Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet. Keiner der 1 zitierenden Entscheide wurde ausgewertet.

44 II 223

40. Urteil der II, Zivilabteilang vom 10. Juli 1918 i..S. Scherer.

Geltung des Art. 63 Ziff. 2 und 3 OG fir das kantonale Entmindigungsverfahren. — Art. 374 ZGB. Recht einer zu entmtndigenden Person auf rechtliches Gehér vor erster und Zweiter Instanz. Erfordernis der amtlichen Feststellung ihrer Anhòrung. — Beweislast im Verfahren uber Entmiindigung wegen Misswirtschaft.

Sachverhalt

A. — Der Beschwerdefiihrer, der Landwirt ist, wurde durch Entscheid des Gemeinderates von Rémerswil vom 27./29. August 1910 unter Beistandschaft gestellt und diese Massnahme durch Entscheid des Regierungsrates von Luzern vom 25. Februar 1911 bestatigt. Als Grund der. Beistandschaftsbestellung wurde dabei festgestellt, dass Scherer sein Land und namentlich seinen Viehstand vernachlassige, wodurch er Gefahr laufe sein Vermògen einzubiissen. Er halte einen im Verhaltnisse zur Grosse .seines Landes von 3 Jucharten ungeniigenden Viehstand und aus einer Strafuntersuchung wegen Tierqualerei habe sich ergeben, dass seine Stallordnung und Reinlichkeit zu wiinschen iibrig lassen und zwei Kiihe abgemagert seien. Auch sei am 1. August noch Heu auf dem Felde gelegen. Durch Entscheid vom 7. Februar 1918 steilte der Gemeinderat von Ròmerswil den Beschwerdefiihrer unter Vormundschaft «unter den gleichen Griinden wie sub. 3. August 1910 nach § 2 Abs. 2 und § 12 des Vormundschaftsgesetzes ». Gegen diesen Entscheid beschwerte sich Scherer beim Regierungsrate mit dem Gesuche ihn als unbegriindet zu erklàren. Er beruft sich darauf, dass seine Verhaltnisse sich gegeniber 1910 dadurch wesentlich ge4ndert hatten, dass er sein Land an seinen Bruder verpachtet habe gegen einen Pachtzins von 1800 Fr. pro Jahr. Er arbeite bei seinem Bruder und mache ordentliche Ersparnisse. Die nétigen Verbesserungen an seinem Hause werde er in Dbesseren Zeiten

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Art. 374 — der Erlass wurde am 1. Januar 2000, 1. Januar 2001, 1. März 2002, 1. Januar 2003, 1. April 2003, 1. Januar 2004, 1. April 2004, 1. Juni 2004, 1. Juli 2004, 1. Januar 2005, 1. Juni 2005, 1. Januar 2006, 1. Januar 2007, 1. Mai 2007, 1. Juli 2007, 1. Dezember 2007, 1. Januar 2008, 1. Juli 2008, 5. Dezember 2008, 1. Januar 2010, 1. Februar 2010, 1. Januar 2011, 1. Januar 2012, 1. Januar 2013, 1. Juli 2013, 1. Juli 2014, 1. Januar 2016, 1. April 2016, 1. Januar 2017, 1. September 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2020, 1. Juli 2020, 1. Januar 2021, 1. Januar 2022, 1. Juli 2022, 1. Januar 2023, 23. Januar 2023, 1. September 2023, 1. Januar 2024, 1. Januar 2025, 1. Januar 2026 und 1. Juli 2026 erneut konsolidiert.

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