01.451
Natursteinabbau und Mineralölsteuergesetz
Verfahrensbeitrag
Antrag der Kommission
Festhalten (= Eintreten)
Antrag Theiler
Nichteintreten
Proposition de la commission
Maintenir (= Entrer en matière)
Proposition Theiler
Ne pas entrer en matière
Binder Max · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Wenn Sie das Protokoll der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen lesen, sehen Sie, dass es bei diesem Geschäft heisst: "11. September 2006, 18.25 Uhr bis 18.30 Uhr." Damit will ich Ihnen sagen, dass in der Kommission keine materielle Diskussion mehr zu diesem Geschäft stattgefunden hat. Bei der Durchsicht der Ratsprotokolle beider Räte wird auch klar, dass genau die gleichen Argumente ausgetauscht wurden, man aber zu völlig entgegengesetzten Schlussfolgerungen kam. Der Nationalrat hat aber sehr deutlich, nämlich mit 119 zu 33 Stimmen, entschieden, auf das Geschäft einzutreten respektive diese Gesetzesänderung vorzunehmen; der Ständerat entschied lediglich mit 22 zu 14 Stimmen. Das heisst also, dass der Nationalrat mit einem Stimmenverhältnis von 4 zu 1 entschieden hat, der Ständerat lediglich mit einem solchen von 2 zu 1. Deshalb gelangte die Kommissionsmehrheit - der Entscheid fiel mit 9 zu 5 Stimmen, die Präsenz war nicht mehr sehr gross - zur Überzeugung, dass es hier für uns unabdingbar sei, an unserem Entscheid festzuhalten. Das Resultat war, wie gesagt, sehr deutlich.
Ich sage Ihnen kurz, was eigentlich geändert werden soll. Wir wollen Artikel 18 Absatz 2 des Mineralölsteuergesetzes ändern, sodass es dort dann heissen würde: "Der Mineralölsteuerzuschlag wird rückerstattet, wenn der Treibstoff für die Land- oder Forstwirtschaft, den Naturwerkstein-Abbau oder die Berufsfischerei verwendet worden ist." Neu wird der "Naturwerkstein-Abbau" eingefügt, und damit wird auch gesagt, dass keine Rückerstattung für den Transport auf der Strasse gestattet wird.
Ich kann es hier kurz machen: Aufgrund der kurzen Diskussion in der Kommission, aufgrund aber auch der sehr ausführlichen und sehr seriösen Diskussion im Nationalrat beantragt Ihnen die Kommission mit 9 zu 5 Stimmen Festhalten an unserem Entscheid. Sie sehen auf der Fahne, dass es keine Minderheit gibt. Es ist heute ein Antrag Theiler eingereicht worden. Aber auch Herr Theiler hat in der Kommission mit lediglich drei Sätzen auf dieses Geschäft hingewiesen. Er hat gesagt, materiell gebe es wohl nicht mehr viel zu diskutieren, er bleibe bei seiner ursprünglichen Meinung, welche sich mit derjenigen des Ständerates decke. Inhaltlich müssen wir also nicht mehr auf das Geschäft zurückkommen, die Fakten liegen auf dem Tisch. Es ist eine rein politische Frage. Es stellt sich die Frage, ob wir gerade heute, wo wir die Regionalpolitik diskutiert haben, hier ein Erstes tun wollen und diese Hilfestellung auch den strukturschwachen Regionen mit einer strukturschwachen Branche geben wollen.
Im Namen der Kommissionsmehrheit bitte ich Sie, an unserem Entscheid festzuhalten.
Simoneschi-Cortesi Chiara · Mit-F · Nationalrat · Tessin · Christlichdemokratische Fraktion
Moi aussi, je tenterai d'être brève, mais je vous rappelle cependant deux ou trois aspects de la question.
Le 20 juin 2003, notre conseil a donné suite à l'initiative parlementaire Robbiani par une très forte majorité de 125 voix contre 31. Le 8 mars 2006, quand nous avons examiné le rapport de la commission et le projet de modification de la loi sur l'imposition des huiles minérales, notre conseil a décidé d'adhérer au projet de la commission par une forte majorité de 119 voix contre 33. Le 20 juin 2006, le Conseil des Etats, à l'issue d'une discussion, n'est pas entré en matière sur le projet par une courte majorité de 22 voix contre 14.
