RRB Nr. 352/2012
Universität Zürich, Pelikanstrasse 40, Völkerkundemuseum, Sanierung Gebäude und Haustechnik, gebundene Ausgabe
Rubrum
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 4. April 2012
352. Universität, Pelikanstrasse 40, Völkerkundemuseum (Sanierung Gebäude und Haustechnik)
Erwägungen
A. Ausgangslage Im Völkerkundemuseum nutzen die Studierenden die Bibliothek und nehmen am Lehrprogramm des Museums im Rahmen des Ethnologischen Seminars der Universität teil. Die Lehrveranstaltungen finden in zwei Räumen, dem Seminarraum und dem Hörsaal, statt. Zudem haben die Studierenden die Möglichkeit, sich in die praktische Museumsarbeit einführen zu lassen. Zum Auftrag des Museums gehört auch der wissenschaftliche Dialog mit der Öffentlichkeit, weshalb Ausstellungen am Völkerkundemuseum durchgeführt werden. Das Völkerkundemuseum ist ein wissenschaftlicher und öffentlichkeitswirksamer Ort der Universität Zürich am Alten Botanischen Garten. Am Museums- und Institutstrakt des Völkerkundemuseums erfolgten seit den Umbauten zwischen 1977 und 1979, abgesehen von Instandhaltungsmassnahmen und kleineren Anpassungen, keine baulichen Veränderungen mehr. Nach über 32-jährigem Betrieb stehen verschiedene Sanierungs- und Erneuerungsmassnahmen an.
B. Projekt Mit der Sanierung wird angestrebt, weiterhin einen zeitgemässen Ausstellungs-, Forschungs- und Lehrbetrieb zu gewährleisten. Das Projekt umfasst im Wesentlichen folgende Inhalte: – Erfüllung der baupolizeilichen Auflagen – Erfüllung der Anforderungen an die Behindertengerechtigkeit – Erneuerung und Sanierung des Instituts- sowie des Museumstraktes (Ausstellungsräume, Hörsaal und Büroteil) – Verbesserung der betrieblichen Situation im Foyer und in den Ausstellungsräumen – Verbesserung der Wegführung im Museum – Energetische Optimierung der Glasbauten – Erneuerung und Instandsetzung der Haustechnikanlagen – Optimierung des Gesamtenergieverbrauchs – Angemessene Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Belange (historische Eisenkonstruktion, Fenster, Gesamtstimmung)
Institutstrakt Beim Institutstrakt werden insbesondere die Oberflächen und die Beleuchtung des Bürogeschosses erneuert. Zudem werden die feuerpolizeilichen Anforderungen erfüllt. Bei der Gebäudehülle werden die Fenster und Verglasungen ersetzt. Zudem wird der Atelieranbau neu aufgebaut. Dieser muss aufgrund energetischer Gesichtspunkte und wegen ungenügender Arbeitsbedingungen erneuert werden. Eine neue Verglasung soll bei der Bibliothek das Auftreten von Zugluft im Winter beheben und die Probleme mit der aufgestauten Hitze im Sommer lösen. Mit einem neuen Sonnenschutz auf dem Glasdach werden Lichteinfall und die Wärmeeinstrahlung verringert. Zudem wird beim Institutsgebäude die Dämmung des Daches verstärkt. Museumstrakt Mit der Sanierung des Museumstraktes sollen betriebliche und organisatorische Verbesserungen im Bereich des Empfangs und der Ausstellung erreicht werden. Foyer und Hörsaal werden durch einen flexiblen Schrankkörper getrennt, können jedoch bei Bedarf als zusammenhängender Raum genutzt werden. Die Klimatisierung und die Beleuchtung aller Räume werden neu konzipiert. Eine neue, zentrale Klimaanlage im Dachgeschoss kann zukünftig die für Ausstellungen erforderlichen Raumluftbedingungen gewährleisten. Die Audio-Anlage im Hörsaal wird entsprechend den heutigen Anforderungen erneuert. Die Aussenwände werden gemäss den heutigen Vorschriften von innen wärmegedämmt. Die Fenster werden nach den Anforderungen der Denkmalpflege erneuert und zusammen mit den Wänden in den Ausstellungsräumen den heutigen wärmetechnischen Vorschriften angepasst. Das Versetzen des Liftes und der Anlieferung bedingen statische Veränderungen. Das Treppenhaus, der Hörsaal, die Ausstellungsräume, der Lift und der Korridor im Institutsgebäude werden zudem gemäss den gesetzlichen Brandschutzanforderungen angepasst. Der Behindertengerechtigkeit wird Rechnung getragen.
