11.062

Ja zur Hausarztmedizin. Volksinitiative

Germann Hannes · 1VP-M · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

2. Bundesbeschluss über die medizinische Grundversorgung (Gegenentwurf zur Volksinitiative "Ja zur Hausarztmedizin")

2. Arrêté fédéral concernant la médecine de base (contre-projet à l'initiative populaire "Oui à la médecine de famille")

Art. 117a

Antrag der Kommission

Titel

Medizinische Grundversorgung

Abs. 1

Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates

(die Änderung betrifft nur den französischen Text)

Abs. 1bis

Streichen

Abs. 2 Bst. a

Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates

Abs. 2 Bst. c

Streichen

Art. 117a

Proposition de la commission

Titre

Soins médicaux de base

Al. 1

... essentielle des soins médicaux de base et l'encouragent.

Al. 1bis

Biffer

Al. 2 let. a

Adhérer à la décision du Conseil national

Al. 2 let. c

Biffer

Egerszegi-Obrist Christine · Mit-F · Ständerat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion

Wir befinden uns im Differenzbereinigungsverfahren. Deshalb steht auch nur noch der direkte Gegenvorschlag zur Beratung an. Die SGK behandelte an ihrer Sitzung vom 28. März 2013 die verbleibenden zwei sprachlichen Optimierungen in der französischen Version und die drei materiellen Differenzen. Es handelt sich dabei um den Titel, um Absatz 1bis und um Absatz 2 Buchstabe c von Artikel 117a der Bundesverfassung.

Die Kommission beantragt Ihnen, am ursprünglichen deutschen Titel des Artikels festzuhalten, also "Medizinische Grundversorgung". In der französischen Fassung müsste es aber eine Änderung geben. Statt "Médecine de base" müsste es "Soins médicaux de base" heissen, weil die Hausarztmedizin mit anderen Berufsgattungen eben auch dazugehört; das waren meine einleitenden Bemerkungen.

Bei Absatz 1 gibt es nur im französischen Text eine Korrektur. Wir haben "médecine de base" durch "soins médicaux de base" ersetzt, weil dieser Begriff umfassender ist. Dasselbe gilt dann auch für Absatz 2.

Wir haben in Absatz 1bis eine neue Fassung des Nationalrates. Er hat hier einen neuen Satz hinzugefügt, in dem er günstige Rahmenbedingungen für die Ausübung der Gesundheits- und Medizinalberufe verlangt. So weit, so gut. Er fordert aber zusätzlich eine ausgewogene regionale Verteilung und die Stärkung der Hausarztmedizin und deren Steuerungsfunktion. Damit nimmt der Nationalrat konkrete Anliegen der ursprünglichen Initiative wieder auf, die die SGK des Ständerates wie auch das Plenum zum einen Teil bereits aufgenommen haben, zum anderen Teil aber auch klar als zu weit gehend abgelehnt haben.

In der Version des Ständerates sorgen Bund und Kantone "für eine ausreichende, allen zugängliche medizinische Grundversorgung". Das ist unweigerlich an eine vernünftige regionale Verteilung geknüpft; sonst ist der Zugang für einen Teil der Bevölkerung nicht überall möglich. Die Kommission hält fest an einem schlanken, klaren Gegenvorschlag, und um dies zu erreichen, muss man die Dinge nicht doppelt benennen.

Eigentlich enthält der Zusatz des Nationalrates nur ein neues Element: die Steuerungsfunktion der Hausarztmedizin. Wir haben aber bereits im Rahmen der Behandlung der Hausarzt-Initiative festgehalten, dass die Steuerungsfunktion der Hausarztmedizin zwar in der Praxis Sinn machen würde - es war ja auch Teil der Managed-Care-Vorlage -, aber das Schweizervolk wollte das offensichtlich klar nicht. Es wird aber auch von anderen Leistungserbringern sehr kritisch beurteilt, weil auch die Apotheker wie die Pflegenden oder die Spezialärzte eine Steuerungsfunktion im Gesundheitswesen wahrnehmen könnten.

