Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet.

Lohnpfändung

Geschäftsnummer: ZZ.1985.13

Instanz: Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Entscheiddatum: 25.03.1985

FindInfo-Nummer: O_SC.2015.49

Titel: Lohnpfändung

Resümee:

Art. 93 SchKG. Lohnpfändung. Inwieweit ist bei der Festsetzung des von der Ehefrau an den Familienunterhalt zu leistenden Beitrages die Steuerbelastung zu berücksichtigen?

SOG 1985 Nr. 13

Art. 93 SchKG. Lohnpfändung. Inwieweit ist bei der Festsetzung des von der Ehefrau an den Familienunterhalt zu leistenden Beitrages die Steuerbelastung zu berücksichtigen?

Im Zusammenhang mit einer Lohnpfändung gegen E. setzte das Betreibungsamt den Beitrag, welchen die Ehefrau gemäss Art. 246 Abs. 1 ZGB an die ehelichen Lasten zu leisten hat, auf die Hälfte des Nettoeinkommens fest. Gegen dieses Vorgehen beschwerte sich das Ehepaar E. erfolglos bei der Aufsichtsbehörde. Diese äusserte sich wie folgt:

Die Beschwerdeführer machen in erster Linie geltend, das Betreibungsamt hätte nach den Richtlinien der Aufsichtsbehörde zur Bemessung des Existenzminimums vom 22.12.1982, Ziff. III, Abs. 1 vom Einkommen der Ehefrau auf jeden Fall vorweg die direkten Steuern abziehen müssen. Die Beschwerdeführer verkennen mit dieser Argumentation, dass sich die Richtlinien der Aufsichtsbehörde offensichtlich nicht auf die direkten Steuern im technischen Sinn -- namentlich nicht auf die Einkommenssteuern, an welche die Beschwerdeführer in erster Linie zu denken scheinen -- beziehen können. Nach dem heute geltenden System der Familienbesteuerung wird das Einkommen der Ehefrau zu demjenigen des Ehemannes hinzugerechnet und der Ehemann als Steuersubjekt entsprechend höher belastet. Je stärker sich die Steuerbelastung des Ehemannes zufolge der Anrechnung des Fraueneinkommens erhöht, desto mehr rechtfertigt es sich, die Ehefrau zu Beiträgen heranzuziehen. In den Richtlinien ist denn auch nicht von "direkten Steuern", sondern von einer "allenfalls bestehenden direkten Steuerbelastung" die Rede. Damit können nach den vorstehenden Ausführungen nur Steuern gemeint sein, die unmittelbar vom Einkommen der Ehefrau abgezogen werden, wie dies bei Quellensteuern der Fall ist, oder die sich zumindest direkt gegen die Ehefrau als Steuerschuldnerin richten. Dass in casu eine derartige Steuerbelastung bestehe, wird nicht behauptet.

Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs, Urteil vom 25. März 1985

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Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Art. 246 — der Erlass wurde am 1. Januar 2000, 1. Januar 2001, 1. März 2002, 1. Januar 2003, 1. April 2003, 1. Januar 2004, 1. April 2004, 1. Juni 2004, 1. Juli 2004, 1. Januar 2005, 1. Juni 2005, 1. Januar 2006, 1. Januar 2007, 1. Mai 2007, 1. Juli 2007, 1. Dezember 2007, 1. Januar 2008, 1. Juli 2008, 5. Dezember 2008, 1. Januar 2010, 1. Februar 2010, 1. Januar 2011, 1. Januar 2012, 1. Januar 2013, 1. Juli 2013, 1. Juli 2014, 1. Januar 2016, 1. April 2016, 1. Januar 2017, 1. September 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2020, 1. Juli 2020, 1. Januar 2021, 1. Januar 2022, 1. Juli 2022, 1. Januar 2023, 23. Januar 2023, 1. September 2023, 1. Januar 2024, 1. Januar 2025, 1. Januar 2026 und 1. Juli 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Art. 93 — der Erlass wurde am 1. Januar 1997, 1. Januar 2001, 1. April 2003, 1. Juli 2004, 1. Januar 2005, 1. Januar 2007, 1. Juli 2007, 1. Januar 2008, 1. Januar 2010, 1. Dezember 2010, 1. Januar 2011, 1. Februar 2011, 1. September 2011, 1. Januar 2012, 1. Januar 2013, 1. Januar 2014, 1. Januar 2016, 1. Juli 2016, 1. Januar 2017, 28. März 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2020, 20. Oktober 2020, 1. August 2021, 1. Januar 2023, 1. Juli 2024, 1. Januar 2025, 1. Januar 2026 und 1. Januar 2026 erneut konsolidiert.