La commission a peu débattu de la question - c'était l'après-midi -, mais elle a maintenu sa position. Elle garde ainsi la conviction que l'on doit dire oui à cette modification de la loi et non à Monsieur Theiler qui, encore une fois - c'est son droit -, propose de ne pas entrer en matière.
La proposition de Monsieur Robbiani est très simple: voulons-nous, oui ou non, faire figurer la branche de l'extraction de pierre naturelle parmi les catégories qui bénéficient du remboursement de la taxe sur les huiles minérales, par analogie avec l'agriculture, la sylviculture et la pêche professionnelle? C'est la question.
Je vous rappelle que jusqu'en 1996 cette branche était énumérée dans la loi et qu'elle recevait ce remboursement. Je vous expose encore quelques raisons en résumé.
La première réside dans le fait que la branche professionnelle concernée valorise une richesse naturelle de notre pays. Donc, en analogie avec l'agriculture, la sylviculture, la pêche professionnelle, cette branche fait partie du secteur primaire et elle est importante. Dans certaines vallées, il n'y a que ça, c'est-à-dire aucune autre activité que l'extraction de pierre naturelle. Je ne vois pas pourquoi les trois autres domaines bénéficient de cette possibilité de remboursement et pourquoi cette branche si importante dans certaines régions périphériques et de montagne n'en bénéficie pas.
Deuxièmement, ce sont des PME de caractère familial; elles jouent un rôle important dans le maintien de la population dans ces régions. Cela a aussi, du point de vue économique, de l'importance.
Une autre raison encore: la majorité des membres de la commission sont convaincus - selon un argument de Monsieur Theiler - qu'on ne risque pas ici de créer un précédent. Le secteur de l'extraction de pierre naturelle est en effet clairement défini dans le rapport paru au mois de mars dernier. On décrit exactement quel travail est exonéré du remboursement: ce n'est pas tout le travail que l'on fait dans une carrière, il ne s'agit que de l'extraction, et non du travail plus fin exécuté sur le granit.
Enfin, le problème financier est vraiment très petit pour la Confédération, vu qu'elle n'y perdrait que 5 millions de francs. Concernant le travail administratif, les craintes de Monsieur Theiler sont injustifiées. Je cite: "Le travail administratif nécessaire à l'exécution du remboursement devrait rester limité et devrait pouvoir être maîtrisé avec les moyens à disposition."
Je vous demande de confirmer notre oui au projet issu de l'initiative parlementaire 01.451, à cette modification de loi.
Theiler Georges · Mit-M · Nationalrat · Luzern · Freisinnig-demokratische Fraktion
Nachdem die cara Chiara schon fast alle meine Argumente erwähnt hat, könnte ich eigentlich gleich an den Platz gehen und die Abstimmung starten lassen. Und ich würde Ihnen auch eine riesige Freude machen.
Aber es gibt noch einen Satz zu sagen: Wir haben heute den NFA verabschiedet, wir haben heute die neue Regionalpolitik verabschiedet, wir haben beim Infrastrukturfonds 800 Millionen Franken für die Berggebiete gesprochen - meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen: Ich war immer dafür. Das zeigt, dass ich hier nicht einfach gegen einen regionalpolitischen Ausgleich bin. Aber es macht keinen Sinn, wenn wir in allen Nebengesetzen ständig Ausnahmen einführen, und das Präjudiz - cara Chiara - ist eben geschaffen. Die Maschinen, die Sie in Sedrun im Loch unten gesehen haben, werden fünfzehn Jahre dort unten bleiben, sie werden nie eine Strasse sehen, und trotzdem muss für sie die Mineralölsteuer bezahlt werden. Für die Motorboote und die Pistenfahrzeuge muss man sie auch zahlen, obwohl sie die Strasse nie benützen.
Also schaffen Sie hier keine Ausnahme, schaffen Sie kein Präjudiz.
Merz Hans-Rudolf · BR-M · Bundesrat · Appenzell A.-Rh.
In der Tat ist es so, dass hier in erster Linie eine Abwägung zwischen regionalpolitischen Anliegen und ordnungspolitischen Fragen gemacht werden muss. Dass ich die Verpflichtung habe, die Ordnungspolitik zu präsentieren, ergibt sich eigentlich aus meiner Funktion. Ich muss ja über diese Gesetze auch wachen, muss dafür sorgen, dass sie eingehalten werden, insbesondere alle Fiskalgesetze.
