Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet. Keiner der 4 zitierenden Entscheide wurde ausgewertet.

72 III 44

44 Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 14.

non, si sia in presenza di fatti irrevocabili, quali la realizzazione di beni pignorati e il riparto della somma ricavata.

In concreto non si è in presenza di fatti irrevocabili : sitcome il pignoramento è stato completamente infruttuoso, nessun bene ha potuto essere venduto ai pubblici incanti. Nulla si oppone quindi all'annullamento dell’attestato di carenza di beni, come ha chiesto il Rossi. Contrariamente a quanto dichiara la sentenza 26 dicembre 1918 su ricorso Cattani (RU 44 III 196), l'attestato di carenza di beni non accerta soltanto come l’esecuzione sia stata liquidata, ma fa anche nascere pel creditore il diritto di sequestrare beni del debitore (art. 271, cifra 5 LEF) e di proporre contro terzi l’azione rivocatoria (art.285, cifra 1 LEF). Sta bene che nel fattispecie la nullità dell'attestato di carenza di beni è radicale e quindi sempre opponibile al creditore che volesse valersi di esso. Ma il ricorrente ha un notevole interesse ad ottenere un’espressa dichiarazione della nullità, specialmente perchè l’attestato di carenza di beni è stato pubblicato nel Foglio officiale cantonale. si

Il ricorrente chiede inoltre la pubblicazione dell’annullamento dell’attestato di carenza di beni. Questa misura esce però dal quadro della procedura esecutiva e non può quindi essere ordinata da questa Camera per mancanza di competenza.

La Camera d'esecuzione e dei fallimenti pronuncia : Il ricorso è ammesso nel senso che l’attestato di carenza di beni nell’esecuzione n.° 76653 dell’Ufficio di Lugano a carico della « Ditta Carugati Paolo e Rossi Riccardo » è annullato. °° 14. Auszug aus dem Entscheide vom 28. Juni 1946 i. S. Keller.

Im Widerspruchsverfahren iber Rechte 'an Grundstiicken ist ohne Riicksicht auf den Gewahrsam derjenige zur Klage aufzufordern, dessen Rechtsbehauptung den Eintragungen im Grund: buch widèrspricht (Anderung der Rechtsprechuug).

Wird ein Miteigentumsanteil gepfindet, der laut Grundbuch dem Schuldner zusteht, so ist demgemiss die Klagefrist nicht dem Glàubiger, sondern den andern Miteigentiimern anzusetzen, wenn sie behaupten, der Schuldner habe am Grundstiick in Wirklichkeit kein Miteigentum, oder es komme ihm ein kleinerer Anteil als der im Grundbuch angegebene zu.

Lorsque la procédure de revendication a pour objet un droit sur un immeuble, la question de possession ne joue pas de réle ; la sommation d’ouvrir action doit étre adressée è celui dont l’allégation est contraire aux inscriptions du registre foncier. (Changement de juri dence.) Lorsque ia saisie a porté sur une part de copropriété qui, d’après le registre foncier, appartient au débiteur, le délai doit par conséquent étre assigné non pas au créancier mais aux propriétaires des autres parts qui prétendraient que le débiteur ne possède pas de droit sur l’immeuble cu que sa part est inférieure è celle qui est indiquée dans le registre foncier.

Se la procedura di riveridicazione concerne un diritto su un immobile, la questione del possesso è irrilevante ; la diffida a promuovere azione dev'essere indirizzata a colui, la cui allegazione è contraria alle iscrizioni nel registro fondiario. sCambiamento di giurisprudenza.) — i Se il pignoramento colpisce una parte di comproprietà che, giusta il registro fondiario, appartiene al debitore, il termine non dev'essere quindi assegnato al creditore, ma ai proprietari delle altre parti che pretendono che il debitore non possiede diritti sull'immobile o che la sua parte è inferiore a quella ‘ indicata nel registro fondiario. . 0 In der Betreibung des Arnold Keller gegen Simi Guggenheim pfindete das Betreibungsamt Bremgarten am 15. Marz 1946 auf Verlangen des Gl&ubigers den dem Schuldner zustehenden Miteigentumsanteil zu einem Drittel an der Liegenschaft Marktgasse Nr. 67 in Bremgarten, die laut Grundbuch dem Schuldner und seinen beiden o Onkeln Louis und Emil Guggenheim als Miteigentiimern zu je einem Drittel gehòrt. Daraufhin teilten Louis und Emil Guggenheim dem Betreibungsamte mit, dass sie einen Anspruch des Schuldners « nur auf den Steigerungserlòs (gemeint : auf den Erlòs aus der Versteigerung der Liegenschaft) anerkennen und zwar nur zur Hilfte auf den Erlòs, soweit er Fr. 45,000.— iibersteigt ».

