11.489
Aufhebung von Artikel 293 StGB
Amherd Viola · Mit-F · Nationalrat · Wallis · CVP-Fraktion
Gemäss Artikel 293 StGB ist die Veröffentlichung amtlicher geheimer Verhandlungen strafbar. Absatz 1 definiert die strafbare Handlung. Diese besteht darin, etwas aus Akten, Verhandlungen oder Untersuchungen einer Behörde, die durch Gesetz oder durch Beschluss als geheim erklärt worden sind, an die Öffentlichkeit zu bringen, ohne dazu berechtigt zu sein. Als Strafe ist eine Busse von höchstens 10 000 Franken vorgesehen. Absatz 2 stellt die Gehilfenschaft unter Strafe, und Absatz 3 ermöglicht es dem Gericht, von jeglicher Strafe abzusehen, wenn das an die Öffentlichkeit gebrachte Geheimnis von geringer Bedeutung ist. Das heisst dann, dass die betreffende Person verurteilt, aber nicht bestraft wird. Durch diese Bestimmung wird in erster Linie der Prozess der Meinungsbildung in den Behörden geschützt. Mitglieder einer Regierung, einer Verwaltungs- oder einer Gerichtsbehörde müssen im Rahmen der Meinungsbildung frei Fragen stellen und ihre Vorschläge, Kritik, Zweifel usw. äussern können. Die Informationen selber werden nur indirekt geschützt.
Die parlamentarische Initiative 11.489 verlangt die Aufhebung dieses Artikels. Die Aufhebung wird damit begründet, dass Artikel 293 in Widerspruch zu Artikel 10 EMRK stehe, welcher die Meinungsäusserungsfreiheit garantiert. Der Initiant verweist auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in der Beschwerdesache Goodwin gegen das Vereinigte Königreich aus dem Jahre 1996. Insbesondere werden folgende Argumente für die Aufhebung des Artikels ins Feld geführt:
1. Der Artikel schütze nur formelle Geheimnisse, also Tatsachen, die durch das Gesetz oder durch den Beschluss einer Behörde als geheim erklärt worden seien.
2. Es sei stossend, dass der Dritte, welcher das Geheimnis weiterverbreitet, verurteilt werde, während derjenige, der das Geheimnis gebrochen hat, oft nicht identifiziert werden könne oder dem Schutz der Immunität unterstehe und damit straffrei bleibe.
3. Das geltende Recht sehe im Falle von Staatsgeheimnissen und militärischen Geheimnissen unabhängig von Artikel 293 StGB einen doppelten Schutz vor.
Diese Argumentation übernimmt der Initiant vom Bundesrat, welcher Artikel 293 bereits im Jahre 1996 aufheben wollte. Entgegen den vorberatenden Kommissionen lehnten die Plenen beider Räte die Aufhebung damals ab, fügten als Kompromiss aber den heutigen Absatz 3 ein.
Die parlamentarische Initiative wurde im Jahre 2012 behandelt, und es wurde ihr Folge gegeben. Zur Umsetzung wurden zwei Varianten diskutiert: Variante A beinhaltet die Anpassung des Artikels an die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, indem die Gerichtsbehörden die Möglichkeit erhalten, das Geheimhaltungsinteresse und die Interessen, die eine Information der Öffentlichkeit verlangen, gegeneinander abzuwägen; Variante B ist die ersatzlose Streichung von Artikel 293 StGB.
