24.077
Zivilgesetzbuch (Gewaltfreie Erziehung). Änderung
Riniker Maja · P-F · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Antrag der Mehrheit
Eintreten
Antrag der Minderheit
(Bühler, Glur, Tuena)
Nichteintreten
Proposition de la majorité
Entrer en matière
Proposition de la minorité
(Bühler, Glur, Tuena)
Ne pas entrer en matière
Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Über das Eintreten und die Detailberatung führen wir eine einzige Debatte.
Brenzikofer Florence · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion
Mit der Gesetzesrevision, über die wir heute debattieren, soll der Grundsatz der gewaltfreien Erziehung ausdrücklich im Zivilgesetzbuch verankert werden. Als flankierende Massnahme soll auch der verbesserte Zugang zu Stellen mit Beratungs- und Hilfsangeboten für Kinder und Eltern gesetzlich geregelt werden. Damit wird die Motion Bulliard 19.4632, "Gewaltfreie Erziehung im ZGB verankern", umgesetzt.
Seit 1978 ist das sogenannte Züchtigungsrecht in der Schweiz abgeschafft. Mehrere Verfassungs- und Gesetzesartikel sollen die gesunde Entwicklung des Kindes schützen. Insgesamt zeigt bereits das geltende Recht, dass Gewalt in der Erziehung nicht zulässig ist. Doch trotz dieser bestehenden Regelungen bezüglich des Schutzes, der durch das Kinder- und Jugendhilfesystem geboten wird, gibt es in der Gesellschaft viele Unklarheiten darüber, was in der Erziehung erlaubt ist und was nicht. Deswegen haben Schweizer Fachverbände und internationale Gremien wiederholt Forderungen nach einer expliziten, eindeutigen gesetzlichen Verankerung des Rechts auf eine gewaltfreie Erziehung erhoben.
Es gibt Hinweise, dass viele Kinder weiterhin Gewalt in der Familie erfahren. Die Schweiz gehört zu einer Minderheit europäischer Länder, die bisher kein ausdrückliches Verbot von körperlicher und erniedrigender Bestrafung im Familienrecht verankert haben. Die internationalen Standards, insbesondere die UN-Kinderrechtskonvention, fordern seit den 1990er-Jahren ein explizites Verbot der Gewalt in der Erziehung.
Aufgrund dieser Entwicklungen und nach Zustimmung des Parlamentes nahm der Bundesrat im Jahre 2020 das Anliegen auf und prüfte, wie die gewaltfreie Erziehung in der Schweiz rechtlich gestärkt werden könnte. Der Bundesrat eröffnete im August 2023 die Vernehmlassung zum Vorentwurf. Der Handlungsbedarf wurde in der Vernehmlassung breit anerkannt. Es gab jedoch einige Änderungsanträge. So wurde in der Überarbeitung beispielsweise auf die als missverständlich betrachtete Formulierung "entwürdigende Gewalt" verzichtet. Der Bundesrat prüfte weitere Rückmeldungen aus den Vernehmlassungsantworten und nahm entsprechende Anpassungen vor.
Die vorliegende Botschaft zur Änderung des Zivilgesetzbuchs mit dem Titel "Gewaltfreie Erziehung" verlangt zwei Ergänzungen in Artikel 302 ZGB. In Absatz 1 steht Folgendes: "Die Eltern haben das Kind ihren Verhältnissen entsprechend zu erziehen und seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung zu fördern und zu schützen." Hier gibt es die folgende Ergänzung: "Insbesondere haben sie das Kind ohne Anwendung von Gewalt zu erziehen, namentlich ohne körperliche Bestrafungen und andere Formen erniedrigender Behandlung." Die Absätze 2 und 3 im selben Artikel bleiben unverändert. Dann folgt ein neuer Absatz 4: "Die Kantone sorgen dafür, dass sich die Eltern und das Kind bei Schwierigkeiten in der Erziehung gemeinsam oder einzeln an Beratungsstellen wenden können."
Am 7. November 2024 traktandierte die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates die Botschaft vom 13. September 2024 ein erstes Mal. Anlässlich dieser Sitzung fanden Anhörungen mit Fachexpertinnen und Fachexperten sowie mit Vertreterinnen und Vertretern von Kantonen statt. Die Anhörungen machten deutlich, dass die Gesetzesanpassung begrüsst wird.
Mit der Verankerung der gewaltfreien Erziehung im ZGB soll die Erziehungspflicht der Eltern im Sinne des Kindeswohls weiter konkretisiert werden. Es geht bei der Gesetzesanpassung um Prävention und die präventive Wirkung und um den Zugang zu niederschwelligen Angeboten, die flächendeckend gewährleistet und gefördert werden. In den Anhörungen wurde deutlich, dass gerade bezüglich dieses zweiten Punkts ein Bedarf besteht.
Alle relevanten Berufsverbände unterstützen die Änderung des ZGB. Sie sind der Meinung, dass die Gesetzesänderung Klarheit schafft und Eltern hilft, sich mit dem eigenen Erziehungsverhalten auseinanderzusetzen. Die heutige Forderung nach einer Erziehung ohne Gewalt kann Fachpersonen wie Lehrpersonen oder Trainerinnen und Trainern in Sportverbänden helfen, Familien auf Verhaltensweisen anzusprechen, die für die kindliche Entwicklung schädlich sind.
Studien und das Betreuungsangebot 147 von Pro Juventute belegen, dass die Anfragen von Kindern und Jugendlichen aufgrund häuslicher Gewalt in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben. Ich bin überzeugt, dass auch Sie in den letzten Tagen mit Zahlen bedient wurden. Bei Suizidgedanken, Mobbing oder sexueller Gewalt werden mehr Beratungen verzeichnet - ein klares Indiz für die wachsende psychische Belastung junger Menschen. Zudem zeigt die nationale Kinderschutzstatistik der Kinderspitäler, dass im Jahr 2023 über 2000 Kinder wegen Misshandlungen in Schweizer Spitälern behandelt wurden. Die meisten Kinder, die zuhause Gewalt erleben, kommen jedoch nicht ins Spital.
Der Handlungsbedarf ist gross und akut. Umso wichtiger ist es, auf politischer Ebene die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Kinder und Jugendliche gesund und ohne Gewalt aufwachsen.
