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Dunkelziffer bei Unfällen. Wie wird mehr Transparenz geschaffen?
Wortlaut
In der Studie "MEDUSA: Methodik zur differenzierten Quantifizierung der Dunkelziffer der Strassenverkehrsunfälle in der Schweiz" wird für 2021 von 77'000 Verletzten ausgegangen, während nur rund 20'500 Fälle von der Polizei erfasst wurden. Die Publikation "Sicherheitsniveau und Unfallgeschehen
im Strassenverkehr 2022" geht bei den Velofahrenden sogar davon aus, dass fast 9 von 10 Unfälle nicht registriert werden. Die hohe Dunkelziffer erschwert die Erarbeitung von gezielten Massnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.
Wir danken dem Bundesrat für die Beantwortung folgender Fragen:
1. Wie beurteilt der Bundesrat die hohe Dunkelziffer bei Unfällen, insbesondere beim Veloverkehr?
2. Die MEDUSA-Studie macht verschiedene Vorschläge, um die Dunkelziffer zu senken. Dabei geht es um die Auswertung vorhandener Daten oder Befragungen. Wie beurteilt der Bundesrat diese Vorschläge respektive wird er eine Methodik erarbeiten um die Dunkelziffer zu senken?
3. Wie wird die hohe Dunkelziffer bei der Erarbeitung von Massnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit berücksichtigt?
Stellungnahme des Bundesrates
1-3: Die amtliche Strassenverkehrsunfall-Statistik wird zweimal jährlich vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) herausgegeben und basiert auf den polizeilich erfassten Unfallmeldungen. Ob ein Unfall gemeldet wird, hängt insbesondere von der Schwere des Unfalls, der Art der Verkehrsteilnahme (z.B. Fahrrad oder Auto) und dem Unfallhergang ab. Bei geringfügigen Verletzungen und Sachschäden muss gemäss Verkehrsregelverordnung keine polizeiliche Meldung erfolgen. Dies trifft insbesondere auf Alleinunfälle – unter anderem von Fahrradfahrenden – zu. Der Bundesrat berücksichtigt diese Gegebenheiten bei der Entwicklung von Verkehrssicherheitsmassnahmen. So fördert er zum Beispiel die Verkehrsentflechtung der Infrastruktur und reduziert damit Unfallrisiken.
2: Der Bundesrat beurteilt viele der Vorschläge zur Senkung der Dunkelziffer aus dem MEDUSA-Forschungsbericht als wertvoll. Im Rahmen seiner Teilstrategie Verkehrssicherheit prüft das ASTRA aktuell deren Umsetzbarkeit, im Einklang mit dem Datenschutz.