02.5022
Botschafter von Chile
Deiss Joseph · BR-M · Bundesrat · Freiburg
Le DFAE a été informé par la presse, puis par note diplomatique, du retour temporaire dans son pays de l'ambassadeur du Chili accrédité en Suisse. Cette absence momentanée de l'ambassadeur a été communiquée à mon département sans indication de motifs. Tout porte à croire que l'ambassadeur a été rappelé à la centrale pour des consultations internes, comme il est d'usage en diplomatie. Son absence momentanée n'a aucune influence sur les bonnes relations bilatérales entre le Chili et la Suisse. L'échange d'informations invoqué devant la presse par la ministre chilienne des affaires étrangères pour justifier ce retour est en relation avec les enquêtes en cours sur les activités du Front patriotique Manuel Rodriguez, un groupe de gauche qui est interdit au Chili. Pour obtenir des informations sur les activités des membres de cette organisation, les autorités chiliennes se sont également adressées à la Suisse, début février de cette année. Des investigations sont actuellement menées dans les services fédéraux compétents à Berne afin de déterminer dans quelle mesure il est possible de satisfaire à la demande chilienne. La Suisse n'a pas encore donné de réponse officielle aux autorités chiliennes.
Schlüer Ulrich · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Herr Bundesrat, ich danke Ihnen für diese Antwort. Vonseiten Chiles wird ja festgehalten, dass sich jemand in der Schweiz aufhalte, der in Chile wegen eines Tötungsdeliktes an einem Polizisten gesucht werde. In diesem Zusammenhang sei von der Schweiz auch schon gesagt worden, dem Mann drohe möglicherweise Folter.
Meine Zusatzfragen:
1. Betrachtet die Schweiz das heutige Chile nicht als Rechtsstaat?
2. Es wiederholen sich solche Auseinandersetzungen. Wir haben kürzlich ja einen ähnlichen Fall bezüglich Mazedonien gehabt. Damals wurde gesagt, solange sich ein Ausländer nicht gegen die Schweiz verfehle, könne die Schweiz an sich nichts tun. Man weiss heute von der Direktion für Völkerrecht, dass diese Position nicht haltbar ist. Wenn etwas gegen solche Ausländer vorliegt, sind wir aus neutralitätspolitischen Gründen und aus Gründen der internationalen Zusammenarbeit zum Handeln verpflichtet.
3. Zusammen mit dem Botschafter in der Schweiz ist von Chile im gleichen Zusammenhang auch jener in Kuba zurückgerufen worden. Nachdem die Schweiz eine lange und meines Erachtens nicht schlechte Nachbarschaft mit dem Vatikan als etwas überlebt betrachtet hat, stellt sich einfach die Frage, ob es uns jetzt besser gefällt, Nachbarn der Kubaner zu sein.
Deiss Joseph · BR-M · Bundesrat · Freiburg
Ich stelle fest, dass Herr Schlüer die Niederlage mit Ironie hinnimmt.
Zu seinen Fragen vielleicht Folgendes: Ende 1996 waren vier führende inhaftierte FPMR-Mitglieder, das ist diese Gruppierung, die ich soeben genannt habe, auf spektakuläre Weise aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Santiago de Chile entkommen, darunter der sich heute in der Schweiz aufhaltende Patricio Ortiz. Der in Chile wegen Polizistenmord zu zehn Jahren verurteilte Ortiz stellte 1997 in der Schweiz ein Asylgesuch, das vom Bundesamt für Flüchtlinge abgelehnt wurde. Ein diesbezüglicher Rekurs ist noch hängig. 1998 stellte Chile ein Auslieferungsgesuch, das von der Schweiz aus humanitären Gründen abgelehnt wurde. Dies führte 1998 in der Tat zu Spannungen in den bilateralen Beziehungen zwischen Chile und der Schweiz. Das heisst aber nicht - das war Ihre erste Frage -, dass wir Chile, mit dem wir ganz normale, gute Beziehungen haben, nicht als Rechtsstaat anerkennen würden.