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Wirkung der differenzierten Preisgrenze für Sekundärregelenergie

ELCOM P6ng6hnTESgH · Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom)

Vom 27. Nov. 2025

https://lexipedia.io/de/docs/ch/elcom/p6ng6hntesgh/de/wirkung-der-differenzierten-preisgrenze-fur-sekundarregelenergie

Abgerufen am 1. Sept. 2026

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  3. Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom)
Quelle

Wirkung der differenzierten Preisgrenze für Sekundärregelenergie

Fachsekretariat

Mitteilung

Bern, 27. November 2025

Wirkung der differenzierten Preisgrenze für Sekundärregelenergie

Seit März dieses Jahres gilt im Markt für Sekundärregelenergie (SRE) eine differenzierte und bis Ende Jahr befristete Preisgrenze von 1’000 EUR/MWh. Die vorliegende Auswertung zeigt, dass dieser Preis-Cap nach kurzer Zeit seine Wirkung so entfaltete, wie es zu erwarten war. Durch den Cap wurden die Gebotspreise bei hohen Abrufmengen beschränkt, während sich die Preise bei den tieferen Mengen nach einer Übergangsphase leicht unterhalb jenes Niveaus einpendelten, welches vor der Cap-Einführung zu beobachten war. Insgesamt wirkte sich daher die mit dem Cap induzierte Einschränkung von Preisspitzen kostendämpfend aus. Allerdings bewegten sich die für SRE bezahlten Zuschläge über dem Spotmarktpreis weiterhin über dem Niveau, das noch vor der starken Aufwärtsbewegung im Frühjahr 2024 zu beobachten war. Auch sind diese Zuschläge weiterhin deutlich über jenem Niveau, welches mit dem vor Juli

geltenden Beschaffungsregime zu erwarten wäre. Kritische Nebeneffekte, wie etwa eine Angebotsknappheit, zeichneten sich mit der Einführung des Cap nicht ab – was aufgrund der differenzierten Ausgestaltung des Preis-Cap auch nicht zu erwarten war. Die ElCom erachtet es daher als angezeigt, dass Swissgrid und die Marktakteure den eingeführten Preis-Cap vorerst freiwillig auf vertraglicher Basis weiterführen, bis weitere mittelfristige Massnahmen den SRE- Beschaffungsmechanismus nachhaltig effektiver machen.

Im Markt für Sekundärregelenergie (SRE) waren ab Mitte 2022 und besonders ab Frühjahr 2024 signifikant höhere Preise zu beobachten. Gemäss Analysen des Fachsekretariats der ElCom waren für diese Entwicklungen keine fundamentalen Begründungen erkennbar (Link). Es musste daher angenommen werden, dass die aktuelle Ausgestaltung des SRE-Marktes keine genügende Gewähr für effiziente Marktergebnisse bietet. Das Fachsekretariat der ElCom beschloss daher, dass alle möglichen Massnahmen zu prüfen sind. Als kurzfristige Korrekturmassnahme initiierte das Fachsekretariat eine befristete, differenzierte Preisgrenze auf vertraglicher Basis. Diese betrifft lediglich verpflichtende SRE-Gebote – also SRE, die in Zusammenhang mit Sekundärregelleistung (SRL)

Christoffelgasse 5, 3003 Bern Tel. +41 58 462 58 33 info@elcom.admin.ch www.elcom.admin.ch

angeboten und für diese SRL zusätzlich entschädigt wird – und liegt bei 1’000 EUR/MWh. Für das Angebot von SRL oder sog. freiwillige Gebote (ohne vorgängigen Leistungszuschlag) gelten dagegen keine Begrenzungen. Die zwischen Swissgrid und den sog. Systemdienstleistungsverantwortlichen (SDV) auf dieser Basis abgeschlossene Vereinbarung trat ab Anfang März 2025 in Kraft und gilt noch bis Ende 2025. Die ElCom betonte vor der Einführung des Preis-Cap, dass es sich hierbei lediglich um eine kurzfristige und zeitlich befristete Korrekturmassnahme handelt. Mittel- und längerfristig sind alternative Massnahmen nötig, um den SRE-Markt effektiver auszugestalten und den Bedarf an Ausgleichs- und damit auch Regelenergie zu reduzieren.

