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Die Landeshymne der Schweizerischen Eidgenossenschaft demokratisch festlegen

Carobbio Guscetti Marina · P-F · Nationalrat · Tessin · Sozialdemokratische Fraktion

Antrag der Mehrheit

Der Initiative keine Folge geben

Antrag der Minderheit

(Gutjahr, Bulliard, Glarner, Glauser, Gmür-Schönenberger, Herzog, Pieren, Rösti, Tuena)

Der Initiative Folge geben

Proposition de la majorité

Ne pas donner suite à l'initiative

Proposition de la minorité

(Gutjahr, Bulliard, Glarner, Glauser, Gmür-Schönenberger, Herzog, Pieren, Rösti, Tuena)

Donner suite à l'initiative

La presidente (Carobbio Guscetti Marina, presidente): Avete ricevuto un rapporto scritto della commissione.

Gutjahr Diana · Mit-F · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Ständerat Thomas Minder möchte mit seiner parlamentarischen Initiative, dass ein schlankes und kleines Hymnengesetz erlassen wird, da die Frage der Landeshymne heute nicht abschliessend geregelt ist. Die Landeshymne wie auch die Schweizerfahne sind wichtige Kulturgüter, Hoheitszeichen, ja Staatssymbole, die es ohne jeden Zweifel zu schützen gilt. Wir alle wissen, dass diese Fragestellung sicher nicht entscheidend ist für das wirtschaftliche Vorankommen unseres Landes. Trotzdem nimmt die Nationalhymne einen wichtigen Teil unserer Identität und unserer Herkunft ein.

Dass wir heute über diese Frage debattieren, zeigt doch unmissverständlich, dass Unsicherheiten vorliegen und wir Klarheit schaffen müssen. Ich möchte deshalb auch in Erinnerung rufen, dass in den letzten Jahren mehr als zehn solche Vorstösse eingereicht wurden. Die Diskussion wurde durch die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft in Gang gesetzt, die in der Schweiz eine neue Nationalhymne einführen will. Diese wurde sogar am letzten 1. August in Anwesenheit eines Bundesrates auf dem Rütli gespielt und gesungen - dies ohne jegliche Interventionen.

Auch habe ich mitbekommen, dass neben den Kantonen und Gemeinden auch Schulen angegangen werden, um unter anderem unsere Kinder die neue Schweizer Nationalhymne zu lehren. Damit verabschieden wir uns bewusst von einem Teil unserer Identität und schüren in dieser Sache vorsätzlich Unsicherheit in der Bevölkerung. Für alle von uns - davon gehe ich aus - ist eine Hymne wie auch eine Landesfahne mit vielen Emotionen und grossem Nationalstolz verbunden. Wie spüren wir doch beim Anstimmen und Singen unserer Hymne eine starke Verbundenheit der ganzen Bevölkerung mit unserer Heimat! Es wird Ihnen sicherlich leichtfallen, mir in dieser Sache zuzustimmen, da eine diesbezügliche Verunsicherung unseres Zusammengehörigkeitsgefühls kein Verständnis findet.

Noch zum Vergleich: Frankreich zum Beispiel hat die Hymne in der Verfassung verankert. Italien, aber auch Kanada, Österreich und die USA haben die Hymne in einem Gesetz geregelt.

Ich bin der Meinung, dass es aktuell nur eine Schweizer Landeshymne gibt: den Schweizerpsalm von Leonhard Widmer und Alberich Zwyssig. Dies möchte man jetzt mit der parlamentarischen Initiative in einem schlanken Gesetz verankern, so, wie übrigens auch die Schweizerfahne im Bundesgesetz über den Schutz des Schweizerwappens und anderer öffentlicher Zeichen unmissverständlich definiert ist.

Ich komme zum Schluss und damit zur Kernfrage: Es geht nicht darum, ob man für die aktuelle oder für die neue Hymne ist. Auch spielt bei diesem Entscheid die Parteizugehörigkeit keine Rolle. Wenn die Schweizer Nationalhymne offiziell geändert werden soll, hat dies in einem demokratisch abgesegneten Prozess zu erfolgen und auf keinen Fall durch nichtlegitimierte Dritte.

