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Keine Diskriminierung des Viehexportes
Bigger Elmar · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich danke dem Bundesrat für die Stellungnahme zu meiner Motion. Mit der abwartenden, ja ablehnenden Haltung des Bundesrates zu meiner Motion bin ich ganz und gar nicht einverstanden. Ich werde das Gefühl nicht los, dass der Bundesrat schon jetzt überzeugt ist, dass Ex-Jugoslawien als EU-Mitgliedstaat bezeichnet werden kann. Der Export im Rahmen der humanitären Aktion vom Herbst 1999 und Frühjahr 2000 in den Kosovo hat mit meiner Argumentation nichts zu tun.
Ich habe schon in der Begründung nicht von Ex-Jugoslawien, sondern von unseren direkten Nachbarländern geschrieben, in denen über 18 000 Tiere gesömmert werden, die damit Landschaftspflege und Tourismusförderung betreiben. Es geht mir in meiner Motion nicht um humanitäre Nahrungsmittelhilfe, sondern um den direkten Export unseres Schweizer Viehs, das wohl während der Sömmerung die Nachbarländer betreten darf, aber für den Verkauf in diesen Staat nicht zugelassen wird. Somit ist dies doch eine klare Diskriminierung unseres Schweizer Viehs.
Wie der Bundesrat selbst ausführt, hat die EU unsere BSE-Massnahmen gemäss einer vorläufigen Beurteilung des wissenschaftlichen Lenkungsausschusses der EU als gleich gut, wenn nicht sogar besser als die unserer Nachbarländer eingestuft. Die neueste Entwicklung im Bereich der BSE zeigt, dass die Verhältnisse beispielsweise in Deutschland und Frankreich effektiv schlechter sind als vom EU-Lenkungsausschuss angenommen. In der Schweiz greifen die BSE-Massnahmen; die BSE-Fälle gehen zurück, während in Deutschland, Spanien und Frankreich das Gegenteil der Fall ist. Die Schweiz hat mit den von ihr ergriffenen BSE-Massnahmen einen Vorsprung von vier Jahren auf diese Länder.
All dies sollte es selbstverständlich machen, uns die gleichen Rechte einzuräumen. Wenn der Bundesrat ausführt, dass die Massnahmen nicht so angewendet werden dürfen, dass sie zu einer versteckten Beschränkung des internationalen Handels führen, frage ich mich, wo da die Gleichstellung ist. Was anderes als eine versteckte Beschränkung gegenüber der Schweiz ist denn diese Diskriminierung unseres Viehexportes?
Hat sich immer die Schweiz den andern Ländern anzupassen? Wenn Sie schon vom Widerspruch des Völkerrechtes sprechen, Herr Bundesrat, ist er doch hier zu suchen. Wenn die Anforderungen beim Export höher sind als beim Import, frage ich mich: Warum darf nur importiert, aber nicht exportiert werden? Die einzige Ausnahme bildeten kürzlich sieben nach Deutschland exportierte Spezialtiere.
Inzwischen ist auch eine teilweise Importsperre für lebende Tiere verhängt worden. Geschlachtete Tiere werden jedoch bereits wieder importiert. Wenn der Bundesrat glaubt, dies sei Gleichstellung, muss ich ihm widersprechen, denn dies hat wirklich nichts mit Gleichstellung zu tun. Beispielsweise sind im Jahre 1999 1289 Nutztiere, vor allem aus Deutschland, Dänemark, Frankreich und Österreich, importiert und zusätzlich das Kontingent im zonenfreien Gebiet von Genf von offiziell 1500 Schlachttieren ausgeschöpft worden. Im Jahre 2000 wurden 2477 Tiere, zum grössten Teil aus den gleichen vier Ländern, importiert. Noch wäre ein Kontingent von 1100 Nutztieren offen, was jedoch vom Bundesrat gestoppt worden ist. Diesbezüglich kann ich den Bundesrat beim sofortigen Stopp des Viehimportes nur unterstützen.
Zur BSE-Situation. Die vielen Krankheitsfälle in Frankreich und auch in Deutschland und Spanien sollten den Bundesrat doch dazu bewegen, den ganzen Viehimport neu zu überdenken.
Ich erwarte vom Bundesrat deshalb, dass er bei dieser Gelegenheit nicht nur den Import, sondern gleichzeitig auch den Export regelt, damit eine weitere Diskriminierung unseres Viehexportes verhindert werden kann.
Aus all diesen Gründen möchte ich den Bundesrat nochmals bitten, jeglichen Viehimport zu stoppen, bis wir von den umliegenden Ländern nicht nur als Landschaftspfleger mit Alpvieh und Tourismusförderung geduldet werden. Die umliegenden Länder sollen uns akzeptieren und unsere Viehexporte wieder zulassen. Ich fordere den Bundesrat auf, im Hinblick auf den kommenden Herbst eine Kampagne auf Stufe EU zu starten - mit dem Ziel, dass im Herbst 2002 die Grenzen für das Schweizer Vieh wieder geöffnet werden. Es wäre für die schweizerische Landwirtschaft sehr wichtig, dass der Viehexport - gerade mit Italien, das seit Jahrzehnten mit rund 11 000 Tieren das grösste Abnehmerland war - wieder aktiviert wird.
