12.468, 12.469

Verwaltungsräte der bundesnahen Unternehmungen. Gleichmässige Vertretung von Frauen und Männern / Verwaltungsräte der börsenkotierten Unternehmen. Gleichmässige Vertretung von Frauen und Männern. Änderung des Börsengesetzes

Verfahrensbeitrag

12.468

Antrag der Mehrheit

Der Initiative keine Folge geben

Antrag der Minderheit

(Reynard, Aebischer Matthias, Aubert, Chevalley, Graf Maya, Jositsch, Maire Jacques-André, Neirynck, Steiert, Trede, Weibel)

Der Initiative Folge geben

Proposition de la majorité

Ne pas donner suite à l'initiative

Proposition de la minorité

(Reynard, Aebischer Matthias, Aubert, Chevalley, Graf Maya, Jositsch, Maire Jacques-André, Neirynck, Steiert, Trede, Weibel)

Donner suite à l'initiative

12.469

Antrag der Mehrheit

Der Initiative keine Folge geben

Antrag der Minderheit

(Reynard, Aebischer Matthias, Aubert, Chevalley, Graf Maya, Jositsch, Maire Jacques-André, Steiert, Trede, Weibel)

Der Initiative Folge geben

Proposition de la majorité

Ne pas donner suite à l'initiative

Proposition de la minorité

(Reynard, Aebischer Matthias, Aubert, Chevalley, Graf Maya, Jositsch, Maire Jacques-André, Steiert, Trede, Weibel)

Donner suite à l'initiative

Lustenberger Ruedi · P-M · Nationalrat · Luzern · Fraktion CVP-EVP

Präsident (Lustenberger Ruedi, Präsident): Sie haben zwei schriftliche Berichte der Kommission erhalten.

Leutenegger Oberholzer Susanne · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Herr Präsident, ich weiss, dass Sie immer wieder für etwas Ruhe im Saal sorgen. Wenn der Lärmpegel etwas niedriger wäre, könnten auch die Damen und Herren auf der Tribüne besser mitverfolgen, wie wir argumentieren. - Danke.

Ich spreche zu beiden parlamentarischen Initiativen. Sie wissen, dass Organisationen mit einer guten Durchmischung der Generationen, der Geschlechter usw. auch auf Führungsebene bessere Resultate erzielen als einseitig zusammengesetzte Gremien. Das zeigen alle Studien zur sogenannten Gender Diversity. Warum ist das so? Solche durchmischten Organisationen bilden die Bedürfnisse der Gesellschaft besser ab.

Was nun die Frauen betrifft, ist festzustellen, dass sie vielfach aufgrund anderer biografischer Situationen andere Erfahrungshintergründe haben als Männer. Sie haben offenbar auch ein anderes Risikoverhalten als Männer, und das bringen sie dann eben in die Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte mit ein.

Was für die Politik längst eine selbstverständliche Erkenntnis ist - deswegen sind wir ja auch bemüht, in den Parlamenten eine möglichst gleichmässige Vertretung von Frauen und Männern zu haben -, gilt auch für die Wirtschaft. Das schlägt sich auch in wissenschaftlichen Untersuchungen nieder. Deshalb erlaubt es sich heute niemand mehr, öffentlich eine gleichmässige Vertretung von Frauen und Männern in den Führungsetagen von Unternehmungen abzulehnen. Selbst der Schweizerische Arbeitgeberverband hat eine Studie über die bessere Vertretung der Frauen in Verwaltungsräten von schweizerischen Publikumsgesellschaften machen lassen; ich verweise auf diese Studie. Auch darin wird bestätigt, dass gemischte Teams bessere Leistungen erbringen. Deswegen ist auch in den verschiedensten Ländern die Festlegung von Quoten bereits gesetzlich verankert worden, oder sie wird zumindest ernsthaft diskutiert, wie dies auch in Bezug auf den Koalitionsvertrag in Deutschland der Fall ist.

In der Schweiz wiederum führen wir diese Diskussion seit Jahrzehnten, spätestens seit der Gleichstellungsartikel vor mehr als dreissig Jahren in der Bundesverfassung verankert wurde. Wie sieht die Bilanz nun aus? Auf juristischer Ebene haben wir viel erreicht, das ist unbestritten. In fast allen Rechtsgebieten sind Frauen und Männer gleichgestellt. Auch in der Politik haben wir einige Schritte vorwärts gemacht - im Bundesrat hatten wir sogar einmal eine Zeit lang eine Frauenmehrheit. Im Parlament besteht noch Verbesserungsbedarf, der Frauenanteil beträgt rund 30 Prozent, und das ist noch nicht genug.

Anders sieht es in der Wirtschaft aus. Selbst der Schweizerische Arbeitgeberverband ist klar der Meinung, dass hier Nachholbedarf besteht. Verwaltungsratsmandate werden der Untersuchung des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes zufolge zu 90 Prozent innerhalb von eigenen Netzwerken vergeben. Diese Netzwerke bestehen bei den heutigen Machtverteilungen naturgemäss mehrheitlich aus Männern. Entsprechend ist das Resultat. Frauen sind in Führungsetagen von Schweizer Unternehmungen untervertreten. In den Geschäftsleitungen der grössten Schweizer Unternehmungen wurden Ende 2012 nur 6 Prozent Frauen gezählt, in den Verwaltungsräten machte ihr Anteil 12 Prozent aus; aktuell, 2013, sind es bei den SMI-Gesellschaften 16,2 Prozent.

Nicht wirklich anders ist die Situation beim Bund, auch wenn sie etwas besser ist. In der höchsten Lohnklasse des Bundes haben wir 14,3 Prozent Frauen, das war 2011. In den bundesnahen Unternehmungen sind die Frauen in den Verwaltungsräten zwischen null, ich verweise auf die Ruag, und 22 Prozent bei der Post vertreten. Das ist zu wenig! Das Potenzial der Frauen, die immer besser ausgebildet sind, wird viel zu wenig genutzt. Damit schadet sich die Wirtschaft selber. Es geht viel Potenzial verloren.

Mit zwei parlamentarischen Initiativen versuche ich, diesen Missstand zu korrigieren. Die eine der beiden parlamentarischen Initiativen verlangt, dass bei den bundesnahen Unternehmungen in den Verwaltungsräten jedes Geschlecht zu mindestens 40 Prozent vertreten ist. Die zweite parlamentarische Initiative verlangt, dass bei den börsenkotierten Unternehmungen in den Verwaltungsräten jedes Geschlecht zu mindestens 40 Prozent vertreten ist. Sie werden sagen: Quoten, wie schlimm! "Quotenfrauen!", so lautet das Schimpfwort. Ich muss Ihnen sagen: Frauen, die emanzipiert sind und gut ausgebildet, können Sie mit diesem Wort nicht erschrecken. Ich bin lieber eine Quotenfrau in einer Führungsetage, als dass ich zu Hause in der Stube meine guten Qualifikationen nicht nutzbringend anwenden kann.

Ich weise Sie auch darauf hin, dass im Ausland die gesetzliche Verankerung von Geschlechterquoten weit vorangeschritten ist. Sie kennen das bekannte Beispiel von Norwegen, da haben wir die 40-Prozent-Quote. Da ist der Frauenanteil auf 40 Prozent angehoben worden. Innerhalb von drei Jahren von 12 auf 40 Prozent! In Frankreich wurde der Frauenanteil von 12 auf 22 Prozent erhöht. Ich denke, das sind gute Beispiele. Auch in einigen Schweizer Städten haben wir inzwischen Quotenbeschlüsse; in Basel-Stadt ist dies bald Gegenstand einer Referendumsabstimmung.

Wir haben mit Artikel 8 der Bundesverfassung die verfassungsmässige Grundlage. Wir haben sie auch in internationalen rechtlichen Vorgaben; ich verweise nur auf die Uno-Beschlüsse. Rechtlich ist das also kein Problem.

Ausgerechnet die Schweiz ist das Land der Quoten: Der Nationalratsproporz ist eine Quote, die Verteilung beim Ständerat ist eine Quote, die Verteilung auf die Kantone ist eine Quote; die augenfälligste Quote, die wir haben, ist die Verteilung von Parteien und Regionen im Bundesrat. Wir sind also vertraut mit diesen Quoten.

Der Bundesrat hat jetzt gemerkt, dass es so nicht weitergeht. Er hat nun so einen halblauen Beschluss gefasst, auch unter dem Druck dieser Initiativen. Er hat beschlossen, dass bis 2020 in den Verwaltungsräten der bundesnahen Unternehmungen mindestens eine Quote von 30 Prozent Frauen als Zielnorm verankert werden soll. Dass es dazu sieben Jahre braucht - dieses Schneckentempo ist also nicht berauschend und nicht der grosse Leistungsausweis.