Beide Varianten wurden in die Vernehmlassung gegeben. Von den 58 Vernehmlassungsteilnehmern begrüssten 34, unter anderem 25 Kantone, die Anpassung im Sinne von Variante A. Als wichtigstes Argument für Variante A wurde der Schutz des freien Meinungsbildungsprozesses der Behörden angeführt. Ein kleiner Teil der Vernehmlassungsteilnehmer kritisierte, dass die Anpassung des Artikels bei den Rechtsunterworfenen zu grosser Rechtsunsicherheit führe. Verschiedene Vernehmlassungsteilnehmer empfanden es als stossend, dass es sich faktisch um eine Sonderstrafnorm für Journalisten handle, welche deren Bestrafung stellvertretend für die der Amtsgeheimnisverräter vorsehe. Weiter wurde vorgebracht, dass Artikel 293 StGB auch in angepasster Form nicht mit der EMRK vereinbar sei. Dreizehn Vernehmlassungsteilnehmer unterstützten dementsprechend die Aufhebung von Artikel 293, das heisst Variante B. Sechs Vernehmlassungsteilnehmer wollten den Status quo beibehalten.
Mit dem zentralen Argument des freien Meinungsbildungsprozesses der Behörden will die Kommission für Rechtsfragen die Bestimmung beibehalten, sie aber mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Einklang bringen. Entsprechend favorisiert die Mehrheit der Kommission Variante A, weil eben dem Meinungsbildungsprozess ein hoher Stellenwert eingeräumt wird.
Namens der Kommission beantrage ich Ihnen, dem Entwurf gemäss Variante A zuzustimmen.
Bauer Philippe · Mit-M · Nationalrat · Neuenburg · FDP-Liberale Fraktion
La question qui s'est posée à la Commission des affaires juridiques était de savoir si, compte tenu de l'évolution de la jurisprudence de la Cour européenne des droits de l'homme, il convenait d'abroger ou de modifier l'article 293 du Code pénal relatif à la publication de débats officiels secrets.
Pour mémoire, en 2012, Monsieur Josef Lang a déposé une initiative parlementaire, reprise par Monsieur Geri Müller, visant à abroger cet article, au motif qu'il n'y avait pas de raison de protéger des secrets finalement formels, que c'était souvent le tiers qui rendait publique l'information qui était puni, alors que l'auteur de la fuite échappait à toute sanction, et que, finalement, la protection offerte au secret, que ce soit le secret d'Etat ou le secret militaire, était suffisante au sens de notre droit pénal.
En automne 2012, les deux Commissions des affaires juridiques ont décidé de donner suite à cette initiative parlementaire. Pour mémoire - vous me permettrez de vous donner lecture d'un paragraphe du rapport de la Commission des affaires juridiques du Conseil national du 23 juin 2016 -, l'article 239 du Code pénal vise à protéger un bien qui est "principalement le processus de formation de la volonté des autorités contre les perturbations extérieures. Les membres d'un gouvernement, d'une autorité administrative ou judiciaire doivent, dans le cadre de ce processus, pouvoir librement poser des questions, exprimer leurs propositions, critiques, doutes, etc. La disposition vise ainsi plus à protéger la 'sphère privée' des autorités que les informations elles-mêmes, qui ne sont protégées qu'indirectement". Suite à cela, la Commission des affaires juridiques a évoqué les deux options déjà indiquées, à savoir l'abrogation pure et simple de l'article ou sa modification.
Les deux options ont été mises en consultation, et les réponses à la consultation ont fait pencher la balance du côté d'une modification de l'article 293 du Code pénal au sens de la jurisprudence de la Cour européenne des droits de l'homme, plutôt que dans le sens d'une abrogation pure et simple de l'article. Pour mémoire aussi, en mars 2016, la Cour européenne des droits de l'homme, dans son arrêt Bédat contre la Suisse, a relevé un certain nombre de problèmes, une nouvelle fois, concernant l'article 293, mais elle a considéré que celui-ci n'était pas en soi contraire à la CEDH.
La commission attache bien évidemment une grande importance à garantir aux autorités la libre formation de leur volonté, à savoir qu'il doit y avoir cet espace privé au sein de l'autorité et que cet espace doit être protégé. Elle est toutefois aussi convaincue qu'il convient d'adapter l'article 293 du Code pénal. Elle est dès lors entrée en matière sur le projet, sans opposition, les 23 et 24 juin 2016. Elle a ensuite discuté des deux variantes. Une partie des membres de la commission a alors estimé qu'il convenait de simplement abroger l'article 293 pour assurer, peut-être, une plus grande liberté des personnes. Ces membres de la commission considéraient surtout que le secret pouvait être protégé autrement. Une majorité des membres de la commission est, par contre, parvenue à la conclusion selon laquelle il convenait de garder l'infraction tout en la modifiant.
