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Stopp der Verschmutzung durch Wegwerf-Plastiksäcke
Lombardi Filippo · P-M · Ständerat · Tessin · Fraktion CVP-EVP
Antrag der Mehrheit
Ablehnung der Motion
Proposition de la minorité
(Comte, Berberat, Bruderer Wyss, Diener Lenz)
Annahme der Motion
Proposition de la majorité
Rejeter la motion
Proposition de la minorité
(Comte, Berberat, Bruderer Wyss, Diener Lenz)
Adopter la motion
Il presidente (Lombardi Filippo, presidente): Avete ricevuto un rapporto scritto della commissione. Il Consiglio federale propone di respingere la mozione.
Freitag Pankraz · Mit-M · Ständerat · Glarus · FDP-Liberale Fraktion
Die Motion unseres Nationalratskollegen de Buman heisst: Stopp der Verschmutzung durch Wegwerfplastiksäcke. Sie beauftragt den Bundesrat, die kostenlose Abgabe von Wegwerfplastiksäcken an der Ladenkasse zu verbieten. Es ist also ein relativ eng eingegrenztes Thema - im Vergleich zu anderen Themen, die wir auch schon behandelt haben.
Der Chef der Abteilung Abfall und Rohstoffe des Bundesamtes für Umwelt hat in der Kommission ausgeführt, er habe den Eindruck, auf der einen Seite bringe ein Verbot dieser Plastiksäcke in Bezug auf Rohstoffeffizienz wenig, und auf der anderen Seite habe die Schweiz ein gutfunktionierendes Abfallsystem. Der Bundesrat beantragt denn auch die Ablehnung der Motion. Die in der Schweiz entstehende Umweltbelastung sei nicht erheblich und ein Verbot deshalb nicht verhältnismässig.
Die Situation in der Schweiz ist mit jener in vielen anderen Ländern - das ist ja gewissermassen eine internationale Aktion - auch nicht vergleichbar. Wir haben eine öffentliche Abfallentsorgung, die zuverlässig und auf hohem technischem Niveau erfolgt. Abfälle werden gesammelt bzw. aufgewischt und landen in den Kehrichtverbrennungsanlagen, wo sie zur Produktion von Strom und Wärme genutzt werden. Bei uns landen diese Plastiksäcke nicht in Seen und Flüssen. Wenn es doch einmal passiert, dann bleiben sie mit grosser Wahrscheinlichkeit in den verschiedenen Fluss- und Laufkraftwerken hängen.
Wie sieht es mit den Alternativen aus? Sie müssen sich die konkrete Situation an einer Ladenkasse vorstellen, wenn man die gekauften Dinge nicht mit den Händen nach Hause tragen will, aber gerade keine Tasche dabeihat. Zu diesen Alternativen zitiere ich auch den Bundesrat; er schreibt in seiner Stellungnahme: "Die Ökobilanz der als Alternative infragekommenden Säcke aus Papier fällt unter schweizerischen Verhältnissen insbesondere wegen des hohen Wasserverbrauchs bei der Papierherstellung in der Regel schlechter aus." Auch biologisch abbaubare Säcke - das haben wir in der Kommission diskutiert - haben keine bessere Ökobilanz. Es kommt dazu, und das scheint mir wichtig, dass die Ökobilanz des Inhalts in diesem Fall deutlich wichtiger ist als die Ökobilanz des Säckleins oder der Verpackung.
Zur mengenmässigen Bedeutung dieses Geschäfts: Wir reden von dünnen, kostenlosen Polyäthylen-Wegwerfsäcken. Das sind ganz dünne, weissliche Säcke. Vergleichen Sie diese Säcke anhand Ihres eigenen Verbrauchs einmal mit dem Kunststoff, in den die Zeitschriften eingepackt sind, die zu Hause auf Sie warten, wenn Sie, wie ich, eine ganze Woche in Bern gewesen sind. Oder denken Sie an den Online-Handel; auch das haben wir besprochen. Darauf, so wurde uns erklärt, haben wir gar keinen Einfluss. Wenn man etwas online bestellt - bei mir ist das nicht sehr häufig der Fall -, dann ist es meistens zwei- bis dreifach verpackt, nicht immer in einer dünnen Verpackung. Die Gesamtmenge dieser dünnen Säcke wird vom Bafu auf 3000 Tonnen pro Jahr geschätzt.