Stimmen Sie bitte meiner Motion zu, denn sie kostet nicht mehr Geld, sondern es geht nur um die Gleichbehandlung. Ich bin überzeugt, der Bundesrat wird auf meine Motion einschwenken.
Walter Hansjörg · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich möchte den Motionstext und die Stellungnahme nicht weiter kommentieren, sondern zur Erklärung des Bundesrates lediglich Folgendes festhalten: Ziffer 1 ist überhaupt nicht erfüllt; der Bundesrat beantragt, Ziffer 1 der Motion als erfüllt abzuschreiben. Ich stelle fest, dass wir lediglich bei drei Staaten eine Öffnung haben, nämlich bei Deutschland, Irland und Portugal. Aber unsere Hauptmärkte, z. B. Italien, sind nach wie vor zu. Deshalb möchte ich den Bundesrat auffordern, uns in dieser Angelegenheit weiter zu unterstützen. Das Ziel ist es, dass Italien wieder Vieh aus der Schweiz importieren kann. Ich bin mir bewusst, dass das nicht an der Schweiz liegt, sondern an Italien.
Ich bitte Sie, das nicht als erledigt abzuschreiben, sondern unsere Bemühungen in dieser Angelegenheit weiter zu unterstützen, damit diese Märkte geöffnet werden können.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Le Conseil fédéral propose de classer les chiffres 1,2 et 4 et de rejeter le chiffre 3 de la motion.
En ce qui concerne le chiffre 1, c'est une demande qui préconise la reprise immédiate des exportations de bétail. Il faut noter que la Suisse ne restreint nullement les exportations. De fait, les exportations ont repris. Il y a eu, en 1999, l'action intitulée "Des vaches pour le Kosovo". Puis, en 2002, les exportations vers l'Allemagne ont repris. L'importation de bétail suisse est également admise dans certains Etats de l'Union européenne.
Dans ces conditions, le chiffre 1 de la motion doit être considéré comme réalisé. Nous poursuivons nos efforts pour que d'autres Etats de l'Union européenne appliquent les décisions du Comité scientifique directeur et autorisent l'importation de bétail provenant de la Suisse.
Le chiffre 2 de la motion vise à un accroissement du soutien actif des exportations. Pour utiliser un terme concret, il demande que des crédits supplémentaires soient accordés pour favoriser l'exportation de bétail suisse. Il faut constater que, si les frontières étaient entièrement ouvertes, sans subventions, nos bêtes ne trouveraient pas preneur à l'étranger parce qu'elles sont plus chères que celles que l'on peut acheter à l'extérieur. Néanmoins, au cours de ces dernières années, nous avons fait des efforts importants pour exporter, sinon du bétail, du moins de la viande, deux stades différents de la même marchandise.
En 2001, nous avons exporté de la viande à des fins humanitaires en Corée du Nord et pour cela, nous avons ouvert un crédit de 18,5 millions de francs. Le marché du bétail en Suisse a été libéré d'environ 1800 tonnes de viande, ce qui correspond à environ 9000 têtes de bétail, soit 80 pour cent du nombre total d'animaux que la Confédération pourrait subventionner à l'exportation dans le cadre des engagements qui ont été pris auprès de l'OMC.
Le chiffre 3 de la motion exige une interdiction des importations jusqu'à ce que cessent les discriminations dont les exportateurs de bétail suisses sont victimes. Il faut relever que les mesures prises en vue de la protection de la vie ou de la santé des hommes, des animaux et des plantes ne sont admissibles, au sens du droit international, que si elles reposent sur des motifs scientifiques et qu'elles sont nécessaires. Par conséquent, on ne peut pas, pour des raisons protectionnistes, interdire simplement l'importation de bétail étranger. Si on le faisait, on encourrait des mesures de rétorsion qui seraient justifiables en fonction du droit international.
C'est la raison pour laquelle le chiffre 3 de la motion doit être rejeté.
Enfin, le chiffre 4 de la motion, qui propose de rédiger de manière non discriminatoire les prescriptions sanitaires sur l'importation et l'exportation de bétail et de les faire appliquer, nous paraît réalisé, puisque la Suisse ne connaît aucune forme de mesures discriminatoires. Au contraire, ce sont les mêmes exigences sanitaires qui s'appliquent aussi bien aux exportations qu'aux importations. Ces exigences sont en harmonie avec les règles de l'Office international des épizooties.
Monsieur Bigger, la solution la plus simple pour faire appliquer les règles d'égalité à l'égard du bétail suisse dans l'Union européenne serait naturellement d'adhérer à l'Union européenne et ainsi d'être traités sur pied d'égalité avec nos voisins. Peut-être arriverez-vous un jour à cette conclusion. Mais ça va prendre un certain temps. J'espère que le processus de réflexion va s'accélérer et que, prochainement, vous viendrez nous présenter le programme des prochaines années. En ce qui me concerne, je reste prudent.
Verfahrensbeitrag
Abstimmung - Vote
Für Überweisung der Motion .... 66 Stimmen
Dagegen .... 79 Stimmen