C. Finanzielles Der Kostenvoranschlag des Hochbauamtes für das Bauprojekt beträgt Fr. 7 900 000 (Baukostenindex 1. April 2011, 1059,8 Punkte). Er gliedert sich wie folgt: Tabelle 1: Baukostenplan Baukostenplan Arbeitsgattung Kosten (BKP) in Franken 1 Vorbereitungsarbeiten 126 000 2 Gebäude 6 800 000 3 Betriebseinrichtung 22 000 4 Umgebung 15 000 5 Baunebenkosten 124 000 6 Reserve 718 000 9 Ausstattung 95 000 1–9 Total Anlagekosten 7 900 000 Die Anlagekosten betragen insgesamt Fr. 7 900 000. Gemäss § 39 Abs. 2 des Universitätsgesetzes stellt der Kanton der Universität die Bauten gegen Verrechnung der Kapitalkosten zur Verfügung. Er erstellt die Neu-, Um- und Erweiterungsbauten. Für die Sanierung des Gebäudes und der Haustechnik im Völkerkundemuseum ist gemäss § 37 Abs. 2 lit. b CRG eine gebundene Ausgabe von Fr. 7 900 000 zu bewilligen. Die Projektierungskosten von Fr. 630 000 gemäss Verfügungen der Bildungsdirektion vom 12. Oktober 2009 und 8. Februar 2011 sind in den gesamten Anlagekosten enthalten. Diese Verfügungen sind mit der vorliegenden Ausgabenbewilligung aufzuheben. Die Finanzierung erfolgt über die Investitionsrechnung der Bildungsdirektion und geht zulasten der Leistungsgruppe Nr. 7401, Universität (Beiträge und Liegenschaften). Das Vorhaben ist im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF), 2012–2015, Planjahre 2012–2014 mit Fr. 6 870 000 eingestellt. Der Restbetrag von Fr. 717 000 kann durch Einsparungen innerhalb der Leistungsgruppe Nr. 7401, Universität, ausgeglichen werden. Tabelle 2: Termine Phase Projektierung Baufreigabe Ausführungsplanung Realisierung Termin Bis Ende 2011 Sommer 2012 Bis Herbst 2012 Ende 2012– Anfang 2014 Tabelle 3: Investitionen Jahre Vorjahre 2012 2013 2014 Investitionskosten in Franken 313 000 2 100 000 3 600 000 1 887 000
Tabelle 4: Bau- und Kapitalfolgekosten Investitionskategorie Kostenanteil Nutzungsdauer Kapitalfolgekosten/Jahr (Fr.) (Bauteilgruppe) Fr. % Jahre Abschreibung Kalk. Zinsen Total Hochbauten Rohbau 1 1 154 800 14,6 120 9 623 17 322 26 945 Hochbauten Rohbau 2 1 253 130 15,9 40 31 328 18 797 50 125 Hochbauten Ausbau 995 778 12,6 30 33 193 14 937 48 129 Hochbauten Installationen 4 389 959 55,6 30 146 332 65 849 212 181 Ausstattung, Mobilien 106 333 1,3 5 21 267 1 595 22 862 Total 7 900 000 100 44,4* 241 743 118 500 360 243 * Kostengewichtete Nutzungsdauer
Die Kapitalfolgekosten setzen sich aus den nutzungsdauergewichteten, kalkulatorischen Abschreibungskosten und den kalkulatorischen Zinskosten von 3% jährlich auf die Hälfte des gebundenen Kapitals zusammen. Die durchschnittlichen Kapitalfolgekosten aus der Ausgabe von Fr. 7 900 000 belaufen sich somit auf insgesamt Fr. 360 243 pro Jahr. Aufgrund der Sanierungsmassnahmen entstehen keine personellen oder betrieblichen Folgekosten. Bundesbeiträge An die Investitionskosten kann der Kanton Zürich gemäss Bundesgesetz über die Universitätsförderung keine Kostenbeteiligung erwarten.
Dispositiv
Auf Antrag der Bildungsdirektion und der Baudirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für die Sanierung des Gebäudes und der Haustechnik Völkerkundemuseum, Pelikanstrasse 40, Universität Zürich, wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 7 900 000 zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 7401, Universität (Beiträge und Liegenschaften), bewilligt.
II. Dieser Betrag wird nach Massgabe des Zürcher Baukostenindexes gemäss folgender Formel der Teuerung angepasst: Bewilligte Ausgabe × Zielindex ÷ Startindex (Stand 1. April 2011)
III. Die Verfügungen der Bildungsdirektion vom 12. Oktober 2009 und 8. Februar 2011, mit denen ein Projektierungskredit von insgesamt Fr. 630 000 bewilligt wurde, werden aufgehoben.
IV. Die Baudirektion wird mit der Ausführung beauftragt.
V. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Baudirektion und die Bildungsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi