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Faire Besteuerung von Freizügigkeitsgeldern beim Wegzug aus der Schweiz in ein Land ausserhalb der EU/Efta

Hêche Claude · P-M · Ständerat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion

Antrag der Mehrheit

Der Initiative keine Folge geben

Antrag der Minderheit

(Levrat, Fetz, Zanetti)

Der Initiative Folge geben

Proposition de la majorité

Ne pas donner suite à l'initiative

Proposition de la minorité

(Levrat, Fetz, Zanetti)

Donner suite à l'initiative

Le président (Hêche Claude, président): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission.

Föhn Peter · Mit-M · Ständerat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Die parlamentarische Initiative Fischer Roland verlangt, dass ein ausgezahltes Freizügigkeitsguthaben am Ort des letzten Wohnsitzes in der Schweiz statt am Sitz der Freizügigkeitsstiftung besteuert wird, dies aber nur, wenn die Auszahlung nach dem Wegzug aus der Schweiz erfolgt.

Die Mehrheit der WAK ist der Meinung, dass die Umsetzung der Initiative zu einem unverhältnismässigen Mehraufwand für die Steuerbehörden und damit zu signifikanten Mehrkosten führen würde. Zudem, das ist für uns Ständeräte natürlich sehr wichtig, handelt es sich um einen unerlaubten Eingriff in die Steuerhoheit der Kantone.

Die WAK-NR hatte dieser Initiative am 12. Januar 2015 mit 14 zu 11 Stimmen Folge gegeben. Die WAK-SR hatte im Februar 2015 nach Anhörung eines Vertreters der WAK-NR dem Beschluss der Schwesterkommission nicht zugestimmt. Die parlamentarische Initiative wurde erneut, wie üblich, von der WAK-NR vorberaten, welche dann im April 2015 mit 14 zu 9 Stimmen am Folgegeben festgehalten hat. Der Nationalrat unterstützte seine Kommission und hat am 1. Juni 2015 mit 104 zu 83 Stimmen ebenfalls Folge gegeben.

Die Mehrheit der WAK-SR hat ihre Meinung gegenüber der ersten Vorprüfung nicht geändert und stimmt dem Beschluss des Nationalrates nicht zu. Sie ist der Auffassung, dass die vorgeschlagene Regelung von der Systematik der Besteuerung am Ort der wirtschaftlichen Anknüpfung abweiche, zusätzlich die Verwaltung unnötig belaste und einen unerlaubten Eingriff in die Steuerhoheit der Kantone darstelle. Ausserdem, so die Mehrheit der WAK-SR, könne mit einem Wohnsitzwechsel die günstigere Besteuerung in anderen Kantonen nach wie vor ausgenutzt werden; dies ist insbesondere bei den reicheren Auswanderern der Fall.

Einige Unsicherheitsfaktoren und Negativbeispiele für den Fall, dass die parlamentarische Initiative entgegen unserem Antrag angenommen wird, will ich doch aufzeigen: So könnten zum Beispiel Grenzgänger, die durch ihren Status keinen Wohnsitz in der Schweiz haben, jedoch in der Schweiz arbeiten, einen AHV-Lohn beziehen und einer Pensionskasse angeschlossen sind, nicht gemäss Vorstoss besteuert werden. Dies würde unter Umständen ein weiteres Abrechnungssystem benötigen. Zudem könnte dies etliche Personen, zum Beispiel in Genf, Basel, Schaffhausen oder im Tessin, dazu verleiten, Grenzgänger zu werden, um einer nachteiligen Besteuerung zu entkommen. Dem jeweils nachzugehen würde die Kosten für eine Pensionskasse oder Freizügigkeitseinrichtung massiv erhöhen.

Der Vorstoss bedeutet auch, dass zum Beispiel bei der Suva, welche dem Kanton Luzern für die von ihr ins Ausland bezahlten Renten Quellensteuern abliefert, die Einnahmen nach dem Wohnsitzkriterium zu verteilen wären. Gleiches gilt für den Kanton Genf, weil auch dort die Zentrale Ausgleichskasse auf ins Ausland bezahlten AHV-Renten eine Quellensteuer erhebt. Demzufolge müssten neue Abläufe aufgebaut werden. Die Quellensteuer muss am Wohnort bezahlt werden, das Geld darf jedoch weiterhin bei einer Freizügigkeitsstiftung liegen. Damit wird ein funktionierendes System zwischen den Stiftungen, dem Kanton und dem Bund mit über 2000 zusätzlichen Mitspielern verkompliziert, denn jede Gemeinde kann den Quellensteuersatz selber bestimmen. Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, wären Investitionen in Millionenhöhe in Software und Schulungen nötig. Komplizierter kann man es wohl kaum machen.

Der Schweiz würde der grösste Anteil der Steuern entgehen, denn nach den üblichen Doppelbesteuerungsabkommen hat der Ansässigkeitsstaat das Besteuerungsrecht, das heisst in diesem Fall der neue ausländische Wohnsitzstaat. Der Pflichtige kann sich die Schweizer Quellensteuer somit rückerstatten lassen, was wiederum bedeutet, dass er den Leistungsempfang im Ausland deklarieren muss. Wenn der Steuersatz indessen so tief ist, dass dieser als definitive Belastung annehmbar erscheint, so wird der Pflichtige die Leistung im Ausland in der Regel nicht deklarieren wollen, weil dies zu einer stärkeren Belastung durch den Ansässigkeitsstaat führen dürfte.

Der Vorstoss, gedacht als Massnahme für einen vermeintlich faireren interkantonalen Steuerwettbewerb, bewirkt im Ergebnis den umgekehrten Fall, das heisst das Gegenteil, nämlich Steuerausfälle für die Schweiz, für das Ausland hingegen mehr Einnahmen. Also ist die parlamentarische Initiative mit dem Namen "Faire Besteuerung von Freizügigkeitsgeldern beim Wegzug aus der Schweiz in ein Land ausserhalb der EU/Efta" auf keinen Fall richtig. Sie kommt höchstens süffig daher, unter dem Deckmantel vermeintlicher Steuergerechtigkeit. Die Umsetzung der Initiative wäre unverhältnismässig, hätte massive Auswirkungen, denn sie würde erstens einen Steuerverlust, der die ganze Schweiz und nicht nur einzelne Kantone betrifft, verursachen. Sie würde zweitens eine neue Bürokratie mit einem erheblichen Mehraufwand für alle Steuerbehörden und die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen hervorrufen sowie drittens noch unabsehbare Risiken für den Finanzplatz Schweiz mit sich bringen. Was aber besonders zu berücksichtigen ist, ist der vierte Punkt: Die parlamentarische Initiative würde einen massiven Einschnitt in die kantonale Steuerhoheit bedeuten, und dem dürfen wir hier im Ständerat sicher nicht oder nie zustimmen.

Deshalb danke ich Ihnen im Auftrag der WAK für die Unterstützung der Mehrheit.

Levrat Christian · Mit-M · Ständerat · Freiburg · Sozialdemokratische Fraktion

Monsieur Föhn, vous aurez constaté que, sur la question du développement régional, j'ai voté en faveur des intérêts du canton de Schwytz. Vous me pardonnerez de ne pas en faire de même cette fois-ci, même si je comprends qu'en tant que représentant du canton de Schwytz, vous tentiez par tous les moyens de maintenir la réglementation actuelle en matière d'imposition des avoirs de libre passage.

En introduction, permettez-moi de vous dire que j'ai le sentiment que vous tirez au canon sur des mouches. On a affaire à une réglementation technique, qui vise la question du critère de rattachement. Je ne suis pas certain que la longue litanie des stéréotypes que vous nous avez répétée, allant de la charge administrative à la souveraineté des cantons, soit vraiment adaptée au cas d'espèce.

Qu'est-ce qui a conduit la Commission de l'économie et des redevances du Conseil national à soutenir, à deux reprises, l'initiative parlementaire Fischer Roland et le Conseil national, par 104 voix contre 83 et 0 abstention, à en faire de même?