In der am 26. Màrz 1946 zugestellten Pfindungsurkunde bemerkte das Betreibungsamt, dass Louis und Emil Giggenheim auf den gepfiindeten Miteigentumsanteil 46 Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 14.

Anspruch erbeben und nur den Rechtsanspruch des Schuldners auf die Hilfte des allfallig den Betrag von Fr. 45,000.— ilbersteigenden Erléses anerkennen, und setzte dem Gliubiger « gestiitzt auf Art. 23 Abs. 4 VZG » Frist zur Klage auf Aberkennung des Anspruchs von Louis und Emil Guggenheim (Art. 109 SchKG}).

.Gegen diese Klagefristsetzung beschwerte sich der Gl&ubiger. Das Bundesgericht hebt sie auf mit folgender Begruindung :

Wie die kantonalen Instanzen mit Recht angenommen haben, ist der Streit dariiber, ob Louis und Emil Guggenheim Rechte besitzen, die der Verwertung des gepftndeten Miteigentumsanteils zugunsten des Gliubigers entgegenstehen, im Widerspruchsverfahren auszutragen. © Beim Entscheide dariiber, ob nach Art. 106/107 oder nach Art. 109 SchKG vorzugehen sei, hat die Vorinstanz aus der Tatsache, dass nur Louis und Emil Guggenheim die in Frage stehende Liegenschaft benutzen und bewohnen, den Schluss gezogen, dass diese Liegenschaft nicht im Gewahrsam des Schuldners, sondern nur in demjenigen von Louis und Emil Guggenheim stehe. Deshalb hat sie die Kligerrolle nach Art. 109 SchKG dem Gliubiger zugewiesen. Auf die Eintragungen im Grundbuch hat sie bei der Verteilung der Parteirollen nicht abgestellt. Zu Unrecht.

a) Wer im Grundbuch oder in einem das Grundbuch ganz oder teilweise ersetzenden kantonalen Register (Art. 46 bezw. 48 SchIT des ZGB) als Inhaber eines Rechts an einem Grundstiick eingetragen ist, hat die Vermutung fùr sich, dass das betreffende Recht ibm wirklich zustehe (Art. 937 Abs. 1 ZGB), und kann im Grundbuch iiber das Recht verfiigen (Art. 963, 964 ZGB). Der Umstand, dass jemand eine Liegenschaft bewohnt oder sonstwie benutzt, also dariber in tatsichlicher Hinsicht die Verfigungsgowalt innehat, fallt demgegeniber im Geltungsbereiche des Grundbuchsystems bei der Beurteilung der Rechtsverhéltnisse an der betreffenden Liegenschaft (von den Fillen der Aneignung und der Ersitzung abgesehen) iiberhaupt nicht ins Gewicht und hat bei der Verfigung iiber das Recht nichts zu bedeuten. Bei der Verteilung der Parteirollen im Widerspruchsprozess iiber das Eigentum an Grundstiicken (und bei der Parteirollenverteilung im Lastenbereinigungsprozess) kann es daher, soweit das Grundbuch oder ein Ersatzregister iiber das streitige Recht Auskunft gibt, nicht auf die rein tatsichliche Verfiigungsgewalt, also den Gewahrsim im iiblichen Sinne ankommen, sondern die Eintragung im Grundbuch oder im Ersatzregister muss den Ausschlag geben. Diese Eintragung bildet fiir die Gestaltung des Widerspruchsverfahrens ilber Rechte an Grundstiicken das einfache und zugleich der Billigkeit entsprechende Kriterium, wie die Art. 106 ff. SchKG es ihrem Grundgedanken nach fordern.

