprä- Je kürzer die Beobachtungsperiode ist, desto wichtiger wird die Beurteilung der sentativität Frage der zeitlichen Repräsentativität. Diese erfolgt normalerweise durch Vergleich mit Unterlieger- und Nachbarstationen sowie mittels Klimamessreihen.
86 7 Die Abflussmenge Q347
Dabei nimmt man an, dass sich Einzugsgebiete auf Grund von Ähnlichkeiten in der naturräumlichen Ausstattung oder im klimatischen Verhalten, hydrologisch ähnlich verhalten. Allerdings zeigen Untersuchungen, dass die Abflussmenge Q347 eine grosse Variabilität auf kleinstem Raum aufweist. Die Faktoren, die dafür verantwortlich sind, lassen sich zur Zeit kaum quantifizieren. Erfahrungen der LHG machen deutlich (Aschwanden 1992a), dass es auf Grund der umliegenden Messstationen nicht möglich ist, die Repräsentativität einer kurzen Messperiode abschliessend und quantitativ zu beurteilen. Dies bedeutet, dass der aus kurzen Messreihen stammende Wert für die Abflussmenge Q347 ohne ausreichende Kenntnis der Niedrigwasserabflussprozesse nicht korrigiert werden kann, da sowohl Richtung als auch Betrag der Korrektur nicht eindeutig festzulegen sind. Die LHG empfiehlt deshalb, solchermassen ermittelte Q347 nicht mit einem unsicheren Korrekturfaktor zu korrigieren.
Messdauer 1-2 Jahre Liegt eine Abflussmessreihe von weniger als 3 Jahren Dauer vor, kommt der Beurteilung der zeitlichen Repräsentativität eine erhöhte Bedeutung zu. In der Regel muss die Messreihe mit einer Kurzzeitmessung ergänzt werden, insbesondere wenn die Messungen weiter zurück liegen (siehe oben). Stammen sie aus einem neueren Zeitraum, ist der zu erwartende Informationsgewinn einer Zusatzmessung mit dem Aufwand und der Durchführbarkeit abzuwägen.
Rekonstruktion nicht wesentlich beeinflusster Abflussverhältnisse Widerspiegelt eine Messreihe nicht die nicht wesentlich beeinflussten Abflussverhältnisse und liegen keine älteren (nicht wesentlich beeinflussten) Messwerte vor, stellt sich die Frage der Rekonstruktion. Allenfalls können die nicht wesentlich beeinflussten Abflussverhältnisse auf Grund bestehender Daten (z.B. Energieproduktionszahlen) rekonstruiert werden. Ein Sonderfall liegt vor, wenn zwar Messungen (z.B. Restwasser, einzelne Fassungsstellen, Sammelstollen) vorhanden sind, sich aber die natürlichen Verhältnisse auf Grund der Situation und der installierten Anlagen damit nicht mehr rekonstruieren lassen. In diesem Fall muss die Beeinflussung entweder messtechnisch erfasst oder abgeschätzt werden. Aus der beeinflussten Messung, kombiniert mit der Abschätzung der Beeinflussung, ergibt sich der Schätzwert für die Abflussmenge Q347. Die Güte der Abschätzung muss fallweise beurteilt werden (vgl. auch Aschwanden 1992a, S. 26-28).
Durchführung von Abschätzungen Liegen keine Abflussdirektmessungen vor, so wird die Abflussmenge Q347 abgeschätzt. Mehrere Verfahren stehen dazu zur Verfügung:
7 Die Abflussmenge Q347 87
NHLQH$EIOXVVPHVVXQJHQYRUKDQGHQ
Grobabschätzung Q347 aufgrund der Karte *UXQGODJHQ ]XU%HVWLPPXQJGHU$EIOXVVPHQJH4
Verfeinerung der Grobabschätzung mit Hilfe folgender Verfahren:
Messwerte Unterlieger
Messkampagnen
Regionale Mittelwerte
Statistische Verfahren
Weitere Verfahren
Plausibilitätsprüfung
Überprüfung mit Kurzzeitmessung von mindestens 3 Jahren
Beurteilung der Messperiode ;
; Aussagekraft unbestimmt, bzw. Beurteilung fallweise
Abbildung 7.6 Vorgehensweise zur Ermittlung eines Schätzwertes der Abflussmenge Q347 und Beurteilung der Aussagekraft der einzelnen Verfahren
Nutzung von Eine Messstelle im Unterlauf eines interessierenden Fliessgewässers misst inte- Unterliegerstationen gral die Hydrologie des Gesamtgebietes. Eine Übertragung dieser Information auf eine Stelle im Oberlauf ist eine gute Möglichkeit, um einen zuverlässigen Schätzwert für die Abflussmenge Q347 zu erhalten. Unter Berücksichtigung der physiographischen Ausstattung des Einzugsgebietes können Abflusswerte
88 7 Die Abflussmenge Q347
(MQJahr, Mqmin[mon], q347) oder Pardé-Koeffizienten übertragen werden (Õ Abflussregimes als Grundlage zur Abschätzung von Mittelwerten des Abflusses, Weingartner et al. 1992). Sofern eine solche Situation vorliegt, arbeitet das Abschätzverfahren der LHG für den Alpenraum (Aschwanden 1992a) mit diesem Lösungsansatz.
Messkampagnen Mit Messkampagnen können gute Schätzwerte für die Abflussmenge Q347 gewonnen werden. Das Verfahren beruht darauf, dass Einzelmessungen der Abflussmengen an einem Standort oder entlang eines Fliessgewässers ein- oder mehrere Male bei Niedrigwasserverhältnissen durchgeführt werden. Danach werden die Abflusswerte von umliegenden Stationen am entsprechenden Tag in Relation zum langjährigen Q347 gesetzt und die resultierenden Quotienten, allenfalls gemittelt, auf die in den Messkampagnen gewonnenen Abflusswerte übertragen. Mehrere Kantone haben Verfahren auf dieser Basis entwickelt und verfeinert (Õ Nouvelles der Landeshydrologie und -geologie, LHG 1993; Restwassermengen in Fliessgewässern, Wasserentnahmen, die insbesondere der Bewässerung dienen, BUWAL1997b).
regionale Mittelwerte Gelegentlich kann es zu Vergleichszwecken nützlich sein, die spezifischen Abflussmengen q347 von Nachbarstationen oder regionale Mittelwerte in die Überlegungen einzubeziehen. Bei der Übertragung von regionalen Mittelwerten ist darauf zu achten, dass die Übertragung innerhalb hydrologisch gleichartiger Gebiete geschieht. Normalerweise dienen Einzugsgebietskenngrössen wie Höhenlage, Vergletscherung, hydrogeologische Charakteristiken, Vegetationsbedeckung oder Landnutzung zur Beurteilung dieser Frage. Der Nachteil der Verwendung regionaler Mittelwerte liegt im ausmittelnden Effekt, der bei speziellen lokalen Verhältnissen zu stark abweichenden Ergebnissen führen kann.
statistische Verfahren Diese Art von Abschätzverfahren berechnet die Abflussmenge Q347 mittels klimatischer und physiographischer Kenngrössen auf Grund statistischer Zusammenhänge zwischen der Wasserführung und der Einzugsgebietsausstattung. Die LHG hat 1992 erstmals ein entsprechendes Verfahren vorgestellt (Aschwanden 1992a), allerdings waren damals das Mittelland, der Jura und die tieferliegenden Gebiete auf der Alpensüdseite noch ausgeklammert. Inzwischen liegt eine neue Arbeit vor (Õ Die Abflussmenge Q347, eine Standortbestimmung, Aschwanden et al. 1999), welche eine gesamtschweizerische Abschätzung erlaubt. Trotz verbesserter Datenlage (Einbezug der kantonalen Messnetze) und der Verwendung von GIS-Technologien für die Erhebung der Einzugsgebietskenngrössen fällt die Gesamtbeurteilung statistischer Verfahren kritisch aus. Zwar erreichen die Verfahren im Mittel befriedigende Genauigkeiten, die Maximalabweichungen sind aber immer noch sehr hoch.
7 Die Abflussmenge Q347 89
Genauigkeit Die Genauigkeit der Abschätzverfahren muss unterschiedlich beurteilt werden. Am geeignetsten ist die Übertragung der Abflusswerte einer nicht zu weit entfernten Unterliegerstation. Die Qualität von Messkampagnen hängt stark von der Ausführung der Abflussmessung (Standortwahl, Messmethodik), des Zeitpunktes der Messung und der Wahl der Repräsentativstationen ab. Diese beiden Verfahren sind bezüglich ihrer Aussagekraft höher einzustufen als Verfahren, die mit regionalen Mittelwerten arbeiten oder ausschliesslich auf klimatischen und physiographischen Kenngrössen beruhen.
Plausibilitäts- Die Abflussmengen Q347, welche aus Abschätzverfahren hervorgehen, müssen überprüfung kritisch überprüft werden. Beispielsweise kann die Plausibilität der Schätzwerte anhand von Einzugsgebieten des gleichen Regimetyps überprüft werden (Õ Weingartner et al. 1992). Bei allen Regionalisierungsverfahren (statistische Verfahren, Übertragung regionaler Mittelwerte, Messkampagnen, Auswahl von Repräsentativstationen) ist speziell den lokalen Besonderheiten (Hydrogeologie, Geologie) grösste Beachtung zu schenken. Von Bedeutung sind In- und Exfiltrationen sowie Diskrepanzen zwischen dem oberirdischen und dem unterirdischen Einzugsgebiet.
Überprüfung mit Kurzzeitmessungen Wahl des Mess- Mit der Abflussmenge Q347 wird diejenige Abflussmenge erfasst, die im Mittel zeitraumes nur an 18 Tagen pro Jahr unterschritten wird. Es liegt nahe, den Messzeitraum auf die Zeit zu beschränken, in welcher der Niedrigwasserabfluss voraussichtlich zu erwarten ist. Dies sind die Monate Oktober bis März in Einzugsgebieten oberhalb 1550 m ü.M. mittlerer Höhe sowie in den nival geprägten Einzugsgebieten der Alpensüdseite oberhalb ca. 1200 m ü.M.. In allen übrigen Gebieten kann ganzjährig Niedrigwasserabfluss auftreten, so dass die Messungen entsprechend ganzjährig durchzuführen sind (Õ Abbildung 7.1).
Messmethodik Bezüglich der Messmethodik und der Niedrigwasser-spezifischen Messprobleme wird auf die zahlreiche Fachliteratur verwiesen (Õ Aschwanden 1992a; Handbuch für die Abflussmessung, LHG 1982; Messung des Niederwassers, Sigrist 1989). Als grobe Abschätzung der zu erwartenden Niedrigwasserabflussmenge kann nach neueren Untersuchungen (Õ Aschwanden et al. 1999) ein spezifischer Abfluss von 4.9 l/s·km2 mit einer Standardabweichung von ± 2.8 l/s·km2 angenommen werden. Da die Abflussmenge Q347 einer abszissengemittelten Summenhäufigkeitsverteilung über eine bestimmte Beobachtungsdauer entnommen wird, ist es nicht möglich, die Datenbasis für die Bestimmung des Q347 mit einzelnen Messkampagnen zu schaffen. Es ist deshalb notwendig, dass am Messquerschnitt die Wasserstände kontinuierlich aufgezeichnet werden. Dazu eignen sich Limnigraphen oder Datalogger.
90 7 Die Abflussmenge Q347
Auswertung Die Auswertung der Aufzeichnungen nach Ablauf der gesamten Beobachtungsdauer kann sich hingegen auf die tatsächlich aufgetretenen Niedrigwasserperioden beschränken. Das Vorgehen und die Bestimmung der Abflussmenge Q347 mit Hilfe der Dauerkurve bei einem auf wenige Monate reduzierten Messzeitraum ist in die Niedrigwasserabflussmenge Q347 (Õ Aschwanden 1992a) beschrieben.
zeitliche Reprä- Bezüglich der Beurteilung der zeitlichen Repräsentativität gelten die Ausführunsentativität gen unter Kapitel Auswertung von Messreihen kürzerer Dauer. Auch hier sollte auf eine Korrektur der Werte verzichtet werden, hingegen ist eine qualitative Umschreibung der Messperiode im Vergleich zu der vergangenen Dekade anzustreben.
7.4 KARTE GRUNDLAGEN ZUR BESTIMMUNG DER ABFLUSSMENGE Q347
Ausgangslage Die in den letzten Jahren an der LHG (Õ Aschwanden 1992a) und teilweise in Zusammenarbeit mit einem Universitätsinstitut (Õ Aschwanden et al. 1999) erarbeiteten Verfahren zur Bestimmung der Abflussmenge Q347 erlauben zwar für beliebige Standorte in der Schweiz eine Abschätzung, werfen aber bezüglich Genauigkeit und Anwendbarkeit immer noch Fragen auf. Probleme bieten etwa noch die räumliche Gültigkeit der Abschätzformeln, die Abgrenzung der Niedrigwasserregionen, die lokalen geologischen und hydrogeologischen Besonderheiten sowie die Verfügbarkeit der Inputdaten im Anwendungsfall. Aus diesem Grunde wurde darauf verzichtet, das für den Alpenraum in der Praxis eingeführte Verfahren in Form eines PC-Programmes (Õ Q347 – MQ – Ein MS-DOS- Programm, Aschwanden 1992b) weiter auszubauen und auf Mittelland, Jura und Alpensüdseite auszudehnen. Da sich auf der anderen Seite auch einige Kantone intensiv mit der Problematik beschäftigen und eigene Verfahren entwickelt haben, kam die LHG zusammen mit dem BUWAL zum Schluss, den Stand des heutigen Wissens bezüglich der Abflussmenge Q347 der Praxis am zweckmässigsten in Form einer synthetischen Karte, ergänzt mit einer Tabelle (siehe Anh. A2), zur Verfügung zu stellen. Die Präsentation der Resultate in einer Karte bietet einige Vorteile:
Sie
ist angepasst an die tatsächlich erreichbare Genauigkeit,
bietet die Möglichkeit, Resultate verschiedener Studien zu vereinen,
lässt es zu, Messwerte aus hydrometrischen Netzen des Bundes und der Kantone zu integrieren,
7 Die Abflussmenge Q347 91
veranlasst Benutzer zu weitergehenden Überlegungen, und
verhindert die schematische Anwendung eines Modells. Der wissenschaftliche Hintergrund zur Entstehung der Karte ist in Die Abflussmenge Q347 – Eine Standortbestimmung (Aschwanden et al. 1999) dokumentiert.
Karteninhalt Allgemeines Die Karte bildet im Wesentlichen eine Synthese zwischen Informationen an Messstellen und an Punkten auf dem Gewässernetz, für welche mit Hilfe der Verfahren der LHG eine Abschätzung der nicht wesentlich beeinflussten Abflussmenge Q347 vorgenommen wurde (Schätzpunkte). Diese Schätzpunkte ergeben sich aus den Schnittstellen des Gewässernetzes mit den Grenzen der kleinen Einzugsgebiete (Basisgebiete) gemäss Hydrologischem Atlas der Schweiz (Õ Kenngrössen kleiner Einzugsgebiete, Breinlinger et al. 1992). Sowohl die Abflussmengen Q347 der Messstellen als auch die berechneten Werte der Schätzpunkte werden auf der Karte dargestellt. Um der Genauigkeit der Abschätzungen Rechnung zu tragen und um ein konsistentes Kartenbild zu erhalten, wurden die für diese Stellen berechneten Q347 nach bestimmten Regeln gerundet und auf die vorhandenen Messstationen abgestimmt. Die Messstationen sind ein wichtiges Element der Karte. Als Signatur zur Darstellung gelangen alle Messstationen, für welche, entsprechend den LHG-Empfehlungen für Kurzzeitmessungen (Õ Aschwanden 1992a), eine Abflussmenge Q347 bestimmt werden kann, die auf mindestens 3 Messjahren basiert und deren Wasserführung nicht wesentlich beeinflusst ist. Diesbezüglich eine Ausnahme bilden kantonale Messstationen: sie erscheinen zur Information auch dann auf der Karte, wenn die Messdauer noch keine 3 Jahre beträgt, die Weiterführung des Messbetriebes jedoch gesichert ist. Zu Vergleichszwecken sind die Abflussmengen Q347 (bestimmt auf Grund von Messwerten) der Periode 1984-93 in der Karte eingetragen und die Stationssignaturen speziell hervorgehoben (rote Symbole). Mit Rücksicht auf die Einheitlichkeit der Karte wurden Abflusswerte von Stationen, welche nicht der Standardperiode entsprechen, nur zum Teil (violette Stationssignatur) bzw. gar nicht (graue Signatur) in die Karte aufgenommen. Sie finden sich jedoch in der begleitenden Tabelle. Die Kriterien für diese Entscheide sind in Die Abflussmenge Q347 – Eine Standortbestimmung (Õ Aschwanden et al. 1999) beschrieben. Ein Nummerierungssystem schafft den Bezug aller Messstellen und Schätzpunkte zur begleitenden Tabelle. Nach Artikel 31 Absatz 1 GSchG wird die Mindestrestwassermenge ab einer Abflussmenge Q347 von 60’000 l/s konstant. Aus diesem Grunde sind in der Karte die grossen Flüsse ab der Stelle, wo diese
Bedingung erfüllt ist, speziell gekennzeichnet.
