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Rückführungen nach Algerien. Forcierung der Zusammenarbeit im Bereich der Rückkehr dank der Anwendung von Artikel 25a des Schengener Kodex
Häberli-Koller Brigitte · P-F · Ständerat · Thurgau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Präsidentin (Häberli-Koller Brigitte, Präsidentin): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Müller Damian · Mit-M · Ständerat · Luzern · FDP-Liberale Fraktion
Ich danke dem Bundesrat für seine Stellungnahme zu meiner Motion. Ich widerspreche der Ablehnung der Motion, die der Bundesrat empfiehlt. Die Ablehnung wird damit begründet, dass die Zusammenarbeit mit Algerien nicht nur gut, sondern sehr gut sei. Ich erlaube mir, diese Behauptung infrage zu stellen.
Tatsächlich verwendet der Bundesrat die Zahl der Rückführungen als Massstab für den Grad der Zusammenarbeit. Ich bestreite die Aussagekraft dieser Zahlen. Tatsächlich hat die Zahl der Einreisenden aus Algerien in die Schweiz zugenommen. Laut den Statistiken des SEM gab es 465 Asylanträge von algerischen Staatsangehörigen im Zeitraum von Januar bis März 2023, während im gleichen Zeitraum 2022 nur 304 Personen Asyl beantragt hatten. Es ist daher normal, dass die Zahl der Ausreisenden proportional steigt, da die Zahl der rückzuführenden algerischen Staatsangehörigen grösser geworden ist. Betrachtet man die Anzahl der offenen Fälle, so ist Algerien immer noch die Nummer eins aller Herkunftsländer. Am 31. März dieses Jahres befanden sich 685 algerische Staatsangehörige im Rückführungsunterstützungsprozess, am 31. März des vergangenen Jahres waren es 647, also weniger. Es gibt also einen Anstieg der Zahl der pendenten Fälle.
Weshalb, Frau Bundesrätin, sinkt die Zahl der hängigen Fälle nicht, wenn die Zusammenarbeit so gut ist, wie der Bundesrat behauptet? Warum liegt Algerien an der Spitze der Vollzugspendenzen, und warum steigt deren Zahl weiterhin? Antworten auf diese Fragen gibt es in der Stellungnahme des Bundesrates zu meiner Motion nicht zu lesen.
Der Bundesrat erwähnt, dass alle Vollzugsstufen möglich sind. Das bedeutet, dass auch Sonderflüge möglich sind. Ich frage mich, warum der Bundesrat dies nicht ebenfalls ausdrücklich erwähnt.
Weiter betone ich, dass der Bundesrat verpflichtet ist, meine Motion 20.4477, "Jetzt mit Algerien Rückführungen auf dem Seeweg verhandeln!", umzusetzen, mit der Rückführungen auf dem Seeweg verlangt werden, auch wenn Sonderflüge jetzt möglich sind. Meines Wissens hat das SEM nichts unternommen, was die Rückführungen auf dem Seeweg betrifft. Dafür gibt es für mich zwei Möglichkeiten einer Erklärung: Entweder lehnt der Bundesrat die Umsetzung der Motion ab - was aus demokratischer Sicht mehr als problematisch ist, denn beide Räte haben die Motion klar angenommen -, oder Algerien weigert sich, der Schweiz die Möglichkeit der Rückkehr auf dem Seeweg einzuräumen. Wie kann man in diesem Fall die Zusammenarbeit mit den algerischen Behörden als "sehr gut" bezeichnen?
Frau Bundesrätin, erklären Sie dem Ständerat, warum der Bundesrat die Umsetzung dieser Motion verweigert. Ihre Erklärungen sind wichtig und werden es den Mitgliedern des Ständerates ermöglichen, in voller Kenntnis der Sachlage über die derzeit diskutierte Motion abzustimmen. In Anbetracht der oben ausgeführten Tatsachen und der klaren Fakten, die zur Verfügung stehen - nämlich die pendenten Fälle, welche Personen betreffen, die nach Algerien ausreisen müssen -, schlage ich vor, den Druck auf Algerien aufrechtzuerhalten, damit die Zahl der pendenten Fälle endlich abnimmt und das Land nicht mehr an der Spitze der pendenten Fälle steht.
Aus all diesen Gründen bitte ich Sie, die Motion anzunehmen.