Die Umsetzung des Preis-Cap per Anfang März 2025 wirkte sich unmittelbar auf die Gebote und Preise im SRE-Markt aus. Eine bereits Ende April 2025 von der ElCom publizierte Analyse (Link) zeigte, dass die Implementierung des Cap aus technischer Sicht erfolgreich war und die etwa 400 ersten MW der Gebotskurve den Cap nicht überschritten. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass sich für positive SRE (SRE+) die Gebote im unteren Teil der Angebotsmengen wenig veränderten, während sich hingegen bei der negativen SRE (SRE-) eine qualitative Änderung der Gebotskurve hin zu höheren Gebotspreisen zeigte, was der generell preissenkenden Wirkung des Cap entgegenwirkte. Für diese Entwicklung kurz nach Einführung des Cap könnte es verschiedene Begründungen geben, etwa die besonderen hydrologischen Gegebenheiten im Frühjahr 2025, die Gewöhnung der Marktakteure an die neuen Rahmenbedingungen oder auch strategisches Bieterverhalten. Die vorliegende Analyse untersucht die weitere Entwicklung der SRE-Gebotspreise im Verlaufe des Jahres bzw. den Einfluss des Preis-Cap auf die Kostenentwicklung. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können auch als Grundlage für Empfehlungen für weitere, mittelfristige Massnahmen dienen. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass zusätzlich zum Preis-Cap Massnahmen zur Reduktion des Ausgleichs- und Regelenergiebedarfs und zur Erhöhung des Angebots an Sekundärregelung vorangetrieben wurden.

Entwicklung der Gebote und Kosten

Mit der Einführung des Preis-Cap Anfang März 2025 dürfen Anbieter, welche einen Zuschlag für SRL erhalten haben, nur noch maximal 1’000 EUR/MWh für SRE bieten. Typischerweise werden seitens Swissgrid etwa 400 MW SRL beschafft (seit Juni 2025 wurden die Mengen reduziert, aktuell etwa 350 MW). Somit ist die Angebotskurve für SRE immer mindestens so lang. Zusätzliche freiwillige Gebote können mit bis zu 15’000 EUR/MWh eingestellt werden. Abbildung 1 illustriert die Entwicklung der Gebotspreise und Mengen im Lauf des Jahres und vergleicht diese mit der Situation vor der Einführung des Preis-Caps. Dabei wird der signifikante Anstieg der Gebotspreise ab Q2/24 ersichtlich, ebenso das anschliessende Verbleiben der Preise auf hohem Niveau, bevor mit Einführung des Preis- Cap die Preise im mittleren Bereich der Angebotskurve stark zurückgingen. Gleichzeitig zeigt sich bei SRE- (negative Kurve), dass mit der Einführung des Preis-Cap die Gebotspreise bei den tiefen Angebotsmengen zu Beginn anstiegen (stärker negativ), sich aber im Verlauf des Jahres wieder reduzierten. Insgesamt aber verblieben die Gebotspreise bis etwa 200 MW weiterhin deutlich oberhalb der Preiskurve von Q1/24, was sich in entsprechend höheren Kosten niederschlägt.

SRE Gebotskurven [EUR/MWh] SRE Gebotsmengen [MW] 1'500 700 1'000 500 500 300 0 100 frei frei Total Total

-1'000

-1'500 10 40 SRE+ SRE- Position [MW]

Abbildung 1: Entwicklung der Angebotskurven und Gebotsmengen für SRE seit 2024 pro Quartal. Blaue Kurven sind ohne Cap, grüne mit Cap. Weiter zurückliegende Quartale werden mit blasseren Farben dargestellt. Daten bis Ende Oktober 2025, Quelle: ENTSO-E Transparency

Auf der rechten Seite der Abbildung 1 zeigt sich, wie sich die Gebotsmengen für verschiedene Preisniveaus entwickelt haben. Insgesamt nahmen für SRE+ und SRE- seit der Einführung des Preis- Cap die Angebotsmengen tendenziell ab, allerdings liegen sie weiter etwa auf dem Niveau des ersten Halbjahrs 2024. Eine mögliche Ursache ist hier die reduzierte SRL-Ausschreibungsmenge seit Juni

