Lexipedia
StartseiteNewsErkundenVerzeichnis
NutzungsbedingungenDatenschutzHilfe
Anmelden

Liste der National Prioritären Lebensräume

BAFU zqLFHOYU2n-2 · Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Vom 30. Juni 2025

https://lexipedia.io/de/docs/ch/bafu-ofev-ufam/zqlfhoyu2n-2/de/liste-der-national-prioritaren-lebensraume

Abgerufen am 3. Sept. 2026

  1. Dokumente
  2. Bund
  3. Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Quelle

Liste der National Prioritären Lebensräume

Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK

Vollzugshilfe UV-1709

Liste der National Prioritären Lebensräume In der Schweiz zu fördernde prioritäre Lebensräume

Stand: 06/2025 Vorversionen: UV-1709, Jahr 2019 UV-1103, Jahr 2011

Rechtliche Grundlagen: NHV Art. 14 Abs. 3

Betroffene Fachgebiete

•

Altlasten Wasser Chemikalien Klima Störfälle

Biotechnologie Abfall Luft UVP Recht

Elektrosmog und Licht Biodiversität Landschaft Wald und Holz Boden

Naturgefahren Lärm

Liste der National Prioritären Lebensräume UV-1709

Impressum

Rechtliche Bedeutung Diese Publikation ist eine Vollzugshilfe des BAFU als Aufsichtsbehörde und richtet sich primär an die Vollzugsbehörden. Sie konkretisiert die bundesumweltrechtlichen Vorgaben (bzgl. unbestimmten Rechtsbegriffen und Umfang/Ausübung des Ermessens) und soll eine einheitliche Vollzugspraxis fördern. Berücksichtigen die Vollzugsbehörden diese Vollzugshilfe, so können sie davon ausgehen, dass sie das Bundesrecht rechtskonform vollziehen; an dere Lösungen sind aber auch zulässig, sofern sie rechtskonform sind.

Die in dieser Vollzugshilfe erwähnte «Rote Liste der Lebensräume der Schweiz» von Delarze et al. 2016 ist im Sinne von Artikel 14 Absatz 3 Buchstabe d der Verordnung vom 16. Januar 1991 über den Natur - und Heimatschutz (NHV; SR 451.1) vom Bundesamt für Umwelt anerkannt.

Herausgeber Bundesamt für Umwelt (BAFU) Das BAFU ist ein Amt des Eidg. Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

In Zusammenarbeit mit Info Species (Schweizerisches Informationszentrum für Arten)

Lektorat Jacqueline Dougoud, Zürich

Layout Cavelti AG, Marken. Digital und gedruckt, Gossau

Revision von 2025 Teil I der Vollzugshilfe «Liste der prioritären Arten und Lebensräume» (UV -1709) von 2019, d. h. die Liste der prioritären Arten auf nationaler Ebene, wurde im Jahr 2025 aktualisiert. Die Liste von 2025 (UV - 2558) ersetzt die Liste von 2019.

Teil II «Prioritäre Lebensräume der Schweiz» bleibt aktuell und ist Gegenstand der vorliegenden Vollzugshilfe.

PDF-Download https://www.bafu.admin.ch/vollzugshilfen-biodiversitaet Eine gedruckte Fassung kann nicht bestellt werden.

Diese Publikation ist auch in französischer und italienischer Sprache verfügbar. Die Originalsprache ist Deutsch.

© BAFU 2019/2025

Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 62

Teil II: Prioritäre Lebensräume der Schweiz Teil der Vollzugshilfe Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume

Der zweite Teil der vorliegenden Publikation behandelt die Liste der National Prioritären Lebensräume, die das BAFU erstmals herausgibt. Grundlage dazu bot der technische Bericht (Delarze et al. 2013) und die Rote Liste der Lebensräume der Schweiz (Delarze et al. 2016), die ebenfalls auf der Website BAFU aufgeschaltet sind.

1 Bedarf und Kontext der

national prioritären Lebensräume Weil Bund und Kantone bei der Erfüllung ihrer Aufgaben eine offizielle Refe- Bedarf nationale renz brauchen, ist die Nachfrage nach einer nationalen Roten Liste, erstellt Rote Liste der nach internationalen Standards, gross. Der Nachfrage sind Bund und Exper- Lebensräume und tengruppe mit der Veröffentlichung der Gefährdungseinstufungen der Liste der National Lebensräume in Delarze et al. 2016 nachgekommen, die das BAFU als offizi- Prioritären elle Rote Liste der Lebensräume der Schweiz anerkennt (siehe Impressum in Lebensräume vorliegender Vollzugshilfe). Der Rote-Liste-Status der Lebensräume stellt zudem eine wesentliche Grundlage für die Einstufung der national prioritären Lebensräume dar. Gemäss Strategie Biodiversität Schweiz (BAFU 2012) ergänzt die Liste der National Prioritären Lebensräume diejenige der National Prioritären Arten. Die national prioritären Lebensräume bezeichnen schützenswerte Lebensräume und geben den Handlungsbedarf auch ausserhalb von Schutzgebieten an. Die national prioritären Lebensräume sind wichtige Orientierungshilfen für den Aufbau der ökologischen Infrastruktur zur langfristigen Erhaltung der Biodiversität gemäss obgenannter Strategie.

Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass die Schweiz aufgrund internatio- Internationale naler Abkommen dazu verpflichtet ist, natürliche sowie naturnahe – insbe- Abkommen sondere die als schützenswert bezeichneten – Ökosysteme und Lebensräume, worunter die national prioritären Lebensräume fallen, zu erhalten, wenn nötig aufzuwerten und regelmässig über deren Zustand zu berichten. Als Beispiel ist das Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume (Berner Konvention; SR 0.455) zu nennen, welches die Grundlage für das Smaragd-Netzwerk bildet. Dieses gesamteuropäische Netzwerk von Schutzgebieten soll gefährdete Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräume (Resolutionen 4 – 6) schützen.

Die Einteilung der Lebensräume orientiert sich grundsätzlich an der Lebens- Vollzugsebene raumtypologie der Schweiz (gemäss TypoCH-Klassifizierung des Referenzwerkes Lebensräume der Schweiz von Delarze et al. 2015). Auch wenn die Einteilung der Lebensraumtypen grundsätzlich auf Ähnlichkeiten bezüglich Aussehen und Ökologie basiert, entsprechen sie – wenn von Pflanzen geprägt – in den meisten Fällen der Stufe des pflanzensoziologischen Verbandes. Beispielsweise wird bei der Kartierung von Trockenwiesen und -weiden von natio­ naler Bedeutung die Fläche im Wesentlichen einem pflanzensoziologischen Verband zugeordnet (Eggenberg et al. 2001). Für Umsetzung, Bewertung und Erfolgskontrolle werden noch zusätzliche Fakto-

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 64

ren berücksichtigt (z. B. Verbuschungsgrad, faunistisch relevante Struktur- und Randelemente wie Waldränder, Felspartien). In der forstlichen Naturschutzpolitik wird meist das untergeordnete feinere Niveau der Pflanzengesellschaft verwendet (Keller et al. 1998 bzw. Steiger 2010). Denn für die teilweise grossflächigen Wälder (rund ein Drittel der Landesfläche) ist eine differenzierte Betrachtung der Wald­gesellschaften (anstelle der übergeordneten Verbände bzw. TypoCH-Einheiten) für waldbauliche sowie ökologische Fragen unerlässlich. Entsprechend sind die Ziele und Massnahmen in der Vollzugshilfe UV-1503 des Bundesamtes für Umwelt auf der Stufe der Waldgesellschaften formuliert (Imesch et al. 2015). Dort wird auch der Handlungsbedarf pro Wirtschaftsregion im Massnahmenbereich 4 genau dargestellt. Die hier ausgewertete TypoCH-Stufe der Waldlebensräume dient in erster Linie dem Vergleich mit allen anderen Lebensraumbereichen (Gewässer, Ufer und Feuchtgebiete usw.) im selben Klassifizierungssystem. Die im Listenteil beigefügte überarbeitete Bewertung der Waldgesellschaften ersetzt diejenige von Imesch et al. 2015. Es sei hier darauf hingewiesen, dass für die Fliessgewässer parallel zur Evaluation ihrer Lebensraumtypen nach dem Klassifizierungssystem TypoCH zusätzliche Einheiten für die Vollzugsebene (Schaffner et al. 2013) beurteilt wurden (siehe Listenteil).

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 65

2 Kenntnisstand und

Auswahl der Lebensraumeinheiten Basierend auf die Empfehlungen der Machbarkeitsstudie Rote Liste Lebensräume (CSCF 2013) wurde folgendes Vorgehen für die Evaluation festgelegt:

  • in der Evaluation eine den Stufen 3 und 4 der EUNIS-Systematik für Lebensräume (European Nature Information System, eunis.eea.europa.eu) entsprechende Lebensraumtypologie zu verwenden – was ungefähr der pflanzensoziologischen Stufe des Verbandes entspricht;

  • die von der Weltnaturschutzunion (IUCN) empfohlene Evaluation der Entwicklung für die kommenden 50 Jahre nicht anzuwenden, da die Einschätzung viel zu unsicher und zufällig ausfallen würde;

  • auf die Anwendung des IUCN-Kriteriums über den historischen Rückgang seit 1750 zu verzichten, da die damalige Situation nicht mit ausreichender Genauigkeit rekonstruierbar ist (siehe Kap. 3.1, Teil II).

Für eine direkte quantitative Anwendung der IUCN-Methode fehlt für die meisten Lebensraumtypen eine ausreichende Datengrundlage (z. B. ehemalige und aktuelle Flächendeckung pro Lebensraum in der Schweiz). So wurde die erste Rote Liste basierend auf existierenden Daten (und Experten­wissen) zur Einschätzung der IUCN-Kriterien erstellt (Delarze et al. 2016). Die Expertenevaluation beruht auf derzeit verfügbaren Daten über den heutigen Zustand und die Entwicklung der Lebensräume. Quantitative Angaben über die geografische Verbreitung und effektive Fläche gibt es nur wenige. Ebenso mangelt es an Kenntnissen über den qualitativen Zustand und den degradierten Flächenanteil. Grundsätzlich fehlt bis heute eine systematische Erfassung bzw. Überwachung der Lebensraumtypen und ihrer Degradationsstadien.

Insgesamt konnten 167 Lebensraumtypen eingestuft werden (Tab. 12). Die beurteilten Lebensräume entsprechen mehrheitlich den Lebensraumtypen (TypoCH) des Referenzwerks «Lebensräume der Schweiz» (Delarze et al. 2015 und vormalige Ausgabe Delarze und Gonseth 2008). Die strukturell verwandten Lebensraumtypen sind in Lebensraumgruppen und übergeordnet nach Formationen oder Landschaftsstrukturen in 8 Lebensraumbereiche eingeteilt. Die Lebensraumtypen entsprechen mehr oder weniger den Verbänden der pflanzensoziologischen Systematik oder Einheiten auf vergleichbaren

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 66

Stufen (typologische Grundeinheiten mit 3- und 4-stelligen numerischen Codes der TypoCH, zuzüglich einiger weiterer Lebensräume der EUNIS- Lebensraum­systematik mit Smaragd-Status).

