Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet. Keiner der 3 zitierenden Entscheide wurde ausgewertet.

63 II 39

- 38 Prozessrecht, NS® 10, Da es sich somit nicht um eine Zivilrechtsstreitigkeit handelt, is die Berufung an das Bundesgericht nicht gegeben. :

Dispositiv

Demnach erkennt das Bundesgericht :

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

10. Anuezug aus dem Urteil doer I. Zivilabteilung vom 2. Februar 1937 i. S. Promer und Grober gegen Spar- und Leihblkasso des Amtebezirks Laufen.

Berufung und staatsrechtliche Beschwerde.

Werden Berufung (oder zivilrechtliche Beschwerde) und staatsrechtliche Beschwerde in derselben Sache ergriffen, so sind für jedes der beiden Rechtsmittel die gesetzlich vorgesehenen Formen zu wahren, insbesondere sind getrennte Eingaben zu machen.

…… Ausserdem sind Berufung und staatsrechtliche Beschwerde in einer einzigen Eingabe vereinigt, was nicht zulässig ist. Es handelt sich dabei um zwei verschiedene, sgelbständige Rechtsmittel, die deshalb auch getrennt in den vom Gesetze vorgesehenen Formen eingereicht werden müssen. In einem Falle wie dem vorliegenden, wo die staatsrechtliche Beschwerde neben der Berufung ergriffen ist und sich gegen Verstösse im Beweisverfahren richtet, wird nach einem vom Bundesgerichte im Jahre 1934 beschlossenen Zusatze zum Gerichtsreglement allerdings auch die staatsrechtliche Beschwerde von der Zivilabteilung beurteilt, die sich mit der Berufung befasst (und das Gleiche gilt, wenn neben der staatsrechtlichen Beschwerde noch eine zivilrechtliche vorliegt). Diese, übrigens nur versuchsweise getroffene Regelung betrifit aber ausschliesslich die interne Geschäftsverteilung am Gerichte, durch die an der Selbständigkeit der beiden Rechtsmittel und am Erfordernis getrennter Eingaben nichts geändert wird. Das Bundesgericht hat das auch in seinem Geschäftsbericht an die Bundesversammlung für das Jahr 1934 ausdrücklich festgestellt (S. 2) : « Die Meinung ist dabei, dass wie bisher die staatsrechtliche Beschwerde selbständig in den hiefür vorgesehenen Formen erhoben und begründet werden muss, also nicht mit der Berufung verbunden werden darf ».

11. Das Schweizerische Bundesgericht an dio kantonalen JustizdireEtionen zuhanden der praktizierenden Rechtsanwälte ihres Kantons.

Die Bestimmung in Art. 81 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG), wonach das Bundegsgericht ausnahmsweise nicht an die tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Instanz gebunden ist, wenn gie mit dem Inhalt der Akten in Widerspruch stehen, wird vielfach missbräuchlich benützt, um irgendwie unbequeme Tatsachenfeststellungen des kantonalen Urteils vor Bundesgericht als aktenwidrig anzugreifen. Dreissig und mehr « Aktenwidrigkeitsrügen » im nämlichen Prozess sind keine Seltenheit. Die Anfechtungen sind fast ausnahmslos völlig unbegründet, müssen aber vom Bundesgericht im einzelnen untersucht werden, das dadurch in weitem Umfange zu einer ihm nicht zustehenden Nachprüfung der kantonalen Tatbestandsfeststellungen und angesichts der Unbegründetheit der Rügen zu gänzlich unfruchtbarer Arbeit gezwungen ist.

Das Bundesgericht stellt fest, dass eine Aktenwidrigkeit im Sinne des Art. 81 OG nur vorliegt, wenn eine für die rechtliche Entscheidung des Valles bedeutsame tatsächliche Annahme der kantonalen Instanz mit einem ganz bestimmten Aktenstücke in unverträglichem Widerspruch steht. Feststellungen des kantonalen Urteils, die auf einer, wenn auch vorweggenommenen (antizipierten) Würdigung der Beweismittel oder Indizien beruhen, können nicht als aktenwidrig angefochten werden.

