Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet.

RRB Nr. 1153/2024

Anfrage Sibylle Jüttner, Andelfingen, und Mitunterzeichnende betreffend Berechnungsfaktor für die Unterstützung von QUIMS-Schulen, Beantwortung

Rubrum

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich KR-Nr. 292/2024

Sitzung vom 13. November 2024

1153. Anfrage (Berechnungsfaktor für die Unterstützung von QUIMS-Schulen) Kantonsrätin Sibylle Jüttner, Andelfingen, und Mitunterzeichnende haben am 16. September 2024 folgende Anfrage eingereicht: Wir laden die Regierung ein, zu den unten aufgeführten Fragen Stellung zu nehmen. Das Programm QUIMS unterstützt sowohl finanziell als auch fachlich Schulen mit vielen Schüler:innen aus fremdsprachigen, zugewanderten und sozial benachteiligten Familien. Der Anspruch und Umfang der Unterstützung werden durch zwei Indikatoren bestimmt. Der sogenannte Mischindex berechnet sich aus dem Durchschnitt der beiden Indikatoren «Fremdsprachig» und «Nationalität». Das sind Kinder, welche Deutsch nicht als Erstsprache erlernen, und Kinder, welche nicht die schweizerische Staatsangehörigkeit haben (ohne die Länder Deutschland, Österreich und Lichtenstein).

Erwägungen

1. Wie viele Kinder verfügen über die schweizerische Staatsangehörigkeit, erlernen jedoch Deutsch nicht als Erstsprache, weil zu Hause eine andere Sprache gesprochen wird?

2. Wie veränderten sich die beiden Indikatoren «Fremdsprachigkeit» und «Nationalität» an den QUIMS-Schulen in den letzten 10 Jahren?

3. Wie viele Schulen erhalten aufgrund des Indikators Nationalität weniger Unterstützung als vor 10 Jahren?

4. Gibt es Überlegungen, weitere oder andere Indikatoren zur Berechnung einzubeziehen, wie z. B. die Soziodemographie, um einer Bildungsbenachteiligung/Bevorteilung besser entgegenwirken zu können? Wenn ja, welche, wenn nein, warum nicht?

Dispositiv

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Die Anfrage Sibylle Jüttner, Andelfingen, und Mitunterzeichnende wird wie folgt beantwortet:

Das Programm QUIMS (Qualität in multikulturellen Schulen) unterstützt Schulen, die besonders herausgefordert sind, gute Lernleistungen und gute Bildungschancen zu gewährleisten. QUIMS-Schulen erhalten fachliche und finanzielle Unterstützung.

Zu Frage 1: Im Schuljahr 2023/2024 verfügten gut 24% aller Schülerinnen und Schüler der öffentlichen Volksschule über die Nationalität Schweiz, Deutschland, Österreich oder Liechtenstein und sprachen eine andere Erstsprache als Deutsch. Zu Frage 2: Bei beiden Indikatoren sind die Mittelwerte der ausländischen bzw. der fremdsprachigen Schülerinnen und Schüler über alle QUIMS-berechtigten Schulen (mit Mischindex ≥40%) hinweg leicht gesunken: Indikator Schuljahr 2014/2015 Schuljahr 2023/2024 Nationalität 34,48% 32,30% Fremdsprachigkeit 68,01% 67,23%

Zu Frage 3: Von den 191 Schulen, die 2014 bis 2023 jemals einen Mischindex >40% gehabt haben, hatten 32 Schulen im Schuljahr 2023/2024 keinen Anspruch mehr auf QUIMS-Beiträge. Bei einem Teil dieser Schulen handelte es sich um Einheiten, die aufgelöst, aufgeteilt oder mit anderen Schuleinheiten zusammengeführt wurden. Einen tatsächlichen Verlust der QUIMS-Berechtigung aufgrund des Mischindexes weisen deutlich unter 30 Schulen auf. Zu Frage 4: Die Bildungsdirektion prüft verschiedene Möglichkeiten der Erweiterung und Ergänzung des Mischindexes durch zusätzliche Merkmale. Aufgrund der Anforderungen an mögliche Indikatoren bezüglich Aktualität, Verfügbarkeit, Möglichkeit der räumlichen Zuordnung (Schuleinheit) und Qualität ist die Verwendung verschiedener Datengrundlagen wie zum Beispiel der Zürcher Haushaltsfinanzstatistik nicht ohne Weiteres möglich. Eine zu prüfende Möglichkeit ist die Ergänzung des Mischindexes um sozioökonomische Merkmale aus dem Sozialindex.

II. Mitteilung an die Mitglieder des Kantonsrates und des Regierungsrates sowie an die Bildungsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin: Kathrin Arioli