08.011

OR. Aktien- und Rechnungslegungsrecht

Germanier Jean-René · P-M · Nationalrat · Wallis · Freisinnig-demokratische Fraktion

3. Obligationenrecht (Revisionsrecht)

3. Code des obligations (Droit de la révision)

Ziff. Ia

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

Ch. Ia

Proposition de la commission

Adhérer à la décision du Conseil des Etats

Angenommen - Adopté

Ziff. II Abs. 2

Antrag der Mehrheit

Es tritt am 1. Januar 2012 in Kraft, sofern die Referendumsfrist unbenutzt abgelaufen ist. Andernfalls bestimmt der Bundesrat das Inkrafttreten.

Antrag der Minderheit

(Leutenegger Oberholzer, Daguet, Jositsch, Sommaruga Carlo, Thanei, von Graffenried, Wyss Brigit)

Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

Ch. II al. 2

Proposition de la majorité

En l'absence de référendum, elle entre en vigueur le 1er janvier 2012. En cas de référendum et d'acceptation par le peuple, le Conseil fédéral fixe la date de l'entrée en vigueur.

Proposition de la minorité

(Leutenegger Oberholzer, Daguet, Jositsch, Sommaruga Carlo, Thanei, von Graffenried, Wyss Brigit)

Adhérer à la décision du Conseil des Etats

Leutenegger Oberholzer Susanne · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Ich bitte Sie, die Inkraftsetzung in der Kompetenz des Bundesrates zu belassen, wie das eigentlich üblich ist. In diesem Rat hat die Unsitte um sich gegriffen, dass wir vom Parlament aus das Inkraftsetzen ins Gesetz schreiben. Ich erinnere Sie an die Mehrwertsteuervorlage. Wir sollten jetzt nicht wieder den gleichen Fehler machen. Es ist auch falsch, dass die Änderung des Revisionsrechts vor der Änderung des Rechnungslegungsrechts in Kraft gesetzt wird. Das schafft nur neue Komplikationen.

Ich bitte Sie deshalb: Belassen Sie die Kompetenz beim Bundesrat, und folgen Sie der Minderheit. Damit haben wir auch die Konkordanz der Gesetzesänderungen garantiert.

Schwander Pirmin · Mit-M · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Ich bitte Sie, hier der Mehrheit zu folgen.

Warum haben wir die Vorlage 3 gemacht? Genau aus dem Grund, weil wir die Vorlage 3, nämlich die höheren Schwellenwerte, sofort, das heisst auf den 1. Januar 2012, in Kraft setzen und den Unternehmungen damit Sicherheit geben wollen; sie sollen wissen, ab wann diese höheren Schwellenwerte eben gelten. Wir möchten nicht, dass der Bundesrat dies verzögert, denn es ist genau der politische Wille in diesem Saal - deshalb haben wir die Vorlage 3 gemacht -, dass die höheren Schwellenwerte sofort in Kraft treten.

Ich bitte Sie daher dringend, der Mehrheit zu folgen.

Sommaruga Simonetta · BR-F · Bundesrat · Bern

Sie beraten hier eine Vorlage, die bereits zweimal aufgespalten worden ist. Jetzt möchten Sie den dritten Teil, also den abgespaltenen Teil zu den Schwellenwerten, per 1. Januar 2012 in Kraft setzen.

Der Bundesrat ist froh, dass Sie mit der Übergangsbestimmung, die Sie vorher eingefügt haben, wenigstens dafür gesorgt haben, dass es keine Rückwirkung gibt, und dass die Erhöhung der Schwellenwerte so weit geklärt ist, dass es zu keinen Komplikationen juristischer Art kommt. Nun steht nur noch die Frage im Raum, ob Sie bestimmen wollen, wann diese abgespaltene Vorlage in Kraft tritt, oder ob Sie das Inkrafttreten dem Bundesrat überlassen. Ich möchte Sie bitten, es dem Bundesrat zu überlassen. Der Bundesrat wird nicht für eine Verzögerung sorgen. Der Bundesrat ist dafür verantwortlich, dass eine Vorlage dann in Kraft tritt, wenn die notwendigen Vorbereitungsarbeiten geleistet worden sind. Es ist auch mit Blick auf die Rechtssicherheit und die Klarheit von Vorteil, wenn die Betroffenen und gerade auch die Unternehmen wissen, dass zum Zeitpunkt, zu dem eine neue Bestimmung in Kraft tritt, die notwendigen Vorbereitungsarbeiten geleistet worden sind.

Ich kann Ihnen also versichern, dass der Bundesrat das Inkrafttreten dieser Vorlage nicht verzögern, sondern im Sinne der Klarheit und der Rechtssicherheit dafür sorgen wird, dass bis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens die notwendigen Vorbereitungsarbeiten geleistet worden sind. Ich bitte Sie also, der Minderheit zu folgen.

Markwalder Christa · Mit-F · Nationalrat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion

Das Aktien- und Rechnungslegungsrecht wurde während der Beratungen im Parlament auf drei Vorlagen aufgeteilt. Die erste Vorlage, die grosse Aktienrechtsrevision, ist in der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates sistiert, bis wir die Gegenvorschläge auf Gesetzes- und Verfassungsstufe zur Minder-Initiative beraten haben. Aus der vom Ständerat abgespaltenen Vorlage 2 des Rechnungslegungsrechts wurde vom Nationalrat mit einer dritten Vorlage ein kleiner Teil herausgebrochen, nämlich die Schwellenwerte im Revisionsrecht.

Der Nationalrat beschloss in der Herbstsession 2010, Artikel 727 des Obligationenrechts in die Revision des Rechnungslegungsrechts mit einzubeziehen und die Schwellenwerte anzuheben. Gemäss dieser Bestimmung müssen neben Publikums- und konzernrechnungspflichtigen Gesellschaften neu nun auch jene Gesellschaften eine ordentliche Revision vornehmen, die in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren zwei der folgenden Schwellenwerte überschreiten: eine Bilanzsumme von 20 Millionen Franken, einen Umsatzerlös von 40 Millionen Franken oder 250 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt. Der Nationalrat beschloss zudem, mit dem revidierten Artikel 727 eine eigene Vorlage zu bilden und diese rasch in Kraft zu setzen, was inzwischen auch vom Ständerat gutgeheissen worden ist.

In der heutigen Differenzbereinigung geht es nur noch darum, ob das Parlament den Termin der Inkraftsetzung beschliesst oder ob dies dem Bundesrat überlassen werden soll. Die Mehrheit der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates beantragt Ihnen, die Vorlage 3 unter Vorbehalt des Ergreifens eines fakultativen Referendums auf den 1. Januar 2012 in Kraft zu setzen.

Ich bitte Sie, dem Antrag der Mehrheit Ihrer Kommission zu folgen und den Antrag der Minderheit abzulehnen.

Nidegger Yves · Mit-M · Nationalrat · Genf · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Le projet 3 de la révision du droit de la société anonyme et du droit comptable a été extraite de ce grand chantier à ciel ouvert qu'est devenu la révision du droit de la société anonymen, suite notamment à tous les travaux relatifs au contre-projet à l'initiative populaire "contre les rémunérations abusives".

L'idée était de "sortir" du lot un aspect essentiellement technique, de le traiter séparément et plus rapidement, et notre conseil a eu l'occasion de se prononcer déjà sur cette élévation des seuils à compter desquels les entreprises sont soumises à révision ordinaire. Ces seuils ont été élevés à 20 millions de francs de bilan, 40 millions de francs de chiffre d'affaires et une moyenne annuelle de 250 emplois à plein temps, contre l'avis du Conseil des Etats qui, finalement, s'est rallié à la décision de notre conseil sur ce point.

Il reste comme divergence la seule question de l'entrée en vigueur de ces nouvelles normes. Notre conseil avait fixé une entrée en vigueur au 1er juillet 2011 contre l'avis du Conseil des Etats et de sa commission qui avaient décidé que la date d'entrée en vigueur serait décidée, comme à l'ordinaire, par le Conseil fédéral.

Le projet a été réexaminé par votre commission aux aurores hier matin, et elle a trouvé une espèce de compromis. Elle est partie de l'idée, d'une part, qu'il était bon que la loi entre en vigueur relativement rapidement parce qu'on ne sait pas exactement combien de temps cela prendra pour que le chantier général du droit de la société anonyme et du droit comptable arrive à terme et, d'autre part, qu'il était bon de déterminer une date fixe, un "dies a quo", à partir duquel faire ces calculs. En effet, les entreprises qui vont bénéficier d'un allègement par rapport à la révision ordinaire ne sont soumises aux règles de la révision ordinaire qu'après deux exercices où deux des trois valeurs retenues dépassent les seuils fixés et, par conséquent, il importe que la loi prévoie une date à partir de laquelle les entreprises puissent savoir comment calculer les deux années précédentes en question. Cette date a été fixée par notre commission au 1er janvier 2012, sous réserve bien entendu que le délai référendaire ne soit pas utilisé, que le référendum ne soit pas lancé. Si le référendum devait être lancé, la règle ordinaire s'appliquerait, à savoir que le Conseil fédéral fixerait lui-même la date d'entrée en vigueur.

La commission, par 13 voix contre 7 et 1 abstention, en a décidé ainsi et elle vous demande de la suivre.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Mehrheit ... 105 Stimmen

Für den Antrag der Minderheit ... 45 Stimmen