Die SGK beantragt Ihnen einstimmig, bei Ihrer ursprünglichen Fassung zu bleiben und Absatz 1bis zu streichen.

Absatz 2 Buchstabe a betrifft wieder nur die französische Version. Hier steht wieder "soins médicaux de base" anstelle von "médecine de base".

In Absatz 2 Buchstabe c gibt es eine neue Fassung des Nationalrates. Hier wird gefordert, dass der Bund Vorschriften erlässt über "die medizinische Grundversorgung und das verfügbare Aus- und Weiterbildungsangebot, soweit dies zur Sicherstellung der ausreichenden Versorgung erforderlich ist". Die Fassung des Ständerates gibt dem Bund bereits die Kompetenz, Vorschriften über die Aus- und Weiterbildung für Berufe der medizinischen Grundversorgung zu machen. Damit mischt er sich bei der Ausgestaltung und bei der Sicherstellung der ausreichenden Versorgung nicht in die Kompetenz der Kantone ein, die das gar nicht gutheissen.

Der Gegenvorschlag, wie ihn der Ständerat einstimmig beschlossen hatte, hat ja auch den Zweck, dass Zeit gewonnen werden kann, um mit einem Masterplan, den das EDI mit den Kantonen erarbeitet, die wichtigsten Anliegen der Hausarzt-Initiative tatkräftig anzupacken. Die SGK liess sich vom Departementsvorsteher über den Stand des Masterplans orientieren; dazu wird er sicher noch Genaueres sagen können.

Die SGK hat einstimmig festgestellt, dass der Gegenvorschlag, wie er aus dem Beschluss hervorging, den wir als Erstrat fassten, alles Wichtige enthält: die Forderung nach einer ausreichenden, allen zugänglichen medizinischen Grundversorgung von hoher Qualität; die Anerkennung und Förderung der Hausarztmedizin als wesentlicher Bestandteil dieser Grundversorgung; die Kompetenz des Bundes, Vorschriften über die Aus- und Weiterbildung und die Anforderungen für Berufe in dieser Grundversorgung zu machen und für die angemessene Abgeltung der Leistungen der Hausarztmedizin zu sorgen. Die SGK ist vollumfänglich überzeugt, dass damit der Wichtigkeit der Hausärzte in der medizinischen Grundversorgung überaus deutlich Rechnung getragen wurde. Wir haben gesehen, dass der Masterplan gut unterwegs ist. Die Massnahmen werden ja auch von einer entsprechenden Motion beider Räte gestützt. Weiter wollte und konnte die SGK nicht gehen.

So bitte ich Sie namens der einstimmigen Kommission, bei den Differenzen zu Absatz 1bis und Absatz 2 Buchstabe c an der ursprünglichen Fassung festzuhalten und den Titel dieses Artikels in der Bundesverfassung ebenfalls so zu verabschieden, wie das der Ständerat beschlossen hat, nämlich mit dem Titel "Medizinische Grundversorgung", und nicht die Änderung des Nationalrates, "Medizinische Grundversorgung und Hausarztmedizin", zu übernehmen; wir denken, dass damit die gesamte Versorgung gemeint ist. Wir haben der Hausarztmedizin sehr stark Rechnung getragen und möchten deshalb den Titel so belassen.

Ich bitte Sie, dem Antrag der SGK zuzustimmen.

Berset Alain · BR-M · Bundesrat · Freiburg

Je fais maintenant les remarques générales concernant l'ensemble des articles en une fois, ce qui facilitera la suite des travaux.

Je vous invite, au nom du Conseil fédéral, à suivre votre commission sur l'ensemble des décisions qui ont été prises. Il est important d'adopter un contre-projet direct, de qualité, qui ne surcharge pas la Constitution là où ça n'est pas utile. Dans ce sens-là, la version retenue par votre commission est située au bon niveau en termes de systématique législative.

En ce qui concerne le titre de l'article 117a, je rejoins ici aussi la proposition de votre commission: c'est une expression plus précise, qui nous paraît permettre de tenir compte de l'ensemble des acteurs du domaine et ne pas faire de distinction inutile ou problématique entre les différents prestataires de soins dans ce domaine.