Die RK-N hat an ihrer Sitzung vom 17. Januar 2025 mit 20 zu 3 Stimmen bei 1 Enthaltung Eintreten beschlossen. Weiter hat unsere Kommission dem Entwurf des Bundesrates mit der Gesetzesanpassung bei Artikel 302 Absatz 1 und Absatz 4 ZGB mit 21 zu 3 Stimmen zugestimmt.
Nantermod Philippe · Mit-M · Nationalrat · Wallis · FDP-Liberale Fraktion
Lors de sa séance du 17 janvier 2025, la Commission des affaires juridiques du Conseil national a examiné en détail le projet du Conseil fédéral visant à inscrire expressément le principe d'une éducation sans violence dans le code civil. Cette proposition donne suite à la motion 19.4632 de notre collègue Bulliard-Marbach. Elle répond à une attente largement partagée dans la société suisse, qui fait l'objet de discussions sociétales de longue date et qui, heureusement, ne fait plus vraiment l'objet de débats, du moins en public. La fessée et la baffe ne font plus partie de l'arsenal punitif de l'éducation en Suisse ou, du moins, elles ne sont plus admises comme telles.
Le texte qui vous est aujourd'hui proposé prévoit une modification de l'article 302 du code civil, qui précise les obligations des parents en matière d'éducation.
Deux nouveautés essentielles sont introduites. D'abord, à l'alinéa 1, les parents doivent désormais élever leurs enfants sans recourir à la violence, ce qui inclut explicitement les châtiments corporels et les traitements dégradants. A l'alinéa 4, les cantons sont désormais tenus de garantir un accès facilité à des services de conseil et de soutien, tant pour les parents que pour les enfants, ensemble ou séparément. Ces normes sont de nature programmative. Elles n'entraînent ni sanctions pénales directes ni droits subjectifs susceptibles d'être invoqués en justice. Leur fonction est avant tout préventive et symbolique. Elles envoient un signal clair: la société suisse rejette toute forme de violence éducative.
Concrètement, aujourd'hui déjà, le recours à la violence contre des enfants de manière systématique peut déjà être couvert par le droit pénal. En particulier, les châtiments corporels, s'ils ne sont pas explicitement poursuivis par le code pénal, sont déjà couverts par d'autres dispositions. On pense par exemple aux voies de fait, aux lésions corporelles simples ou à la violation du devoir d'assistance ou d'éducation. Ainsi, la nouvelle norme a des objectifs positifs, soit de fixer un cadre éducatif quant au rôle des parents.
Le projet s'inscrit dans le prolongement de plusieurs textes internationaux ratifiés par la Suisse, dont la Convention de l'ONU relative aux droits de l'enfant, ainsi que la Convention d'Istanbul sur la prévention et la lutte contre la violence à l'égard des femmes et la violence domestique.
Ce texte vise à clarifier la norme légale existante en exprimant de manière explicite ce que l'on attend de l'éducation parentale. Il vise à renforcer la prévention en donnant aux professionnels un appui clair pour dialoguer avec les familles et vise enfin à encourager les cantons à combler les lacunes dans les structures d'aide sans pour autant instaurer d'obligations financières excessives. Il s'agit donc de soutenir les familles et non de les stigmatiser ou de les surveiller. Cette révision ne remet pas en cause les libertés éducatives des parents, elle en pose simplement les limites fondamentales là où commence l'intégrité de l'enfant. Lors des délibérations, plusieurs points de discussion ont émergé, et je vais en citer quelques-uns.
Sur la portée du texte: certains collègues ont exprimé la crainte que cette norme ne donne lieu à des interprétations extensives, notamment en matière de violences psychologiques. Il a été rappelé que le texte ne crée ni infraction pénale nouvelle ni nouveau pouvoir pour les autorités de protection. Sur la définition de la violence, la commission a insisté sur le fait que le projet ne vise pas à interdire toute forme de sanction éducative ou de recadrage. Il ne s'agit pas d'imposer un modèle d'éducation bienveillante ou Montessori, mais de condamner toute atteinte physique ou morale à l'enfant.
Sur la liberté des parents: certains membres - dont votre rapporteur - ont plaidé pour rappeler clairement que les parents restent les premiers éducateurs de leurs enfants. Cette précision figure déjà à l'article 301 du code civil, qui affirme que les parents dirigent l'éducation en fonction du bien de l'enfant. Sur les effets concrets, il est apparu que la valeur de la norme réside avant tout dans sa fonction de repère social et juridique. Elle servira de base à l'action des enseignants, des éducateurs, des assistantes sociales et des services de soutien dans leur mission d'accompagnement.
A l'issue des débats, la commission a accepté, par 21 voix contre 3, l'entrée en matière sur le projet. Le texte du Conseil fédéral a été adopté sans modification, et la commission propose ainsi de classer la motion Bulliard-Marbach 19.4632, qui sera mise en oeuvre. La minorité Bühler vous propose par contre de ne pas entrer en matière: elle considère que le droit pénal actuel interdit déjà les violences physiques, rendant par là même inutile l'ajout d'une norme programmatique dans le code civil.
Elle craint qu'une telle disposition ouvre la voie à une dérive idéologique affaiblissant l'autorité parentale, banalisant par là une éducation trop permissive. Ce projet n'est ni révolutionnaire ni moralisateur. Il ne crée pas de nouveaux droits, mais il rappelle une exigence fondamentale: éduquer un enfant, c'est aussi respecter son intégrité physique et psychique. En inscrivant cette exigence dans la loi, nous renforçons la prévention, la cohérence du droit suisse et le soutien aux familles.
La commission vous recommande d'entrer en matière et d'adopter le projet tel que proposé par le Conseil fédéral.
Bühler Manfred · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Contrairement à ce que tente de faire croire une certaine presse, le sujet du présent débat n'est pas pour ou contre une gifle ou une fessée dans l'éducation des enfants. Il ne s'agit pas d'être pour ou contre la violence physique à l'encontre d'enfants. Non: nous sommes tous et toutes d'accord que la violence physique est interdite et doit être sanctionnée. Comme mon préopinant l'a dit, le code pénal est, à ce titre, applicable. Toutes les dispositions nécessaires se trouvent dans ledit code pénal et les dispositions de protection de l'enfant existantes dans le code civil, avec les autorités de protection de l'enfant, sont en vigueur et largement suffisantes.
Une erreur fondamentale est faite. On mélange, d'une part, la violence physique, qui est interdite, et, d'autre part, l'administration d'une correction à un enfant. Dans le premier cas, on dépasse les bornes. Dans l'autre cas, on se trouve dans le champ de la liberté individuelle de chaque famille de fonctionner comme elle l'entend.
