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Gut funktionierendes, privatwirtschaftliches und freiwilliges Schweizer Recyclingsystem
Sommaruga Simonetta · VPBR-F · Bundesrat · Bern
In erster Priorität soll Abfall vermieden werden. Hierzu gehört z. B. auch der Verzicht auf kurzlebige Einwegprodukte, für welche Verpackungsalternativen bestehen. Dank dem sehr guten Abfallbewirtschaftungssystem der Schweiz ist die hierbei entstehende Umweltbelastung gering.
Optimierungspotenzial besteht insbesondere bei der separaten Sammlung von Grüngut. Hier sollte die Qualität durch die Vermeidung von Verunreinigungen verbessert werden, insbesondere durch Kunststoffe, die beim Ausbringen von Kompost zu einer Bodenbelastung beitragen. Sinnvoll wäre ausserdem eine quantitative Mengenerhöhung durch die Einführung einer flächendeckenden Grüngutsammlung. Ungenütztes Potenzial besteht heute auch im Bereich des Recyclings von Agrar-, Bau- und Industriefolien. Voraussetzung hierzu sind geeignete Sammlungslogistik und Finanzierungsmethoden.
Bei Verpackungen müssen, neben der Vermeidung von Überverpackungen, innovative Lösungen bezüglich der Rezyklierbarkeit und des vermehrten Einsatzes von Verpackungen aus Recyclingmaterial angestrebt werden, wobei die Anforderungen an die Funktionalität und natürlich auch an die Hygiene einzuhalten sind.
Müri Felix · Mit-M · Nationalrat · Luzern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Danke schön, Frau Bundesrätin; wir sind uns da ziemlich einig. Meine Frage geht noch in die Richtung: Ist nicht eine freiwillige Lösung vorzusehen statt einer staatlichen Lösung?
Sommaruga Simonetta · VPBR-F · Bundesrat · Bern
Besten Dank für diese Frage, Herr Nationalrat Müri. Für den Bundesrat ist der freiwillige Weg immer der erste Weg. Wenn wir aber sehen, dass wir an einem Punkt die Resultate mit der Freiwilligkeit nicht hinkriegen, dann müssen wir uns überlegen, mit wem wir welche Anreizsysteme aufbauen können. Das machen wir eigentlich auch in diesem Bereich.