RRB Nr. 1004/2020
Postulat Christoph Ziegler, Elgg, Marc Bourgeois, Zürich, und Carmen Marty Fässler, Adliswil, betreffend Konzept für Fernunterricht, Stellungnahme
Rubrum
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich KR-Nr. 242/2020
Sitzung vom 21. Oktober 2020
1004. Postulat (Konzept für Fernunterricht)
Erwägungen
Die Kantonsräte Christoph Ziegler, Elgg, und Marc Bourgeois, Zürich, sowie Kantonsrätin Carmen Marty Fässler, Adliswil, haben am 29. Juni 2020 folgendes Postulat eingereicht: Der Regierungsrat wird eingeladen, ein stufengerechtes Konzept zu erarbeiten, wie es an unseren Schulen mit Fernunterricht und digitalem Unterricht als Ergänzung zum physischen Unterricht weitergehen soll. Insbesondere soll aufgezeigt werden, wo und wann digitaler Unterricht in Zukunft angezeigt ist (unter Berücksichtigung der Methodenfreiheit), wo seine Grenzen sind (auch bezüglich Chancengleichheit). Welche Qualitätsansprüche muss Fernunterricht aufweisen? Welche Weiterbildungen für Lehrpersonen sind notwendig? Inwiefern fliessen die während des Covid-19-Lockdowns gemachten Erfahrungen in den Lehrplan und in die Lehrmittel ein? Begründung: Während des Lockdowns wegen Covid-19 mussten die Volksschulen innert kürzester Zeit auf digitalen Fernunterricht umstellen. Die Lehrpersonen bewältigten diese Herausforderung mit grossem Einsatz. Es musste aber beobachtet werden, dass hinsichtlich Qualität und eingesetzten Methoden unter den Schulgemeinden, den Schulhäusern und auch den einzelnen Lehrpersonen Unterschiede bestehen. Fernunterricht mit jüngeren oder schulschwächeren Kindern war oft schwierig. Es fehlten pädagogische Konzepte und Vorgaben von übergeordneten Stellen. Lehrpersonen waren oft auf sich alleine gestellt bei der Gestaltung ihres Fernunterrichts. Dies führte teilweise zu Verunsicherung bei Schülerinnen und Schülern oder bei den Eltern. Sie fühlten sich mitunter allein gelassen. Wie gut die Ziele des Lehrplans eingehalten und erreicht werden konnten, war weitgehend von den Kenntnissen und dem Einsatz einzelner Lehrperson, der einzelnen Familien und der Infrastruktur der betreffenden Schule abhängig.
Dispositiv
Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Zum Postulat Christoph Ziegler, Elgg, Marc Bourgeois, Zürich, und Carmen Marty Fässler, Adliswil, wird wie folgt Stellung genommen: Mit dem dringlichen Postulat KR-Nr. 240/2020 betreffend Schulen auf eine zweite Welle vorbereiten haben die Postulanten und die Postulantin stufengerechte pädagogische Konzepte sowie Vorgaben von übergeordneten Stellen für erneuten Fernunterricht bei einem allfälligen zweiten Lockdown gefordert. An seiner Sitzung vom 7. September 2020 hat der Kantonsrat dieses dringliche Postulat überwiesen. Das vorliegende Postulat (Konzept für Fernunterricht) unterscheidet sich vom dringlichen Postulat einzig durch einzelne präzisierende Fragestellungen innerhalb des zu entwickelnden Konzepts für Fernunterricht. Namentlich soll aufgezeigt werden, wo und wann digitaler Unterricht in Zukunft angezeigt ist und wo seine Grenzen sind, welche Qualitätsansprüche der Fernunterricht aufweisen muss und welche Weiterbildungen für Lehrpersonen notwendig sind. Diese Fragestellungen wird der Regierungsrat im Bericht zum Postulat KR-Nr. 240/2020 aufgreifen. Aus diesen Gründen beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat, das Postulat KR-Nr. 242/2020 abzulehnen.
II. Mitteilung an die Mitglieder des Kantonsrates und des Regierungsrates sowie an die Bildungsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin: Kathrin Arioli