Oui: il existe des parents, des pédagogues, des psychologues, des sociologues et des lobbyistes qui prônent l'éducation non violente. Ils croient que tout peut se résoudre par des mots bienveillants. Fondamentalement, cela fait partie de la liberté de chaque famille de s'organiser et de fonctionner comme elle l'entend. Imposer des concepts à toutes les familles me paraît une erreur grave. Nous observons un effondrement de l'autorité dans tous les domaines. Une partie significative de notre jeunesse se trouve totalement déboussolée lors de son entrée dans la vie active. Trop d'enfants ont vécu en étant surprotégés dans la bulle de parents bienveillants où l'on ne leur a jamais dit non. Pourtant, la vraie vie est faite de frustrations permanentes, car rien ne vous est donné et la confrontation avec une autorité, quelle qu'elle soit, qui donne des ordres, est permanente, que ce soit au plan administratif, au travail ou même dans un club sportif.
Obéir et savoir que l'on sera sanctionné si l'on ne réagit pas et ne respecte pas les ordres ou les règles du jeu est une donnée fondamentale de la vie. Or, ce projet donne un signal catastrophique d'effondrement définitif de toute forme d'autorité des parents sur les enfants. Ce n'est pas que la violence physique serait nécessaire pour asseoir cette autorité, non, je le répète: je ne prône aucunement une éducation "à la schlague". Je condamne les comportements de violence répétée.
Ce qui est en jeu, c'est la simple possibilité théorique de contrainte physique. Un enfant doit savoir que, s'il n'obéit pas, s'il se comporte n'importe comment ou s'il commet un acte grave, il peut se trouver en situation de recevoir une correction ou d'être contraint physiquement. Cela ne signifie pas qu'il faille aller jusque-là. Dans la plupart des cas, la simple possibilité suffit à obtenir le résultat voulu.
Vouloir interdire explicitement tout châtiment corporel, c'est un peu comme désarmer la police ou supprimer l'armée d'un pays. Un délinquant potentiel réfléchira à deux fois avant de se confronter à un policier armé. Le but d'armer un policier n'est évidemment pas qu'il tire à tout va. La simple possibilité qu'il puisse utiliser son arme a, par contre, un effet dissuasif considérable. Il en va de même de l'armée pour un pays. La guerre n'est pas un but en soi, mais la dissuasion par une armée joue son rôle.
Ne désarmons donc pas les parents symboliquement! Les enfants ont besoin non seulement d'un cadre pour grandir, un cadre fait de bienveillance et d'amour, mais aussi de fermeté et de limites à respecter. Chaque famille fonctionne différemment. Il faut faire confiance au libre arbitre et à la responsabilité individuelle. Cela n'empêche pas de ne pas tolérer les dérapages, mais, en ce qui les concerne, nous avons tous les outils, comme le code pénal et les autorités de protection.
Par ailleurs, je crains que, avec l'adoption de cet article, une nouvelle industrie du conseil se mette en place. Les cantons devront créer ou développer des offres de conseil. Elles existent déjà, mais elles devront sans doute être renforcées. Selon le message du Conseil fédéral, le coût de mise en oeuvre de cet article de loi pour la Confédération est fixé à 2,5 millions de francs pour des campagnes d'information et de sensibilisation, et ce, annuellement. Les coûts pour les cantons sont inconnus, mais, à tout parier, ils seront tout à fait importants.
Au final, je crains que les moyens financiers financent surtout des structures administratives de conseil, qui devront engager des légions de psychologues, de graphistes, de publicistes, de sociologues et de pédagogues. L'effet dans le monde réel sera assez inexistant, mais le signal donné à la jeunesse sera désastreux. En effet, dès les premiers conflits, notamment à l'adolescence, les jeunes pourront courir demander conseil et refuser tout acte d'autorité des parents au prétexte d'un traitement dégradant. Désarmer les parents de la sorte, en croyant bien faire et en croyant faire le bien des enfants, me paraît un pari bien risqué.
Aussi je vous propose de ne pas entrer en matière sur ce projet inutile et nuisible. Si vous entrez en matière, vous pourrez évidemment le refuser.
Mahaim Raphaël · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion
Cher collègue, vous avez dit ne pas vouloir plaider pour le maintien du droit à procéder à des châtiments corporels - je vous crois sur parole. Cependant, il me semble que vous faites dire au projet de loi des choses qu'il ne dit pas. Vous avez parlé d'un signal catastrophique pour l'autorité et d'un effondrement du cadre éducatif. Pouvez-vous nous dire, surtout en écho à ce qu'a dit Philippe Nantermod, où vous voyez ces signaux d'effondrement catastrophique de toutes les valeurs que vous avez citées dans l'article du code civil soumis à nos délibérations aujourd'hui?
Bühler Manfred · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Cher collègue, il n'y a pas de droit à des châtiments corporels qu'il faudrait maintenir, pour reprendre votre question. Quant à ce signal d'effondrement, il est indéniable que cet article n'est qu'une petite pierre de mosaïque supplémentaire dans l'ensemble des structures qui ont déjà été démantelées et des concepts qui occupent tant l'école que l'éducation depuis plus de 50 ans, et qui sont malheureusement tous basés sur l'absence la plus grande possible d'autorité et sur la croyance selon laquelle "tout le monde il est beau, tout le monde il est gentil". Nous ne voyons pas de bons développements dans notre société actuelle, et je pense qu'il est temps d'aller dans l'autre sens.
Addor Jean-Luc · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Monsieur Bühler, comme moi, vous avez entendu le rapporteur de langue française de la commission nous dire qu'il était favorable au droit de recadrage, mais pas, finalement, au droit de correction. Avez-vous compris la différence entre ces deux notions?
Bühler Manfred · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
C'est précisément parce que les différences entre ces notions sont indéfinissables. Il s'agit, finalement, de concepts de nature morale. Or, la morale n'a rien à faire dans les lois, c'est l'affaire de l'Eglise, des familles ou de chaque responsabilité individuelle.
