Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet.

Opferhilfegesetz, Verfahren gegen Kinder, Rechtsmittel

Geschäftsnummer: ZZ.1994.28

Instanz: Jugendgerichtskammer

Entscheiddatum: 07.07.1994

FindInfo-Nummer: O_JK.2015.2

Titel: Opferhilfegesetz, Verfahren gegen Kinder, Rechtsmittel

Resümee:

§ 162 Abs. 2 StPO, Art. 8 Abs. 1 lit. c Opferhilfegesetz - Im Verfahren gegen Kinder und Jugendliche ist das Opfer nicht legitimiert, ein Rechtsmittel zu ergreifen

SOG 1994 Nr. 28

§ 162 Abs. 2 StPO, Art. 8 Abs. 1 lit. c Opferhilfegesetz - Im Verfahren gegen Kinder und Jugendliche ist das Opfer nicht legitimiert, ein Rechtsmittel zu ergreifen.

Im Verfahren gegen Kinder und Jugendliche stehen dem Verletzten keine Parteirechte zu (SOG 1988 Nr. 21). Er ist deshalb auch nicht legitimiert, Rechtsmittel einzulegen (§ 162 Abs. 2 StPO). Das Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG), das am 1.1.93 in Kraft trat, hat diese Rechtslage nicht verändert: Zwar gilt Art. 8 Abs. 1 OHG grundsätzlich auch im Verfahren gegen Kinder und Jugendliche, doch können die Kantone in diesem Verfahren laut Botschaft (BBl 1990 II S. 989) gestützt auf Art. 9 Abs. 4 OHG Ausnahmen von den Bestimmungen der Art. 8 Abs. 1 und 9 OHG vorsehen. Eine solche Ausnahme bildet § 150 StPO, wonach privatrechtliche Ansprüche im Jugendstrafverfahren nicht geltend gemacht werden können. Damit wird nicht nur Art. 8 Abs. 1 lit. a, sondern auch lit. c OHG von der Anwendung ausgeschlossen, welche Bestimmung besagt, dass das Opfer den Gerichtsentscheid mit den gleichen Rechtsmitteln anfechten kann wie der Beschuldigte, wenn es sich bereits vorher am Verfahren beteiligt hat. Da das Opfer nach solothurnischem Prozessrecht in keiner Weise am Verfahren gegen Kinder und Jugendliche teilnehmen kann, ist die in Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG statuierte Voraussetzung nicht gegeben und das Opfer demzufolge nicht legitimiert, ein Rechtsmittel einzulegen.

Obergericht Jugendgerichtskammer, Urteil vom 7. Juli 1994

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Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Schweizerische Strafprozessordnung, Art. 150 und Art. 162 — der Erlass wurde am 1. März 2000, 15. Dezember 2000, 1. Januar 2001, 1. Februar 2001, 1. Januar 2002, 1. April 2004, 1. Januar 2007, 1. Januar 2008, 5. Dezember 2008, 1. Januar 2009, 1. Januar 2010, 1. Januar 2011, 1. Juli 2011, 1. Juli 2012, 1. Oktober 2012, 1. Februar 2013, 12. März 2013, 1. April 2013, 1. Mai 2013, 21. Januar 2014, 1. Juli 2014, 25. November 2014, 1. Januar 2015, 1. Januar 2016, 1. Juli 2016, 1. Oktober 2016, 1. Januar 2017, 1. September 2017, 1. Januar 2018, 1. März 2018, 1. Januar 2019, 1. März 2019, 1. Februar 2020, 1. März 2021, 1. Juli 2021, 1. Juli 2022, 1. Januar 2023, 23. Januar 2023, 1. Juli 2023, 1. August 2023, 1. Januar 2024, 1. Juli 2024 und 1. April 2025 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten, Art. 8 und Art. 9 — der Erlass wurde am 1. Oktober 2002, 1. Januar 2007, 1. Januar 2009, 1. Januar 2011, 1. Januar 2019, 1. Januar 2024 und 1. Januar 2025 erneut konsolidiert.