01.408
Trennungsfrist bei Scheidung auf Klage eines Ehegatten
Glasson Jean-Paul · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · Freisinnig-demokratische Fraktion
En raison de la décision que vous aviez prise de donner suite à l'initiative parlementaire Nabholz, la commission vous soumet en toute logique les modifications consécutives du Code civil (CC), en introduisant un nouveau délai réduit de deux ans, au lieu de quatre, aux articles 114 et 115 CC. Il s'agit de ramener à deux ans la période de séparation nécessaire pour qu'un époux puisse demander unilatéralement le divorce.
On a pu largement débattre des abus auxquels menait un délai de séparation plus long - celui de quatre ans, donc - tant en matière de droit des étrangers qu'au vu des pressions pécuniaires fortes auxquelles était soumis le conjoint désirant divorcer, ceci pour donner des exemples. On sait aussi que le Tribunal fédéral est très restrictif dans l'application des conditions de l'article 115 CC. Il n'est à mes yeux pas indispensable de redonner ici des exemples, même si certains milieux demeurent hostiles à la révision.
Le Conseil fédéral quant à lui ne s'oppose pas à la révision. Il fait part toutefois de son scepticisme en la matière, notamment en relevant que durant le délai de deux ans qui reste et que la commission vous propose, il y aura le même type de problèmes - certes, pour une durée réduite. Il fait aussi une allusion à la situation du conjoint qui ne désire pas divorcer, dont la position est un peu affaiblie, nous en conviendrons. De même chante-t-il un couplet en faveur du mariage institution par rapport au mariage contrat, si l'on peut dire.
On peut gloser longtemps encore. J'ai pu constater qu'à chaque renvoi du traitement de cet objet, et ces renvois ont été nombreux, nombreuses ont été également les voix à s'élever, dans les médias et au sein de la population, pour s'inquiéter du retard que l'on a pris pour adopter cette modification.
La révision proposée est-elle la panacée? Certes non, mais la commission, par 15 voix contre 2 et avec 1 abstention, vous demande de poursuivre dans le sens du vote du 16 septembre 2002 où, à une majorité très forte de 131 voix contre 18, vous aviez accepté le principe du projet de révision qui vous est présenté aujourd'hui.
Partant, la commission vous invite à adopter le projet de loi qui vous est soumis.
Jutzet Erwin · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · Sozialdemokratische Fraktion
Das neue Scheidungsrecht ist seit dem 1. Januar 2000 in Kraft. Es hat für alle Beteiligten grosse Fortschritte gebracht, namentlich der gemeinsame Scheidungsantrag, der einen eigentlichen Wechsel von einem Zweiparteienprozess zur freiwilligen Gerichtsbarkeit herbeiführte. Andere Fortschritte sind in der besseren Stellung der Kinder, im gemeinsamen Sorgerecht, in der Präzisierung des nachehelichen Unterhaltes, auch in der hälftigen Teilung der Freizügigkeitsleistungen zu sehen.
Aber in der Praxis haben sich relativ rasch Schwierigkeiten gezeigt. Ich denke an die unterschiedliche Praxis der Kinderanhörung, auch in Bezug auf die Voraussetzungen des gemeinsamen Sorgerechtes, an die zweimonatige Bedenkfrist, die zwingend ist und die zu stossenden Ergebnissen führen kann, wenn jemand einen Vergleich unterschreibt und ihn ohne irgendeine Begründung dann nicht bestätigen muss, auch in Bezug auf die Austrittsleistung und deren Berechnung, namentlich bei Vorbezug für Wohneigentum. Ich habe deshalb in der Session in Lugano im Jahr 2001 ein Postulat eingereicht, das überwiesen worden ist und auf dessen Resultate ich gespannt warte.
Die grösste Schwierigkeit bietet die vierjährige Trennungsfrist nach Artikel 114 ZGB, wenn kein gemeinsamer Scheidungsantrag vorliegt. Diese Bestimmung führte in der Praxis dazu, dass die Zustimmung zur Scheidung ausgehandelt wurde, dass sie gleichsam erkauft wurde und dass zur Frage des Scheidungswillens fremde Elemente wie Güterrecht, Unterhaltsbeitrag, gemeinsames Sorgerecht, ausländerrechtliche Fragen eine Rolle spielten. Entgegen der ursprünglichen Einschätzung der Verwaltung, dass der gemeinsame Scheidungsantrag die absolute Regel sein würde, hat sich das eben nicht so selbstverständlich eingebürgert. Vielmehr sind Eheschutzmassnahmen sprunghaft, nämlich um das Zehnfache, angestiegen. Es kam zu einer Prozesslawine, die für alle Beteiligten nachteilig ist und vor allem auch zu einer Überbelastung der Gerichte führte.