Bulliard-Marbach Christine · Mit-F · Nationalrat · Freiburg · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Vielen Dank, lieber Kollege, ich spreche jetzt in Deutsch. (Zwischenruf Bühler: Mit Freude!) Ich bin natürlich ein bisschen entrüstet über das, was Sie uns heute sagen, und ich habe jetzt eine Frage. Gewalt brauche es, um etwas mit Autorität durchzusetzen, so habe ich Ihr Votum verstanden. Wie wollen Sie denn erreichen, dass Jugendliche lernen, dass sich Autorität auch gewaltfrei durchsetzt, sei es am Arbeitsplatz oder später in der Familie? Vielen Dank, wenn Sie mir diese Frage beantworten. Merci de me répondre.
Bühler Manfred · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Vielen Dank für diese Frage. Es kann sein, dass ein sprachliches Problem bestanden hat. Ich habe niemals gesagt, dass die Ausübung von Gewalt zur Umsetzung einer Massnahme durch eine Behörde oder Autorität notwendig ist. Ich habe gesagt, dass die Möglichkeit einer "contrainte physique" - so habe ich es genau gesagt - in den allermeisten Fällen genügt, um auch, wenn es notwendig ist, etwas mit einer gewissen Autorität durchzusetzen. Genau darum geht es und nicht um mehr.
Flach Beat · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Grünliberale Fraktion
Es ist ja das erste Geschäft, wir müssen vielleicht noch ein bisschen üben.
Ich bitte Sie namens der Grünliberalen Fraktion, einzutreten und den Nichteintretensantrag der Minderheit abzulehnen. Wir schicken uns jetzt an, in unserem doch schon recht alten Zivilgesetzbuch im Bereich der elterlichen Fürsorge noch zwei Sätze einzufügen. Insbesondere soll das Kind ohne Anwendung von Gewalt zu erziehen sein, namentlich ohne körperliche Bestrafung und andere Formen erniedrigender Behandlung. Zudem sagen wir, die Kantone sollen dafür sorgen, dass sich die Eltern und das Kind bei Schwierigkeiten in der Erziehung gemeinsam oder einzeln an eine Beratungsstelle wenden können.
Obwohl vorhin sogar noch Fragen gestellt worden sind, kann ich nicht nachvollziehen, weshalb man diese Gesetzesänderung ablehnen will. Es ist ein deklaratorischer Artikel, der sagt, was man im Bereich der elterlichen Fürsorge und der Erziehung möchte respektive nicht möchte, und es ist ein Hinweis an die Kantone - die meisten Kantone haben dieses Anliegen ohnehin schon aufgenommen und entsprechende Möglichkeiten geschaffen. Ich bitte Sie, diesen kleinen Änderungen zuzustimmen.
Ein afrikanisches Sprichwort sagt: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. Daran ist wahrscheinlich sehr viel Wahres. Heute hat sich das Dorf bei uns sehr gewandelt. Die Siedlungen und das Wohnen sind viel anonymer geworden. Man wohnt nicht mehr zusammen mit den Grosseltern; Onkel und Tanten sind nicht mehr so sehr in der Nähe. Die Eltern sind vielleicht aufgrund dieser Umstände gestresst, und sie haben vielleicht auch keinen Kita-Platz zur Verfügung. Auf jeden Fall sind die Herausforderungen viel grösser geworden. Ist das Kind ein bisschen älter, kommt die ganze Reizüberflutung dazu, die wir durch die neuen Medien haben. Der Druck auf die Eltern, auf die Kinder, auf die Schule, auf die Betreuenden usw. wird immer grösser. Umso wichtiger ist es, dass wir angesichts dieses gemeinschaftlichen Leistungsdrucks auch wahrnehmen, wo die Risiken liegen.
Denn wenn wir über Erziehung sprechen, muss es doch klar sein, dass die Erziehung niemals mit Gewalt einhergehen soll. Vorhin wurde gesagt, es brauche irgendwie gewisse körperliche Kräfte oder was weiss ich, um das durchzusetzen. Ich glaube, jeder Vater, jede Mutter weiss, was Erziehung bedeutet und wie schwierig sie teilweise ist. Als ich vor 23 Jahren Vater wurde, fragte ich die Hebamme scherzhaft, wo denn jetzt die Bedienungsanleitung für dieses "Schätzeli" sei. Ich musste das alles lernen. Ich bin nicht im Dorf zusammen mit anderen Kindern aufgewachsen, die auch von diesem Dorf aufgezogen worden sind, wie ich es vorhin gesagt habe, sondern ich gehöre bereits schon zu dieser Generation, die eben nicht davon profitiert hat. Darum ist es noch einmal schwieriger für Eltern, zu lernen, wie sie damit umgehen sollen. Entsprechend müssen sie sich gewisse Richtlinien vielleicht noch erarbeiten, sie müssen sie suchen und so weiter. Entsprechend ist es auch nötig, dass der Staat und wir alle als Gesellschaft hier klar sagen, was wir eben nicht wollen, nämlich eine Erziehung, die mit Gewalt einhergeht.
Ich bitte Sie, diese beiden relativ kurzen, aber prägnanten Änderungen des Zivilgesetzbuches anzunehmen. Die eine Änderung ist vor allem deklaratorischer Natur, die andere ist eine Aufgabe für die Kantone. Ich danke Ihnen.
Jaccoud Jessica · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Une de nos convictions profondes est que l'éducation doit se faire de manière exempte de violences. Le projet qui vous est soumis aujourd'hui y répond. Il est absolument essentiel que le code civil soit complété d'une disposition qui envoie un signal fort contre la violence dans l'éducation, mais un signal qui n'a pour objectif ni de culpabiliser ni de sanctionner, mais d'aider et de prévenir cette violence, tout en la définissant clairement. Il est aussi absolument essentiel de redire ici que l'éducation que les parents choisissent de donner à leurs enfants doit rester une affaire privée et le restera évidemment. Ils conserveront bien sûr le libre choix de l'éducation qu'ils donnent à leurs enfants dans une limite qui est très claire, qui est celle que la violence n'y a pas sa place.
J'aimerais dire qu'il est extrêmement simple de faire la différence entre une éducation violente et une éducation qui ne l'est pas, et je vais vous donner un exemple concret. Dire à un enfant qu'il n'a pas respecté les règles, qu'il est donc puni et qu'il doit aller un moment dans sa chambre, c'est faire preuve d'autorité, ce n'est pas un acte de violence, Monsieur Bühler. Par contre, dire à un enfant qu'il n'a pas respecté les règles, qu'il est puni, qu'il doit aller dans sa chambre, et que, s'il recommence, il sera abandonné, ça, c'est une forme de violence psychologique. C'est cette partie-là de l'éducation qui ne doit plus avoir lieu aujourd'hui.