Bei den Fliessgewässern (Lebensraumgruppe 1.2) und den Wäldern (Lebens- Wälder und raumbereich 6) wurden parallel zu den Lebensraumtypen nach TypoCH noch Fliessgewässer andere, für die Praxis wichtige Einheiten beurteilt (Delarze et al. 2013). Im Bereich Biodiversität im Wald ist eine differenzierte Betrachtung der Waldgesellschaften anstelle der übergeordneten Verbände für waldbauliche und ökologische Fragestellungen unabdingbar.

Tabelle 12 Lebensraumtypen pro Lebensraumbereich

167 Lebensraumtypen (TypoCH) des Referenzwerks Lebensräume der Schweiz

(Delarze et al. 2015).

TypoCH Lebensraumbereich Anzahl Lebensraumtypen

1 Gewässer 19 (8 Stillgewässertypen

und 11 Fliessgewässertypen)

2 Ufer und Feuchtgebiete 20

3 Gletscher, Fels, Schutt und Geröll 16

4 Grünland 30

(Naturrasen, Wiesen und Weiden)

5 Krautsäume, Hochstaudenfluren und 25

Gebüsche

6 Wälder 34

7 Ruderale Pioniervegetation 10

8 Begleitvegetation der Kulturen 13

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 67

3 Verfahren zur Bestimmung der Priorität

Die Liste der National Prioritären Lebensräume (NPL) ergibt sich aus einem Zweikomponentensystem wie für die Liste der National Prioritären Arten. Die Prioritätsstufe ist eine Kombination aus dem Gefährdungsgrad und dem internationalen Verantwortungsgrad der Schweiz für den jeweiligen Lebensraumtyp (Kap. 3.1 und Kap. 3.2 Teil II).

Die IUCN hat eine Methode für die Erstellung von Roten Listen der Lebensräume entwickelt, die sich in verschiedensten Biomen der Welt einsetzen lässt, auch in Teilen davon wie Regionen oder Ländern. Die Methode orientiert sich an derjenigen, die seit vielen Jahren erfolgreich bei Arten verwendet wird. Auch für die Schweiz ist es daher naheliegend, auch bei den Lebensräumen den IUCN-Standard einzusetzen.

Die von einer Expertengruppe durchgeführte Studie von Delarze et al. (2013) hat jedoch gezeigt, dass alle für die strikte Anwendung der IUCN-Methode notwendigen Informationen in kurzer Zeit nicht zu beschaffen oder in der Schweiz nicht vorhanden sind. Es wurde daher empfohlen, die Evaluation in

2 Etappen anzugehen: (1) Bis Ende 2013 die IUCN-Methode mehrheitlich

aufgrund von Expertenmeinungen umsetzen, und (2) für die nächste Revision des Gefährdungs- und Verantwortungsstatus möglichst viele quantitative Erhebungsdaten für die Anwendung der IUCN-Kriterien bereitstellen. Analog wie für Arten wurde eine Priorisierungsmatrix erstellt und für alle Lebensräume die nationale Priorität neu berechnet, ausserdem der Massnahmenbedarf für jeden Lebensraumtyp eingeschätzt.

3.1 Gefährdung

In diesem Kapitel werden die Kriterien und das Vorgehen gemäss IUCN-­ Methode (Keith et al. 2013) zusammengefasst. Die Bewertungsprinzipien wie auch die verwendeten Gefährdungskategorien ähneln der Einstufung von Arten (vgl. Tab. 3 mit 14).

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 68

Tabelle 13 Kategorien der Roten Liste der Lebensräume Grau: Bedrohte Lebensräume.

CO Verschwunden (Collapsed)* CR Vom Verschwinden bedroht (Critically Endangered)** EN Stark gefährdet (Endangered) VU Verletzlich (Vulnerable)*** NT Potenziell gefährdet (Near Threatened) LC Nicht gefährdet (Least Concern) DD Ungenügende Datengrundlage (Data Deficient)

IUCN / Keith et al. 2013

Synonyme: *Vollständig vernichtet; **Von vollständiger Vernichtung bedroht; ***Gefährdet

Auch die Auswahl der Kriterien zur Ermittlung der Gefährdungskategorien lässt sich grundsätzlich von den Erfahrungen aus der Bewertung von Arten ableiten. Allerdings ergeben sich für die Definition der Gefährdungskategorien auch einige Herausforderungen (insbesondere für die Kategorie «Collapsed», Boitani et al. 2014), weil sie auf Unterschiede in der Beurteilung von Arten und von Lebensräumen beruhen. Die von Keith et al. (2013) vorgeschlagenen Definitionen stützen sich auf Kriterien, die für Lebensräume geeignet, jedoch mit denjenigen bei den Arten nicht identisch sind (siehe Delarze et al. 2016). Doch solange klar definierte und identifizierbare Lebensraumtypen beurteilt werden, ergeben sich anwendbare, vergleichbare Gefährdungsabschätzungen.

Die Gefährdungsabschätzung kombiniert verschiedene quantitative und qualitative Angaben über die Situation eines Lebensraumes in Form von Kriterien (Abb. 12). Nach den Herleitungen von Keith et al. 2013 und weiteren wissenschaftlichen Abklärungen hat die IUCN die Richtlinien für die Gefährdungsabschätzung von Lebensräumen publiziert (Bland et al. 2016, siehe auch www.iucnrle.org).

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 69

Abbildung 12 Beurteilung des Risikos eines Verschwindens von Lebensräumen Grafische Darstellung der Kriterien zur Beurteilung des Kollapsrisikos von Lebensräumen (Ökosysteen) bzw. des Aussterberisikos ihrer charakteristischen Organismen. Die Kriterien stellen zugleich Symptome und Prozesse im Mechanismus dar, die zum Kollabieren bzw. Verschwinden eines Lebens­raumes (Ökosystemen) führen können (nach Keith et al. 2013, verändert).

Verarbeitung der Ökosystem- Ökosysteme prozesse

C A Verschlechterung Rückläufige der abiotischen Verbreitung Umweltfaktoren

Reduzierte Lebensraumqualität Aussterberisiko für Reduzierte Lebensraumqualität Reduzierte Nischenvielfalt charakteristische Reduzierte Nischenvielfalt Organismen der Lebensräume B D Geringes Störung der Vorkommen biotischen Prozesse (Seltenheit) und Interaktionen

Reduzierte Empfindlich auf Überlebensraten, örtliche Gefahren und E beeinträchtigte Katastrophen Quantitative Wechselwirkungen Risikoanalyse

Mit den verfügbaren Daten zu Lebensräumen werden die quantitativen Indikatoren (Kriterien) hergeleitet (siehe Kasten). Ihre Schwellenwerte entscheiden anschliessend über die Zuordnung zu einer Gefährdungskategorie eines Lebensraumes (CR – vom Verschwinden bedroht, EN – stark gefährdet, VU – verletzlich).

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 70

Gefährdungskriterien der IUCN Gemäss IUCN (Keith et al. 2013) sind die verschiedenen Kriterien mitsamt ihren zugehörigen Unterkriterien schrittweise abzuklären. Das Kriterium bzw. Unterkriterium mit der höchsten Einstufung entscheidet jeweils über den Rote-Liste-Status des Lebensraumes. Die Kriterien werden in 5 Gruppen (A, B, C, D, E) unterteilt:

Kriterium A – Rückläufige Verbreitung Der Rückgang der geografischen Verbreitung (Kriterium A) wird beurteilt über einen Zeitraum von 50 Jahren vor bzw. nach heute (Unterkriterien A1 bzw. A2) oder seit 1750 (historischer Rückgang, Unterkriterium A3).

Kriterium B – Geringes Vorkommen (Seltenheit) Das Kriterium B betrifft Lebensräume mit geringer räumlicher Ausdehnung, sei es aufgrund der geringen besiedelten Fläche (Unterkriterium B1), der geringen geografischen Ausdehnung (Unterkriterium B2) oder der geringen Anzahl Fundorte (Unterkriterium B3). Diese Unterkriterien bestimmen den Gefährdungsstatus unter Berücksichtigung sowohl des qualitativen wie auch des quantitativen Rückgangs des Lebensraumes und berücksichtigen auch das kurzfristige Aussterberisiko.

Kriterium C – Verschlechterung der abiotischen Umweltfaktoren Das Kriterium C berücksichtigt die Verschlechterung der Umweltbedingungen für einen Lebensraum (Eutrophierung, Austrocknung usw.). Wie beim Kriterium A werden dazu die letzten 50 Jahre (Unterkriterium C1), die kommenden 50 Jahre (Unterkriterium C2) und die historischen Verschlechterungen seit 1750 (Unterkriterium C3) beurteilt. Der Gefährdungsstatus resultiert aus der kombinierten Beurteilung des Schweregrades der Verschlechterung und des von der Verschlechterung betroffenen Flächenanteils (andere Schwellenwerte für C3).

Kriterium D – Störung der biotischen Prozesse und Interaktionen Das Kriterium D betrachtet die Verschlechterung der biotischen Interaktionen innerhalb des Lebensraumes (Biodiversitätsverlust, invasive gebietsfremde Arten und Krankheiten usw.). Wie beim Kriterium A werden dazu die letzten 50 Jahre (Unterkriterium D1), die kommenden 50 Jahre (Unterkriterium D2) und die historischen Verschlechterungen seit 1750 (Unterkriterium D3) beurteilt. Der Gefährdungsstatus resultiert aus der kombinierten Beurteilung des Schweregrades der Verschlechterung und des von der Verschlechterung betroffenen Flächenanteils (andere Schwellenwerte für D3).

Kriterium E – Quantitative Risikoanalyse Das Kriterium E resultiert aus der Abschätzung des Aussterberisikos in den nächsten 50 bis 100 Jahren aufgrund einer quantitativen Analyse.

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 71

Diese für die Schweiz erste anerkannte Rote Liste der Lebensräume beruht grösstenteils auf Expertenmeinungen verschiedener Institutionen (info fauna – CSCF, Info Flora, Agroscope, WSL, Forum Biodiversität SCNAT) und einer Reihe von privaten Expertinnen und Experten. Die Einschätzungen sollen künftig so weit wie möglich durch systematisch erhobene Daten und Analysen ersetzt werden.