Tabelle Die Karte ist begleitet von einer Tabelle. Diese nimmt die Elemente der Karte auf und ergänzt sie insoweit, als dass dies zum Verständnis und für weiterführende Abschätzungen notwendig ist (Õ Abb. 7.7). Sie ist hydrographisch geglie-
92 7 Die Abflussmenge Q347
dert und folgt für die weitere Unterteilung den Bilanzierungsgebieten des Hydrologischen Atlasses der Schweiz (Tafel 5.4). Innerhalb der Bilanzierungsgebiete erleichtert eine Laufnummer die Referenzierung zwischen der Karte und der Tabelle. Für Messstationen werden je nach Datenverfügbarkeit die Abflusswerte Q347 der Standardperiode 1984-93 sowie der Betriebsperiode der Station aufgeführt. Dies erlaubt es, die Standardperiode in Bezug auf die zumeist längere Betriebsperiode einzuschätzen. Für die Schätzpunkte wird ein Abflusswert ausgewiesen, welcher mit dem Verfahren der LHG berechnet und auf die Messstationen abgestimmt wurde. Die Angabe der Einzugsgebietsfläche ist für Interpolationen notwendig (Õ Abb. 7.8). Sie fehlt nur da, wo auf Grund der geologischen bzw. hydrogeologischen Verhältnisse die Flächenbestimmung nicht möglich war. Die Fussnoten verweisen auf wichtige und ergänzende Angaben zur Messstation oder zum Einzugsgebiet.
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO %DVLV DQGHUH3HULRGH 1 20611 Urtenen 44 220 2 20612 Urtenen-Schalunen 96 850 880 1985 1996 11
20-630
1 BE119 BEA032 20632 Dorfbach-Oberburg 14.7 240 240 1985 1996
2 BE120 BE:A014 20632 Luterbach-Oberburg, Dorf 34 239 230 1984 1996
3 BE121 BE:A034 20635 Limpach-Bätterkinden 77 610 1985 1996
4 1028 20635 Emme-Wiler, Limpachmündung 940 5100 1922 1996 5 20634 Biberenbach / Dorfbach 30 160
6 BE122 BE:A033 20635 Grundbach-Utzenstorf 70 1985 1994 9
7 20636 Siggern 21 180
8 BE123 BE:A031 20637 Ösch-Koppigen, Weidmoos 38 230 240 1985 1996
9 SO104 SO:612224 20637 Ösch-Kriegstetten 60.25 841 1996 1996
20-640 1 20641 Önz 36 200 2 20642 Altache 32 270
3 BE124 BE A029 20643 Önz-Heimenhausen 84.1 370 1987 1996
4 20643 Önz 92 650
Identifikation: LF-Nr. Laufnummer innerhalb eines Bilanzierungsgebietes Atlas-Nr. Nummer der Messstation im Hydrologischen Atlas der Schweiz (HADES) Kantons-Nr. Kantonseigene Nummerierung der Messstation Basisgeb.-Nr. Nummer des Basisgebietes gemäss HADES Name Gewässername gemäss HADES bzw. Stationsbezeichnung gemäss der messenden Institution Fläche Einzugsgebietsfläche bis zum entsprechenden Bestimmungspunkt [km ] Messungen: Q347(andere Periode) Q347 der nachfolgend aufgeführten Periode [l/s] von ..... bis ..... Beobachtungsperiode (zumeist Betriebsperiode der Messstation) Modell: Q347 Q347 berechnet aufgrund von Modellen der LHG [l/s] Fussnote Verweis auf Fussnoten mit Zusatzinformationen zur Messstation bzw. zum Einzugsgebiet
Abbildung 7.7 Ausschnitt der begleitenden Tabelle zur Karte Grundlagen zur Bestimmung der Abflussmenge Q347
7 Die Abflussmenge Q347 93
Koordination mit den Einige Kantone (u.a. BE, VD, GE, ZH) haben für ihr jeweiliges Kantonsgebiet Kantonen eigene Verfahren entwickelt. Um ein koordiniertes Vorgehen sicherzustellen und um Widersprüche, welche sich bei der Anwendung verschiedener Methoden automatisch ergeben, zu vermeiden, haben die Kantone die Gelegenheit zur Mitwirkung erhalten. Sofern sich die Ansichten nicht widersprachen, hat die LHG die Schätzwerte der Kantone weitgehend in die Karte einfliessen lassen. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Kantone auf Grund der unterschiedlichen Betrachtungsmassstäbe zusätzlich über höher aufgelöste Informationen verfügen, als dies jetzt auf der Karte im Massstab 1:500’000 zum Ausdruck kommt.
Anwendung der Karte Die Karte dient dazu, zu einer Grobabschätzung der Abflussmenge Q347 zu gelangen. Es ist davon auszugehen, dass der interessierende Gewässerquerschnitt nicht mit einem Bestimmungspunkt der Karte (Messstation oder Schätzpunkt) zusammentrifft. Dies hat zur Folge, dass zwischen Bestimmungspunkten interpoliert oder oberhalb des ersten Bestimmungspunktes an einem Fliessgewässer auf noch kleinere Teilgebiete umgerechnet werden muss. Im Rahmen dieser Grobabschätzung erachtet es die LHG als statthaft, die Interpolation über die spezifischen Abflussmengen q347 vorzunehmen. Zu diesem Zwecke sind in der begleitenden Tabelle die Flächen der kleinen Einzugsgebiete gemäss Hydrologischem Atlas der Schweiz und der Einzugsgebiete der Messstationen aufgeführt. Die Abbildung 7.8 vermittelt Berechnungsbeispiele für die beiden möglichen Fälle.
94 7 Die Abflussmenge Q347
A 1
10-030
1 3000 270 2 5 5 720 490 4 3 550 3 4 4 130 3 2 180 2 1 130 10-040 1 2 1 10-010 450 130
10-020 B
Abbildung 7.8 Berechnungsbeispiele für eine Grobabschätzung der Abflussmenge Q347 auf Grund der Karte Grundlagen zur Bestimmung der Abflussmenge Q347 Fall A): Russeinbach: Berechnungen für das Quellgebiet Fall B): Somvixer Rhein: Interpolation zwischen zwei Bestimmungspunkten
Eine notwendige Voraussetzung für die Durchführung der Interpolation bildet die Kenntnis der Einzugsgebietsfläche des Untersuchungsgebietes. Diese beträgt im Falle A) 17.5 km2 bzw. 47.5 km2 im Falle B).
Fall A) Die Umrechnung erfolgt durch Übertragung der spezifischen Abflussmenge eines flussabwärts gelegenen Bestimmungspunktes auf das Untersuchungsgebiet. Bei diesem Vorgehen ist dem Regimetyp und den Grössenverhältnissen der beteiligten Gebiete Rechnung zu tragen. Das im Beispiel interessierende Gebiet liegt im Oberlauf des Russeinbaches. Der Karte ist zu entnehmen, dass für den Russeinbach bei der Mündung in den Vorderrhein eine Abflussmenge Q347 von 270 l/s berechnet wurde. Die Identifikation des Schätzpunktes lautet 10-030/1. Der entsprechende Eintrag in der Tabelle liefert die weiteren notwendigen Daten zur Berechnung der spezifischen Abflussmenge. Multipliziert mit der Fläche des Untersuchungsgebietes (17.5 km2) ergibt sich daraus die Grobabschätzung für die Abflussmenge Q347:
7 Die Abflussmenge Q347 95
Fall B) Liegt der interessierende Gerinnequerschnitt zwischen zwei Bestimmungspunkten, muss zuerst die spezifische Abflussmenge q347 des Zwischengebietes berechnet werden. Aus dem Abfluss des flussaufwärts gelegenen Gebietes und dem flächengewichteten Abfluss aus dem Zwischengebiet ergibt sich die Grobabschätzung für die Abflussmenge Q347 durch einfache Addition. Im Beispiel liegt der interessierende Punkt (47.5 km2) unterhalb des Schätzpunktes 10-040/2 am Somvixer Rhein. Der Tabelle kann man entnehmen, dass der nächst gelegene Punkt flussabwärts der Station Tenigerbad (10-040/3) entspricht, welche aber nur drei Jahre in Betrieb war (1932-34). Es empfiehlt sich deshalb, die nur unweit entfernte Station Acla Mulin (10-040/4), in Betrieb 1937-61, zu verwenden. Mit den entsprechenden Werten aus der Tabelle ergibt sich der folgende Berechnungsgang: 10-040/4 77.3 490 Station Acla Mulin abzüglich: 39 180 Bestimmungspunkt 10-040/2 flussaufwärts gebiet
10-040/2 39 180 Punkt flussaufwärts zuzüglich: Anteil von B 47.5 - 39 am Zwischen- = 8.5 69 8.1 gebiet 10-040/B 47.5 249 Untersuchungsgebiet
Eine Schwierigkeit ergibt sich in jenen Situationen, wo der interessierende Gerinnequerschnitt unterhalb des Zusammenflusses von zwei Fliessgewässern liegt. Streng genommen ist eine Addition der Abflusswerte der beiden Zubringer nur dann statthaft, wenn in beiden Teilgebieten der gleiche Regimetyp (d.h. Niederwasserperiode zur gleichen Zeit) gegeben ist. Im andern Fall ist der resultierende Abflusswert grösser als die Summe der beiden Zubringer. Leider fehlen die Grundlagen, um diese Abflusserhöhung beziffern zu können. Die LHG ist der Ansicht, dass im Rahmen einer Grobabschätzung die Summenbildung trotzdem zulässig ist. Allerdings sollte diesem Aspekt durch Vergleich der Regimetypen bzw. durch Vergleich der massgebenden Einzugsgebietskenngrössen (Vergletscherung, Höhenlage) kritische Beachtung geschenkt werden.
96 7 Die Abflussmenge Q347
7.5 DIENSTLEISTUNGEN DER LHG
Die Landeshydrologie und -geologie als Fachstelle des Bundes für Hydrologie und Geologie bietet im Zusammenhang mit der Bestimmung der Abflussmenge Q347 eine Reihe von Dienstleistungen an. Diese umfassen im Rahmen der Gebührenordnung Beratungstätigkeiten, Grundlagenerhebungen, Bereitstellung von spezifischen Berechnungsprogrammen sowie Berechnungen selbst. Damit kommt sie dem Auftrag gemäss Artikel 57 Absatz 5 GSchG nach.
Grundlagenerhebung Viele der erwähnten Abschätzverfahren beruhen auf klimatischen und physiographischen Gebietskenngrössen. Obwohl die Daten gesamtschweizerisch vorliegen, ist die Bereitstellung für ein bestimmtes Untersuchungsgebiet ohne Einsatz eines Geographischen Informationssystems (GIS) aufwändig zu bewerkstelligen. Die LHG setzt ein solches System ein, was ihr erlaubt, die für ihre Verfahren notwendigen Einzugsgebietskenngrössen Dritten zur Verfügung zu stellen. Daneben kann sie für Dritte auch Abflussmessungen ausführen.
EDV-Programme, Für die Abschätzung der Abflussmenge Q347 im Alpenraum hat die LHG der Berechnungen Praxis eine Software zur Verfügung gestellt (Õ Q347 – MQ – Ein MS-DOS- Programm, Aschwanden 1992b). Aus weiter oben ausgeführten Gründen hat sie aber darauf verzichtet, dieses Programm auf die restlichen Gebiete auszudehnen. An deren Stelle hat sie eine GIS-Applikation entwickelt, die es ermöglicht, ausgehend von einer Koordinatenangabe ein Einzugsgebiet abzugrenzen, die Modelleingangsgrössen bereitzustellen und die Abflussmenge Q347 zu berechnen. Das Programm liefert als Resultat nebst einer tabellarischen Zusammenstellung einen Auszug aus der Karte Grundlagen zur Bestimmung der Abflussmenge Q347, worin das Untersuchungsgebiet und die Berechnungsresultate eingetragen sind. Diese Unterlage muss anschliessend hydrologisch interpretiert werden. Wegen der Bindung an ein bestimmtes GIS-System und den umfangreichen notwendigen GIS-Daten kann die LHG diese Anwendung nicht an Dritte abgeben. Statt dessen bietet sie auch diese Berechnungen als Dienstleistung an.
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ANHÄNGE A 1 LITERATURVERZEICHNIS
BFE: Bundesamt für Energie, a Abflussmenge Q347 Bern b Erläuterungen und Auslegungen von Art. 29-36 GSchG BUWAL: Dokumentationsdienst c Lebensräume/-gemeinschaften BUWAL, Bern d Fischfauna e Landschaften, Flussmorphologie und Hydraulik BWG: Bundesamt für Wasser f Grundwasser und Geologie, Biel g Wasserqualität EDMZ: Eidg. Drucksachen- und h Methoden zur Festlegung der Restwasser- Materialzentrale, Bern mengen i Gestaltung und Unterhalt von Fliessgewässern ETH: Bibliothek ETH, Zürich (vgl. auch Art. 31 Abs. 2 GSchG) LHG: Landeshydrologie und k Energiewirtschaftliche Interessen an den -geologie, Bern Wasserentnahmen l Andere Themen $XWRUIHWW Literatur ist in der Publikation zitiert
Themenbereiche a b c d e f g h i k l
AGW – Amt für Gewässerschutz und Wasserbau des Kt. x Zürich 1996: Wiederbelebung von Fliessgewässern im Kanton Zürich. Sonderdruck Nr. 1378 aus gwa 7/96 des Schweiz. Vereins des Gas- und Wasserfaches. Zürich. Standort: ETH.
Ammann, M. 1993: Das durch Wasserkraftnutzung verän- x x x x x derte Abflussregime eines alpinen Fliessgewässers und dessen Auswirkungen auf das Makrobenthos. Dissertation ETH Zürich. Standort: ETH.
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interdepartementalen Arbeitsgruppe Restwasser. Vorsitz Akeret, E. EDI – Eidg. Departement des Innern. Bern. Standort: ETH.
$VFKZDQGHQ+D: Die Niedrigwasserabflussmenge x Q347 – Bestimmung und Abschätzung in alpinen schweizerischen Einzugsgebieten. Eine Arbeitsanleitung. Hydrologische Mitteilung der Landeshydrologie und -geologie Nr. 18. Bern. Standort: LHG.
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Begemann, W. et al. 1994: Ingenieurbiologie: Handbuch x zum naturnahen Wasser- und Erdbau. Bauverlag Wiesbaden Berlin. Standort: ETH, ISBN 3-7625-3045-9.
Bernegger, J.C. 1990: Der Einfluss trockengelegter Rest- x x x x wasserstrecken auf die Benthosbesiedlung am Beispiel der Muota. Diplomarbeit EAWAG/ETH Zürich. Standort: ETH.
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Bundesamt für Umweltschutz 1982: (In Überarbeitung) x x Wegleitung zur Ausscheidung von Gewässerschutzbereichen, Grundwasserschutzzonen und Grundwasserschutzarealen. Bundesamt für Umweltschutz. Bern. Standort: BUWAL.
7KHPHQEHUHLFKH a Abflussmenge Q347 g Wasserqualität b Erläuterungen und Auslegungen von h Methoden zur Festlegung der Restwassermengen Art. 29-36 GSchG i Gestaltung und Unterhalt von Fliessgewässern c Lebensräume/-gemeinschaften (vgl. auch Art. 31 Abs. 2 GSchG) d Fischfauna k Energiewirtschaftliche Interessen an den Wasserent- e Landschaften, Flussmorphologie und Hydraulik nahmen f Grundwasser l Andere Themen
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%XQGHVJHULFKW%*(OE 424 ff. betreffend Provedimaint x electric Val Müstair. Standort: Schweiz. Landesbibliothek 3003 Bern.
%XQGHVJHULFKW%*(OE 178 ff. betreffend Wasser- x kraftanlage am Ijentalerbach. Standort: BUWAL.
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%8:$/±%XQGHVDPWIU8PZHOW:DOGXQG/DQGVFKDIW x : Wasserentnahme aus Fliessgewässern – Auswirkungen verminderter Abflussmengen auf die Pflanzenwelt. Schriftenreihe Umweltschutz Nr. 72. Bern. Standort: ETH.
: Wasserentnahme aus Fliessgewässern: Gewässerökologische Anforderungen an die Restwasserführung. Schriftenreihe Umweltschutz Nr. 110. Bern. Standort: BUWAL.