Ich ersuche Sie, diese Initiativen gutzuheissen. Wir profitieren alle davon, Frauen und Männer; es ergibt bessere Leistungen in der Gesellschaft. Selbstverständlich braucht es dazu auch flankierende Massnahmen. Die SP-Frauen haben immer wieder darauf hingewiesen: Es braucht familienergänzende Betreuungseinrichtungen, es braucht die Beseitigung der Lohndiskriminierung, es braucht Fördermassnahmen am Arbeitsplatz - das gehört alles zu den Quoten. Aber selbstverständlich braucht es jetzt auch feste Zielnormen mit der Quotenvorgabe.

Ich bitte Sie deshalb: Geben Sie den parlamentarischen Initiativen Folge.

Und meine Herren - ich spreche jetzt zu den Herren -, schauen Sie mal in diesen Saal. Schauen Sie zu Ihrer Rechten auf die Frau, die dort oben sitzt: Es ist Gertrud Stauffacher. Was will sie Ihnen sagen? Gertrud Stauffacher symbolisiert nicht etwa die Frau am Herd, sondern sie symbolisiert die Frau mit Führungskraft. Sie sagt hier, wenn wir Schiller folgen: "Sieh vorwärts, Werner, und nicht hinter dich." Darum bitte ich Sie jetzt auch: Nehmen Sie sich das zu Herzen, und sagen Sie Ja zu den beiden Quoten-Initiativen.

Riklin Kathy · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP-EVP

Taten statt Worte, Frau Leutenegger Oberholzer: Wir hatten kürzlich in der Vereinigten Bundesversammlung Wahlen für das Bundesverwaltungsgericht vorzunehmen. Es stand eine ausgezeichnete Frau zur Verfügung. Sie und die SP-Fraktion haben aber dann den Mann gewählt. Können Sie mir das erklären? Wie lässt sich dies mit Ihrem Vorstoss vereinbaren?

Leutenegger Oberholzer Susanne · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Ich bin sehr froh, dass Sie mir diese Frage stellen, weil genau die Frage des Geschlechterproporzes, des Parteienproporzes, des Regionenproporzes bei den Richterwahlen ein grosses Problem darstellt. Genau deswegen brauchen wir auch bei den Gerichten eine Geschlechterquote, und diese wird dann in den ganzen Meccano eingebaut. Ich bin Frau Margret Kiener Nellen äusserst dankbar, dass sie genau diese Frage, nämlich die Quotierung auch bei den Gerichten, mit einem gesetzlichen Vorschlag wieder zur Diskussion stellt (13.482). Dann wird das Erwähnte nicht passieren, wir haben dann aber eine ausgewogene Verteilung über alle Organe hinweg. Die Freiwilligkeit führt eben nicht zum Ziel, Frau Riklin. Taten statt Worte haben nicht zum Ziel geführt, deshalb brauchen wir gesetzliche Massnahmen.

Rime Jean-François · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Madame Leutenegger Oberholzer, j'aimerais tout d'abord faire une remarque: je suis très heureux de vous entendre citer une fois positivement l'Union patronale qui, je le rappelle, est la société soeur - pour ne pas dire la filiale - d'Economiesuisse. Ensuite, j'aimerais vous poser une question: ne craignez-vous pas, en imposant des quotas, des limitations, des règlements, des obligations, qu'on en arrive à des choses un peu déraisonnables, comme par exemple l'idée de votre chef de groupe de limiter l'âge des parlementaires à 65 ans?

Leutenegger Oberholzer Susanne · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Sehen Sie, Herr Kollege Rime, vielleicht brauchen wir sogar eine Quotenvertretung des Alters - dann würden solche unsinnigen Vorschläge nicht gemacht werden, weder bei Ihnen noch bei uns! Die Quoten würden auch hier eine proportionale Vertretung aller Generationen sichern, wie bei meiner Forderung nach einer gleichmässigen Vertretung der Frauen.

Wasserfallen Christian · Mit-M · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion

Sie haben verschiedene Quoten in unserem Land zitiert. Aber Ihnen ist dabei eine entscheidende Komponente entgangen: All diese Quoten sind geschlechterneutral. Erweisen Sie den emanzipierten Frauen heutzutage denn nicht einen Bärendienst, wenn Sie durch eine Quote sozusagen aussagen, dass sie eine bedrohte Minderheit seien?