b) Im Anschluss an Entscheidungen, die vor dem Inkrafttreten des ZGB ergangen waren (BGE 30 I 221 f., 37 I 328 oben = Sep.ausg. 7 S. 77 f., 14 S. 157 oben), hat das Bundesgericht freilich noch in den Jahren 1912 und 1928 erklàrt, bei Liegenschaften sei wie bei beweglichen Sachen grundsàtzlich der Gewahrsam massgebend, und die Registereintragung begriinde nur eine widerlegbare Vermutung dafir, dass derjenige, auf dessen Namen die Liegenschaft eingetragen sei, den Gewahrsam daran habe (BGE 38 I 280 f. = Sep.ausg. 15 S. 97 f., BGE 54 III 191

Sachverhalt

E. i). Diese Rechtsprechung lisst sich jedoch umso weniger aufrechterhalten, als die Vorschriften der VZG vom 23. April 1920 und der Verordnung iiber die Pfindung und Verwertung von Anteilen an Gemeinschaftsvermigen vom 17. Januar 1923 unzweideutig bestitigen, dass sich bei Inzidenzstreitigkeiten ilber Rechte an GrundStiicken die Parteirollen nach den Eintragungen im Grundbuch zu richten haben.

Nach Art. 8 VZG vollzieht das Betreibungsamt die Grundstiickspfindung auf Grund der Angaben im Grund- 48 Schuldbétreibungs- und Konkursrecht. N° 14.

buch. Grundstiicke, die im Grundbuch auf einen andern Namen als denjenigen des Schuldners eingetragen sind, diirfen nach Art. 10 VZG (von dem in Ziff. 2 erwàhnten Soniderfall abgesehen) nur gepfindet werden, wenn der Glaubiger glaubhaft macht, dass das Grundstiick trotz dem anders lautenden Eintrag dem Schuldner gehòrt, und zwar gilt dies ganz unabhingig davon, ob der Schuldner an der Liegenschaft den kéòrperlichen Gewahrsam habe oder nicht. Mit dieser Regelung wire es unvertriglich, wenn fir das Widerspruchsverfahren dann doch der Gewahrsam und nicht der Grundbucheintrag massgebend wiire. Art. 9 der Anleitung zur VZG schreibt denn auch vor, dass bei der Pfindung eines nicht auf den Namen des Schuldners eingetragenen Grundsticks dem Gl&ubiger Frist zur Klage gegen den im Grundbuch Eingetragenen anzusetzen sei. Dem Grundbucheintrag wird hier also die Bedeutung beigelegt, die sonst dem Gewahrsam zukommt. Ist im Grundbuch der Schuldner als Miteigentiimer eines Grundstiickes eingetragen, und behauptet der Glàubiger, dass dem Schuldner ein weitergehendes Recht zustehe, als aus dem Grundbuch hervorgeht, so ist gemiss Art. 23 Abs. 4 VZG im Anschluss an die Pfindung ihm (dem Gliubiger) Frist zur Klage gegen die als Miteigentiimer Eingetragenen zu setzen. Entsprechend bestimmt Art. 4 der Verordnung iiber die Pfindung und Verwertung von Gemeinschaftsanteilen, dass dann, wenn auf Begehren des Gliubigers ein Miteigentumsanteil des Schuldners an einem Grundstilck gepfindet wird, woran dieser nach dem Grundbuch die Rechte eines Gesamteigentilmers besitzt, dem Glaàubiger Frist zur Klage gegen die andern im Grundbuch eingetragenen Gesamteigentimer zu setzen sei. Auch hier wird also die Kligerrolle demjenigen zugeteilt, der die Eintragungen im Grundbuch gegen sich hat. Schliesslich bestimmt Art. 39 VZG firr das mit dem Widerspruchsverfahren verwandte Lastenbereinigungsverfahren, beim Streit iiber ein im Grundbuch eingetragenes Recht, dessen Bestand oder Rang vom Eintrag abhénge, sei die Kligerrolle demjenigen zuzuweisen, der eine Abinderung oder die Lòschung des Rechtes verlange.