Le fait de ne pas accorder, dans le projet, de droits directs aux enfants et de se limiter à une disposition qui est pragmatique, c'est bien la preuve que le Conseil fédéral nous propose finalement déjà une forme de compromis. L'objectif est de dispenser un message clair: dans ce pays, l'éducation des enfants se fait sans violence. Nous avons également pu aborder, lors de nos séances de commission, la question du cercle des personnes concernées, et nous sommes donc parfaitement conscients que, dès lors que cette disposition s'intègre dans le chapitre de l'autorité parentale, elle ne peut pas être destinée à d'autres personnes que celles et ceux qui l'exercent, soit les parents, celles et ceux à qui l'autorité parentale est déléguée, les beaux-parents et les parents nourriciers.
Dans le cadre des discussions, nous avons également été rassurés quant au fait que cette disposition sera aussi un message clair pour tous les autres professionnels ayant affaire à des enfants, notamment pour le corps enseignant et les éducateurs. Ils pourront ainsi, de manière indirecte, se saisir de cette disposition pour accompagner les parents dans les mesures d'aide qui peuvent leur être accordées.
Pour résumer très brièvement la position du groupe socialiste, je dirai ceci: l'éducation est une affaire privée, la violence envers les enfants ne l'est pas. Je vous invite donc à suivre la commission et à entrer en matière sur ce projet.
Bally Maya · Mit-F · Nationalrat · Aargau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Immer noch zu viele Kinder erleben Gewalt in der Erziehung, und das muss verhindert werden. Gewalt, ob physisch oder psychisch, hat in der Erziehung nichts zu suchen. Bisher wurde dies aber im Zivilgesetzbuch so nicht festgehalten, auch wenn dies schon länger moniert wurde. Nun ist es also so weit, die gewaltfreie Erziehung soll ausdrücklich im Gesetz verankert und somit die bestehende elterliche Erziehungspflicht weiter konkretisiert werden. Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP erachtet dies als einen eminent wichtigen Schritt und unterstützt die Vorlage, denn Gewalt in der Erziehung hat meistens langfristige und fatale Folgen. Selbstverständlich gibt es keinen abschliessenden Katalog, was der Begriff "Gewalt" alles beinhaltet. Die Definition hat sich im Verlauf der Jahre auch geändert. Körperliche Züchtigung, die früher gang und gäbe und von Gesetzes wegen sogar explizit erlaubt war, ist heute zum Glück aus dem Gesetz verschwunden.
Der neue Gesetzesartikel verbietet körperliche Bestrafung und andere Formen von erniedrigender Behandlung. Diese Formulierung scheint uns gut gewählt, um aufzuzeigen, dass Handlungen, die dem Kind körperliche oder emotionale Schmerzen zufügen, in der Erziehung nicht erlaubt sind. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Gewalt in der Erziehung Kinder traumatisieren und später ebenso wieder zu Gewalt führen kann, weil betroffene Kinder im Erwachsenenalter oftmals auch zuschlagen, denn dies ist für sie die Lösung, die sie erlernt haben. Eine gewaltfreie Erziehung hat also langfristig positive Folgen, weil Kinder nicht mehr traumatisiert werden und als Erwachsene nicht zum Muster greifen, das sie kennen, also nicht erneut zu Gewalt greifen. Damit werden auch die Kosten für den Staat und die Gesellschaft geringer.
Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP ist sich bewusst, dass die Verankerung der gewaltfreien Erziehung im Gesetz vor allem eine programmatische Bestimmung ist, aus der keine direkten Ansprüche abgeleitet oder eingeklagt werden können. Es gibt aber auch anderweitig solche Normen im Gesetz. Dass die Bestimmung programmatisch ist, kann also kein Grund sein, sie abzulehnen. Eine solche Norm gibt ein sehr klares Signal: Wir wollen keine Gewalt in der Erziehung.
Diese Norm ist auch sehr wichtig für die Prävention. Sie unterstützt und erleichtert die Tätigkeit von involvierten Fachpersonen, seien das Erziehungsberaterinnen, Lehrpersonen oder Sozialarbeiter. Diese können sich in ihrer Arbeit mit den Eltern darauf berufen. Zudem werden die Kantone angewiesen, die notwendige Unterstützung für Eltern flächendeckend anzubieten. Denn es ist ja oftmals so, dass Eltern aufgrund einer Überforderung so handeln und nicht, weil sie ihrem Kind etwas Böses tun wollen. Deshalb ist ein entsprechendes flächendeckendes Beratungsangebot wichtig. Und genau mit dieser Flächendeckung hapert es heutzutage leider noch in vielen Kantonen.
Aus Sicht der Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP ist die Angst, dass man so gar nicht mehr erziehen oder bestrafen kann, völlig unbegründet. Eltern sollen und müssen Grenzen setzen. Dies kann aber ohne physische oder psychische Gewalt geschehen. Es ist auch absolut legitim, dass man ein Kind, das ausser Rand und Band ist und sich dadurch in eine gefährliche Situation begibt, auch festhalten darf, dies zum eigenen Schutz des Kindes. Alle, die Kinder haben, wissen, dass dies zum Beispiel in einer starken Trotzphase zum Teil einfach auch nicht verhindert werden kann. Deswegen schreitet die Kesb noch nicht ein, denn eine solche Handlung ist absolut verhältnismässig.
Wir bitten Sie, analog der Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP auf diese Vorlage einzutreten und sie zu unterstützen, diese Vorlage, die aufgrund der Motion Bulliard 19.4632, "Gewaltfreie Erziehung im ZGB verankern", zustande gekommen ist. Wir tun es, weil wir es den Kindern schuldig sind.
von Falkenstein Patricia · Mit-F · Nationalrat · Basel-Stadt · FDP-Liberale Fraktion
Mehrere Kantone verpflichten Hundehalter zu einem Kursbesuch mit Theorie, Praxis und Prüfung. Kinder bekommen und Kinder erziehen kann man in diesem Land ohne staatliche Vorschriften. Als Liberale finde ich beides richtig und gut. Unerlässlich ist aber die Wahrnehmung der Eigenverantwortung sowie, und darum geht es heute, die Respektierung der Rechte der Kinder. Weil die Eigenverantwortung nicht von allen und nicht immer wahrgenommen wird, braucht es Gesetze. Gesetze sollen bekanntlich das Zusammenleben regeln, Handlungen erlauben oder verbieten. Wenn wir feststellen, dass in irgendeinem Bereich ein Malaise besteht, müssen wir als Gesetzgeber auch Mängel beheben, Lücken schliessen.