Leutenegger Oberholzer Susanne · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Ja gut, das könnte man bei den Sprachenquoten auch sagen. Genau Ihr Beispiel zeigt: Es braucht eine zusätzliche Quote. Und wissen Sie, Herr Wasserfallen, ich kann Sie beruhigen: Wir sind so emanzipiert, dass wir auch mit dem Begriff "Quotenfrau" bestens leben können, wenn wir dafür nur die Machtpositionen erhalten.

Büchel Roland Rino · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Geschätzte Kollegin Leutenegger Oberholzer, Sie haben wirklich das Loblied auf die Quote gesungen, auch jetzt wieder in Ihrer Antwort. Sie haben sogar die Stauffacherin erwähnt. Aber glauben Sie nicht, dass der Werner seine Gertrud genau deshalb auserwählt hat, weil sie eben nicht eine Quotenfrau, sondern für ihn die beste der Frauen war, aus denen er auswählen konnte?

Leutenegger Oberholzer Susanne · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Das wird sicher nicht bezweifelt, sie war sicher die Beste. Aber wissen Sie, Herr Büchel, auch unter den Quotenfrauen finden sich die Besten, dafür werden wir sorgen.

Reynard Mathias · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion

Nous traitons donc conjointement deux initiatives parlementaires Leutenegger Oberholzer sur la question de la proportion d'hommes et de femmes au sein des conseils d'administration des entreprises. Une forte minorité de la Commission de la science, de l'éducation et de la culture vous invite à donner suite à ces deux initiatives.

L'initiative 12.468 sur laquelle nous devons d'abord nous prononcer ne concerne que les entreprises proches de la Confédération. Le développement de l'initiative parlementaire contient la liste de ces entreprises: la Poste, les CFF, Swisscom, la BNS ou encore le conseil des EPF. Ce que demande cette initiative parlementaire, c'est que dans les conseils d'administration de ces entreprises, la proportion de femmes comme d'hommes soit d'au moins 40 pour cent. Comme vous le savez, la proportion des femmes dans ces conseils d'administration est très faible, voire nulle. Avec de telles inégalités, nous sommes dans une situation irrespectueuse de l'article 8 de la Constitution consacré à l'égalité.

Cette initiative parlementaire est une proposition modérée qui ne concerne que quelques entreprises qui se doivent de montrer l'exemple. Notons que des mesures de ce type ont été prises dans de nombreux pays européens.

L'initiative 12.469 entend, quant à elle, fixer une proportion de 40 pour cent pour chaque sexe dans les conseils d'administration des entreprises souhaitant être admises en Bourse. Rappelons tout d'abord que les plus grandes entreprises suisses ne comptent que 11 pour cent de femmes dans leur conseil d'administration. La Suisse se trouve ainsi en dessous de la moyenne européenne et alors que de nombreux pays légifèrent actuellement ou viennent de légiférer pour équilibrer cette représentation, notre pays ne prend aucune mesure sérieuse. Ainsi, alors que les conseils d'administration exclusivement masculins disparaissent chez nos voisins, ils restent encore monnaie courante dans notre pays. Il s'agit d'un cas sur quatre.

Sans volonté politique, la situation ne changera pas! On pourrait faire un tour d'horizon de tous les pays européens ayant pris des mesures allant dans ce sens ces dernières années. Je n'en citerai que deux. Premier exemple, la Norvège. Pays pionnier dans ce domaine, la Norvège a adopté en 2003 une loi fixant un quota de 40 pour cent de représentation des deux sexes dans les conseils d'administration. Ce quota est contraignant depuis 2006, et les progrès sont impressionnants. En trois ans, la part de femmes dans les fonctions dirigeantes est passée de 12 à 40 pour cent. Deuxième exemple, la France. Notre voisin a introduit en 2011, donc sous la présidence de Monsieur Nicolas Sarkozy et non pas sous celle de Monsieur François Hollande, une règle imposant un quota minimum de 20 pour cent d'ici 2014 et de 40 pour cent d'ici 2017. Cette règle concerne les sociétés cotées en Bourse, les entreprises d'une certaine importance et les entreprise publiques. Là aussi, les progrès ont été fulgurants.

Concernant notre pays, notons que dans le rapport sur le dernier examen périodique universel du Conseil des droits de l'homme de l'ONU, il nous a été recommandé de prendre des mesures pour augmenter la participation des femmes dans tous les domaines. La Suisse a accepté cette recommandation, il s'agit maintenant de passer de la parole aux actes.

