Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet.

Formelle Koordination von baurechtlichem und strassenverkehrsrechtlichem Entscheid (Reklameanlage).

Rubrum

BRKE IV Nrn. 216 und 217/1997 vom 18. Dezember 1997 in BEZ 1998 Nr. 20

Erwägungen

3.

Zunächst wird geltend gemacht, dass für die Beurteilung des Rekurses gegen die Verfügung des Statthalters, mit welcher die geplante Reklameanlage unter strassenpolizeilichen Aspekten bewilligt worden ist (Art. 6 SVG, Art. 95 bis 100 SSV), nicht die Baurekurskommission IV, sondern der Regierungsrat zuständig sei.

Seit dem 1. Januar 1997 stehen die neuen Bestimmungen des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes über die Koordination der Bewilligungsverfahren und der Rechtsmittelverfahren in Kraft. Art. 25a Abs. 1 RPG schreibt vor, dass dann, wenn die Errichtung oder die Änderung einer Baute oder Anlage Verfügungen mehrerer Behörden erfordert, eine Behörde zu bezeichnen ist, die für ausreichende Koordination sorgt. Gemäss Art. 33 Abs. 4 RPG sind für die Anfechtung von Verfügungen (inner-)kantonaler Behörden, auf welche Art. 25a Abs. 1 Anwendung findet, einheitliche Rechtsmittelinstanzen vorzusehen.

Mit dem in der Volksabstimmung vom 8. Juni 1997 angenommenen revidierten Verwaltungsrechtspflegegesetz (VRG), in Kraft seit dem 1. Januar 1998, wurden auch verschiedene Bestimmungen des Planungs- und Baugesetzes geändert. Gemäss § 319 Abs. 2 PBG werden die Koordination bei Bauvorhaben, für die mehrere Bewilligungen verschiedener Instanzen erforderlich sind, sowie die Einzelheiten des Verfahrens auf Verordnungsstufe geregelt (vgl. die Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997). Mit der Änderung von § 329 PBG wird sodann die erforderliche Vereinheitlichung auf Rechtsmittelebene ermöglicht. Abs. 1 der neuen Vorschrift bestimmt die allgemeine Zuständigkeit der Baurekurskommissionen; Abs. 2 enthält einen abschliessenden Katalog von Fällen, bei denen der Regierungsrat anstelle der Baurekurskommissionen zuständig ist. Im Sinne einer Übergangslösung wird diese Zuständigkeitsregelung einzelfallweise bereits vor Inkrafttreten des revidierten Planungs- und Baugesetzes angewendet.

Die vorliegende strassenverkehrsrechtliche Verfügung des Statthalteramtes sowie der baurechtliche Entscheid der kommunalen Baukommission stellen offensichtlich koordinationspflichtige Entscheide gemäss Art. 25a RPG dar, da diese für die Realisierung einer Reklameanlage im Strassenanstossbereich unabdingbare Voraussetzungen sind. Die Regelung in § 18 Abs. 2 der kantonalen Signalisationsverordnung vom 12. November 1980, wonach die Baubehörde den strassenverkehrsrechtlichen Entscheid vorzubehalten habe, ist durch das übergeordnete Bundesrecht überholt und nicht mehr anzuwenden. Der Entscheid des Statthalters hätte somit gleichzeitig mit dem baurechtlichen Entscheid eröffnet werden müssen. Da es sich ferner um keinen der in der revidierten Fassung von § 329 Abs. 2 PBG genannten Fälle handelt, ist die Baurekurskommission IV gestützt auf die Generalklausel in § 329 Abs. 1 PBG für die Beurteilung beider Rekurse zuständig.

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Strassenverkehrsgesetz, Art. 6 — der Erlass wurde am 1. Januar 2001, 1. Januar 2003, 1. Februar 2003, 1. April 2003, 1. Oktober 2003, 1. Januar 2004, 1. März 2004, 1. Januar 2005, 1. Februar 2005, 1. Dezember 2005, 1. Januar 2007, 1. Mai 2007, 1. Januar 2008, 1. April 2008, 1. September 2008, 1. Januar 2009, 1. Januar 2010, 1. Juli 2010, 1. Januar 2011, 1. Januar 2012, 1. Mai 2012, 1. Januar 2013, 1. Juli 2013, 27. Dezember 2013, 1. Januar 2014, 1. Juni 2014, 11. Juni 2014, 1. Juli 2014, 1. Januar 2015, 20. Mai 2015, 1. Juli 2016, 1. August 2016, 1. Oktober 2016, 1. September 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2020, 1. Juli 2023, 1. September 2023, 1. Oktober 2023, 1. Januar 2024, 1. Mai 2024, 1. März 2025, 1. April 2025 und 1. Juli 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über die Raumplanung, Art. 25a und Art. 33 — der Erlass wurde am 1. September 2000, 1. Juni 2003, 1. Januar 2007, 1. Juli 2007, 1. September 2007, 1. Januar 2008, 1. August 2008, 1. Juli 2011, 1. November 2012, 1. Januar 2014, 1. Mai 2014, 1. Januar 2016, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2026, 1. April 2026 und 1. Juli 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über die Personenbeförderung, Art. 319 und Art. 329 — der Erlass wurde am 1. Januar 2010, 1. Oktober 2011, 1. Januar 2012, 1. Dezember 2012, 1. Juli 2013, 1. Januar 2016, 13. September 2016, 1. Januar 2018, 1. März 2018, 3. März 2020, 1. Juli 2020, 26. September 2020, 1. Januar 2021, 1. Januar 2022, 1. Januar 2023, 1. September 2023 und 1. Januar 2025 erneut konsolidiert.