3.2 Verantwortung

Die Einstufung der nationalen Priorität eines Lebensraumtyps verlangt neben Bezugsraum dem Gefährdungsstatus auch die Angabe der Verantwortung der Schweiz für die betreffende Einheit. Für die meisten beurteilten Lebensraumtypen teilt die Schweiz die Verantwortung mit diversen anderen Ländern. Analog zu den Arten beruht das in Betracht gezogene Mass an Verantwortung auf dem Flächenanteil der Einheit in der Schweiz im Verhältnis zur restlichen Fläche in Europa (Tab. 14). Dies hat den Vorteil, dass es relativ einfach abzuleiten ist und künftige Vergleiche erleichtert.

Tabelle 14 Kategorien zur Bestimmung der Verantwortung der Schweiz für die ­L ebensräume

Punktezahl Bedeutung Charakterisierung Faktor Verantwortung

4 sehr hohe Verantwortung Hauptareal in der Schweiz 3 hohe > 50 % der Gesamtfläche in der Schweiz im Verhältnis zur Verantwortung restlichen Fläche in Europa

2 mittlere > 20 % der Gesamtfläche in der Schweiz im Verhältnis zur Verantwortung restlichen Fläche in Europa

1 geringe < 20 % der Gesamtfläche in der Schweiz im Verhältnis zur Verantwortung restlichen Fläche in Europa

0 keine Verantwortung keine Fläche in der Schweiz

Die Steckbriefe für jeden Lebensraumtyp im Anhang des Technischen Berichts Abhängigkeit von (Delarze et al. 2013) halten die Ergebnisse der Dokumentationsrecherchen Feinheit der über das Verbreitungsgebiet (Flächenangaben) der Lebensraumeinheit in Klassifizierung Europa, wenn vorhanden, fest. Ansonsten mussten die Experten und Expertinnen die Verantwortung anhand von Kartenmaterial in Klassen (keine, mehr als 20 % sowie 50 % der Gesamtfläche in der Schweiz, Hauptareal in der Schweiz) gutachtlich abschätzen. Fasst man die Vegetation in feinere Einheiten als den Lebensraumtyp zusammen, wird deren Verbreitung geringer und damit die Verantwortung grösser. Die Verantwortung ist somit stark von der Feinheit der Klassifizierung abhängig. Aus diesen Überlegungen ist es ratsam, den Faktor

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 72

«Verantwortung» nicht überzubewerten und die Gefährdung gegenüber der Verantwortung leicht höher zu gewichten (Kap. 3.3).

3.3 Herleitung der Priorität

Analog zu den Arten wurden die Prioritäten aus der Kombination von Gefährdung und Verantwortung ermittelt. Die Priorität der Arten wurde, mit Ausnahme der Vögel, durch eine Formel bestimmt, in der die beiden Faktoren Gefährdung und Verantwortung linear und ohne Gewichtung miteinander verknüpft sind: Es ist die einfache Summe daraus, die anschliessend einer Prioritätsklasse zugeordnet wird (Kap. 2.4 in Teil I). Da die Bezeichnung der nationalen Priorität ein Instrument für die Praxis darstellt, soll die Prioritätenbestimmung eine praxistaugliche Verteilung der Prioritätskategorien ergeben.

Im Prinzip ist die Verantwortung der Schweiz bei den Lebensräumen gering, wenn der Lebensraumtyp in Europa relativ weit verbreitet ist. Unterteilt man den Lebensraumtyp (meist auf pflanzensoziologischer Ebene des Verbands) in feinere Einheiten der Vegetation wie Pflanzengesellschaften, dann wird deren Verbreitung geringer und damit die Verantwortung grösser. Die Verantwortung ist somit stark von der Feinheit der Klassifizierung abhängig. Aus den unter Kapitel 3.2 in Teil II gemachten Überlegungen geht hervor, dass selbst bei bedeutenden europäischen Vorkommen einer Lebensraumeinheit in der Schweiz – also bei verhältnismässig grossen Flächenanteilen – ungefährdeten Lebensräumen (Gefährdungsstufe LC) und Lebensräumen mit ungenügender Datengrundlage (Status DD) noch eine tiefe Priorität zugewiesen werden kann. Dies, um den eher seltenen Einheiten mit hoher bis sehr hoher Verantwortung gerecht zu werden (Tab. 15).

Tabelle 15 Matrix für die Prioritätsbestimmung bei den Lebensräumen Die Kombination aus Gefährdungsstufe und Verantwortungskategorie ergibt die Prioritätskategorie 1 – 4 (also höchste bis tiefste Priorität im dunklen bis hellen Farbton) oder 0 (keine Priorität, farblos). Die Priorität in Klammern kommt in der Schweiz derzeit nicht vor.

Verantwortungskategorie Gefährdungsstufe 0 1 2 3 4

sehr hoch 4 4 3 1 1 (1) hoch 3 4 3 1 1 1 mittel 2 0 4 2 1 1 gering 1 0 4 3 2 1 keine 0 0 0 4 3 2

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 73

Die aus der Matrix (Tab. 15) resultierenden Prioritätskategorien 0 – 4 sind wie folgt zu interpretieren (Tab. 16):

Tabelle 16 Beschreibung der nationalen Prioritätskategorien

Prioritätskategorie Bedeutung bezüglich Erhaltung und Aufwertung des Lebensraumes

Priorität 1 sehr hohe nationale Priorität Priorität 2 hohe nationale Priorität Priorität 3 mittlere nationale Priorität Priorität 4 mässige nationale Priorität Priorität 0 keine nationale Priorität

Die lebensraumspezifische Prioritätseinstufung gibt darüber Auskunft, wie vordringlich die nationale Erhaltung bzw. Aufwertung des jeweiligen Lebensraumtyps oder der jeweiligen Pflanzengesellschaft oder EUNIS-Einheit im europäischen bzw. globalen Kontext ist.

Auf gleiche Weise wurde die Prioritätseinstufung der Waldgesellschaften vorgenommen. Die Eintragungen des ursprünglichen Expertenberichts Delarze et al. 2013, die in Imesch et al. 2015 übernommen wurden, sind für 2019 überprüft und aktualisiert worden (Kap. 4.1 in Teil II).

3.4 Angaben zum Massnahmenbedarf

Für die Planung und Umsetzung von Erhaltungs- und Aufwertungsmassnahmen für die prioritären Lebensräume ist es wichtig zu wissen, für welche Einheiten aus nationaler Sicht überhaupt ein Massnahmenbedarf besteht. Die Liste der National Prioritären Lebensräume enthält deshalb lebensraumspezifische Angaben zum Massnahmenbedarf, welcher in Bezug zur ganzen Schweiz (und nicht auf einzelne Regionen beschränkt) eingeschätzt wurde.

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 74

Tabelle 17 gibt einen Überblick über die bei der Einschätzung angewendeten Kriterien.

Tabelle 17 Kriterien zur Einschätzung des Massnahmenbedarfs bei Lebensräumen

Code Bedeutung Interpretation 2 klarer Die Fläche und/oder die Qualität der Lebens­räume nehmen jetzt oder Massnahmenbedarf (vermutlich) in Zukunft ab. Akute Gefährdungen sind bekannt und können durch Massnahmen behoben oder abgemindert werden. ➞ Es ist davon auszugehen, dass direkte Massnahmen nötig und sinnvoll sind (Renaturierungen, Revitalisierungen, Aufwertungen, Biotopförderprogramme usw.).

1 unsicherer Die Fläche und/oder die Qualität der Lebens­räume nehmen (vermutlich) jetzt Massnahmen­bedarf oder in Zukunft ab. Akute Gefährdungen sind bekannt; wirksame Massnahmen sind es jedoch weniger, oder sie sind in Abklärung. ➞ Es ist nicht eindeutig, ob Massnahmen nötig, machbar und/oder sinnvoll sind.

0 kein Die Fläche und/oder die Qualität der Lebensräume ist (vermutlich) ± stabil Massnahmenbedarf oder nimmt zu. Es ist keine akute Gefährdung erkennbar, die durch Massnahmen behoben werden könnte. ➞ Es besteht kein Massnahmenbedarf.

99 (derzeit) Es fehlen die Kenntnisse zur Beurteilung des Massnahmenbedarfs. nicht beurteilbar ➞ Es ist keine Beurteilung des Massnahmenbedarfs möglich.

Alle Ergebnisse sind aus der digitalen Tabelle (Format XLS) ersichtlich. (Download siehe Impressum dieser Publikation).

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 75

4 Prioritäre Lebensräume

im Überblick Die Schweiz ist reich an unterschiedlichen Lebensräumen. Fast die Hälfte davon ist allerdings bedroht (Delarze et al. 2016). Der Überblick zeigt den Anteil an gefährdeten Lebensraumtypen aus allen aquatischen und terrestrischen Bereichen sowie die Verantwortung der Schweiz und den Massnahmenbedarf. Er beruht auf einer Analyse der national prioritären Lebensräume der Schweiz auf Stufe TypoCH hinsichtlich des Gefährdungs- und Verantwortungsgrades sowie ihres Massnahmenbedarfs (Tab. 19), ebenso auf Ebene der Waldgesellschaften (Tab. 20) und Fliessgewässertypen (Tab. 21).

4.1 Umfang der Liste und Prioritätskategorien

Von den 167 evaluierten Lebensraumtypen (Delarze et al. 2015) sind 98 (59 %) national prioritär (Abb. 13).

Abbildung 13 Anteil der national prioritären Lebensräume

mit nationaler Priorität

ohne nationale Priorität

41 %

59 %

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 76

Die Priorisierung weist 14 % der Prioritätskategorie 1 zu, 25 % der Prioritätskategorie 2, 32 % der Prioritätskategorie 3 und 29 % der Prioritätsstufe 4. 41 % erhalten keine Prioritat. Auf die Gesamtheit der 98 national prioritären Lebensraumtypen bezogen, weisen 39 % eine sehr hohe oder hohe Priorität, 61 % eine mittlere oder mässige Priorität auf (Abb. 14).

Abbildung 14 Verteilung der national prioritären Lebensräume

Priorität 1 (sehr hoch) 14 %

29 % Priorität 2 (hoch)

Priorität 3 (mittel)

Priorität 4 (mässig) 25 %

32 %

Zu den Lebensraumbereichen mit überdurchschnittlichem Anteil an prioritären Lebensraumtypen zählen die Feuchtgebiete (95 %) und die Gewässer (89 %). National prioritär ist mehr als die Hälfte der Einheiten der ruderalen Pioniervegetation (70 %), der Begleitvegetation von Kulturen (62 %), des Grünlandes (Naturrasen, Wiesen und Weiden) (57 %) und der Wälder (53 %). Der Lebensraumbereich der Hochstaudenfluren und Gebüsche (24 %) weist am wenigsten prioritäre Lebensraumtypen auf, während die Fels- und Schuttfluren inkl. Gletscher(-vorfeldern) (38 %) eine Zwischenstellung einnehmen (Abb. 15). Allgemein gibt es in jedem Bereich bestimmte Lebensraumtypen prioritär aufzuwerten.