Il y a encore un argument qui pourrait convaincre les plus libéraux de ce conseil: l'intérêt économique. Le rapport "Gender diversity" de Credit Suisse montre que les entreprises comptant des femmes dans leur conseil d'administration obtiennent de meilleures performances que les entreprises administrées exclusivement par des hommes. Dans un contexte de vieillissement de la population et de pénurie de personnel qualifié, la Suisse ne peut se permettre de se passer d'un vivier de talents. Il y a bien assez de femmes compétentes et bien formées dans ce pays. Dans les conseils d'administration actuels, les femmes qui en font partie sont d'ailleurs bien mieux formées que les hommes: elles possèdent un bagage académique nettement supérieur en moyenne.

Le talent féminin est jusqu'à présent sous-exploité dans les fonctions dirigeantes de notre économie. C'est un gâchis! Notons enfin que le fait d'introduire un quota aura un fort effet incitatif pour les femmes, qui n'auront plus à craindre d'être systématiquement seules au sein des conseils d'administration.

Je crois qu'il y a dans ce pays un blocage autour de la question des quotas. Il s'agit presque d'un gros mot dans le monde politique. Je peux moi aussi, a priori, éprouver des réticences face à ce concept. Le fait est qu'il s'agit de la seule véritable solution efficace. Ce n'est qu'une mesure transitoire qui permet d'obtenir rapidement des effets concrets, une sorte d'impulsion qui permet de sortir de cette situation dans laquelle les conseils d'administration sont un milieu presque exclusivement masculin. La phrase de Madame Reding, commissaire européenne, peut parler à plusieurs membres de ce conseil: "Je ne suis pas une fan des quotas, mais j'aime le résultat qu'ils apportent."

Nous sommes ici au stade de l'examen préalable. Nous pourrons discuter dans un deuxième temps de la façon de parvenir à un tel objectif de 40 pour cent. Je crois que nous ne devons exclure aucune voie. Cela prendra plus de temps selon la voie que nous choisirons, mais toutes les solutions doivent être aujourd'hui envisagées.

Une forte minorité de la commission - je le répète - vous invite donc à donner suite à ces deux initiatives parlementaires.

Rime Jean-François · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Cher collègue, j'aimerais d'abord faire une remarque: dans mes entreprises, il y a 50 pour cent de femmes dans les conseils d'administration - ma soeur et moi! Mais vous nous avez cité la France comme exemple pour nous motiver à soutenir ces deux initiatives. Croyez-vous que la réussite de l'économie française actuelle est un exemple qui va nous inciter à soutenir ces deux initiatives? J'aurais évité de parler de cela à votre place.

Reynard Mathias · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion

Merci, Monsieur Rime, pour votre question. Tout d'abord, je vous félicite pour l'exemple que vous donnez en matière de représentation féminine dans votre entreprise. J'ai cité la Norvège et la France. En France, la modification législative a été faite sous la présidence de Monsieur Nicolas Sarkozy. Je pourrais citer le Danemark, la Finlande, l'Autriche. Il s'agit là de mesures qui sont efficaces et qui n'ont pas grand-chose à voir avec la situation économique actuelle de la France.

Pieren Nadja · Mit-F · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Wie wir gehört haben, geht es um zwei parlamentarische Initiativen. Die erste Initiative verlangt eine Quotenregelung in den Verwaltungsräten von bundesnahen Unternehmungen, d. h., dass jedes Geschlecht mit mindestens 40 Prozent vertreten sein muss. Die zweite Initiative fordert, dass Unternehmen, deren Beteiligungspapiere an einer Schweizer Börse kotiert sind, eine Frauenquote von mindestens 40 Prozent aufweisen müssen.