Leider ist es eine Tatsache, dass in unserer Gesellschaft auch im Jahr 2025 tagtäglich Kinder Gewalt durch ihre Eltern oder Erziehungsberechtigten erfahren. Diese Gewalt hat viele Erscheinungsformen: Ohrfeigen oder andere Schläge, an den Ohren oder an den Haaren ziehen oder demütigen, Ablehnung oder Entzug von Zuneigung - die Palette ist leider breit. Sicher sind wir uns alle einig, dass solche Zustände nicht haltbar sind. Vielleicht sind wir uns nicht einig, was dagegen getan werden soll. Für mich und die FDP-Liberale Fraktion ist klar, dass gehandelt werden muss. Wir als gesetzgebende Gewalt müssen etwas gegen Gewalt in der Erziehung tun.
Wer Kinder hat, kennt die Situation, wenn im normalen Dialog keine Einflussnahme auf das Verhalten des Kindes ausgeübt werden kann. Ja, Kinder können einen ganz schön beschäftigen und an den Rand der Verzweiflung bringen. Ich kenne dies aus eigener Erfahrung, wie sicher viele von Ihnen auch.
Was tun, wenn sich das Kind im Einkaufszentrum schreiend auf den Boden legt, weil es bezüglich des Einkaufs andere Prioritäten hat als die, die auf der Einkaufsliste der Mutter stehen? Es sind solche Situationen, die Eltern dazu verleiten können, Gewalt anzuwenden. Wer hat solche Szenen nicht schon miterlebt und dem Kind dabei gewünscht, es möge bald alt genug sein, um sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen zu können, weil das beobachtete Verhalten der Eltern inakzeptabel war? Trotz der Anspannung, ja Verzweiflung der Eltern in solchen und ähnlichen Situationen darf Gewalt keine Reaktion darauf sein.
Die Formulierung im neuen Artikel 302 ZGB ist aus der Sicht unserer Fraktion gut. Das Verhältnismässigkeitsprinzip wird beachtet, erzieherische und damit auch korrigierende Verhaltensweisen bleiben möglich. Handlungen gegen den Willen des Kindes, die aber seinem Schutz dienen, zählen nicht als Gewalt. Sie müssen dem Erziehungsziel förderlich und der Situation angemessen sein. Das heisst, dass auch künftig Bestrafungen des Kindes möglich sind. Bestrafung darf aber nicht mit körperlicher Gewalt erfolgen und auch nicht erniedrigend oder abwertend sein.
Die neue Gesetzesbestimmung soll zusätzlich die Prävention stärken. Niederschwellige Beratungsangebote sollen geschaffen oder, wo bereits vorhanden, bei Bedarf ausgebaut werden. Der Zugang zu solchen Präventionsangeboten soll erleichtert werden. Verantwortlich dafür sind die Kantone, die Stellen zur Beratung bei Schwierigkeiten in der Erziehung zur Verfügung stellen müssen. Neben der Beratung sollen auch Möglichkeiten zur Unterstützung von Eltern in schwierigen Erziehungssituationen geschaffen werden. Die meisten Kantone haben bereits Angebote, welche diesen Anforderungen gerecht werden, möglicherweise aufgeteilt auf verschiedene Dienststellen.
Für uns von der FDP-Liberalen Fraktion ist es wichtig, dass auch mit dieser Gesetzesänderung die Eltern frei sind, ihre Kinder zu erziehen. Es gibt keine Vorschriften und auch keine staatlichen Kurse wie die erwähnten Hundehalterkurse. Auch schreibt der Staat keinen bestimmten Stil der Erziehung vor. Klar wird aber im ZGB neu festgehalten, dass bei der Erziehung keine Gewalt angewendet werden soll. Diese Klarheit ist wichtig, auch wenn es für die Mehrheit der Eltern eine Selbstverständlichkeit ist, keine Gewalt anzuwenden.
Indem wir diese neue Bestimmung ins Gesetz aufnehmen, schliessen wir eine Lücke. Viele europäische Staaten haben bereits Bestimmungen geschaffen, um Gewalt in der Erziehung zu verbieten oder die gewaltfreie Erziehung zu fördern. Die Notwendigkeit, das ZGB zu ergänzen, ergibt sich aber nicht aus dem Vergleich mit anderen Ländern. Es ist vielmehr ein Muss für unsere Gesellschaft, das Kindeswohl in den Mittelpunkt der Erziehung zu stellen. Es geht um jedes einzelne Kind, dessen Werdegang durch die Akzentuierung des Verbots körperlicher und erniedrigender Strafen verbessert werden kann; denn wir wissen, dass auch in unserer aufgeklärten Gesellschaft Kindern durch Eltern und Erziehungsberechtigte täglich Gewalt angetan wird. Die Idylle von Erziehung und Begleitung ins Leben durch erwachsene Bezugspersonen, wie wir sie aus den wunderbaren Bildern von Albert Anker kennen, erleben leider nicht alle Kinder. Es braucht diese Korrekturen.
Im Namen der FDP-Liberalen Fraktion bitte ich Sie um Zustimmung zu dieser Vorlage.
Mahaim Raphaël · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion
La fessée, la gifle et le tirage de cheveux n'ont plus leur place dans la chambre à coucher des enfants, ni nulle part, d'ailleurs. Messieurs Bühler et Addor, vous avez précédemment tenté de dire qu'il y avait une confusion entre les châtiments corporels et la violence, d'une part, et le recadrage ou les actes d'autorité, d'autre part. Très franchement, on a de la peine à croire que vous-mêmes ne voyiez pas la distinction entre ces deux notions. Je vous crois plus subtils et plus fins intellectuellement que ce que vous avez tenté de nous faire croire précédemment.
Si, par malheur, vous ne voyez pas cette différence, permettez-moi de prendre un instant pour la rappeler, parce que c'est important pour nos débats parlementaires. La différence est fondamentale. D'un côté, le recadrage ou l'acte d'autorité reste pleinement possible, reste autorisé et reste peut-être même souhaitable dans l'éducation des enfants. De quoi parle-t-on? Envoyer un enfant dans sa chambre s'il a fait une bêtise, le priver des écrans ou, pour un adolescent, le priver d'une sortie. Le recadrage et l'autorité sont parfaitement admis. Le texte de loi n'y change rien. De l'autre côté, la violence, comme tirer les cheveux, donner une gifle ou frapper un enfant, nous n'en voulons pas. Permettez-moi une métaphore: c'est comme à l'école. Donner un coup de bâton à un élève qui ne respecte pas les règles, on n'en veut pas. En revanche, une heure d'arrêt, une retenue ou, pourquoi pas, même une exclusion de l'école pour un comportement gravement inadéquat sont des mesures que l'on peut tout à fait envisager.