2025 Bei Preisen von bis zu 1’000 EUR/MWh zeigt sich der Effekt des Preis-Cap auf die Angebote

sehr deutlich mit einer starken Zunahme der Gebotsmenge. Die freie Gebotsmenge zeigt eine hohe Variation, aber keinen eindeutigen Trend. Da bei den freien Geboten der Preis-Cap nicht gilt, kann eine Aufteilung in solche über und unter 1'000 EUR/MWh vorgenommen werden. Dabei ist ersichtlich, dass Gebote unterhalb 1'000 EUR/MWh anfangs noch weniger häufig waren, über den Jahresverlauf aber tendenziell zugenommen haben. Insgesamt zeigt sich eine hohe Variation der totalen Gebotsmengen über das Jahr, was möglicherweise mit der spezifischen Marktlage und Situation der Wasserkraft zusammenhängt, aber auch mit der Reduktion der SRL-Ausschreibungsmenge. Daher lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht eindeutig erkennen, ob und in welchem Ausmass der Preis-Cap einen Einfluss auf den beobachteten Rückgang der Angebotsmenge hatte.

Abbildung 2 zeigt die Entwicklung der Angebote und Abrufe für SRE+ und SRE-. Bei den Angeboten zeigt die länger zurückgehende Ansicht, dass die Mengen seit Einführung des PICASSO-Systems tendenziell gestiegen sind, nach Einführung des Preis-Cap tendierte die Angebotsmenge bei SRE+ etwas nach unten, ungefähr auf das Anfangsniveau des Beobachtungszeitraums. Auch bei den Abrufen lässt sich ein leichter Abwärtstrend erkennen, sowohl bei SRE+ als auch SRE-, was kostendämpfend wirkt.

SRE Gebote [MW] SRE Abrufe [MW] 800 35 700 30 100 5

0 0

07/22 10/22 01/23 04/23 07/23 10/23 01/24 04/24 07/24 10/24 01/25 04/25 07/25 10/25 07/22 10/22 01/23 04/23 07/23 10/23 01/24 04/24 07/24 10/24 01/25 04/25 07/25 10/25

Gebote SRE+ Gebote SRE- Abrufe SRE+ Abrufe SRE-

Abbildung 2: Entwicklung der mittleren Gebotsmengen und Abrufmengen von SRE seit Einführung des Picasso Systems. Quelle: ENTSO-E Transparency

Der Blick auf die Entwicklung der gesamten Kosten (gemessen als Zuschlag über den Spotpreisen, siehe Abbildung 3) zeigt einen generellen Rückgang mit Einführung des Cap. Sichtbar wird in der Darstellung aber auch der temporäre Kostenanstieg bei SRE- kurz nach Einführung des Cap im März und verstärkt auch noch im April. Anschliessend aber nahmen die Kosten auch bei SRE- wieder ab, auf ein etwas tieferes Niveau als kurz vor Cap-Einführung.

Kosten SRE Aufschläge ggü. Spot [Mio.EUR]

0 Jun. 2022

Jul. 2022 Aug. 2022 Sep. 2022 Okt. 2022 Nov. 2022 Dez. 2022 Jan. 2023 Feb. 2023 Mar. 2023 Apr. 2023 Mai 2023 Jun. 2023 Jul. 2023 Aug. 2023 Sep. 2023 Okt. 2023 Nov.2023 Dez. 2023 Jan. 2024 Feb. 2024 Mar. 2024 Apr. 2024 Mai 2024 Jun. 2024 Jul. 2024 Aug. 2024 Sept. 2024 Okt. 2024 Nov. 2024 Dez. 2024 Jan. 2025 Feb. 2025 Mar. 2025 Apr. 2025 Mai 2025 Jun. 2025 Jul. 2025 Aug. 2025 Sept. 2025 Okt. 2025 SRE+ SRE-

Abbildung 3: Kosten für SRE als Aufschläge gegenüber den Spotpreisen für die abgerufenen Mengen. Quelle: ENTSO-E Transparency

Wechselwirkung mit anderen Märkten

Weiter wurde untersucht, ob die Einführung des Preis-Cap Auswirkungen auf den vorgelagerten Leistungsmarkt (Sekundärregelleistung, SRL) und die Tertiärregelenergie und -leistung hatte. So wäre es etwa denkbar, dass durch den Cap induzierte geringere Ertragsmöglichkeiten bei SRE durch höhere SRL-Preise kompensiert würden.