Die WBK des Nationalrates empfiehlt Ihnen, beide parlamentarischen Initiativen abzulehnen. Fixe Quoten sind der falsche Weg, um Frauen zu fördern. In der Kommission wurde anerkannt, dass es sehr wünschenswert ist, dass Frauen in Führungspositionen vertreten sind. Die Kommission spricht sich aber mehrheitlich gegen gesetzlich geforderte Quotenregelungen aus. Eine gute Durchmischung der Führungsgremien sollen die Unternehmen, soll die Wirtschaft frei regeln können. Regelungen erlassen, wie Firmen ihren Verwaltungsrat besetzen sollen, ist nicht Aufgabe des Staates. Wenn es um die Neubesetzung von Verwaltungsratsstellen geht, sollen Unternehmen frei und vor allem bedarfsgerecht entscheiden können, welche Anforderungen ein neues Verwaltungsratsmitglied erfüllen muss. Es gibt noch viele andere Anforderungen als ausschliesslich nur das Geschlecht, welche in den Unternehmen je nachdem berücksichtigt werden, zum Beispiel das Alter, die Ausbildung, die Sprache oder auch eine regionale Vertretung. Ein Unternehmen soll seinen Verwaltungsrat mit den besten Leuten besetzen können. Welches für das Unternehmen die besten Leute sind, soll das Unternehmen eigenverantwortlich ohne staatlichen Eingriff und ohne staatliche Quote regeln. Gleichberechtigung und Gleichstellung sind heute in der Bundesverfassung und auch in weiteren Gesetzen bereits geregelt. Das Gesetz stellt aber auch alle Menschen gleich, somit steht auch allen frei, wie und durch wen eine Stelle besetzt werden kann.

Frau Leutenegger Oberholzer hat in ihrer Ansprache mehrmals erwähnt, dass der Schweizerische Arbeitgeberverband empfiehlt, die Verwaltungsräte auch mit Frauen zu besetzen. Das stimmt, das ist richtig, das bestreitet auch niemand. Aber der Schweizerische Arbeitgeberverband empfiehlt Ihnen auch, beiden Initiativen keine Folge zu geben, weil dieser Verband auch sieht, dass eine fixe Quotenregelung nicht der richtige Weg ist, um die Frauen zu fördern.

Da jedes Unternehmen, ob börsenkotiert oder bundesnah, frei entscheiden soll, welches die besten Leute für seinen Verwaltungsrat sind, empfiehlt Ihnen die WBK des Nationalrates, gegen staatliche Quoten zu stimmen und diesen beiden parlamentarischen Initiativen keine Folge zu geben.

Derder Fathi · Mit-M · Nationalrat · Waadt · FDP-Liberale Fraktion

Vous l'avez entendu, ces deux initiatives parlementaires visent à inscrire dans la loi le principe selon lequel les conseils d'administration doivent compter au moins 40 pour cent d'hommes et de femmes. L'une de ces deux initiatives concerne les entreprises proches de la Confédération, l'autre les entreprises cotées à la Bourse suisse. Elles poursuivent un même objectif: instaurer des quotas de femmes et d'hommes, un principe à inscrire dans la loi. Ces quotas devraient être atteints au plus tard quatre ans après l'entrée en vigueur de la disposition, selon le principe d'égalité inscrit à l'article 8 de la Constitution fédérale.

Votre commission vous propose, par 12 voix contre 11 et 2 abstentions, de ne pas donner suite à l'initiative 12.468 et, par 12 voix contre 10, de ne pas donner suite à l'initiative 12.469. Si elle est opposée à ces deux initiatives, votre commission est - vous le voyez - assez divisée.

Divisée, pourquoi? Parce que, dans le fond, ces initiatives mettent le doigt sur un problème que tout le monde - ou presque - admet. Tout le monde admet qu'aujourd'hui, les femmes ne sont pas assez présentes dans les organes dirigeants des entreprises. On est tous d'accord sur ce point. C'est un problème qu'il faut combattre. Madame Leutenegger Oberholzer le disait, la présence féminine à des responsabilités de ce type n'est que de 11,6 pour cent en Suisse contre plus de 30 pour cent dans de nombreux pays de l'Union européenne. Ce n'est pas normal, et surtout, ce n'est pas bon pour l'économie suisse.

Pour corriger cette sous-représentation des femmes, différentes mesures sont envisageables et c'est là que des divergences apparaissent.

L'initiative plaide donc, vous l'avez entendu, pour des quotas. Plusieurs exemples sont cités. On a parlé de la Norvège, de l'Italie, de la France, l'objectif étant d'atteindre ces quotas en quelques années.

Pour la minorité de la commission, ces quotas donneront l'impulsion nécessaire, afin que les femmes et les hommes soient enfin équitablement représentés dans les hautes sphères des entreprises suisses. La majorité de la commission estime tout de même que ce n'est aujourd'hui pas la solution. Elle croit à la nécessité de prendre des mesures visant à augmenter le pourcentage de femmes occupant des fonctions de cadres. Elle salue d'ailleurs la décision du Conseil fédéral qui prévoit de fixer des objectifs en vue d'augmenter à l'avenir la présence des femmes dans les conseils d'administration des entreprises proches de la Confédération. Cependant, pour plusieurs raisons, elle considère que la définition de quotas dans la loi n'est pas le moyen approprié pour promouvoir une représentation plus équilibrée des hommes et des femmes.