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 77

Abbildung 15 Anteil der national prioritären Lebensräume pro Lebensraumbereich Prozentualer Anteil der Prioritätskategorien und Anzahl beurteilte Lebensraumtypen (nach TypoCH von Delarze et al. 2015).

Gewässer (19) 21 % 21 % 32 % 16 % 11 %

Begleitvegetation der Kulturen (13) 15 % 15 % 23 % 8% 38 %

Wälder (34) 12 % 15 % 12 % 15 % 47 %

Grünland (Naturrasen, Wiesen und Weiden) (30) 7 % 17 % 20 % 13 % 43 %

Gletscher, Fels, Schutt und Geröll (16) 6 % 6 % 13 % 7% 13 % 63 %

Ufer und Feuchtgebiete (20) 5 % 25 % 35 % 30 % 5%

Ruderale Pioniervegetation (10) 20 % 20 % 30 % 30 %

Krautsäume, Hochstaudenfluren und Gebüsche (25) 4 % 4 % 16 % 76 %

0% 25 % 50 % 75 % 100 %

Priorität 1 Priorität 2 Priorität 3 Priorität 4 Priorität 0 (sehr hoch) (hoch) (mittel) (mässig) (keine)

Die Prioritätsanteile drücken die bedrohliche Situation bzw. den Handlungsbedarf vor allem bei den Gewässern, Ufern und Feuchtgebieten (inkl. Moore) aus. Im Kulturland sind die Ackerbegleitfloren und gewisse Wiesen- und Weidentypen auch mit hohen Prioritätsanteilen belegt; ebenso die Lebensgemeinschaften der Ruderalstandorte unter dem Einfluss menschlicher Aktivitäten.

Bereits auf Stufe der Delarze-Klassifizierung sind die Prioritäten bei den Lebensraum­ Lebensraumtypen in den nassen und feuchten Bereichen ziemlich hoch­ bereich Gewässer (Abb. 16 Still- und Fliessgewässer sowie Ufer und Feuchtgebiete). Ebenso hat der überwiegende Anteil der Fliessgewässer nach der hydrologischen Klassifizierung (Schaffner et al. 2013) hohe Prioritäten.

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 78

Abbildung 16 Anteil der national prioritären Lebensräume bei Gewässern, Ufern und Feuchtgebieten Prozentualer Anteil der Prioritätskategorien und Anzahl beurteilte Lebensraumtypen (nach TypoCH von Delarze et al. 2015).

Fliessgewässer (11) 36 % 18 % 27 % 18 %

Ufer und Feuchtgebiete (20) 5 % 25 % 35 % 30 % 5%

Stillgewässer (8) 25 % 75 %

0% 25 % 50 % 75 % 100 %

Priorität 1 Priorität 2 Priorität 3 Priorität 4 Priorität 0 (sehr hoch) (hoch) (mittel) (mässig) (keine)

Von den 34 evaluierten Waldlebensraumtypen sind 18 national prioritär Lebensraum­ (53 %). Zum Wald sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, dass bereich Wälder nach heutigem Kenntnisstand die TypoCH-Einheit 6.3.7 Kastanienwald zu mehreren Waldgesellschaften/-verbänden gehört, insbesondere zu 6.3.6. Die Einheiten 6.3.8 Insubrischer Laubwald mit immergrünen Sträuchern und 6.3.9 Robinienwald können pflanzensoziologisch keiner heimischen Einheit zugeordnet werden. Die Einheit 6.5.3 Hochmoor-Fichtenwald als Waldgesellschaft ist eindeutig der Einheit 6.6.2, dem übergeordneten Verband Heidelbeer-Fichtenwald, zuzuordnen. Die Einheit 6.6.3 Lärchen-Arvenwald ist ein Verband von Larici-Pinion cembrae mit 7 Waldgesellschaften und nicht nur eine Waldgesellschaft von Larici-Pinetum cembrae. Die Einheit 6.6.4 Lärchenwald ist demnach ein kulturbedingter Lärchenhain. Die Einheit 6.6.5 Bergföhrenwald muss in die Verbände 6.6.5.2 Kalkreicher Bergföhrenwald Erico-Pinion uncinatae (mugo) und 6.6.5.1 Bodensaurer Bergföhrenwald Vaccinio-Pinion uncinatae (mugo) aufgeteilt werden.

Für die Prioritätsanteile der 121 Waldgesellschaften sei auf die Analyse in der Vollzugshilfe zur Biodiversität im Wald verwiesen (Imesch et al. 2015). Im Detail gelten die Einstufungen 2019 der aktualisierten Liste der Waldgesellschaften. 40 % der Waldgesellschaften haben eine sehr hohe bis hohe Priorität (1 und 2), 28 % eine mittlere bis mässige Priorität (Priorität 3 und Priorität 4) und 32 % keine nationale Priorität (Abb. 17)

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 79

Die aktualisierte3 Liste der National Prioritären Waldgesellschaften (Stand 2019) mit Gefährdungsstatus und Einstufungskriterien, den Verantwortungsgraden und deren Zuordnung zu den TypoCH-Einheiten und Entsprechungen zu den NaiS-Nummern (Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald, www.bafu.admin.ch/schutzwald) ist auf der Website des Bundesamtes für Umwelt verfügbar (siehe Biodiversität im Schweizer Wald).

Abbildung 17 Anteil der national prioritären Waldgesellschaften in Wäldern

Waldgeselllschaften (121) 21 % 19 % 11 % 17 % 32 %

0% 25 % 50 % 75 % 100 %

Priorität 1 Priorität 2 Priorität 3 Priorität 4 Priorität 0 (sehr hoch) (hoch) (mittel) (mässig) (keine)

4.2 Gefährdung der prioritären Lebensräume

Der allgemeine Gefährdungszustand der insgesamt 167 evaluierten Lebensraumtypen besagt, dass rund die Hälfte (48 %) davon bedroht ist (Delarze et al. 2016). Es sei hier bemerkt, dass die Rote Liste der Lebensräume der Schweiz alle beurteilten Waldtypen und Gebüschformationen nach TypoCH als auch diejenigen von Ellenberg & Klötzli auf Stufe Waldgesellschaften (Keller et al. 1998 bzw. Steiger 2010) umfasst.

Da der Gefährdungsstatus die erste Komponente der Priorisierung darstellt, ist erwartungsgemäss die grosse Mehrheit (81 %) der national prioritären Lebensräume bedroht (Kategorien CR – vom Verschwinden bedroht, EN – stark gefährdet und VU – verletzlich). Jedoch bemerkenswert ist die Tatsache, dass 19 % der 98 national prioritären Lebensraumtypen nicht auf der Roten Liste stehen: 14 % der prioritären Lebensräume (aus praktisch allen Lebensraumbereichen) sind potenziell gefährdet (Kategorie NT) und 5 % (alle der Priorität 4) gar nicht gefährdet (Kategorie LC) (Abb. 18).

3 Die Priorisierungsmatrix 2019 (Tab. 15) vergibt 50 Waldgesellschaften der bisher publizierten Liste in

Imesch et al. 2015 Prioritäten, die um eine Stufe höher sind und bei den Einheiten Nr. 65 Erico-Pinetum und Nr. 65* Ononido-Pinetum um eine Stufe tiefer (neu Verantwortung 3 statt 4); 67 Waldgesellschaften behalten ihre Priorität. Die in Imesch et al. 2015 fehlenden Einheiten Nr. 3, 3*, 3**, 4, 12*, 29, 33, 34, 35, 36, 55, 55* und 57 wurden mit der jeweiligen Priorität ergänzt. Zudem wurde die Gefährdung der Einheiten Nr. 25** Luzulo niveae-Tilietum, Nr. 28 Ulmo-Fraxinetum und Nr. 30 Pruno-Fraxinetum auf VU (statt EN) und von Nr. 31 Equiseto-Alnetum incanae auf EN (statt CR) herabgesetzt.

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 80

Abbildung 18 Gefährdung der national prioritären Lebensräume Anzahl und Anteil (gerundete Prozente in Klammern) der 98 national prioritären Lebensraumtypen (nach TypoCH von Delarze et al. 2015 und den Gefährdungskategorien der IUCN, wobei die Rote-Liste-Kategorien zusammengefasst sind).

5% Rote Liste Kategorien (CR-EN-VU)

14 % Potenziell gefährdet (NT)

Nicht gefährdet (LC)

81 %

Die Lebensraumtypen mit nationaler Priorität sind fast alles gefährdete Lebensraumtypen. Dies kommt auch in der Auswertung pro Lebensraumbereich (Abb. 19) zum Ausdruck: Alle 8 prioritären Stillgewässer- sowie zwei Drittel der prioritären Fliessgewässer stehen auf der Roten Liste. Von den 18 national prioritären Waldlebensraumtypen sind 13 (72 %) auf der Roten Liste, 1 gilt als potenziell gefährdet, und 4 gelten als nicht gefährdet. In den Gesteinsfluren des Gebirges gibt es noch prioritäre Einheiten, die nicht gefährdet sind. Im Vergleich derselben Darstellung über die 167 Lebensraumtypen der Roten Liste weicht die Rangfolge der national prioritären 98 Lebensraumtypen nach abnehmendem Rote-Liste-Anteil (Status CR/EN/VU) pro Lebensraumbereich kaum ab.

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 81

Abbildung 19 Gefährdung der national prioritären Lebensräume pro Lebensraumbereich Anzahl (in Klammern) und Anteil (in Prozent) der 98 national prioritären Lebensraumtypen (nach TypoCH von Delarze et al. 2015 und den Gefährdungskategorien der IUCN, wobei die Rote-Liste-Kategorien zusammengefasst sind).

Ufer und Feuchtgebiete (19) 90 % 10 %

Ruderale Pioniervegetation (7) 75 % 10 % 20 %

Begleitvegetation der Kulturen (8) 54 % 8% 38 %

Wälder (18) 53 % 3% 44 %

Grünland (Naturrasen, Wiesen und Weiden) (17) 43 % 20 % 37 %

Gewässer (17) 29 % 20 % 51 %

Gletscher, Fels, Schutt und Geröll (6) 27 % 7% 67 %

Krautsäume, Hochstaudenfluren und Gebüsche (6) 12 % 24 % 64 %

0% 25 % 50 % 75 % 100 %

Rote Liste Kategorien (CR-EN-VU) Potenziell gefährdet (NT) Nicht gefährdet (LC)

Die Bereiche der Stillgewässer, Ufer und Feuchtgebiete, der ruderalen Pioniervegetation und der Begleitvegetation der landwirtschaftlichen Kulturen weisen überdurchschnittlich hohe Anteile an gefährdeten bis stark gefährdeten Lebensraumtypen, während Wälder, Krautsäume, Gebüsche und Gesteins­fluren eher einen geringeren Anteil auf.

