07.3363

Aussenpolitik im Dialog. Broschüre

Bieri Peter · P-M · Ständerat · Zug · Christlichdemokratische Fraktion

Ist der Interpellant von der schriftlichen Antwort des Bundesrates befriedigt, oder beantragt er Diskussion?

Stähelin Philipp · Mit-M · Ständerat · Thurgau · Christlichdemokratische Fraktion

Ich werde, auch um die Stimme der Frau Bundesrätin zu schonen, auf die Diskussion verzichten. Ich erlaube mir aber einige wenige Bemerkungen dazu.

Ich weiss nicht, wer von Ihnen diese mehrfarbige Broschüre des EDA "Aussenpolitik im Dialog" gelesen hat und den damit verbundenen Fragenkatalog kennt. Eine kleine Umfrage meinerseits hat ergeben, dass kaum jemand davon Kenntnis genommen hat. Es ist vor allem der Fragenkatalog, der bei meiner Lektüre sofort das rote Lämpchen aufleuchten liess. Dieser Fragenkatalog soll, gemäss Antwort des Bundesrates auf meine Interpellation, den Dialog zwischen interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie dem EDA erleichtern; er solle ausschliesslich die Diskussion anregen und sei nicht als Meinungsumfrage konzipiert.

Darauf kommt man allerdings nicht, wenn man so klare Fragen wie die folgenden liest: Gibt es zu viele Botschaften und Konsulate? Sollte die Schweiz nicht viel mehr für den Frieden tun und ihre Guten Dienste offensiver anbieten? Sollte die Schweiz wie Finnland und Österreich mehr Truppen für Friedensoperationen zur Verfügung stellen? Können Sie sich vorstellen, dass die Schweiz als neutrales Land in den nächsten zwanzig Jahren im Uno-Sicherheitsrat Einsitz nimmt?

Dass solche Fragen sowohl Meinungen ermitteln wollen als auch zu einem guten Teil ausgesprochen suggestiven Charakter haben, scheint mir offensichtlich. Damit bewegen sich Broschüre und Fragenkatalog an einer Grenze dessen, was noch unserem System der direkten Demokratie entspricht. Schliesslich sollen weder Umfragen an die Stelle von Abstimmungen treten noch suggestive Fragestellungen staatlicher Instanzen die Meinungsbildung beeinflussen.

Trotzdem und obwohl sich der Bundesrat bei der Beantwortung kein Bein ausgerissen hat, kann ich heute auf eine Diskussion der Interpellation verzichten. Ich habe, wie gesagt, festgestellt, dass Broschüre und Fragenkatalog nur wenig Verbreitung gefunden haben und ausser im Internet und beim Eingang unseres Parlamentsgebäudes - wo sie ja offenbar kaum Beachtung finden - reine Randerscheinungen geblieben und auch nicht mehr gross ins Schaufenster gestellt worden sind.

Damit hat die Interpellation offenbar ihren Zweck erfüllt, und ich danke dafür.

Bieri Peter · P-M · Ständerat · Zug · Christlichdemokratische Fraktion

Herr Stähelin, ich habe Sie eigentlich gefragt, ob Sie eine Diskussion wünschen. Sie haben diese Frage verneint, dann aber die Diskussion geführt. Immerhin haben Sie gesagt, dass Sie nicht auf einer ergänzenden Antwort von Frau Bundespräsidentin Calmy-Rey bestehen würden. Wenn Sie trotzdem eine solche wünschen, beschliessen wir Diskussion. - Dies ist der Fall. Frau Bundespräsidentin Calmy-Rey gibt Ihnen gerne eine ergänzende mündliche Antwort.

Calmy-Rey Micheline · BPR-F · Bundesrat · Genf

Nous avons mis dans cette brochure les principaux thèmes relatifs à la politique étrangère de la Suisse, avec le souhait d'informer et de dialoguer avec les Suissesses et les Suisses. Pour qu'il y ait un véritable dialogue, il fallait bien qu'il y ait un support. Il ne s'agit pas d'un sondage, d'un questionnaire censé mener à un sondage pour permettre au Conseil fédéral de savoir dans quelle direction il doit aller. Et là, je partage votre avis: ce serait comme vouloir par là obtenir une opinion fondée et scientifique des Suissesses et des Suisses. Il ne s'agit pas de cela. Il s'agissait de pouvoir dialoguer avec eux et d'avoir un support de dialogue. Sur Internet, ce n'est pas le problème puisque c'est interactif; mais la brochure est destinée aux écoles, aux discussions entre les écoliers et le questionnaire a pour objectif de leur permettre de se positionner et de débattre de politique étrangère.

Voilà, j'essaie de calmer vos craintes. Dans le monde d'aujourd'hui, il est important que la politique étrangère puisse être expliquée. D'une part, elle intéresse les gens, parce qu'en politique étrangère le positionnement d'un pays est une sorte de réduction de l'identité nationale à l'extérieur, une sorte de simplification de cette identité nationale, et cela touche les Suissesses et les Suisses. D'autre part, on peut de moins en moins faire une séparation entre politique intérieure et politique extérieure. Il est donc important que les citoyennes et les citoyens soient informés des enjeux de politique étrangère. Et c'était une tentative de dialogue avec eux.