Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet. Keiner der 1 zitierenden Entscheide wurde ausgewertet.

1B_527/2011

1B_527/2011

Rubrum

{T 0/2}

Urteil vom 21. Oktober 2011

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,

Bundesrichter Aemisegger, Merkli,

Gerichtsschreiber Forster.

Verfahrensbeteiligte

X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn, Barfüssergasse 28, Postfach 157, 4502 Solothurn.

Gegenstand

Beschlagnahmung,

Beschwerde gegen das Urteil vom 16. September 2011 des Obergerichts des Kantons Solothurn, Beschwerdekammer.

Erwägungen

1.

Zur Beschwerde in Strafsachen ist nur befugt, wer ein rechtlich geschütztes Interesse hat an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides (Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG). Für die Anfechtung von strafprozessualen Zwischenentscheiden, insbesondere vorsorglichen Beschlagnahmungen, verlangt das Gesetz ausserdem einen drohenden nicht wieder gutzumachenden Rechtsnachteil (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG).

2.

Wie sich aus den Akten ergibt, führt die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn eine Strafuntersuchung gegen X.________ wegen des Verdachts von Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Anbau von Hanfpflanzen bzw. Cannabisprodukten mit unzulässig hohem THC-Gehalt). Am 11. August 2011 verfügte die Staatsanwaltschaft die Beschlagnahme von ca. 2'000 Hanfpflanzen (vgl. Art. 377 Abs. 1 i.V.m. Art. 263 ff. StPO). Im Rahmen eines von ihr eröffneten selbstständigen Einziehungsverfahrens (Art. 376-378 StPO i.V.m. Art. 69-70 StGB) erliess die Staatsanwaltschaft am 5. September 2011 einen Einziehungsbefehl zulasten der beschlagnahmten Hanfpflanzen (Art. 377 Abs. 2 StPO).

Eine vom Beschuldigten gegen die Beschlagnahmeverfügung vom 11. August 2011 erhobene Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Solothurn, Beschwerdekammer, mit Urteil vom 16. September 2011 ab. Dagegen gelangte der Beschuldigte mit der vorliegenden Beschwerde in Strafsachen vom 23. September 2011 an das Bundesgericht.

Gegen den Einziehungsbefehl vom 5. September 2011 erhob der Beschuldigte am 15. September 2011 separat Einsprache bei der Staatsanwaltschaft (gemäss Art. 377 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. Art. 354 StPO). Diese leitete die Einsprache am 19. September 2011 an das Richteramt Bucheggberg-Wasseramt weiter, welches die Einsprache mit Entscheid vom 28. September 2011 abwies und die Einziehung und Vernichtung der beschlagnahmten Hanfpflanzen verfügte (vgl. Art. 377 Abs. 4 Satz 2 i.V.m. Art. 355-356 StPO und Art. 69-70 StGB). Gegen den selbstständigen richterlichen Einziehungsbeschluss erhob der Beschuldigte am 4. Oktober 2011 Beschwerde beim Obergericht des Kantons Solothurn (vgl. Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO). Dieses gewährte der Beschwerde mit Verfügung vom 5. Oktober 2011 die aufschiebende Wirkung.

3.

Bei dieser Sachlage besteht kein schutzwürdiges Interesse daran, dass der Beschwerdeführer die vorsorgliche (sichernde) Beschlagnahmeverfügung vom 11. August 2011 (Art. 377 Abs. 1 StPO) bzw. den betreffenden Beschwerdeentscheid des Obergerichtes vom 16. September 2011 auch noch separat beim Bundesgericht anficht. Der Rechtsschutz gegen die von ihm beanstandete unrechtmässige Vernichtung der Hanfpflanzen (bzw. gegen deren Wertverlust wegen Verderbnis) kann im hängigen selbstständigen Hauptverfahren betreffend Einziehung ausreichend gewährleistet werden. Wie sich aus den Akten ergibt, wurde dem entsprechenden kantonalen Rechtsmittel denn auch (am 5. Oktober 2011) die aufschiebende Wirkung zuerkannt. Darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 11. Oktober 2011 (Ziff. 2) einen sachgerechten Vorschlag unterbreitet für eine vorläufige Ernte und Lagerung der beschlagnahmten Hanfware (unter sichernden Auflagen). Insofern droht im vorliegenden Verfahren auch keinerlei nicht wieder gutzumachender Rechtsnachteil.

4.

Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten.

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Dispositiv

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.

Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.

Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer sowie der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Solothurn, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Oktober 2011

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Forster

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Schweizerisches Strafgesetzbuch, Art. 69 und Art. 70 — gelesen in der Fassung vom 1. Oktober 2011; der Erlass wurde am 1. Januar 2012, 1. Juli 2012, 16. Juli 2012, 1. Oktober 2012, 1. Januar 2013, 19. März 2013, 1. April 2013, 1. Mai 2013, 1. Juli 2013, 1. Januar 2014, 1. Juli 2014, 1. Januar 2015, 1. Januar 2016, 1. Juli 2016, 1. Oktober 2016, 1. Januar 2017, 11. Juli 2017, 1. September 2017, 12. Dezember 2017, 1. Januar 2018, 1. März 2018, 1. März 2019, 1. Juli 2019, 1. November 2019, 1. Februar 2020, 3. März 2020, 1. Juli 2020, 1. Juli 2021, 1. Januar 2022, 1. Juni 2022, 22. November 2022, 1. Januar 2023, 23. Januar 2023, 1. Juli 2023, 1. August 2023, 1. September 2023, 6. Dezember 2023, 1. Januar 2024, 1. Juli 2024, 1. Januar 2025, 1. August 2025, 1. Januar 2026 und 12. Juni 2026 erneut konsolidiert.
  • Schweizerische Strafprozessordnung, Art. 263, Art. 354, Art. 355, Art. 356, Art. 376, Art. 377, Art. 378 und Art. 393 — gelesen in der Fassung vom 1. Juli 2011; der Erlass wurde am 1. Juli 2012, 1. Oktober 2012, 1. Februar 2013, 12. März 2013, 1. April 2013, 1. Mai 2013, 21. Januar 2014, 1. Juli 2014, 25. November 2014, 1. Januar 2015, 1. Januar 2016, 1. Juli 2016, 1. Oktober 2016, 1. Januar 2017, 1. September 2017, 1. Januar 2018, 1. März 2018, 1. Januar 2019, 1. März 2019, 1. Februar 2020, 1. März 2021, 1. Juli 2021, 1. Juli 2022, 1. Januar 2023, 23. Januar 2023, 1. Juli 2023, 1. August 2023, 1. Januar 2024, 1. Juli 2024 und 1. April 2025 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über das Bundesgericht, Art. 66, Art. 81 und Art. 93 — gelesen in der Fassung vom 1. April 2011; der Erlass wurde am 5. Dezember 2011, 1. Januar 2012, 1. April 2012, 1. Oktober 2012, 1. Januar 2013, 1. Februar 2013, 1. Juli 2013, 1. Januar 2014, 1. Juli 2014, 1. August 2014, 1. November 2015, 1. Januar 2016, 1. Januar 2017, 1. April 2017, 1. Juni 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2021, 1. Januar 2022, 1. Juli 2022, 1. Januar 2024, 1. Februar 2024, 1. Juli 2024, 1. Januar 2025, 1. April 2026 und 13. Mai 2026 erneut konsolidiert.

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