Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet.

O2013_004

Unbedingtes Replikrecht

Rubrum

Auszug aus dem Entscheid des Präsidenten des Bundespatentgerichts i.S. A. AG gegen B. AG vom 15. August 2013

Regeste: Art. 6 EMRK; Art. 29 Abs. 1 und 2 BV; unbedingtes Replikrecht. Zur Beförderung des Verfahrens kann für die Wahrung des unbedingten Replikrechts eine Verhandlung angeordnet werden.

Art. 6 CEDH; Art. 29 al. 1 et al. 2 Cst.; droit inconditionnel à la réplique. Dans le but d'accélérer la procédure, des débats peuvent être ordonnés afin de garantir le droit inconditionnel des parties à la réplique.

Art. 6 CEDU; Art. 29 cpv. 1 e cpv. 2 Cost.; diritto incondizionato di replica. Per favorire l’avanzamento della procedura può essere ordinato un dibattimento a tutela dell’incondizionato diritto di replica garantito alle parti.

Art. 6 ECHR; Art. 29 para. 1 and 2 Cst; unconditional right to reply. In order to accelerate the proceeding, a debate may be ordered for the purpose of guaranteeing the unconditional right to reply.

Aus den Erwägungen

Mit Eingabe vom 26. Juni 2013 hat die Beklagte die Klage anerkannt und sich zu den Kosten- und Entschädigungsfolgen geäussert. Hierzu hat die Klägerin mit Eingabe vom 22. Juli 2013 Stellung genommen und die von ihr beantragte Parteientschädigung beziffert und begründet, wozu sich nun die Beklagte ihrerseits mit Eingabe vom 9. August 2013 (hier eingegangen am 14. August 2013) äussert. Angesichts des sogenannten unbedingten Replikrechts (BGE 138 III 252 E. 2.2; 133 I 98 E. 2.2; vgl. auch Urteil des EGMR in Sachen Joos gegen Schweiz vom 15.11.2012 §§ 30-32) sowie "Schweizerisches Bundesgericht - Schriftenwechsel und freiwillige Bemerkungen", http://www.bger.ch/emrk_text_d.pdf) kann dieser Austausch von Stellungnahmen unbeschränkt weitergehen. Um dem im Sinne einer beförderlichen Erledigung des Verfahrens ein Ende zu setzen und um gleichzeitig die Rechte der Parteien zu wahren, wird der Klägerin Frist bis 29. August 2013 angesetzt, um mitzuteilen, ob sie sich zur Eingabe der Beklagten vom 9. August 2013 äussern will. Ist dies der Fall, werden die Parteien zu einer Verhandlung vorgeladen, wo die Stellungnahme der Klägerin (und allfällige weitere Stellungnahmen der Parteien) abschliessend mündlich erfolgen können.

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Art. 2 und Art. 29 — gelesen in der Fassung vom 3. März 2013; der Erlass wurde am 9. Februar 2014, 18. Mai 2014, 14. Juni 2015, 1. Januar 2016, 12. Februar 2017, 24. September 2017, 1. Januar 2018, 23. September 2018, 1. Januar 2020, 1. Januar 2021, 7. März 2021, 28. November 2021, 13. Februar 2022, 1. Januar 2024 und 3. März 2024 erneut konsolidiert.
  • Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten, Art. 6 — gelesen in der Fassung vom 23. Februar 2012; der Erlass wurde am 1. August 2021, 1. Februar 2022 und 16. September 2022 erneut konsolidiert.