4.3 Verantwortung für prioritäre Lebensräume

Die Schweiz trägt für die Erhaltung von fast 80 % der 98 national prioritären Lebensraumtypen eine internationale Verantwortung, insbesondere für 27 % eine hohe bis mittlere (Abb. 20). Darunter befinden sich 9 mehr oder weniger gefährdete TypoCH-Einheiten wie etwa der endemische kontinentale Steppen-Föhrenwald (Verband 6.4.3 Ononido-Pinion) sowie die Gletscher inkl. Gletscherbäche (3.1.1) bis zur oberen Forellenregion, die Violettschwingelrasen (4.3.6.2), der Alpen-Weidenauenwald (6.1.3.1) und der Mitteleuropäische subkontinentale kalkreiche Föhrenwald (Geissklee-Föhrenwald, 6.4.2.1). Sie trägt aber auch Verantwortung für die momentan nicht als gefährdet eingestuften Einheiten Alpine Silikatschuttflur (3.3.2.2), Rostseggenhalde (4.3.3), Kalkreicher Bergföhrenwald (6.6.5.2), Lärchen-Arvenwald (6.6.3) und Lärchenwald (6.6.4).

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 82

Für 3 endemische Waldgesellschaften trägt die Schweiz die alleinige Verantwortung (sehr hohe Verantwortung). Ihr Aussterben in der Schweiz müsste als ein weltweiter Verlust verbucht werden. Höchste Verantwortung steht an für: 40 Edelgamander-Traubeneichenwald (Teucrio-Quercetum), 65* Zahntrost-Föhrenwald (Odontito-Pinetum) sowie 67* Erdseggen-Engadinerföhrenwald (Carici humilis-Pinetum engadinensis), die zugleich auf der Roten Liste stehen. Weitere 15 national prioritäre Waldgesellschaften sind von zweithöchster Verantwortung (mit Schwerpunkt im Alpenbogen), deren Verbände (TypoCH) ebenfalls gefährdet sind.

Die Einheit der Blockgletscher (TypoCH 3.1.2) ist die einzige mit ungenügender Dokumentation für eine Abschätzung der Verantwortung durch die Schweiz (DD).

Abbildung 20 Verantwortung für national prioritäre Lebensräume Anzahl und Anteil (gerundete Prozente, in Klammern) der 98 national prioritären Lebensraumtypen (nach TypoCH von Delarze et al. 2015 und den 5 Verantwortungskategorien).

1%

9% Verantwortung 4 (sehr hoch) 21 % Verantwortung 3 (hoch) 17 % Verantwortung 2 (mittel)

Verantwortung 1 (gering)

Verantwortung 0 (keine)

51 %

4.4 Massnahmenbedarf für national prioritäre Lebensräume

Gemäss Experten besteht ein klarer Massnahmenbedarf für 83 (85 %) prioritäre Lebensräume und momentan kein Massnahmenbedarf für 12 (12 %) der insgesamt 98 national prioritären Lebensräume; für 3 (3 %) der Lebensräume ist der Massnahmenbedarf unsicher (Abb. 21).

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 83

Abbildung 21 Massnahmenbedarf für national prioritäre Lebensräume Anteil in Prozent der insgesamt 98 national prioritären Lebensraumtypen (nach TypoCH von Delarze et al. 2015).

12 % klarer Massnahmenbedarf 3% unsicherer Massnahmenbedarf

kein Massnahmenbedarf

85 %

Klarer Massnahmenbedarf besteht mehrheitlich bei den Gewässerlebensräumen und Ufern bzw. Mooren, bei den national prioritären Grünland-Lebensräumen sowie bei bestimmten Lebensräumen der Kulturen und bei einzelnen Wald-Lebensräumen (Abb. 22).

Abbildung 22 Massnahmenbedarf für national prioritäre Lebensräume nach Lebensraumbereich Prozentualer Anteil der insgesamt 98 national prioritären Lebensraumtypen (nach TypoCH von Delarze et al. 2015).

Ufer und Feuchtgebiete (19) 100 %

Begleitvegetation der Kulturen (8) 100 %

Krautsäume, Hochstaudenfluren und Gebüsche (6) 100 %

Gewässer (17) 94 % 6%

Grünland (Naturrasen, Wiesen und Weiden) (17) 88 % 12 %

Wälder (18) 78 % 22 %

Ruderale Pioniervegetation (7) 57 % 43 %

Gletscher, Fels, Schutt und Geröll (6) 17 % 83 %

0% 25 % 50 % 75 % 100 % klarer Massnahmenbedarf unsicherer Massnahmenbedarf kein Massnahmenbedarf

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 84

Bei den Gewässern kann hinsichtlich Massnahmenbedarf zwischen Still­ Lebensraumbegewässern und Fliessgewässern unterschieden werden (Abb. 23): Sämtliche reich Gewässer prioritäre Lebensraumtypen der Stillgewässer und fast alle der Fliessgewässer weisen einen klaren Handlungsbedarf auf.

Abbildung 23 Massnahmenbedarf für national prioritäre Gewässerlebensräume Prozentanteile der 17 national prioritären Lebensraumtypen (nach TypoCH von Delarze et al. 2015).

Stillgewässer (8) 100 %

Fliessgewässer (9) 89 % 11 %

0% 25 % 50 % 75 % 100 %

klarer Massnahmenbedarf unsicherer Massnahmenbedarf

Auch für die Waldgesellschaften wurde der Massnahmenbedarf in der Liste Lebensraumpräzisiert (siehe www.bafu.admin.ch/uv-1709-d). Ein klarer Massnahmenbe- bereich Wälder darf besteht bei 35 % der prioritären Waldgesellschaften, ein unsicherer Massnahmenbedarf bei 33 % und kein Massnahmenbedarf bei 32 % (Abb. 24).

Abbildung 24 Massnahmenbedarf für national prioritäre Waldgesellschaften Prozentualer Anteil der 82 national prioritären Waldgesellschaften (nach Imesch et al. 2015).

Waldgesellschaften (121) 33 % 35 % 32 %

0% 25 % 50 % 75 % 100 %

klarer Massnahmenbedarf unsicherer Massnahmenbedarf kein Massnahmenbedarf

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 85

5 Liste der National

Prioritären Lebensräume Die Listen der National Prioritären Lebensräume, der Waldgesellschaften und der Fliessgewässertypen nach hydrologisch-ökomorphologischen Kriterien sind Teil dieser Volzugshilfe. Es werden jeweils Angaben zur Gefährdung, zur Verantwortung, zur Priorität und zum Massnahmenbedarf gemacht. Bei den Waldgesellschaften ist zusätzlich die Entsprechung zu den Lebensraumtypen gemäss TypoCH und die Entsprechung zur NaiS-Nummer (Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald, Frehner et al. 2005) erwähnt. Der Lebensraumcode bei den Fliessgewässertypen wird nach Klassifizierungssystem gemäss Schaffner et al. 2013 angegeben. Liste der Lebensräume umfasst Angaben wie z. B. die Entsprechung der national prioritären Lebensräume zu den schützenswerten Lebensraumtypen des Anhangs 1 der Verordnung über den Natur- und Heimatschutz (NHV; SR 451.1).

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 86

Wissenschaftlicher Name Wissenschaftlicher Name mit Lebensraumcode gemäss TypoCH (Delarze et al. 2015, siehe auch www.infoflora.ch).

Deutscher Name Bezeichnung der Lebensraumeinheit

Priorität Priorität 1 (sehr hoch), 2 (hoch), 3 (mittel), 4 (mässig), 0 (keine Priorität). Als national prioritär gelten alle Einheiten mit Prioritätsgrad 1 – 4, der sich aus der Kombination von Gefährdungsstatus und Verantwortung der Schweiz für die betreffende Einheit ableiten lässt.

Gefährdung Rote-Liste-Status (CR (Critically endangered / vom Verschwinden bedroht), EN (Endangered / stark gefährdet), VU (Vulnerable / gefährdet). Weniger bis gar nicht gefährdet bezeichnen die Kategorien NT (Near Threatened / potenziell gefährdet) und LC (Least Concern / nicht gefährdet). DD (Data Deficient / ungenügende Grundlage, d. h. nicht einschätzbar).

Verantwortung Verantwortung der Schweiz für den Lebensraum (im europäischen Kontext): 4 (sehr hoch), 3 (hoch), 2 (mittel), 1 (gering), 0 (keine), DD (nicht einschätzbar).

Massnahmenbedarf Bedarf nach Aufwertungsmassnahmen für den Lebensraum in Bezug zur ganzen Schweiz: 2 (klar), 1 (unsicher), 0 (kein).

Wissenschaftlicher Name mit Lebensraumcode gemäss TypoCH (Delarze et al. 2015, siehe auch www.infoflora.ch).

Quelle: überarbeitete Liste aus Delarze et al. 2013 (Technischer Bericht).

Siehe unter: www.bafu.admin.ch/uv-1709-d oder unter www.bafu.admin.ch > Thema Biodiversität > Fachinformationen > Zustand > Lebensräume

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 87

Waldgesellschaft Bezeichnung der Lebensraumeinheit (siehe Phyto­suisse auf www.infoflora.ch)

TypoCH Lebensraumcode des Lebensraumtyps gemäss TypoCH (Delarze et al. 2015), der die Waldgesellschaft umfasst oder ihr entspricht.

NaiS Entsprechung zur NaiS-Nummer (Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald, Frehner et al. 2005).

Priorität Priorität 1 (sehr hoch), 2 (hoch), 3 (mittel), 4 (mässig), 0 (keine Priorität). Als national prioritär gelten alle Einheiten mit Prioritätsgrad 1 – 4, der sich aus der Kombination von Gefährdungsstatus und Verantwortung der Schweiz für die betreffende Einheit ableiten lässt.

Gefährdung Rote-Liste-Status (CR (Critically endangered / vom Verschwinden bedroht), EN (Endangered / stark gefährdet), VU (Vulnerable / gefährdet). Weniger bis gar nicht gefährdet bezeichnen die Kategorien NT (Near Threatened / potenziell gefährdet) und LC (Least Concern / nicht gefährdet); DD (Data Deficient / ungenügende Grundlage, d. h. nicht einschätzbar).

Verantwortung Verantwortung der Schweiz für den Lebensraum (im europäischen Kontext): 4 (sehr hoch), 3 (hoch), 2 (mittel), 1 (gering), 0 (keine), DD (nicht einschätzbar).

Massnahmenbedarf Bedarf nach Aufwertungsmassnahmen für den Lebensraum in Bezug zur ganzen Schweiz: 2 (klar), 1 (unsicher), 0 (kein).

Quellen: übevrarbeitete Liste aus Delarze et al. 2013 (Technischer Bericht) und Imesch et al. 2015 (Waldbiodiversität).

