Handbuch Moorschutz - Einleitung
•• Einleitung Introduction Introduzione
BRUNO BÖHLEN
Vorwort 1.1 Mit der Annahme der Rothenthurm-Initiative im Jahre 1987 wurde in der Verfassung die Pflicht verankert, "Moore und Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung" zu schützen. Bereits im Juni 1987 war mit der Revision des Natur- und Heimatschutzgesetzes der Bund in Artikel 18a ermächtigt worden, Biotope HAND , BUCH von nationaler Bedeutung zu bezeichnen. Den Kantonen wurde der MOOR- SCHUTZ Vollzug des Schutzes übertragen. Trotz der verbesserten rechtlichen IN DER SCHWEIZ Grundlagen für den wirksamen Schutz der Moore änderte sich jedoch an der Gefährdung der letzten 10 Prozent dieser wertvollen Biotope wenig. Die im Hinblick auf den Vollzug durchgeführten Bestandesaufnahmen und regelmässigen Besuche zeigen, dass die seit über 100 Jahren anhaltende Zerstörung der Moore und Moorlandschaften unseres Landes andauert. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich der besondere gesetzliche Schutz.
Nach vollendeter Erfassung der heute noch bestehenden Moorbiotope und Moorlandschaften muss nun die schwierige Aufgabe der Unterschutzstellung erfolgen. Die langfristige Erhaltung dieser wertvollen Lebensräume und Landschaften erfordert jedoch eine gezielte, den jeweiligen Verhältnissen angepasste Pflege und Bewirtschaftung.
Hier erwachsen Bund, Kantonen und Gemeinden Aufgaben, deren Lösung hohe Anforderungen stellt. Sie sind technisch-wissenschaftlich komplex und oft mit grossen Widerständen verbunden. Dazu kommt, dass es vielfach noch am nötigen Wissen und an spezialisiertem Fachpersonal fehlt.
Das Bundesamt für Umwelt, Wald und 'Landschaft möchte mithelfen, diese Lücke zu schliessen. Neben seiner neu geschaffenen Koordinationsstelle für Moorschutz mit ihren Fachleuten soll nun auch das vorliegende Moorhandbuch allen mit Moorschutz befassten Instanzen beratend zur Verfügung stehen. Das Handbuch will dem Praktiker im Naturschutz wie auch den mit dem Vollzug beauftragten Behörden die neuesten Erkenntnisse und Schlussfolgerungen in konzentrierter Form zugänglich machen. Es richtet sich insbesondere auch an die für einen wirksamen Moorschutz wichtigen Partner aus der Land- und Forstwirtschaft. Empfehlungen im Handbuch sollen dazu dienen, beim Schutz der Moore und Moorlandschaften in der Schweiz einen einheitlichen Qualitäts-Standard zu erreichen.
Wir hoffen dass das Moorhandbuch zu einer echten Hitfe bei der Be- Handbu.ch wältigung der vielfältigen Aufgaben im Moorschutz wird. Wenn es Moorschutz in der Schweiz dazu beiträgt die Letzten Moore und Moorlandschaften der Schweiz 1/1992 zu bewahren, bat es seinen Zweck erfüllt.
Prof. Dr. Bruno Böhlen Direktor des Bunde amtes fi.iJ UmweJL, Wald und Land chaft
REDAKTION
Hinweise zum Gebrauch 1.2 ZIELPUBLIKUM
Das vorliegende Handbuch soll beim Vollzug des Schutzes der Moore und Moorlandschaften von nationaler Bedeutung eine Arbeitshilfe I sein. Es richtet sich daher in erster Linie an die kantonalen Natur- HAND BUCH schutzfachstellen sowie an private Büros, welche mit der Umsetzung MOOR- SCHUTZ des Moorschutzes beauftragt sind. Zudem sollen auch Interessenver- IN DER SCHWEIZ treter/-innen von Organisationen, Ämter und Institutionen angesprochen werden, welche mit dem Moorschutz in Berührung kommen. Dazu zählen u.a. die Bereiche Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, Raumplanung, Freizeitnutzungen, Justiz, Militär, Energiewirtschaft und Wissenschaft.
PROFIL DES HANDBUCHES
Entsprechend dem Zielpublikum wird darauf geachtet, dass das Handbuch u.a. die folgenden Anforderungen erfüllt:
Es muss fachlichen "TIefgang" aufweisen. Die einzelnen Beiträge werden aus diesem Grund von Fachleuten aus den entsprechenden Fachbereichen verfasst.