Les modifications qui vous sont proposées visent à transformer l'alinéa 1 de l'article 293 pour éviter une certaine redondance; à ne pas transformer l'alinéa 2; et, à l'alinéa 3, pour être en accord avec la jurisprudence de la Cour européenne des droits de l'homme, à remplacer le principe qui prévalait, et, selon lequel, l'auteur d'une violation pouvait, dans certains cas, échapper à une sanction tout en étant reconnu coupable, par un principe beaucoup plus généreux qui postule qu'il n'est pas possible de punir celui qui agit à des fins d'intérêt public ou privé prépondérant. Le Conseil fédéral ne s'est pas opposé à la modification proposée.
La commission, par 16 voix contre 5, a retenu la variante visant à modifier l'article 293 du Code pénal, et je vous remercie d'en faire de même.
Rickli Natalie · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Mein erster Eindruck von der vorliegenden parlamentarischen Initiative war: Diese wird zu mehr Transparenz und mehr Medienfreiheit führen, und diese gilt es darum zu unterstützen. Die Medien, das haben wir ja gestern eingehend diskutiert, haben eine wichtige Aufgabe in unserer Demokratie. Sie müssen kritisch hinschauen und berichten. Nicht umsonst gelten sie als vierte Gewalt im Staat.
Nachdem ich mich aber detaillierter mit der Frage und den Konsequenzen der Aufhebung befasst habe und nach den Diskussionen in der Kommission für Rechtsfragen beantrage ich Ihnen heute namens der SVP-Fraktion, Artikel 293 StGB nicht aufzuheben, sondern dem Entwurf der RK-NR zuzustimmen.
Eine Aufhebung würde zu einer Lücke im Geheimnisschutz, namentlich von militärischen oder anderen heiklen Dossiers, führen. Eine Aufhebung würde wohl mindestens am Anfang auch zu mehr Skandalgeschichten führen. Wir hören ja jetzt schon, dass Journalisten teilweise nach Klicks bezahlt werden sollen: je knackiger der Titel, umso besser. Das hat mit seriösem und objektivem Journalismus nichts zu tun. Wie verlockend wäre da die völlige Straffreiheit, wenn man als erster Interna aus einem vertraulichen Dokument oder einer vertraulichen Kommission verbreiten kann!
Nach der heutigen Diskussion zu diesem Thema ist es aus meiner Sicht aber wichtig, dass Bundesrat, Parlament und die Verwaltung endlich mehr Transparenz schaffen. Sie sind in der Pflicht, mehr, detaillierter und zeitnaher zu informieren, und zwar gegenüber Journalisten und Bürgern. Sollte dies nicht passieren, bin ich sicher, dass jemand aus dem Parlament einen neuen Anlauf nimmt, um diesen Artikel aufzuheben. Vielleicht sehen die Mehrheiten dann anders aus, vielleicht würde auch ich dann anders stimmen. Wir sind in der Pflicht, mehr Transparenz zu schaffen. Es gibt keinen Grund, Kommissionsprotokolle oder die Protokolle von Bundesratssitzungen, eben mit Ausnahme beispielsweise von sicherheitspolitisch wichtigen Dossiers, nicht zu veröffentlichen. Denn heute werden vor allem vom Bundesrat und von der Verwaltung viele Informationen, die eben nicht militärische Geheimnisse betreffen, zurückbehalten, oder Studien werden unter Verschluss gehalten, so, wie es einem gerade passt. Das ist nicht in Ordnung. Die Problematik betrifft teilweise ebenso die Kantone und Städte, in welchen die politische Elite den Parlamentariern und den Bürgern Informationen vorenthält und so eigentlich auf der Basis von nichttransparenten oder gar falschen Informationen Entscheide herbeigeführt werden.