Die Kommission hat meinen Antrag mit 14 zu 10 Stimmen abgelehnt. Ich bitte Sie als Minderheitssprecherin, das Anliegen zu unterstützen und der parlamentarischen Initiative Folge zu geben.

Chevalley Isabelle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Grünliberale Fraktion

"Lyobâ, lyobâ ..." (L'oratrice entonne le "Ranz des vaches") Si vous voulez savoir pourquoi j'ai entonné quelques notes du "Ranz des vaches", vous allez être obligés de m'écouter jusqu'au bout.

La question que pose l'initiative parlementaire Minder est simple: faut-il faire une loi sur l'hymne national? Permettez-moi un petit brin d'histoire. Le premier hymne national que la Suisse ait connu était joué sur la musique de l'hymne anglais "God Save the King" - oui, à l'époque c'était "the King", et non "the Queen". Cet hymne n'était pas inscrit dans une loi, bien qu'il ait été joué lors de certaines cérémonies. Son texte faisait l'éloge du sacrifice militaire - "nous voulons tous mourir pour te servir" -, de la foi - "la délivrance viendra des cieux" - ou encore de l'indépendance - "gardons avec fierté, l'arbre au Grütli planté, la liberté!".

Cet hymne a été progressivement remis en question, car on le confondait avec l'hymne anglais puisqu'il était joué sur la même musique. Bref, en 1961, le Conseil fédéral a décidé de faire du "Cantique suisse", composé dans les années 1840, l'hymne officiel de la Suisse, mais à l'essai. Tous les trois ans, son contrat à durée déterminée a été renouvelé jusqu'à ce que son statut devienne permanent en 1981.

L'auteur du texte de notre hymne national, Alberich Zwyssig - pour ceux qui ne le sauraient pas -, était un moine d'un couvent argovien. Ceci explique certainement l'omniprésence de la religion. De façon amusante, un journal allemand qualifiait, il y a quelques années, le "Cantique suisse" de croisement entre un chant d'église et un bulletin météo.

Le monde change: on est passé de l'éloge militaire à l'éloge religieux et, demain - qui sait? - on fera l'éloge des espèces disparues, du climat passé, où que sais-je encore.

Le Conseil fédéral nous garantit qu'il ne prendra aucune décision concernant un changement de l'hymne national sans consulter les Chambres fédérales. Il n'y a donc pas lieu de s'inquiéter sur ce point.

De plus, nous essayons de limiter la bureaucratie et certains, dans notre Parlement, aimeraient même instaurer le principe du "one in, two out" impliquant que, pour chaque nouvelle loi, on en abroge deux. Ma question est simple: quelles sont les deux lois que nous abrogerons pour pouvoir créer la loi sur l'hymne national?

Si un chant spécifique devait être inscrit dans une loi, on ne pourrait pas exclure que d'autres personnes proposent d'autres idées. Je pense que vous me voyez venir: et pourquoi pas le Ranz des vaches? Ce chant traditionnel, Jean-Jacques Rousseau le décrivit ainsi dans son "Dictionnaire de musique": "Cet air si chéri des Suisses, qu'il fut défendu, sous peine de mort, de le jouer dans leurs troupes, parce qu'il faisait fondre en larmes, déserter ou mourir ceux qui l'entendaient, tant il excitait en eux l'ardent désir de revoir leur pays."

Pour toutes ces bonnes raisons, la commission vous recommande, par 14 voix contre 10, de ne pas donner suite à cette initiative parlementaire.

Pardini Corrado · Mit-M · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion

Da ich meine Vorrednerin musikalisch kaum überbieten kann, verzichte ich auf eine musikalische Darbietung. Ich möchte Ihnen die Haltung der Kommission beliebt machen, die mit 14 zu 10 Stimmen der Initiative keine Folge gibt. Eine Minderheit beantragt, der Initiative Folge zu geben.