Teil II Prioritäre Lebensräume der Schweiz. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 88

Code Lebensraumcode des ökomorphologisch-hydrologischen Klassifizierungssystems gemäss Schaffner et al. 2013 (BAFU Umwelt-Wissen Nr. 1329).

Bezeichnung Bezeichnung der Lebensraumeinheit

Priorität Priorität 1 (sehr hoch), 2 (hoch), 3 (mittel), 4 (mässig), 0 (keine Priorität). Als national prioritär gelten alle Einheiten mit Prioritätsgrad 1 – 4, der sich aus der Kombination von Gefährdungsstatus und Verantwortung der Schweiz für die betreffende Einheit ableiten lässt.

Gefährdung Rote-Liste-Status (CR (Critically endangered / vom Verschwinden bedroht), EN (Endangered / stark gefährdet), VU (Vulnerable / gefährdet). Weniger bis gar nicht gefährdet bezeichnen die Kategorien NT (Near Threatened / potenziell gefährdet) und LC (Least Concern / nicht gefährdet). DD (Data Deficient / ungenügende Grundlage, d. h. nicht einschätzbar).

Verantwortung Verantwortung der Schweiz für den Lebensraum (im europäischen Kontext): 4 (sehr hoch), 3 (hoch), 2 (mittel), 1 (gering), 0 (keine), DD (nicht einschätzbar).

Massnahmenbedarf Bedarf nach Aufwertungsmassnahmen für den Lebens­raum in Bezug zur ganzen Schweiz: 2 (klar), 1 (unsicher), 0 (kein).

Quelle: Delarze et al. 2013 (Technischer Bericht).

Anhang. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 89

Anhang Beteiligte Expertinnen, Experten und Institutionen

Organismengruppen und Lebensraumbereiche Beteiligte Experteninnen und Experten sowie Institutionen

Fauna Wirbeltiere Säugetiere (ohne Fledermäuse) Simon Capt, Info fauna – CSCF, Neuenburg (Mammalia) Bruno Stadler, Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern Martin Baumann, Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern Reinhard Schnidrig, Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern Thomas Briner, NMSO (Naturmuseum Solothurn), Solothurn

Fledermäuse Kim Krähenbühl, SSF – Stiftung Fledermausschutz Schweiz, (Chiroptera) Koordinationsstelle Ost (KOF), Zürich Hubert Krättli, SSF – Stiftung Fledermausschutz Schweiz, Koordinationsstelle Ost (KOF), Zürich Pascal Moeschler, Centre de coordination ouest pour l’étude et la protection des chauves-souris, Suisse (CCO), Genf Thierry Bohnenstengel – Centre de coordination ouest pour l’étude et la protection des chauves-souris, Suisse (CCO), Neuenburg

Vögel Verena Keller, Schweizerische Vogelwarte, Sempach (Aves) Reto Spaar, Schweizerische Vogelwarte, Sempach Niklaus Zbinden, Schweizerische Vogelwarte, Sempach Werner Müller, Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, Zürich Ueli Rehsteiner, Schweizer Vogelschutz SVS/Birdlife Schweiz, Zürich Raffael Ayé, Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, Zürich Kurt Bollmann, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), Birmensdorf ZH

Reptilien Andreas Meyer, Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilien- (Reptilia) schutz in der Schweiz (karch), Neuenburg

Amphibien Silvia Zumbach, Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilien- (Amphibia) schutz in der Schweiz (karch), Neuenburg

Fische und Rundmäuler Daniel Hefti und Diego Dagani, Bundesamt für Umwelt (BAFU), (Pisces, Cyclostoma) Bern Blaise Zaugg, Aquarius, Neuenburg

Wirbellose Allgemein Yves Gonseth, Info fauna – CSCF, Neuenburg

Christian Monnerat, Info fauna – CSCF, Neuenburg Käfer Yannick Chittaro, Info fauna – CSCF, Neuenburg (Coleoptera) Thomas Walter, Agroscope, Zürich

Grossschmetterlinge Yves Gonseth, Info fauna – CSCF, Neuenburg (Macrolepidoptera) Yannick Chittaro, Info fauna – CSCF, Neuenburg

Anhang. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 90

Organismengruppen und Lebensraumbereiche Beteiligte Experteninnen und Experten sowie Institutionen

Tagfalter (Rhopalocera) Yannick Chittaro, Yves Gonseth, Info fauna – CSCF, Neuenburg

Netzflügler (Neuroptera) Christian Monnerat, Info fauna – CSCF, Neuenburg Libellen (Odonata) Christian Monnerat, Info fauna – CSCF, Neuenburg Heuschrecken (Orthoptera) Christian Monnerat, Info fauna – CSCF, Neuenburg Eintagsfliegen (Ephemeroptera) Michel Sartori, Musée de zoologie, Lausanne André Wagner, Le Sentier

Steinfliegen (Plecoptera) Verena Lubini, Gewässerbiologie, Zürich Yves Gonseth, Info fauna – CSCF, Neuenburg

Köcherfliegen (Trichoptera) Verena Lubini, Gewässerbiologie, Zürich Yves Gonseth, Info fauna – CSCF, Neuenburg

Weichtiere (Mollusca) François Claude, Info fauna – CSCF, Neuenburg Jörg Rüetschi, Hinterkappelen Peter Müller, Zürich, Pascal Stucki, Neuenburg Heinrich Vicentini, Zürich

Grosskrebse (Decapoda) Daniel Hefti, Bundesamt für Umwelt BAFU, Bern Ruderfusskrebse (Copepoda) Pascal Moeschler, Muséum d’histoire naturelle de la Ville de Genève, Genf

Flora Gefässpflanzen (Samenpflanzen, Farne, Stefan Eggenberg und Sibyl Rometsch, Info Flora, Bern/Genf Bärlappe) (Tracheophyta)

Moose (Bryophyta) Norbert Schnyder und Heike Hofmann, Swissbryophytes – Nationales Daten- und Informationszentrum der Schweizer Moose, Universität Zürich - Institut für Systematische und Evolutionäre Botanik, Zürich

Armleuchteralgen (Charophyta, Charales) Dominique Auderset Joye, Université de Genève, Sciences de la Terre et de l’Environnement – Laboratoire d’Écologie et de Biologie Aquatique, Genf Arno Schwarzer, Büro ECOLO-GIS, Lüsslingen

Flechten und Pilze Baum- und erdbewohnende Flechten (Lichenes) Silvia Stofer, Christine Keller, Christoph Scheidegger, SwissLichens – Nationales Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flechten, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, Birmensdorf

Grosspilze (Macrofungi) Beatrice Senn-Irlet und Andrin Gross, SwissFungi – Nationales Daten- und Informationszentrum der Schweizer Pilze, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, Birmensdorf

Lebensraumbereiche

1.1 Stillgewässer Lionel Sager, Info Flora

Anhang. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 91

Organismengruppen und Lebensraumbereiche Beteiligte Experteninnen und Experten sowie Institutionen

1.2 Fliessgewässer Pascal Stucki, Aquabug, Neuenburg

Yves Gonseth, Fabien Fivaz, Info fauna – CSCF, Neuenburg

2 Ufer und Feuchtgebiete Ariel Bergamini, Eidg.Forschungsanstalt für Wald, Schnee und

Landschaft WSL, Birmensdorf

3 Gletscher, Gesteinsfluren und Felsen Raymond Delarze, Bureau d’études biologiques, BEB, Aigle

4 / 5 Grünland, Hochstaudenfluren, Gebüsche, Stefan Eggenberg, Info Flora, Genf und Bern Heiden Jodok Guntern, Forum Biodiversität, Bern

6 Wälder Peter Steiger, pulsatilla, Rodersdorf

7 / 8 Ruderal- und Ackerbegleitvegetation Gabriela Hofer, Agroscope, Zürich

Anhang. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 92

Verzeichnisse Abbildungen Abb. 13 Anteil der national prioritären 75 Lebensräume Abb. 1 Anteil der national prioritären 43 Arten Abb. 14 Verteilung der national 75 prioritären Lebensräume Abb. 2 Anteil der national prioritären 44 Arten pro Organismengruppe Abb. 15 Anteil der national prioritären 77 Lebensräume pro Lebensraumbereich Abb. 3 Verteilung der national 44 prioritären Arten Abb. 16 Anteil der national prioritären 78 Lebensräume bei Gewässern, Ufern Abb. 4 Verteilung der nationalen 45 und Feuchtgebieten Priorität der Arten nach Organismengruppe Abb. 17 Anteil der national prioritären 79 Abb. 5 Änderungen der 46 Waldgesellschaften in Wäldern Prioritätseinstufung im Vergleich 2011 und 2019 Abb. 18 Gefährdung der national 80 prioritären Lebensräume Abb. 6 Gefährdung der national 47 prioritären Arten Abb. 19 Gefährdung der national 81 prioritären Lebensräume pro Abb. 7 Verantwortung für national 48 Lebensraumbereich prioritäre Arten Abb. 20 Verantwortung für national 82 Abb. 8 Verantwortung für national 49 prioritäre Lebensräume prioritäre Arten nach Organismengruppe Abb. 21 Massnahmenbedarf für 83 Abb. 9 Massnahmenbedarf für 50 national prioritäre Lebensräume national prioritäre Arten Abb. 22 Massnahmenbedarf für 83 Abb. 10 Massnahmenbedarf für 51 national prioritäre Lebensräume national prioritäre Arten nach nach Lebensraumbereich Organismengruppe Abb. 23 Massnahmenbedarf für 84 Abb. 11 Anteil der national 52 national prioritäre Gewässerlebensräume prioritären Arten pro Lebensraumbereich Abb. 24 Massnahmenbedarf für 84 Abb. 12 Beurteilung des Risikos 69 national prioritäre Waldgesellschaften eines Verschwindens von Lebensräumen

Anhang. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 93

Tabellen Tab. 12 Lebensraumtypen pro 66 Lebensraumbereich Tab. 1 Kenntnisstand zu verschiedenen 15 Organismengruppen Tab. 13 Kategorien der Roten Liste der 68 (Liste nicht abschliessend) Lebensräume

Tab. 2 Fünfstufige Punkteskala für die 20 Tab. 14 Kategorien zur Bestimmung der 71 Gefährdungskategorien internationalen Verantwortung der Schweiz für die Lebensräume Tab. 3 Gefährdungskategorien der 21 Roten Listen Schweiz nach IUCN 2001 Tab. 15 Matrix für die 72 und den Roten Listen 1994 Prioritätsbestimmung bei den Lebensräumen

Tab. 4 Hilfstabelle zur Einschätzung 22 Tab. 16 Beschreibung der nationalen 73 des artspezifischen Gefährdungsgrades Prioritätskategorien aufgrund von Expertenwissen Tab. 17 Kriterien zur Einschätzung des 74 Tab. 5 Kategorien zur Bestimmung der 24 Massnahmenbedarfs bei Lebensräumen internationalen Verantwortung der Schweiz für den weltweiten (bzw. europäischen) Bestand einer Art Literatur