Am besten funktioniert unser System immer noch auf Gemeindeebene. Je kleiner eine Gemeinde, je kürzer die Wege, umso überschaubarer für die Bürger, umso transparenter ist alles.
Es ist wichtig, dass die Medienschaffenden die Politik, und zwar von links bis rechts, kritisch begleiten und effektive Missstände aufdecken, auch in der Verwaltung. In den letzten Jahren hat man allerdings festgestellt, dass zunehmend Skandale aufgedeckt werden, die eigentlich gar keine sind. Zeitungen müssen ihr Papier füllen. Im Internet gilt "first come, first served". Falsche Informationen können kaum mehr korrigiert werden. Die Geschichten werden in den sozialen Medien verbreitet, auch wenn sie falsch sind. Fake News sind leider auch in der Schweiz keine Seltenheit mehr. Es reicht oftmals eine Aussage, beispielsweise eines Mitglieds einer Kommission, und es wird ein Skandal herbeigeschrieben, oder es werden Fakten vermischt, ohne dass der ganze Sachverhalt dargestellt wird.
Die Änderung, wie sie Ihnen die Mehrheit der RK-NR vorschlägt, bringt für Journalisten und die freie Berichterstattung zwei wesentliche Verbesserungen:
1. Artikel 293 Absatz 1 sieht nun vor, dass es einen gesetzmässigen Beschluss einer Behörde braucht. Damit soll verhindert werden, dass alles Mögliche als geheim deklariert werden kann.
2. Nach Absatz 3 ist die Handlung nicht strafbar, wenn der Veröffentlichung kein überwiegendes öffentliches oder privates Interesse entgegengestanden hat. Dabei gilt es, wie gesagt, vor allem militärische oder andere staatlich wichtige Angelegenheiten zu schützen. So wird besser zwischen dem Geheimhaltungsinteresse und dem Veröffentlichungsinteresse abgewogen. Dies wird für mehr Transparenz sorgen, weil die Kommissionen, der Bundesrat und die Behörden nicht mehr alles unter Verschluss behalten können. Das ist richtig und wichtig. Die Journalisten können weiterhin kritisch recherchieren und berichten, ohne dass sie strafrechtlich verfolgt werden.
In diesem Sinne beantrage ich Ihnen namens der SVP-Fraktion Zustimmung zum Entwurf der RK-NR.
Mazzone Lisa · Mit-F · Nationalrat · Genf · Grüne Fraktion
Comment encadrer la publicité de débats officiels secrets? Comment assurer la libre formation de l'opinion des autorités, notamment judiciaires, en même temps que la transparence nécessaire à la bonne marche d'un Etat démocratique, dans lequel le droit de savoir permet aussi de se positionner, voire de contester publiquement certaines décisions, créant ainsi un débat sain pour la démocratie?
Le Code pénal en vigueur est pour le moins problématique, car il restreint la liberté des médias de manière excessive, faisant peser sur eux un risque de condamnation, quand bien même la publicité servirait l'intérêt général. L'article 293 du Code pénal est à juste titre sur la sellette depuis rien de moins que vingt ans, puisque plusieurs arrêts de la Cour européenne des droits de l'homme estiment qu'il contrevient à l'article 10 de la Convention européenne garantissant la liberté d'expression. Le Conseil fédéral lui-même a d'ailleurs proposé de le supprimer en 1996 déjà. Par la suite, une motion, puis l'initiative parlementaire dont nous parlons, ont été déposées dans ce sens. Le Tribunal pénal fédéral, en 2011, a en outre acquitté un journaliste de la "Sonntags-Zeitung" en raison de la nature du secret, de peu d'importance. Toutefois, cette jurisprudence ne revient pas sur le fond de l'article 293 et ne revient pas non plus sur sa pertinence, et c'est la raison pour laquelle une modification se justifie aujourd'hui.