Sommaruga Carlo · Mit-M · Ständerat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Je crois que l'analyse que fait notre collègue sur la situation des renvois vis-à-vis de l'Algérie est correcte. On a une situation qui est assez difficile, mais une situation qui est difficile dans tous les pays européens. J'ai un article sous les yeux, publié par le "Blick" il y a quelques mois qui dit: "La France, bloquée dans son désir de renvoyer davantage d'étrangers" et cela concerne l'Algérie. En d'autres termes, on voit que c'est une politique de l'Algérie vis-à-vis de l'ensemble des pays. Or, et le Conseil fédéral le relève dans son avis, l'Algérie a changé sa stratégie et a accepté plus de renvois que par le passé. Donc, j'avoue que je trouve que votre motion arrive à contretemps. Elle arrive à contretemps, puisque l'on voit, que ce soit à l'égard d'autres pays européens ou de la Suisse, que, finalement, on est en train d'améliorer les choses. Voilà des éléments sur le contexte général. On ne peut pas forcer un Etat à accepter des personnes si, en retour, il met des obstacles administratifs ou d'une autre nature. C'est seulement dans le cadre du dialogue que l'on peut amener les Etats à trouver des solutions.
J'avoue que je suis très surpris de la teneur de votre motion, à savoir ce que vous demandez au Conseil fédéral. Vous demandez au Conseil fédéral d'intervenir à Bruxelles. Mais nos représentants du Conseil fédéral, lors des rencontres consacrées aux affaires intérieures, qui s'occupent de justice et police dans les autres pays, ont toujours évoqué ces problèmes. Je me souviens de toutes les déclarations et de tous les communiqués de presse qui sont faits lors de ces réunions. A chaque fois, les ministres évoquent ces problèmes et le Conseil fédéral ou la conseillère fédérale sur place l'évoque. Je ne vois pas en quoi l'on pourrait donner une instruction. S'il y a lieu de la donner, vous pouvez simplement le faire, mais ce n'est, de mon point de vue, qu'enfoncer une porte ouverte.
Demander que l'article 25bis du code Schengen soit appliqué dans le cadre de l'Algérie ne sert pas à grand-chose si c'est uniquement la Suisse qui demande l'application de cet article. Je crois que toutes les discussions au niveau européen - et vous le savez bien, parce que vous êtes en Commission de politique extérieure et vous savez comment fonctionnent les relations avec l'Union européenne - sont en fait des discussions de concertation pour essayer de trouver un consensus. Ces discussions pour le consensus ont surtout lieu à l'extérieur de ces séances. J'estime que ce qui est demandé dans cette motion correspond au travail ordinairement réalisé, mais c'est aussi laisser entendre que ce travail n'est pas fait. Je crois que les circonstances générales et l'activité du Conseil fédéral en la matière montrent que ce n'est pas le cas.
Je rejetterai donc clairement cette motion.
Dittli Josef · Mit-M · Ständerat · Uri · FDP-Liberale Fraktion
Als ich die Stellungnahme des Bundesrates zu diesem Vorstoss gelesen habe, war ich tatsächlich etwas überrascht von der Art und Weise der ablehnenden Begründung. Ich habe tatsächlich etwas den Eindruck, dass der Bundesrat in einer anderen Welt lebt als ich als Volksvertreter.
In der Tat ist die Zahl der algerischen Staatsangehörigen in der Schweiz, die Straftaten begehen, beträchtlich. Ich erinnere mich auch an einen "NZZ"-Artikel dazu, es gibt mehrere Quellen. Zudem ist die Schutzquote für algerische Staatsangehörige sehr niedrig. Es sind 1,7 Prozent im Jahr 2022 gemäss SEM. Somit handelt es sich bei ihnen um Wirtschaftsmigranten, die keinen Schutz bei uns brauchen. Sie haben in der Schweiz nichts zu suchen und müssen unser Land so schnell wie möglich verlassen.
Nach meinen Informationen - und das ist jetzt wichtig - sind die kantonalen Vollzugsbehörden mit der Situation betreffend Algerien unzufrieden. Ich habe da mehrere Rückmeldungen. Meine Beurteilung deckt sich also nicht mit jener des Bundesrates. Ich stelle mir deshalb schon einige Fragen. Vielleicht können Sie mir diese beantworten, Frau Bundesrätin. Ist der Bundesrat respektive das EJPD im Besitz von Informationen, die darauf hindeuten, dass die kantonalen Behörden mit den Rückführungen nach Algerien zufrieden sind? Frau Bundesrätin, bis zum Beweis des Gegenteils, auch wenn eine Verbesserung festgestellt wird - eine Verbesserung hat sich ergeben -, glaube ich nicht, dass man sagen kann, dass die Zusammenarbeit sehr gut sei, wie es in der Stellungnahme steht. Laut Presseberichten wurde nur ein einziger Sonderflug durchgeführt. Warum hat das SEM angesichts der Anzahl hängiger Fälle von Personen, die in ihr Herkunftsland abgeschoben werden sollen, nicht mehrere Sonderflüge organisiert? Was ist denn der Grund dafür? Gibt es irgendwelche Beschränkungen seitens Algeriens, wie viele Personen zurückgeschickt werden dürfen? Ich weiss es nicht. Ich stelle einfach fest, dass die Zusammenarbeit nicht auf dem Niveau ist, wie man es von einem Staat erwarten darf, der das Völkerrecht respektiert und seine eigenen Bürger zurücknimmt.
