09.5411
Milchpreis. Wie soll das weitergehen?
Leuthard Doris · VPBR-F · Bundesrat · Aargau
Frau Nationalrätin Glauser hat im Rahmen der Fragestunde vom 14. September 2009 eine analoge Frage gestellt (09.5359). Die wichtigsten Punkte der Antwort auf diese Frage sind nachfolgend zusammengefasst:
1. Es gibt in der Schweiz nicht einen einzigen Milchpreis, sondern je nach Verwertungsart grosse Unterschiede.
2. Jeder Betrieb hat seine individuelle Kostenstruktur, weshalb ein Milchpreis von 60 Rappen nicht für alle Betriebe ausreichend ist, damit diese langfristig überleben können. Diese Betriebe müssen sich vermehrt auf den Markt ausrichten, indem sie beispielsweise einen wertschöpfungsstärkeren Verwertungskanal für ihre Milch finden, Grösseneffekte nutzen oder mit anderen Landwirten überbetrieblich zusammenarbeiten.
3. Zu berücksichtigen ist weiter, dass die Direktzahlungen für Raufutter verzehrende Tiere, die Kuhbeiträge, per 1. Januar 2009 von 200 auf 450 Franken je Milchkuh erhöht worden sind. Das macht für die Milchproduzenten zusammen mit den Anpassungen der Beiträge für die Tierhaltung unter erschwerten Produktionsbedingungen 200 Millionen Franken Direktzahlungen aus. Dies entspricht einem Äquivalent von durchschnittlich 7 Rappen pro Kilo produzierter Milch. Zudem stehen jährlich weiterhin 270 Millionen Franken an Verkäsungs- und Siloverbotszulagen zur Verfügung.
von Siebenthal Erich · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Frau Bundesrätin, wie wollen Sie die Wertschöpfung in der Landwirtschaft erhöhen? Wir haben ein sehr teures Umfeld, und der Absatz ist sehr schwierig. Wie soll da die Rechnung mit guten Produkten, die einen Mehrwert haben, aufgehen? Ich habe auch solche Produkte, aber das hilft mir nicht weiter, bei dem teuren Umfeld, das wir in unserem Lande haben. Also, das ist nicht die Lösung für unsere Landwirtschaft. Es ist sicher ein Ansatz, aber es hilft uns letztendlich nicht.
Leuthard Doris · VPBR-F · Bundesrat · Aargau
Herr von Siebenthal, wir könnten jetzt natürlich drei, vier Stunden über Agrarpolitik sprechen, wir müssten alle Dossiers durchgehen. Tatsache ist, dass es das Ziel des Bundesrates ist, die Kosten zu senken, da sind wir uns einig. Wir haben von der Arbeitsgruppe Begleitmassnahmen auch einige Hinweise darauf erhalten, wo die Schweizer Landwirtschaft im Vergleich zu unseren Nachbarstaaten klar schwierigere und damit kostenintensivere Bedingungen hat. Diese Bereiche gilt es nun mit einem Aktionsplan anzupacken. Das geht von der Raumplanung über das Baurecht bis hin zum nichtausgelasteten Maschinenpark; diese Probleme müssen wir miteinander lösen, damit wir kompetitiver werden.