16.5420, 16.5423, 16.5424, 16.5425

Weiterer Leistungsabbau bei den SBB / Behinderte des Schweizer Paraplegikerzentrums brauchen Unterstützung / Leistungsabbau der SBB auf dem Land. Wo steht der Service public? / Stellenabbau bei den Stationshalterinnen und -haltern der SBB

Leuthard Doris · VPBR-F · Bundesrat · Aargau

Ich beantworte die vier Fragen gemeinsam.

Der Bundesrat hat sich schon vor einer Woche, in der Fragestunde vom 19. September 2016, ausführlich zur Einstellung der Drittverkaufsstellen durch die SBB geäussert, und zwar im Rahmen der Beantwortung der Frage Müller Thomas 16.5311. Wir haben darauf hingewiesen, dass der Billettverkauf durch Dritte weniger als ein Prozent des Gesamtabsatzes ausmacht, mit sinkender Tendenz.

Vor diesem Hintergrund hält der Bundesrat fest, dass er den SBB alle vier Jahre strategische Ziele vorgibt. Diese Ziele enthalten keine operativen Vorgaben. Der Entscheid der SBB, den Billettverkauf durch Dritte einzustellen, fällt in die operative Tätigkeit des Unternehmens, auf welche der Bundesrat keinen Einfluss nimmt. Die Verantwortung für die Einhaltung der strategischen Ziele des Bundesrates liegt bei den SBB, welche jährlich über die Zielerreichung im vergangenen Jahr Bericht erstatten müssen. Dabei berichten die SBB auch über die Entwicklung der Kundenzufriedenheit. 2015 konnte die Kundenzufriedenheit gegenüber dem Vorjahr sogar erhöht werden.

Friedl Claudia · Mit-F · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion

Sehr geehrte Frau Bundesrätin, ich habe eine Zusatzfrage: Ich habe erfahren, dass die privaten Anbieter auch solche Drittverkaufsstellen haben und nicht daran denken, sie aufzugeben. Sie sehen nämlich, dass das ein Service an Menschen ist, die im Umgang mit elektronischen Medien nicht so geübt sind. Müssen sich denn die SBB, die doch von Ihnen einen Service-public-Auftrag haben, von den privaten Anbietern überholen lassen?

Leuthard Doris · VPBR-F · Bundesrat · Aargau

Nochmals, Frau Nationalrätin: 99 Prozent des Umsatzes machen die SBB über ihre eigenen Schalter oder über das Internet. Es geht hier um das eine Prozent, das bei den Kiosken oder anderen Drittverkaufsstellen erzielt wird. Insofern ist es ein unternehmerischer Entscheid. Wenn dieser Verkauf nicht mehr rentiert, weil offenbar nur noch wenige Kundinnen und Kunden diese Drittverkaufsstellen nutzen, ist es logisch; man muss auch die anvertrauten Gelder effizient einsetzen und passt sich den Kundenwünschen an.