Um die kantonalen Vollzugsbehörden zu unterstützen, schlage ich deshalb vor, die Motion Müller Damian anzunehmen.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura
Je ne sais pas s'il faut vraiment se fixer sur ce terme "sehr befriedigend" ou "befriedigend". Par contre, je pense qu'il est exact de reprendre les chiffres tels qu'ils sont. Actuellement, les "Pendenzen" sont stables, parce que les demandes venant d'Algérie sont extrêmement importantes. C'est juste: les demandes de requérants venant d'Algérie en passant par l'Espagne ou par la France sont extrêmement nombreuses. Par contre, il est important de mentionner que, depuis l'année passée, les contacts avec l'Algérie sont de meilleure qualité, ils ont permis une certaine confiance. Nous avons eu effectivement en 2022 des retours volontaires pour 351 personnes et un retour au pays d'origine pour 111 personnes, alors qu'en 2021, il n'y avait eu que 49 retours pour toute l'année. Vous allez me dire que 2021 était une année particulière en raison de la pandémie, 2020 également, avec 18 et 31. Effectivement, depuis 2022, nous avons une situation qui s'est nettement améliorée et surtout - et c'est ce qui me permet d'affirmer que le Conseil fédéral n'est pas sur une exoplanète, mais qu'il est pragmatique -, au 30 avril 2023, ce sont 129 ressortissants algériens qui sont rentrés volontairement au pays, et 51 retours non volontaires ont été organisés. Cela signifie que nous avons 180 dossiers où un retour a été organisé, et nous souhaitons privilégier effectivement cette qualité de dialogue plutôt que d'être plus impératifs. On le voit lorsque l'on parle avec nos collègues européens, on est plutôt perçu comme ayant eu une stratégie et une politique qui permettent la mise en oeuvre des retours.
Effectivement, la motion part du principe que la coopération n'est pas satisfaisante, que nous devrions intervenir notamment au Conseil "Justice et affaires intérieures"; je l'ai déjà fait. Je ne crois pas que cela serait très utile de demander que, par exemple, la France qui a une relation toute particulière avec l'Algérie, ou d'autres pays européens, intervienne de manière massive pour mettre en visibilité, somme toute, un succès.
J'en conviens, Monsieur le conseiller aux Etats Damian Müller, on ne peut pas dire que c'est parfait, mais c'est quand même une situation convaincante dans la capacité de travailler ensemble.
La coopération avec l'Algérie dans le domaine du retour a donc été marquée, depuis l'année passée, par une nette amélioration dans la coopération. Et cette coopération - c'est ce qui me semble le plus important - est maintenue durant cette année. Les échanges bilatéraux intensifs entre la Suisse et l'Algérie y ont donc contribué. L'année passée, ce sont deux dialogues migratoires qui ont été organisés: ils ont permis de poursuivre les négociations et ces discussions ont abouti à des résultats positifs pour les retours vers l'Algérie. Non seulement les départs volontaires, mais aussi les retours sur des vols de ligne peuvent désormais être effectués par des vols directs au départ de Bâle-Mulhouse, ainsi qu'au moyen de vols de transit, ce qui n'était pas possible précédemment.
Comme mentionné dans la réponse du Conseil fédéral, le nombre de retours vers l'Algérie n'a jamais été aussi élevé que l'année dernière. Par contre, j'en conviens, étant donné que les demandes sont importantes, les "Pendenzen" restent importantes: effectivement, actuellement, selon les dernières données portées à ma connaissance au 1er mai, 684 dossiers sont en attente d'un renvoi. Mais par contre, il faut aussi voir que, depuis le début de l'année, nous avons déjà eu 679 demandes. Donc, il y a plus de demandes que concernant d'autres pays. Je pourrai vous donner les chiffres très volontiers, Monsieur le conseiller aux Etats.
J'aimerais peut-être encore indiquer ceci:
Wie Sie vernehmen konnten, funktioniert die Zusammenarbeit mit Algerien im Bereich Rückführung inzwischen besser als früher, sodass eine Intervention im Rahmen des Rates für Justiz und Inneres der EU bzw. die Beantragung von Massnahmen auf Basis des Visumkodexes aus Sicht des Bundesrates nicht mehr Erfolg bringen würde, im Gegenteil: Eine solche Intervention könnte kontraproduktiv sein. Sie könnte die intensiven Verhandlungen mit Algerien gefährden, die zu einer Verbesserung der Zusammenarbeit bei den Rückführungen geführt haben.
Aus diesem Grund bitte ich Sie, die Motion abzulehnen.
Et cela en toute connaissance de cause. Je mets très volontiers différentes données à votre disposition.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 28 Stimmen
Dagegen ... 11 Stimmen
(3 Enthaltungen)
Häberli-Koller Brigitte · P-F · Ständerat · Thurgau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Präsidentin (Häberli-Koller Brigitte, Präsidentin): Das Geschäft geht an den Nationalrat.