Das Moor-Handbuch muss handlungsorientiert sein. Entsprechend sind einzelne Kapitel den konkreten Problemen des Moorschutzes (z.B. dem Schutz vor einzelnen Eingriffen oder der Pflege) gewidmet.
Da in der Regel verschiedene Amtsstellen im Bereich Moorschutz tätig sind, soll die Publikation auch die Zusammenarbeit über verschiedene Interessensbereiche hinweg fördern helfen. Diesem Ziel wird mit dem Aufzeigen der verschiedenen Nutzungsansprüche in Moorbiotopen oder Moorlandschaften, mit der Darstellung beispielhafter Lösungsansätze aber auch mit dem Vermitteln von Grundlageninformationen rechtlicher, raumplanerischer und ökologischer Art Rechnung getragen.
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• Das Moor-Handbuch soll flexibel sein. Diesem Umstand will die vorliegende Publikation in Form der periodischen Veröffentlichung mehrerer Beiträge gerecht werden. Auf diese Weise können einerseits aktuelle Probleme vordringlich bearbeitet werden, andererseits ermöglicht dies den Einbezug neue ster Forschungsergebnisse wie auch die Berücksichtigung der Rechtssprechung. Dabei ist es auch möglich, dass Beiträge infolge neuerer Erkenntnisse ausgetauscht werden. Die Herausgabe von Folgebeiträgen in regelmässigen Zeitabständen soll auch dazu beitragen, dass die Moorschutz-Thematik präsent bleibt.
AUFBAU DES HANDBUCHES
Das Moor-Handbuch liegt in Form von zwei Ordnern vor, die einen klaren hierarchischen Aufbau aufweisen. Anhand des Grundrasters können die Einleitungen und Einzelbeiträge eingeordnet werden, wobei die Zugehörigkeit zu einem Register oder einem Kapitel aus der jeweiligen Zuordnungszahl hervorgeht. Am rechten Blattrand befindet sich ein Hinweis, in welches Ringheft der Beitrag eingeordnet werden soll.
Der erste Ordner enthält hauptsächlich fachliche, theoretische und methodische Grundlagen. Im zweiten Ordner stehen mögliche Lösungsansätze und Fallbeispiele im Vordergrund. Sofern dies möglich und sinnvoll ist, werden Richtlinien formuliert und Muster unterbreitet. Die Richtlinien und Empfehlungen beschreiben die Anforderungen (z.B. technischer, ökologischer oder wirschaftlicher Art), die bei der Lösung der einzelnen Probleme eingehalten werden sollen. Unter dem Begriff "Muster" werden Lösungsvorschläge (z.B. Vertragstexte ) in einer Form angeboten, dass sie nur noch auf die gegebenen Verhältnisse angepasst werden müssen. Schliesslich werden mit den Fallbeispielen Lösungen dargestellt, die bereits durchgespielt wurden.
Bei der Auswahl dieser Beiträge werden die typischen Moorgebiete in den verschiedenen Naturräumen der Schweiz und die unterschiedlichen Nutzungsinteressen so weit wie möglich berücksichtigt.
1.2 ERSCHEINUNGSFOLGE DER BEITRÄGE Handbuch Moorschutz in der Schweiz 1 Nach der Auslieferung der Grundausgabe werden die Einzelbeiträge dreimal jährlich zugestellt. Das nachgeführte Inhaltsverzeichnis er- 1/1992 (rev. 94) I scheint jeweils mit der letzten Aussendung im Jahr. Die Herausgabe HAND BUCH des Moor-Handbuches erstreckt sich voraussichtlich über einen Zeit- MOOR- SCHUTZ raum von fünf Jahren. IN DER SCHWEIZ
FORMALE IDNWEISE
Sofern im Text auf die Literatur verwiesen wird, findet sich am Ende des Beitrages ein Literaturverzeichnis. Dieses beschränkt sich auf die zitierten Titel. Zitate wie auch wissenschaftliche Namen werden kursiv geschrieben. Wichtige Begriffe und Sachverhalte sind durch Fettschrift hervorgehoben. Die Nomenklatur der Gefässpflanzen richtet sich nach der Flora europaea (TUTIN et al., 1964-1980).