Abbildung 4 zeigt die Entwicklung der Preise für SRL+ und SRL-. Dabei zeigen sich bei den Preisen nach Einführung des Cap im Jahr 2025 keine Auffälligkeiten, vielmehr scheinen sie im Vergleich zu den Vorjahren sogar eher tiefer zu liegen. Die Preissteigerung im März und April ist wiederum typisch für die Jahreszeit und wurde 2025 wahrscheinlich durch die vergleichsweise niedrigen Speicherstände der Wasserkraftwerke verstärkt.

90 250 70 200 20 50 0 0

2020 2021 2022 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2023 2024 2025

Abbildung 4: Entwicklung der mittleren Preise für Sekundärregelleistung (SRL). Quelle: Swissgrid Webseite

Die Einführung eines Preis-Cap bei SRE hätte theoretisch auch Auswirkungen auf den Markt für Tertiärregelleistung (TRL) bzw. Tertiärregelenergie (TRE) haben können. So wäre es etwa möglich gewesen, dass bisher bei SRL/SRE angebotene Mengen verstärkt in Richtung TRL/TRE «abwandern», da dort keine Preisbegrenzung besteht. Dies hätte dann dazu führen können, dass hier ein zusätzlicher Druck auf die Preise entsteht.

35 80 30 70 25 60 10 20 5 10 0 0

2020 2021 2022 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2023 2024 2025

Abbildung 5: Entwicklung der mittleren Preise für Tertiärregelleistung. Quelle: Swissgrid Webseite

Bei den Preisen für TRL zeigt sich, dass diese zumindest in der zweiten Jahreshälfte tendenziell unterhalb des Vorjahresniveaus liegen. Im Frühling lagen die Preise jedoch etwas höher, gerade für TRL-. Dies aber könnte wiederum durch die niedrigen Speicherstände in dieser Zeit verursacht worden sein. Die TRE-Kosten für die aktivierten Mengen (in Abbildung 6 als Kostenaufschläge gegenüber den Spotpreisen dargestellt) zeigen einen starken Kostenanstieg zum gleichen Zeitpunkt wie bei SRE im Jahr 2024. Dieser Anstieg aber ging im weiteren Verlauf jedoch wieder stark zurück. Insgesamt lässt sich aber erkennen, dass auch hier die Preise weiterhin deutlich oberhalb des Niveaus von 2023 liegen, besonders bei TRE-, was aber auch mit erhöhten inländischen Abrufmengen ab 2024 zu tun haben dürfte.

Kosten TRE Aufschläge ggü. Spot [Mio.EUR]

0 Jan. 2023

Feb. 2023 Mar. 2023 Apr. 2023 Mai 2023 Jun. 2023 Jul. 2023 Aug. 2023 Sep. 2023 Okt. 2023 Nov.2023 Dez. 2023 Jan. 2024 Feb. 2024 Mar. 2024 Apr. 2024 Mai 2024 Jun. 2024 Jul. 2024 Aug. 2024 Sept. 2024 Okt. 2024 Nov. 2024 Dez. 2024 Jan. 2025 Feb. 2025 Mar. 2025 Apr. 2025 Mai 2025 Jun. 2025 Jul. 2025 Aug. 2025 Sept. 2025 Okt. 2025 TRE+ TRE-

Abbildung 6: Kosten für TRE als Aufschläge gegenüber den Spotpreisen für die abgerufenen Mengen. Quelle: ENTSO-E Transparency

Bewertung und Schlussfolgerungen

Die vorliegende Auswertung der Marktentwicklung bei SRE/SRL und TRE/TRL zeigt, dass die Einführung des Preis-Cap – wie beabsichtigt – zu einer Reduktion von Preisspitzen im SRE-Markt geführt hat. Nachdem vor allem bei SRE- kurz nach der Einführung des Cap die Gebotspreise im unteren Teil der Angebotsmengen anstiegen, bildeten sich diese im weiteren Verlauf des Jahres wieder zurück. Da gleichzeitig keine Auswirkungen auf die SRL-Preise erkennbar sind, lässt die vorliegende Datenanalyse darauf schliessen, dass der Cap die vorgesehene Wirkung entfaltete und die gesamten Kosten abgenommen haben.

