Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet.

RRB Nr. 695/2014

Anfrage Hans-Peter Portmann, Thalwil, Regine Sauter und Carmen Walker Späh, Zürich, betreffend Hochschulcampus auf dem Kasernenareal, Beantwortung

Rubrum

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich KR-Nr. 86/2014

Sitzung vom 18. Juni 2014

695. Anfrage (Hochschulcampus auf dem Kasernenareal) Kantonsrat Hans-Peter Portmann, Thalwil, sowie die Kantonsrätinnen Regine Sauter und Carmen Walker Späh, Zürich, haben am 31. März 2014 die folgende Anfrage eingereicht: Der Regierungsrat hat seine Bereitschaft signalisiert, ein Konzept für ein Internationales Hochschulzentrum für Finanz- und Bankenwissenschaften auszuarbeiten. Auch die Universität Zürich sowie verschiedenste Fachhochschulen haben sich für ein solches Akademisches Zentrum ausgesprochen. Und der Kantonsrat beauftragt im kantonalen Richtplan die Regierung mit einer Standortabklärung. Es liegt also auf der Hand, die Machbarkeit eines solchen Hochschulcampus auch auf dem Kasernenareal vertiefter zu prüfen. Weder ein Teilgelände neben einem Innovationspark in Dübendorf noch andere brachliegende Baureserven in kantonalem Besitz könnten in der Summe so viele Pluspunkte aufweisen wie der Kasernenstandort in der Stadt Zürich. Folgende Faktoren sprechen für den Standort Kasernenareal: – Die alten Kasernen- und Zeughausgebäulichkeiten würden sich ideal für Bildungs- und Forschungsinfrastruktur, für Studenten-Wohnstudios und für öffentliche Freizeit- und Kulturräumlichkeiten eignen. – Auch ein damit verbundener öffentlich zugänglicher Park würde das Quartier in seinem Freizeit- und Erholungsangebot aufwerten. – In einem neuen Hochschulcampus könnten sich verschiedenste universitäre wie auch fachhochschulische Institute einmieten und überschneidende Lehrgänge sowie Forschungsprojekte in den Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkten Finanzmarkt und Banking anbieten. – Die unmittelbare Nähe zu den Zürcher Fachhochschulen könnte durch die Nutzung gemeinsamer Räumlichkeiten eine wertvolle Effizienzsteigerung darstellen. – Ein solcher Wissenschaftsausbau und eine Standortkonzentration könnten langfristig auf dem internationalen Parkett das Niveau und die Reputation in diesem Bereich einer Harvard University oder einer MIT Boston erlangen. – Durch das Auslagern von betroffenen Instituten der Universität Zürich würde ein Lösungsbeitrag an den heutigen Platzmangel an der UZH gleistet.

In diesem Zusammenhang bitten wir den Regierungsrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:

Erwägungen

1. Teilt der Regierungsrat die hier aufgeführten positiven Faktoren für eine Standortwahl Kasernenareal und hat er noch weitere Überlegungen dazu?

2. Ist der Regierungsrat bereit, die Machbarkeit eines Hochschulcampus für ein Internationales Akademiezentrum für Finanz- und Bankenwissenschaften auf dem Kasernenareal vertieft zu prüfen?

3. Ist der Regierungsrat bereit, diesbezüglich auch Abklärungen mit der Stadt Zürich zu führen, insbesondere im Hinblick auf die Nutzung des alten Zeughausareals?

Dispositiv

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Die Anfrage Hans-Peter Portmann, Thalwil, sowie Regine Sauter und Carmen Walker Späh, Zürich, wird wie folgt beantwortet: Zu Fragen 1 und 2: Zurzeit wird unter der Federführung der Baudirektion für das Hochschulgebiet Zürich Zentrum eine Gebietsplanung durchgeführt, die kurz vor Abschluss steht. Die Gebietsplanung knüpft an einen Masterplan von 2005 an und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den drei betroffenen Institutionen Universität (UZH), Eidgenössische Technische Hochschule (ETHZ) und Universitätsspital (USZ), der Bildungsdirektion und der Gesundheitsdirektion sowie den zuständigen Departementen der Stadt Zürich. Ziel ist es, die langfristige räumliche Entwicklung von UZH, ETHZ und USZ im Zentrum in einem neuen Masterplan 2014 aufzuzeigen. Dieser wird im weiteren Planungsverlauf die Grundlage für das Verfahren zur Anpassung des kantonalen Richtplans bilden. Die Raumentwicklungsstrategie der UZH sieht unter anderem vor, die zurzeit auf zahlreiche Standorte verteilte Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät auf dem Areal Wässerwies zusammenzuführen und dort ein Zentrum für Wirtschaftswissenschaften, einschliesslich Bank- und Finanzwissenschaften, zu errichten. Diese räumliche Konzentration ist abgestimmt auf die Rechtswissenschaftliche Fakultät, die am selben Standort angesiedelt werden soll. Die beiden Fakultäten werden damit eine noch engere Zusammenarbeit, z. B. im Rahmen des universitären Forschungsschwerpunkts Finanzmarktregulierung, pflegen können, was den Wirtschaftswissenschaften wie den Rechtswissenschaften insgesamt in Forschung und Lehre neue Möglichkeiten eröffnen wird.

Die Konzentration der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an einem Standort ist integrierter und unbestrittener Teil der Planung Hochschulgebiet Zürich Zentrum. Ein erster Umsetzungsschritt erfolgte mit dem Bauvorhaben «Ausbau Plattenstrasse 14–22», für das im März 2014 ein separates Verfahren zur Teilrevision des kantonalen Richtplans eingeleitet worden ist (RRB Nr. 289/2014). Zu Frage 3: Im Rahmen der laufenden Gebietsplanung für das Kasernenareal wurde eine Machbarkeitsstudie über neue Nutzungsmöglichkeiten des Areals durchgeführt. Die Studie hat ergeben, dass insbesondere die Militärkaserne grundsätzlich für Bildungszwecke aller Stufen – und damit auch für eine Hochschulnutzung – geeignet ist. Für die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät ist dieser Standort jedoch aus den genannten Gründen nicht sinnvoll (vgl. die Beantwortung der Fragen 1 und 2).

II. Mitteilung an die Mitglieder des Kantonsrates und des Regierungsrates sowie an die Bildungsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber: Husi