Dieser Fehlentwicklung will Frau Nabholz mit ihrer Initiative entgegenwirken. Der Nationalrat hat am 16. September 2002 in der ersten Phase dieser Initiative mit 131 zu 18 Stimmen Folge gegeben. Die Kommission für Rechtsfragen hat ohne Einsetzung einer Subkommission die Arbeit selber gemacht und beantragt Ihnen eine Änderung der Artikel 114 und 115 in dem Sinne, dass die Zahl "vier" durch die Zahl "zwei" ersetzt wird.
Die Kommission hat diesem Antrag mit 15 zu 2 Stimmen bei 1 Enthaltung zugestimmt. Ich bitte Sie, das Gleiche zu tun.
Metzler Ruth · VPBR-F · Bundesrat · Appenzell I.-Rh.
Das geltende Scheidungsrecht ist, Sie wissen es, seit dem 1. Januar 2000 in Kraft. Die Trennungsfrist war in den damaligen parlamentarischen Beratungen die letzte Differenz, die bereinigt wurde. Die Entscheidung für vier Jahre war ein Kompromiss zwischen dem Ständerat, der eine längere Frist wollte, und dem Nationalrat, der die Frist kürzer bemessen wollte.
Der Bundesrat hat in seiner Stellungnahme klar gemacht, dass er sich dieser Reform nicht widersetzt, denn die Wahl der Trennungsfrist ist letztlich ein politischer Ermessensentscheid.
Das Ziel des neuen Scheidungsrechtes und der Scheidung auf gemeinsames Begehren war nicht die Vereinfachung des Verfahrens, sondern die Förderung der einvernehmlichen Scheidung, weil eine einvernehmliche Scheidung weniger Wunden aufreisst, weniger Schmerzen und Auseinandersetzungen vor Gericht verursacht als eine Kampfscheidung.
Für viele Menschen ist aber die Ehe immer noch ein unauflöslicher Bund, und für diese Menschen ist das Akzeptieren einer Scheidung ein grosser, schwieriger Schritt. Man kann einwenden, die Scheidungsrate sei ja sehr hoch. Aber die Scheidung wird nie einfach die Auflösung eines gewöhnlichen Vertrages sein. Die Ehe ist eine Verbindung zwischen zwei Menschen, und das ist vor Augen zu halten, wenn wir über die Auflösung der Ehe, über die Scheidung, sprechen.
Der Bundesrat opponiert, wie gesagt, dieser Reform nicht, aber er möchte Ihnen bei der Diskussion den Gedanken mitgeben, dass man nicht nur an jenen denken darf, der die Scheidung will, sondern auch an den schwächeren Teil denken sollte, an den anderen Teil, der am ursprünglichen Sinn, an der eigentlich vorgesehenen Ehe auf Lebenszeit festhalten will und für den eine Scheidung sehr schwierig ist.
Ihre Kommission ist der Auffassung, zwei Jahre reichten für die Feststellung des definitiven Scheiterns einer Ehe aus, die Frist sei auch ausreichend für den anderen Ehegatten, um seine Lebensverhältnisse neu zu organisieren. Ob diese Erwartung realistisch ist, wird sich weisen. Wohl jede Scheidung ist ein schmerzhafter Prozess, wie auch immer das Recht darauf antwortet. Ich gehe auch davon aus, dass der scheidungswillige Ehegatte in einem Scheidungsverfahren selbst mit einer verkürzten Trennungsfrist zu Konzessionen gezwungen werden kann.
Aufgrund dieser Überlegungen bitte ich Sie, auf die Vorlage einzutreten.
Binder Max · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
L'entrée en matière est décidée sans opposition
Zivilgesetzbuch (Trennungsfrist im Scheidungsrecht)
Code civil suisse (Délai de séparation en droit du divorce)
Detailberatung - Examen de détail
Titel und Ingress, Ziff. I, II
Antrag der Kommission: BBl
Titre et préambule, ch. I, II
Proposition de la commission: FF
Präsident (Binder Max, erster Vizepräsident): Herr Glasson möchte zu Artikel 114 eine Erklärung abgeben.
Glasson Jean-Paul · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · Freisinnig-demokratische Fraktion
M. Schwaab s'est aperçu qu'il y avait un pléonasme dans la rédaction de cet article: en effet, on parle de "litispendance de la demande" et "de la demande" est superflu.
Nous profitons donc de cette modification de la loi pour y apporter une correction. Il faudra donc lire dorénavant: "Un époux peut demander le divorce lorsque, au début de la litispendance ou au jour de remplacement de la requête par une demande unilatérale, les conjoints ont vécu séparés pendant deux ans au moins." L'expression "de la demande" est ainsi supprimée.
Abstimmung
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes .... 117 Stimmen
(Einstimmigkeit)