Die Kommission hat die Motion so verstanden - das steht im Bericht -, dass sie nur die Gratissäcke an der Ladenkasse betrifft, die diverse Detailhändler übrigens gar nicht mehr führen. Mein Dorfladen führt gar keine solchen Säcke. Die Motion soll aber gemäss Kommission - das ist unsere Auslegung, und sie wurde nicht bestritten - nicht die Säcke beim Offenverkauf, zum Beispiel von Obst und Gemüse, betreffen, weil dort die Alternative von fertig abgepackter Ware im Ganzen zu deutlich mehr Verpackungs- und vermutlich, weil dann die Einheiten zu gross werden, auch noch zu deutlich mehr Lebensmittelabfällen führen würde. Das heisst nun in der Auslegung der Kommission, dass wir etwa von 1000 bis 1500 Tonnen Kunststoff reden. Das ist, meine ich, etwa die Hälfte oder eher etwas weniger als die Hälfte von allem. Wenn ich persönlich solche Säcke brauche, dann höchstens, wenn ich nur zwei oder drei Tomaten oder zwei Karotten brauche; dann setze ich sie ein.
Jetzt geht es um die Verhältnismässigkeit. Wir haben ein ziemlich handfestes Thema; das gefällt mir. Zum Vergleich: Der gesamte Kunststoffverbrauch der Schweiz in einem Jahr umfasst 850 000 Tonnen. Diesen Kunststoff verbrauchen wir nicht persönlich, sondern die ganze Wirtschaft usw. Wenn wir diese 850 000 Tonnen, um es etwas anschaulicher zu machen, auf die Bevölkerung umrechnen, dann sind das pro Kopf der Bevölkerung in der Schweiz 100 oder etwas mehr Kilogramm. Da beträgt gewichtsmässig der Kunststoffverbrauch pro Jahr also immerhin mehr als die meisten selbst wiegen. Im Vergleich dazu reden wir jetzt - nach Auslegung der Kommission - von einem Tausendstel oder einem Fünfhundertstel davon; das wären also 100 bis 200 Gramm. So viel macht der Verbrauch dieser Säcke aus - im Vergleich zu den etwas mehr als 100 Kilogramm Gesamtgewicht des verbrauchten Kunststoffs.
Diese Plastiksäcke will jetzt die Motion verbieten, und dann erst noch, ohne dass gemäss Auskunft des Bafu durchgehend überzeugende Alternativen vorliegen. Damit lässt sich aus Sicht der Mehrheit der Kommission kein Verbot rechtfertigen, was ja immer auch ein Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit ist. Wir haben ein sehr gutes, freiwillig funktionierendes Entsorgungs- und Recyclingsystem in diesem Land. Dabei sollten wir bleiben und nicht Verbote erlassen, die nicht wirklich etwas bringen.
In einem ist sich aber die Kommission einig gewesen: Die Branche soll sehr wohl weiter ermuntert werden, ihre Überlegungen und Anstrengungen weiterzuführen. Auch die Bevölkerung soll in Bezug auf die Thematik Abfälle und Ökobilanzen durchaus weiter sensibilisiert und unterstützt werden. Das ist gewissermassen der erfolgreiche Weg unseres Landes.
Ich beantrage Ihnen mit dem Bundesrat und der Mehrheit Ihrer Kommission, die Motion abzulehnen.
Comte Raphaël · Mit-M · Ständerat · Neuenburg · FDP-Liberale Fraktion
"Il est interdit d'interdire." Ce slogan pourrait être celui de la majorité de la commission. C'est pourtant une claire majorité du Conseil national, de 110 voix contre 73, qui vous invite à mettre un terme à l'inutile pollution des sacs plastiques à usage unique.
Apparue dans les années 1970, l'utilisation des sacs plastiques s'est généralisée: 380 milliards de sacs plastiques par an aux Etats-Unis, 17 milliards en France, 7 milliards en Australie. Le sac plastique est donc devenu le symbole de nos habitudes de consommation. On l'utilise une ou deux fois, pour ensuite le jeter et l'oublier. Le prix de ces sacs plastiques distribués dans les supermarchés est répercuté sur le prix des produits vendus.
Signe de modernité, la matière plastique est venue nous faciliter la vie, mais elle est aussi source de pollution. Ces sacs à base de pétrole polluent dangereusement et durablement la nature. S'ils sont enfouis dans le sol, il faudra plusieurs centaines d'années pour qu'ils soient désintégrés. S'ils sont brûlés, ils dégagent de la dioxine, un gaz néfaste pour la santé. S'ils sont emportés par le vent, ils peuvent se retrouver en mer et causer des atteintes à l'environnement.
Qu'en est-il en Suisse? Le gaspillage de matières premières que génère aujourd'hui la fabrication de sacs en plastique n'est pas admissible, même si celui-ci ne représente qu'une petite part de la problématique. Si nous ne pouvons pas nous passer de quelque chose d'inutile et facilement remplaçable par des produits durables, qu'en sera-t-il des produits indispensables? Toutes ces actions représentent à chaque fois une toute petite part du problème, mais additionnées, elles constituent le problème. Il faut se rendre compte que les deux plus grands distributeurs suisses distribuent à eux seuls plus de 240 millions de sacs en plastique gratuits à la caisse. Il ne s'agit pas de remplacer tous ces sacs par des sacs biodégradables ou en papier, mais surtout par des sacs réutilisables.
