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7. Entscheid der Anklagekammer vom 22. März 1943
Sachverhalt
I. i. S, Bezirksamt Alttoggenburg gegen Bezirksamt Münchwilen.
1. Wer selbstgefälschte Waren in Verkehr bringt, is nur des Inverkehrbringens gefälschter Waren (Art. 154 StGB), nicht _ ausserdem der Warenfälschung (Art. 1538 StGB) schuldig.
2. Wird in einem solchen Falle die Ware an einem anderen Orte als dem der Fälschung in Verkehr gebracht, s0 gilt der Gerichtsestand des Árt. 346 Abs. 2 StGB. Die Anklage mer kann in anaáloger Anwendung des Ark. 263 BStrÞP (Art. 399 lit. e StGB) einen anderen Gerichtsstand bestimmen. Sie tut es, wenn glich as Schwergewicht der atrafbaren Tätigkeit anderwärts and.
1. Celui qui met en circulation des marchandises qu’il a lui-même faleifiées n’esb coupable que de mise en circulation de marchandises falsifióes (art. 154 CP), non pas en outre de falsification de marchandises (art. 153 CP).
2. Si en pareil cas la marchandise est mise en circulation dans un autre lieu que celui où elle a été falaifiée, le for se détermine gelon l’art. 346 al. 2 CP. La Chambre d’accusation peut, en appliquant par analogie l’art. 263 PPF (art. 399 lité. e CP), Verfahren, N® 7. 41 désigner un auire for. Elle le fera sií le centre de l’activité délictueuse se trouve ailleurs.
1. Chi mette in circolazione merci, ch'egli stesso ha falsificate, è colpevole soltanto di messa in circolazione di merci falsificate (art 154 CP) e non anche di falsificazione di merci (art. 153 ).
2. Se, in un tale caso, la merce è messa in circolazione in un altro luogo che in quello ov’èò stata falsificata, il foro sí determina 8econdo l’art. 346 cp. 2 CP. La Camera d’accusa può designare un altro foro, applicando per analogia l’art. 263 PPF (art. 399 lett. e CP). Essa lo designerà, se il centro principale dell’attività punibile si trova altrove.
A. Am 17. Februar 1943 erhob das Gemeindeammannamt Fischingen, Kanton Thurgau, in der im gleichen Kanton gelegenen Käserei Sonnenthal-Oberwangen eine Probe der von Landwirt Jakob Meier in Schönau-Kirchberg, Kanton St. Gallen, gemolkenen Milch. Es stellte Wasserzusatz fesb und reichte beim Bezirksamt Alttoggenburg, Kanton St. Gallen, Strafanzeige ein.
B. — Das Bezirksamt Alttoggenburg hält sich für unzuständig. Es vertritt die Auffasgsung, entweder liege Realkonkurrenz zwisgchen Warenfälschung (Art. 153 StGB) und Inverkehrbringen gefälschter Waren (Art. 154 StGB) vor, dann seien die Behörden des Kantons Thurgau zuständig, weil sie die Untersuchung zuerst angehoben hätten, oder es bestehe zwischen beiden Normen Gesetzeskonkurrenz, wobei die Tat nur nach der umfassenderen Norm des Art. 154 StGB bestraft werden könne, also im Kanton Thurgau begangen sei.
Das -Bezirksamt Münchwilen, Kanton Thurgau, will die Strafverfolgung ebenfalls nicht anhand nehmen. Es gagt, der Besgchuldigte habe sich im Kanton St. Gallen der Warenfälschung schuldig gemacht, im Kanton Thurgau dagegen nur eine straflose Nachtat begangen.
C. — Das Bezirksamt Alttoggenburg ersucht die Anklagekammer zu entscheiden.
Die Ankiagekammer hat erwogen :
1. — Árt. 153 und 154 StGB sind an Stelle der Árt. 36 und 37 des Bundesgesetzes vom 8. Dezember 1905 betref-