Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet. Keiner der 3 zitierenden Entscheide wurde ausgewertet.

72 IV 23

10. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 1. Februar 1946 i. S. Buser gegen Staatsanwaltschaft des Kantons BaselStadt.

Die Fälschung von Rationierungeausweisen (Lieferantencoupons) ist nach 4ri. 261 Ziff. 2 SiGB, nicht nach Ari. 245 oder Art. 246, zu bestrafen.

La contrefaçon de titres de rationnement (coupons de fournissours) - tombe sous le coup de l’art. 231 ch. 2 CP, non eous le coup de Part. 245 ou de Vart, 246.

La falsificazione di documenti di razionamento (tagliandi per fornitori) è punita dall’art. 251, cifra 2 CP, e non dall’art. 245 o dall'art, 246 CP.

Buser, Geschäfteführer eines Lebensmittelgeschäüftes, gab einer Fälscherbande einen Lieferantencoupon für 100 kg Zucker, damit síe ibn als Vorlage für die Herstellung falscher Coupons verwende, und nahm hernach einen der tons Basgel-Stadt würdigte die Tat als Fälschung öffentlicher Urkunden. Buser führte Nichtigkeitsbeschwerde mit dem Antrag, statt des Árt. 251 Ziff. 2 StGB gei Art. 245 SGB anzuwenden.

Erwägungen

Der Beschwerdeführer macht mit Recht nicht geltend, dass die Välschung der Rationierungsausweise nach Árt.246 StGB hätte bestraft werden sollen. Nach dieser Bestimmung ist strafbar, wer amtliche Zeichen fälscht, welche die Behörde an einem Gegensiand anbringt, um das Ergebnis einer Prüfung oder um eine Genehmigung festzustellen, - z. B. Stempel der Gold- und Silberkontrolle, Stempel der FVleischschauer, Marken der Zollverwaltung. Rationierungsausweise Sind nicht solche Zeichen.

Unter Art. 245 StGB sodann würde die Tat fallen, wenn Rationierungsgausweise « amtliche Wertzeichen » wären. Die Bestimmung nennt als Beispiel die Posbmarken und die Stempel- oder Gebührenmarken. Daraus ergibt sich, dass gie nur für Zeichen gilt, welche eines ähnlichen Schutzes bedürfen wie Geld und Banknoten, weil sie in beschränktem Umfange als Zahlungsmittel verwendet werden odér zur Bescheinigung einer Zahlung dienen (vgl. ZÜRCHER, Erläuterungen zum Vorentwurf 1908, 318 f.). Art. 245 folgt denn auch unmittelbar den Bestimmungen über die Geldfälschung und ist mit ihnen unter ein und demselben Titel zueammengefasst. Rationierungsausweise dienen weder als Zahlungsmittel noch zur Bescheinigung einer Zahlung und lauten denn auch nicht wie Post-, Stempel-, Gebührenmarken und ähnliche Wertzeichen auf einen Geldbetrag. Sie verleihen ibrem Inbaber das Recht zum Bezug einer Ware. Durch die Fälschung von Rationierungsausweisen werden nicht wie durch die Fälschung amtlicher Wertzeichen finanzielle Interessen verletzt, sondern die Pplanmässìge Verteilung der verfügbaren Ware wird. gestört. An diesem grundsätzlichen Unterschiede ändert der Umstand nichts, dass Rationierungsausweise gleich wie amt-

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Schweizerisches Strafgesetzbuch, Art. 231 und Art. 245 — der Erlass wurde am 1. Januar 1995, 1. Februar 1997, 1. September 1997, 1. Januar 1998, 1. April 1998, 1. Januar 1999, 1. März 2000, 1. Mai 2000, 1. Juli 2000, 15. Dezember 2000, 1. Januar 2002, 1. April 2002, 1. Juli 2002, 1. Oktober 2002, 1. April 2003, 1. Dezember 2003, 1. Januar 2004, 1. März 2004, 1. April 2004, 1. Juli 2004, 1. August 2004, 1. Januar 2005, 1. Februar 2005, 1. Januar 2006, 1. April 2006, 1. Juli 2006, 1. Dezember 2006, 1. Januar 2007, 1. Januar 2008, 1. Juni 2008, 1. August 2008, 1. Oktober 2008, 5. Dezember 2008, 1. Januar 2009, 1. Februar 2009, 1. April 2009, 1. Januar 2010, 1. Dezember 2010, 1. Januar 2011, 1. Juli 2011, 1. Oktober 2011, 1. Januar 2012, 1. Juli 2012, 16. Juli 2012, 1. Oktober 2012, 1. Januar 2013, 19. März 2013, 1. April 2013, 1. Mai 2013, 1. Juli 2013, 1. Januar 2014, 1. Juli 2014, 1. Januar 2015, 1. Januar 2016, 1. Juli 2016, 1. Oktober 2016, 1. Januar 2017, 11. Juli 2017, 1. September 2017, 12. Dezember 2017, 1. Januar 2018, 1. März 2018, 1. März 2019, 1. Juli 2019, 1. November 2019, 1. Februar 2020, 3. März 2020, 1. Juli 2020, 1. Juli 2021, 1. Januar 2022, 1. Juni 2022, 22. November 2022, 1. Januar 2023, 23. Januar 2023, 1. Juli 2023, 1. August 2023, 1. September 2023, 6. Dezember 2023, 1. Januar 2024, 1. Juli 2024, 1. Januar 2025, 1. August 2025, 1. Januar 2026 und 12. Juni 2026 erneut konsolidiert.

Zitiert in