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%8:$/±%XQGHVDPWIU8PZHOW:DOGXQG/DQGVFKDIW x : Die Sanierung nach Art. 80ff. Gewässerschutzgesetz vom 24.1.1991 bei der Wasserkraftnutzung; rechtliche Probleme. Schriftenreihe Umwelt Nr. 163. Bern. Standort: BUWAL.
%8:$/±%XQGHVDPWIU8PZHOW:DOGXQG/DQGVFKDIW x x D: Kartierung der Auengebiete von nationaler Bedeutung. Schriftenreihe Umwelt Nr. 199. Bern. Standort: BUWAL. 7KHPHQEHUHLFKH a Abflussmenge Q347 g Wasserqualität b Erläuterungen und Auslegungen von h Methoden zur Festlegung der Restwassermengen Art. 29-36 GSchG i Gestaltung und Unterhalt von Fliessgewässern c Lebensräume/-gemeinschaften (vgl. auch Art. 31 Abs. 2 GSchG) d Fischfauna k Energiewirtschaftliche Interessen an den Wasserent- e Landschaften, Flussmorphologie und Hydraulik nahmen f Grundwasser l Andere Themen
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BUWAL – Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft x x x 1993b: Verzeichnis der Bundesinventare, Wissenschaftlichen Inventare, Roten Listen, Floristischen und Faunistischen Verbreitungsatlanten. Bern. Standort: BUWAL.
D: Abwasserreinigung in der Schweiz am 1. Januar 1994. Karte 1:400'000. Bern. Standort: BUWAL.
BUWAL – Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft x x x x x x 1994b: Alpine Fliessgewässer. Berichte vom Eidg. Fortbildungskurs für Fischereiaufseher vom 26.-28. August 1992 in Saas Grund (VS). Mitteilungen zur Fischerei Nr. 52. Standort: BUWAL.
F: Massnahmen im Sinne von Art. 18 NHG sowie ihre Durchsetzung und Sicherung gegenüber Dritten. Schriftenreihe Umwelt Nr. 223. Bern. Standort: BUWAL.
BUWAL – Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft x x x x x 1994d: Ökologische Folgen von Stauraumspülungen: Empfehlungen für die Planung und Durchführung spülungsbegleitender Massnahmen. Schriftenreihe Umwelt Nr. 219, Fischerei. Standort: BUWAL.
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%8:$/±%XQGHVDPWIU8PZHOW:DOGXQG/DQGVFKDIW x x : Vollzugshilfe zur Auenverordnung. Bern. Standort: BUWAL.
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7KHPHQEHUHLFKH a Abflussmenge Q347 g Wasserqualität b Erläuterungen und Auslegungen von h Methoden zur Festlegung der Restwassermengen Art. 29-36 GSchG i Gestaltung und Unterhalt von Fliessgewässern c Lebensräume/-gemeinschaften (vgl. auch Art. 31 Abs. 2 GSchG) d Fischfauna k Energiewirtschaftliche Interessen an den Wasserent- e Landschaften, Flussmorphologie und Hydraulik nahmen f Grundwasser l Andere Themen
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BUWAL – Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft x 1997d: UVP von Wasserkraftanlagen: Massnahmen zum Schutze der Umwelt, Mitteilungen zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) Nr. 8. Bern. Standort: BUWAL.
BUWAL – Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft x 1997e: Ufervegetation und Uferbereich nach NHG. Vollzug Umwelt. Bern. Standort: BUWAL.
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BUWAL – Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft x x 1998b: Methoden zur Untersuchung und Beurteilung der Fliessgewässer in der Schweiz: Ökomorphologie – Stufe F (flächendeckend). Mitteilungen zum Gewässerschutz, Nr. 27. Bern. Standort: BUWAL.
(in Bearbeitung): Wasserentnahmen. Sanierung nach Art. 80 Abs. 2 Gewässerschutzgesetz. Mitteilungen zum Gewässerschutz. Bern. Standort: BUWAL.
7KHPHQEHUHLFKH a Abflussmenge Q347 g Wasserqualität b Erläuterungen und Auslegungen von h Methoden zur Festlegung der Restwassermengen Art. 29-36 GSchG i Gestaltung und Unterhalt von Fliessgewässern c Lebensräume/-gemeinschaften (vgl. auch Art. 31 Abs. 2 GSchG) d Fischfauna k Energiewirtschaftliche Interessen an den Wasserent- e Landschaften, Flussmorphologie und Hydraulik nahmen f Grundwasser l Andere Themen
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Themenbereiche a b c d e f g h i k l
%::±%XQGHVDPWIU:DVVHUZLUWVFKDIW: x x Statistik der Wasserkraftanlagen der Schweiz. Bern, Biel. Standort: BWG.
BWW – Bundesamt für Wasserwirtschaft, BRP – Bundes- x amt für Raumplanung, BUWAL – Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft 1997: Berücksichtigung der Hochwassergefahren bei raumwirksamen Tätigkeiten. Empfehlungen. Bern. Standort: EDMZ.
Deutscher Verband für Wasserwirtschaft 1997: Uferstreifen x an Fliessgewässern – Funktion, Gestaltung und Pflege. Merkblätter zur Wasserwirtschaft Heft 244. Bonn. Standort: ETH, ISBN 3-89554-040-4-Heft 244/1997.
DVWK – Deutscher Verband für Wasserwirtschaft und x Kulturbau 1996: Fischaufstiegsanlagen – Bemessung, Gestaltung, Funktionskontrolle. DVWK-Merkblätter zur Wasserwirtschaft Heft 232. Verlag Paul Parey Hamburg. Standort: ETH, ISBN 3-89554-027-7.
DVWK – Deutscher Verband für Wasserwirtschaft und x x x x Kulturbau DVWK 1999: Ermittlung ökologisch begründeter Mindestwasserführung mittels Halbkugelmethode und Habitat-Prognose-Modell. DVWK-Schriften 123. Kommissionsvertrieb Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser GmbH. Bonn. Standort: ETH
(',±(LGJ'HSDUWHPHQWGHV,QQHUQ : Bun- x x x x desinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN). Bern. Standort: EDMZ.
EDI – Eidg. Departement des Innern 1984: Erläuternder x Bericht zur Revision des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer. Bern. Standort: EDMZ.
Forstenlechner, E., Hütte, M., Bundi, U., Eichenberger, E., x x x x Peter, A., Zobrist, J. 1997: Ökologische Aspekte der Wasserkraftnutzung im alpinen Raum. Verlag der Fachvereine vdf. Zürich. Standort: ETH, ISBN 3-7281-2468-0.
7KHPHQEHUHLFKH a Abflussmenge Q347 g Wasserqualität b Erläuterungen und Auslegungen von h Methoden zur Festlegung der Restwassermengen Art. 29-36 GSchG i Gestaltung und Unterhalt von Fliessgewässern c Lebensräume/-gemeinschaften (vgl. auch Art. 31 Abs. 2 GSchG) d Fischfauna k Energiewirtschaftliche Interessen an den Wasserent- e Landschaften, Flussmorphologie und Hydraulik nahmen f Grundwasser l Andere Themen
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Frauenlob, G. 1993: Die Auswirkungen technischer Eingriffe x x auf das Benthos alpiner Fliessgewässer im Einzugsgebiet des Vierwaldstättersees. Diplomarbeit Albert- Ludwigs Universität Freiburg. Standort: ETH.
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Heilmair, Th. 1997: Hydraulische und morphologische x x Kriterien bei der Beurteilung von Mindestabflüssen unter besonderer Berücksichtigung der sohlnahen Strömungsverhältnisse. Technische Universität TU München, Lehrstuhl f. Wasserbau u. Wasserwirtschaft am Institut f. Wasserwesen, -bau u. -wirtschaft Nr. 79. Standort: ETH, ISSN 0947-7187.
Hütte, M. 2000: Ökologie und Wasserbau. Parey Buchver- x x x x x x lag Berlin. Standort: ETH, ISBN 3-8263-3285-7.
Jäger, P. 1994: Zum Stand der Technik bei Fischauf- x stiegshilfen. Österr. Fischerei 47, S. 50-61. Standort: ETH.
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Jungwirth, M., Moog, O., Schmutz, S. 1990: Auswirkungen x der Veränderungen des Abflussregimes auf die Fisch- und Benthosfauna anhand von Fallbeispielen. Landschaftswasserbau 10 S. 194-234, Technische Universität TU Wien. Standort: ETH.
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7KHPHQEHUHLFKH a Abflussmenge Q347 g Wasserqualität b Erläuterungen und Auslegungen von h Methoden zur Festlegung der Restwassermengen Art. 29-36 GSchG i Gestaltung und Unterhalt von Fliessgewässern c Lebensräume/-gemeinschaften (vgl. auch Art. 31 Abs. 2 GSchG) d Fischfauna k Energiewirtschaftliche Interessen an den Wasserent- e Landschaften, Flussmorphologie und Hydraulik nahmen f Grundwasser l Andere Themen
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Themenbereiche a b c d e f g h i k l
/+*±/DQGHVK\GURORJLHXQGJHRORJLH: Handbuch x x für die Abflussmessung. Hydrologische Mitteilungen der Landeshydrologie und -geologie Nr. 4. Bern. Standort: LHG.
/+*±/DQGHVK\GURORJLHXQGJHRORJLH: Nouvelles x der Landeshydrologie und -geologie Nr. 93/2. Bern. Standort: LHG.
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Larinier, M. 1983: Guide pour la conception des dispositifs x de franchissement des barrages pour les poissons migrateurs. Bulletin français de pisciculture, Conseil Supérieur de la Pêche, numéro spécial. Boves. Standort: ETH.
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Beeinflussung der Fliessgewässer durch Kraftwerke ( 300 kW) und Seeregulierungen. In: Hydrologischer Atlas der Schweiz – Tafel 5.3. Bern. Standort: EDMZ.
Moog, O., Jungwirth, M., Muhar, S., Schönbauer, B. 1993: x x x x x x Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte bei der Wasserkraftnutzung durch Ausleitungskraftwerke. Literaturübersicht. Österreichische Wasserwirtschaft Jg. 45 (1993), Nr. 7/8, S. 197-210. Standort: ETH. 7KHPHQEHUHLFKH a Abflussmenge Q347 g Wasserqualität b Erläuterungen und Auslegungen von h Methoden zur Festlegung der Restwassermengen Art. 29-36 GSchG i Gestaltung und Unterhalt von Fliessgewässern c Lebensräume/-gemeinschaften (vgl. auch Art. 31 Abs. 2 GSchG) d Fischfauna k Energiewirtschaftliche Interessen an den Wasserent- e Landschaften, Flussmorphologie und Hydraulik nahmen f Grundwasser l Andere Themen
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Themenbereiche a b c d e f g h i k l
Muchenberger, F. 1993: Bestimmung von Q347 im Mittelland x aufgrund Bodenwasserbilanz. Beispiel Urtene, Luterbach und Chise. Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern. Bern. Standort: ETH.
O’Shea, D.T. 1995: Estimating Minimum Instream Flow x Requirements for Minnesota Streams from Hydrologic Data and Watershed Characteristics. North American Journal of Fischeries Management 15, 1995, S. 569- 578. Standort: ETH.
ÖWWV – Österreichischer Wasserwirtschaftsverband x x x x x x 1990: Wasserkraftnutzung im Gebirge. Teil 1: Einführung, Wasserfassungen und Entnahmestrecken. Schriftenreihe der Österreichischen Wasserwirtschaft, Heft 80. Wien. Standort: ETH, ISBN 3-900324-30-1.
Pestalozzi, M. 1996: Sicherung angemessener Restwas- x sermengen – alles oder nichts? Umweltrecht in der Praxis, Bd. 10/7, 1996, S. 708-731. Zürich. Standort: ETH.
6FKlOFKOL8: Morphologie und Strömungsverhält- x x x x x nisse in Gebirgsbächen: Ein Verfahren zur Festlegung von Restwasserabflüssen. Mitteilung Nr. 113 der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie VAW. Zürich. Standort: ETH.
Schellenberg, T., Zah, R. 1994: Der Einfluss von Aus- x trocknung und Niedrigwasser auf benthische Organismen, Habitatsbedingungen und Prozesse in Fliessgewässern: Literaturreview. Standort: ETH.
6FKZHL]HULVFKHU%XQGHVUDW: Botschaft vom 29. April x x 1987 zur Volksinitiative «zur Rettung unserer Gewässer» und zur Revision des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer. Schweizerischer Bundesrat. Bern. Standort: EDMZ.
6FKZHL]HULVFKHU%XQGHVUDWD: Bundesinventar der x x x Auengebiete von nationaler Bedeutung (Aueninventar). Schweizerischer Bundesrat. Bern. Standort: EDMZ.
7KHPHQEHUHLFKH a Abflussmenge Q347 g Wasserqualität b Erläuterungen und Auslegungen von h Methoden zur Festlegung der Restwassermengen Art. 29-36 GSchG i Gestaltung und Unterhalt von Fliessgewässern c Lebensräume/-gemeinschaften (vgl. auch Art. 31 Abs. 2 GSchG) d Fischfauna k Energiewirtschaftliche Interessen an den Wasserent- e Landschaften, Flussmorphologie und Hydraulik nahmen f Grundwasser l Andere Themen
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Themenbereiche a b c d e f g h i k l
6FKZHL]HULVFKHU%XQGHVUDWE: Bundesinventar der x x Flachmoore von nationaler Bedeutung (Flachmoorinventar). Schweizerischer Bundesrat. Bern. Standort: EDMZ.
6FKZHL]HULVFKHU%XQGHVUDW: Bundesinventar der x x x Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung (Moorlandschaftsinventar). Schweizerischer Bundesrat. Bern. Standort: EDMZ.
6LJULVW%: Messung des Niederwassers. In: Beiträge x zur Geologie der Schweiz – Hydrologie, Nr. 34, S. 31- 41. Bern. Standort: ETH.
von Känel, A. 1991: Fliessgewässer im Kanton Bern. Direk- x x x tion für Verkehr, Energie und Wasser des Kt. Bern / Gewässerschutzamt, Fliessgewässerbiologie. Bern. Standort: ETH.
Wasser- und Energiewirtschaftsamt des Kantons Bern x 1993: Leitfaden für den Bau von Fischwegen. Bern. Standort: ETH.
:DVVHUYHUVRUJXQJVDWODV. Bern. Auskunft/Einsicht beim x x BUWAL und bei den Kantonen.
:HLQJDUWQHU5$VFKZDQGHQ+: Abflussregimes x als Grundlage zur Abschätzung von Mittelwerten des Abflusses. In: Hydrologischer Atlas der Schweiz – Tafel 5.2. Bern. Standort: EDMZ.
Wigger, S. 1997: Auswirkungen von Wasserentnahme und x x x x Wasserrückleitung auf ein alpines Fliessgewässer (am Beispiel des Schaechen, Kt. Uri). Diplomarbeit ETH Zürich/EAWAG. Standort: ETH.
Zeh, H. 1993: Ingenieurbiologische Bauweisen. Studienbe- x richt Eidg. Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement EVED, BWW, Nr. 4. Bern. Standort: EDMZ.