Dans le cadre de la consultation, les représentants des médias ont plaidé pour l'abrogation de cet article. Toutefois, la Cour européenne des droits de l'homme a également mis en lumière les articles 6 et 8 encadrant le droit à un procès équitable et le respect de la vie privée et familiale. Ainsi, dans les affaires Bédat et Stoll, la Grande Chambre de la Cour européenne des droits de l'homme a donné raison à la Suisse et a annulé l'arrêt prononcé en première instance. Nous nous trouvons donc sur le fil, balançant, d'un côté, entre la transparence exigée par la liberté d'expression et la démocratie qui se traduit par le droit du public à être informé, et, partant, le droit du journaliste à l'informer, et, de l'autre côté, la garantie de la libre formation de l'opinion, notamment des juges ou des autorités.
La cour a en effet souligné l'importance du secret de l'instruction, de l'impartialité de la justice, de la présomption d'innocence et des droits de la personnalité de l'accusé et de la victime. C'est l'article 293 du Code pénal qui garantit ces intérêts. Il s'agit de ne pas créer de lacune. L'objectif de cette modification est de mettre en conformité notre Code pénal avec les arrêts de la Cour européenne des droits de l'homme.
Pour le groupe des Verts, il est essentiel d'intervenir en la matière. Cela ne vous étonnera guère puisque l'auteur de l'initiative parlementaire qui a lancé ce processus était membre de notre groupe. Une majorité s'est dégagée en commission pour introduire une modification. Bien que celle-ci ne corresponde pas à notre position, nous avons été sensibles tant à la nécessité de trouver un compromis qu'à l'équilibre à établir entre la liberté d'expression, le droit à un procès équitable et le respect de la vie privée et familiale. A ce titre, la proposition de la commission offre aux personnes sujettes à des poursuites pénales, civiles ou administratives une protection contre la divulgation d'informations confidentielles qui pourraient leur porter préjudice. Par ailleurs, il nous semble essentiel de garantir la libre formation de l'opinion des juges ou des autorités, laquelle pourrait être affaiblie par la publicité.
Qu'est-ce qui est spécifiquement protégé? L'information doit avoir été déclarée secrète en vertu de la loi ou par une décision de l'autorité. L'auteur de la publication doit avoir conscience que l'information est couverte par le secret et il doit souhaiter divulguer un secret. Pour autant, nous considérons que le secret ne doit pas se généraliser. Nous continuons de plaider pour la plus grande transparence de la part des autorités. En particulier, les documents relatifs aux procédures d'appel d'offres ou aux marchés publics doivent en principe être accessibles.
C'est pour cette raison que la modification proposée par la commission nous paraît acceptable et proportionnée. En effet, contrairement à ce que l'on connaît actuellement, prévoyant que le juge peut renoncer à toute peine si le secret livré à la publicité est de peu d'importance, l'acte ne sera tout bonnement plus punissable si aucun intérêt public ou privé prépondérant ne s'opposait à la publication. On reconnaît ainsi la responsabilité des journalistes et leur marge d'appréciation tout en garantissant le droit à un procès équitable, la présomption d'innocence et le respect de la personnalité des victimes.
Mais on reconnaît aussi aux médias la possibilité, dans les cas où ni l'intérêt public ni l'intérêt privé ne sont menacés, de publier certains dossiers. C'est la nature de la plupart des articles et autres informations médiatiques, et je tiens à dire que toutes les affaires militaires ne répondent pas à ces critères. Avec la nouvelle mouture de l'article 293, on s'assure qu'une pesée des intérêts est réalisée par l'autorité de poursuite pénale, ce qui permet de mettre en oeuvre l'arrêt de la Cour européenne des droits de l'homme. Cela signifie concrètement que l'autorité pénale devra systématiquement analyser la nature du document publié avant de se prononcer.
C'est pourquoi nous vous invitons à entrer en matière et à adopter le projet de la Commission des affaires juridiques.