C'est d'abord le constat que l'on a affaire à un certain nombre de cas d'abus qui paraissent difficilement défendables. Si un étranger quitte définitivement la Suisse pour un pays hors de l'Union européenne après sa retraite, il perçoit une rente; s'il le fait avant de prendre sa retraite, il peut percevoir un capital. S'il quitte le canton d'Argovie, par exemple le 24 avril, et transfère son avoir de deuxième pilier dans une institution sise dans le canton de Schwytz et qu'il quitte la Suisse six jours plus tard, soit le 30 avril, il perçoit le 2 mai, donc une dizaine de jours après le transfert de ses avoirs de libre passage, l'ensemble de son capital à des conditions fiscales nettement plus favorables. C'est clairement une manière de contourner la loi. C'est clairement une méthode d'optimisation fiscale qui n'est ni dans l'intérêt public, ni dans celui des cantons. Il est nécessaire de remédier à cette situation.

En première phase, le Conseil national a décidé de donner suite à cette initiative parlementaire par 104 voix contre 83. On reconnaît ici la nécessité d'agir. Je suis le premier à considérer qu'un certain nombre de questions restent ouvertes, notamment la question des frontaliers, qui va devoir être posée, et peut-être même la question de savoir si le point de rattachement est le domicile effectif de la personne concernée ou s'il s'agit du dernier lieu où elle a exercé son activité professionnelle. Mais la question que l'on doit traiter aujourd'hui, dans le cadre de la première phase, porte sur la nécessité d'agir. Or il existe dans la loi une lacune absolument évidente, dont abusent un certain nombre de contribuables, et qu'il convient de combler.

Je vais dire quelques mots à propos de vos principaux arguments. Premièrement, en ce qui concerne la souveraineté cantonale, on n'est pas en train de parler de transfert de compétences des cantons à la Confédération, mais on est simplement en train de débattre du point de rattachement. Quel est le point de rattachement devant déterminer quel canton est compétent? S'agit-il du lieu de résidence de la caisse de pension ou de celui de la personne concernée? La souveraineté cantonale n'est donc absolument pas concernée par l'objet dont on débat.

Deuxièmement, au sujet de la charge administrative, je trouve qu'il s'agit d'un argument un peu "tarte à la crème". Le dernier domicile en Suisse des étrangers inscrits auprès du consulat est connu et enregistré par les autorités consulaires compétentes, tant et si bien que cela n'occasionne pas de charge administrative notable d'utiliser le domicile plutôt que le siège de la société comme critère de rattachement.

Troisièmement, l'argument de la double imposition est pour moi tout simplement incompréhensible. Je ne comprends pas en quoi la modification du critère de rattachement d'un canton à un autre modifie la situation en matière de double imposition. Il existe de toute manière une compétence théorique relevant du nouvel Etat de résidence de la personne concernée, et le fait que le canton de Schwytz ou celui d'Argovie soit, en Suisse, compétent pour la fiscalisation de ce retrait en capital n'est absolument d'aucun intérêt pour l'Etat thaïlandais, l'Etat malaisien ou que sais-je.

Dans le cadre de la première phase du traitement de cet objet, nous devons à mon sens donner suite à cette initiative parlementaire qui met le doigt sur une série d'abus difficilement justifiables. Les questions ouvertes pourront être traitées en deuxième phase.

Recordon Luc · Mit-M · Ständerat · Waadt · Grüne Fraktion

C'est une situation typique d'abus et je suis fort étonné que le rapporteur, qui est en général très sensible à la lutte contre les abus et qui en fait, au vrai, régulièrement son cheval de bataille, ne soit vraiment pas sensible à des situations aussi choquantes.

Pour prendre un exemple qui m'a scandalisé, un de mes copains, il y a une dizaine d'années, a parfaitement joué sur la lacune que dénonce l'initiative parlementaire, ce qui lui a permis de payer zéro ou à peu près zéro franc d'impôt. Il a donc retiré son argent, qu'il a d'ailleurs utilisé pour faire le tour du monde avec sa famille - c'est un autre aspect qui n'est pas indissolublement lié à cette question - et en riait encore de retour de son tour du monde! Je trouve que c'est véritablement une manière de se moquer des autres contribuables, alors qu'il serait tellement simple de dire aux gens qui veulent retirer leur avoir qu'il sera imposé au lieu de leur dernier domicile en Suisse.

Je vous invite à suivre la proposition défendue par la minorité de la commission et à donner suite à cette initiative parlementaire qui est vraiment, vraiment marquée au coin du bon sens et qui, encore une fois, vise à lutter contre quelque chose de proprement scandaleux.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Folgegeben ... 15 Stimmen

Dagegen ... 24 Stimmen

(0 Enthaltungen)