7KHPHQEHUHLFKH a Abflussmenge Q347 g Wasserqualität b Erläuterungen und Auslegungen von h Methoden zur Festlegung der Restwassermengen Art. 29-36 GSchG i Gestaltung und Unterhalt von Fliessgewässern c Lebensräume/-gemeinschaften (vgl. auch Art. 31 Abs. 2 GSchG) d Fischfauna k Energiewirtschaftliche Interessen an den Wasserent- e Landschaften, Flussmorphologie und Hydraulik nahmen f Grundwasser l Andere Themen
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A2 TABELLE GRUNDLAGEN ZUR BESTIMMUNG DER ABFLUSSMENGE Q347
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO %DVLV DQGHUH3HULRGH 1 20611 Urtenen 44 220 2 20612 Urtenen-Schalunen 96 850 880 1985 1996 11
20-630
1 BE119 BEA032 20632 Dorfbach-Oberburg 14.7 240 240 1985 1996
2 BE120 BE:A014 20632 Luterbach-Oberburg, Dorf 34 239 230 1984 1996
3 BE121 BE:A034 20635 Limpach-Bätterkinden 77 610 1985 1996
4 1028 20635 Emme-Wiler, Limpachmündung 940 5100 1922 1996 5 20634 Biberenbach / Dorfbach 30 160
6 BE122 BE:A033 20635 Grundbach-Utzenstorf 70 1985 1994 9
7 20636 Siggern 21 180
8 BE123 BE:A031 20637 Ösch-Koppigen, Weidmoos 38 230 240 1985 1996
9 SO104 SO:612224 20637 Ösch-Kriegstetten 60.25 841 1996 1996
20-640 1 20641 Önz 36 200 2 20642 Altache 32 270
3 BE124 BE A029 20643 Önz-Heimenhausen 84.1 370 1987 1996
4 20643 Önz 92 650 Identifikation: LF-Nr. Laufnummer innerhalb eines Bilanzierungsgebietes Atlas-Nr. Nummer der Messstation im Hydrologischen Atlas der Schweiz (HADES) Kantons-Nr. Kantonseigene Nummerierung der Messstation Basisgeb.-Nr. Nummer des Basisgebietes gemäss HADES Name Gewässername gemäss HADES bzw. Stationsbezeichnung gemäss der messenden Institution Fläche Einzugsgebietsfläche bis zum entsprechenden Bestimmungspunkt [km ] Messungen: Q347(andere Periode) Q347 der nachfolgend aufgeführten Periode [l/s] von ..... bis ..... Beobachtungsperiode (zumeist Betriebsperiode der Messstation) Modell: Q347 Q347 berechnet aufgrund von Modellen der LHG [l/s] Fussnote Verweis auf Fussnoten mit Zusatzinformationen zur Messstation bzw. zum Einzugsgebiet Bedeutung der Fussnoten: Nr.1 Messstation im Hydrologischen Atlas unter einer anderen Nummer geführt (vgl. Tafel 5.1) Nr.2 Kantonale Messstation, früher durch die LHG betrieben Nr.3 Ältere Messperiode zusätzlich verfügbar Nr.4 Geringfügige Datenlücken Nr.5 Noch keine oder nur provisorische Daten verfügbar Nr.6 Datenqualität uneinheitlich infolge Sohlenänderungen, Verkrautung, geringer Eignung Messprofil für Niedrigwasser und anderes mehr Nr.7 Gewässer kanalisiert Nr.8 Versickerungen im Einzugsgebiet bekannt oder vermutet Nr.9 Gebietsfläche aus hydrogeologischen Gründen nicht bestimmt Nr.10 Abfluss geringfügig beeinflusst durch Kraftwerke, Zu- oder Ableitungen Nr.11 Abfluss beeinflusst durch Seeregulierung Nr.12 Abfluss beeinflusst durch Abwasserreinigungsanlage Nr.13 Abfluss beeinflusst durch landwirtschaftliche Bewässerung, Wasserrechtsverleihungen und anderes mehr Nr.14 Abfluss beeinflusst durch nicht genauer spezifizierte diffuse Eingriffe Nr.15 Natürlicher Abfluss aufgrund von Messungen rekonstruiert
108 Anhänge
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 10-010 1 10011 Rein da Curnera 27 130 2 568 10013 Vorderrhein-Sedrun 92.8 780 1917 1921 3 10013 Vorderrhein / Rein Anteriur 98 550 4 10012 Rein da Nalps 31 130 5 729 10014 Vorderrhein-Disentis, Fontanivas 158 1220 1943 1961 10-020 1 10022 Rein da Medel / Medelserrhein 51 450 2 10021 Rein da Cristallina 27 130 3 10023 Rein da Plattas 23 130 4 730 10024 Medelser Rhein-Disentis 128 720 1943 1953 10-030 1 10031 Aua Russein 55 270 2 10032 Vorderrhein / Rein Anteriur 401 3000 10-040 1 945 10041 Somvixer Rhein-Somvix, Encardens 21.8 160 150 1978 1996 2 10042 Rein da Sumvitg / Somvixer Rhein 39 180 3 713 10043 Somvixer Rhein-Tenigerbad 55 340 1932 1934 4 722 10043 Somvixer Rhein-Acla Mulin 77.3 490 1937 1961 5 10043 Rein da Sumvitg / Somvixer Rhein 81 600 10-050 1 844 10051 Ferrerabach-Trun 12.5 100 100 1963 1989 2 10056 Vorderrhein / Rein Anteriur 569 4500 3 10057 Vorderrhein / Rein Anteriur 600 5000 4 10058 Vorderrhein / Rein Anteriur 732 6000 5 10052 Flem 26 220 6 10053 Flem 53 400 7 10054 Schmuèr / Schmuèrbach 99 850 8 10055 Ual da Mulin / Ual da Siat 24 140 9 124 10059 Vorderrhein-Ilanz 776 6500 1914 1961 10-060 1 10061 Valser Rhein 26 220 2 10062 Valser Rhein 63 400 3 741 10064 Peilerbach-Vals 31.8 290 1945 1954 4 742 10064 Valser Rhein-Vals Platz 129 820 1945 1954 5 10065 Tomuelbach 11 55 6 10066 Valser Rhein 186 1000 10-070 1 10071 Glogn / Glenner 31 300 2 10072 Glogn / Glenner 78 600 3 10073 Glogn / Glenner 110 750 10-080 1 739 10081 Glenner-Peiden-Bad 312 2300 1945 1954 2 10081 Glogn / Glenner 349 2700 3 10082 Glogn / Glenner 381 3300 10-090 1 10091 Ual Draus 25 140 2 10092 Vorderrhein / Rein Anteriur 1236 11000 3 10093 Vorderrhein / Rein Anteriur 1266 11500 10-100 1 10101 Rabiusa 38 360 2 689 10103 Rabiusa-Safien, Rütti 87 610 1929 1934 3 10103 Rabiusa 138 800 10-110 1 10111 Flem 44 330 2 10112 Turnigla 35 270
Anhänge 109
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 10-120 1 10121 Hinterrhein / Rein Posteriur 27 120 2 740 10122 Hinterrhein-Hinterrhein 53.7 210 250 1945 1996 10-130 1 10131 Areuabach 31 180 2 10132 Hinterrhein / Rein Posteriur 132 700 3 10133 Hinterrhein / Rein Posteriur 194 1100 4 10134 Hinterrhein / Rein Posteriur 218 1400 10-140 1 10141 Jufer Rhein 22 160 2 10142 Ragn da Ferrera / Averser Rhein 67 450 3 10143 Ragn da Ferrera / Averser Rhein 124 700 10-150 1 10152 Ual da Niemet 21 180 2 10153 Ragn da Ferrera / Averser Rhein 265 1800 10-160 1 587 10163 Hinterrhein (Rein Posteriur)-Andeer, 503 3200 1919 1959 2 10161 Fundogn 39 220 3 10162 Nolla 25 220 10-170 1 595 10171 Flüelabach-Davos-Dorf, Sand 35.9 80 1919 1921 2 10171 Flüelabach 35 300 3 848 10172 Dischmabach-Davos, Kriegsmatte 43.3 290 280 1964 1996 4 10172 Dischmabach 54 330 5 597 10173 Sertigbach-Sertig, Bei der Säge 42.9 320 1919 1921 6 10173 Sertigbach 46 400 7 10174 Landwasser 186 1400 10-180 1 591 10182 Landwasser-Filisur, Solis 293 2200 1919 1921 10-190 1 588 10194 Albula (Alvra)-Bergün 119 1140 1922 1927 2 589 10194 Albula-Filisur 157 1660 1919 1921 10-200 1 614 10202 Albula (Alvra)-Tiefencastel 529 4800 1921 1925 10-210 1 10211 Gelgia / Julia 29 270 2 592 10214 Julia-Mühlen 111 620 1919 1921 3 593 10214 Fallerbach (Ava da Faller)-Mühlen 31.7 180 1919 1921 4 594 10214 Julia-Roffna 166 1140 1923 1927 10-220 1 553 10221 Errbach (Ragn d'Err)-Tinzen 37.2 220 1916 1921 2 301 10224 Julia (Gelgia)-Savognin 221 1040 1916 1922 3 10222 Ava da Nandro / Schletg 46 200 4 10223 Adont 22 110 5 598 10224 Julia-Tiefencastel 325 2320 1928 1948 1 10-230 1 10231 Rain digl Lai 41 220 2 10232 Albula / Alvra 928 7000 3 10233 Albula / Alvra 951 7500 10-250 1 261 10253 Rhein-Felsberg 3249 24000 1913 1955 1
110 Anhänge
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 10-260 1 10262 Plessur 21 150 2 10261 Welschtobelbach 23 160 3 10263 Sapünerbach 19 110 4 10264 Fondeierbach 18 100 5 10265 Plessur 112 700 10-270 1 10271 Plessur 162 1100 2 10272 Sagenbach 19 140 3 10273 Rabiusa / Landwasser 48 270 4 1017 10274 Plessur-Chur 263 1910 1930 1931 1996 10-280 1 10281 Vereinabach 35 120 2 10282 Verstanclabach 30 250 3 933 10283 Landquart-Klosters, Auelti 103 680 720 1975 1996 10-290 1 717 10293 Landquart-Klosters, Monbiel 112 730 1934 1974 2 10292 Stützbach 23 100 3 166 10293 Landquart-Klosters Brücke 149 1410 1917 1921 4 10293 Landquart 153 1000 5 10291 Schlappinbach 25 300 6 10294 Landquart 209 1500 7 10295 Landquart 254 2000 8 10296 Schanielenbach 36 270 9 634 10297 Schanielenbach-Ascharina 48.8 320 1921 1924 10 10297 Schanielenbach 64 650 10-300 1 635 10301 Landquart-Dalvazza 324 3120 1921 1923 2 10301 Landquart 359 3600 3 10302 Furnerbach 40 330 4 10304 Schraubbach 60 650 5 820 10305 Taschinasbach-Seewis 47.7 240 1960 1972 6 916 10305 Taschinasbach-Grüsch, 63 360 370 1972 1996 7 10303 Schranggabach 32 110 8 1127 10306 Landquart-Felsenbach 616 5220 1,6,15 10-320 1 807 10322 Tamina-Vättis 57.6 270 1959 1975
2 SG02 SG:3701 10322 Görbsbach-Vättis 30 110 1986 1996
3 714 10323 Tamina-Bad Ragaz, Badtobel 147 850 1932 1975 10-330 1 942 10334 Rhein-Bad Ragaz, ARA 4455 34000 1931 1955
2 SG101 SG:3303 10334 Trübbach-Trübbach 7.66 20 1991 1996
3 SG03 SG:3301 10334 Saarkanal-Trübbach 56 1580 1690 1981 1996 7
10-340
1 SG04 SG:3101 10346 Werdenberger Binnenkanal-Buchs 32 1920 1981 1994 7,13
2 10343 Grabser Bach 30 150
3 SG102 SG:5702 10344 Simmi-Wildhaus 15 12 1992 1996
4 881 10344 Simmi-Gams, Gigenlochsteg 23.2 60 1968 1980 5 10344 Simmi 24 85 6 698 10346 Werdenberger Binnenkanal-Salez 180 3490 3400 1969 1996 7,13 7 131 10346 Rhein-Oberbüchel 4654 30500 1931 1934
Anhänge 111
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 10-350 1 132 10353 Rhein-Oberriet, Blatten 5967 40500 1904 1920 2 1129 10353 Rhein-Diepoldsau, Rietbrücke 6119 57000 1919 1955 1
3 SG05 SG:2602 10353 Rheintaler Binnenkanal-Oberriet 224 3690 1990 1996 2,3,7,1
4 SG103 SG:2401 10353 Rietaach-Altstätten 32.8 250 1990 1996
5 SG06 SG:2101 10353 Rheintaler Binnenkanal-Widnau 334 4400 4560 1982 1996 7,13
6 610 10354 Rheintaler 360 4790 4850 1969 1996 7 10-360 1 1022 10362 Goldach-Goldach, Bleiche 49.8 250 260 1962 1996 10 2 831 10363 Steinach-Steinach, Mattenhof 24.2 280 280 1962 1996 12 10-370 1 10371 Salbach 32 90
2 TG02 10373 Wilerbach-Egnach 20.9 31 31 1978 1986
3 833 10372 Aach-Salmsach, Hungerbühl 48.5 120 110 1962 1996 10-380
1 TG101 10382 Grenzbach-Emmishofenzoll 10.1 10 12 1983 1996
10-390
1 SH101 10394 Biber-Buch 141 220 1988 1996
2 680 10394 Biber-Ramsen, Wilen 162 280 1977 1983 10-400
1 ZH101 ZH:576 10402 Geisslibach-Furtmüli, Schlattingen 20.1 86 1990 1996 13,14
2 TG03 10402 Geisslibach-Willisdorf 45.2 147 154 1978 1996
3 ZH01 ZH:511 10404 Mederbach-Marthalen 26.3 53 1968 1996 4,14
4 ZH02 ZH:512 10404 Mederbach-Niederwiesen, Marthalen 30.4 87 63 1968 1996
10-410 1 677 10417 Wutach-Schleitheim 442 1300 1926 1938 2 10416 Schleitheimer Bach 35 65
3 SH102 10414 Halbbach-Hallau 13 20 1994 1996
10-420
1 SG07 SG:5701 10422 Wildhuser Thur-Wildhaus, 2.3 22 1981 1992
2 SG08 SG:5801 10422 Wildhuser Thur-Unterwasser 12.5 60 1981 1992
3 SG09 SG:5803 10421 Säntisthur-Unterwasser 19.5 10 1981 1992
4 SG10 SG:5804 10422 Thur-Unterwasser, Chloostobel 39.3 110 110 1981 1996
5 SG11 SG:5813 10422 Thur-Alt St.Johann, Bürgerheim 54.6 380 1986 1996
6 SG12 SG:5814 10423 Leistbach-Alt St.Johann, Säss 13.1 70 1990 1992
7 852 10423 Thur-Stein, Iltishag 84 360 410 1964 1996 10-430
1 SG104 SG:5901 10431 Wiss Thur-Stein, alte Holzbrücke 17.3 160 1990 1996
2 10431 Thur 127 750
3 SG13 SG:6101 10432 Luteren-Neu St. Johann, Auguet 28.9 220 1988 1996
4 10434 Thur 250 1400
5 SG14 SG:6401 10435 Thur-Wattwil, Schomattensteg 252 2160 1987 1996
6 10435 Thur 279 1600 7 649 10436 Thur-Bütschwil 303 1720 1922 1974 8 10436 Thur 320 2000 10-440 1 10441 Necker 33 200 2 10442 Necker 61 270 3 514 10443 Necker-Necker 85 420 1913 1933 4 911 10443 Necker-Mogelsberg, Aachsäge 88.2 410 440 1972 1996 5 10444 Necker 126 600
112 Anhänge
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 10-450 1 935 10454 Rietholzbach-Mosnang, Rietholz 3.31 9.8 11 1976 1996
2 SG15 SG:7201 10454 Gonzenbach-Lütisburg, Guggenloch 26.1 150 1989 1996
3 825 10455 Thur-Jonschwil, Mühlau 493 2910 3130 1966 1996
4 SG105 SG:8201 10456 Alpbach-Wil 19.1 80 1990 1996
5 10456 Thur 554 3600
6 SG24 SG:7901 10457 Uze-Uzwil, Durchlass A1 12.1 30 1987 1996
7 827 10451 Glatt-Herisau, Zellersmühle 16.2 130 140 1984 1996
8 SG22 SG:8001 10451 Wissenbach-Degersheim, Tal 13.7 110 1985 1996
9 10451 Glatt 39 250
10 SG16 SG:8817 10452 Hafnersbergbach-Gossau, Bruggwis 2.5 10 1985 1988
11 SG21 SG:8816 10452 Dorfbach-Gossau, ARA 18.5 61 53 1984 1996
12 SG23 SG:8501 10453 Glatt-Oberbüren, Buechental 87.8 850 790 1984 1996
13 10457 Thur 691 4500
14 SG26 SG:8602 10458 Sorenbach-Niederbüren, Husen 18.2 50 1989 1996