Künftiger Missbrauch des Vorbehaltes aus Art. 81 OG durch Erhebung offensichtlich unbegründeter Aktenwid- 40 Prozegsrecht. N° LI, rigkeitsrügen : wird durch disziplinarische Massnahmen gegen die schuldige Partei oder gegen ihren Vertreter, der dem Gerichte gegenüber für eine ordnungsgemässe Prozessführung verantwortlich ist, geahndet werden.

Lausanne, den 27. Februar 1937.

Lo Tribunal fédéral suisse auz Départoments de jnstice-cantonauxz pour être communiqué aux avocats pratiquants du Canton.

L'article 81 de lorganisation judiciaire permet exceptionnellement au Tribunal fédéral de revoir les constatations de fait du juge cantonal lorsqu’elles sont contraires aux pièces du dossier, Les recourants abusent fréquemment de ce moyen pour attaquer des constatations qui leur sont simplement désavantageuses. Il n’est pas rare de voir articuler jusqu’à trente prétendues « contrariétés » dans le même procès. Or, ces griefs sont presque toujours dépourvus de fondement. Le J uge est néanmoins obligé de les examiner un à un, et il doit de la sorte s’astreindre à un travail stérile, puisqu’il est amené à exercer un contrôle qui, en réalité, à raison du mal-fondé du grief, 1 ne lui appartient Pas.

Le Tribunal fédéral rappelle qu’il n’y a de contrariété avec les pièces du dossier dans le sens de l’art. 81 que lorsqu’une constatation du jugement attaqué, importante pour l’appréciation juridique du litige, est inconciliable avec telle pièce déterminée du dossier. Des constatations qui reposent sur une appréciation, même anticipée, des preuves ou des indices ne sauraient être contraires aux pièces du dogssier.

Le Tribunal prendra done à l’avenir des mesures disciplinaires contre la partie ou son représentant, responsable de la conduite du procès, qui abuseraient du moyen résgervé à l’art. 81.

. Lausanne, le 27 février 1937.

11 Tribunale federale svizzaro ai Dipartimenti cantonali di giustizia perchè sí trasmetta agli avvocati esercenti nel Cantone.

L’art. 81 della legge federale sull’organizzazione giudiziaria federale permette eccezionalmente al Tribunale federale di sindacare gli accertamenti di fatto dell’istanza cantonale, quand’essi giano in contraddizione col contenuto degli atti. Gli appellanti abusano frequentemente di questa disposizione par impugnare accertamenti di fatto che non tornano loro comodi, Di trenta 0 più costatazioni di fatto sí pretende, talora e non di rado, nella medesima causa, che sarebbero inconciliabili con gli atti. Siffatti appunti mancano quasiíi sgempre d’ogni fondamento. Essi devono tuttavia essere vagliati a uno a uno dal Tribunale federale, il quale è così costretto ad un riesame approfondito, che non gli compete, dei fatti quali accertati dall’ultima istanza cantonale : lavoro che il difetto di fondamento delle critiche rende completamente sterile.

T1 Tribunale federale ritiene che vi è contraddizione con gli atti a’ sgensì dell’art. 81 OGF solo quando una costatazione di fatto dell’istanza cantonale, rilevante per la soluzione giuridica del litigio, è manifestamente ed ass80- lutamente incompatibile con un atto ben determinato dell’inserto. Non può esservi contraddizione con gli atti quando una costatazione sía basata sul libero apprezzamento, anche se anticipato, delle prove o degli indizi.

Il Tribunale federale prenderà in avvenire dei provvedimenti disciplinari contro la parte o contro il patrocinatore (responsabile verso il giudice della corretta condotta della causa) che sí serviranno abusivamente della facoltà concessa dall’art. 81 OGF.

Losanna, 27 febbraio 1937.

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Bundesgesetz über die Organisation der Bundesrechtspflege, Art. 81 — der Erlass wurde am 1. März 2000, 1. Januar 2001, 1. Februar 2001, 1. März 2001, 1. Januar 2002, 1. Juni 2002, 1. August 2002, 1. Januar 2003, 1. Dezember 2003, 1. Januar 2004, 1. April 2004, 1. Mai 2004, 1. Februar 2005 und 1. Juli 2006 erneut konsolidiert.

Zitiert in