Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet. Keiner der 4 zitierenden Entscheide wurde ausgewertet.

55 III 173

44. Entscheid vom 11. Dezember 1929 i. S. Schweizer.

ZGB Art. 586: SchKG Art. 49, 59; Während der Dauer des öffentlichen Erbsecehaftsinventars ist die Betreibung anch für die aus der Verwaltung der Erbschaft entstandenen Schulden ausgeschiossen.

Art. 586 CC : 49 et 59 LP. Pendant l'inventaire, même les dettes relatives à l’adrministration de la succession ne peuvent faire Pobjet d’une poursuite.

Art. 586 codice civile : 49 e 59 LEF. Durante l’inventario non è lecita l’esecuzione anche per debiti derivanti dall’ amministrazione della. successione.

Am 17. September 1929 verlangten die Erben des am 12. gleichen Monats verstorbenen Jos. Küng das öffentliche Tnventar. Das vom Erblasser geführte Geschäft wurde vom Sohne Wilhelm Küng fortgesetzt. Am 23. September hoben die Rekurrenten, die in diesem Geschäft angestellt gewesen waren, gegen die « Erbmasse Jos. Küng sel. » Betreibungen an für « Entscbädigung wegen gesetzwidriger Entlassung laut Schreiben vom 19. » (bezw. 17.) « September 1929 » mit dem Beifügen : € Es handelt sich hier um laufende Verbindlichkeiten der Erbmasse und nicht etwa um Schulden des Herrn J. Küng sel. Daher ist diese Forderung von der das Geschäft weiterführenden Masse zu bezahlen und es kann hiefür gegen dieselbe trotz des Rechtsstillstandes während des öffentlichen Inventars Betreibung eingeleitet werden, weil diese Forderung eben nicht im Inventar anzumelden is. » bungsbegehren keine Folge. Hiegegen haben die Rekurrenten Beschwerde geführt und diese nach Abweisung durch die kantonale Aufsichtsbehörde an das Bundesgericht weitergezogen.

Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zieht

Erwägungen

Die Rekurrenten machen geltend, Art. 586 ZGB schliesse nach sgeinem Wortlaute während der Dauer des öffentlichen Inventars die Betreibung nur für die Schulden des Erblassers aus und nicht auch für die aus der Verwaltung der Erbschaft durch die vorläufigen Erben entstandenen Schulden. Allein neben der angeführten Vorschrift greift auch noch Art. 59 SchKG Platz, wonach hinsichtlich der Betreibung für Erbeschaftsschulden während der für Antritt oder Ausschlagung der Erbschaft eingeräumten Überlegungsfrisb Rechtsstillstand besteht. Hier wird also die von den Rekurrenten verfochtene Unterscheidung meht gemacht. (Und zwar kann sich diese Vorschrift entgegen BLUMENSTEIN, Handbuch S. 209 und Zeitschrift des Bernischen Juristenvereins 48 Ss. 321, eigentlich gerade nur auf die Betreibung gegen die Erbschaft beziehen, da eine Betreibung gegen den vorläufigen Erben überhaupt von vorneherein nicht in Frage kommt, was auch BLUMENSTEIN als selbstverständlich erachtet. Wieso von den in Art. 49 SchKG für die Betreibung der Erbschaft verlangten Voraussetzungen diejenige, dass die Teilung nicht erfolgt und eine vertragliche Gemeinderschaft nicht gebildet ist, regelmässig schon soforb nach Ablauf der Überlegungsfrist nicht mehr zutreffen werde, wie BLUMENSTEIN meint, is unerfindlich.) Übrigens spricht der Wortlaut des Art. 586 ZGB nicht eindeutig für die Auffassung der Rekurrenten, indem im französischen Text von den dettes de la succession die Rede und die Terminologie überhaupt keine feste ist (vgl. Art. 474, 518, 560,

565. 5, 581, 586, 589, 592, 593, 603, 610, 615, 639, 640, wo die Ausdrücke Schulden des Erblasgsers, Erbschaftsschulden,

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Art. 586 — der Erlass wurde am 1. Januar 2000, 1. Januar 2001, 1. März 2002, 1. Januar 2003, 1. April 2003, 1. Januar 2004, 1. April 2004, 1. Juni 2004, 1. Juli 2004, 1. Januar 2005, 1. Juni 2005, 1. Januar 2006, 1. Januar 2007, 1. Mai 2007, 1. Juli 2007, 1. Dezember 2007, 1. Januar 2008, 1. Juli 2008, 5. Dezember 2008, 1. Januar 2010, 1. Februar 2010, 1. Januar 2011, 1. Januar 2012, 1. Januar 2013, 1. Juli 2013, 1. Juli 2014, 1. Januar 2016, 1. April 2016, 1. Januar 2017, 1. September 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2020, 1. Juli 2020, 1. Januar 2021, 1. Januar 2022, 1. Juli 2022, 1. Januar 2023, 23. Januar 2023, 1. September 2023, 1. Januar 2024, 1. Januar 2025, 1. Januar 2026 und 1. Juli 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Art. 49 und Art. 59 — der Erlass wurde am 1. Januar 1997, 1. Januar 2001, 1. April 2003, 1. Juli 2004, 1. Januar 2005, 1. Januar 2007, 1. Juli 2007, 1. Januar 2008, 1. Januar 2010, 1. Dezember 2010, 1. Januar 2011, 1. Februar 2011, 1. September 2011, 1. Januar 2012, 1. Januar 2013, 1. Januar 2014, 1. Januar 2016, 1. Juli 2016, 1. Januar 2017, 28. März 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2020, 20. Oktober 2020, 1. August 2021, 1. Januar 2023, 1. Juli 2024, 1. Januar 2025 und 1. Januar 2026 erneut konsolidiert.

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