10-460 1 10461 Schwendibach 35 250 2 10462 Sitter 74 450 10-470 1 10471 Urnäsch 36 200 2 834 10472 Urnäsch-Hundwil, Äschentobel 64.5 330 400 1962 1996 3 10473 Urnäsch 80 500 10-480 1 10481 Sitter 101 600
2 AR03 10482 Rotbach-Bühler 22.8 110
10-490 1 1116 10491 Sitter-St.Gallen, Bruggen/Au 261 1610 1780 1981 1996 10,12 2 662 10491 Sitter-Bernhardzell 301 1780 1924 1980 10,12 3 10492 Sitter 307 1700 10-500
1 TG10 10501 Murg-Fischingen 8.1 14 18 1982 1996
2 920 10501 Aubach-Fischingen 3.82 20 1973 1977 3 10501 Murg 36 110
4 TG13 10502 Murg-Münchwilen, Murgtal 69 393 419 1976 1988
5 528 10502 Murg-Wängi 78 450 460 1954 1996 10-510
1 TG16 10512 Lauche-Matzingen 62.9 91 131 1974 1996
2 10511 Lützelmurg 39 140 3 819 10513 Murg-Frauenfeld 212 800 920 1974 1996 10-520 1 685 10521 Thur-Halden 1085 6890 7100 1965 1996
2 TG04 10521 Giessen-Bürglen 23.6 16 20 1977 1989
3 10521 Thur 1192 7500 4 10522 Thur 1320 8000
5 TG09 10523 Seebach-Hüttwilen 20.2 26 28 1977 1996
6 ZH102 ZH:579 10523 Schwarzenbach-Rickenbach 15 47 1992 1996
7 136 10524 Thur-Andelfingen 1696 9160 9250 1904 1996 10-530
1 ZH03 ZH:513 10531 Töss-Beicher, Steg/Fischenthal 11.3 30 50 1968 1996
2 10531 Töss 38 120
3 ZH04 ZH:519 10532 Töss-Altlandenberg, Bauma 66.7 60 1989 1996 14
4 10532 Töss 80 300
5 ZH06 ZH:563 10533 Chatzenbach-Turbenthal 5.7 3.5 4.4 1985 1996
6 ZH07 ZH:520 10533 Töss-Rämismühle, Zell 127 500 530 1988 1996
Anhänge 113
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 10-540 1 10541 Töss 186 650
2 ZH103 ZH:580 10542 Kempt-Fehraltorf 23.7 69 1991 1996 14
3 ZH09 ZH:517 10543 Kempt-Illnau 37.3 150 170 1968 1996
4 ZH10 ZH:555 10543 Kempt-Winterthur 59.7 330 1981 1996 4
5 ZH11 ZH:518 10543 Töss-Wülflingen 260 960 1090 1965 1996
10-550
1 ZH12 ZH:521 10551 Eulach-Räterschen 29.5 90 110 1968 1996 14
2 ZH13 ZH:522 10552 Eulach-Winterthur 63.6 180 210 1965 1996
3 ZH14 ZH:523 10552 Eulach-Wülflingen 73 80 1971 1996 14
4 549 10552 Töss-Neftenbach 342 1780 1910 1921 1996
5 ZH104 ZH:575 10553 Näfbach-Neftenbach 37.7 140 1992 1996
6 ZH16 ZH:570 10555 Töss-Freienstein 399 2320 1985 1996
7 10554 Wildbach 27 150 8 10555 Töss 430 2200 10-560 1 10561 Flaacher Bach 31 140 10-570
1 ZH17 ZH:568 10571 Chämtnerbach-Wetzikon 13.4 60 60 1985 1996 14
2 ZH18 ZH:567 10571 Dorfbach-Pfäffikon 1 26 1985 1996
3 ZH20 ZH:526 10571 Wildbach-Wetzikon 20.5 90 90 1951 1996 14
4 10571 Aa / Aabach 58 360
5 ZH22 ZH:527 10572 Aabach-Mönchaltorf 46 190 210 1980 1996
6 ZH105 ZH:532 10573 Dorfbach-Maur 2.3 5 1991 1996
7 ZH23 ZH:529 10574 Werrikerbach-Greifensee 12 33 37 1977 1996
8 ZH24 ZH:531 10574 Glatt-Wuhrbrücke, Fällanden 167.1 1230 1380 1977 1996 11
10-580 1 526 10581 Glatt-Schwerzenbach 165 1300 1922 1935
2 ZH25 ZH:533 10581 Glatt-Dübendorf 191 1500 1680 1970 1996 11
3 ZH26 ZH:545 10583 Altbach-Bassersdorf 13 33 38 1977 1996
4 ZH27 ZH:534 10583 Glatt-Rümlang 302 2890 2890 1960 1996
5 10583 Glatt 324 3000
6 ZH28 10584 Fischbach-Dielsdorf 25.9 86
7 10584 Glatt 364 3150 8 938 10585 Glatt-Rheinsfelden 416 3270 3610 1976 1996 10-590
1 AG101 AG:370 10591 Fisibach-Fisibach 14.9 120 110 1982 1996
2 AG102 AG:376 10591 Tägerbach-Wislikofen 13.7 60 60 1982 1996
10-600
1 AG04 AG:342 10603 Sisslen-Hornussen 37.2 20 30 1980 1996
2 AG05 AG:341 10603 Staffeleggbach-Frick 21 50 50 1980 1996
3 AG103 AG:371 10601 Wölflinswiler Bach-Wittnau 17.4 30 30 1982 1996
5 AG06 AG:343 10603 Feihalterbach-Frick 6 6.3 7 1980 1990
10-610
1 AG01 AG:360 10612 Etzgerbach-Etzgen 25.2 70 80 1980 1996
2 AG02 AG:361 10611 Sulzerbach-Sulz, Bütz 8.3 20 20 1980 1996
3 AG03 AG:362 10612 Kaisterbach-Kaisten 12.1 20 20 1980 1996
4 AG08 AG:331 10612 Sisslen-Eiken 123 70 100 1977 1996 8
114 Anhänge
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 10-620
1 BL02 BL:328 10621 Dübach-Rothenfluh 2.6 11 11 1979 1996
2 BL03 BL:327 10621 Hemmikerbach-Ormalingen 4.8 17 19 1979 1996
3 BL04 BL:324 10621 Ergolz-Ormalingen 29.9 20 40 1978 1996 6
4 BL05 BL:314 10622 Eibach-Zeglingen 12.9 40 40 1984 1996
5 484 10622 Eibach-Tecknau 22.1 60 1911 1915
6 BL06 BL:323 10622 Eibach-Gelterkinden 27.1 80 80 1978 1996
7 BL07 BL:313 10623 Homburgerbach-Buckten 9.5 10 10 1984 1996
8 BL08 BL:322 10623 Homburgerbach-Thürnen 30.3 30 70 1978 1996 8
9 BL09 BL:326 10624 Diegterbach-Diegten 13.1 90 90 1983 1996
10 BL10 BL:321 10624 Diegterbach-Sissach 32.7 70 80 1978 1996
11 BL11 BL:325 10625 Ergolz-Itingen 141 250 290 1981 1996
10-630
1 BL12 BL:320 10631 Vordere Frenke-Waldenburg 12.6 100 90 1979 1996
2 BL13 BL:319 10633 Vordere Frenke-Bubendorf, Talhaus 45.6 140 170 1978 1996
3 BL14 BL:329 10632 Hintere Frenke-Reigoldswil 14.6 130 110 1982 1996 6
4 BL15 BL:309 10633 Hintere Frenke-Bubendorf, Morgental 38.2 80 80 1984 1996
10-640
1 BE02 BE:A004 10642 Birse-Court 92.2 470 520 1974 1996
2 479 10645 Birse-Moutier, La Charrue 183 780 880 1912 1996 10-650 1 1254 10653 Scheulte-Vicques 72.8 320 1992 1996 10-660 1 1142 10664 Sorne-Delémont 241 1000 1030 1983 1996 10-670 1 1141 10674 Birse-Soyhières, Bois du Treuil 590 2210 2330 1983 1996
2 SO101 SO:607246 10675 Lüssel-Erschwil 32.8 192 1995 1996
3 SO01 SO:607250 10675 Lüssel-Breitenbach 46 18 28 1979 1996
4 SO102 SO:609252 10677 Ibach-Himmelried 11.4 36 1995 1996
5 SO103 SO:611252 10677 Chastelbach-Himmelried 11.3 36 1995 1996
10-680
1 BL18 BL:312 10682 Marchbach-Oberwil 27 120 110 1980 1996 12
2 BL19 BL:308 10682 Birsig-Oberwil 40 130 1987 1996
3 BL20 BL:311 10682 Birsig-Binningen 74.5 110 160 1979 1996
10-690
1 AG104 AG:373 10691 Möhlinbach-Wegenstetten 7.9 10 1982 1990
2 AG105 AG:372 10691 Möhlinbach-Zeiningen 26.6 100 110 1982 1996
3 BL01 BL:316 10692 Buuserbach-Maisprach 11.5 120 120 1978 1996
4 AG106 AG:374 10692 Magdenerbach-Rheinfelden 33.1 100 110 1982 1996
5 BL16 BL:317 10695 Orisbach-Liestal 20.8 40 40 1981 1996
6 719 10695 Ergolz-Liestal 261 400 460 1934 1996 8 7 438 10695 Ergolz-Augst, Riedacker 279 440 1914 1933
8 BL17 BL:315 10697 Violenbach-Augst 16.9 30 40 1979 1996
9 380 10696 Birs-Münchenstein, Hofmatt 911 2610 3010 1917 1996
10 BL21 BL:310 10697 Dorfbach-Allschwil 10.5 30 30 1984 1996
11 715 Wiese-Basel 437 1830 1110 1933 1996 8 20-010 1 20011 Aare 97 300 2 20012 Aare 163 800 3 20013 Aare 278 1800 20-020 1 20021 Urbachwasser 37 150 2 421 20022 Urbachwasser-Unterstock 67.7 310 1914 1921
Anhänge 115
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 20-030 1 20031 Gadmerwasser 32 330 2 20032 Triftwasser 43 270 3 422 20034 Gadmerwasser-Hopflauenen 120 840 1914 1921 4 20033 Gentalwasser 41 330 5 20034 Gadmerwasser 170 1200 20-040
1 BE101 BE:A050 20042 Alpbach-Bidmi, Hasliberg 6.964 29 1995 1996
2 20041 Rychenbach 57 500 3 20042 Aare 551 4000 20-050 1 20051 Schwarze Lütschine 18 45 2 20052 Schwarze Lütschine 49 360 3 661 20053 Weisse Lütschine-Grindelwald 44.5 80 1924 1928 4 20053 Weisse Lütschine 45 130 5 20054 Schwarze Lütschine 150 1100
6 BE102 BE:A010 20055 Schwarze Lütschine-Gündlischwand 179.3 1410 1992 1996
7 20055 Schwarze Lütschine 182 1400 20-060 1 20061 Weisse Lütschine 47 300 2 20063 Weisse Lütschine 91 600 3 20062 Trümmelbach 23 200 4 20064 Sousbach 21 250 5 716 20065 Weisse Lütschine-Zweilütschinen 164 1190 1000 1933 1996 20-070 1 20071 Saxetbach 22 180 20-080 1 60 20084 Aare-Brienzwiler 554 4200 1905 1929
2 BE103 BE:A009 20081 Kanal Aarboden-Brienz, Stägmatten 32.8 410 1993 1996
3 20082 Giessbach 24 80 4 387 20083 Lütschine-Gsteig 379 2650 2410 1924 1996 20-090 1 753 20092 Kander-Gasterntal, Staldi 40.7 130 1950 1982 2 20092 Kander 79 450 3 20093 Öschibach 32 150
4 P10 20095 Kander-Kandersteg 141 1370
5 BE104 BE:A017 20095 Kander-Frutigen, Viadukt 207.1 2890 1991 1996 4
6 20095 Kander 188 2200 20-100 1 755 20102 Engstligenbach-Engstligenalp 14.4 90 1950 1965 2 20102 Engstligen / Engstligenbach 29 270 3 750 20101 Allenbach-Adelboden 28.8 250 240 1950 1996
4 BE105 BE:A016 20103 Engstligenbach-Adelboden 70.3 830 1995 1996
5 20103 Engstligen / Engstligenbach 109 1200 6 20104 Engstligen / Engstligenbach 147 1800 20-110 1 751 20111 Gornernbach-Kiental 25.6 80 1950 1982 2 693 20111 Gornernwasser 45.3 220 1930 1935 3 20112 Kiene / Chiene 91 1000 4 20113 Suld 25 200 5 1117 20114 Kander-Hondrich 520 5380 5410 1981 1996
116 Anhänge
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 20-120 1 766 20121 Trübbach-Räzliberg 19.5 20 10 1952 1995 2 1183 20121 Simme-Lenk, Rezlibergweid 150 1987 1996 9 3 735 20121 Simme-Oberried/Lenk 35.7 210 150 1944 1996 4 860 20122 Iffigenbach-Lenk, Iffigenfall 20 1965 1984 9 5 20122 Iffigenbach 38 400 20-130 1 20131 Färmelbach 31 300 2 20132 Simme 162 1500 3 20134 Simme 206 2200
4 BE106 BE:A013 20134 Simme-Zweisimmen, 202.7 2560 1993 1996
5 20133 Kleine Simme 37 120 6 20135 Simme 296 2700 7 637 20136 Simme-Oberwil 344 3210 2900 1921 1996 20-140 1 20141 Fildrich 42 250
2 P12 20142 Fildrich-Riedli 81 500
3 20143 Kirel / Chirel 129 800 20-150 1 20151 Buuschebach 27 130 2 20152 Simme 436 4000 20-160 1 20161 Lombach 50 200
2 BE107 BE:A006 20165 Grönbach-Sigriswil, Grönhütte 10.6 70 1995 1996
20-170 1 20171 Zulg 48 120 2 20172 Zulg 100 450 3 20173 Rotache 39 220 20-180
1 BE108 BE:A052 20181 Chise-Bowil 11.8 45 1996 1996 4
3 20182 Kiesen / Chise 70 400 20-190 1 111 20192 Aare-Thun 2490 24700 1906 1928 2 20191 Glütschbach 24 220 20-200
1 BE110 BE:A046 20201 Fallbach-Blumenstein 2.361 20 1993 1996
2 1128 20201 Gürbe-Burgistein, Pfandersmatt 53.7 270 280 1982 1996 20-210 1 650 20211 Gürbe-Belp 124 840 750 1923 1996 20-220 1 571 20224 Aare-Bern, Schönau 2969 31900 1918 1928 2 1231 20224 Worblen-Ittigen 52.7 390 410 1989 1996 3 20225 Chräbsbach 22 120 4 20226 Gäbelbach 24 130 20-230 1 20234 Saane 52 220 2 20235 Saane 100 550 3 20231 Louibach 27 300
4 BE111 BE:A011 20232 Louibach-Saanen, Gstaad 62.4 700 1994 1996
5 20233 Turbachbach 30 160 6 20236 Saane 217 1400
Anhänge 117
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 20-240 1 20241 Ruisseau des Fenils / Grischbach 21 200 2 20242 Ruisseau de Flendruz 27 250 3 20243 Sarine 312 2200 4 20244 Torneresse 47 450 5 20247 Sarine 410 3000 6 20245 Hongrin 45 250 7 20246 Hongrin 80 330 20-250 1 20251 Sarine 550 4000 2 20252 Trême 30 220 3 651 20253 Sarine-Broc, Château d'en Bas 639 5400 1923 1960 20-260 1 20261 Jaunbach 26 250 2 20262 Jogne / Jaunbach 73 450 3 20263 Jogne 110 650 4 20264 Javro 38 150 5 577 20265 Jogne-Broc, Fabrique Cailler 177 1930 1918 1920 6 20265 Jogne 185 1000 20-270 1 932 20271 Sionge-Vuippens, Château 45.3 190 230 1976 1996 2 20273 Gérine 42 270 3 20274 Gérine 80 500 20-280 1 20281 Neirigue 58 200 2 20282 Glâne 64 220 3 20283 Glâne 156 550 4 20284 Glâne 194 700 20-290 1 20291 Gotteron / Galtera 44 300
2 FR101 20293 Horiabach-Düdingen 5.3 1998 5
20-300 1 20301 Muscherensense 21 65 2 20302 Kalte Sense 66 220 3 839 20303 Rotenbach-Plaffeien, Schweinsberg 1.66 9.3 8.9 1962 1996 4 840 20303 Schwändlibach-Plaffeien, 1.38 1 0.4 1962 1996 8 5 20303 Warme Sense 45 160 6 20304 Sense 152 700 7 20305 Sense 182 850 20-310 1 20311 Schwarzwasser 56 300 2 20312 Schwarzwasser 110 550 3 20313 Schwarzwasser 133 650 20-320 1 681 20321 Sense-Thörishaus, Sensematt 352 2150 2010 1928 1996 2 20322 Taverna / Tafersbach 53 180 3 657 20323 Sense-Neuenegg 412 2720 1923 1926 4 20323 Sense 439 2500 20-340 1 908 20341 Orbe-Le Chenit, Frontière 44.4 60 70 1971 1996
2 VD101 VD:ORB 20342 Orbe-Le Sentier 96 477 1993 1994
20-350 1 344 20353 Orbe-Orbe, Le Chalet 333 2230 2360 1973 1996 10 20-360 1 20361 Nozon 37 60
118 Anhänge
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 20-370 1 20371 Talent 25 75 2 20372 Talent 62 150 20-380
1 VD102 VD:TAL 20382 Talent-Chavornay 66.3 255 1993 1994
2 20381 Buron 75 9
3 VD103 VD:BRI 20384 Brinaz 13.5 65 1993 1994