Alle diese Bestimmungen sind Einzelanwendungen des Grundsatzes, dass bei der Auseinandersetzung ilber Rechte an Grundstiicken derjenige zur Klage aufzufordern ist, dessen Rechtsbehauptung den Eintragungen im Grundbuch zuwiderliuft. Insbesondere folgt aus Art. 23 Abs. 4 VZG durch Gegenschluss, dass im Falle der Pfindung des laut Grundbuch dem Schuldner zustehenden Miteigentumsanteils die Klagefrist den andern Miteigentimern anzusetzen ist, wenn sie behaupten, der Schuldner habe an der Liegenschaft in Wirklichkeit kein Miteigentum, oder es komme ihm ein kleinerer Anteil als der im Grundbuch angegebene zu (so auch Haag N. 16 zu Art. 646 ZGB).

c) Bei Miteigentum fiele im ibrigen der Gewahrsam im iiblichen Sinne als Kriterium fiir die Parteirollenverteilung auch schon deswegen ausser Betracht, weil mit Bezug auf einen Miteigentumsanteil von solchem Gewahrsam iberhaupt nicht die Rede sein kann. Es miisste also wie beim ‘Widerspruchsverfahren iber Forderungen und sonstige Anspriiche auf den Rechtsschein abgestellt werden (BGE 67 III 52,70 III 38), und dieser spricht gegen die Miteigentimer, die das im Grundbuch eingetragene Anteilsrecht des Schuldners bestreiten, auch wenn sie und nur sie die tatsiichliche Herrschaft iber das betreffende Grundstiick ausiiben. Indem die Vorinstanz beim Entscheid dariiber, wie das Widerspruchsverfahren iber den Miteigentumsanteil des Schuldners zu gestalten sei, auf den Gewahrsam an der Liegenschaft selbèr abstellte, hat sie zudem ausser acht gelassen, dass der Mitéigentumsanteil und die Sache, an der Miteigentum bestelit, verschiedene Dinge sind.

Im vorliegenden Falle ist nach alledem die Klagefrist nicht dem Glitibigèt; sondern Louis und Emil Guggenheim anzusetzei; dié nicht gelten lassen wollen, dass dem Schuldnet de? im Grundbuch eingetragene Miteigentumsanteil zu einem. Drittel wirklich zustehe.

‘ AS 72 II — 1946

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Art. 937, Art. 963 und Art. 964 — der Erlass wurde am 1. Januar 2000, 1. Januar 2001, 1. März 2002, 1. Januar 2003, 1. April 2003, 1. Januar 2004, 1. April 2004, 1. Juni 2004, 1. Juli 2004, 1. Januar 2005, 1. Juni 2005, 1. Januar 2006, 1. Januar 2007, 1. Mai 2007, 1. Juli 2007, 1. Dezember 2007, 1. Januar 2008, 1. Juli 2008, 5. Dezember 2008, 1. Januar 2010, 1. Februar 2010, 1. Januar 2011, 1. Januar 2012, 1. Januar 2013, 1. Juli 2013, 1. Juli 2014, 1. Januar 2016, 1. April 2016, 1. Januar 2017, 1. September 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2020, 1. Juli 2020, 1. Januar 2021, 1. Januar 2022, 1. Juli 2022, 1. Januar 2023, 23. Januar 2023, 1. September 2023, 1. Januar 2024, 1. Januar 2025, 1. Januar 2026 und 1. Juli 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Art. 106 und Art. 109 — der Erlass wurde am 1. Januar 1997, 1. Januar 2001, 1. April 2003, 1. Juli 2004, 1. Januar 2005, 1. Januar 2007, 1. Juli 2007, 1. Januar 2008, 1. Januar 2010, 1. Dezember 2010, 1. Januar 2011, 1. Februar 2011, 1. September 2011, 1. Januar 2012, 1. Januar 2013, 1. Januar 2014, 1. Januar 2016, 1. Juli 2016, 1. Januar 2017, 28. März 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2020, 20. Oktober 2020, 1. August 2021, 1. Januar 2023, 1. Juli 2024, 1. Januar 2025 und 1. Januar 2026 erneut konsolidiert.
  • Verordnung des Bundesgerichts über die Zwangsverwertung von Grundstücken, Art. 8, Art. 10, Art. 23 und Art. 39 — der Erlass wurde am 1. Januar 2012 erneut konsolidiert.

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