Fehlmann Rielle Laurence · Mit-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Dans ce débat, je vais faire entendre une voix un peu discordante puisque le groupe socialiste s'oppose au projet de la commission.
Je rappelle que l'objectif de l'initiative parlementaire était de mettre en question l'article 293 du Code pénal, qui restreint la liberté des médias et qui se trouve en fait en contradiction avec l'article 10 de la Convention européenne des droits de l'homme, qui concerne la liberté d'expression. L'initiative parlementaire trouvait son origine dans des procédures ouvertes contre des journalistes qui avaient divulgué des informations confidentielles.
Le groupe socialiste estime qu'il y a une injustice à faire peser sur les journalistes le fardeau de la publication d'une information confidentielle sans impliquer la personne qui a fourni l'information. Cette affirmation émane aussi du Conseil fédéral et figure dans l'un de ses messages. Il faut aussi relever que, indépendamment de l'article 293 du Code pénal, les secrets d'Etat et les secrets militaires sont déjà protégés par d'autres dispositions, et cela a son importance.
Comme cela a été rappelé par les rapporteurs, la commission a élaboré deux variantes afin de modifier l'article 293 du Code pénal. L'option A prévoit d'adapter l'article précité de manière à le rendre conforme à la Convention européenne des droits de l'homme. Selon l'option A, les autorités judiciaires doivent faire une pesée des intérêts entre le maintien du secret et l'utilité d'informer le public. Selon la conclusion à laquelle arrive le tribunal, la personne en cause est condamnée ou ne l'est pas. C'est la position défendue par la commission.
L'option B a pour but d'abroger purement et simplement l'article 293 du Code pénal. C'est la position défendue par le groupe socialiste. Cette solution nous semble plus simple et protège la liberté des médias. Elle présente l'avantage d'une plus grande transparence et permet de mieux faire connaître l'activité de l'Etat à la population. Nous relevons aussi le fait que cette norme est en réalité une norme spéciale pour les journalistes, ce qui nous apparaît comme inéquitable. L'option A crée selon nous une certaine insécurité juridique, car ce sont les journalistes eux-mêmes qui doivent faire la pesée des intérêts avant de rendre publique une information sensible, ce qui est particulièrement ardu.
Enfin, nous estimons que l'abrogation de l'article 293 du Code pénal est plus conforme à la jurisprudence de la Cour européenne des droits de l'homme et donnerait un signal positif en faveur de la transparence sur les activités des autorités.
Je vous engage donc à soutenir notre position, qui est d'abroger cet article.
Merlini Giovanni · Mit-M · Nationalrat · Tessin · FDP-Liberale Fraktion
Unsere Fraktion wird auf die Vorlage eintreten und den von der Kommission ausgearbeiteten Entwurf unterstützen.
Wir machen kein Hehl daraus, dass die FDP in der Vernehmlassung im Jahr 2015 sowohl die Anpassung von Artikel 293 StGB, also die Variante A, als auch seine Aufhebung, die Variante B, abgelehnt hat. Inzwischen hat jedoch die Grosse Kammer des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte den Entscheid vom 29. März 2016 im Fall Bédat versus die Schweiz gefällt, mit welchem die Rechtsprechung zu Artikel 10 EMRK präzisiert wurde. Insbesondere wurde das Recht der Öffentlichkeit auf Information sowie das Recht der Journalisten zu informieren gegen das Recht der involvierten Personen an einem fairen Strafverfahren abgewogen. Die Grosse Kammer betonte dabei namentlich die Wichtigkeit des Untersuchungsgeheimnisses, der Unparteilichkeit der Justiz, der Unschuldsvermutung sowie der Persönlichkeitsrechte des Angeschuldigten, welche durch Artikel 293 StGB geschützt werden und zur Sicherung eines fairen Prozesses beitragen. Es wurde ebenfalls präzisiert, dem Staat komme die Pflicht zu, aktive Massnahmen zu treffen, damit das Privatleben eines Angeschuldigten in einem Strafverfahren geschützt werde. In der Vernehmlassung hat sich herausgestellt, dass sich eine klare Mehrheit der Teilnehmer - insbesondere sämtliche 25 teilnehmenden Kantone und ein Grossteil der Strafverfolgungsbehörden - für die Variante A ausgesprochen hat.