20-390 1 926 20391 Mentue-Dommartin 12.5 60 1975 1990 2 20391 Mentue 54 110 3 898 20392 Mentue-Yvonand, La Mauguettaz 105 270 290 1971 1996 4 20393 Mentue 144 330 20-400 1 20401 Baumine 27 65 2 1138 VD:ARN 20402 Arnon-Grandson, La Motte 89.6 300 1983 1989 2 20-430 1 812 20433 Areuse-St-Sulpice 127 710 700 1959 1996 2 813 20433 Noiraigue-Noiraigue 68.4 310 1959 1979 3 1026 20433 Areuse-Champ du Moulin 359 1880 1923 1984 1 4 1139 20434 Areuse-Boudry 377 1590 1570 1983 1996 6 20-450 1 972 20451 Seyon-Valangin 112 90 100 1980 1996 20-460 1 20461 Ruisseau de la Vaux 24 330 2 1136 20462 Serrière-Neuchâtel, Serrières 270 1982 1989 9 20-470
1 FR102 20471 Broye-La Rogivue 27.5 194 1994 1997 5
2 20471 Broye 49 200
3 FR103 20472 Biorde-Palézieux 25.3 160 1994 1997 5
4 20472 Biorde 30 70
5 VD104 VD:FAV 20473 Flon-Oron-la-Ville 16.4 39 1993 1994
6 20473 Broye 118 360 7 20474 Grenet 28 150 8 949 20475 Parimbot-Ecublens, Eschiens 6.75 5.1 7.6 1979 1996 9 20475 Broye 187 600 10 20476 Carrouge / Flon Carrouge 52 110 20-480 1 20481 Broye 276 850 2 20482 Broye 342 1100 3 20483 Lembe 29 160 4 20484 Broye 422 1400 20-490 1 20491 Arbogne 47 200
2 VD02 VD:ARB 20492 Arbogne-Avenches 69.7 310
3 20493 Petite Glâne 34 100
4 VD01 VD:GLA 20494 Petite Glâne-Villars-le-Grand 84.6 270
5 20494 Broye 616 2000 20-500
1 VD03 VD:CHD 20502 Chandon-Avenches 38.6 130
20-510
1 FR104 20511 Bibera-Gurmels 16.5 100 1996 1996
2 20511 Biberen / Bibera 30 120 3 789 20512 Biberen-Kerzers 50.1 150 180 1956 1996
Anhänge 119
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 20-530
1 BE112 BE:A022 20531 Suze-Villeret, pont de la STEP 140 1993 1996 9
2 829 20532 Suze-Sonceboz 195 750 850 1961 1996 6
3 BE06 BE:A024 20533 Suze-Péry 197 960 1290 1976 1996
20-540
1 BE03 BE:A027 20543 Moosbach-Lüscherz 6.94 20 20 1977 1996
20-550 1 20551 Chuelibach 33 130
2 BE113 BE:A003 20552 Lyssbach-Schüpfen, Bundkofen 22.5 110 1991 1996
3 20552 Lyssbach 60 220 20-560
1 BE114 BE:A047 20562 Binnenkanal-Worben, Schützenweg 11 40 1995 1996
2 BE115 BE:A018 20561 Lyssbach-Lyss, Herrengasse 49.9 230 1991 1996
3 20563 Leugene 21 100 20-570 1 20571 Emme 48 160 2 20572 Emme 89 300 3 703 20573 Emme-Eggiwil, Bächlern 102 370 1931 1974 4 928 20573 Emme-Eggiwil, Heidbüel 124 280 320 1975 1996 20-580
1 BE116 BE:A008 20581 Röthenbach-Eggiwil 52.6 170 1994 1996
20-590 1 20591 Ilfis 44 220 2 20592 Ilfis 91 450
3 BE117 BE:A036 20593 Truebbach-Trub, 53.2 400 1990 1996
4 20593 Truebbach / Trueb 55 360 5 1238 20595 Ilfis-Langnau 188 1270 1990 1996 20-600 1 1131 20604 Emme-Emmenmatt 443 1900 1940 1918 1996 2 806 20601 Rappengraben-Wasen, Riedbad 0.596 2 2.2 1958 1996 3 805 20601 Sperbelgraben-Wasen, Kurzeneialp 0.544 1.8 1.9 1958 1996 4 20601 Grünen / Grüene 39 220 5 20602 Grünen / Grüene 80 550 6 20603 Biglenbach 41 150 7 961 20605 Emme-Burgdorf, Lochbach 673 4680 1979 1990 20-610 1 20611 Urtenen 44 220
2 BE118 BE:A043 20612 Urtenen-Schalunen 96 850 880 1985 1996 11
20-620 1 20621 Limpach 39 120 2 20622 Limpach 78 300 20-630
1 BE119 BEA032 20632 Dorfbach-Oberburg 14.7 240 240 1985 1996
2 BE120 BE:A014 20632 Luterbach-Oberburg, Dorf 34 239 230 1984 1996
3 BE121 BE:A034 20635 Limpach-Bätterkinden 77 610 1985 1996
4 1028 20635 Emme-Wiler, Limpachmündung 940 5100 1922 1996 5 20634 Biberenbach / Dorfbach 30 160
6 BE122 BE:A033 20635 Grundbach-Utzenstorf 70 1985 1994 9
7 20636 Siggern 21 180
8 BE123 BE:A031 20637 Ösch-Koppigen, Weidmoos 38 230 240 1985 1996
9 SO104 SO:612224 20637 Ösch-Kriegstetten 60.25 841 1996 1996
120 Anhänge
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 20-640 1 20641 Önz 36 200 2 20642 Altache 32 270
3 BE124 BE A029 20643 Önz-Heimenhausen 84.1 370 1987 1996
4 20643 Önz 92 650 20-660
1 BE125 BE:A035 20661 Rotbach-Huttwil 39.8 380 1986 1994
2 863 20661 Langeten-Huttwil, Häberenbad 59.9 500 570 1966 1996 20-670 1 888 BE:A001 20673 Langeten-Lotzwil 115 960 1200 1994 1996 2
2 BE09 BE:A025 20673 Langeten-Roggwil, Hintergasse 126 900 940 1984 1996
3 1118 20672 Rot-Roggwil, Buechägerten 53.6 350 370 1981 1996 4 1119 20673 Murg-Murgenthal, Walliswil 207 1480 1600 1981 1996 20-680
1 SO04 SO:619240 20682 Augstbach-Balsthal 64 50 1994 1995
2 SO05 SO:619239 20683 Dünnern-Balsthal 139 1032 1995 1996
3 20683 Dünnern 139 1000 20-690 1 20691 Luthern 37 160 2 20692 Luthern 77 360 3 20693 Luthern 109 700 20-700 1 20701 Wigger 55 250 2 20702 Seewag 32 140 3 20703 Rot 38 160 4 20704 Wigger 184 1100 20-710
1 AG09 AG:340 20714 Pfaffnern-Vordemwald 38.8 350 330 1980 1996
2 962 20713 Wigger-Zofingen 368 1910 2090 1980 1996
3 AG10 AG:339 20716 Dorfbach-Oftringen 10 40 40 1981 1990
4 946 20712 Dünnern-Olten, Hammermühle 196 430 550 1978 1996 20-720
1 AG107 AG:377 20721 Erzbach-Erlinsbach 6.9 20 20 1982 1996
20-730 1 1252 20731 Sellenbodenbach (Grosse 10.5 50 1991 1996
2 LU04 LU:397 20732 Grosse Aa-Sempach 15.7 50 50 1985 1996
3 LU05 LU:398 20732 Kleine Aa-Sempach 6.98 20 21 1986 1996
4 LU06 LU:403 20731 Lippenrütibach-Neuenkirch 3.33 10 10 1986 1996 4
5 LU08 LU:399 20732 Rotbach-Sempach 6.2 30 1986 1996 4
6 LU09 LU:488 20731 Meienbach-Nottwil 1.19 4 4 1989 1996
7 LU11 LU:395 20731 Nottwilerbach-Nottwil 1.59 20
8 LU12 LU:401 20732 Brandbach-Schenkon 4.3 20
9 LU13 LU:402 20732 Greuelbach-Schenkon 2.6 15 1986 1996 4
20-740 1 982 20741 Suhre-Oberkirch 77 390 460 1976 1996
2 AG11 AG:338 20741 Suhre-Reitnau 135.5 1120 1160 1982 1996
3 AG12 AG:349 20742 Ruederchen-Schöftland 19 70 80 1980 1996
4 20742 Suhre 188 1200 20-750
1 AG17 AG:350 20752 Wyna-Reinach 47 290 300 1980 1996
Anhänge 121
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 20-760
1 LU14 LU:404 20761 Ron-Hochdorf 27.76 170 160 1986 1996
2 LU15 LU:482 20762 Stägbach-Baldegg 8.09 30 30 1986 1996
3 LU17 LU:481 20762 Spittlisbach-Hochdorf 3.79 10 1986 1996
4 LU101 LU:484 20762 Höhibach-Kleinwangen 1.71 10 1986 1996
5 LU19 LU:487 20762 Scheidbach-Lieli 1.41 10
6 LU20 LU:406 20763 Mülibach-Retschwil 1.9 5.8 7 1986 1996
7 LU23 LU:486 20762 Dünkelbach-Gelfingen 4.38 30
20-770 1 936 20771 Aabach-Hitzkirch, Richensee 74.4 410 440 1976 1996
2 AG27 AG:347 20774 Aabach-Seengen 146.8 880 930 1980 1996 11
20-780
1 AG108 AG:363 20781 Rüeribach-Muri 5.1 18 1981 1990
2 AG22 AG:352 20781 Katzbach-Muri 4.5 20 20 1980 1996
3 AG109 AG:367 20781 Bünz-Muri (Hasli) 14.7 70 70 1982 1996
4 AG23 AG:353 20781 Wissenbach-Boswil 11.7 20 30 1980 1996
5 AG24 AG:354 20782 Bünz-Wohlen 53.08 270 1981 1987 3
6 AG25 AG:355 20782 Holzbach-Villmergen 23.6 110 110 1980 1996
20-790
1 AG20 AG:345 20795 Wilenbergbach-Küttigen 0.6 0.4 0.5 1979 1996
2 AG110 AG:375 20795 Aabach-Küttigen 8.7 30 1982 1990
3 AG14 AG:337 20791 Ürke-Holziken 25 280 280 1982 1996
4 AG15 AG:336 20792 Köllikerbach-Kölliken 8 80 80 1984 1996
5 AG16 AG:333 20792 Suhre-Suhr 243.1 1600 1680 1977 1996
6 AG18 AG:334 20793 Wyna-Unterkulm 92 330 350 1977 1996
7 AG19 AG:348 20793 Wyna-Suhr 120 490 510 1980 1996
8 AG28 AG:346 20794 Aabach-Lenzburg 175 1290 1290 1980 1996 11
9 AG26 AG:332 20794 Bünz-Othmarsingen 110.6 560 600 1977 1996
20-800 20-810
1 AG111 AG:378 20811 Surb-Unterehrendingen 27.6 160 1991 1996
2 20811 Dänkelbach 37 180
3 AG30 AG:358 20812 Surb-Döttingen 67.2 300 320 1980 1996
20-820
1 AG112 AG:369 20821 Schmittenbach-Remigen 13.2 0 0 1982 1996 6
2 AG31 AG:359 20822 Guntenbach-Leuggern 9.2 10 10 1982 1996
30-010 1 30011 Muttenreuss 31 160 2 30012 Furkareuss 29 200 3 30014 Reuss 93 600 4 30013 Gotthardreuss 33 330 5 30015 Unteralpreuss 32 300 6 298 30016 Reuss-Andermatt 192 2000 1919 1944 30-020 1 30021 Göschener Reuss 53 300 2 620 30022 Göschener Reuss-Abfrutt 89.6 500 1945 1954 3 30022 Göschener Reuss 93 600 30-030 1 453 30031 Meienreuss-Husen 67.6 400 1924 1944
122 Anhänge
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 30-040 1 459 30041 Reuss-Göschenen, Fischbödeli 289 2260 1911 1913 2 30041 Reuss 319 3500 3 454 30043 Reuss-Wassen 392 3540 1911 1916 4 30043 Reuss 424 4000 5 30042 Fellibach 24 250 6 30044 Reuss 479 4500 30-050 1 30051 Kärstelenbach / Chärstelenbach 30 140 2 30052 Brunnibach 18 120 3 30053 Etzlibach 27 250 4 461 30054 Kärstelenbach-Hinterbristen 111 820 1919 1923 30-060 1 30061 Schächen 31 270 2 30062 Hinter Schächen 26 250 3 695 30063 Schächen-Bürglen 95.1 970 1930 1966 30-070 1 818 30071 Alpbach-Erstfeld, Obersee 4.23 20 1987 1991 2 821 30071 Alpbach-Erstfeld, Bodenberg 20.6 110 90 1961 1996 3 30072 Reuss 670 5500 4 30073 Bockibach 13 150 5 30074 Reuss 704 6000 6 1161 30075 Schächen-Bürglen, Galgenwäldli 109 1230 1210 1986 1996 7 30075 Reuss 847 7500 30-080 1 799 30081 Grosstalbach-Isenthal 43.9 420 370 1957 1996 2 798 30082 Chlitalbach-Isenthal 12.4 20 1957 1961 3 30082 Isitaler Bach 60 650 30-090 1 30091 Riemenstaldnerbach 28 330 30-100 1 30101 Steiner Aa / Hundschottenbach 25 180 2 539 30102 Seeweren-Seewen 72.1 700 1914 1936 30-110 1 30111 Ruosalper Bach 21 250 2 30112 Muota 73 450 3 30113 Muota 98 850 4 30114 Starzlen 29 160 5 30115 Hüribach 30 360 6 30116 Muota 224 1500 7 284 30117 Muota-Ingenbohl 316 2440 1923 1964 30-130 1 855 30131 Stierenbach-Surenental, Alpenrösli 28.4 10 1964 1967 2 30131 Engelberger Aa 44 330 3 1035 30132 Engelberger Aa-Engelberg 85.4 910 720 1955 1990 30-140 1 30141 Engelberger Aa 120 1500 2 704 30142 Secklisbach-Bannalp 8.16 10 1931 1934 3 705 30142 Secklisbach-Oberrickenbach 24 190 1931 1936 4 30142 Secklisbach 25 270 5 30143 Engelberger Aa 191 2200 6 560 30144 Engelberger Aa-Büren 219 2400 1923 1936 1 7 30144 Engelberger Aa 232 2500
Anhänge 123
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 30-150 1 30151 Sarner Aa 44 120 2 30153 Laui 45 180 3 30152 Kleine Melchaa 29 330 4 30155 Grosse Melchaa 68 750 5 364 30158 Sarner Aa-Sarnen 267 2400 1907 1920 6 30158 Sarner Aa 311 2700 30-160 1 30161 Grosse Schliere 28 110 2 948 30162 Chli Schliere-Alpnach, Chilch-Erli 21.8 50 60 1979 1996 30-170 1 641 30177 Reuss-Luzern, Geissmattbrücke 2251 27000 1922 1934 30-180 1 30181 Waldemme 56 200 2 30182 Rotbach 25 110 3 30183 Waldemme 117 550 30-190 1 30193 Kleine Emme 166 900 2 30191 Entlen / Grosse Entlen 26 160 3 30192 Entlen / Grosse Entlen 52 300 4 30194 Grosse Fontannen / Fontannen 38 360 5 30195 Kleine Fontannen 24 270 6 1152 30196 Kleine Emme-Werthenstein, 311 1970 2050 1985 1996 30-200 1 30202 Bielbach 20 60 2 366 30204 Kleine Emme-Werthenstein 355 2200 1917 1935 3 30201 Rümlig 59 140 4 30203 Ränggbach 13 30 5 944 30204 Kleine Emme-Littau, Reussbühl 477 2730 3010 1978 1996 30-210 1 30211 Rotbach 45 160 2 30212 Schwinibach / Hiltibach 29 100 3 30213 Ron / Rotseebach 22 80
4 AG113 AG:365 30214 Stöckenbach-Oberrüti 5.6 18 1984 1990
5 AG114 AG:364 30215 Sinserbach-Sins 16.2 40 40 1981 1996
30-220
1 ZG101 30221 Hüribach-Hürital 10.77 5
2 ZG102 30221 Hüribach-Campingplatz 12.89 5
3 ZG103 30222 Dorfbach-Oberägeri 6.53 5
4 30224 Lorze 85 1000 5 1066 30224 Lorze-Baar 84.7 740 1951 1983 30-230 1 1140 30235 Lorze-Zug, Letzi 101 1040 1090 1983 1996
2 ZG104 30231 Rigiaa-Oberarth 17.1 5
3 30231 Rigiaa 16 75
4 ZG105 30233 Lothenbach-Seemündung 4.38 5
5 ZG106 30234 Aabach-Oberrisch 14.34 5
6 ZG107 30233 Mühlebach-Oberwil, Franziskusheim 2 5
7 527 30238 Lorze-Frauenthal 259 3780 3020 1935 1996
8 ZH30 ZH:543 30237 Haselbach-Mettmenstetten 9.6 26 1970 1996 14
9 ZH31 ZH:544 30237 Haselbach-Maschwanden 19.7 50 70 1977 1996
124 Anhänge
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 30-240 1 531 30243 Jonen-Jonen 41.8 190 1914 1920
2 AG32 AG:351 30241 Wissenbach-Merenschwand 10 30 30 1984 1996
3 30241 Reuss-Kanal 28 100
4 AG115 AG:368 30244 Küntenerbach-Künten (Sulz) 4.8 15 16 1984 1996
5 51 30245 Reuss-Mellingen 3382 41000 1915 1934 40-010 1 40011 Sandbach 34 90 2 40012 Limmerenbach 28 140 3 562 40013 Linth-Tierfehd 75.7 360 1918 1961 40-020 1 612 40021 Fätschbach-Urnerboden 35.4 430 1920 1925 2 40021 Fätschbach 40 400 3 40022 Linth 148 1600 4 40023 Durnagel 19 130 5 40024 Linth 213 2500 6 305 40025 Linth-Schwanden 252 3200 1914 1921 40-030 1 40031 Sernft 48 450 2 40032 Untertalbach 33 250 3 40033 Chrauchbach 30 300 4 40034 Mühlebach 23 250 5 572 40036 Sernft-Engi 166 1700 1918 1923 6 6 40035 Niederenbach 24 270 7 40036 Sernft 209 2200 40-040 1 40041 Rossmatter Chlü 32 250 2 40042 Löntsch 86 950 3 40043 Linth 592 7000 4 40044 Linth 620 7500 40-050 1 808 40053 Seez-Weisstannen 70.4 430 1959 1976 2 864 40053 Seez-Mels 105 640 1966 1976 40-060 1 40061 Schils 44 400 2 40062 Seez 203 1800