Tab. 6 Berechnungsskala zur 26 Das Literaturverzeichnis umfasst sowohl Prioritätsbestimmung und Beschreibung die Literatur für die Beurteilung der Arten der nationalen Prioritätskategorien und Lebensräume als auch weiterführende Literatur, auf die im Inhalt nicht speziell Tab. 7 Kriterien zur Einschätzung 27 hingewiesen wird. des Massnahmenbedarfs Auderset Joye D., Schwarzer A. 2012: Rote Tab. 8 Einstufung der Brutvogelarten 32 Liste Armleuchteralgen. Gefährdete Arten der gemäss ihrer Verantwortung / internationalen Schweiz, Stand 2010. Bundesamt für Umwelt Bedeutung (BAFU), Bern, und Laboratoire d’Écologie et de Biologie Aquatique (LEBA) de l’Université Tab. 9 Einstufung der Vögel in 33 de Genève. Umwelt-Vollzug 1213: 72 S. Prioritätsklassen BAFU (in Vorb.): Konzept Artenförderung Tab. 10 Übersetzung in die 33 Schweiz. Website BAFU>Biodiversität> Prioritätskategorien des Standardvorgehens Artenförderung

Tab. 11 Übersicht über die für die 38 BAFU 2011: Liste der National Prioritären Prioritätsbestimmung berücksichtigten Arten. Arten mit nationaler Priorität für die Wirbellosen-Gruppen und die angewendeten Erhaltung und Förderung, Stand 2010. Kriterien bzw. Abweichungen vom Standard- Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Vollzug vorgehen 1103: 132 S.

Anhang. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 94

BAFU 2012: Strategie Biodiversität Schweiz, Carron G., Wermeille E., Schiess H., Patocchi Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Diver- N. 2000: Programme national de conservation ses 1060: 89 S. des espèces prioritaires de Papillons diurnes (Rhopalocera et Hesperiidae) - Tagfalter- BAFU und BLW 2008: Umweltziele Landwirt- schutz in der Schweiz. Swiss Butterfly schaft. Hergeleitet aus bestehenden rechtli- Conservation (SBC), Neuenburg: 52 S. chen Grundlagen. Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Wissen 0820: 221 S. Clerc P., Truong C. 2012: Catalogue des lichens de Suisse. Bland L.M., Keith D.A., Miller R.M., Murray www.ville-ge.ch/musinfo/bd/cjb/catalogueli- N.J.; Rodriguez J.P. (eds.) 2016: Guidelines for chen [Version 2.0, 11.06.2012]. the application of IUCN Red List of Ecosystems Categories and Criteria, Version 1.0. Cordillot F., Klaus G. 2011: Zustand und IUCN, Gland, Switzerland: ix + 94 S. dx.doi. Entwicklung der gefährdeten Arten in der org/10.2305/IUCN.CH.2016.RLE.1.en Schweiz. Synthese Rote Listen. Stand 2010. Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern. Bohnenstengel T., Krättli H., Obrist M.K., Umwelt-Zustand 1120: 111 S. Bontadina F., Jaberg C., Ruedi M., Moeschler P. 2014: Rote Liste Fledermäuse. Gefährdete CSCF 2013 (unpubl.): Projet de liste rouge des Arten der Schweiz. Bundesamt für Umwelt écosystèmes de Suisse – Étude de faisabilité. (BAFU), Bern; Centre de Coordination Ouest Mandat de l’Office fédéral de l’environnement pour l’étude et la protection des chauves-sou- (OFEV/BAFU), Berne. Rapport inédit : 34 S. ris (CCO), Genève; Koordinationsstelle Ost für Fledermausschutz (KOF), Zürich; Schweizer Delarze R., Eggenberg S., Steiger P., Berga- Zentrum für die Kartografie der Fauna (CSCF), mini A., Guntern J., Hofer G., Sager L., Stucki Neuenburg; Eidgenössische Forschungsan- P. 2013: Liste der National Prioritären stalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), Lebensräume und Rote Liste der Lebensräu- Birmensdorf. Umwelt-Vollzug 1412: 95 S. me der Schweiz. Technischer Bericht im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), Boitani L., Mace G.M. & Rondinini C. 2014: Bern: 117 S. mit Anhängen (S. 118 – 390). Challenging the scientific foundations for an IUCN Red List of Ecosystems. Conservation Delarze R., Eggenberg S., Steiger P., Bergaletters. onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ mini A., Fivaz F., Gonseth Y., Guntern J., Hofer

conl.12111/epdf G., Sager L., Stucki P. 2016: Rote Liste der Lebensräume der Schweiz. Aktualisierte Bollmann K., Keller V., Müller W., Zbinden N. Kurzfassung zum technischen Bericht 2013 2002: Prioritäre Vogelarten für Artenförde- im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt rungsprogramme in der Schweiz. Ornithol. (BAFU), Bern: 33 S. Beob. 99: 301 – 320. Delarze R., Gonseth Y. 2008: Lebensräume Bornand C., Gygax A., Juillerat P., Jutzi M., der Schweiz. Ökologie – Gefährdung – Kennar- Möhl A., Rometsch S., Sager L., Santiago H., ten. 2. Aufl., Ott Verlag, Bern: 424 S. Eggenberg S. 2016: Rote Liste Gefässpflanzen. Gefährdete Arten der Schweiz. Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern, und Info Flora, Genf. Umwelt-Vollzug 1621: 178 S.

Anhang. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 95

Delarze R., Gonseth Y., Eggenberg S., Vust M. Listen der gefährdeten Tierarten der Schweiz. 2015: Lebensräume der Schweiz, Ökolo- Hrsg. Bundesamt für Umwelt, Wald und gie – Gefährdung – Kennarten. 3. Aufl. Ott Landschaft (BUWAL/BAFU), Bern: 48 – 51. Verlag, Bern: 456 S. Gonseth Y., Monnerat C. 2002: Rote Liste der Duelli P. 1994: Rote Listen der gefährdeten gefährdeten Libellen der Schweiz. Hrsg. Tierarten der Schweiz. Bundesamt für Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL/ (BUWAL/BAFU), Bern, und Schweizer Zent- BAFU), Bern. Vollzug Umwelt 9008: 93 S. rum für die Kartografie der Fauna (CSCF), Neuenburg. Vollzug Umwelt 9011: 46 S. Duelli P. 1994: Rote Liste der gefährdeten Netzflügler der Schweiz. In: Duelli P. 1994: Graf W., Lorenz A., de Figueroa J.M.T., Lücke Rote Listen der gefährdeten Tierarten der S., López-Rodríguez M.J., Davies C.E. 2009: Schweiz. Bundesamt für Umwelt, Wald und Distribution and ecological preferences of Landschaft (BUWAL/BAFU), Bern. Vollzug European freshwater organisms: Volume 2. Umwelt 9008: 64 – 65. Plecoptera. Sofia, Bulgaria, Pensoft Publishing: 262 S. Eggenberg S., Dalang T., Dipner M., Mayer C. 2001: Kartierung und Bewertung der Trocken- Graf W., Murphy J., Dahl J., Zamora-Munoz wiesen und -weiden von nationaler Bedeutung C., Lopez-Rodriguez M.J. 2008: Distribution ‒ Technischer Bericht. Bundesamt für Umwelt, and ecological preferences of European Wald und Landschaft (BUWAL/BAFU), Bern. freshwater organisms. Volume 1. Trichoptera. Schriftenreihe Umwelt 325: 252 S. Sofia-Moscow, Pensoft Publishing, 388 S.

Eggenberg S., Landolt E. 2006: Für welche Huber C., Marggi W. 2005: Raumbedeutsam- Pflanzenarten hat die Schweiz eine internati- keit und Schutzverantwortung am Beispiel der onale Verantwortung? Botanica Helvetica 116: Laufkäfer der Schweiz (Coleoptera Carabidae) 119 – 133. mit Ergänzung zur Roten Liste. Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Frehner M., Wasser B., Schwitter R. 2005: Gesellschaft 78: 335 – 397. Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald. Wegleitung für Pflegemassnah- Imesch N., Stadler B., Bolliger M., Schneider men in Wäldern mit Schutzfunktion. Bundes- O. 2015: Biodiversität im Wald: Ziele und amt für Umwelt, Wald und Landschaft Massnahmen. Vollzugshilfe zur Erhaltung und (BUWAL/BAFU), Bern. Vollzug Umwelt 7005. Förderung der biologischen Vielfalt im

564 S. Schweizer Wald. Bundesamt für Umwelt

(BAFU), Bern. Umwelt-Vollzug 1503: 186 S. Gerlach G., Duelli P., Gonseth Y., Capt S. 2002 (unpubl.): Elemente eines Artenschutzkonzep- IUCN 2001: IUCN Red List Categories and tes des Bundes. Erstellt im Auftrag des Criteria: Version 3.1. IUCN. Species Survival Bundesamts für Umwelt, Wald und Land- Commission. IUCN, Gland, Switzerland and schaft (BUWAL/BAFU), Bern: 37 S. Cambridge, U.K. ii + 30 p.

Gonseth Y. 1994: Rote Liste der gefährdeten IUCN 2012: Guidelines for Application of IUCN Tagfalter der Schweiz. In: Duelli P. 1994: Rote Red List Criteria at Regional and National