Permettez-moi de penser que vous voyez parfaitement la différence et que vous avez entretenu la confusion dans ce débat, parce qu'au fond vous n'êtes pas tout à fait à l'aise avec l'idée que l'on inscrive explicitement dans la loi que l'on ne veut plus de châtiments corporels.
En réalité, l'interdiction des châtiments corporels, on la connaît en Suisse de longue date. En droit civil, le droit aux châtiments corporels a été supprimé il y a plus de 40 ans. En droit pénal, il y a bien sûr une interdiction de provoquer des lésions corporelles. Actuellement, vous me direz peut-être que c'est inutile de faire cette réforme, puisque la situation est juridiquement claire.
Premièrement, les réactions de ce côté de l'hémicycle montrent que les choses ne sont peut-être pas suffisamment claires, puisque l'on doit avoir ce débat et les ancrer explicitement dans la loi, ce qui semble gêner certaines et certains au sein de notre Parlement. Mais, surtout, il y a une utilité à ce projet de loi; elle est double, en réalité, comme cela a été rappelé par les rapporteurs. D'abord, elle pose un message de prévention général, qui est particulièrement important. Le législateur dit que, dans l'éducation des enfants et parmi les devoirs éducatifs des parents, il ne doit pas y avoir de violence, de châtiments corporels ou d'autres traitements dégradants. Le dire, ce n'est pas rien, car, vous l'aurez compris, dans le code civil en vigueur, on ne le dit pas explicitement. La seule chose que l'on a faite, c'est supprimer le droit aux châtiments corporels. C'est la première utilité, en tous les cas l'utilité sur laquelle tout le monde est d'accord.
La deuxième utilité de cette nouvelle base légale sur laquelle tout le monde est aussi d'accord, c'est la création de cette disposition qui permettra d'apporter, sur tout le territoire suisse, des mesures de soutien aux parents et, bien sûr, aux enfants qui sont confrontés à des thématiques de ce type, à des enjeux de violence. Cette offre de prévention de la violence fait aussi partie de ce projet de loi et, il ne faut pas l'oublier, c'est là une deuxième utilité indéniable du projet de loi.
J'aimerais terminer en faisant deux remarques qui reprennent certains des propos des collègues, mais qui vont aussi peut-être développer d'autres aspects, d'autres réflexions. Premièrement, de quelle forme de violence parle-t-on? On l'a compris, les traitements violents, les châtiments corporels sont entièrement exclus, cela ne fait pas un pli. On peut aussi imaginer à quoi ressemblent les traitements dégradants. Il y a évidemment la question des violences psychologiques. Comme cela a été rappelé, et le Conseil fédéral insistera certainement sur ce point dans le message, il est expliqué que le Conseil fédéral a renoncé à introduire explicitement la notion de violence psychologique dans la loi.
Mais cela ne signifie pas pour autant que toute forme de violence psychologique ne tombe pas sous le coup de cette nouvelle disposition. A partir d'une certaine intensité, oui, la violence psychologique est aussi prohibée. A partir d'un certain degré inadmissible de traitement qu'on réserve à un enfant, tout comme d'ailleurs dans le domaine des violences conjugales, oui, la violence psychologique est prohibée.
Là aussi, il faut être un peu concret. Notre collègue Jessica Jaccoud a donné un exemple tout à l'heure. Je le disais à l'instant: on peut tout à fait priver un enfant qui a fait une bêtise de sortie, on peut le priver d'écrans pour la soirée. En revanche, on ne peut pas le priver de nourriture ou de boisson pendant de longues journées sans explication: ça, c'est un traitement psychologique qui est absolument inadmissible. On peut sanctionner un enfant en l'envoyant dans sa chambre; on peut sanctionner un enfant, comme je l'ai dit, en le privant d'un certain nombre de loisirs ou de choses qui lui sont agréables; en revanche, on ne peut pas menacer un enfant de le frapper s'il ne se comporte pas comment on l'attend, parce qu'on retomberait à nouveau dans la violence psychologique, qui est prohibée. Donc, oui, la violence psychologique est comprise dans la réforme dont nous discutons aujourd'hui, mais, évidemment, à partir d'un certain stade d'intensité; toute parole un peu dure dite à un enfant ne doit pas être considérée comme de la violence psychologique.
Enfin, je dépose ici une deuxième réflexion sur le caractère programmatique de la norme. Beaucoup d'oratrices et d'orateurs avant moi ont parlé de ce caractère déclaratoire ou programmatique de la norme; c'est parfaitement correct et ce n'est pas contesté. J'aimerais néanmoins dire que les normes à caractère programmatique peuvent être parfois utilisées par les tribunaux dans ce que l'on appelle des pesées d'intérêts ou dans des appréciations. Cela n'entraînera pas immédiatement la sanction d'un parent défaillant; dans ce sens-là, cette norme reste programmatique. En revanche, je peux tout à fait imaginer qu'un juge qui serait par exemple amené à se prononcer sur la question du droit de garde ou des droits parentaux vienne un jour à se dire: "J'ai affaire d'un côté à un parent qui use de violence corporelle, de châtiments corporels envers son enfant, et, de l'autre côté, à un parent conscient de ces enjeux et qui, lui, ne recourt pas à la violence pour éduquer son enfant". Ainsi, dans son appréciation générale des circonstances, il pourrait tenir compte de cette obligation parentale, de ce devoir éducatif des parents pour sa décision d'attribution des droits parentaux, par exemple du droit de garde. Cet exemple vise à montrer que le fait qu'il s'agisse d'une norme programmatique ne signifie pas qu'elle n'aura aucun effet dans la pratique. Il n'y aura pas d'effets directs au sens où la violation de cette norme entraînerait par exemple une nouvelle forme de sanction pénale ou une nouvelle forme de sanction civile, comme beaucoup avant moi l'ont dit dans ce débat.
Je vous remercie pour votre attention et conclus évidemment en vous disant que le groupe des Verts soutiendra à l'unanimité l'entrée en matière sur ce projet et soutiendra le projet dans la version telle qu'elle est ressortie des travaux de la commission.