3 SG106 SG:3801 40063 Ragnatscherbach-Mels 3.68 18 1991 1996
4 SG107 SG:4002 40063 Berschnerbach-Berschis 11.4 70 1991 1996
40-070 1 40071 Murgbach 38 330 2 849 40074 Beerenbach-Amden 5.61 13 12 1964 1991
3 SG108 SG:4301 40074 Flibach-Weesen 8.89 80 1991 1996
40-080 1 882 40085 Steinenbach-Kaltbrunn, 19.1 90 90 1968 1996 40-090 1 40091 Wägitaler Aa 48 160 2 40092 Trepsenbach 18 110 3 40093 Wägitaler Aa 90 400 40-100 1 40102 Schwarz 21 60
2 SG109 SG:5403 40103 Lattenbach-Ermenswil 8.45 47 1989 1996
3 40103 Jona 75 330 40-110
1 SG110 SG:5101 40111 Aabach-Schmerikon 38.2 150 1990 1996
2 SG111 SG:5301 40112 Wagenbach-Jona 10.3 87 1990 1996
Anhänge 125
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 40-120 1 718 40121 Krebsbach-Wollerau 2.9 28 1934 1943 40-130 1 40131 Waag 24 120 2 822 40133 Minster-Euthal, Rüti 59.2 340 310 1961 1996 3 40132 Sihl 32 130 40-140 1 823 40142 Eubach-Euthal 8.95 60 30 1961 1996 2 912 40141 Grossbach-Gross, Säge 9.06 50 50 1972 1996 3 824 40141 Grossbach-Gross 10.6 60 1961 1971 4 296 40144 Sihl-Untersiten 157 1170 1921 1936 40-150
1 P18 40151 Erlenbach-Alptal 0.6 2
2 P19 40151 Lümpenenbach-Alptal 0.9 5
3 P20 40151 Vogelbach-Alptal 1.5 8
4 643 40151 Alp-Trachslau, Rüti 31.4 160 1925 1950 5 1251 40151 Alp-Einsiedeln 46.4 350 1992 1996 6 1240 40152 Biber-Biberbrugg 31.9 150 1990 1996 40-160 1 40161 Sihl 271 1700 2 289 40162 Sihl-Sihlbrugg (Weiler) 293 1700 1915 1921 3 40162 Sihl 303 1800 4 217 40163 Sihl-Zürich, Giesshübel 335 2200 1919 1936 40-170
1 ZH38 ZH:541 40171 Reppisch-Birmensdorf 23.7 90 100 1970 1996
2 ZH39 ZH:572 40172 Reppisch-Dietikon 69.1 240 250 1986 1996
40-180 1 343 40181 Limmat-Zürich, Unterhard 2176 34000 1906 1934
2 ZH42 ZH:548 40182 Furtbach-Würenlos 39.1 190 204 1978 1996 13,14
50-010 1 792 50011 Rhone (Rotten)-Gletsch 38.9 200 160 1956 1996 50-020 1 1250 50022 Goneri-Oberwald 40 360 1991 1996 2 219 50022 Rhone (Rotten)-Oberwald 95 700 1903 1912 3 50022 Rhone 119 650 4 50023 Ägene 37 250 5 50024 Minstigerbach 16 110 6 50025 Blinne 19 100 7 756 50026 Rhone (Rotten)-Reckingen 215 2050 1950 1966 50-030 1 50031 Wysswasser 60 270 2 50032 Wysswasser 85 450 50-040 1 50042 Binna 53 450 2 50041 Lengtalwasser 47 400 3 573 50043 Binna-Binn 99.9 860 1918 1927 4 50043 Binna 117 900 50-050 1 865 50051 Massa-Blatten bei Naters 195 230 260 1923 1996 2 50052 Massa 203 250 50-060 1 50062 Rhone 320 3300 2 240 50064 Rhone (Rotten)-Grengiols, 553 5910 1916 1921 3 50063 Kelchbach / Chelchbach 31 330 4 148 50064 Rhone (Rotten)-Brig 831 6450 1922 1964
126 Anhänge
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 50-070 1 50071 Saltina 35 200 2 862 50072 Saltina-Brig 77.7 680 700 1966 1996 50-080 1 50081 Mundbach 24 140 2 50084 Gamsa 39 250 3 787 50082 Baltschiederbach-Eieltini 25.9 10 1955 1960 4 788 50082 Baltschiederbach-Baltschieder 42.7 20 1955 1960 5 50082 Baltschiederbach 44 270 50-090 1 50092 Gornera 105 360 2 50091 Zmuttbach 57 180 3 50093 Findelbach 43 120 4 757 50094 Matter Vispa-Zermatt 228 740 1950 1959 50-100 1 50101 Mellichbach 37 180 2 50102 Schalibach 22 110 3 780 50104 Matter Vispa-Randa 315 1010 1955 1959 4 50104 Matter Vispa 366 1300 5 50106 Matter Vispa 405 1500 6 50105 Riedbach 20 130 7 50107 Matter Vispa 488 2000 50-110 1 654 50113 Saaser Vispa-Zermeiggern 65.2 150 1924 1963 2 50113 Saaser Vispa 112 330 3 50112 Feevispa 40 130 4 791 50114 Saaser Vispa-Saas Balen 202 700 1956 1963 50-120 1 50121 Saaser Vispa 255 1000 2 152 50122 Vispa-Visp 778 3200 1922 1956 50-130 1 694 50135 Rhone (Rotten)-Baltschieder 1841 10000 1930 1948 50-140 1 50141 Lonza 32 140 2 793 50142 Lonza-Blatten 77.8 470 470 1956 1996 50-150 1 50151 Lonza 124 700 2 624 50152 Lonza-Goppenstein 145 1060 1921 1928 3 50152 Lonza 162 950 50-160 1 775 50161 Turtmänna-Inner Senntum 31.1 80 1954 1957 2 50162 Turtmänna 80 500 3 50163 Turtmänna 108 750 50-170 1 50171 Feschilju 17 180 2 50173 Dala 56 600 50-180 1 50181 Navisence 55 250 2 50182 Gougra 30 110 3 50183 Gougra 57 400 4 687 50186 Navisence-Mission 173 1000 1929 1934 5 50185 Torrent des Moulins 22 90 6 50186 Navisence 255 1200
Anhänge 127
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 50-190 1 50191 Borgne d’Arolla 35 180 2 758 50192 Borgne d'Arolla-Les Haudères 87.5 400 1950 1956 3 759 50194 Borgne de Ferpècle-Les Haudères 62.9 160 1950 1956 50-200 1 50201 Dixence 47 200 2 676 50202 Dixence-Sauterot 101 590 1926 1934 50-210 1 50211 Borgne 221 1600 2 50212 Borgne 385 2500 50-220 1 50225 Rèche 25 110 2 50221 Liène 37 220 3 50222 Liène 77 300 4 50223 Sionne 30 100 50-230 1 36 50238 Rhône-Sion 3349 22000 1916 1934 2 50236 Printse 71 800 3 50231 Morge 24 180 4 692 50232 Morge-Daillon, Moulin 60.8 270 1929 1934 5 50233 Derbonne 23 85 6 50234 Lizerne 62 270 50-240 1 50241 Fare 30 80 50-250 1 50251 Torrent du Tsè Vieux 76 250 2 50253 Drance de Bagnes 154 600 3 50252 Torrent de Corbassière 44 160 4 437 50254 Drance de Bagnes-Le Châble, 254 1100 1922 1956 50-260 1 50261 Drance de Ferret 38 110 2 795 50262 Drance de Ferret-Branche d'en Haut 66.8 240 1956 1973 3 796 50264 Reuse de Saleina-Saleina 24 130 1956 1972 4 50264 Drance de Ferret 120 750 50-270 1 50271 Drance d'Entremont 46 450 2 50272 Valsorey 27 140 3 50273 Drance d'Entremont 113 750 4 50274 Torrent de l'A 19 100 5 433 50275 Drance d'Entremont-Sembrancher 302 2490 1911 1922 50-280 1 50281 Durnand de la Jure 36 200 2 156 50283 Drance-Martigny, La Bâtiaz 678 3670 1907 1914 50-290 1 543 50291 Barberine-Barberine 33.1 150 1915 1921 2 1021 50292 Trient-Trient 29.1 190 1956 1973 3 50293 Trient 122 750 50-300 1 311 50301 Trient-Vernayaz 156 1400 1911 1918 50-310 1 688 50311 Salanfe-Montagne de Salanfe 18.4 140 1929 1949 2 50311 Salanfe 26 360
128 Anhänge
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 50-320 1 50321 Vièze 60 300 2 50322 Vièze de Morgins 25 85 3 50323 Vièze 145 550 50-330 1 50331 Avançon / Avançon d'Anzère 47 500 2 50332 Avançon / Avançon d'Anzère 78 750 3 50333 Gryonne 34 270 50-340 1 50341 Grande Eau 35 250 2 50342 Grande Eau 75 500 3 50343 Grande Eau 134 800 50-350 1 32 50355 Rhône-Porte du Scex 5220 42000 1914 1934 50-360 1 710 50361 Baye de Montreux-Les Avants 6.9 70 1932 1974 2 50362 Veveyse 49 180 3 1151 50363 Veveyse-Vevey, Les Toveires 62.2 260 270 1984 1996 50-370
1 VD105 VD:FOT 50371 Forestay 12.2 73 1993 1994
2 VD106 VD:GR5 50374 Grenet-Pigeon-amont 18.9 54 1993 1994 4
3 50374 Grenet 18 100 4 50372 Paudèze 16.7 45
5 VD107 VD:MAM 50373 Mèbre (amont) 14.2 57 1993 1994 4
6 VD108 VD:MAV 50373 Mèbre (aval) 19.7 63 1993 1994
7 VD109 VD:CHB 50373 Chamberonne 38.3 184 1993 1994
50-380 1 50381 Veyron 50 25 2 50382 Veyron 92 50 3 50383 Venoge 47 150 4 50384 Venoge 172 250 50-390 1 50391 Venoge 215 400 2 960 50392 Venoge-Ecublens, Les Bois 231 470 550 1979 1996 50-400 1 50402 Morges 34.1 50 2 50401 Boiron 21.9 50 50-410 1 50411 Saubrette 26 110 2 50412 Aubonne 80 300 3 959 50413 Aubonne-Allaman, Le Coulet 91.4 350 450 1979 1996 10 50-430 1 50431 Promenthouse 52 140 2 50432 Serine 74 70 3 1173 50433 Promenthouse-Gland, Route Suisse 100 250 230 1986 1996 50-440 1 50441 Versoix 92 1000
2 GE101 GE:VX 50441 Versoix-Versoix 92 1996 1996 6
Anhänge 129
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 50-450 1 50455 Ruisseau le Gobé 19 36 2 50451 Hermance 41 13
3 GE03 GE:MN 50453 Nant du Paradis-Choulex, les 5.2 1977 1983 6
4 GE04 GE:PB 50453 Seymaz-Choulex, Pont Bochet 30.2 1991 1996 6
5 GE05 GE:VI 50453 Seymaz-Thônex, Villette 38.4 1994 1996 6
6 50453 Seymaz / Chambet 34 20 7 218 50457 Arve-Genève 1985 20000 1905 1934
8 GE06 GE:MO 50457 Aire-Mourlaz 55 1976 1996 6
9 50457 Aire 54.8 45
10 GE102 GE:GC 50457 Drize-Grange-Collomb 23 1989 1996 6
11 50457 Drize 23.1 40
12 GE103 GE:CH 50458 Merley-Challoux 0.8 1990 1996 6
13 1157 50456 Allondon-Dardagny, Les Granges 119 490 510 1986 1996 14 50458 Allondon 139 600 50-460 1 768 50463 Doubs-sortie du Lac des Brenets 917 1870 2050 1952 1994 1 2 631 50463 Doubs-Le Châtelot 917 2500 1904 1936 50-470 1 173 50474 Doubs-St-Ursanne 1287 5200 1921 1937 2 726 50474 Doubs-Ocourt 1230 5260 4830 1938 1996 10 50-480 1 50481 Allaine 78 270 2 1150 50483 Allaine-Boncourt, Frontière 215 480 490 1984 1996 60-010 1 60011 Ticino 74 1500 2 60012 Foss 17 140 3 60013 Canaria / Garegna 21 300 4 673 60014 Ticino-Piotta 158 3030 1925 1945 60-020 1 370 60021 Lago Ritom (Murinascia 23.2 290 1907 1914 2 60021 Foss 24 400 3 356 60022 Ticino-Rodi, Dazio Grande 224 4830 1910 1915 4 551 60023 Piumogna-Dalpe 20.1 300 1923 1928 5 60023 Piumogna 22 360 6 60024 Ticino 323 7000 7 60025 Ticinetto 28 220 8 60026 Rierna 24 160 9 60027 Ticino 444 8500 60-030 1 60032 Brenno 26 450 2 60031 Riale di Luzzone 41 180 3 60033 Fiume de Orsaira 20 360 4 618 60034 Brenno-Campra 35 1030 1920 1930 5 639 60035 Brenno-Olivone 167 2890 1921 1930 60-040 1 60041 Brenno 194 3000 2 60042 Brenno 255 3600 3 60043 Orino 35 160 4 60044 Orino 70 360 5 60045 Lesgiüna / Leginna 36 250 6 295 60046 Brenno-Loderio 397 4400 1913 1960 7 60046 Brenno 408 4500 60-050
1 TI03 TI:1 60054 Riale di Gnosca-Gnosca 4.4 17 11 1979 1995
2 60054 Ticino 1010 15000
130 Anhänge
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 60-060 1 60061 Moesa 30 160 60-070 1 60071 Calancasca 35 180 2 60072 Calancasca 79 550 3 769 60073 Calancasca-Buseno 120 820 1952 1962 4 60073 Calancasca 142 950 60-080 1 435 60082 Moesa-San Giacomo 72.3 590 1919 1928 2 60082 Moesa 123 850 3 60081 Riale de la Forcola 17 110 4 60083 Montogna 28 180 5 60084 Moesa 210 1400 6 60085 Moesa 268 2000 7 867 60086 Riale di Roggiasca-Roveredo 7.02 30 30 1966 1996 8 60086 Traversagna 31 250 9 488 60087 Moesa-Lumino, Sassello 471 4100 1913 1953 60-090
1 TI04 TI:7 60091 Traversagna-Arbedo 16.1 147 148 1980 1995
2 67 60093 Ticino-Bellinzona 1515 20700 1911 1917 3 841 60092 Melera-Melera (Valle Morobbia) 1.05 8.9 9.9 1985 1996 4 60092 Morobbia 45 360 60-100
1 TI05 TI:2 60101 Canale di Bonifica-Riazzino 22 278 267 1986 1995
60-110 1 60111 Verzasca 24 180 2 60112 Verzasca 47 360 3 60113 Verzasca 84 650 4 60114 Osura 31 270 5 1255 60116 Riale di Pincascia-Lavertezzo 44.4 250 1993 1996 6 1241 60116 Verzasca-Lavertezzo, Campiöi 186 1500 1990 1996 7 60117 Verzasca 234 1800 60-120 1 519 60122 Maggia-Fusio 36.8 260 1913 1921 2 60122 Maggia 68 550 3 60123 Fiume Peccia 51 400 4 60124 Ri della Valle di Prato 30 220 5 690 60125 Maggia-Brontallo 188 1500 1929 1948 1 60-130 1 60131 Bavona 47 250 2 879 60132 Riale di Calneggia-Cavergno, Pontit 24 110 130 1967 1996 3 1056 60133 Bavona-Bignasco 122 900 1929 1953 60-140 1 60141 Rovana di Campo 48 330 2 60142 Rovana di Bosco / Gurin 28 220 3 60143 Rovana di Campo 110 650 60-150 1 520 60153 Maggia-Lodano 517 3790 1912 1915 2 60153 Maggia 591 4500 60-160 1 60162 Isorno 57 270 2 60161 Ribo 52 300 3 60163 Isorno 147 900
Anhänge 131
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 60-170 1 679 60174 Melezza-Camedo 127 1440 1927 1935 2 60174 Melezza 330 2700 60-190 1 60191 Cassarate 38 270 2 1058 60192 Cassarate-Pregassona 73.9 470 540 1963 1996 60-200
1 TI07 TI:13 60201 Laveggio-Penate, Mendrisio 15 116 128 1981 1995
2 TI08 TI:4 60201 Laveggio-Segoma, R.S. Vitale 28.9 251 278 1978 1995
60-210
1 TI11 TI:8 60211 Vedeggio-Isone 20.3 103 90 1980 1995
2 60211 Vedeggio 36 300 3 60212 Vedeggio 75 500 4 1137 60213 Vedeggio-Bioggio, Acquedotto 95.4 440 470 1981 1996
5 TI12 TI:3 60213 Vedeggio-Agno 93 921 870 1979 1995
6 TI101 TI:15 60213 Vecchio Vedeggio (C. Prati 9 186 179 1982 1995
60-220 1 975 60221 Magliasina-Magliaso, Ponte 34.3 160 170 1980 1996 60-230
1 TI10 TI:14 60231 Scairolo-Figino 9.7 83 82 1982 1995