Anhang. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 96

Levels: Version 4.0. Gland, Switzerland and Keller W., Wohlgemuth T., Kuhn N., Schütz M., Cambridge, UK: IUCN: III+41 S. Wildi O. 1998: Waldgesellschaften der https://www.iucnredlist.org/fr/resources/ Schweiz auf floristischer Grundlage. Statiscategories-and-criteria tisch überarbeitete Fassung der «Waldgesellschaften und Waldstandorte der Schweiz» Keith D.A., Rodriguez J.P., Rodriguez-Clark von Heinz Ellenberg und Frank Klötzli (1972). K.M., Nicholson E., Aapala K. et al. 2013: Mitt. Eidg. Forschungsanst. WSL 73/2: 357 S. Scientific Foundations for an IUCN Red List of Ecosystems. PLoS ONE 8(5): e62111. Kirchhofer A., Breitenstein M., Zaugg B. 2007: www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/ Rote Liste der Fische und Rundmäuler der journal.pone.0062111 Schweiz. Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern, und Schweizer Zentrum für die Karto- Keller V., Ayé R., Müller W., Spaar R., Zbinden grafie der Fauna (CSCF), Neuenburg. N. 2010a: Die prioritären Vogelarten der Umwelt-Vollzug. 0734: 64 S. Schweiz: Revision 2010. Ornithol. Beob. 107: 265 – 285. Krättli H., Moeschler P., Stutz H.-P. B., Obrist M.K., Bontadina F., Bohnen­stengel T., Jaberg Keller V., Birrer S., Graf R., Schmid H., Spaar C. 2012: Konzept Artenförderung Fledermäu- R. 2007: Wichtige Vogelarten im Kanton se 2013 – 2020. Schweizerische Koordinati- Luzern – Eine Hilfe für die Prioritätensetzung onsstelle für Fledermausschutz, Genf und im Naturschutz. Schweizerische Vogelwarte, Zürich: 91 S. Sempach: 27 S. Krieglsteiner, G.J. (Hrsg.) 2000: Die Grosspilze Keller V., Bollmann K. 2001: Für welche Baden-Württembergs, Band 1. Ulmer, Stutt- Vogelarten trägt die Schweiz eine besondere gart: 632 S. Verantwortung? Ornithol. Beob. 98: 323 – 340. Lachavanne J.-B., Perfetta J., Noetzlin A., Keller V., Bollmann K. 2004: From Red Lists to Juge R., Lods-Crozet B. 1988: Étude chorolo- Species of Conservation Concern. Conserva- gique et écologique des macrophytes des lacs tion Biology 18: 1636 – 1644. suisses en fonction de leur altitude et de leur niveau trophique. 1976 – 1985, 2e édition. Keller V., Gerber A., Schmid H., Volet B., Rapport final FNRS, Université de Genève: Zbinden N. 2010b: Rote Liste Brut­vögel. 114 S. Gefährdete Arten der Schweiz. Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern, und Schweizerische Lepidopterologen-Arbeitsgruppe 1994: Vogelwarte, Sempach. Umwelt-Vollzug 1019: Tagfalter und ihre Lebensräume. Arten,

53 S. Gefährdung, Schutz. Band 1: Papilionidae, Pieridae, Nymphalidae, Satyridae, Libythei- Keller V., Zbinden N., Schmid H., Volet B. dae, Lycaenidae. 4. Auflage. Pro Natu- 2001: Rote Liste der gefährdeten Brutvogel- ra – SBN, Basel: 527 S. arten der Schweiz. Hrsg. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) und Lepidopterologen-Arbeitsgruppe 1997: Schweizerische Vogelwarte, Sempach. Vollzug Schmetterlinge und ihre Lebensräume. Arten, Umwelt: 75 S. Gefährdung, Schutz. Band 2: Hesperiidae, Psychidae, Heterogynidae, Zygaenidae,

Anhang. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 97

Syntomidae, Limacodidae, Drepanidae, Monnerat C., Thorens P., Walter T., Gonseth Y. Thyatiridae, Sphingidae. Pro Natura – SBN, 2007: Rote Liste der Heuschrecken der Basel: 679 S. Schweiz. Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern, und Schweizer Zentrum für die Karto- Lepidopterologen-Arbeitsgruppe 2000: grafie der Fauna (CSCF), Neuenburg. Schmetterlinge und ihre Lebensräume. Arten, Umwelt-Vollzug 0719: 62 S. Gefährdung, Schutz. Band 3: Nachfalter - Hepialidae, Cossidae, Sesiidae, Thyrididae, Monney J.-C., Meyer A. 2005: Rote Liste der Lasiocampidae, Lemonidae, Endromidae, gefährdeten Reptilien der Schweiz. Bundes- Saturniidae, Bombycidae, Notodontidae, amt für Umwelt, Wald und Landschaft Thaumetopoeidae, Dilobidae, Lymantriidae, (BUWAL/BAFU), Bern, und Koordinationsstel- Arctiidae. Pro Natura – SBN, Basel: 928 S. le für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (karch), Neuenburg. Vollzug Umwelt Lubini V., Sartori M., Wagner A., Vicentini H. 9013: 50 S. 2012: Rote Listen der gefährdeten Eintagsfliegen-, Steinfliegen- und Köcherfliegenarten Nievergelt B., Hausser J., Meylan A., Rahm U., der Schweiz. Hrsg. Bundesamt für Umwelt Salvioni M., Vogel P. 1994: Rote Liste der (BAFU), Bern, und Schweizer Zentrum für die gefährdeten Säugetiere der Schweiz (ohne Kartografie der Fauna (CSCF), Neuenburg. Fledermäuse). In: Duelli P. 1994: Rote Listen Umwelt-Vollzug 1212: 111 S. der gefährdeten Tierarten der Schweiz. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft Luka H., Marggi W., Huber C., Gonseth Y., (BUWAL/BAFU), Bern. Vollzug Umwelt 9008: Nagel P. 2009: Carabidae. Ecology-Atlas. 20 – 21. Schweizer Zentrum für die Kartografie der Fauna CSCF/SEG, Neuen­burg. Fauna helveti- Rote Liste der Höheren Krebse (Crustacea ca 24: 678 S. Decapoda, Astacidae). 2007. Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über Marggi W. 1994: Rote Liste der gefährdeten die Fischerei (VBGF; SR 923.01): Laufkäfer und Sandlaufkäfer der Schweiz. In: www.admin.ch/ch/d/sr/923_01/app1.html Duelli P. 1994: Rote Listen der gefährdeten Tierarten der Schweiz. Bundesamt für Rüetschi J., Stucki P., Müller P., Vicentini H., Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL/ Claude F. 2012: Rote Liste Weichtiere (Schne- BAFU), Bern: 55 – 59. cken und Muscheln). Gefährdete Arten der Schweiz, Stand 2010. Bundesamt für Umwelt Monnerat C., Barbalat S., Lachat T., Gonseth (BAFU), Bern, und Schweizer Zentrum für die

Y. 2016: Rote Liste der Prachtkäfer, Bockkä- Kartografie der Fauna (CSCF), Neuenburg. fer, Rosenkäfer und Schröter. Gefährdete Umwelt-Vollzug 1216: 148 S. Arten der Schweiz. Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern, Info fauna – Schweizer Zentrum Ruffo S., Stoch, F. (eds.) 2006: Checklist and für die Kartografie der Fauna (CSCF), Neuen- distribution of the Italian fauna. Memorie del burg; Eidg. Forschungsanstalt WSL, Birmens- Museo Civico di Storia Naturale di Verona, 2. dorf. Umwelt-Vollzug 1622: 118 S. serie, Sezione Scienze della Vita 17, incl. CD-ROM. ISBN 88-89230-09-6.

Anhang. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 98

Schaffner M., Pfaundler M., Göggel W. 2013: Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern und Fliessgewässertypisierung der Schweiz. Eine Eidg. Forschungsanstalt (WSL), Birmensdorf. Grundlage für Gewässerbeurteilung und – ent- Umwelt-Vollzug 0718: 92 S. wicklung. Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern. Umwelt-Wissen 1329: 63 S. Steiger P. 2010: Wälder der Schweiz. Von Lindengrün zu Lärchengold. Vielfalt der Scheidegger C., Clerc P., Dietrich M., Frei M., Waldbilder und Waldgesllschaften in der Groner U., Keller C., Roth I., Stofer S.,Vust M. Schweiz. Mit einer Übersicht über Verbreitung 2002: Rote Liste der gefährdeten baum- und und Häufigkeit der Waldgesellschaften der erdbewohnenden Flechten der Schweiz. Schweiz. 4. Aufl. Hep-Ott-Verlag, Bern: Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft 462 S. (BUWAL/BAFU), Bern, Eidg. Foschungsanstalt (WSL), Birmensdorf, Conservatoire et Steinicke H., Henle K., Gruttke H. 2002: Jardin botaniques de la Ville de Genève Einschätzung der Verantwortlichkeit Deutsch- (CJBG). Vollzug Umwelt 9010: 124 S. lands für die Erhaltung von Tierarten am Beispiel der Amphibien und Reptilien. Natur Schmidt B.R., Zumbach S. 2005: Rote Liste und Landschaft 77: 72 – 80. der gefährdeten Amphibien der Schweiz. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft Strasburger E. (Begr.), Bresinsky A., Körner (BUWAL/BAFU), Bern, und Koordinationsstel- Ch., Kadereit J.W., Neuhaus G., Sonnewald U. le für Amphibien- und Reptilienschutz in der 2008: Lehrbuch der Botanik. 36. Auflage. Schweiz (karch), Neuenburg. Vollzug Umwelt Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg: 9012: 48 S. 1176 S.

Schnittler M., Günther K.F. 1999: Central Tschudin P., Eggenberg S., Fivaz S., Jutzi M., European vascular plants requiring priority Sanchez A., Schnyder N., Senn-Irlet B., conservation measures – an analysis from Gonseth Y. 2017: Endemiten der national Red Lists and distribution maps. Schweiz – Methode und Liste. Schlussbericht Biodiversity and Conservation 8: 891 – 925. im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU), Bern: 37 S. Schnittler M., Ludwig G. 1996: Zur Methodik der Erstellung Roter Listen. In: Ludwig G., Turner H., Wüthrich M., Rüetschi J. 1994: Rote Schnittler M. (Hrsg.). Rote Liste gefährdeter Liste der gefährdeten Weichtiere der Schweiz. Pflanzen Deutschlands. Schriftenreihe für In: Duelli P. 1994: Rote Listen der gefährdeten Vegetationskunde: 709 – 739. Tierarten der Schweiz. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL/ Schnyder N., Bergamini A., Hofmann H., BAFU), Bern. Vollzug Umwelt 9008: 75 – 79. Müller N., Schubiger-Bossard C., Urmi E. 2004: Rote Liste der gefährdeten Moose der Walter T., Chittaro Y., Hoess R., Marggi W. Schweiz. Bundesamt für Umwelt, Wald und 2016: Agonum (Olisares) hypocrita (Apfelbeck, Landschaft (BUWAL/BAFU), Bern, FUB und 1904): Nachweise in der Schweiz und Festle- NISM, Zürich. Vollzug Umwelt 9007: 99 S. gung des Rote Liste-Status sowie der nationalen Priorität (Coleoptera, Carabidae). Senn-Irlet B., Bieri G., Egli S. 2007: Rote Liste Mitteilungen der Schweizerischen Entomoloder gefährdeten Grosspilze der Schweiz. gischen Gesellschaft 89: 147 – 160.

Anhang. Liste der National Prioritären Arten und Lebensräume © BAFU 2019 99

Welk E. 2002: Arealkundliche Analyse und Bewertung der Schutzrelevanz seltener und gefährdeter Gefässpflanzen Deutschlands. BfN, Bonn. Schriftenreihe Vegetationskunde 37: 338 S.

Wermeille E., Chittaro Y., Gonseth Y. 2014: Rote Liste Tagfalter und Widderchen. Gefährdete Arten der Schweiz. Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern, und Schweizer Zentrum für die Kartografie der Fauna (CSCF), Neuenburg. Umwelt-Vollzug 1403: 97 S.

Zbinden N., Biber O. 1989: Die Entwicklung der Vogelwelt in der Schweiz. Schweizerische Vogelwarte, Sempach: 40 S.