98.3021
Sektion Weinbau an der Forschungsanstalt Wädenswil
Hollenstein Pia · Nationalrat · St. Gallen · Grüne Fraktion
Vor zwei Jahren hat Herr Meier die vorliegende Motion zur Erhaltung der Sektion Weinbau an der Forschungsanstalt Wädenswil eingereicht. In der Zwischenzeit hat sich die Situation in Wädenswil verändert. Die Sektion Weinbau ist nicht mehr autonom; sie wurde in die Abteilung Kulturen eingegliedert, wo der Weinbau zusammen mit Obst- und Gemüsebau einen gemeinsamen Bereich bildet. Damit ist der erste Punkt der Motion Meier Hans also bereits von der Entwicklung überholt und fällt somit als Forderung weg.
Der Grundsatz des Anliegens, nämlich einen eigenständigen und insbesondere einen funktionsfähigen Bereich Weinbau in der Forschungsanstalt Wädenswil zu haben, ist weiterhin von Bedeutung und hat Gültigkeit. Der in den vergangenen Monaten stets kleiner gewordene Bereich Weinbau hat keine Zukunft, wenn er unter eine gewisse Grösse fällt. Heute sind im Forschungsbereich Weinbau nur noch neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Um weiter existieren zu können, braucht es eine kritische Masse. Heute frage ich den Bundesrat, ob er zusichern kann, dass an der Forschungsanstalt Wädenswil kein weiterer Abbau mehr gemacht wird. Wenn der Bundesrat diese Garantie nicht geben will, bitte ich ihn zu erklären, wohin die laufende Entwicklung führen soll. Welches sind die Pläne? Was ist Ihre Haltung, Herr Bundesrat Couchepin?
Der Bundesrat spricht in seiner Antwort zur Motion von einer Optimierung der Strukturen der Zusammenarbeit zwischen Wädenswil und Changins. Allein, damit diese Zusammenarbeit weiterhin fruchtbar ausgestaltet werden kann, braucht es in beiden Forschungszentren ein gewisses Mass an Ressourcen; diese müssen garantiert werden. Zwischen Changins und Wädenswil besteht ein Spannungsfeld, ein interessanter Kulturunterschied, welchen ich - das sei hier betont - durchaus positiv sehe. Die Weinkulturen in der deutschen Schweiz haben andere Bedingungen als diejenigen in der Romandie. Es gibt verschiedene Traubensorten, verschiedene Klimate und - ein nicht zu unterschätzender zusätzlicher Faktor - unterschiedliche Strukturen im Weinbau der Deutschschweiz und der Romandie.
Ich halte fest: Es gibt keine Doppelspurigkeiten, sondern ein Spannungsfeld in der Forschung, welches durchaus von seiner inhärenten Dynamik lebt.
Ich bitte Sie, die vorliegende Motion zu unterstützen und damit die Ressourcen für eine sinnvolle und notwendige Forschung in beiden Landesteilen freizumachen bzw. zu garantieren. Es geht um die Erhaltung von lange aufgebautem Wissen und Können in einer traditionellen Branche. Ich danke Ihnen für die Zustimmung zur Motion.
Widmer Hans · Nationalrat · Luzern · Sozialdemokratische Fraktion
Hoffentlich bin ich nicht der einzige Weinfreund in diesem Saal - hier gibt es vielleicht auch Weinfreundinnen -, der beim Weinbau eine Politik für das ganze Land unterstützt. Ich brauche nicht weiter auf die einzelnen Gründe - die Frau Hollenstein angeführt hat - einzugehen. Ich bitte Sie einfach darum, das Anliegen zu beachten, dass in der Forschung alle - eben auch die regional verschiedenen - Bedingungen des Weinbaus ernst genommen werden, und nicht nur jene der Westschweiz.
In dieser Frage möchte ich nicht die verschiedenen Teile der Schweiz gegeneinander ausspielen. Nicht alle, Herr Bundesrat Couchepin, würden es aber verstehen, wenn gerade ein Unterwalliser Bundesrat und Volkswirtschaftsminister eine Deutschschweizer Schule im Weinbau untergehen liesse. Wenn Sie bei dieser Schule in Wädenswil so weiter "drauflosoptimieren", wird die kritische Masse nicht mehr gegeben sein; dann können Sie dieses wichtige Projekt beerdigen. Dagegen wehren wir uns. Lassen Sie die Weinbauforschung in Wädenswil nicht sterben, unterstützen Sie diese Motion.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Nous maintenons notre point de vue, c'est-à-dire le rejet de la motion. La création d'un centre de compétences pour les cultures spéciales, c'est-à-dire une collaboration entre Changins et Wädenswil, a un objectif précis: l'optimisation des structures, autrement dit le renforcement de la collaboration. On souhaite voir des priorités claires aussi dans le secteur viticole, afin d'encourager les spécialisations, ce qui aura des effets bénéfiques sur l'ensemble de la branche. L'étude de questions d'intérêt régional sera intégrée au programme de travail du centre de compétences. Nous ne réduirons pas davantage le personnel à Wädenswil. Les modifications qui ont été faites ont été, au demeurant, approuvées par la commission de votre Conseil qui s'occupe des offices FLAG. En toute hypothèse, nous maintiendrons une antenne en Suisse alémanique pour permettre aux viticulteurs de cette région de s'adresser dans leur langue à des gens qui sont liés à leur culture. Il ne faut pas faire du nationalisme linguistique dans ce domaine. Nous n'en ferons pas, nous voulons le bien de l'ensemble de la viticulture suisse.
Seiler Hanspeter · P-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Abstimmung - Vote
Für Überweisung der Motion .... 51 Stimmen
Dagegen .... 63 Stimmen