L'interdiction des sacs plastiques est un signe qu'il faut arrêter de gaspiller les ressources de notre planète. D'ailleurs, les consommateurs français, qui vivent depuis quelque temps sans ces sacs, ont déclaré à plus de 90 pour cent être satisfaits par cette interdiction. Les grands distributeurs français n'ont pas remplacé les sacs plastiques par des sacs en papier, mais par des sacs en polypropylène, plus solides et réutilisables plusieurs années. A entendre les réactions des grands distributeurs suisses, il n'y a aucune solution pour remplacer les sacs plastiques; mais alors comment font la France et tous les autres pays qui les ont interdits, et comment faisions-nous lorsque ces sacs plastiques n'existaient pas? Il y a clairement de la mauvaise volonté et surtout une difficulté à faire évoluer les mentalités.
Quelques éléments complémentaires: je soulignerai tout d'abord que la motion ne nécessite pas une modification de la loi, mais uniquement de l'ordonnance, puisque la loi confie la possibilité au Conseil fédéral d'interdire, par exemple, les sacs plastiques. Il ne serait donc pas nécessaire de modifier la loi pour mettre en oeuvre la motion. Cette motion ne fixe aucun délai contraignant, ce qui fait que le Conseil fédéral aurait la liberté de discuter avec les grands distributeurs, afin de définir des délais d'application.
Nous pouvons aussi mentionner que plusieurs cantons ont débattu de telles propositions et que celles-ci ont souvent été acceptées. Il y a clairement une prise de conscience que nous ne pouvons plus continuer ainsi, que des mesures sont nécessaires pour nous pousser à changer nos habitudes, en l'occurrence nos mauvaises habitudes.
Enfin, et cela a été mentionné par le rapporteur, la motion s'attaque véritablement aux sacs de caisse, même si le terme n'est pas repris tel quel dans la version allemande de la motion; dans le texte français, on le mentionne clairement. Il ne s'agit donc pas des sacs à disposition dans certains rayons, par exemple dans le rayon des fruits et légumes, où leur utilité est effectivement avérée et où il serait disproportionné de les interdire. Il s'agit bien des sacs qui sont à disposition aux caisses uniquement.
Interdire n'est pas une voie à utiliser à la légère, mais nous devons faire évoluer nos comportements et nos mentalités. La problématique des sacs plastiques dépasse les frontières de la Suisse et nous avons l'occasion de nous inscrire dans un mouvement général visant à améliorer la protection de l'environnement.
Je vous invite donc à soutenir la motion de Buman, c'est-à-dire à adopter ma proposition de minorité.
Recordon Luc · Mit-M · Ständerat · Waadt · Grüne Fraktion
Monsieur Comte a fort bien expliqué que la problématique était plus subtile que ce que l'on aurait pu imaginer en lisant le rapport de la commission ou en l'entendant. Je voudrais quand même apporter quelques éléments de réflexion supplémentaires.
Tout d'abord, nous avons été l'objet d'un intense effort de propagande des grands distributeurs pour rejeter la motion de Buman, en qualité de deuxième conseil. Or, c'est avec un certain sourire que l'on peut lire dans un organe de presse romand que c'est le même grand distributeur, à Genève, qui s'est félicité il y a quatre ans d'avoir supprimé les sacs de caisse, et qui a même dépensé de l'argent pour faire de la propagande pour cela, qui s'en est vanté, glorifié et aujourd'hui, la centrale nationale vient nous dire que c'est une idiotie absolue! Il y a peut-être des problèmes de gouvernance chez Migros, mais, le ridicule ne tuant pas, cette estimable entreprise continuera d'exister. Il n'en demeure pas moins que cela jette une lumière assez crue sur la validité des arguments qui sont opposés à la motion de Buman.
Puis, par-delà la question légèrement amusante que je viens de soulever, il y a quand même des questions plus graves. Ce n'est pas seulement, Monsieur le rapporteur, un problème de quantité: il suffit d'assez petites quantités pour faire beaucoup de tort. Songez au nombre de sacs abandonnés dans la nature. Promenez-vous dans nos forêts, mais aussi dans nos villes: ce que l'on appelle dans un français déplorable le "littering", c'est-à-dire la déréliction de sacs ou de tout autres objets, devient une véritable plaie. Il faut peut-être quand même marquer une intention assez claire par rapport à ce genre de choses.
