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15. Urteil der IL. Zivilabteilung vom 8. Juni 1944 i. S. Bucher O A.-G. gegen SUVAL.
Abtösung einer Dienstbarkeit durch den Richter. Voraussetzung :
Grundlegende Änderung der Sach- und Interessenlage. Der Wunsch des belasteten Eigentümers, ein dicht an die BauhöheLimite heranreichendes, reparaturbedürftiges Flachdach durch ein höheres Ziegeldach zu ersetzen, berechtigt ihn nicht zum Ablösungsbegehren. Der Dienstbarkeitsberechtigte allein hat sein Interesse am servitutesgemässen Status quo zu bewerten ; es kann auch ein blosses Liebhaberinteresse sein (Art. 736 ZGB). .
Libération judiciaire d’une servitude. La condition en est une modi- _ fication profonde dans la situation des lieux et les intérêts en présence. Toit-terrasse confinant à la limite. de hauteur fixée par une servitude : le désir du propriétaire de remplacer ce toit qui a besoin de réparations par un toit incliné plus élevé ne lFautorise pas à réclamer la libération de la servitude. L’ayant droit est seul juge de son intérêt au maintien du statu quo ; il peut s’agir d’un simple intérêt d'affection (art. 736. CC).
La cancellazione d’una servitùà in forza di sentenza giudiziale Presuppone una modifica profonda della situazione dei luoghi e degli interessi in presenza. Il desiderio del proprietario gravato di sostituire, con un tetto inclinato di tegole più alto, un tetto pianó bisognevole di riparazioni, che raggiunge il limite di äáltezza fissato da una servitù, non lo autorizza a chiedere la “ Caticellazione della servitù. Il proprietario del fondo dominante ò #0lo giudice del esuo interesso al mantenimento dello síatu uo ; può trattarsi anche d’un semplice intereesse d'’affezione (art. 736 CC).
Sachverhalt
A. — Im Jalre 1911 verkauften die Eigentümer des Fluhmattlandes in Luzern, Geschwister Ambühl, eine Sachenrecht. No I5. 37 Parzelle dieses Landes an Blasius Muth und errichteten dabei zugunsten des ihnen verbleibenden Bodens und zulasten der verkauften Parzelle eine Dienstbarkeit, welche die zulässige Firsthöhe für Bauten auf letzterer auf die Höhenkote 457,56 m beschränkte. Im Jahre 1913 ging das berechtigte Grundstück an die SUVAL über, die 1914/15 darauf ihr Verwaltungsgebäude errichtete. Auf dem belasteten Grundstück erstellte die Erwerberin, Firma C. J. Bucher A.-G., ihr Druckereigebäude, dessen Flachdach bis auf 40 cm an die Baulimite Kote 457,56 m heranreicht, während ein Lifthäusgchen 1,20 m über diese Anfangs 1943 reichte die C. J. Bucher A.-G. bei der Baudirektion der Stadt Luzern ein Bauprojekt ein, wonach" das schadhaft gewordene Flachdach durch ein gewöhnliches Ziegeldach ersetzt werden sollte, dessen grösste Firsthöhe um 4,10 m über der geltenden Baulimite läge. Der seitens der SUVAL und Dritter erhobene öfentlichrechtliche Baueinspruch wurde vom Stadtrat abgewiesen, der die Ersetzung des unschönen Flachdaches durch ein Ziegeldach vom ästhetischen Standpunkt aus als begrüssenswert erklärte. Der privatrechtliche Baueinspruch der SUVAL bildete den Gegenstand der vorliegenden Klage der C. J. Bucher A.-G. mit dem Begehren, jener sei als unbegründet. zu beseitigen, die Dienstbarkeit betr. Baubesgchränkung sei im Sinne der erteilten Baubewilligung ohne Entschädigung teilweise abzulösgen und im Grundbuch neu einzutragen, und der Klägerin sei das Recht auf Schadenersatz von Fr. 30.— für jeden Tag der ungerechtfertigten Verzögeruüg der Bauausführung und allfälligen weitern Schadet zu wahren. Die SUVAL verlangte Abweisung dér Klage.
B. — Sowohl] ai Amtagericht Luzern-Stadt als das Obergericht des Kantons Luzern haben die Voraussetzungen zur Ablösung. der Servitut nach Art. 736 ZGB als nicht gegeben erklärt und die Klage abgewiesen.
- QC. — Mit der vorliegenden Berufung hält die. Klägerin