Der vor der Preis-Cap-Einführung erwartete leichte Rückgang der Gebote konnte zwar beobachtet werden, doch ging damit keine eigentliche Angebotsknappheit einher. Wahrscheinlich trug auch die Reduktion der SRL-Ausschreibungsmenge zum Gebotsrückgang bei. Zudem lässt sich nicht klar feststellen, inwiefern dieser Rückgang auf die Einführung des Preis-Caps zurückzuführen ist, oder ob noch andere Effekte wie die Saisonalität, Wasserkraftverfügbarkeit etc. eine Rolle spielten. Schliesslich blieb die Anzahl der freien Gebote weiterhin etwa auf dem Niveau von 2023.

Eine Zunahme der SRL-Preise durch die Preis-Cap-Einführung konnte hingegen nicht beobachtet werden. Etwaige geringere Erlöse im SRE-Markt wurden somit nicht erkennbar auf die SRL-Preise umgelegt, was womöglich auf einen – im Vergleich zum SRE-Markt – effektiver funktionierenden SRL- Markt hindeutet. Im ebenfalls dargestellten TRL- und TRE-Markt erscheinen die Preise bzw. Zuschläge über den Spotmarktpreisen – im Vergleich zur Phase vor 2024 – ebenfalls erhöht, was mitunter auch auf die grösseren inländischen Abrufmengen zurückzuführen sein dürfte. Gleichzeitig können keine offensichtlichen Effekte des SRE-Preis-Cap auf die Tertiärregelmärkte festgestellt werden. Dabei zeigt die Entwicklung auch auf, dass bei TRE die Preise nach dem starken Anstieg im Frühling 2024 – im Gegensatz zu SRE - wieder deutlich zurückgingen, was womöglich auf einen effektiver funktionierenden Marktmechanismus im Tertiärregelmarkt hindeutet.

In einer Gesamtbetrachtung hat damit der SRE-Preis-Cap so funktioniert, wie es zu erwarten war. Während er die Preisausschläge reduzierte und die gesamten Kosten dämpfte, blieben kritische Nebeneffekte aus. Gleichzeitig zeigt die Analyse, dass die Preise im unteren und mittleren Bereich der Gebotskurve zwar etwas unter jenem Niveau sind, wo sie vor der Einführung des Preis-Cap lagen, doch blieben sie weiterhin deutlich oberhalb der Werte von Anfang 2024 und zuvor (s. Abbildung 1). Zudem sind die Zuschläge über dem Spotmarktpreis weiterhin deutlich über dem Niveau, welches mit dem vor Juli 2022 geltenden alten Beschaffungsregime zu erwarten wäre. Daraus lässt sich schliessen, dass der Cap als isolierte Massnahme das angenommene unvollständige Funktionieren des SRE-Marktmechanismus nur partiell korrigieren kann. Das heisst, es sind weitergehende Massnahmen nötig, um den Beschaffungsmechanismus für SRE effektiver auszugestalten.

Bis zur Implementierung solcher Massnahmen könnte die SRE-Preisbegrenzung als kurzfristiges und korrigierendes Instrument weitergeführt werden. Der aktuell geltende und von der ElCom initiierte Preis-Cap gilt allerdings lediglich befristet bis Ende 2025. Die ElCom erachtet es daher als angezeigt, dass Swissgrid und die Marktakteure (sog. Systemdienstleistungsverantwortliche, SDV) den eingeführten Preis-Cap vorerst freiwillig auf vertraglicher Basis weiterführen, bis weitere mittelfristige Massnahmen den SRE-Beschaffungsmechanismus nachhaltig effektiver machen.