Cela devient bien pire quand, par hasard, ces sacs jetés dans les rivières et qui ne sont pas tous récupérés vont jusqu'à la mer: cela devient alors un fléau extrêmement grave. Il y a de plus en plus de poissons et d'autres animaux de mer qui sont empoisonnés par toutes sortes de plastique. Je vous concède que les sacs de caisse sont toujours mieux que les plastiques durs, tels que les barquettes, qui font plus de dégâts, mais ils obstruent les voies digestives de ces animaux et les tuent.
Il y a tout un problème général, outre le fait, comme Monsieur Comte l'a relevé, que ces objets-là sont produits à base d'hydrocarbures. Par sa production, le sac en papier est peut-être un peu moins bien d'un point de vue environnemental, si on ne l'utilise qu'une fois, mais il a le mérite quand même de ne pas être produit à base d'hydrocarbures mais à partir de produits ligneux, qui sont naturels ou qui proviennent du recyclage.
La problématique, je le concède, est complexe. Le problème principal, c'est la réutilisation, donc le fait d'avoir affaire à un objet solide qui ne se casse pas après un ou deux usages. Outre ce problème, le plastique présente des inconvénients encore beaucoup plus considérables liés à la difficulté de son élimination, à sa persistance et aux dégâts de toute nature qu'il provoque.
C'est la raison pour laquelle je vous propose de suivre la proposition de la minorité Comte et d'adopter cette motion.
Leuthard Doris · BR-F · Bundesrat · Aargau
Es ist immer richtig, wenn man sich um ökologische Anliegen und Ressourceneffizienz kümmert, und es ist richtig, dass man das auch im Fall von Plastiksäcken tut. Der Bundesrat hat heute mit dem Umweltschutzgesetz die Möglichkeit, dass er einzelne Rohstoffe verbieten kann. Aber er ist an das Verhältnismässigkeitsprinzip gebunden. Der Kommissionssprecher hat ziemlich gut dargelegt, dass eben bei einem Verbot der Wegwerfplastiksäcke dieses Verhältnismässigkeitsprinzip nicht erfüllt ist.
Es gibt zwei Ansätze für ein Verbot: Entweder ist es die Abfallmenge, die reduziert wird, oder man könnte noch energetisch argumentieren, indem es für die Herstellung von Plastik ja Kunststoff braucht, und das wiederum braucht Treib- und Brennstoffe.
Bei beiden Ansätzen ist es so: Wenn man effektiv bei einem Verbot dann die eingesparte Menge Abfall oder die eingesparte Menge Energie anschaut und sie der Gesamtmenge in diesen Bereichen gegenüberstellt, so muss man leider diese Wegwerfplastiksäcke als ökologisch und energetisch nicht relevant bezeichnen. Das zweite Problem: Wenn man eben etwas, was nicht relevant ist, trotzdem mit einem Verbot versehen würde, dann hätte man mit dem Verhältnismässigkeitsprinzip ein Problem.
Wenn man das noch beiseitelassen würde, müsste man sich, worauf der Kommissionssprecher zu Recht hingewiesen, die Frage stellen: Was wäre dann die Alternative? Wenn dann die Menschen in den Läden oder die Betreiber statt zu Plastiksäcken wirklich wieder zu Alternativen in Form von Papiersäcken greifen würden, dann wäre das ökologisch sogar schlimmer. Obwohl in der Perzeption ein Papiersack wahrscheinlich für die meisten Menschen mit positiveren Werten verbunden ist als der Wegwerfplastiksack, ist er in seiner Ökobilanz aufgrund des hohen Wasserverbrauchs ganz klar schlechter. Das ist für uns am Schluss halt auch ein Grund.
Ich bin einverstanden, Herr Recordon, wir haben zu viel Abfall. Mich regt es auch auf, wenn ich im Wald, in den Pärken, überall Abfall sehe. Aber gründet das darauf, dass wir Plastik, Pet usw. anbieten, oder ist der Grund eher darin zu finden, dass wir eine Gesellschaft sind, die offenbar manchmal den Anstand und die Sorgfalt nicht mehr in richtigem Mass anwendet? Ich glaube, Letzteres ist der Fall. Wir müssen unsere Gesellschaft halt wieder erziehen und darauf ausrichten, dass man nicht alles einfach sorglos auf den Boden wirft - vom Kaugummi bis hin zum Plastiksack, zur Coladose, und was es auch immer ist. Aber ich glaube, all das zu verbieten - das wäre ja dann die letzte Konsequenz -, ist nicht zielführend.
In diesem Sinne sind wir einverstanden mit dem Antrag der Mehrheit der Kommission, die die Ablehnung der Motion beantragt.
Lombardi Filippo · P-M · Ständerat · Tessin · Fraktion CVP-EVP
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 18 Stimmen
Dagegen ... 17 Stimmen