Unsere Fraktion misst dem Schutz des freien Meinungsbildungsprozesses der Behörden einen hohen Stellenwert zu und ist der Auffassung, dass nur mit der Variante A die wichtige Schutzwirkung von Artikel 293 des Strafgesetzbuches in Bezug auf den Geheimnisschutz und den Persönlichkeitsschutz gemäss Artikel 8 EMRK sowie auf das Recht auf ein faires Verfahren gemäss Artikel 6 EMRK erhalten werden kann. Wir sind auch davon überzeugt, dass die Variante A eine ausgewogene Formulierung enthält, welche den entgegengesetzten Interessen der Öffentlichkeit an Informationen beziehungsweise der Behörden an einem freien Meinungsbildungsprozess gebührend Rechnung trägt. Die Variante A ermöglicht unseres Erachtens die Anpassung der Norm an die Rechtsprechung, indem sie bei Absatz 3 von Artikel 293 StGB Straflosigkeit vorsieht, wenn die infragestehende Veröffentlichung keinem zwingenden Interesse an der Geheimhaltung zuwiderläuft.
Aus diesen Gründen werden wir den Antrag der Mehrheit unterstützen.
Vogler Karl · Mit-M · Nationalrat · Obwalden · CVP-Fraktion
Namens der CVP-Fraktion bitte ich Sie, auf den Entwurf einzutreten und diesem zuzustimmen.
Die Kommissionssprecherin und der Kommissionssprecher haben alles Wesentliche zu dieser Vorlage gesagt. Ich verzichte auf entsprechende Wiederholungen. Erlauben Sie mir trotzdem folgende knappen Feststellungen: Die Sicherstellung der Meinungsäusserungsfreiheit ist für eine funktionierende Demokratie unabdingbar, denn nur die Meinungsäusserungsfreiheit garantiert die freie Auseinandersetzung als zentrales Wesen der Demokratie und gewährleistet weiter, dass politische Missstände aufgedeckt werden. Wie jedes Grundrecht gilt die Meinungsäusserungsfreiheit aber nicht absolut und findet ihre Grenze an berechtigten Interessen Privater und der Öffentlichkeit. Bezogen auf die vorgeschlagene Revision von Artikel 293 StGB ist unsere Fraktion der Meinung, dass eine ausgewogene Lösung gefunden wurde, nämlich bezüglich des Interesses an der möglichst freien Meinungsäusserung, des berechtigten Interesses am Schutz des freien Meinungsbildungsprozesses der Behörden, aber auch bezüglich des Geheimnisschutzes sowie des Rechts auf ein faires Verfahren der Privaten. Behörden sollen im Rahmen ihrer Meinungsbildung effektiv und unabhängig arbeiten können, ohne befürchten zu müssen, dass dieser Prozess an die Öffentlichkeit gelangt. Auch an einem Straf-, Zivil- oder Verwaltungsverfahren beteiligte Privatpersonen sollen weiterhin vor einer ihnen schädlichen Verbreitung von Informationen geschützt werden. Es soll auch ohne Folgen für den Überbringer oder die Überbringerin etwas an die Öffentlichkeit gebracht werden können, wenn dem kein überwiegendes öffentliches oder privates Interesse entgegensteht, also auch dann, wenn eine formelle Geheimhaltung besteht, so darf, ja soll, wenn kein überwiegendes öffentliches oder privates Interesse besteht, darüber berichtet werden können.