Première raison: lors de la nomination d'une personne dans un organe de ce type, les qualifications et les compétences doivent primer sur toute considération sociodémographique. L'introduction de quotas de femmes irait précisément à l'encontre du principe d'égalité inscrit à l'article 8 de la Constitution fédérale.

Deuxième raison: dans la majorité des cas, ce n'est en général plus par manque de volonté que les entreprises ne nomment pas suffisamment de femmes, mais parce qu'il est difficile, faute également d'infrastructures pour aider les familles, de trouver des candidates ayant le profil recherché dans certains domaines précis. Je répète que c'est souvent par manque d'infrastructures d'accueil pour les enfants. De ce fait, de nombreuses sociétés ne seraient aujourd'hui tout simplement pas en mesure de répondre aux exigences de l'initiative.

Troisièmement, la commission craint la stigmatisation de femmes nommées grâce à un quota, qui pourrait purement et simplement remettre en question leur légitimité à occuper un tel poste.

Enfin quatrièmement, la majorité de la commission précise que les quotas qui pourraient aussi faire l'objet d'une demande de la part d'autres groupes sociaux représenteraient clairement une atteinte à la liberté économique des entreprises et au droit des actionnaires.

Donc, pour une majorité de la commission, la faible représentation des femmes est un problème, qu'il faut corriger - nous sommes tous d'accord là-dessus -, mais pour lequel les quotas ne sont pas la solution. Celle-ci passe - et nous avons déjà eu l'occasion d'aborder ces questions dans ce Parlement - par des mesures visant précisément à concilier vie professionnelle et familiale, pour les femmes comme pour les hommes, avec par exemple des mandats à temps partiel - pour les postes à responsabilité également - et avec surtout la création de structures d'accueil pour les enfants. Ces mesures seraient plus efficaces pour atteindre l'objectif visé par l'initiative. Aujourd'hui notre défi est de concilier vie privée et professionnelle et toutes les mesures allant dans ce sens sont nécessaires et indispensables pour aboutir à une égalité, elle aussi indispensable. Toutes ces mesures sont nécessaires pour corriger les inégalités, en résumé: des crèches, pas des quotas.

Pour cette raison, votre commission vous propose de ne pas donner suite à ces deux initiatives.

Reynard Mathias · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion

Monsieur Derder, vous avez dit que les compétences devaient primer. Je crois qu'on est tous d'accord avec vous sur ce point. Aujourd'hui, seuls 11 pour cent des membres des conseils d'administration des grandes entreprises sont des femmes. N'estimez-vous pas qu'il y a plus de femmes compétentes que cela dans notre pays? qu'il y en a autant que d'hommes? N'estimez-vous pas qu'elles souffrent en définitive d'une discrimination directe et indirecte lors du choix des membres des conseils d'administration?

Derder Fathi · Mit-M · Nationalrat · Waadt · FDP-Liberale Fraktion

Si, bien entendu, vous avez tout à fait raison et comme je vous l'ai dit, si vous m'avez bien écouté, ce chiffre de 11 pour cent n'est pas acceptable. Il n'est pas acceptable moralement et il n'est pas bon pour l'économie suisse non plus. Et la solution passe par un encouragement des femmes à faire carrière. Et pour qu'elles puissent faire carrière et atteindre des postes de direction, il faut des conditions-cadres, des structures et infrastructures - notamment des crèches -, tout comme des incitations fiscales allant dans ce sens. Le groupe libéral-radical a eu l'occasion de défendre des idées de ce type pour que les femmes - et les hommes qui le souhaitent également - puissent concilier vie privée ou familiale et vie professionnelle.

Abstimmung

12.468

Abstimmung - Vote

Für Folgegeben ... 67 Stimmen

Dagegen ... 111 Stimmen

(4 Enthaltungen)

Abstimmung

12.469

Abstimmung - Vote

Für Folgegeben ... 55 Stimmen

Dagegen ... 123 Stimmen

(3 Enthaltungen)

Schluss der Sitzung um 12.55 Uhr

La séance est levée à 12 h 55