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Mitteilungen der Präsidentin

Bruderer Wyss Pascale · P-F · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion

Zwei Kollegen beenden vor dem Beginn der Frühjahrssession 2010 ihre Tätigkeit in unserem Rat: Attilio Bignasca und Maurice Chevrier.

Unser Kollege Attilio Bignasca hat altershalber seinen Rücktritt auf den 31. Dezember 2009 erklärt. Er möchte seine Arbeitsbelastung reduzieren und sich ganz seinen beruflichen und politischen Aufgaben im Kanton Tessin widmen. Er ist dort seit 1991 Mitglied des Grossen Rates, den er im Jahre 2002/03 präsidiert hat. Im Kantonsparlament ist er auch Fraktionschef der Lega dei Ticinesi.

Er vertritt seinen Kanton und seine Partei im Nationalrat seit dem 1. Dezember 2003. Als einziger Vertreter der Lega dei Ticinesi im Parlament fand er Aufnahme in die Fraktion der Schweizerischen Volkspartei und konnte somit seinem Wunsch gemäss auch Mitglied einer Kommission werden. In der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen hat er sich insbesondere um die Lösung der zahlreichen hängigen Verkehrsfragen im Kanton Tessin bemüht. Wer ihn näher kennengelernt hat, schätzt ihn als aufgeschlossenen, zugänglichen, freundlichen Gesprächspartner mit grosser Lebenserfahrung. Wir danken ihm für seine Arbeit in Bern und wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute. (Beifall)

Nationalrat Maurice Chevrier wurde 1999 als Vertreter der CVP von den Walliser Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern in den Nationalrat gewählt. Er war zunächst Mitglied der GPK und der WBK, ab 2003 dann Mitglied der UREK, der RK und der GK. Sein Hauptziel in Bern war die Vertretung des Kantons Wallis, dessen Anliegen er stets überzeugend und mit viel Engagement eingebracht hat.

Gerade seine persönlichen Vorstösse zeigen aber, dass er sich auch gerne mit grundsätzlichen rechts- und staatspolitischen Fragen befasst. Er gehört zu den wenigen Ratsmitgliedern, die von sich sagen können, dass eine ihrer parlamentarischen Initiativen von beiden Kammern gutgeheissen worden ist: Seine Initiative zu einer Änderung im Bürgschaftsrecht hat zur Aufhebung von Artikel 489 Absatz 2 OR geführt. Maurice Chevrier hat damit nicht zur oft beklagten Ausweitung der Gesetzgebung beigetragen, sondern zu ihrer Vereinfachung. Einer anderen parlamentarischen Initiative mit interessantem Inhalt war kein Erfolg beschieden. Unter dem Titel "Mehr Wirksamkeit, weniger Wahltaktik" forderte unser Kollege eine fünfjährige Amtsdauer für die eidgenössischen Räte und die Magistratspersonen.

Im Weiteren ist seine Motion betreffend die Förderung privater Investitionen in der letzten Herbstsession gegen den Willen des Bundesrates angenommen worden. Und seine kürzlich eingereichte parlamentarische Initiative zur Schaffung einer Justizkommission, die den Geschäftsgang der Gerichtsbehörden und der Bundesanwaltschaft überwachen soll, wird noch für Diskussionen sorgen.

Maurice Chevrier verlässt uns, um im Kanton Wallis die Dienststelle für innere und kommunale Angelegenheiten zu leiten. Wir hoffen, dass wir Maurice Chevrier in Bern wieder sehen werden. Sicher wird dies der Fall sein, wenn der FC Sion wieder den Cupfinal bestreiten und, wie immer, gewinnen wird.

Wir danken Maurice Chevrier für seinen grossen Einsatz in Bern und wünschen ihm beruflich wie politisch und privat alles Gute und viel Erfolg. (Beifall)

Wir haben auch zwei Mitarbeiter der Parlamentsdienste zu verabschieden.

Mit dem Ende dieser Session wird ein langjähriger Mitarbeiter der Parlamentsdienste pensioniert: Herr Jürgen Theobaldy, Protokollführer beim Dienst für das Amtliche Bulletin. Herr Theobaldy wurde in Strassburg geboren, liess sich zum Lehrer ausbilden und studierte später Germanistik. Vor zwanzig Jahren nahm er seine Arbeit bei den Parlamentsdiensten auf. Seither hat er Hunderte von Kommissionssitzungen miterlebt und Tausende von Protokollseiten verfasst - dies stets mit besonderem stilistischem Feingefühl, denn Herr Theobaldy ist im Hauptberuf anerkannter Lyriker und Schriftsteller. 2007 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem bernischen Literaturpreis ausgezeichnet.

Wenn das Parlament also von Herrn Theobaldys sprachlichen Fähigkeiten profitieren konnte, hat es umgekehrt auch in seinem Werk Spuren hinterlassen. So hat er in seinem Roman "Trilogie der nächsten Ziele" der parlamentarischen Protokollführung ein literarisches Denkmal gesetzt.

Im Namen unseres Rates danke ich Herrn Jürgen Theobaldy für seine langjährigen wertvollen Dienste zugunsten unserer Kommissionen und wünsche ihm herzlich alles Gute und weiterhin viel Erfolg für sein zukünftiges Schaffen. (Beifall)

Heute hat Herr Robert Heymann, der stellvertretende Leiter Parlamentsbesuche, seinen letzten Sessionsarbeitstag. Er verlässt die Parlamentsdienste Ende Februar 2010 aus Altersgründen. Sein erster Arbeitstag am 5. März 2001 war ein ganz besonderer: Frühmorgens fand er sich vor dem Parlamentsgebäude ein und fuhr dann gleich weiter nach Lugano, wo am Nachmittag die Session begann.

Drei Eigenschaften zeichnen Robert Heymann besonders aus. Erstens seine hervorragenden Sprachkenntnisse: Mit seinem eloquenten Englisch, eleganten Französisch und temperamentvollen Italienisch hat er zahlreichen Gästen Parlament und Parlamentsgebäude nähergebracht und konnte sich der Begeisterung der Besucherinnen und Besucher sicher sein.

Zweitens sein Dienstleistungsverständnis: Irgendwie schaffte er es auch unter grösstem Druck immer wieder, spontan eine zusätzliche Gästegruppe kurz zu begleiten oder ein Sitzungszimmer für eine Diskussion zu organisieren.

Drittens hatte man oft den Eindruck, dass Robert Heymanns Laune mit zunehmender Belastung besser wurde. Er ging stets mit Humor und einem Augenzwinkern durch die Hektik des Alltags und hat sein ansteckendes Lachen nie verloren.

Wir alle danken Ihnen, Herr Heymann, ganz herzlich für Ihren engagierten Einsatz für uns und unsere Gäste. Für Ihre "parlamentsfreie" Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute, gute Gesundheit und dass Ihre Fröhlichkeit Sie weiterhin begleiten mag - herzlichen Dank! (Beifall)