Zugegeben: Mit der vorgeschlagenen Regelung besteht eine gewisse Unsicherheit, wann welches Interesse überwiegt. Die Gerichte haben bei der Vornahme der Interessenabwägung einen nicht unerheblichen Ermessensspielraum. Und zugegeben: Das Problem, dass allenfalls der Journalist oder die Journalistin bestraft wird, obwohl die Indiskretion gar nicht von ihm oder von ihr begangen wurde, besteht weiterhin. Trotzdem ist die vorgeschlagene Revision ein sinnvoller, ein pragmatischer Kompromiss zwischen unterschiedlichen Interessen. Sie ist ein Kompromiss, der die demokratiepolitischen wie auch die rechtsstaatlichen Interessen weitestmöglich berücksichtigt. Behördliche Meinungsbildungsprozesse und berechtigte Geheimhaltungsinteressen bleiben geschützt, ohne dass das berechtigte Aufdecken von Missständen und die entsprechende Berichterstattung verhindert werden.
Namens der CVP-Fraktion ersuche ich Sie, dem Entwurf zuzustimmen.
Sommaruga Simonetta · BR-F · Bundesrat · Bern
Ihre Kommission für Rechtsfragen beantragt Ihnen heute, entgegen dem Antrag des Initianten an der Bestrafung der Veröffentlichung von geheimen amtlichen Verhandlungen festzuhalten. Allerdings möchte Ihre Kommission für Rechtsfragen den Wortlaut von Artikel 293 StGB leicht anpassen, damit er in Einklang mit der aktuellen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte steht.
Der Bundesrat begrüsst die Beibehaltung von Artikel 293 StGB. Diese Bestimmung ist wichtig, weil sie die Tätigkeit der Legislativ-, Exekutiv- und Justizbehörden von Bund, Kantonen und Gemeinden schützt. Sie gewährleistet deren effektive und unabhängige Arbeit, dient aber auch Privatpersonen, die an Straf-, Zivil- oder Verwaltungsverfahren beteiligt sind, indem eben eine schädliche Verbreitung von geheimen Informationen unterbunden wird. Wir sollten nie vergessen, dass es bei diesem Artikel eben auch um den Schutz von Privatpersonen geht.
Die Kommission beantragt, Artikel 293 mit zwei Änderungen zu versehen. Auf der einen Seite geht es um die Präzisierung, dass die Tat straflos bleibt, wenn das Veröffentlichungsinteresse stärker gewogen hat als das Geheimhaltungsinteresse. Auf der anderen Seite ersetzt die Kommission die fakultative Strafbefreiung gemäss geltendem Recht durch die Straflosigkeit: Anstatt die beschuldigte Person der betreffenden Tat schuldig zu sprechen und dann auf eine Strafe zu verzichten, wird das Gericht die Handlung der Person folglich für nicht strafbar erklären und demnach ebenfalls keine Strafe erlassen.
Mit den beantragten Änderungen wird der Wortlaut der Bestimmung nun eigentlich in Einklang mit der aktuellen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte bezüglich einer EMRK-konformen strafrechtlichen Ahndung der Veröffentlichung von Geheimnissen gebracht. Der Bundesrat ist jedoch der Auffassung, dass die Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum geltenden Artikel 293 StGB, die ebenfalls der EMRK entspricht, es bereits ermöglicht bzw. die Gerichte sogar verpflichtet, eine Interessenabwägung vorzunehmen.
In diesem Sinne kann der Bundesrat die von Ihrer Kommission beantragten Änderungen unterstützen.
Stahl Jürg · P-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
L'entrée en matière est décidée sans opposition
Strafgesetzbuch (Veröffentlichung amtlicher geheimer Verhandlungen)
Code pénal (Publication de débats officiels secrets)
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Ziff. I, II
Antrag der Kommission: BBl
Titre et préambule, ch. I, II
Proposition de la commission: FF
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 177 Stimmen
(Einstimmigkeit)
(1 Enthaltung)
Stahl Jürg · P-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Präsident (Stahl Jürg, Präsident): Wir gratulieren unserer Kollegin Céline Amaudruz und unserem Kollegen Urs Gasche zum Geburtstag: Alles Gute! (Beifall)