L'alinéa 1bis n'était ni dans le projet du Conseil fédéral ni dans la version du Conseil des Etats, il a été ajouté par le Conseil national et conduit plutôt à créer une insécurité dans l'ensemble de cet article 117a. Dans la mesure où nous souhaitons un texte aussi clair et lisible que possible, il nous paraît judicieux de renoncer à cet alinéa 1bis, comme le propose votre commission.

L'ensemble des éléments compris dans cet alinéa sont en effet déjà présents ailleurs dans l'article, à l'exception de la fonction de pilotage dont il est question à l'alinéa 1bis, et pour vous le dire franchement, il ne nous paraît pas souhaitable de mener une discussion approfondie sur le pilotage dans ce domaine-là inscrit dans la Constitution. Sur ce plan également, il me paraît judicieux de renoncer à cet alinéa 1bis.

Il nous paraît également souhaitable de renoncer à l'alinéa 2 lettre c. Ce n'est pas un ajout souhaitable. Le contre-projet du Conseil fédéral, qui avait fait l'objet d'une consultation, prévoyait quelque chose qui allait un peu dans le sens de la lettre c - une compétence subsidiaire pour le pilotage et la coordination dans ce domaine. Si le Conseil fédéral n'a pas retenu cet élément, c'est suite à l'opposition claire des cantons. Nous ne souhaitions pas ouvrir une controverse dans ce domaine avec les cantons; c'est la raison pour laquelle nous y avons renoncé. Nous vous invitons à suivre votre commission qui y a aussi renoncé.

Un des éléments très importants, mentionné par la présidente de votre commission, c'est le plan directeur pour la médecine de famille. Nous essayons avec le contre-projet direct et avec le plan directeur de tenir compte des revendications, qui nous paraissent légitimes, des médecins de famille. C'est la raison pour laquelle, depuis plus d'une année, un plan directeur est en développement. C'est une idée qui provient du débat dans votre commission. Les travaux se déroulent très bien. Il y a trois groupes de projet. Un premier projet concerne la loi sur les professions médicales; il n'y a plus aucune divergence dans ce groupe de travail entre les initiants, les cantons et la Confédération - c'est donc très réjouissant.

Un deuxième projet concerne la formation et la recherche; les travaux progressent très bien, ils sont très avancés: on peut mentionner la Journée nationale sur la médecine de premier recours qui a eu lieu le 16 mai dernier et qui a très bien fonctionné, et la Conférence universitaire suisse avec son soutien à un programme pour les instituts universitaires de médecine de famille à hauteur de 3 millions de francs entre 2013 et 2016.

Le troisième projet concerne les questions de rémunération. Là, il y a encore deux aspects qui sont ouverts. Le premier concerne les modifications dans le Tarmed pour une rémunération complémentaire des médecins de famille. C'est une discussion qui est actuellement en cours et que nous menons. Les partenaires tarifaires n'ont pu se mettre d'accord ni sur la rémunération complémentaire ni sur le contre-financement. Avec la compétence subsidiaire dont nous disposons, nous avons la possibilité de contribuer également à ce débat.

Le deuxième aspect concerne le débat se rapportant aux laboratoires pour les médecins de famille. C'est un sujet qui a déjà largement occupé le Parlement et le Conseil fédéral ces dernières années. Il était - je crois qu'on peut s'en souvenir - un des déclencheurs de l'initiative populaire sur laquelle nous discutons maintenant. Là, différents modèles proposés par des experts sont encore à l'étude et nous sommes aussi en train de faire des travaux dans ce domaine. Jusqu'à l'automne prochain, nous avons encore la possibilité de faire quelques avancés importantes.

Voilà, je souhaitais saisir cette occasion de vous exposer encore quelques éléments sur le débat en cours dans le cadre du plan directeur. Même s'il ne s'agit pas de décider aujourd'hui, c'est une information importante à avoir. Avec cela, je vous invite à adopter toutes les propositions de votre commission.

Germann Hannes · 1VP-M · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Angenommen - Adopté