Die Kommission setzte sich mit den verschiedenen Argumenten auseinander, speziell auch mit den Argumenten, die unsere Schwesterkommission im Ständerat diskutiert hat. Die Kommission hat vor allem zwei Aspekte gewichtet: die Frage der Notwendigkeit und die Frage der damit verbundenen Bürokratie im Gesetzgebungsprozess. In Abwägung dieser beiden Aspekte kommt die Mehrheit der Kommission zum Schluss, dass es keinen unmittelbaren Handlungsbedarf gibt. Sie erachtet die Schaffung einer Rechtsgrundlage zur Festlegung der Landeshymne insbesondere aus folgendem Grund für überflüssig: Auch wenn die Zuständigkeiten bei der Festlegung der Hymne nicht abschliessend geregelt seien, sei es doch der Bundesrat gewesen, der 1981 nach einer Vernehmlassung in den Kantonen den Schweizerpsalm zur offiziellen Landeshymne für militärische und diplomatische Anlässe bestimmt habe. Der Bundesrat habe zugesichert, dass er eine neue Landeshymne nicht in eigener Kompetenz und ohne Konsultation der Räte beschliessen würde. Als Fazit bedeutet das, dass es keinen Gesetzgebungsprozess braucht; es braucht keine unnötige Bürokratie. Der Status quo reicht, um die Hymne so zu schützen, dass sich auch die Minderheit mit unserem Land verbunden fühlen kann.

Ich bitte Sie, der Mehrheit der Kommission zu folgen und der parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben.

Estermann Yvette · Mit-F · Nationalrat · Luzern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Ich verstehe Ihre Argumentation nicht, Herr Kollege Pardini. Sie sprechen von Bürokratie. Wir haben ein Gesetz verabschiedet, das Lebensmittelgesetz, das fünf Kilogramm wog. Für die Landeshymne haben wir nicht einmal ein oder zwei Sätze in einem Erlass, wie das andere Länder haben. Einige Länder haben ihre Hymne sogar in der Verfassung verankert. Warum sind Sie persönlich dagegen? Was haben Sie gegen diese Hymne?

Pardini Corrado · Mit-M · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion

Liebe Kollegin, es dürfte Ihnen entgangen sein, dass ich hier nicht meine Meinung wiedergegeben habe, sondern die Meinung der Mehrheit der Kommission, die mit 14 zu 10 Stimmen dafür plädiert, dieser parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben. Ich kann Ihnen aber mitteilen, dass auch meine Meinung zur Mehrheitsmeinung der Kommission gehört.

Gmür-Schönenberger Andrea · Mit-F · Nationalrat · Luzern · CVP-Fraktion

Herr Kollege, wie stellt sich die Kommission zur Aussage der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft, dass sie unter Umständen lokale Bundesfeiern unterstützen könnte, unter der Bedingung, dass dabei die neue Landeshymne, aber nur die neue Landeshymne, gesungen würde?

Pardini Corrado · Mit-M · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion

Das ist nicht Gegenstand der parlamentarischen Initiative, geschätzte Kollegin. Von daher gesehen betrifft Ihre Frage inhaltlich nicht die vorliegende parlamentarische Initiative.

Ich kann noch einmal sagen: Die Kommission hat mit 14 zu 10 Stimmen befunden, dass es keine Notwendigkeit gebe, einen Gesetzgebungsprozess zu starten, um das zu schützen, was Kollege Minder mit seiner parlamentarischen Initiative schützen möchte. Der Bundesrat ist Garant dafür. Er hat 1981 bereits erklärt, dass er keine Änderung der Hymne veranlassen würde, ohne eine breite Konsultation zu machen, ohne den demokratischen Prozess zu berücksichtigen.

Carobbio Guscetti Marina · P-F · Nationalrat · Tessin · Sozialdemokratische Fraktion

La presidente (Carobbio Guscetti Marina, presidente): La commissione propone di non dare seguito all'iniziativa. Una minoranza Gutjahr propone per contro di darvi seguito.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Folgegeben ... 85 Stimmen

Dagegen ... 97 Stimmen

(3 Enthaltungen)

Schluss der Sitzung um 12.55 Uhr

La séance est levée à 12 h 55