Die Argumente im Einzelnen möchte ich nicht wiederholen. Ich möchte damit auch die Debatte nicht verlängern. Wir haben in beiden Räten bereits einmal über dieses Thema gesprochen. Wir haben gesehen, dass es gute Gründe geben mag, warum man diese Branche bevorzugt, dass es aber auch viele Gründe gibt, die dagegen sprechen, die mit der Subventionierung, die mit der EU-Kompatibilität, die mit der WTO, die mit dem Präjudiz für andere Branchen zu tun haben. Und letztlich haben sie auch mit Klarheit in Bezug auf die Fiskalgesetzgebung zu tun.
Deshalb empfehle ich Ihnen, diesem Entwurf nicht zuzustimmen.
Simoneschi-Cortesi Chiara · Mit-F · Nationalrat · Tessin · Christlichdemokratische Fraktion
Vorrei solo dire che il caro Georges Theiler, essendo stato così gentile da chiamarmi "cara Chiara", mi ha toccato il cuore.
Je voulais quand même lui dire que ce Parlement, et c'est la dernière chose que je dirai puisque les autres, je les ai déjà dites, a refusé de pénaliser les remboursements dans tous les secteurs de l'agriculture et de la sylviculture lors du programme d'allègement budgétaire. Il a refusé parce qu'il a voulu être attentif à ce secteur primaire. Je rappelle quand même que le secteur de l'extraction de pierre naturelle a profité des allègements jusqu'en 1994.
Voilà, j'espère que vous voterez bien comme votre commission vous l'indique.
Messmer Werner · Mit-M · Nationalrat · Thurgau · Freisinnig-demokratische Fraktion
Dass ich aufgrund meiner Position im Baumeisterverband etwas im Clinch bin, ist verständlich. Aber ich habe schon etwas Mühe. So frage ich Sie jetzt, warum wir diese Frage nicht auf alle Kiesgrubenbesitzer ausweiten, wenn Sie schon jene Betriebe berücksichtigen wollen, die sich zu Recht über dieses System aufregen, weil ihre Maschinen die Strassen gar nicht benutzen? Die Kiesgrubenbesitzer reklamieren auch immer wieder, dass sie diesen Beitrag leisten müssen. Warum dehnen wir diese Frage nicht wieder auf das ganze Baugewerbe aus? Wir hatten einmal diese Lösung. Unsere Baumaschinen benutzen nicht die Strassen, sondern fahren auf der grünen Wiese oder im Dreck herum. Also, ich möchte Sie schon fragen, ob hier die Ordnungspolitik wirklich nicht zu kurz kommt.
Simoneschi-Cortesi Chiara · Mit-F · Nationalrat · Tessin · Christlichdemokratische Fraktion
Wir haben das in der Kommission viele Male besprochen. Das ist auch im Bericht beschrieben; ich habe es auch im März schon gesagt. Wir wollten auf der einen Seite diese spezifische Branche dorthin zurückführen, wo sie schon vorher war, also mit der Landwirtschaft, mit der Fischerei und mit der "sylviculture" - ich weiss nicht, wie man auf Deutsch sagt - zusammenführen, weil dies eben Teilsektoren des Primärsektors sind. Diese Branche ist sehr gefährdet, weil sie eben in den Landregionen beheimatet ist, in den Randregionen, wo auch die Transporte mehr kosten. Es gibt einen grossen Wettbewerb, denn das ist die einzige wirtschaftliche Möglichkeit in diesen Tälern. Auf der anderen Seite ist die Bauwirtschaft eine florierende Wirtschaftsbranche, sie ist nicht gefährdet. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Bauwirtschaft und dieser Branche.
Egerszegi-Obrist Christine · 1VP-F · Nationalrat · Aargau · Freisinnig-demokratische Fraktion
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Kommission .... 96 Stimmen
Für den Antrag Theiler .... 35 Stimmen
Präsidentin (Egerszegi-Obrist Christine, erste Vizepräsidentin): Das Geschäft geht wieder zurück an den Ständerat.
Damit sind wir am Ende der zweiten Sessionswoche in Flims angelangt. Ich wünsche denjenigen, die heimkehren, eine schöne Heimkehr und den Zahlreichen, die hier bleiben, ebenfalls ein schönes Wochenende.
Schluss der Sitzung um 13.00 Uhr
La séance est levée à 13 h 00