60-240 1 765 60241 Krummbach-Klusmatten 19.8 120 120 1952 1992 3 2 60241 Diveria / Doveria 61 220 3 60242 Laggina 35 180 4 767 60243 Zwischbergenbach-Im Fah 17.3 160 1952 1979 5 60243 Grosses Wasser / 47 360 6 60244 Doveria / Diveria 170 900 60-300 1 60301 Torrente Giona 9 80 70-010 1 890 70012 Poschiavino-La Rösa 14.1 140 140 1970 1996 2 70011 Val da Camp 28 130 3 70012 Poschiavino 66 500 4 70013 Cavagliasch 39 160 5 891 70014 Varunasch-Poschiavo, Vederscion 4.29 30 1970 1986 6 70014 Poschiavino 169 1000 70-020 1 70021 Poschiavino 235 1400 70-030 1 70031 Orlegna 35 120 2 70032 Mera / Maira 27 250 3 1223 70033 Maira-Vicosoprano 83.4 430 1923 1933 70-040 1 1169 70041 Albigna-Alpe Albigna 20.5 60 1932 1955 2 70042 Bondasca 21 200 3 70043 Mera / Maira 193 950 70-050 1 871 70051 Breggia-Chiasso, Ponte di Polenta 47.4 40 60 1966 1996 70-060 1 887 70061 Faloppia-Chiasso 27.3 280 1969 1980
132 Anhänge
,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 80-010 1 80011 Aua da Fedoz 17 120 2 80012 Fedacla / Fexbach 33 250 3 80013 Ova dal Vallun 18 120 4 80014 En / Inn 137 1000 5 378 80015 Inn (En)-St.Moritzbad 155 720 1909 1931 6 80015 En / Inn 187 1400 80-020 1 778 80021 Rosegbach (Ova da 66.5 80 100 1955 1996 80-030 1 80032 Ova da la Val da Fain 19 80 2 80031 Ova da Morteratsch 38 90 3 782 80033 Berninabach (Ova da 107 280 280 1955 1996 4 80034 Flaz 192 450 80-040 1 238 80042 Inn (En)-Samaden 383 1450 1909 1928 2 80041 Beverin 60 400 3 80042 En / Inn 476 2500 80-050 1 80051 Ova Chamuera / Chamuerabach 39 270 2 922 80052 Chamuerabach (Ova Chamuera)-La 73.3 550 560 1955 1996 80-060 1 228 80065 Inn (En)-Scanfs 615 3400 1904 1935 2 80062 Ova da Varusch / Ova da Trupchun 52 360 3 80063 Vallember 24 160 4 80064 Vallember 61 400 80-070 1 80071 En / Inn 739 4250 2 80071 En / Inn 772 4500 3 80072 En / Inn 805 4750 80-080 1 80086 Aua da Val Mora 39 300 2 761 80088 Spöl-Punt dal Gall 295 1980 1951 1962 80-090 1 826 80091 Ova dal Fuorn-Zernez, Punt la 55.3 280 320 1960 1996 80-100 1 838 80101 Ova da Cluozza-Zernez 26.9 150 140 1962 1996 2 760 80102 Spöl-Zernez 433 3050 1951 1962 80-110 1 80111 Aval Grialetsch 17 40 2 80112 Susasca 65 270 3 80113 Aval Sagliains 14 100 4 80114 Lavinuoz 21 200 5 80115 Clozza 26 180 6 80118 Tasnan 43 200 7 785 80119 Inn (En)-Tarasp/Schuls (Scuol) 1584 9600 1957 1962 80-120 1 80121 Clemgia 36 270 2 80122 Clemgia 75 360 3 913 80123 Clemgia-Scarltal, Wasserfassung 88.6 430 1972 1981 4 80123 Clemgia 118 550 80-130 1 80132 Uina 41 180 2 80131 La Brancla 52 450 3 210 80134 Inn (En)-Martinsbruck (Martina) 1945 13000 1904 1962
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,GHQWLILNDWLRQ 0HVVXQJHQ 0RGHOO
%DVLV DQGHUH3HULRGH 80-140 1 80141 Schergenbach 29 300 2 80142 Schergenbach 73 700 3 80143 Schergenbach 108 900 90-010 1 90011 Rom 49 300 2 90012 Rom 96 600 3 1260 90013 Rom-Müstair 129.7 790 1995 1996 3 4 90013 Rom 131 850
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A 3 GLOSSAR
Abflussmenge Q347 Abflussmenge, die, gemittelt über zehn Jahre, durchschnittlich während 347 Tagen des Jahres erreicht oder überschritten wird und die durch Stauung, Entnahme oder Zuleitung von Wasser nicht wesentlich beeinflusst ist (Õ Art. 4 Bst. h GSchG und Botschaft zur Revision des GSchG, Schweiz. Bundesrat 1987, S. 45-47).
Ausgleichsbecken Offenes Wasserbecken oder Felskaverne zum kurzfristigen Ausgleich der zu- und abgeleiteten Wassermassen.
Dauerkurve Grafik der Summenhäufigkeitsverteilung der mittleren Tagesabflusswerte (Õ Botschaft zur Revision des GSchG, Schweiz. Bundesrat 1987, S. 46-47).
Dotierung, Dotierwassermenge Wassermenge, die zur Sicherstellung einer bestimmten Restwassermenge bei der Wasserentnahme im Gewässer belassen wird. Die Dotierung bildet eine wichtige Massnahme zur Gewährleistung einer angemessenen Restwassermenge (Õ Art. 4 Bst. l GSchG und Botschaft zur Revision des GSchG, Schweiz. Bundesrat 1987, S. 47-48).
Gemeingebrauch Benutzung einer öffentlichen Sache, die bestimmungsgemäss und gemeinverträglich ist und grundsätzlich jedermann, d.h. einer unbestimmten Zahl von Benützern gleichzeitig, ohne Erteilung einer Erlaubnis unentgeltlich offen steht.
Kolmation Verdichtung der Gewässersohle durch die Ablagerung von Wasserinhaltsstoffen auf deren Oberfläche (äussere Kolmation) bzw. durch den hydrodynamischen Transport dieser Stoffe in das Innere des Mediums (innere Kolmation).
Landschaft Erd- und kulturgeschichtlich geformter, durch Entwicklung, Struktur, Wirkungsgefüge und Bild gekennzeichneter Gesamtcharakter eines Teilraums der Erdoberfläche. Die Landschaft entsteht durch das Zusammenspiel natürlicher Faktoren wie Gestein, Boden, Wasser, Klima/Luft, Pflanzen, Tiere sowie anthropogener und kultureller Einflüsse.
Laufkraftwerk Wasserkraftanlage ohne eigenen Speicher, welche auf die laufende Verarbeitung des jeweiligen Zuflusses angewiesen ist.
Nichtfischgewässer Nichtfischgewässer im Sinne des GSchG sind Gewässer, welche sich weder für das Wachstum (auch temporär) sowie die Fortpflanzung der Fische noch als Migrationswege eignen und sich auch im natürlichen Zustand nicht dafür eignen würden.
Notsituation Bei der Definition der Notsituation ist besonders für die landwirtschaftliche Bewässerung ein gewisser Spielraum vorhanden. Eine Situation, die sich mit einer
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gewissen Regelmässigkeit in relativ kurzen Abständen wiederholt, ist jedoch keine Notsituation. Bei der Ausarbeitung eines landwirtschaftlichen Bewässerungsprojekts darf das Projekt deswegen nicht davon ausgehen, dass eine Notsituation regelmässig (z.B. jedes Jahr) eintritt.
Restwassermenge Abflussmenge eines Fliessgewässers, die nach einer oder mehreren Entnahmen von Wasser verbleibt (Art. 4 Bst. k GSchG). Die Restwassermenge umfasst die Dotierwassermenge, allfälliges Überlaufwasser und alle Zuflüsse im Einzugsgebiet des Gewässers zwischen der Wasserentnahme und der Wasserrückgabe, abzüglich der unterirdischen Abflüsse (Botschaft zur Revision des GSchG, Schweiz. Bundesrat 1987, S. 47). Sie variiert entlang der Restwasserstrecke. Es ist anzumerken, dass in Fällen mit Versickerung auf der Restwasserstrecke, die Versickerung die Restwassermenge reduziert. Exfiltration von Grundwasser in die Restwasserstrecke erhöht die Restwassermenge.
Restwasserstrecke Fliessgewässerstrecke, welche durch eine oder mehrere Wasserentnahmen wesentlich beeinflusst wird. Bei Laufkraftwerken mit Wasserentnahme entspricht die Restwasserstrecke der Strecke zwischen der Wasserfassung und der Rückgabe. Bei Speicher- oder Pumpspeicherkraftwerken ist die Restwasserstrecke nach oben durch den Speichersee bzw. durch die Wasserfassungen begrenzt und erstreckt sich unterhalb soweit das Fliessgewässer wesentlich beeinflusst wird.
Speicherkraftwerk Wasserkraftanlage, die nur einen Teil des gefassten Wassers unverzüglich nutzt. Den anderen Teil speichert sie und verarbeitet ihn einige Stunden, Wochen oder Monate später.
ständige Wasserführung Abflussmenge Q347, die grösser als Null ist (Õ Art. 4 Bst. i GSchG und Botschaft zur Revision des GSchG, Schweiz. Bundesrat 1987, S. 47).
Trinkwasser Trinkwasser ist Wasser, das die Auflagen der Lebensmittelgesetzgebung erfüllen muss. Dabei ist Trinkwasserqualität auch für Wasser erforderlich, das z.B. bei der Herstellung / Verarbeitung von Lebensmitteln und bei Reinigungsprozessen in der Lebensmittelindustrie verwendet wird.
wesentliche Beeinflussung Fliessgewässer und deren Wasserentnahmen sind in den verschiedenen Kantonen je nach Höhenlage und topografischen Verhältnissen sehr verschieden, so dass eine einheitliche Bundesregelung zum Begriff wesentliche Beeinflussung nur schwer möglich und auch nicht zweckmässig wäre. Jeder Kanton muss auf Grund der bei ihm vorherrschenden Verhältnisse dazu eine Praxis entwickeln. Eine Wasserentnahme aus einem Fliessgewässer von (zusammen mit andern Entnahmen) höchstens 20% Q347 und nicht mehr als 1000 l/s hat keine nachteiligen Einwirkungen auf das Fliessgewässer, weil sich die Auswirkungen noch im Rahmen der durchschnittlichen natürlichen Schwankungen der Wasserführung halten (Artikel 30 Buchstabe b GSchG). Solche Wasserentnahmen stellen also keine wesentliche Beeinflussung dar.
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Bei Entnahmen von mehr als 20% von Q347 oder mehr als 1000 l/s können Anhaltspunkte für eine Basis, wonach sich die Praxis der Kantone richten könnte, aus der Botschaft zur Revision des GSchG, Schweiz. Bundesrat 1987, S. 68 entnommen werden. Demnach könnte als Mass für eine unwesentliche Beeinflussung eines Gewässers durch Wasserentnahmen die durchschnittliche Schwankung der jährlichen natürlichen Abflussmenge Q347 gelten. Wie in der Publikation Sanierungsbericht Wasserentnahmen. Sanierung nach Art.
80 Abs. 1 GSchG (BUWAL 1997c) ausgeführt, kann dieser Begriff am ehesten
mit der Standardabweichung in Beziehung gebracht werden. Zu Vergleichszwecken eignet sich allerdings der Variationskoeffizient (cv) besser. Er misst die Standardabweichung (sx) am Mittelwert (x): cv = sx•100/x. Eine systematische Untersuchung über die räumliche Variabilität des Variationskoeffizienten liegt noch nicht vor. Tendenziell liegt der Variationskoeffizient im Alpenraum bei ca. 10-20% und im Mittelland bei 20-40%. Verlässlichere Aussagen können erst zu einem späteren Zeitpunkt gemacht werden, wenn die an der Landeshydrologie und -geologie (LHG) in Bearbeitung begriffene Niedrigwasserstatistik der Schweiz (LHG in Vorbereitung) fertiggestellt ist.
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A 4 VERZEICHNIS DER ABKÜRZUNGEN
Õ Verweis auf Gesetzesartikel, auf weiterführende Literatur oder auf die Erläuterung eines Fachbegriffs im Glossar
Auenverordnung Verordnung vom 28. Oktober 1992 über den Schutz der Auengebiete von nationaler Bedeutung (SR 451.31)
BGE Bundesgerichtsentscheid
BGF Bundesgesetz vom 21. Juni 1991 über die Fischerei (SR 923.0)
BUWAL Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft
BWG Bundesamt für Wasser und Geologie (bis Ende 1999: Bundesamt für Wasserwirt-
EAWAG Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz
Flachmoorverordnung Verordnung vom 7. September 1994 über den Schutz der Flachmoore von nationaler Bedeutung (SR 451.33)
GSchG Bundesgesetz vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (SR 814.20)
GSchV Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 (SR 814.201)
JSG Bundesgesetz vom 20. Juni 1986 über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (SR 922.0)
LHG Landeshydrologie und -geologie (ab dem 1.1.2000 dem Bundesamt für Wasser und Geologie angegliedert)
Moorlandschaftsverordnung Verordnung vom 1. Mai 1996 über den Schutz der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung (SR 451.35) MQJahr [m /s] Mittlere Jahresabflussmenge Mqmin[mon] [l/s·km ] Mittlere kleinste Monatsabflussspende
NHG Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (SR 451)
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NHV Verordnung vom 16. Januar 1991 über den Natur- und Heimatschutz (SR 451.1)
Siehe Glossar Abflussmenge Q347 Spezifische Abflussmenge q347
QMin Mindestrestwassermenge gemäss Artikel 31 Absatz 1 und 2 GSchG
QMin Abs 1 Mindestrestwassermenge gemäss Artikel 31 Absatz 1 GSchG
RPG Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (SR 700)
RPV Verordnung vom 2. Oktober 1989 über die Raumplanung (SR 700.1)
SNP Schutz- und Nutzungsplanung gemäss Artikel 32 Buchstabe c GSchG
SR Systematische Sammlung des Bundesrechts
USG Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (SR 814.01)
UVPV Verordnung vom 19. Oktober 1988 über die Umweltverträglichkeitsprüfung (SR 814.011)
VBGF Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über die Fischerei (SR 923.01)
VBLN Verordnung vom 10. August 1977 über das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (SR 451.11)
WaG Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über den Wald (SR 921)
WBG Bundesgesetz vom 21. Juni 1991 über den Wasserbau (SR 721)
WRG Bundesgesetz vom 22. Dezember 1916 über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte (SR 721.80)