Jans Beat · BR-M · Bundesrat · Basel-Stadt
Wir dürften uns einig sein: Kinder müssen ohne Gewalt aufwachsen können, das ist ihr Recht. Zwar geht die Gewaltausübung gegenüber Kindern in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurück, aber auch heute noch erfährt eine Minderheit von Kindern in der Schweiz als Erziehungsmassnahme Gewalt durch ihre Eltern. Meldungen lassen sogar den Verdacht aufkommen, dass sie in den letzten Jahren wieder zugenommen hat. In Zukunft sollen keine Zweifel mehr bestehen, dass auch in der Schweiz der Grundsatz der gewaltfreien Erziehung von Gesetzes wegen gilt.
Im Auftrag des Parlamentes hat der Bundesrat diese Vorlage zur Ergänzung des Zivilgesetzbuches vorgelegt. Ihre Kommission hat der Vorlage mit einer klaren Mehrheit, mit 21 zu 3 Stimmen, zugestimmt. Dabei sind fünf Punkte wesentlich:
1. Die Vorlage setzt bei der Prävention an. Es geht um ein Leitbild, welches die Eltern dazu verpflichtet, Kinder ohne Anwendung von Gewalt, namentlich ohne körperliche Bestrafungen und andere Formen erniedrigender Behandlung, zu erziehen. Dazu gehört auch die praktische Umsetzung durch Beratungen und Hilfeleistungen; ich komme noch darauf zu sprechen. Es geht also insgesamt um die Stärkung der Gewaltprävention und nicht um mehr Einsätze der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden oder um strafrechtliche Sanktionen gegenüber den Eltern.
2. Gewaltfrei erziehen - was heisst das? Ausdrücklich unzulässig sind sowohl leichte wie auch schwere körperliche Übergriffe, aber auch psychische Gewalt wie Drohungen, Demütigungen und andere verbale Gewalthandlungen. Auch die physische und psychische Vernachlässigung des Kindes sowie auch das Miterlebenlassen von häuslicher Gewalt können darunterfallen. Eltern sollen dem Kind respektvoll begegnen, es nicht in seinem Selbstwertgefühl verletzen und seine Grundbedürfnisse erfüllen. Das bedeutet aber nicht, dass die Eltern ihr Kind etwa "antiautoritär" erziehen müssen, wie das eine Minderheit Ihrer Kommission geltend machte. Nein, Kinder ohne Gewalt zu erziehen, bedeutet nicht, sie zu erziehen, ohne Grenzen zu setzen. Die Eltern können und sollen weiterhin Grenzen setzen und die Einhaltung dieser Grenzen verlangen und auch durchsetzen können. Klare Grenzen geben dem Kind Orientierung. Die Frage ist aber, wie die Eltern das tun. Das führt mich zum nächsten Punkt:
3. Die Verantwortung für die Erziehung und die Entwicklung des Kindes liegt heute und auch in Zukunft bei den Eltern. Bereits jetzt sind im Zivilgesetzbuch die elementaren Grundsätze des Schutzes und der Förderung des Kindes enthalten. Diese Grundsätze werden mit dieser Vorlage im Sinne des Kindeswohls noch verdeutlicht. Aber, das möchte ich hier betonen, es wird weiterhin keine Erziehungsmethode vorgeschrieben. Die Eltern bleiben in der Wahl ihrer Erziehungsmethoden frei, ausser, dass keine Gewalt angewendet werden darf. Aus der vorgesehenen programmatischen Norm lassen sich auch keine Ansprüche gegenüber den Eltern ableiten.
4. Es ist zentral, dass den Eltern nicht nur bewusst gemacht wird, was in der Erziehung unzulässig ist. Vielmehr - und so komme ich zum praktischen Teil der Vorlage - sollen sich die Eltern über andere, gewaltfreie Methoden informieren und allenfalls eine Beratung in Anspruch nehmen können. Dazu gehört es, dass die Kantone verpflichtet werden, dafür zu sorgen, dass die Eltern und auch die Kinder sich die notwendige Unterstützung holen können bzw. diese erhalten. Die Kantone sind dabei in der Organisation der Angebote frei. Es existieren zwar bereits viele Beratungs- und Hilfsangebote, aber es bestehen regionale Unterschiede; dies gilt es zu verbessern. Die Angebote sollen in Zukunft schweizweit flächendeckend, niederschwellig und bedarfsorientiert sein.
5. Begleitend zur Inkraftsetzung wird eine besondere Sensibilisierung nötig sein, denn Kinder, Eltern, Fachpersonen, ja unsere ganze Gesellschaft müssen über das neue Recht informiert werden und wissen, welche Hilfestellungen sie in Anspruch nehmen können. Die Erfahrungen im Ausland haben gezeigt, wie wichtig Sensibilisierungskampagnen und -massnahmen, welche das gesetzliche Verbot begleiten, sind, um die Anwendung von Gewalt in der Erziehung effektiv zu bekämpfen.
Diese Gesetzesvorlage verankert das Leitbild einer gewaltfreien Erziehung und sieht ein verstärktes kantonales Unterstützungsangebot vor, was einen konkreten Mehrwert in der Prävention von Gewalt an Kindern schafft.
Ich bitte Sie daher im Namen des Bundesrates, dem Antrag Ihrer Kommission zu folgen, auf die Vorlage einzutreten und ihr zuzustimmen.
Riniker Maja · P-F · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Wir stimmen über den Nichteintretensantrag der Minderheit Bühler ab.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Eintreten ... 134 Stimmen
Dagegen ... 53 Stimmen
(4 Enthaltungen)
Riniker Maja · P-F · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Schweizerisches Zivilgesetzbuch (Gewaltfreie Erziehung)
Code civil suisse (Education sans violence)
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Ziff. I, II
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre et préambule, ch. I, II
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 134 Stimmen
Dagegen ... 56 Stimmen
(2 Enthaltungen)
Abschreibung - Classement
Antrag des Bundesrates
Abschreiben der parlamentarischen Vorstösse
gemäss Brief an die eidgenössischen Räte (BBl 2024 2517)
Proposition du Conseil fédéral
Classer les interventions parlementaires
selon lettre aux Chambres fédérales (FF 2024 2517)
Angenommen - Adopté
Riniker Maja · P-F · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Das Geschäft geht an den Ständerat.